Hausesel

Barockesel (Equus africanus f. asinus) im Zoo Stralsund
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERiA
Ordnung: Unpaarzeher (PERISSODACTYLA)
Familie: Pferdeartige (Equidae)

D NB 650

Hausesel

Equus africanus f. asinus • The Donkey • L'âne domestique

118 001 001 001A equus africanus f asinus nessendorf PD1Hauseselstute (Equus africanus f. asinus), schwarz, im Eselpark Nessendorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A Barockesel Eberswalde PresseBarockeselstute (Equus africanus f. asinus) mit Fohlen im Zoo Eberswalde © Zoo Eberswalde (Pressefoto)

118 001 001 001A esel schecke TPB KR1Gescheckter Hausesel (Equus africanus f. asinus) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

118 001 001 001A nubien esel haag PD1Als "Nubischer Wildesel" ausgeschilderter Hausesel mit extrem breitem Schulterkreuz im Tierpark der Stadt Haag © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A esel nabeul PD2Hausesel (Equus africanus f. asinus) als Reittier in Nabeul, Tunesien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A esel HD HDAusgesprochen kinderfreundlicher Poitou-Riesenesel (Equus africanus f. asinus) im Zoo Heidelberg © Zoo Heidelberg (Pressefoto)

118 001 001 001A equus africanus f asinus nessendorf PD2Kinder in Kontakt mit Hauseseln (Equus africanus f. asinus) im Eselpark Nessendorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A Eselreiten ZRH PD1Eselreiten für Kinder im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A esel damaraland PD1Esegespann im Damaraland, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A esel giens PD1Dunkelgrauer Hausesel (Equus africanus f. asinus) auf der Presqu'Île de Giens,Südfrankreich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Esel ist eine der wenigen Tierarten, die in Afrika domestiziert wurden. Dies geschah lange bevor das Pferd in Asien zum Haustier wurde. Esel stehen im Ruf, dumm und störrisch zu sein. Eine der Aufgaben der Zoos ist es, diesem Vorurteil zu begegnen, was leichtfällt, zumal Esel sehr zahm werden und im Umgang mit Besuchern meistens auch sehr geduldig sind.

Stammformen und Domestikation

Der Esel wurde vor über 5'500 Jahre wahrscheinlich in Nordostafrika als Last- und Reittier domestiziert. Ausgangsform ist der Afrikanische Wildesel, namentlich der heute wohl ausgestorbene Nubische Wildesel (Equus africanus africanus). Vor etwa 4'000 Jahren erschien er in China. Nach Europa gelangte er vermutlich im Gefolge der Etrusker vor etwa 3'000 Jahren. Mit der Ausdehnung des Römischen Reichs erlangte er eine weite Verbreitung in Europa [5; 6].

Körperbau und Körperfunktionen

Hausesel erreichen je nach Rasse eine Schulterhöhe von 80 bis 160, gelegentlich 170 cm. Esel mit einem Stockmaß bis 100 cm werden als Zwergesel bezeichnet, solche mit einem Stockmaß von mehr als 120 cm als Großesel. Die größte Rasse ist der "Mammoth Jack" aus den USA. Charakteristisch sind die sprichwörtlichen, langen Eselsohren, der mit einer Endquaste versehene Schwanz und bei kurzhaarigen Rassen die Stehmähne.

Die Fellfarbe ist variabel, grau oder braun bis schwarz, bisweilen rötlich, bei bestimmten Rassen reinweiß. Daneben kommen auch Schecken vor. Bei grauen Tieren verläuft über den Rücken ein Aalstrich, meistens haben sie ein Schulterkreuz und oft sind die Läufe zebraartig gestreift. Der Bauch ist weiß, ebenso der Bereich um das Maul (Mehlmaul) und um die Augen [3; 4; 5; 6].

Rassen und Bestände in Mitteleuropa

Der Eselbestand in Deutschland wird auf 10-16'000 Individuen geschätzt [3]. In der Schweiz werden rund 5'000 Esel gehalten. Mehrheitlich handelt es sich um Zwergesel [8].

Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung

Der Weltbestand an Eseln nahm laut FAO von 1961 bis 2014 von 36 Millionen auf 42 Millionen Individuen zu. Wirtschaftliche Bedeutung hat der Esel namentlich in Ländern der Dritten Welt, wo er noch als Zug-, Last- und Reittier eingesetzt wird. In industrialisierten Ländern werden Esel heute zumeist als Hobby gehalten.

Sie haben - oder hatten - aber auch noch andere Verwendungszwecke: Die Haut war für die Herstellung von Pergament begehrt. Kleopatra, die letzte Königin des ägyptischen Ptolemäerreichs soll zur Förderung ihrer Schönheit in Eselsmilch gebadet haben. Diese enthält viel Zucker und wurde früher als Muttermilchersatz verwendet. Gebietsweise wird Eselfleisch gegessen oder, zusammen mit Schweinefleisch und Speck, zur Herstellung von Trockenwürsten, z.B. in Italien die "Salame di Asino", in Südfrankreich der "Saucisson d'âne".  Und nicht zuletzt werden Esel für die Zucht von Maultieren und Mauleseln eingesetzt [1; 3; 5; 7].

Die sprichwörtliche Redensart "dummer" oder "sturer Esel" rührt daher, dass Esel in Stress-Situationen nicht wie ein Pferd davonrennen, sondern oft wie angewurzelt stehen bleiben und diese Reaktion noch verstärken, wenn sie angeschrien oder geschlagen werden. Dieses Verhalten hat aber mit Dummheit nichts zu tun, sondern ist eine Folge der Gegebenheiten im natürlichen Lebensraum des Esels, gebirgigen Wüstenregionen, wo eine kopflose Flucht tödliche Folgen haben könnte [7; 9].

Der Esel hat seinen Platz in der Weihnachtsgeschichte. Nach der christlichen Vorstellung hatten Esel früher keine Abzeichen im Fell. Das bei vielen Eseln ausgeprägt dunkle Schulterkreuz sollen sie erst bekommen haben, als Jesus Christus auf einem Esel reitend nach Jerusalem einzog. Dem Fell aus dem Schulterkreuz wurden zahlreiche Heilwirkungen nachgesagt [9].

Der Esel ist ein Hauptakteur im zahlreichen Fabeln, Sagen und Märchen, wo er oft als "Langohr" bezeichnet wird. Beispiele sind die GRIMM-Märchen "Das Eselein", "Die Bremer Stadtmusikanten" und "Tischlein deck dich!". Er spielt eine wichtige Rolle in George ORWELLs Roman "Animal Farm" und kommt auch in Bildgeschichten, Comics und Trickfilmen vor - von Wilhelm Busch bis zu "Shrek".

Haltung im Zoo

Esel eignen sich für die Haltung in Kontaktgehegen. Sie können problemlos mit Haustieren anderer Arten vergesellschaftet werden, Stuten und Wallache auch mit anderen Equiden. Sie werden in manchen Zoos zu Eselreiten oder für Kutschfahrten eingesetzt.

Haltung in europäischen Zoos: In europäischen Zoos, Tier- und Wildparks werden rund 30 Eselrassen gehalten. Am häufigsten sind die Zwergesel mit gegen 200 Haltungen, wovon etwa 60% im deutschsprachigen Raum. Mit etwa 70 Haltungen, wovon etwa ein Drittel über 30 im deutschsprachigen Raum, ist auch der Poitou-Riesenesel relativ bedeutend. Die weißen Barockesel werden in ca. 30 Haltungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Österreich und der Schweiz sind die minimalen Dimensionen von Boxen, Fressplätzen etc. mit der Widerristhöhe korreliert. Die entsprechenden Angaben finden sich in Anlage 1 der 1. Tierhaltungsverordnung Österreichs bzw. in Tabelle 7 der Schweizerischen Tierschutzverordnung. Das Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat eine Empfehlung zur Eselhaltung herausgegeben [3].

Taxonomie und Nomenklatur

Wissenschaftlich beschrieben wurde zuerst die Haustierform, nämlich 1758 durch Carl von LINNÉ, der dem Esel den Namen Equus asinus gab. Als erste der wilden Stammformen wurde 1866 der Nubische Wildesel von dem württembergischen Afrikaforscher und Ornithologen Martin Theodor von HEUGLIN und dem österreichischen Zoologen Leopold Joseph Franz Johann FITZINGER als Asinus africanus beschrieben [10].

Da Asinus nicht als gültige Gattung angesehen wird und der Name der Wildform Vorrang über den der Haustierform hat, ist der Hausesel nach BOHLKEN [2] als Equus africanus forma asinus zu bezeichnen. In der Literatur und auf Gehegeschildern findet man allerdings auch die Bezeichnungen Equus asinus, Equus asinus asinus oder Equus africanus asinus.

Literatur und Internetquellen

  1. AGRECOL
  2. BOHLKEN , H. (1958)
  3. DEUTSCHER ZUCHTVERBAND FÜR ESEL E.V.
  4. GROSSESEL
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. HERRE, W. & RÖHRS, M. (1990)
  7. HOFMANN, H. (1991)
  8. SCHWEIZER FAMILIE 2018/33: 30-34
  9. VEREIN ZUR ERHALTUNG DER WEISSEN BAROCKESEL
  10. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-2019)
  11. WÖRNER, F. G. (2019)

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Einzelne Rassen

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(Sardinischer) Zwergesel

118 001 001 001A zwergesel badOrb PD1Zwergesel (Equus africanus f. asinus) im Wildpark Bad Orb © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A zwergesel silberweidSchwarzer Zwergesel (Equus africanus f. asinus) im ehemaligen Tierpark Silberweide, Mönchaltorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A zwergesel ChxF PD1Zwergesel (Equus africanus f. asinus) mit Blesse im Parc zoologique du bois du petit château, La Chaux-de-Fonds © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der "Asino Sardo" hat eine Schulterhöhe von nur 80-100 cm. Hengste wiegen zwischen 180-230 kg, Stuten 150-200 kg. Das Gewicht eines neugeborenen Fohlens liegt bei 11-18 kg. Das Fell ist hellgrau, um die Augen, das Maul und auf der Unterseite heller. Er hat einen Aalstrich mit Schulterkreuz sowie Zebrastreifen an den Beinen. Länge und Breite des Schulterkreuzes und die Ausprägung des Aalstrichs variieren erheblich. Gelegentlich sieht man auch dunkelgraue, gefleckte oder schwarze Individuen. Die Hufe sind klein und stark.

Sardinische Zwergesel können 40-50 Jahre alt werden.

Traditionellerweise wurde der Sardinische Zwergesel als Zugtier verwendet. Besonders kleine Tiere wurden zur Zucht von "Mini-Eseln" exportiert. Seit 1960 hat er seine Bedeutung für das Transportwesen eingebüßt und der massiv eingebrochene Bestand dient nun hauptsächlich als Fleischlieferant. Es gibt ein offizielles Zuchtbuch, das 2005 total 598 Tiere umfasste, darunter 303 Zuchtstuten und 74 Hengste. Die Zwergesel in den Zoos sind dem Zuchtbuch in der Regel nicht angeschlossen und nur relativ wenige sind als "Sardinische" Zwergesel ausgewiesen, wobei nicht alle rassetypisch sind. Im auf der Hochebene Barbagia in Zentral-Sardinien gelegenen Dorf Ortueri gibt es seit 1994 den 55 ha großen Parco dell’asino sardo “Mui Muscas” mit über 50 reinblütigen Sardinischen Zwergeseln, in dem eselgestützte Therapien angeboten werden.

Literatur und Internetquellen

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Asinara-Esel

118 001 001 001A equus asinus asinara stralsund PD1Asinara-Esel (Equus africanus f. asinus), Stute mit Fohlen im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A equus asinus asinara stralsund PD2Asinara-Esel (Equus africanus f. asinus), Fohlen im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der "Asino bianco di Asinara" ist ein leuzistischer Zwergesel, der vor der Nordwestküste Sardiniens auf der 52 km² großen Insel Asinara, seit 1997 ein Nationalpark, lebt. Er hat ein Stockmaß von 80-105 cm und ein Gewicht von 80-90 kg, ein rosafarbenes Maul und hellblaue Augen. Er soll weniger trittsicher sein als andere Esel. Sein Ursprung ist nicht geklärt. So wird spekuliert, dass er im 18. Jahrhundert vom Marchese di Mores Duca dell' Asinara aus Ägypten eingeführt wurde. Wahrscheinlicher ist aber, dass er von normalfarbenen Sardinischen Zwergeseln abstammt. Seit 1990 wird ein Zuchtbuch geführt, in dem 2005 sechs Zuchthengste und 24 Zuchtstuten sowie 11 weitere Tiere eingetragen waren.

Nach Zootierliste wird die Rasse gegenwärtig (2023) in 8 Zoos gepflegt, mehrheitlich in Italien. Im deutschsprachigen Raum ist sie einzig im Zoo Stralsund zu sehen.

Literatur und Internetquellen

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Barockesel

118 001 001 001A equus asinus barock goldau PD1Barockesel (Equus africanus f. asinus) im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A Barockesel stralsund PD3Barockeselstute (Equus africanus f. asinus) im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A Barockesel stralsund PD2Barockeselfohlen (Equus africanus f. asinus) im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der auch Österreichisch-Ungarischer Weißer Esel genannte Barockesel wurde ab dem 16. Jahrhundert durch reiche Landeigentümer in der Donaumonarchie gezüchtet. Er hat ein Stockmaß von 105-125 cm und erreicht ein Gewicht von 250 kg. Seine Haut ist unpigmentiert, die Augen sind blau und das Fell ist gelblich-weiß. Er ist also kein Albino, sondern eine leuzistische Form. Er ist feingliedriger als dunkel pigmentierte Esel. Es wurde ihm nachgesagt, dass er empfindlicher und weniger fruchtbar sei, was aber nicht zutrifft. Unter mitteleuropäischen Verhältnissen können die Tiere ganzjährig im Offenstall gehalten werden [1; 2].

Wegen seines geringen Bestands geriet der Barockesel in Vergessenheit. Wiederentdeckt durch die Wissenschaft wurde er 1986 im Tierpark Herberstein, weitere Tiere wurden in Ungarn gefunden. Einzelne Individuen wurden durch den Verein zur Erhaltung des Weißen Barockesels aufgekauft und damit der Grundstock für die heutige Population gelegt. Die Rasse ist heute immer noch sehr selten. Im Zuchtbuch waren 2019 total 320 paarungsfähige Individuen aus Österreich, Ungarn, Deutschland, der Schweiz und Spanien eingetragen [2].

Barockesel werden laut Zootierliste in ca. 30 Zoos gezeigt, die sich zur Hälfte in Deutschland befinden, weitere 10 in Österreich oder der Schweiz. Die Tendenz ist zunehmend.

Literatur und Internetquellen

  1. DONKEY BREEDS IN EUROPE
  2. VEREIN ZUR ERHALTUNG DER WEISSEN BAROCKESEL

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Poitou-Riesenesel

118 001 001 001A poitou ballenberg PD1Poitou-Esel (Equus africanus f. asinus) im Freilichtmuseum Ballenberg, Hofstetten bei Brienz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A poitou wilhelma wilhelmaPoitou-Eselstute (Equus africanus f. asinus) mit Fohlen in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma (Pressefoto)

118 001 001 001A poitou mundenhof PD1Poitou-Esel (Equus africanus f. asinus) im Sommerfell im Tiergehege Mundenhof, Freiburg i. Br. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Poitou-Esel ist ein massiger Großesel mit großem, schwerem Kopf, langen Ohren und breiten Hufen. Hengste erreichen ein Stockmaß von 135-156 cm und ein Gewicht von 350-420 kg, Stuten sind etwa 10 cm kleiner. Das zottige Fell ist meistens kastanien- bis schwarzbraun, es gibt aber auch gelbliche oder silbergraue Individuen. Die Schnauzenpartie, Augenränder und Bauch sind weißgrau, die Übergänge zum dunkeln Fell sind rötlich. Abzeichen wie Aalstrich, Schulterkreuz oder Zebrastreifen an den Beinen sind nicht vorhanden [1; 3].

Den "Baudet de Poitou" gibt es in Frankreich seit dem 10. Jahrhundert. Bereits 1884 wurde ein Zuchtbuch eingerichtet. Die Esel wurden in großem Stil für die Maultierproduktion verwendet, wobei als Zuchtstuten hauptsächlich Kaltblutpferde der Rasse "Trait Poitevin Mulassier" eingesetzt wurden. Nach 1950 brach der Markt zusammen und 1972 war die Rasse nahezu ausgestorben, 1977 ergab eine Zählung noch 44 Tiere. Um die Zuchtbasis zu verbreitern, wurden 1981 aus Portugal 18 Großeselstuten importiert, mit denen eine Verdrängungszucht durchgeführt wurde, d.h. die männlichen Nachkommen wurden von der Zucht ausgeschlossen, die weiblichen mit einem reinen Poitou-Eselhengst verpaart [1; 2].

Das Zuchtbuch ist mittlerweile geschlossen. 2017 umfasste es 68 aktive Zuchthengste und 284 Zuchtstuten. Die Zahl der Geburten betrug 120 [2]. Da die Zusammenarbeit mit dem Zuchtbuch offenbar etwas mühsam ist, sind viele der in den Zoos gezeigten Poitouesel nicht registriert.

Literatur und Internetquellen

  1. DONKEY BREEDS IN EUROPE
  2. RACES MULASSIÈRES DU POITOU
  3. WÖRNER, F. G. (2019)

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Zamorano-Leonés-Riesenesel

118 001 001 001A equus asinus zamorano essehof PD1Zamorano-Leonés-Riesenesel im Tierpark Essehof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A equus asinus zamorano essehof PD2Zamorano-Leonés-Riesenesel im Tierpark Essehof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der rotbraun-schwarze Zamorano-Leonés-Riesenesel soll bereits im 10. Jahrhundert in den kantabrischen Bergen zwischen den Flüssen Cea und Orbigo gezüchtet worden sein. Er wurde vor allem in der Maultierzucht eingesetzt. Ab dem 13. Jahrhundert wurde er in andere europäische Länder ausgeführt, später nahmen ihn die spanischen Eroberer auch mit nach Süd- und Mittelamerika, wo er zum Stammvater der dortigen Großesel wurde. Die Hengste haben ein Stockmaß von 145-155 cm und ein Gewicht von 300-350 kg, die Stuten werden 130-135 cm groß und wiegen 250-270 kg. Seit 1995 kümmert sich die Asociación Nacional de Criadores de Raza Asnal Zamorano-Leones (ASZAL) um den Erhalt der Rasse, seit 1998 gibt es ein Zuchtbuch.

Nach Zootierliste wird die Rasse gegenwärtig (2023) in je zwei spanischen und deutschen Zoos gepflegt.

Literatur und Internetquellen

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Bulgarenesel, Bulgarischer Zwergesel

118 001 001 001A bulgarenesel werdum PD1Bulgarischer Zwergesel (Equus africanus f. asinus) im Haustierpark Werdum © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A zwergesel werdum PD1Zwergesel (Equus africanus f. asinus) im Haustierpark Werdum © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Bulgarenesel hat recht lange Ohren, kurze Beine, zierliche Hufe und mittellanges Haar. Die Fellfarbe ist grau oder schwarz. Hengste erreichen ein Stockmaß von 100-110 cm und ein Gewicht von 180-230 kg, Stuten eine Höhe von 90-100 cm und ein Gewicht von 150-200 kg. Bei extensiver Haltung bilden die Tiere im Winter ein dichtes Fell [2; 3].

Auf dem Balkan werden Bulgarenesel wegen ihrer Trittsicherheit häufig im Gebirge zu Feldarbeit, als Lasttier oder Reittier. eingesetzt. In Deutschland sind sie beliebte Hobby-Tiere [2]. Laut Zootierliste werden sie ausschließlich in zoologischen Einrichtungen in Deutschland gehalten, was damit zusammenhängen dürfte, dass der Erfurter Zoo ab 1970 weit über 100 Bulgarenesel nachgezogen hat.

Es gibt kein Zuchtbuch. Nebst den Zwergeseln gibt es in Bulgarien auch Großesel [1].

Literatur und Internetquellen

  1. DONKEY BREEDS IN EUROPE
  2. HAUSTIERPARK LELKENDORF
  3. HAUSTIERPARK WERDUM

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Korsischer Esel

118 001 001 001A esel corse PD1Schwarze Hauseselstute (Equus africanus f. asinus) mit Fohlen im Süden Korsikas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

118 001 001 001A esel corse PD2Graue Hauseselstute (Equus africanus f. asinus) mit Fohlen im Süden Korsikas © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bereits seit der Antike gab es auf Korsika Zwergesel mit einem Stockmaß von etwa 98 cm. In der Neuzeit wurden katalanische Esel eingekreuzt, wodurch ein Stockmaß von 120-130 cm erreicht wurde. Heute gibt es beide Typen nebeneinander, wobei die aus den Kreuzungen hervorgegangenen Tiere ein schwarzes Fell mit Mehlmaul und weißen Augenringen haben [2]. Allerdings trifft man in Korsika auch Esel an, die keinem der beiden Typen entsprechen.

Es gibt einen Verein (Association "A Runcata"), der ein Zuchtbuch führt, das aber offiziell noch nicht anerkannt ist [1].

Korsische Esel gibt es im Parc Naturel d'Olva und eventuell anderen korsischen Tierparks. Außerhalb Korsikas sind sie vermutlich in Zoos nicht vertreten.

Literatur und Internetquellen

  1. DONKEY BREEDS IN EUROPE
  2. PORTER, V., ALDERSON, L., HALL, S.J.G. & SPONENBERG, D.P. (2016)

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Maskat- oder Muskat- Esel

118 001 001 001A muskatesel KlosterStGerasimo Deir Hajla IL cLanger1Maskatesel (Equus africanus f. asinus) im Kloster St, Gerasimo in Deir Hajla, Israel © Christoph Langner, Zoo Stralsund

118 001 001 001A muskatesel KlosterStGerasimo Deir Hajla IL cLanger2Maskatesel (Equus africanus f. asinus) im Kloster St, Gerasimo in Deir Hajla, Israel © Christoph Langner, Zoo Stralsund

Der Maskat- oder Muskatesel, auch Großer Weißer Arabischer Esel oder, in seinem Ursprungsgebiet, "Saidi" genannt, wurde in Arabien, Oberägypten, Somalia, im Sudan und in Äthiopien ursprünglich ausschließlich für Reitzwecke gezüchtet und gilt als die edelste Eselrasse und die einzige, die über lange Zeiträume züchterisch überwacht wurde. Es handelt sich um große Tiere, weiß (Schimmel, nicht Albinos) oder isabellfarbig und von lebhaftem Temperament, die für ihren guten Gang und ihre Leistungsfähigkeit bekannt sind. In Ostafrika gelten sie nicht als so widerstandsfähig wie der der Massaiesel, weshalb für den Gebrauch gerne Kreuzungen zwischen dem Maskatesel und dem ostafrikanischen Esel vorgenommen werden. Generell ist die Rasse in der Eselzucht bedeutend, insbesondere zur Veredlung von Landschlägen.

Gegenwärtig werden in  europäischen Zoos keine Maskatesel gehalten. Früher dürften sie hin und wieder in Zusammenhang mit Wildtierimporten aus Nordostafrika, vielleicht auch mit Völkerschauen, nach Europa gelangt sein. So verweist die Zootierliste darauf, dass der Frankfurter Zoo 1862 ein Paar aus Oberägypten erhalten habe.

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. SCHNEE, H. (Hrsg. 1920)
  3. WÖRNER, F. G. (2019)