Buntbarsche

Malawisee-Buntbarsche

Beulenkopfmaulbrüter (Cyrtocara moorii) im Tierpark Berlin Beulenkopfmaulbrüter (Cyrtocara moorii) im Tierpark Berlin
© KLaus Rudloff, Berlin

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Afrikanische Buntbarsche (Pseudocrenilabrinae)
Tribus: Haplochromini

Vorbemerkung

Die über 600 Arten Malawisee- Buntbarsche sind attraktive Fische, die - oft in Kombination mit anderen Tieren - gut als Botschafter für Natur- und Gewässerschutz in ihrem Ursprungsgebiet eingesetzt werden können, und die als Maulbrüter auch zoopädagogisch interessant sind. In  europäischen Zoos und Schauaquarien werden daher viele Arten in zahlreichen Zoos und Schauaquarien gezeigt.

Mindestanforderungen und Haltungsempfehlungen (für alle Arten)

In Deutschland gibt das Gutachten für die Haltung von Zierfischen für verschiedene Gattungen der Malawisee-Buntbarsche eine Wassertemperatur von 23-30ºC und Beckenkantenlängen von mindestens 80 cm (= ca. 112 l) bis mindestens 120 cm (= ca. 240-300 l) vor. Dies wurde von Österreich in die 2. Tierhaltungsverordnung übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge der gehaltenen Fische (ohne Schwanz) angeboten werden müssen. Als Haltungsempfehlung werden Wassertemperaturen von 22- 27°C, für die Zucht 25-28°C, pH-Werte von 7.5-8.5 und Gesamthärten von 3-15°dGH (optimal: 5-10°dGH) angegeben.

D LC 650

Sechsstreifen-Buntbarsch

Cynotilapia afra • The Afra Cichlid • Le cobué

Sechsstreifen-Buntbarsch (Cynotilapia afra) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Sechsstreifen-Buntbarsch (Cynotilapia afra) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Sechsstreifen-Buntbarschs (Cynotilapia afra)

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Sechsstreifen-Buntbarsch erreicht eine Länge von 10 cm. Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdichromatismus: Die Männchen sind leuchtend hell bis türkisblau gefärbt mit 7 seitlichen schwarzen Querstreifen, die nicht alle deutlich ausgeprägt sind und gelben Flecken auf der Afterfloss. Die Weibchen sind unauffällig taubenblau bis schiefergrau [1; 2].

Verbreitung

Südostafrika: Im Malawisee. Malawi, Mosambik, Tansania [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Sechsstreifen-Buntbarsch lebt gewöhnlich in den oberen Bereichen der Felsküste, die in der Regel frei von Sedimenten sind. Territoriale Männchen fressen hauptsächlich Kleinlebewesen, die sie auf den Felsen finden, die anderen Fische leben in Gruppen und ernähren sich von Plankton [3].

Gefährdung und Schutz

Der Sechsstreifen-Buntbarsch wird nach einer revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2006 nicht als gefährdet eingestuft. Dieser Status wurde 2018 bestätigt [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird für den Eigenbedarf und lokale Märkte kommerziell gefischt und befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [2; 3]. In Deutschland liegen Angebote bei 1-8 € pro Tier (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird gegenwärtig (2022) in 17 europäischen Einrichtungen, zwei davon im deutschsprachigen Raum gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1894 von dem aus Esslingen stammende und am British Museum of Natural History tätige Albert Karl Ludwig Gotthilf GÜNTHER als "Hemichromis afer" beschrieben und 1922 von dem englischen Ichthyologen Charles Tate REGAN in die neue Gattung Cynotilapia gestellt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  2. FISH BASE
  3. KONINGS, A. et al. 2018. (Cynotilapia afra). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T60938A47224017. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T60938A47224017.en . Downloaded on 20 December 2020.

D LC 650

Beulenkopfmaulbrüter, Malawi-Delfin

Cyrtocara moorii • The Malawi Blue Dolphin • Le suiveur bleu du Malawi

Beulenkopfmaulbrüter (Cyrtocara moorii) im Tierpark Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Beulenkopfmaulbrüter (Cyrtocara moorii) im Tierpark Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Beulenkopfmaulbrüters (Cyrtocara moorii)

 

 

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Beulenkopfmaulbrüter (Cyrtocara moorii) im Tierpark Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Beulenkopfmaulbrüter wird 12, gelegentlich bis 20 cm lang. Männchen und Weibchen sind schwer zu unterscheiden, Männchen sind oft etwas größer und heller gefärbt. Ein Stirnbuckel kann bei beiden Geschlechtern auftreten [1; 3].

Verbreitung

Südost-Afrika: Malawisee und Malombesee: Malawi, Mosambik, Tansania [2]

Lebensraum und Lebensweise

Der Beulenkopfmaulbrüter lebt in Tiefen von 3-15 m über Sandböden. Die Männchen sind territorial und polygam, die Weibchen legen 20-90 Eiere die sie im Maul ausbrüten und betreiben Brutpflege [3].

Gefährdung und Schutz

Der Malawi-Delfin ist im Malawisee weit verbreitet und war dort vor allem im Süden recht häufig. Er wurd deshalb nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2006 nicht als gefährdet eingestuft. Nachdem innerhalb von 10 Jahren die Bestände deutöoch abgenommen haben, was hauptsächlich auf die vermehrte Fischerei mittels Strandwaden zurückgeführt wird, wurde die Art 2018 als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE) taxiert [2].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird für den Eigenbedarf und lokale Märkte kommerziell gefischt und befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [1; 2]. In Deutschland liegen Angebote im Bereich von etwa 10-20 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 50 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa 7 im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1902 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. KONINGS, A. 2018. Cyrtocara moorii (errata version published in 2019). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T60920A148657804. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T60920A148657804.en. Downloaded on 20 December 2020.
  3. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)

D LC 650

Gelber Malawibarsch

Labidochromis caeruleus • The Yellow Cichlid • Le labido jaune

Gelber Malawibarsch (Labidochromis caeruleus) im Aquazoo Düsseldorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Gelber Malawibarsch (Labidochromis caeruleus) im Aquazoo Düsseldorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Gelben Malawibarschs (Labidochromis caeruleus)

 

 

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Gelber Malawibarsch (Labidochromis caeruleus) im Aquarium tropical Allex © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Gelbe Malawibarsch wird 8-10 cm lang. Es gibt eine blassblaue und eine zitronengelbe Farbmorphe. Bei der blauen sind auf dem Körper sechs schwach sichtbare Querstreifen vorhanden, bei der gelben können die Flossen eine schwarze Zeichnung aufweisen. Männchen und weibchen sind nur schwierig zu unterscheiden [1;2; 3].

Verbreitung

Südostafrika: Im Malawisee. Malawi, Mosambik, Tansania [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Gelbe Malawibarsch ist ein Bewohner des Felslittorals, der in etwa 25 m Tiefe über Felsboden oder Vallisneria-Wiesen lebt. Er ernährt sich von anderen Fischen und von Wirbellosen, wie Schnecken oder Krebschen [3].

Gefährdung und Schutz

Der Gelbe Malawibarsch wurde 2006 nicht als gefährdet eingestuft, obwohl über die Bestandsentwicklung nichts bekannt war und im Prinzip die Gefahr des Überfischens gesehen wurde. 2018 konnte aufghrund einer erneuten Überprüfung der Status bestätigt werden [3]

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird für den Eigenbedarf und lokale Märkte kommerziell gefischt und befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [1; 2]. In Deutschland liegen Angebote im Bereich von etwa 2-8 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 100 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa 30 im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt das Gutachten über die Haltung von Zierfischen für eine Haremsgruppe eine Beckenkantenlänge von 80 cm vor (= ca. 112 l). Dieser Wert wurde in die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1956 von dem britischen Biologen Geoffrey FRYER unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [2]. Der wissenschaftliche Name "caeruleus" bedeutet himmelblau, was eine eigenartige Bezeichnung für den "Gelben" Malawibarsch zu sein scheint. Der Grund dafür ist der, dass je nach Lokalität unterschiedlich gefärbte Populationen vorkommen, und dass die Fische, die 1956 der Artbeschreibung zugrunde lagen, eben himmelblau waren.

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  2. FISH BASE
  3. KONINGS, A. & KAZEMBE, J. (2018). Labidochromis caeruleus (errata version published in 2019). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T61090A148673526. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T61090A148673526.en . Downloaded on 20 December 2020.

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 Neue Tierart

D CR 650

Türkisgoldbarsch

Melanochromis auratus • The Golden Mbuna, or Golden Cichlid • Le cichlidé turquoise doré

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Türkisgoldbarsch (Melanochromis auratus), Weibchen im Exotarium Oberhof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Türkisgoldbarschs (Melanochromis auratus)

 

 

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Türkisgoldbarsch (Melanochromis auratus), Weibchen im Exotarium Oberhof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Türkisgoldbarsch (Melanochromis auratus), Männchen © © Vlad Butsky, San Jose CA; übernommen aus Flickr unter der Creative Commons Attribution 2.0 Generic-Lizenz

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Türkisgoldbarsch hat einen langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Männchen werden maximal 11, Weibchen 9 cm lang. Die Weibchen sind goldgelb gefärbt mit zwei schwarzen, hell eingesäumten Längsbändern auf der oberen Körperhälfte. Die Männchen sind entweder schwärzlich mit zwei hellen,  bläulichen, grünlichen oder türkisfarbenen, oder dunkel-bläulich mit 2 schwärzlichen Längsbändern auf der oberen Körperhälfte und einem oder mehreren goldgelbe Eiflecken auf der Afterflosse. Es gibt aber auch weitere Farbmorphen. Die Rückeflosse weist 17-19 Hart- und 5-6 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 3 Hart- und 6-8 Weichstrahlen. [1; 2].

Verbreitung

Südostafrika: Im Süden des Malawisees, Malawi [4].

Lebensraum und Lebensweise

Der Türkisgoldbarsch lebt hauptsächlich in felsigen Habitaten bis in 40 m Tiefe, am häufigsten bei mittelgroßen Felsen bis 10 m Tiefe. Adulte Männchen sind territorial, Weibchen und nicht-territoriale Männchen treten einzeln oder in kleinen Gruppen von etwa 8–10 Individuen auf. Die Eiablage erfolgt in einer Höhle oder neben einem Felsen. Die Befruchtung erfolgt nach der "Eifleckmethode": das Männchen zeigt dem Weibchen seine mit Eiflecken gezeichnete Afterflosse, was bei diesem einen Schnappreflex auslöst. Während es nach den Ei-Attrappen schnappt, gibt das Männchen sein Sperma ab. Dann nehmen die Weibchen die 20-30(-40) Eier ins Maul, wo sie befruchtet werden, und brüten sie während drei Wochen aus. Danach leisten sie nur noch für wenige Tage Brutpflege [1; 2; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Türkisgoldbarsch ist endemisch im Malawisee und ist in dessen Südabschnitt weit verbreitet. Die Fische werden für den Aquarienfischhandel gefangen, spielen aber für die Subsistenzfischerei keine Rolle. Die Art wurde  2006 als nicht-gefährdet in die Rote Liste aufgenommen (Rote Liste: LEAST CONCERN). Eine Überprüfung im Jahr 2018 bestätigte diese Einstufung [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Türkisgoldbarsch wird regelmäßig für den internationalen Aquarienfischhandel gefangen. Nach Deutschland wurde er erstmals 1958 eingeführt [2; 4]. Angebote für ca. 4-5 cm lange Tiere liegen in Deutschland bei etwa 6-8 €, in der Schweiz bei etwa 8-10 CHF (Online-Inserate 2022).

Haltung

Zur Vermeidung innerartlicher Aggression sollte in einem Becken stets nur 1 Männchen mit mehreren Weibchen (mind. 3-4) gehalten werden [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 50 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Dutzend im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt das Gutachten über die Haltung von Zierfischen für eine Haremsgruppe von Melanochromis auratus eine Beckenkantenlänge von 100 cm vor (= ca. 200 l). Dies wurde in die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Türkisgoldbarsch wurde 1879 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als "Chromis auratus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Bei der Gattung Chromis handelt es sich um meeresbewohnende Riffbarsche, wobei früher auch im Süßwasser lebende Arten unter diesem Gattungsnamen beschrieben wurden.  Die heute gültige Gattungsbezeichnung Melanochromis wurde 1935 von der englischen Zoologin Ethelwynn TREWAVAS eingeführt [3].

Literatur und Internetquellen

  1. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)
  2. FISCHLEXIKON
  3. FISH BASE
  4. KONINGS, A. & KAZEMBE, J. 2018. Melanochromis auratus (errata version published in 2019). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T61108A148673951. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T61108A148673951.en . Accessed on 30 November 2022.

D CR 650

Chipoka-Maulbrüter

Melanochromis chipokae • The Chipoka Cichlid • Le cichlidé de Chipoka

hipoka-Maulbrüter (Melanochromis chipokae) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Chipoka-Maulbrüter (Melanochromis chipokae), Männchen im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Chipoka-Maulbrüters (Melanochromis chipokae)

 

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Chipoka-Maulbrüter (Melanochromis chipokae), Männchen im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Chipoka-Maulbrüter wird bis 12-15 cm lang. Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdichromatismus: Die Männchen sind überwiegend blauschwarz mit zwei hellblauen Längesstreifen auf der oberen Körperhälfte, die Weibchen sind sand- bis goldgelb mit zwei schwarzen Längsstreifen [1].

Verbreitung

Südostafrika: Im Süden des Malawisees, Malawi [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Chipoka-Maulbrüter bevorzugt sandige Stellen zwischen Felsen. Die Männchen sind territorial und polygam. Sie heben Laichgruben aus, in welche die Weibchen ihre 20-40 Eier ablegen. Dann nehmen diese die befruchteten Eier ins Maul und brüten sie während drei Wochen aus. Danach leisten sie nur noch für wenige Tage Brutpflege [1; 3].

Gefährdung und Schutz

Der Chipoka-Maulbrüter ist endemisch im Malawisee und kommt dort nur an vier oder fünf Orten vor. Dieser Fisch wird für den Aquarienfischhandel und von lokalen Fischern für den Eigenbedarf gefangen. Eine weitere Bedrohung stellen auch eingeführte Arten dar, die um dieselben Ressourcen konkurrieren. Er wurde  2006 als gefährdet in die Rote Liste aufgenommen. Eine Überprüfung im Jahr 2018 ergab, dass der Bestand innerhalb von 10 Jahren um 90% abgenommen hatte, was die Einordnung in die Kategorie  "vom Auissterben bedroht" zur Folge hatte [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Chipoka-Maulbrüter wird für den Eigenbedarf und allenfalls lokale Fischmärkte gefangen. Er befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [2; 3]. In Deutschland liegen Angebote bei etwa 7-14 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur in wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich welche im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland enthält das Gutachten über die Haltung von Zierfischen keine Angaben zu Melanochromis chipokae. und dementsprechend wird die Art in der 2. Tierhltungsverordnung Österreichs nicht erwähnt. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1975 von Don S. JOHNSON, dem Autor des Buchs "Mbuna: The colorful rock-dwelling Cichlid fishes of Lake Malawi" unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  2. FISH BASE
  3. KONINGS, A. (2018). Melanochromis chipokae (errata version published in 2019). The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T61112A148659091. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T61112A148659091.en . Downloaded on 20 December 2020.

D LC 650

Pfauenmaulbrüter

Nimbochromis venustus • The Venustus, or Giraffe, Hap • Le haplo-léopard ou haplo-pâon

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Pfauenmaulbrüter (Nimbochromis venustus) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Pfauenmaulbrüters (Nimbochromis venustus)

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Männchen des Pfauenmaulbrüters werden 22.5, im Extremfall 25 cm lang, Weibchen sind etwas kleiner. Erwachsene Tiere zeigen einen deutlichen Sexualdichromatismus: Die Männchen sind gelblich bis gelblich-braun gefärbt, ihr Kopf ist an den Seiten leuchtend blau bis türkisfarben, ihre Oberseite mit gelb bis orangefarbenem Streifen bis zum Ansatz der Rückenflosse. Auf den Körperseiten ist die Fleckenzeichnung nur schwach ausgeprägt oder fehlt ganz. Die Weibchen sind meist beige-gelblich, bisweilen silbrig-grau mit deutlichen dunkelbraunen bis dunkelgrünlichen, oft rautenförmige Flecken an den Körperseiten [1; 4].

Verbreitung

Südostafrika: Malawisee und Malombesee, Malawi [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der maulbrütende Pfauenmaulbrüter wird hauptsächlich über sandigen Böden oder Vallisneria-Wiesen in Tiefen von 6-23 m angetroffen, Jungfische auch dicht unter der Wasseroberfläche. Er ist ein Lauerjäger, dessen Nahrung aus kleineren Fischen und Wirbellosen besteht. Pfauenmaulbrüter bilden Harems, die sich gegenüber Artgenossen territorial verhalten. Die Weibchen brüten ihre etwa 120 Eier im Maul aus, sie sorgen während etwa 10 Tagen intensiv für ihren Jungen und nehmen sie nachts ins Maul [3;3].

Gefährdung und Schutz

Der Pfauenmaulbrüter ist weit verbreitet. Im südlichen Teil des Malawisees wird er stark befischt, nicht aber im übrigen Areal. Er gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2006, bestätigt 2018, nicht als gefährdet [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird lokal für Speisezwecke gefangen und befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [2; 4]. In Deutschland liegen die Angebote zwischen 1 € für Jungtiere und 50 € für Zuchtpaare (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 30 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt das Gutachten über die Haltung von Zierfischen für eine Haremsgruppe eine Beckenkantenlänge von 80 cm vor (= ca. 112 l). Dieser Wert wurde in die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1908 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als "Haplochromis venustus" beschrieben und kam später in die von Ethelwynn Trewavas, 15 Jahre nach BOULENGERS Pensionierung Ichthyologin am British Museum, aufgestellte Gattung Nimbochromis [2].

Literatur und Internetquellen

  1. FISCH-LEXIKON
  2. FISH BASE
  3. KONINGS, A. et al. (2019). Nimbochromis venustus (amended version of 2018 assessment). The IUCN Red List of Threatened Species 2019: e.T60891A155043472. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T60891A155043472.en . Downloaded on 20 December 2020.
  4. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx