Käfer (Coleoptera)

Rosenkäfer

Rosenkäfer (Pachnoda sp.) Zoo Berlin Rosenkäfer (Pachnoda sp.) Zoo Berlin
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Überfamilie: Scarabaeoidea
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie: Rosenkäfer (Cetoniinae)

D NB 650

Goliathkäfer

Goliathus albosignatusThe Goliath Beetle • Le goliath

I goliathus albosignatus schmiding PD
Goliathkäfer (Goliathus signatus) im Zoo Schmiding © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I goliatghus albosignatus goliathusnet
Goliathkäfer (Goliathus signatus) Männchen, getrocknetes Exemplar © www.goliathus.net

 

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Verbreitung 

Südost-Afrika bis Südafrika: Mosambik, Simbabwe, Südafrika (ehem. Transvaal), Tansania [1; 2] und vermutlich weitere Länder.

Biologie

Goliathkäfer sind mit 10-11 cm Länge die größten Vertreter der Rosenkäfer und sind, wenn man die Kopffortsätze nicht berücksichtigt, auch größer als die Riesenkäfer. Ihr Körper ist mit einer samtenen Behaarung bedeckt. Sie sind zwar nicht so bunt wie andere Rosenkäferarten, aber sehr schön mit geschwungen schwarzen Längs- und Querstreifen gezeichnet. Die dunkel gefärbten, lederartigen Hinterflügel sind größer als die mancher kleinerer Singvögel [3; 4]. Im Falle von G. albosignatus wird für Männchen eine Länge bis zu 70 mm, für Weibchen bis zu 50 mm angegeben. Die Beine sind schwarz, an der Innenseite der mittleren und der Hinterbeine des Männchens befindet sich eine hellbraune oder schwarze Bürste [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Goliathkäfer sind beliebt als Terrarientiere und Sammlungsstücke. Tote Tiere werden in Deutschland für z.B. 14.50 € angeboten, lebende in den USA für 7 USD (Online-Inserate 2018).

Haltung

Goliathkäfer hält man am besten paarweise, weil die Männchen unter sich sehr unverträglich sind, und vergesellschaftet sie auch nicht mit anderen Arten [4].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1857 von dem schwedischen Entomologen Carl Henrik BOHEMAN beschrieben [1].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. ENCYCLOPEDIA OF LIFE
  3. KNAURS TIERREICH (1956-1961)
  4. SCHLÜTER, U. (2012)

D NB 650

Afrikanischer Rosenkäfer

Mecynorhina savagei • The Flower BeetleLe cétoine de Savage

I mecynorrhina savagei schmiding PD
Afrikanischer Rosenkäfer (Mecynorrhina savagei) im Zoo Schmiding © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Mecynorhina map
Vermutete Verbreitung von Mecynorhina savagei (dunkelblau), Mecynorhina boueyeri (rot) und Mecynorhina romyae (dunkelgrün)

 

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Verbreitung 

Zentral- und Westafrika: Kamerun, Kongo, Kongo Dem. [1]. Nach einer anderen Quelle vermutlich Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Liberia, Sierra Leone und Togo, während es sich bei den weiter östlich vorkommenden Populationen um andere, erst 2014 beschriebene Arten handelt [2].

Biologie

Bei den Arten der Gattung Mecynorhina sind die Männchen gehörnt. Mecynorhina savagei kann eine Länge von 35-65 mm erreichen. Die Weibchen graben ihre Eier im Boden ein und schützen sie durch eine Erdhülle vor Vertrocknen. Die ersten beiden Larvenstadien von Mecynorhina sind meist räuberisch und schrecken vor Kannibalismus nicht zurück. Ab dem 3. Larvenstadium werden sie verträglich. Die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert 9-10 Monate, die Adulten leben dann durchschnittlich noch etwa 3-5 Monate [3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Mecynorhina savagei sind beliebt als Terrarientiere und Sammlungsstücke. In den USA werden lebende Tiere für 20 USD angeboten (Online-Inserat 2018).

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1844 von dem englischen Entomologen Thaddeus William HARRIS beschrieben. Sie gehört zur Untergattung Chelorhinella. Die grammatikalisch richtige Schreibweise Mecynorrhina ist nomenklatorisch falsch [1].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. INSECTERRA
  3. SCHLÜTER, U. (2012)

D NB 650

Afrikanischer Rosenkäfer

Mecynorhina torquataThe Flower BeetleLe cétoine africain

I mecynorhina torquata besancon PD1
Afrikanischer Rosenkäfer (Mecynorrhina torquata), Weibchen im Zoo Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I mecynorhina torquata besancon PD2
Rosenkäfer (Mecynorrhina torquata), Männchen im Zoo Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Verbreitung 

Zentral- und Westafrika: Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Kongo, Kongo Dem., Sierra Leone, Uganda [1] und vermutlich weitere Länder.

Biologie

Männliche Rosenkäfer finden die Weibchen vor allem mit Hilfe ihrer Geruchsorgane. Die ersten Paarungen finden bereits wenige Tage bis Wochen nach dem Erscheinen der erwachsenen Käfer statt. Während dieser Zeit liefern sich die Männchen oft Schiebekämpfe. Bei der Paarung klettert das Männchen auf den hinteren Rückenbereich des Weibchens, drückt dessen Bauchplatten (Sternite) auseinander und verankert dann seinen ausstülpbaren Penis in einer dazu vorgesehenen Tasche des Weibchens. Der Geschlechtsakt, bei dem eine Samenkapsel (Spermatophore) übertragen wird, dauert wenige Minuten bis über eine Stunde. Das Weibchen speichert die Samenkapsel gewöhnlich vorerst in seiner Samenblase (Spermathek) und die Eier werden erst später befruchtet [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Mecynorhina torquata sind beliebt als Terrarientiere und Sammlungsstücke. In der Schweiz werden sie für z.B. 20 CHF angeboten, Angebot aus Deutschland für Unbterart ugandensis 79.50 €, in den USA 60-120 USD (Online-Inserate 2018).

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1782 von dem britischen Entomologen Dru DRURY, ursprünglich einem Silberschmied, beschrieben. Sie gehört zur Untergattung Mecynorhinella. Gegenwärtig werden drei Unterarten anerkannt. Die grammatikalisch richtige Schreibweise Mecynorrhina ist nomenklatorisch falsch [1].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. SCHLÜTER, U. (2012)

D NB 650

Ostafrikanischer Rosenkäfer

Pachnoda ephippiataThe East-African Sun BeetleLa cétoine marginée du Kenya

I pachnoda ephippiata besancon PD2
Rosenkäfer (Pachnoda ephippiata) im Zoo Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I pachnoda ephippiata besancon PD3
Rosenkäfer (Pachnoda ephippiata) im Zoo Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I pachnoda ephippiata besancon PD1
Rosenkäfer (Pachnoda ephippiata) im Zoo Besançon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Ostafrika: Kenia, Kongo Dem., Ruanda, Tansania, Uganda [1].

Biologie

Die Nominatform des Ostafrikanischen Rosenkäfers wird bis 3 cm lang und weist auf der gelbbraunen Oberseite eine variable, symmetrische schwarze Zeichnung auf. Kopf und Unterseite sind weinrot, die Seiten und der Analschild sind mit weißen Punkten oder Querstreifen verziert.  P. e. francoisi wird nur 2.5 cm lang, die Grundfarbe oberseits ist gelb und die Unterseite weinrot oder gelblich. Die Geschlechtsunterschiede sind gering: Männchen haben eine Längsgrube an der Unterseite des Hinterleibs und an den Außenseiten der Unterschenkel der Vorderbeine haben sie zwei, die Weibchen drei Dornen [3].

Pachnoda-Arten fressen bevorzugt Obst und Blütenpollen. Der Entwicklungszyklus vom Ei zur Puppe dauert 5-7 Monate. Die Larven sind nicht kannibalisch. Die Kokons, in denen sie sich verpuppen, sind sehr hart. Die erwachsenen Käfer leben noch 2-6 Monate, selten bis zu einem Jahr [3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Rosenkäfer der Gattung Pachnoda sind nicht nur beliebte Terrarientiere und Sammlungsstücke, sondern dienen auch als Futtertiere. In der Schweiz werden sie für 5 CHF angeboten (Online-Inserat 2018).

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1867 von dem am Zoologischen Museum der Universität Berlin tätigen Entomologen Carl Eduard Adolph GERSTÄCKER beschrieben. Gegenwärtig werden 3 Unterarten anerkannt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. SCHLÜTER, U. (2012)

D NB 650

Westafrikanischer / Kongo-Rosenkäfer

Pachnoda marginataThe Central-African Sun BeetleLa cétoine marginée de l'Afrique centrale

I pachnoda marginata aquazoo PD
Kongo-Rosenkäfer (Pachnoda marginata) im Aquazoo Düsseldorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I pachnoda marginata peregrina goerlitz PD1
Rosenkäfer (Pachnoda marginata peregrina) im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Verbreitung 

Afrika: Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Kenia, Kongo Dem., Mali, Mauretanien, Senegal, Sierra Leone, (Süd-)Sudan, Tansania, Togo, Tschad, Tunesien [1] und wohl weitere Länder

Biologie

Bei der westafrikanischen Nominatform ist die Oberseite gelb mit ausgedehnter mattschwarzer bis dunkelbrauner Zeichnung, die Unterseite ist schwarz. Beim Kongo-Rosenkäfer (P. m. pergrina) ist der Gelbanteil höher. Der Hinterteil der Flügeldecken ist gelb und enthält je einen großen bräunlichen oder schwarzen Fleck. Die anderen, seltener gehaltenen  Unterarten weisen weitere Unterschiede auf. Die Käfer werden 2-2.5 cm lang. Die Geschlechtsunterschiede sind gering: Männchen haben eine Längsgrube an der Unterseite des Hinterleibs [2].

Die Weibchen produzieren pro Gelege 10-12 Eier, je nach Lebensdauer im Ganzen bis 178 Stück Die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Käfer dauert je nach Temperatur 84-224 Tage, meist um die 4 Monate. Die Larven werden bis zu 5 cm lang. Die erwachsenen Käfer leben miest noch 5-7, selten bis 13 Monate, wobei Weibchen älter werden als Männchen [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Rosenkäfer der Gattung Pachnoda sind nicht nur beliebte Terrarientiere und Sammlungsstücke, sondern insbesondere ihre Larven dienen auch als Futteriere. In der Schweiz werden Adulte für 5 CHF angeboten, in Deutschland Larven für 2 € (Online-Inserate 2018).

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1773 von dem britischen Entomologen Dru DRURY, ursprünglich einem Silberschmied, beschrieben. Gegenwärtig werden 8 Unterarten anerkannt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. CATALOGUE OF LIFE
  2. SCHLÜTER, U. (2012)

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Gelesen 1601 mal Letzte Änderung am Sonntag, 03 Februar 2019 11:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx