Andere Barsche (Meerwasser)

Anemonenfische

Orange-Ringelanemonenfisch (Amphiprion ocellaris) im Zoo-Aquarium Berlin Orange-Ringelanemonenfisch (Amphiprion ocellaris) im Zoo-Aquarium Berlin
© Zoo Berlin

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Riffbarsche (Pomacentridae)
Unterfamilie: Eigentliche Riffbarsche (Pomacentrinae)

Vorbemerkung

Nicht zuletzt wegen des Trickfilms "Finding Nemo" sind Anemonenfische beim Publikum außerordentlich populär und eignen sich daher ganz besonders als Botschafter für den Schutz der Korallenriffe und der Meeresumwelt. Da sie in Symbiose mit Seeanemonen leben und eine Geschlechtsumwandlung durchmachen können, sind sie auch zoopädagogisch von großem Interesse. Sie werden daher häufig gezeigt. In europäischen Zoos und Schauaquarien sind gegen zwei Drittel der 29 Arten der Gattung Amphiprion vertreten. Weltweit wurden mindestens 24 Arten im Aquarium nachgezogen.

Mindestanforderungen an die Haltung (für alle Arten)

In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für ein Paar Anemonenfische ein Becken von mindestens 1'000 l Inhalt und eine Wirtsanemone. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

D NB 650

Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch

Amphiprion frenatus • The Tomato Clownfish • Le poisson-clown rouge ou tomate

Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch (Amphiprion frenatus) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel
Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch (Amphiprion frenatus) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

 

 

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Approximative Verbreitung des Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfischs (Amphiprion frenatus)

 

 

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Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch (Amphiprion frenatus) im Meeresaquarium Zella-Mehlis © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfische erreichen eine Länge von 12-14 cm. Sie sind, wie alle Anemonenfische, protandrische Zwitter. Ein Geschlechtswechsel setzt bei einer Länge von 6.6 cm ein. Die geteilte Rückenflosse weist total 9-10 Stachel- und 16-18 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 2 Stachel- und 13-15. Weichstrahlen. Bauch- und Analflossen sind orange, im Gegensatz zu der in derselben Region vorkommenden Art Amphiprion melanopus, die ebenfalls eine weiße Binde jedoch schwarze Flossen hat [1; 5].

Verbreitung

Indo-Pazifik: Vom Golf von Thailand bis SW-Palau, nördlich bis Süd-Japan, südlich bis Java. Die Art kommt in den Territorialgewässern folgender Länder vor: Australien, Brunei Darussalam, China, Indonesien, Japan, Korea Rep., Malaysia; Mikronesische Föderation, Palau, Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam [4].

Lebensraum und Lebensweise

Dieser bis 12 cm lange Anemonenfisch lebt paarweise in Symbiose mit Entacmaea quadricolor, Stichodactyla spp. und möglicherweise auch anderen Arten. Im Aquarium kann er mit anderen Anemonenfischen vergesellschaftet werden. Die Jungtiere haben zwei weiße Körperbinden. Jene in der Körpermitte verschwindet, wenn der Fisch eine Länge von 30 mm erreicht hat [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine relativ weite Verbreitung, sie ist häufig und es sind keine besonderen Gefahren bekannt. Sie gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 als weltweit nicht gefährdet [4]

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [3; 4]. Angebote liegen in Deutschland in der Größenordnung von 25-40 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Der Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisc ist eine von über 330 riffbewohnenden Fischarten, bei denen die Zucht im Aquarium gelungen ist [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 50 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich beinahe die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1856 von James Carson BREVOORT, einem Mitglied Academy of Natural Sciences of Philadelphia unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & PATZNER, R.A. (1998)
  2. CORAL MAGAZINE'S CAPTIVE-BRED MARINE FISH SPECIES LIST (2017)
  3. FISH BASE
  4. JENKINS, A. et al. (2017). Amphiprion frenatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2017: e.T188518A1886965. http://www.iucnredlist.org/details/188518/0. Downloaded on 02 April 2018.
  5. WOOD, E. & AW, M. (2002)

D NB 650

Orange-Ringelanemonenfisch

Amphiprion ocellaris • The Ocellaris, or Peacock, Clownfish • Le poisson clown à trois bandes

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Orange-Ringelanemonenfisch (Amphiprion ocellaris) im Aquarium Ulm © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Orange-Ringelanemonenfischs (Amphiprion ocellaris)

 

 

Orange-Ringelanemonenfisch (Amphiprion ocellaris) im Aquazoo Düsseldorf © Pressefoto Aquazoo
Orange-Ringelanemonenfisch (Amphiprion ocellaris) im Aquazoo Düsseldorf © Pressefoto Aquazoo

 

 

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Orange-Ringelanemonenfische (Amphiprion ocellaris) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Orange-Ringelanemonenfische (Amphiprion ocellaris), schwarze Farbphase im Zoo Wuppertal © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Klein-Nemo folgt Daddy Marlin. Bild aus dem Trickfilm "Finding Nemo" der Pixar Animation Studios. 2003.

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Orange-Ringelanemonenfische erreichen eine Länge von 9 cm. Die geteilte Rückenflosse weist total 10-11 Stachel- und 13-17 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 2 Stachel- und 11-13. Weichstrahlen. Auf oranger Grundfarbe befinden sich drei breite weiße Bänder, Teilweise werden die beiden Farben durch einen schmalen schwarzen Rand getrennt. Auch die Außenränder der Flossen haben schwarze Ränder. Nebst der typischen hellorangen gibt es auch dunkle Farbphasen, etwa in der Gegend von Darwin [1; 3; 6; 7].

Verbreitung

Indo-Pazifik: Östlicher Indischer Ozean, von den Andamanen und Nikobaren bis nach Taiwan und den Ryukyu-Inseln im westlichen Pazifischen Ozean [3].

Lebensraum und Lebensweise

Anemonenfische leben in Riffen in Symbiose mit Seeanemonen. Jede Amphiprion-Art bevorzugt ganz bestimmte Anemonen und meidet andere, ocellaris lebt hauptsächlich mit Heteractis magnifica, Stichodactyla gigantea und S. mertensi zusammen. Innerhalb der bei einer Anemone lebenden Gruppe herrscht eine strenge Rangordnung. Das größte Tier ist stets ein Weibchen, das zweitgrößte ein Männchen. Alle anderen sind kleiner und werden vom dominanten Paar am Wachstum gehindert. Stirbt das Weibchen, macht das ranghöchste Männchen innerhalb einer Woche eine Geschlechtsumwandlung durch, und das zweitgrößte Männchen wächst in kurzer Zeit zu seiner vollen Größe heran [1; 2; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Durch den 2003 erschienen Animationstrickfilm "Finding Nemo" der Pixar Animation Studios, in dem Korallenfische in biologisch völlig unzutreffender, vermenschlichenden Weise dargestellt wurde, haben Ringelanemonenfische höchste Popularität erlangt. Leider mit der unerwünschten Nebenwirkung, dass die Nachfrage nach Anemonenfische im Aquarienfischhandel stieg. Kommerzielle Zuchten vermögen nur einen Teil der Nachfrage zu decken [5]. Angebote liegen in Deutschland bei etwa 10-20 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Der Orange-Ringeanemonenfisch gehört zu den Korallenfisch-Arten, die bereits in den 1990er-Jahren erfolgreich geüchtet wurden [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 150 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1830 von Direktor der Ménagerie von Paris, Georges CUVIER, unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & PATZNER, R.A. (1998)
  2. EICHLER, D. (1997)
  3. FISH BASE
  4. JOB, S., ARVEDLUND, M. & MARNANE, M. (1997)
  5. RHYNE, A. L., TLUSTY, M. F., SCHOFIELD, P. J., KAUFMAN, L., MORRIS, J. A. Jr. & BRUCKNER, A. W. (2012)
  6. STUDER, P. (1986)
  7. WOOD, E. & AW, M. (2002)

D LC 650

Clown-Ringelanemonenfisch

Amphiprion percula • The Orange Clownfish • Le poisson clown du Pacifique

Clown-Anemonenfisch (Amphiprion percula) im Zoo-Aquarium Berlin © Zoo Berlin
Clown-Anemonenfisch (Amphiprion percula) im Zoo-Aquarium Berlin © Zoo Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung des Clown-Anemonenfischs (Amphiprion percula)

 

 

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Clown-Anemonenfisch (Amphiprion percula). Illustration aus DAY. F. (1978) The fishes of India; being a natural history of the fishes known to inhabit the seas and fresh waters of India, Burma, and Ceylon. Volume 2. London.

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Amphiprion percula wird mit 11 cm deutlich größer als der nur bis 9 cm lange ocellaris. Die Schwarzen Ränder zwischen den orangen und weißen Körperteilen und den Außenrändern der Flossen sind deutlich breiter als bei ocellaris. Die geteilte Rückenflosse weist total 9-19 Stachel- und 14-17 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 2 Stachel- und 11-13. Weichstrahlen [1; 3].

Verbreitung

Westpazifik: In Riffen im Nördlichen Australien, Great Barrier Reef, östlichen Indonesien, Papua-Neuguinea, Salomonen, Vanuatu und umliegende Inseln [3; 4].

Lebensraum und Lebensweise

Der Clown-Ringelanemonenfisch bewohnt Lagunen und Außenriffe, meist in geringerer Tiefe als ocellaris. Er lebt in Gruppen bestehend aus einem Zuchtpaar und bis zu vier weiteren, sich nicht fortpflanzenden Fischen. Sozialverhalten und Geschlechtsumwandlung wie bei ocellaris [4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist häufig und gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2010 als nicht gefährdet [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Ebenso wie der sehr ähnliche Amphiprion ocellaris ist der Clown-Ringelanemonenfisch sehr populär und wird in großen Mengen für den Aquarienfischhandel gefangen, obwohl mittlerweile ein Teil des Bedarfs durch kommerzielle Zuchten gedeckt wird [4]. Angebote liegen in Deutschland in der Größenordnung von 24-40 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Der Clown-Ringelanemonenfisch ist eine von über 330 riffbewohnenden Fischarten, bei denen die Zucht im Aquarium gelungen ist [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund zwei Dutzend europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1802 vom französischen Naturforscher Graf Bernard-Germain-Étienne de LACÉPÈDE als "Lutjanus percula" beschrieben und kam später in die 1801 von den deutschen Naturforschern Marcus Élieser BLOCH (1723-1799) und Johann Gottlieb Theaenus SCHNEIDER aufgestellte Gattung Amphiprion [3]. Der Clown-Ringelanemonenfisch wurde bis 1980 ständig mit Amphiprion ocellaris verwechselt, mit dem er sich auch kreuzen lässt. In der Natur leben beide Arten in Tiefen von 1 bis 15 m und bewohnen dieselben Anemonenarten, aber ihre Areale überlappen sich nicht [1].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & PATZNER, R.A. (1998)
  2. CORAL MAGAZINE'S CAPTIVE-BRED MARINE FISH SPECIES LIST (2017)
  3. FISH BASE
  4. JENKINS, A. et al. (2017). Amphiprion percula. The IUCN Red List of Threatened Species 2017: e.T188372A1865631. http://www.iucnredlist.org/details/188372/0. Downloaded on 02 April 2018.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx