Eidechsen, Skinke und Schleichen

Dornschwanzskink

Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) im Tierpark Berlin Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) im Tierpark Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Skinke (Scincidae)
Unterfamilie: Egerniinae

D NB 650

Stokes-Dornschwanzskink

Egernia stokesii • The Gidgee Skink • Le scinque de Stokes

303 014 021 016 egernia stokesii stuttgart PD
Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

303 014 021 016 egernia stokesii map
Approximative Verbreitung des Stokes-Dornschwanzskinks (Egernia stokesii)

 

303 014 021 016 egernia stokesii TPB KR3
Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

303 014 021 016 egernia stokesii zoo wuppert
Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) mit Jungtieren im Zoo Wuppertal © Zoo Wuppertal

 

303 014 021 016 egernia stokesii TPB KR2
Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

303 014 021 016 egernia stokesii chx d fds PD1
Stokes-Dornschwanzskink (Egernia stokesii) im Vivarium La Chaux-de-Fonds © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Typisch für den Stokes-Dornschwanzskink ist der kurze, zusammengedrückte und mit starken Stacheln versehene Schwanz. Von den in europäischen Zoos nur selten gezeigten Egernia-Arten ist er derjenige, der am ehesten anzutreffen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Stokes-Dornschwanzskink erreicht eine Gesamtlänge von 22-28 cm, wovon rund 8-9 cm auf den kurzen, zusammengedrückten und mit starken Stacheln versehene Schwanz entfallen. In der Körpermitte hat er 32-38 Schuppen-Längsreihen. Die Körperfarbe ist olivbraun oder rötlich braun mit je nach Unterart unterschiedlichem Muster von Flecken oder Querbinden. Es gibt auch eine rein schwarz gefärbte Population [2; 3; 5; 6].

Verbreitung

Australien: alle Bundesstaaten mit Ausnahme von Victoria [4; 6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Dornschwanzskink ist tagaktiv und bewohnt offene Eukalyptuswälder und steinige Ebenen in trockenen oder halbtrockenen Lebensräumen. Auch diese Art lebt in stabilen Gruppen, die bis gegen 15-20 Individuen umfassen, ist monogam und macht eine Winterruhe von etwa drei Monaten. Baumhöhlen sind wichtige Verstecke, aber es werden auch Felsspalten, aufgegebene Häuser und sonstige vom Menschen geschaffene Strukturen genutzt. Die Tiere kriechen kopfvoran in die Verstecke und verschliessen sie mit dem stacheligen Schwanz. Die Kolonien benutzen gemeinsame Latrinen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, es wird aber auch pflanzliches Material genommen. Die Paarungszeit fällt in die Periode Ende September bis Anfang November. Die Geburten fallen auf Februar / März. Die Würfe bestehen im Mittel aus 5 (1-8) Jungtieren. Diese bleiben etwa drei Jahre in der angestammten Gruppe.  [1; 5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Als soziale und einfach zu haltende Art ist der Stokes-Dornschwanzskink für Terrarianer von Interesse. In den USA werden Adulte für rund 700 USD angeboten (Online-Inserate 2017).

Haltung

Es wird empfohlen, die Tiere in einem Trocken- oder Halbtrockenterrarium von mindestens 100x50x80 cm für ein Paar mit vielen Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten zu halten. Als Bodensubstrat bietet sich feiner Kies an. Das Terrarium ist mit UV- und Wärmestrahlern auszustatten. Die Temperatur soll tagsüber bei 30-45°C liegen und nachts auf normale Raumtemperatur abgesenkt werden. Das Futter soll je zur Hälfte aus Insekten, Schnecken, Regenwürmern, nestjungen Nagern oder Fleischstückchen und aus Pflanzenmaterial, wie Salaten, Gemüse, Früchten oder Löwenzahn bestehen. Gruppen sind zu bilden, wenn die Tiere noch sehr jung sind. Später dürfen keine fremden Tiere mehr zugesetzt werden [1]

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 15 Institutionen gezeigt, von denen sich über die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 6x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1845 vom britischen Zoologen John Edward GRAY als "Silubosaurus stokesii" beschrieben. Seit 1960 wird sie zur Gattung Egernia gezählt. Heute werden vier Unterarten anerkannt [4].

Literatur und Internetquellen

  1. EGERNIA INFO
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. NIETZKE, G. (1969)
  4. THE REPTILE DATA BASE
  5. WESTERN SPINY TAILED SKINK RECOVERY PLAN
  6. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)

Zurück zu Übersicht Echsen

Weiter zu Riesenblauzungenskink (Tiliqua gigas)

Gelesen 1112 mal Letzte Änderung am Montag, 13 Mai 2019 08:00
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx