Stachelschwein-Verwandte

Haus- Meerschweinchen

Hausmeerschweinchen im Zoo Landau Hausmeerschweinchen im Zoo Landau
© Sandra Honigs, Aquazoo

Überordnung: EUARCHONTOGLIRES
Taxon ohne Rang: Nagetiere und Hasen (GLIRES)
Ordnung: Nagetiere (RODENTIA)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha)
Familie: Meerschweinchen (Caviidae)
Unterfamilie: Eigentliche Meerschweinchen (Caviinae)

Hausmeerschweinchen

Cavia porcellus • The Guinea Pig • Le cochon d'Inde

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Anlage für Hausmerschweinchen im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Domestikation und Verbreitung: Diese Haustierform ist vermutlich ein Abkömmling des Tschudi-Meerschweinchens (Cavia tschudii), das vor ungefähr 4'000 bis 7'000 Jahren im Andenraum (Bolivien, Ekuador, Peru) domestiziert wurde. Ursprünglich - und in den Andenstaaten heute noch - ein Fleischlieferant, hat das Meerschweinchen als Heim- und Versuchstier weltweite Verbreitung gefunden.

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Meerschweinchen vom Spieß in Ekuador. Quelle www.alpaca.silverblog.com

Haltung: Viele Zoos halten Hausmeerschweinchen im Kinderzoo oder nehmen welche auf, die von Privatpersonen nicht mehr gehalten werden können. Sie werden aber auch hinter den Kulissen gezüchtet, um als Futter für Kleinraubtiere, Greifvögel und Reptilien zu dienen.

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Das "Indianische Künele" aus Conrad Gessners Thierbuch, 1563
Über den Einzug des Meerschweinchens nach Europa weiß Altvater BREHM (1883a): "So viel wir wissen, ist das Thierchen bald nach der Entdeckung Amerikas, im sechszehnten Jahrhundert also, und zwar durch die Holländer zu uns gebracht worden. Geßner kennt es bereits. »Das Indianisch Känele (Kaninchen) oder Seuwle«, sagt sein Uebersetzer in dem im Jahre 1583 erschienenen Thierbuche, »ist bey kurzen jaren auß dem neüwerfundnen land in vnsern teil deß erdtreichs gebracht worden, jetz gantz gemein: dann es ist ein überaus fruchtbar thier, dieweyl es acht oder neun Junge in einer burt harfür gebiert ..."

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Drei Meerschweinchen von Hans Hug KLUBER als Vorlage für GESSNERS Historia animalium
Der Zürcher Stadtarzt Conrad GESSNER (1516-1565) hatte tatsächlich von seinem Augsburger Berufskollegen Johannes Henricus MUNZINGER zwei lebende Meerschweinchen bekommen und wurde so zum ersten eidgenössischen Meerschweinchenhalter. Er hat die Tiere beobachtet und als Cuniculus indus beschrieben, in der deutschen Übersetzung allerdings nicht als "Känele", wie BREHM meint, sondern als "Künele" (das Kaninchen heißt auf Alemannisch "Küngel"). Dabei ist ihm ein Beobachtungsfehler unterlaufen, denn er schreibt, sie hätten "vornen sechs finger / hinden fünff", währenddem die Mereschweinchenartigen tatsächlich vorne nur vier Finger und hinten nur drei Zehen hat.

Vom Basler Maler Hans Hug KLUBER (1535/36-1578) gibt es eine zeitgenössische Abbildung von drei Meerschweinchen, die sehr realistisch ist, wenn man davon absieht, dass auch hier die Tiere zuviele Zehen haben.

Taxonomie und Nomenklatur: "Guinea Pig", die englische Bezeichnung für das Meerschweinchen bezog sich ursprünglich wohl auf Pinselohrschweine, die von westafrikanischen Sklaven nach Brasilien mitgebracht wurden, sich dort aber nicht halten konnten (MOHR, 1960).

In vielen Gegenden Süd- und Mittelamerikas werden die Meerschweinchen mit Namen wie "cuy", "cuye", "cuyi", "cuyo", "cuilo" oder "cuis" bezeichnet. Diese leiten sich von dem aus der Quechua-Sprache stammenden, Namen "quwi" ab, der onomatopoetisch auf das Pfeifen der Meerschweinchen Bezug nimmt.

Literatur und Internetquellen:

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. LEU, U.B. & RUOSS, M. (Hrsg. 2016)
  3. MOHR, E. (1960)

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Gelesen 511 mal Letzte Änderung am Samstag, 16 Juni 2018 21:43
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx