Hunde

Wüstenfuchs

Wüstenfuchsrüde im Zoo Karlsruhe Wüstenfuchsrüde im Zoo Karlsruhe
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Hunde (Canidae)

D LC 650

Fennek, Wüstenfuchs

Vulpes (Fennecus) zerda • The Fennec Fox • Le fennec

Wüstenfuchsfähe mit Jungem im Zoo Augsburg © Zoo Augsburg
Wüstenfuchsfähe mit Jungem im Zoo Augsburg © Zoo Augsburg
Mit seinen großen Ohren und Augen ist der Fennek eine sehr ansprechende, beim Publikum beliebte Tierart. Außerdem ist von großem zoopädagogischem Interesse  zur Illustration der ökogeografischen Proportionsregel. Dementsprechnd wird er häufig in europäischenZoos gezeigt.

Gefährdung und Schutz: Der Fennek gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN), obwohl keine konkreten Informationen zum Wildbestand und dessen Entwicklung vorliegen [3].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

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Verbreitung des Wüstenfuchses (Vulpes zerda)
Verbreitung: Nordafrika: Ägypten, Algerien, Libyen, Mali, Marokko, Mauretanien, Niger, Sudan, Tunesien, Tschad [3].

Briefmarke Wüstenfuchs
Briefmarke Wüstenfuchs
Bedeutung für den Menschen: Wüstenfüchse werden von der lokalen Bevölkerung geschossen und lebend gefangen. Sie sind daher in dichter besiedelten Regionen schon selten geworden. Auf nordafrikanischen Märkten werden die "fennecs" Touristen als Heimtiere angeboten. Obwohl sie sich aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise und ihres Fuchsgeruchs wenig eignen, werden sie wegen ihres niedlichen Aussehens auch gekauft. Da die Einfuhr aber nur mit Genehmigung zulässig ist, werden solche Tiere gelegentlich beim Grenzübertritt konfisziert und Zoos können so in die Lage kommen vorübergehend für ihre Pflege sorgen zu müssen oder sie definitiv zu übernehmen.

Briefmarke Wüstenfuchs
Briefmarke Wüstenfuchs
Haltung: Der Wüstenfuchs ist von großem zoopädagogischem Interesse. zur Illustration der ökogeografischen Proportionsregel (Regel von J. A. ALLEN: bei gleichwarmen Tieren einer Art und Arten eines Verwandtschaftskreises ist die relative Länge der Beine, Schwänze, Ohren und Schnauze in kälteren Regionen geringer als in wärmeren Gebieten. Beispiel: Fennek - Rotfuchs - Polarfuchs).

Haltung in europäischen Zoos:
 Die Art wird in rund 100 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Sechstel im deutschsprachigen Raum befinden.  Für Details siehe Zootierliste.

Es gibt ein Europäisches Zuchtbuch (ESB), das am Zoo Krakau geführt wird.

Im Zoo können Fenneks ein Alter von 16 Jahren erreichen [5].

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL sollen für ein Paar ein Außen- und Innengehege mit einer Fläche von je 15 m² vorhanden sin. Für jedes weitere erwachsene Tier kommen je 5 m² zur Basisfläche dazu. Bei Haltung auf gewachsenen Böden ist die Fläche zu verdoppeln.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand  2018) schreibt für ein Paar ein Außengehege vor, dessen Grundfläche 20 m² misst sowie ein Innengehege von 8 m². Für jedes weitere Tier kommen je 2 m² zur Basisflächen dazu. Es müssen Schlafboxen und Abtrennmöglichkeiten vorhanden sein. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018) sind für ein Paar ein Außengehege von 100 und ein Innenegehege von 50 m² erforderlich, für jedes weitere Adulttier 10 bzw. 5 m² mehr.

Taxonomie und Nomenklatur: Der Fennek wurde 1780 von dem Braunschweiger Professor Eberhard August Wilhelm von ZIMMERMANN als "Canis zerda" beschrieben. Lange wurde er als eigene Gattung Fennecus aufgefasst, heute wird er unter die ursprünglich von dem aus der Oberpfalz stammenden Kupferstecher und Naturforscher Johann Leonhard FRISCH 1775 für den Rotfuchs aufgestellte Gattung Vulpes subsumiert. Es werden keine Unterarten anerkannt [5].

Literatur und Internetquellen:

  1. GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
  2. SOMMER, C. (1990)
  3. WACHER, T. et al. (2015). Vulpes zerda. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T41588A46173447. http://www.iucnredlist.org/details/41588/0. Downloaded on 20 June 2018.   
  4. WEIGL, R. (2005)
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-) 

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Gelesen 401 mal Letzte Änderung am Dienstag, 16 Oktober 2018 12:29
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx