Gespenstschrecken (Phasmatodea)

Gespenstschrecken - Heteropterygidae

Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata) im Tiergarten Schönbrunn Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata) im Tiergarten Schönbrunn
© Norbert Potensky / TG Schönbrunn

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Gespenstschrecken (Phasmatodea)
Unterordnung: Verophasmatodea
Teilordnung: Areolatae
Familie: Heteropterygidae

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Unterfamilie: Dataminae
Tribus: Datamini

D NB 650

Borneo-Dornschrecke

Epidares nolimetangere • The Touch-me-not Stick Insect • Le phasme épineux de Bornéo

I epidares nolimetangere lautenbach PD1
Borneo-Dornschrecke (Epidares nolimetangere) im Vivarium du Moulin, Lautenbach-Zell © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I epidares nolimetangere lautenbach PD2
Borneo-Dornschrecke (Epidares nolimetangere) im Vivarium du Moulin, Lautenbach-Zell © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I epidares nolimetangere dragus
Borneo-Dornschrecke (Epidares nolimetangere), links Weibchen, rechts Männchen. Foto: Drägüs, übernommen aus Wikimedia Commons unter der GNU Free Documentation-Lizenz

 

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Verbreitung 

Südost-Asien: Malaysia (Sarawak).

Biologie

Mit einer Länge von bis zu 5 cm bei den Weibchen und 4 (3-4.5) cm bei den Männchen ist die Borneo-Dornschrecke eine der kleinsten in Terrarien gehaltenen Gespenstschrecken. Der Körper ist bei beiden Geschlechtern mit zahlreichen Dornen bestückt, was sich im wissenschaftlichen Namen der Art niedergeschlagen hat (noli me tangere = rühr mich nicht an). Die Weibchen sind dunkelbraun mit einem hellen Rückenstreifen. Bei den Männchen gibt es zwei Farbmorphen - neben der braunen Grundfarbe entweder rote oder blaugrüne Zeichnungsmuster [2; 3].

Die Vermehrung erfolgt geschlechtlich. Das Weibchen legt pro Woche mittels einer Legeröhre bis zu 2-3 mal ein einzelnes Ei in eine kleine, selbst gegrabene Kuhlen. Die Eiproduktion kann bis zu 20 Monaten anhalten. Die braun-grünen Nymphen schlüpfen nach ca. 4-6 Monaten. Sie messen beim Schlupf je nach Quelle 7 oder ca. 14 mm. Nach 3-4 Monaten sind sie ausgewachsen [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Nicht zuletzt wegen ihres geringen Platzbedarfs sind Sungay-Gespenstschrecken beliebte Terrarientiere. Paare werden z. B. für 15 € angeboten [Online-Inserate 2022].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1942 von dem niederländischen Zoologen und Paläontologen Wilhelm de HAAN unter dem Namen Phasma (Acanthoderus) nolimetangere erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Epidares wurde 1904 von dem österreichischen Entomologen Josef REDTENBACHER eingeführt. E. nolimetangere ist die einzige Art der Gattung. Zur Zeit sind keine Unterarten anerkannt. Ein aktueller Zuchtstamm mit bekannter Herkunft läuft unter dem Namen „Santubong“, daneben sind Tiere im Handel, die mit unterschiedlichen Stämmen gemischt wurden [1; 4]

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. ESCH, A. (2013)
  3. LE MONDE DES PHASMES
  4. PHASMATODEA

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Unterfamilie: Heteropteryginae
Tribus: Heteopterygini

D NB 650

Grüne oder Malaiische Riesengespenstschrecke

Heteropteryx dilatata • The Malayan Giant Jungle Nymph • Le phasme géant dilaté

I heteropteryx dilatata PAP PD1
Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I heteropteryx dilatata PAP PD3
Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I heteropteryx dilatata PAP PD2
Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I heteropteryx dilatata schmiding PD
Grüne Riesengespenstschrecke (Heteropteryx dilatata) im Zoo Schmiding © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Südost-Asien: Malaysia, Thailand.

Biologie

Die Weibchen der Malaysische Riesengespenstschrecke erreichen eine Länge bis zu 17 cm und ein Gewicht bis zu 50 g und sind damit die schwersten aller Gespenstschrecken. Sie sind oben meist hellgrün, unten dunkelgrün gefärbt. Mit ihren rudimentären Flügeln können sie bei Bedrohung Geräusche erzeugen. Die Mänchen sind zierlicher und werden nur 12-13 cm lang. Im Gegensatz zu den Weibchen haben sie gut entwickelte Flügel und sind flugfähig. Beide Geschlechter tragen gut ausgeprägte Dornen an den Hinterbeinen, mit denen sie Feinde abwehren können [2; 3].

Nach der Paarung versenkt das Weibchen mit seinem Legestachel die Eier einzeln im Boden oder lässt sie einfach auf den Boden fallen. Die Nymphen schlüpfen nach 7-18 Monaten, bis sie ausgewachsen sind, dauert es je nach Temperatur weitere 12-36 Monate. Die Adulttiere leben dann noch 6-12 Monate weiter [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wegen ihrer Größe sind Malaysische Riesengespenstschrecken terraristisch von Interesse und werden deshalb auch regelmäßig zu Preisen von 4-6 € im Heimtierhandel angeboten [Online-Inserate 2018].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1798 von dem britischen Entomologen John PARKINSON anhand eines vermutlich aus Malaysia stammenden Exemplars als "Leocrates dilatatus" beschrieben und kam später in die von George Robert GRAY 1835 geschaffene Gattung Heteropteryx.

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. ESCH, A. (2013)
  3. TIERGARTEN SCHÖNBRUNN

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Unterfamilie: Obriminae
Tribus: Obrimini

D NB 650

Kleine Dornschrecke

Aretaon asperrimus • The Sabah Thorny Stick Insect • Le phasme épineux marteleur

I aretaon asperrimus schmiding PD
Kleine Dornschrecke (Aretaon asperrimus) im Zoo Schmiding © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I aretaon asperrimus halle KR1
Kleine Dornschrecken (Aretaon asperrimus) im Zoo Halle © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

I aretaon asperrimus halle KR2
Kleine Dornschrecken (Aretaon asperrimus) im Zoo Halle © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Verbreitung 

Südostasien: Malaysia (Bundesstaat Sabah), Philippinen (auf der Inselgruppe Palawan).

Biologie

Bei der Kleinen Dornschrecke werden die Weibchen etwa 9 cm, die Männchen 5-6 cm lang. Der Körper der Weibchen ist massig und durchgehend braun gefärbt, jener der Männchen schlanker und mit gelben bis ockerfarbigen Streifen auf Rücken und Flanken versehen. Bei beiden Geschlechtern ist der ganze Körper mit zahlreichen kleinen Dornen bedeckt [2].

Die Kleine Dornschrecke ist bodenlebend und nachtaktiv. Tagsüber versteckt sie sich unter Rindentstücken oder Laub, nachts sucht sie sich ihre Nahrung, die ausschließlich aus Blättern besteht. Bei der Paarung steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und lässt sich auch danach von ihm herumtragen. In der Folge kommt es in unregelmäßigen Abständen zu erneuten Kopulationen. Das Weibchen deponiert die Eier mit Hilfe seines Legestachels einzeln im Boden. Die Nymphen schlüpfen 4-6 Monate nach der Eiablage. Nach weiteren 6-8 Monaten sind sie erwachsen, die Lebenserwartung beträgt dann noch bis zu einem Jahr [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Kleine Dornschrecken sind terraristisch von Interesse, einfach zu pflegen  und werden deshalb auch regelmäßig zu bescheidenen Preise (z.B. 2-4 €) im Heimtierhandel angeboten [Online-Inserate 2018/2022].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1906 von dem österreichischen Entomologen Josef REDTENBACHER als "Obrimus asperrimus" beschrieben und kam später in die 1939 geschaffene Gattung Aretaon [1].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. ESCH, A. (2013)

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Unterfamilie: Obriminae
Tribus: Obrimini

D NB 650

Sungay-Gespenstschrecke

Sungaya inexpectata • The Sungay Stick Insect • Le phasme épineux de Sungay

I sungaya inexpectata landau PD1
Sungay-Gespenstschrecke (Sungaya inexpectata) im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I sungaya inexpectata wolhusen PD1
Sungay-Gespenstschrecken (Sungaya inexpectata) im Tropenhaus Wolhusen LU © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I sungaya inexpectata PAP PD1
Sungay-Gespenstschrecken (Sungaya inexpectata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I sungaya inexpectata wolhusen PD2
Sungay-Gespenstschrecken (Sungaya inexpectata) im Tropenhaus Wolhusen LU © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Südostasien: Philippinen (Bezirk Sungay auf Luzon) [1; 3].

Biologie

Die Weibchen erreichen eine Länge von 8 cm. Sie haben 2 Auswüchse am Scheitel und Dornen am Körper sowie einen gut entwickelten Legeapparat. Die Männchen werden 5-6 cm lang. Beide Geschlechter können entweder hellgrau oder dunkel gefärbt sein. Bei gehaltenen Tieren gibt es mittlerweile verschiedene Musterungen, die von weißlichen Flächen bis zu scharf abgegrenzten weißen Strichen reichen [2; 3].

Die Fortpflanzung kann parthenogenetisch oder geschlechtlich erfolgen. Die Eier werden mit dem Legestachel einzeln in die Erde gebohrt. Die Nymphen schlüpfen nach etwa 4-5 Monaten. Sie sind braun, etwa 15 mm lang, und haben 8 mm lange Antennen. Sie entwickeln sich in weiteren 4-5 Monaten zum erwachsenen Tier und haben dann noch eine Lebenserwartung von 9 Monaten [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Sunday-Gespenstschrecken sind terraristisch von Interesse, können bei Zimmertemperatur gehalten werden, sind auch sonst einfach zu pflegen, und werden deshalb auch regelmäßig zu bescheidenen Preise (z.B. 1-2(-5) €) im Heimtierhandel angeboten [Online-Inserate 2022].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde erst 1995 entdeckt und 1996 von dem deutschen Entomologen Oliver ZOMPRO unter ihrem heute gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es handelt sich um die einzige Art der Gattung. In Terrarien werden die Zuchtstämme "Highland" (parthenogenetische Fortpflanzung) und "Lowland" (geschlechtliche Fortpflanzung) gezüchtet [1; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. ESCH, A. (2013)
  3. LE MONDE DES PHASMES
  4. PHASMIDA SPECIES FILE

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Unterfamilie: Obriminae
Tribus: Obrimini

D NB 650

Riesendornschrecke

Trachyaretaon carmelae • The Giant Thorny Stick Insect • Le phasme épineux géant

I trachyaretaon carmelae wolhusen PD1
Riesendornschrecke (Trachyaretaon carmelae) imTropenhaus Wolhusen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I trachyaretaon carmelae dragus
Riesendornschrecke (Trachyaretaon carmelae). Foto: Drägüs, gemeinfrei

 

 

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Verbreitung 

Südostasien: Philippinen (auf der Inselgruppe Babuyan)

Biologie

Die Färbung der ca. 8 cm langen Männchen ist sehr variabel, meistens grènbraun. Sie weisen mehr Stacheln auf als die Weibchen. Diese werden 12-13 cm lang. Ihre Färbung ist meistens hellbraun, kann aber auch variieren. Die Vermehrung erfolgt geschlechtlich. Die Männchen sitzen oft tagelang auf den Weibchen. Die Eier werden mittels einer Legeröhre EINZELN in den Boden gelegt. Die Nymphen schlüpfen nach 2-3 Monaten und entwickeln sich während 5-6 Monaten zu Adulten [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Obwohl erst 2005 entdeckt, ist die Riesendornschrecke heute in der Terraristik weit verbreitet. Für die Eiablage benötigt sie ein mindestens 5 cm tiefes Substrat. Die Haltung ist unkompliziert. Meistens wird sie unter dem Synonym Trachyaretaon brueckneri angeboten [2].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde von den philippinischen Entomologen Ireneo LIT & Orlando EUSEBIO 2005 unter ihrem heute gültigen Namen erstmals wissenchaftlich beschrieben. Die bereits 1939 aufgestellte Gattung Trachyaretaon umfasst vier Arten [1; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. ESCH, A. (2013)
  3. LE MONDE DES PHASMES
  4. PHASMIDA SPECIES FILE

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Gelesen 12825 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 August 2023 13:26
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx