Unpaarzeher

Hauspferd

Freiberger-Fohlen im Schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz Freiberger-Fohlen im Schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern
smiley happy  

Neue Tierart

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Unpaarzeher (PERISSODACTYLA)
Familie: Pferdeartige (Equidae)

D NB650

Hauspferd, Pony

Equus ferus f. caballus • The Domestic Horse • Le cheval domestique

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Dartmoor-Pony (Equus ferus f. caballus), eine robuste Ponyrasse, die oft zur Biotoppflege eingesetzten wird, im Haustierpark Lelkendorf © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Lewitzer Schecke (Equus ferus f. caballus), einedurch Einkreuzing von Englischem und Arabischem Vollblut veredelte Ponyrasse, im Zoo Stralsund © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Präsentation eines Vollbluthengsts (Equus ferus f. caballus) in Tunis © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Das Pferd als Reittier - Vorführung im Lázár-Pferdepark, Domonyvölgy © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Das Pferd als Reittier und Gehilfe beim Viehtreiben: Gardian in der Camargue © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Das Pferd als Reittier und Gehilfe beim Viehtreiben: Gaucho in der Pampa Uruguays © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Pferde gehören in den La Plata-Ländern zur Folklore: Fiesta Criolla in Montevideo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Folkloristische Darbietung mit Berberpferd (Equus ferus f. caballus) in Tunesien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Das Pferd als Zugtier - Freiberger zieht das Zootram durch Knie's Kinderzoo in Rapperswil © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Das Pferd in der Armee - heute hauptsächlich ein folkloristisches Element, hier am Marché Concours in Saignelégier im Schweizer Jura © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Das Pferd im Dienste des Tourismus - hier Camarguepferde als Staffage für Flussfahrten auf dem Petit Rhône © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Reiten auf Islandponies im Fårup Sommerland, Blokhus © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Pferde und Mädchen, eine besondere Beziehung. Reiterhof in Fjerritslev, Nordjütland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Hauspferde sind in den meisten Zoos und Tierparks anzutreffen. Namentlich das Shetlandpony oder andere kleine Rassen gehören zum Standardbesatz von Kinderbauernhöfen und Kontaktgehegen. Oft wird Ponyreiten angeboten. Von der Zoopädagogik her sind Pferde von besonderem Interesse, um den praktischen Umgang mit Tieren zu vermitteln, weil Pferde aus dem heutigen Stadtbild verschwunden sind und sich viele Kinder darum reißen, als Tierpfleger-Volontäre bei der Pflege der Pferde mitzuwirken

Stammformen und Domestikation

Abstammung und Domestikationsgeschichte des Hauspferds sind nicht völlig geklärt. Stammform ist das Wildpferd (Equus ferus), bei dem man davon ausgeht, dass bis in Neuzeit drei Unterarten überlebt haben: Der Waldtarpan (Equus f. ferus), der Steppentarpan (E. f. sylvestris) und der meistens Przewalskipferd genannte Osttarpan (E. f. przewalskii), der sich von den beiden anderen Unterarten dadurch unterscheidet, dass er ein Chromosomenpaar mehr besitzt, was für die Vermischung der drei Formen aber keine Rolle spielt. Vermutlich hat die Domestikation des Pferdes nicht an einem Ort, sondern unabhängig voneinander an mehreren Orten stattgefunden, wobei alle drei Unterarten beteiligt waren. Eventuell gab es aber einen Hauptdomestikationsherd, und in die domestizierten Pferde wurden an verschiedenen Ort Wildpferde eingekreuzt. Die ältesten Hauspferde sind aus dem südosteuropäischen Steppengebiet zwischen Wolga und Dnepr bekannt geworden, also dem Areal des Steppentarpans. Ihr Alter beträgt annähernd 5'500 Jahre. Es gibt aber auch Angaben, wonach die früheste Haustierwerdung weiter östlich stattgefunden hat. In China gab es bereits vor 5'000 Jahren Hauspferde. Etwas später gelangten Hauspferde über den Kaukasus nach Südwestasien, vor 4'000 Jahren erreichten sie Süd- und Mitteleuropa und vor 3'500 Jahre Ägypten [5; 6; 11].

Körperbau und Körperfunktionen

Hauspferde unterscheiden sich von ihren wilden Ahnen dadurch, dass sie keine Steh-, sondern eine Kippmähne haben und dass bei den meisten Rassen der Aalstrich verschwunden ist. Aus den ponygroßen Tarpanen wurden, entsprechend den verschiedenen Verwendungszwecken, höchst unterschiedliche Rassen herausgezüchtet. Je nach Rasse variiert das Stockmaß von etwa 75 bis 180 cm und das Körpergewicht von rund 60 bis 1'200 kg. Hinsichtlich Kopfform gibt es "edle" Rassen mit einem konkaven Profil (Hechtkopf), Rassen mit gerader Nasenlinie (Keilkopf) und in der Regel schwere Pferde mit nach außen gewölbtem Ramskopf. Die Färbung variiert enorm. Es wird unterschieden zwischen Braunen (mit schwarzer Mähne), Füchsen (mit gleichfarbiger oder heller Mähne), schwarzen Rappen, weißen Schimmeln, gelblichen Isabellen (mit gleichfarbiger oder hellerer Mähne) und gelblichen oder gräulichen Falben (mit dunkler Mähne und Aalstrich) sowie Schecken mit meist großen und Tiger mit kleinen Flecken. Häufig haben Hauspferde weiße Abzeichen am Kopf, die je nach Größe unterschiedliche Namen wie z. B. Flocke, Blume, Stern, Blesse oder Laterne tragen. Auch an den Beinen treten häufig weiße Bereiche in unterschiedlicher Größe auf

Auf kurze Strecken können Rennpferde eine Geschwindigkeit von über 60 km/h erreichen. Araberpferde können Strecken von 100-150 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h zurücklegen. [5].

Rassen und Bestände in Mitteleuropa

In Deutschland werden 17 traditionelle Pferderassen gezüchtet: Bayerisches, Mecklenburger, Württemberger und Zweibrücker Warmblut, Pfalz-Ardenner- und Rheinisches Kaltblut, Dülmener und Lewitzer Pony, Hannoveraner, Holsteiner, Oldenburger, Ostfriese, Rottaler Pferd, Schwarzwälder Fuchs, Senner, Trakehner und Westfale. Fünf weitere sind in den letzten Jahren dazugekommen. Österreich hat mit dem Haflinger, dem Noriker und dem Lipizzaner drei traditionelle Pferderassen aufzuweisen. In der Schweiz werden rund 30 Pferderassen gezüchtet, am bedeutendsten ist der Freiberger, der gleichzeitig die einzige noch bestehende Rasse ist, die ihren Ursprung in der Schweiz hat, nachdem lokale Schläge, wie der Erlenbacher, der Burgdorfer oder der Einsiedler "Cavallo della Madonna" ausgestorben oder im modernen Schweizer Warmblut aufgegangen sind (MARKT, HOFMANN].

Für 2019 wurden in Deutschland 411'954 Einhufer in 42'145 Haltungen gezählt, wobei Esel, Maultiere und Maulesel nicht gesondert ausgewiesen wurden [STAT]. In der Schweiz wurden 2019 80'706 Tiere der Pferdegattung in rund 11'000 Betrieben gehalten. Nach Abzug der Esel, Maultiere und Maulesel dürfte es etwa 75'000 sein. Der Bestand hat seit Mitte der 1980er-Jahre deutlich zugenommen [0].

Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung

Der Weltbestand an Pferden nahm laut FAO von 1961 bis 2014 von 62.2 Millionen auf 58.8 Millionen Individuen leicht ab. Als Arbeitstier in der Landwirtschaft ist das Pferd hauptsächlich in Ländern der Dritten Welt, Schwellenländern und ärmeren Ländern Osteuropas noch wichtig. Als Reittier dient es seit mindestens 3'700 Jahren und wird es in vielen Ländern zum Hüten und Treiben von Nutztieren eingesetzt, man denke an die Gauchos in Süd- und die Cowboys in Nordamerika. Eine große Bedeutung hat der Reitsport mit Renn-, Dressur-, Fahr- und Freizeitreiterei, an dem ganze Industrien hängen [1; 5; 7].

Regional spielt das Pferd auch als Schlachttier eine größere Rolle. Dies ist bei uns nicht der Fall: Die Zahl der Schlachtungen ist in Deutschland mit 4'750 Stück im Jahr 2019 unbedeutend, in der Schweiz ist sie gemessen an der Einwohnerzahl mit etwa 2'600 Tieren und einem Fleischertrag von über 600 Tonnen relativ höher, der Fleischkonsum ist aber mit 330 g pro Kopf, die zum größeren Teil durch Importe gedeckt werden, auch hier unbedeutend [9; 10].

Der Grund dafür liegt darin, dass vermutlich zur Unterdrückung heidnischer Opferrituale Papst Gregor III im Jahre 732 im Zuge der Christianisierung der Germanen jeglichen Verzehr von Pferdefleisch verbot. Das Verbot galt für die ganze Christenheit, setzte sich aber langfristig in den romanisierten und bereits früher christianisierten Ländern nicht durch, währenddem es in den germanischen Ländern noch heute Auswirkungen auf die Essgewohnheiten hat. In der Schweiz ist diesbezüglich ein deutlicher Unterschied zwischen den deutsch- und den französisch- oder italienischsprachigen Landesteilen festzustellen.

Haltung im Zoo

Ponies werden in vielen Zoos zum Reiten, Pferde größerer Rassen für Kutschfahrten eingesetzt. Stuten und Wallache kleiner Rassen, wie Shetlandponies oder Falabellas, werden oft in Kontaktgehegen gehalten. Von Hengsten abgesehen ist eine Gemeinschaftshaltung mit Eseln möglich. In Zirkusbetrieben werden Pferde bisweilen auch gemeinsam mit Steppenzebras gehalten.

Haltung in europäischen Zoos: In europäischen Zoos, Tier- und Wildparks werden rund 100 Rassen von Pferden, Kleinpferden und Ponies gehalten. Mit Abstand am häufigsten sind die Shetlandponies mit über 520 Haltungen, wozu noch rund 60 Haltungen von "Mini-Shetlandponies" kommen. Mit rund 40 Haltungen, wovon gegen ein Drittel im deutschsprachigen Raum, ist auch das Falabella, das Argentinische Zwergpferd relativ bedeutend. Von den über 30 Haflingerhaltungen befinden sich nahezu zwei Drittel in Deutschland oder Österreich. Die verschiedenen Schläge der Kaltblutpferde bringen es zusammen auf gegen 60 Haltungen, wobei im deutschsprachigen Raum der Noriker am ehesten zu sehen ist. Auch Welsh Ponies und Fjordpferde sind in je etwa 20 Haltungen anzutreffen. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: In Österreich und der Schweiz sind die minimalen Dimensionen von Boxen, Fressplätzen etc. mit der Widerristhöhe korreliert. Die entsprechenden Angaben finden sich in Anlage 1 der 1. Tierhaltungsverordnung Österreichs bzw. in Tabelle 7 der Schweizerischen Tierschutzverordnung.

Taxonomie und Nomenklatur

Carl von LINNÉ hatte 1758 das Hauspferd Equus caballus genannt. Der niederländische Arzt und Naturforscher Pieter BODDAERT beschrieb 1785 das europäische Wildpferd als Equus ferus. 1881 beschrieb der Konservator der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, Iwan Semjonowitsch POLIAKOV, das zentralasiatische Wildpferd und nannte es Equus przewalskii. In der Folge wurden entweder 2 Arten anerkannt, caballus/ferus mit 64 Chromosomen einerseits und przewalskii mit 66 Chromosomen andererseits, oder es wurden alle drei Formen zu einer Art vereinigt, was biologisch insofern Sinn machte, als es trotz unterschiedlicher Chromosomenzahl immer wieder zur Vermischung von Przewalskipferden und mongolischen Hauspferden gekommen ist. Diese eine Art wurde zumeist Equus caballus genannt, was aber dem Prinzip widerspricht, dass die Namen von Haustierformen nicht zur Bezeichnung von Wildarten verwendet werden sollen. Die gegenwärtig gebräuchlichste Nomenklatur gründet auf GROVES (1986), der Equus ferus als Artnamen wählte, was von BOYD & HOUPT, der IUCN und anderen übernommen wurde. Im Sinne der Nomenklatur von BOHLKEN lautet der Name des Hauspferds daher Equus ferus forma caballus [2; 3; 11; 12].

Literatur und Internetquellen

  1. AGRECOL
  2. BOHLKEN , H. (1958)
  3. BOYD, L. & HOUPT, K. A. (Hrsg. 1994) 
  4. DEUTSCHE PFERDERASSEN von A-Z
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. HERRE, W. & RÖHRS, M. (1990)
  7. HOFMANN, H. (1991)
  8. NISSEN, J. (1961)
  9. SCHWEIZERISCHES BUNDESAMT FÜR STATISTIK
  10. STATISTISCHES BUNDESAMT (DEUTSCHLAND)
  11. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)
  12. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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Einzelne Rassen

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Shetlandpony

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Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im Winterfell im Heimattiergarten Fürstenwalde © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) im Sommerfell im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Shetlandpony (Equus ferus f. caballus) als Reittier für Kinder im Siky Zoo, Crémines © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Shetlandpony ist eine halbwild lebende, bodenständige Rasse der Shetlandinseln nördlich von Schottland. Die Vorfahren des heutigen Shetlandponys wurden offenbar während der Bronzezeit, vor ungefähr 2500 Jahren, domestiziert. Es handelte sich um etwa 137 cm große Tiere, deren Nachkommen, wie so oft bei Inselformen, verzwergten. Vor etwa 1'000 Jahren kreuzten die Wikinger einige Hengste ein, um wieder größere Tiere zu erhalten. Danach blieb die Rasse weitgehend frei von fremden Einflüssen, und die Tiere wurden wieder kleiner. Im 18./19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert wurden Shetties in England als Grubenponies im Kohlebergbau eingesetzt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts fand dies Rasse eine weltweite Verbreitung als anspruchsloses, genügsames Kinderreitpony. Seit 1891 gibt es ein Zuchtbuch.

Shetlandponys haben einen verhältnismäßig großen "edlen" Kopf mit kurzen spitzen Ohren, einen kurzen, tief angesetzten Hals, einen kräftigen breiten Rücken, eine abschüssige Kruppe mit tief angesetztem Schweif und stämmige Extremitäten. Es gibt sie in allen Farben, Schecken sind ziemlich häufig, Tigerschecken gibt es nicht. Ihr Stockmaß liegt oft unter 100, bei den sogenannten Mini-Shetlandponies unter 70 cm, selten überschreitet es 110 cm, wobei der Rassestandard als zulässiges Maximum 107 cm angibt.

Literatur und Internetquellen

  1. NISSEN, J. (1961)
  2. SCHWEIZERISCHER VERBAND FÜR PONYS UND KLEINPFERDE

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Islandpony

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Islandpony (Equus ferus f. caballus) im Freilichtmuseum Hjerl Hede, Holstebro © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Islandponies (Equus ferus f. caballus) im Freilichtmuseum Hjerl Hede, Holstebro © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Islandpony soll von Pferden abstammen, die 941 mit den ersten Einwanderern aus Norwegen nach Island kamen. Seitdem ist kaum Fremdblut in die Zucht gekommen, seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Island ein formelles Einfuhrverbot für Pferde [1].

Das Islandpony ist ein hartes und genügsames Gebirgspferd das als Saum- und Reitpferd in unwegsamem Gelände beste Dienste leistet. Es erreicht ein Stockmaß von (115-)130-145 cm. Es hat einen kurzen Hals mit voller Mähne und kurze Beine mit harten Hufen. Es gibt zwei Typen:  Die etwas feineren, eleganteren Ponies keltischen Ursprungs, die vor allem im Norden der Insel verbreitet sind, und, hauptsächlich im Süden, die etwas stämmigeren normannischen Ponies mit großem Kopf, oft mit Ramsnase und Geißbart unter dem Kinn.  Dem gegenwärtigen Zuchtziel entsprechend wird in den letzten Jahren der elegantere Typ als Reitpferd favorisiert. Das Islandpony gibt es in allen Farben mit Ausnahme der Tigerschecken [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. ISLANDPFERDE-VEREINIGUNG SCHWEIZ
  2. NISSEN, J. (1961)

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Camarguepferd

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Camarguepferde (Equus ferus f. caballus) auf dem Domaine Paul Ricard, Méjanes, Camargue © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Füchse sind beim Camarguepferd (Equus ferus f. caballus) selten. Hier bei Les Saintes-Maries-de-la-Mer, Camargue © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das Camarguepferd ist eine recht primitive Rasse, die als hartes, ausdauerndes, genügsames Reitpferd von feurigem Temperament und gutmütigem Charakter beliebt ist. Es handelt sich um große Ponies mit einem Stockmaß von 135-145 cm. Die Tiere haben einen ziemlich schweren Kopf mit kurzen Ohren und großen Augen einen geraden Hals oder Hirschhals, wenig Widerrist und kurze Kruppe, einen umfangreichen Bauch, lange Unterarme und Unterschenkel und starke Hufe. Im Allgemeinen handelt es sich um Schimmel, bei denen die Fohlen schwarz zur Welt kommen. Sie sind nicht sehr schnell, aber in Schritt, Trab und Galopp ungemein ausdauernd.

Es wird angenommen, dass das Camarguepferd vom ausgestorbenen Solutré-Wildpferd abstammt, in das Berber-, iberische und orientalische Pferde eingekreuzt wurden. Hauptsächliches Zuchtgebiet ist die Camargue, wo die Tiere in halbwilden Herden aufgezogen werden.

Literatur und Internetquellen

NISSEN, J. (1961)

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Norwegisches Fjordpferd

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Fjordpferdstute (Equus ferus f. caballus) mit Fohlen beim Schloss Clausholm, Hadsten/Jütland © Peter Dollinger Zoo Office Bern

 

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Fjordpferdfohlen (Equus ferus f. caballus) in Norwegen. Bild aus https://fjordhest.net/blogg/

Das Fjordpferd ist mit einem Stockmaß von 135-150 cm ein großes, an der Grenze zum Kaltblut stehendes, urtümliches Pony. Es ist anspruchslos und genügsam und weist eine hohe Ausdauer, Trag- und Zugkraft auf. Es hat einen ziemlich kantigen, recht großen Kopf mit breiter Stirn, kurzen, weit auseinanderstehenden Ohren und großen Nüstern. Der Hals ist kurz und dick, die Schulter steil, der Widerrist niedrig, der Rücken kurz und schmal, die Kruppe kurz. Die Beine sind schmal mit deutlich markierten Sehnen und Gelenken sowie öfter ohne Kastanien. Das Fell ist falbfarben in individuell unterschiedlichen Farbtönen, die Mähne ist zweifarbig und meistens so geschnitten, dass sie aufrecht steht. Es ist stets ein Aalstrich und bisweilen sind Zebrastreifen an den Beinen, selten ein Schulterkreuz, vorhanden [2; 4].

Ursprünglich ist das Fjordpferd eine norwegische Rasse. Bis ca. 1876 wurden fremdrassige Pferde, überwiegend das Norwegische Dolepferd, ein Kaltblut, eingekreuzt, um die damals noch sehr kleinwüchsigen Fjordpferde größer und stärker zu züchten. 1886 wurde eine Rassebereinigung durchgeführt und 1907 wurde das Zuchtbuch geschlossen. Ab 1940 wurden Fjordpferde in nennenswertem Umfang in Deutschland gezüchtet, wobei ursprünglich auch Stuten anderer Rassen von den Fjordhengsten gedeckt und die Fohlen ins Zuchtbuch eingetragen wurden. In Dänemark, wo das Fjordpferd die beliebteste Pferderasse ist, wird es seit 1941 im Rahmen eines Zuchtbuchs gezüchtet [1; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. FJORDHESTEN DANMARK
  2. FJORDPFERDVEREINIGUNG SCHWEIZ
  3. IG FJORDPFERD E.V.
  4. NISSEN, J. (1961)

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Haflinger

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Haflingerstute (Equus ferus f. caballus) im schweizerischen Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Haflingerpferde (Equus ferus f. caballus) im Zoo Breslau © Klaus Rudloff, Berlin

Haflinger sind mit einem Stockmaß von 135-145 cm große, muskulöse Ponies. Meistens handelt es sich um Füchse mit heller Mähne und hellem Schweif. Der Kopf ist klein und ziemlich edel, was die Einkreuzung von Arabern erkennen lässt. Der Hals ist kräftig, die Schulter recht steil, Rücken und Lende sind breit, die Kruppe ist oft abschüssig, die Hufe sind klein und hart. Haflinger sind nicht sehr schnell, aber in ausgesprochen trittsicher und daher für das Gebirge geeignet.

Die hauptsächlichen Zuchtgebiete befinden sich im Alpenraum, ursprünglich im Südtirol zwischen Meran und Bozen, wo sich das namengebende Dorf Hafling, eine Gemeinde mit etwa 800 Einwohnern, befindet. Entstanden ist die Rasse im Jahr 1874 mit der Geburt des Hengstes 249 "Folie" aus einer Tiroler Gebirgspferdestute und einem Araberhengst, auf den bis heute alle eingetragenen Hengste und Stuten zurückgehen. Das in Zams geführte erste Zuchtbuch besteht seit 1920, und die organisierte Haflinger-Zucht begann im Jahr 1921 mit der Gründung der ersten Nordtiroler Haflinger Pferdezuchtgenossenschaft. Heute ist die Rasse in über 60 Ländern vertreten. Hauptzuchtgebiete sind Tirol, Salzburg und Vorarlberg. In Deutschland werden Haflinger nicht nur in Bayern, sondern bis hinauf nach Brandenburg und Niedersachsen, gezüchtet. Auch in der Schweiz gibt es einen Zuchtverband, dem auch Liechtenstein angeschlossen ist.

Literatur und Internetquellen

  1. NISSEN, J. (1961)
  2. ORIGINAL HAFLINGERPFERDE DEUTSCHLAND
  3. TIROLER HAFLINGER PFERDEZUCHTVERBAND

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Shire Horse und Clydesdale

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Clydesdale Horse (Equus ferus f. caballus) in Victor Harbor, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Shire Horse (Equus ferus f. caballus) im Thüringer ZooPark Erfurt © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Für Shire und Clydesdale Horses (Equus ferus f. caballus) typischer Köthenbehang © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Wilhelm der Eroberer brachte im Jahr 1066 für die damalige Zeit große Pferde mit einem Stockmaß von etwa 150 cm mit nach Britannien. Die guten Hengste dienten als Kavalleriepferde, die weniger guten und die Stuten wurden zur Arbeit verwendet. Mit dem Verschwinden der Ritter wurden die Pferde nur noch für Zug und Arbeit eingesetzt und daher auf Größe und Stärke selektioniert. Durch Einkreuzen von holländischen Pferden entstand im 17. Jahrhundert in Ostengland das "Black Horse", ein schweres Zugpferd von dunkler Farbe. Die belegte Geschichte des Shire Horse beginnt im Jahr 1755 mit dem “Packington Blind Horse” einem Hengst, der bis 1770 zur Zucht eingesetzt und damit zu einem der Urväter der Rasse wurde. Im 19. Jahrhundert setzte trotz steigendem Bedarf an Arbeitspferden ein Niedergang der Rasse ein, weil die besten Pferde nach dem Kontinent exportiert wurden sowie nach Schottland, wo sie als "Clydesdale" weitergezüchtet wurden. Im Jahr 1878 wurde daher die Englische Shire Horse Society gegründet, deren wichtigstes Ziel die allgemeine Qualitätssteigerung und Konsolidierung der Wagen- und Zuchtpferde war, die fortan als „Shire Horse“ bezeichnet wurden [2; 3].

Das Shirehorse ist ein riesiges, muskulöses, kaltblütiges Arbeitspferd mit einem gutmütigen Charakter und ruhigem Temperament. Es hat eine minimale Widerristhöhe von 172 cm, einen klobigen Kopf mit kleinen Ohren, eine dichte, lange Mähne, einen hoch angesetzten, dicht behaarten Schweif und einen enormen Kötenbehang, der an 1-4 Füssen reinweiß und seidig sein sollte [1; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. NISSEN, J. (1961)
  2. PACKINGTON VILLAGE HISTORY GROUP
  3. SHIRE HORSE SCHWEIZ

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Gelesen 689 mal Letzte Änderung am Sonntag, 29 März 2020 16:01
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx