Karpfenfische

Goldfisch

Goldfisch (Carassius auratus f. dom.) in La Maison de la Riviière, Tolochenaz VD Goldfisch (Carassius auratus f. dom.) in La Maison de la Riviière, Tolochenaz VD
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Karpfenfische (Cypriniformes)
Familie: Karpfen (Cyprinidae)
Unterfamilie: Eigentliche Karpfen (Cyprininae)
Tribus: Cyprinini

D LC 650

Goldfisch

"Carassius auratus" = Carassius gibelio f. dom. • The Goldfish • Le poisson rouge

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Goldfisch (Carassius auratus f. dom.) in La Maison de la Rivière, Tolochenaz VD © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Goldfisch (Carassius auratus f. dom.) im Tierpark Cottbus © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Goldfische (Carassius auratus f. dom.) im Tierpark Cottbus © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Schleierschwanz-Goldfisch (Carassius auratus f. dom.) in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Schleirschwanz-Goldfisch (Carassius auratus f. dom.) in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Goldfische (Carassius auratus f. dom.) zum Verkauf auf Tiermarkt in Bangkok © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Goldfisch (Carassius auratus f. dom.). Abbildung aus BLOCH, M. E. et al. (1795-1797) Illustrations de Ichtyologie ou histoire naturelle générale et particulière des Poissons. Gemeinfrei.

 

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Der Goldfisch ist nach dem Karpfen der älteste domestizierte Fisch. Er stammt auch China, seine Stammform ist der Giebel, ein naher Verwandter der Karausche. Er ist als Aquarien- und bei uns vor allem als Gartenteichfisch sehr beliebt und wird auch in sehr vielen Zoos gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Goldfisch hat einen gedrungenen, hochrückigen und seitlich zusammengedrückten Körper und ein endständiges Maul ohne Bartfäden. Er erreicht eine Länge von 25-30, maximal 40-45 cm und ein Maximalgewicht bis gegen 3 kg. Die lange und hohe Rückenflosse weist 4 Stachel- und 16 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 3 Stachel- und 5 Weichstrahlen. Bei der Wildform (Giebel) ist der Rücken dunkelgrau bis braungrau  gefärbt und wird in Richtung Bauch immer heller. Die Körperflanken schimmern silbrig, die Bauchseite ist gelblich. Domestizierte Goldfische sind einfarbig zinnober- oder orangerot, gelb, weiss, silbern, schwarz oder gescheckt. Jungfische sind während der ersten Monate gräulich bis olivbräunlich gefärbt [1; 3].

Verbreitung

Paläarktis: Ursprünglich Ostasien, nach IUCN China, Hongkong, Nord- und Südkorea sowie Taiwan. In vielen Ländern angesiedelt und fast weltweit verwildert. In Europa dehnt er sich, ebenso wie der Giebel, immer weiter aus und ist von der Iberischen Halbinsel bis nach Südskandinavien anzutreffen. In der Schweiz beschränkt sich das Vorkommen auf Lagen unter 675 m in den Einzugsgebieten von Rhein, Rhone und Po [3; 7; 8].

Lebensraum und Lebensweise

Der Goldfisch ist ein Allesfresser, der vegetationsreiche Stillwasser und langsam strömende Fließgewässer besiedelt. Die Fortpflanzung findet von April bis Juni bei Wassertemperaturen von 18-22ºC in geringer Wassertiefe und dichter Vegetation statt.Es werden 500-3'000 Eier an Pflanzen abgelegt [3; 4; 8].

Gefährdung und Schutz

Der Goldfisch ist seit 2013 als nicht-gefährdet in der Roten Liste aufgeführt (Rote Liste: LEAST CONCERN). Damit ist wohl der Giebel gemeint, denn domestizierte Arten werden duch die Rote Liste nicht erfasst [7].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Domestikation des Goldfischs begann in China zwischen  265-419 unserer Zeitrechnung und war zwischen 1127 und 1179 abgeschlossen. Zuerst traten Farbmutationen auf, danach kam es zu Veränderungen der Flossen und des Körpers. Der Fisch erfreute sich bei der chinesischen Aristokratie großer Beliebtheit. Ab etwa  1500 gab es auch Zuchten in Japan. Heute wird er weltweit gehalten und ist zweifellos der beliebteste und bekannteste Kaltwasserzierfisch. Für 1958 wird die Zahl der Zuchtformen mit 154 angegeben, darunter Schleierschwanz, Teleskopauge, Löwenkopf, Gänsekopf und Himmelsgucker. Verschiedene dieser Formen gelten als "Qualzuchten" und sind in mehreren Ländern verboten [3; 5; 6].

Haltung

Goldfische gelangten um 1730 erstmals nach England, um 1780 nach Deutschland und anfangs des 19. Jahrhunderts in die USA. 1872 kamen die ersten Schleierschwänze aus Japan nach Paris, wo sie ungeheures Aufsehen erregten [4; 5].

Haltung in europäischen Zoos: Goldfische werden in rund 230 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich über ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen: In Deutschland macht das Gutachten über die Haltung von Süßwasserfischen (1998) für Goldfische die Vorgabe, dass für wenigstens 5 Fische ein Becken von über 200 cm Kantenlänge zur Verfügung gestellt werden sollte. In Österreich fordert die 2. Tierhaltungsverordnung dass die Länge der Haltungseinheit (Teich, Aquarium) mindestens das zehnfache und ihre Tiefe mindestens das dreifache der Gesamtkörperlänge des größten Fisches betragen muss. Bei einem Aquarium muss die Mindestkantenlänge 200 cm betragen. Es sind mindestens 5 Fische zusammen zu halten. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der für aquaristische Zwecke gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Cyprinus auratus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Carassius wurde 1832 vom schwedischen Zoologen Sven NILSSON, Professor an der Universität und Direktor des Zoologiska Museet in Lund, eingeführt. FISH BASE und die Rote Liste bezeichnen den Goldfisch als "Carassius auratus" obwohl sich "auratus" nicht auf eine Art, sondern auf eine Zuchtform bezieht. In der Annahme, dass es sich bei der Wildform um den Giebel handelt, lautet die Bezeichnung im Sinne der Bohlken-Nomenklatur Carassius gibelio forma domestica. Alternativ wird auch Carassius auratus forma domestica verwendet [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. FISH BASE
  3. GEBHARDT, H. & NESS, A. (2009)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. HERRE, W. & RÖHRS, M. (1990)
  6. HETZ, S. K. (2017)
  7. HUCKSTORF, V. & FREYHOF, J. 2013. Carassius auratus. The IUCN Red List of Threatened Species 2013: e.T166083A1110472. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2013-1.RLTS.T166083A1110472.en . Downloaded on 23 July 2021.
  8. ZAUGG, B., STUCKI, P., PEDROLI, J.C. & KIRCHHOFER A. (2003)

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Gelesen 2303 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Dezember 2021 17:46
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