Geckos

Tokeh

Tokeh (Gekko gecko) im Zoo Neunkirchen Tokeh (Gekko gecko) im Zoo Neunkirchen
Zoo Neunkirchen

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Haftfingergeckos (Gekkonidae)
Unterfamilie: Gekkoninae

D NB 650

Tokeh

Gekko gecko • The Tokay Gecko • Le gecko tokay

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Tokeh (Gekko gecko) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Approximative Verbreitung des Tokehs (Gekko gecko)

 

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Tokeh (Gekko gecko) im Kölner Zoo. Man beachte die Haftzehen © Thomas Ziegler, Kölnr Zoo

 

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Tokeh (Gekko gecko) im Zoo Neunkirchen © Zoo Neunkirchen

 

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Tokeh aus Draht als Glücksbringer an Hauswand - auch in Europa © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die nach ihrem Ruf "Tokeh" genannte Echse ist die Typusart der Gattung Gekko. Sie ist weit verbreitet und gehört mit zu den größten Arten ihrer Gattung. Als ausgesprochener Kulturfolger ist sie von zoopädagogischem Interesse und daher In Zoos häufig anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Tokeh erreicht eine Gesamtlänge von 30-35(-40) cm, wobei der Schwanz beinahe die Hälfte ausmacht. Wie bei allen nachtaktiven Geckos sind die Augen des Tokehs groß und haben eine senkrechte Pupille. Die krallenbewehrten Finger und Zehen sind verbreitert und weisen quergestellte Haftlamellen auf. Die graue Grundfärbung ist mit kleinen braunen bis roten Punkten übersät [2; 3; 4; 5].

Verbreitung

Süd- und Südostasien: von Nordostindien bis zu den Philippinen und Aru-Inseln. Eingeführt in Florida, Hawaii und auf Martinique.

Lebensraum und Lebensweise

Als Kulturfolger hält sich der Tokeh nicht nur in bewaldeten Gebieten auf, wo er gerne große, alte Bäume bewohnt, sondern ist auch in Städten Südostasiens an Mauern und in Häusern zu finden. Tokehs bilden zum Teil größere Familienverbände, bestehend aus einem Männchen, mehreren Weibchen und Juntieren. Erwachsene Männchen sind territorial, sie markieren ihr Territorium nicht nur akustisch, sondern bekämpfen einander auch, wobei es zu ernsthaften Verletzungen kommen kann. Die Tiere fressen alles, was sie überwältigen können, also nicht nur Insekten und andere Wirbellose, sondern auch kleinere Echsen und Kleinsäugetiere. Die Weibchen kleben ihre beinahe kugeligen Eier an eine geeignete Unterlage an. Bei einer Temperatur von 25-30°C schlüpfen die Jungen nach etwa 100-120 Tagen. Wenn man einem Tokeh zu nahe kommt, reißt er den Rachen auf und scheut sich nicht, zu zubeißen. [3; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt. Diese erfasst nur die Hälfte der 34 Arten der Gattung Gekko.

Der internationale Handel wird seit dem 26.11.2019 nach CITES-Anhamg II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Tokeh wird in Süd- und Südostasien als guter Hausgeist und Glücksbringer verehrt und wird als Vertilger von lästigen oder schädlichen Insekten geschätzt [2]. Er wird aber auch in großem Stil für die Zwecke der traditionellen Chinesischen Medizin gesammelt, wo er getrocknet oder in Alkohol eingelegt als Heilmittel gegen AIDS, Krebs, Asthma, Tuberkulose und Impotenz eingesetzt wird [7; 8].

Haltung

Für die Haltung eines Paars wird ein Terrarium von mindestens 100x50x120 cm empfohlen. In größeren Terrarien ist die Haltung von Gruppen möglich. Das Terrarium ist mit glatten, mindestens armdicken, vorwiegend vertikalen Kletteräste auszustatten. Für jedes Tier sollten mehrere Verstecke z.B. in Form von Korkröhren oder Vogelnistkästen angeboten werden. Rück- und Seitenwände können mit Kork oder Felsaufbauten verkleidet werden. Die Temperatur sollte tagsüber bei 27-35°C liegen und nachts auf 20-28°C abgesenkt werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte 70-90%. 2 mal täglich sollte gesprüht werden, da Tokehs Wasser von den Blättern der Pflanzen aufnehmen. Als Bepflanzung sollte robuste Arten wie Bromelien, Sansevieren, Gewihfarne oder Dracaena-Arten [1; 3; 5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 120 Institutionen gezeigt, von denen sich über ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 6x so lang und 6x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Achtfache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art war 1758 von Carl von LINNÉ als "Lacerta Gecko" beschrieben worden. Die Gattungsbezeichnung Gekko wurde 1768 vom österreichischen Arzt und Naturforscher Josephus Nicolaus LAURENTI eingeführt [6].

Literatur und Internetquellen

  1. BIOTROPICS
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. HENKEL, F. H. & SCHMIDT, W. (2003)
  4. HENKEL, F. H. & SCHMIDT, W. (2007)
  5. NIETZKE, G. (1969)
  6. THE REPTILE DATA BASE
  7. UNEP-WCMC (2009)
  8. WAGNER, P. & DITTMANN, A. (2014)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx