Katzen

Löwe

Angolanischer Mähnenlöwe (Panthera leo "bleyenberghi"  im Zoo Leipzig Angolanischer Mähnenlöwe (Panthera leo "bleyenberghi" im Zoo Leipzig
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)

Unterfamilie: Grosskatzen (Pantherinae)

D VU 650

Löwe

Panthera leo • The Lion • Le lion

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Angolanischer Mähnenlöwe (Panthera leo "bleyenbergi") im ZooPark Erfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Verbreitungskarte des Löwen aus der Roten Liste der IUCN

 

 

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Weibliche Kalahari-Löwen (Panthera leo "vernayi") im Zoo Basel © Zoo Basel

 

 

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Afrikanisches Löwenjunges (Panthera leo) im Zoo Osnabrück © Zoo Osnabrück

 

 

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Asiatisches Löwenpaar (Panthera leo persica) im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Asiatische Löwinnen (Panthera leo persica) im ZooParc de Trégomeur © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Junge Asiatische Löwen (Panthera leo persica) im Zoo Zürich © Edi Day, Zoo Zürich Zoo

 

 

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Südafrikanischer Mähnenlöwe (Panthera leo "krugeri") inmitten seines Harems im Natal Lion Park, Pietermaritzburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Afrikanische Löwinnen (Panthera leo) im Zoo du Tertre Rouge in La Flèche © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Afrikanischer Mähnenlöwe (Panthera leo) im Zoo Córdoba, Argentinien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Afrikanische Löwin (Panthera leo) veim Ballspielen im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig (Pressefoto)

 

 

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Ostafrikanischer Mähnenlöwe (Panthera leo massiaca = nubica = melanochaita) bei den Naabi Hills, Serengeti-Nationalpark, Tansania © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Afrikanische Mähnenlöwen (Panthera leo) imWerribee Open Zoo, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Afrikanische Löwin (Panthera leo) im Werribee Open Zoo, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Afrikanische Löwin (Panthera leo) bem Schwimmen im Tama Zoo, Tokyo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Ruhendes Löwenpaar (Panthera leo) im Zoológico El Arca, Ekuador. Links der kastrierte und daher mähnenlose Kater © Helge Zabka, Neubrandenburg

 

 

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Afrikanischer Mähnenlöwe (Panthera leo) im Zoo Eberswalde © Zoo Eberswalde

 

 

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"Berber"-Mähnenlöwe (Panthera leo) im Zoo Hannover © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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"Berber"löwen-Paar im ErlebnisZoo Hannover vor dem Umzug nach Heidelberg © Zoo Hannover

 

 

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Kaplöwen gezeichnet von Captain William CORNWALLIS HARRIS (1840)

 

 

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Löwenjagdszene aus Ninive 7. Jhdt. v. Chr.; British Museum, London

 

 

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Löwenmonumente auf Delos, 7. Jhdt. v. Chr.

 

 

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Löwenjagd in Griechenland. 4. Jhdt. v. Chr. Mosaik, Pella-Palast, Makedonien

 

 

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Weißer und normalfarbenr Transvaal-Löwe (Panthera leo "krugeri") im Zoo Johannesburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Blonde "Weiße" und normalfarbenr Transvaal-Löwne (Panthera leo "krugeri") im Zoo Johannesburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mit "Wüstenkönig ist der Löwe" beginnt ein Gedicht von Ferdinand FREILGRATH. Das sagt eigentlich schon alles über den Stellenwert, den der Mensch dem Löwen zukommen lässt. Die Popularität des Löwen beim Zoopublikum ist enorm, wegen seiner kulturellen Bedeutung, seiner Stellung im Ökosystem als Spitzenprädator und seines von allen anderen Katzenartigen abweichenden Sozialverhaltens ist er von großem zoopädagogischem Interesse. Seine Gefährdung im Freiland nimmt zu, was im Fall der asiatischen Unterart bereits zum Aufbau einer ex situ-Reservepopulation geführt hat. Er gehört daher zu den am häufigsten in unseren Zoos gehaltenen Raubtierarten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Löwe ist die Katzenart mit dem am stärksten ausgeprägten Sexualdimorphismus, indem die Kater eine Mähne tragen und die etwas kleineren Weibchen mähnenlos sind. Wird ein Kater kastriert, verliert er seine Mähne. Bei den Katern beträgt die Kopf-Rumpflänge 170-250 cm und das Gewicht 120-250 kg, Löwinnen sind 140-200 cm lang und 110-185 kg schwer. Die Schulterhöhe variiert von 75-120 cm, die Schwanzlänge von 60-102 cm. Der Schwanz endet bei beiden Geschlechtern in einer Quaste. Die Mähne der Kater kann nur an Nacken und Hals vorhanden sein oder sich auch auf Schultern, Ellbogen und Bauch ausdehnen. Ihre Farbe kann blond, rötlich, hell-, dunkel oder schwarzbraun sein. Das Fell ist sand- bis ockerfarben, bei Jungtieren mit einem Rosettenmuster, das mit zunehmendem Alter verblasst. Eine sichere Unterscheidung von Unterarten ist aufgrund von Exterieurmerkmalen nicht möglich. [8]

Verbreitung

Savannen, Steppen und Wüsten Afrikas südlich der Sahara. Indien.

Afrikanischer Löwe: Angola, Äthiopien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Dem. Rep. Kongo, Malawi, Mali, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Sudan, Südsudan, Swasiland, Tansania, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik. Vorkommen fraglich in Burundi, Kongo, Togo. Der Löwe ist möglicherweise ausgestorben in Gabun und ausgestorben in Ägypten, Algerien, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Lesotho, Libyen, Mauretanien, Marokko, Sierra Leone, Tunesien, West-Sahara. In Südafrika leben die meisten Löwen in eingezäunten Reservaten [3].

Asiatischer Löwe: Nur noch ein einziger Bestand im 1,400 km² grossen Gir Forest Nationalpark in auf der Kathiawar-Halbinsel im indischen Bundesstaat Gudjerat. Ausgestorben in Afghanistan, Iran, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Libanon, Pakistan, Palästina, Saudi Arabien, Syrien, Türkei [3].

Fossile Formen: Löwen hatten früher auch in Eurasien eine sehr viel weitere Verbreitung. Der Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea) lebte bis zum Ende der Würm-Eiszeit vor 11'700 Jahren in Mitteleuropa. Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen sind die Bundesländer, in Deutschland, in denen besonders viele Zähne und Knochen von Höhlenlöwen gefunden wurden. Aus Österreich sind Fossilien von Höhlenlöwen bis in ca. 2'000 Meter Höhe und aus der Schweiz bis in 1'500 Meter Höhe bekannt. Die bisweilen als Panthera leo vereschagini bezeichneten, etwas kleineren sibirischen Löwen des mittleren Pleistozäns fanden vor 300'000 Jahren gar den Weg über die Beringstrasse nach Nordamerika, von wo sie sich als "Panthera leo atrox" bis ins nördliche Südamerika ausbreiteten. Diese sehr großen Löwen starben, wie viele andere Elemente der amerikanischen Megafauna, vor etwa 10'000 Jahren aus [12].

Lebensraum und Lebensweise

Mit Ausnahme von Regenwald und dem Inneren der Sahara besiedelt(e) der Löwe alle möglichen Lebensräume seines Areals. Im äthiopischen Hochland steigt er bis auf eine Höhe von 4'000 m. In der Wildbahn umfasst das Territorium eines Rudels zwischen 266 und über 20'000 km². Diese riesigen Flächen hängen offensichtlich nicht damit zusammen, dass die Löwen ein großes Bewegungsbedürfnis hätten, sondern sind erforderlich, damit das Rudel genügend Nahrung findet. Alles Beute dient ihnen alles, was sie erwischen und überwältigen können, von der Maus bis zum Afrikanischen Elefanten. Gebietsweise stellen Giraffen die bevorzugte Beute dar, in Namibia werden auch Kap-Seebären getötet und gefressen. Löwen jagen nicht nur selbst, sondern bedienen sich auch an den Jagderfolgen anderer Beutegreifer und fressen Aas. In Asien jagen die Kater offebar unabhägig von den Löwinnen [3; 4; 8; 21].

Im Gegensatz zu anderen Katzenartigen leben Löwen gesellig. In Afrika bilden bia zu zehn Löwinnen ein Rudel und besetzten ein Revier. Bis zu vier Kater, oft Brüder, verteidigen gemeinsam das Revier gegen fremde Artgenossen. Die Jagd übernehmen daher vorab die Weibchen, wobei die Männchen Ihren Anteil erhalten. Zwischen den Männchen einer Gruppe gibt es nur wenig rivalisierende Kämpfe, die hauptsächlich der Einordnung innerhalb der Hierarchie dienen und nicht mit letzter Härte ausgefochten werden. Kämpfe auf Leben und Tod treten jedoch mit herumziehenden Löwen auf, welche sich dem Rudel anschliessen oder dieses übernehmen wollen. Gewinnen die Eindringlinge diesen Kampf, werden danach häufig die Jungen des Vorgängers getötet [3; 4; 8; 21].

Der Östrus einer Löwin dauert etwa 7 Tage. Während dieser Zeit kommt es täglich zu bis zu 30 Paarungen. Nach 108-115(-119) Tagen werden 2-4(-8) Welpen mit einem Geburtsgewicht von 1'100-1'500 g geboren. Vor der Geburt verlässt die Löwin das Rudel und kommt erst zurück, wenn die Jungen 4-8 Wochen alt sind. Diese werden gesäugt bis zu einem Alter von 6-7 Monaten, ganz entwöhnt sind sie aber erst mit 12 Monaten. Die Jungendsterblichkeit liegt bei 50-60%. Die Überlebenden verlassen mit 24-42 Monaten das elterliche Rudel. Löwen werden mit 26 Monaten geschlechtsreif, Löwinnen im Mittel mit 43 Monaten erstmals trächtig [8; 21].

Gefährdung und Schutz

In Afrika ist das Verbreitungsgebiet des Löwen in den letzten Jahrzehnten massiv geschrumpft und ist heute stark fragmentiert. Mittlerweile sind die Löwen aus 80 % ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets verschwunden und vom Bestand, der zur Mitte des letzten Jahrhunderts bei rund 400'000 Individuen lag, sind heute kaum mehr als 30'000 übrig. Ursachen dafür sind Konflikte mit der ländlichen Bevölkerung, weil der Mensch immer mehr Land für sich und seine Nutztiere in Anspruch nimmt, und Wilderei, etwa für die Zwecke traditioneller Medizin [3].

Der Afrikanische Löwe ist daher gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE), regional zum Teil bedroht. Die Bestände in West- und Zentralafrika werden auf maximal 2'850 Tiere geschätzt. Von 2006-2010 durchgeführte Untersuchungen lassen vermuten, dass der Löwe in der Elfenbeinküste, in Ghana und im Kongo bereits ausgestorben ist [3; 13].

Die asiatische Unterart mit einem Wildbestand von weniger als 400 Individuen in einer einzigen Population ist bedroht (Rote Liste: ENDANGERED). Der Bestand ist relativ stabil. Er kann aber weder wachsen noch sein Areal ausdehnen, weil die Kapazität des Gir Forest-Schutzgebiets erreicht ist [3].

Der internationale Handel ist durch CITES-Anhang I (Asiatischer Löwe) eingeschränkt bzw. nach Anhang II (Afrikanischer Löwe) geregelt. Bei letzterem gibt es ab 3. Januar 2017 eine Nullquote für bestimmte Teile und Erzeugnisse von wildlebenden Tieren.

Bedeutung für den Menschen

Jagd und Ausrottung: Wie Fossilfunde aus Ungarn belegen, kamen Löwen bis in die Bronzezeit in Mitteleuropa vor. In Griechenland starben sie wohl im 1. Jahrhundert v. Chr. aus, in der Ukraine und in Aserbaidschan um das Jahr 1000 n. Chr.. Um 1810 verschwanden sie aus Pakistan, womit die letzte Population in Indien isoliert war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Löwen noch von der Türkei bis zur Arabischen Halbinsel. 1879 wurden die letzten in der Osttürkei gespürt (letzter Abschuss 1870 bei Birecik), 1891 in Syrien, 1918 im Irak, 1923 in Saudi Arabien und 1942 in Iran [15; 17 und weitere Quellen]. Die Morphologie ausgestorbener Löwenformen hat Helmut HEMMER [8; 9; 10; 11] in einer Reihe von Publikationen dargestellt.

In Afrika ist der Löwe aus weiten Teilen seines ehemaligen Areals verschwunden. So wurde z.B. dem Kaplöwen seit Gründung der Kapkolonie 1652 intensiv nachgestellt. Der britische Kolonialoffizier Captain William CORNWALLIS HARRIS musste 1836 bereits bis in die Gegend von Kuruman in der südlichen Kalahari reisen, um Löwen zu Gesicht bzw. vor das Gewehr zu bekommen [7]. Der letzte Kaplöwe (Panthera leo melanochaita) wurde 1879 in Ost-Griqualand (heute Eastern Cape Province) geschossen. Aus Natal verschwand die Art etwa um dieselbe Zeit.

Die letzten wilden Atlaslöwen (Panthera leo leo) wurden 1891 (Tunesien), 1942 (Marokko), und ev. 1943 (Algerien) erlegt bzw. gesichtet. Ihr Blut ist aber noch in der Zoopopulation vorhanden.

Wirtschaftliche Bedeutung: Der Löwe spielt als einer der "Big Five" eine wichtige Rolle für den Foto- und Jagdtourismus in Afrika. Von 1977-2017 wurde weltweit der Export von u.a. 20'658 Jagdtrophäen, 7'719 Fellen und 4'448 Schädeln registriert. Von den Trophäen kamen 5'809 aus Südafrika, 5'354 aus Tansania, 3'712 aus Simbabwe, 1'936 aus Sambia, 1'461 aus Botswana und 618 aus Zentralafrika. Im selben Zeitraum wurden weltweit 1'417 als Naturentnahmen deklarierte lebende Afrikanische und 61 Asiatische Löwen und 5'746 bzw. 169 Nachzuchttiere zur Ausfuhr genehmigt [6].

Kulturelle Bedeutung: Als wohl beliebtestes Wappentier findet sich der Löwe im Wappen oder als Schildhalter vieler Adelshäuser und ihrer Rechtsnachfolger. Er wird schreitend oder aufgerichtet dargestellt. Eine kleine Auswahl: Er ist Schildhalter des Bayerisches Staatswappen und Symbolfigur Bayerns. Der Bergische Löwe ist das Wappentier des ehemaligen Herzogtums Berg und findet sich heute noch in den Wappen von Bonn, Düsseldorf, Hennef, Kierspe, Leverkusen, Monheim, Mülheim an der Ruhr, Wuppertal und verschiedener Landkreise. Auch die Herzöge von Brabant und die Großherzöge von Luxemburg führten den Löwen im Wappen. Der zweischwänzige Luxemburger Löwe ist heute Wappentier und Schildhalter Luxemburgs. Im Wappen des Saarlandes finden wir den Nassauer und den Wittelsbacher Löwen. Zwei Löwen zieren das Wappen des Kantons Thurgau, der "Züri-Leu" ist das Symboltier Zürichs. Salzburg hat einen, Kärnten drei Löwen im Wappen....

Im Tierepos Reineke Fuchs, in Märchen und Fabeln ist der Löwe der König der Tiere, der aber schon mal gelegentlich vom Fuchs übertölpelt wird. Ferner ist er eine Hauptfigur in zahlreichen Märchen, Sagen und Fabeln:

Grimm: Der Fuchs und das Pferd
Grimm: Die zwei Brüder
Aesop: Der Fuchs und der Löwe
Lessing: Der Löwe und der Hase
Busch: Die Teilung
Gugitz: Die Löwenbraut
Chamisso: Die Löwenbraut

Zu den Pflanzen, die nach dem Löwen benannt sind, gehören die Löwenmäulchen (Antirrhinum spp., Plantaginaceae), der Löwenzahn (Taraxacum spp., Asteraceae), Löwenschwanz (Leonurus cardiaca, Lamiaceae) und das aus Südafrika stammende Löwenohr (Leonotis leonurus, Lamiaceae).

Haltung

Löwen pflegen bis zu 20 Stunden pro Tag zu ruhen und jagen hauptsächlich nachts. Als der Berliner Zoo zum Olympiajahr 1936 seine 2'400 m² große Löwenanlage einweihte, waren die Besucher anfänglich wenig begeistert. Denn nachdem die Löwen ihr Territorium erst einmal erkundet hatten, liessen sie es hinfort mit einem kurzen Morgenspaziergang bewenden. Anschliessend legten sie sich - oft hinter Felsen verborgen - zur Ruhe nieder. Damit die Zoobesucher überhaupt etwas sahen, wurde daraufhin eine Gruppe Zirkuslöwen angeschafft und von ihrem Dompteur zweimal täglich im vorderen Teil der Freianlage vorgeführt [18]. In jüngerer Zeit erstellte Löwenanlagen sind daher oft etwas kleiner als jene des Zoologischen Gartens Berlin. So misst die 2001 eröffnete Löwensavanne des Leipziger Zoos 1'000 m² oder das 2006 gebaute Hauptgehege des Löwenwaldes im Zoo Zürich 1'330 m².

Für den Asiatischen Löwen gibt ein Internationales Zuchtbuch (ISB), das vom Wildlife Institute of India geführt wird und 343 lebende Tiere in 75 Institutionen umfasst [IZY 52, Daten bis Dezember 2016].

Forschung im Zoo: Der Löwe ist immer wieder Gegenstand von tiermedizinischen oder ethologischen Forschungsarbeiten, die darauf abzielen, die Haltungsbedingungen zu optimieren [1; 2; 5; 14; 19; 20].

Haltung in europäischen Zoos: Afrikanische Löwen werden in rund 340 Zoos gehalten, von denen sich etwa 60 im deutschsprachigen Raum befinden. Asiatische Löwen gibt es in gegen 50 Zoos, darunter ein paar im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Für Asiatische Löwen gibt es seit 1994 ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Aalborg Zoo koordiniert wird. Verschiedene Zoos bemühen sich auch um die Erhaltung einer Zuchtlinie, die auf Tiere zurückgeht, die der marokkanische König Hassan II. 1970 dem Zoo von Rabat überließ und die mutmaßlich Berberlöwen-Blut enthält.

Wie Löwen gehalten werden (Beispiele):
Löwenland im Zoo Schwerin - ZOOLEX Gallery
Makasi Simba im Zoo Leipzig - ZOOLEX Gallery  
Haus für Asiatische Löwen - ZOOLex Gallery

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll für einen oder ein Paar Löwen ein zeitlich begrenzt unterteilbares Außengehege von 200 m² Fläche und 3.50 m Höhe vorhanden sein. Für jedes weitere erwachsene Tier soll eine Fläche von 100 m² zusätzlich zur Verfügung stehen. Das Innengehege soll eine Fläche von 20 m² pro Tier und eine Höhe von 2.5 m haben.

Die Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 2018) schreibt für 1-2 Tiere ein Außengehege mit einer Fläche von 80 m² und ein Innengehege von 30 m² vor, die beide eine Höhe von 3 m haben müssen. Für jedes weitere erwachsene Tier ist die Fläche außen um 20 und innen um 15 m² zu erweitern.

Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018), in der viele merkwürdige Dinge stehen fordert, dass Löwen rudelweise gehalten werden müssen, dass für ein Paar ein Außengehege mit einer Fläche von 500 m² bei 3.50 m Höhe und für jedes weitere Adulttier 50 m² zusätzlich erforderlich ist, und dass das Innengehege eine Grundfläche von 10 m² pro Tier bei ebenfalls 3.50 m Höhe haben muss.

Weiße Löwen

Weiße Löwen sind keine Albinos, sondern eine rezessiv vererbte, leuzistische Mutante des Löwen, deren Fellfarbe weiß oder blond ist und deren Iris  entweder normal goldbraun, oder aber hellblau oder graugrün ist. Weiße Löwen soll es seit Jahrhunderten immer wieder in der Timbavati-Region des südafrikanischen Lowvelds gegeben haben. Der jetztige Bestand geht auf das Jahr 1938 zurück. Wegen ihrer Seltenheit wurden alle Tiere des ursprünglichen Bestands eingefangen und an Zoos und Jagdfarmen verkauft. 1992 gab es im Timbavati keine mehr. 2004 wurden wieder welche angesiedelt. Die Tiere gewöhnten sich problemlos ein und wurden effektive Jäger. 2006 kam es zur ersten Geburt im privaten Timbavati-Reservat, 2014 gab es im benachbarten Kruger-Nationalpark erstmals Nachwuchs [22].

Weiße Löwen werden auch in Europa in verschiedenen Zoos und Safariparks gehalten, so z.B. in Magdeburg, Pressburg, Belgrad, Jurques oder Beauval. In ihrem Ursprungsgebiet sind sie für die Tsonga- und Sepedi-Bevölkerung von großer kultureller Bedeutung.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Löwe wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Felis leo" beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Panthera wurde 1816 von dem aus der Ortenau stammenden, nachmaligen Rektor der Universität Zürich, Lorenz OKEN, vergeben [21]. Die innere Systematik der Löwen hat die Zoologen ausgiebig beschäftigt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden 23 Formen wissenschaftlich beschrieben, zum Teil auf der Grundlage unzulänglichen Materials oder solchem unklarer Herkunft. Im Rahmen einer Dissertation an der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde 1826 erstmals versucht, in geordneter Weise Unterarten zu beschreiben [16]. Eine umfassende Darstellung gab HEMMER [11; 12] auf Grundlage der Morphologie. Seitdem führten genetische Untersuchungen zu weiteren Erkenntnissen und Diskussionen. Die reich illustrierte Darstellung von LUPTAK & CSURMA [15] gibt eine gute Übersicht. Die "Cat Classification Task Force" der IUCN geht von zwei Unterarten aus: Panthera l. leo aus Asien, Nord-, West- und Zentralafrika, sowie Panthera l. melanochaita aus Ost- und Südafrika ISIS dagegen führt acht verschiedene afrikanische Unterarten auf, das Säugetier-Handbuch deren sechs [3; 21].

 

Literatur und Internetquellen

  1. ACHENBACH, S. (2002a)
  2. AMBROSCH, J. (2009)
  3. BAUER, H. et al. (2016). Panthera leo (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T15951A115130419. http://www.iucnredlist.org/details/15951/0. Downloaded on 16 June 2018.
  4. BREITENMOSER-WÜRSTEN, CH. & BREITENMOSER, U. (2013)
  5. EXNER, C. (1995)
  6. CITES TRADE DATA BASE
  7. CORNWALLIS HARRIS, W. (1840)
  8. GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
  9. HEMMER, H. (1963)
  10. HEMMER, H. (1966)
  11. HEMMER, H. (1967)
  12. HEMMER, H. (1974)
  13. HENSCHEL, P., AZANI, D., BURTON, C., MALANDA, G., SAYDU, Y., SAM, M. & HUNTER, L. (2010)
  14. KUPFER, F. (1998)
  15. LUPTAK, P. & CSURMA L. (2009)
  16. MEYER, J. N. von (1826)
  17. NOWELL, K. & JACKSON, P. (1996)
  18. POLEY, D. (1993)
  19. RAHOFER, L. (2015)
  20. SÈJA, R. (2004)
  21. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  22. GLOBAL WHITE LION TRUST

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Gelesen 2536 mal Letzte Änderung am Freitag, 16 November 2018 09:14
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx