Land-, Baum- und Trugnattern

Arizona-Königsnatter

Chihuahua-Königsnatter (Lampropeltis pyromelana knoblochi) im Kölner Zoo Chihuahua-Königsnatter (Lampropeltis pyromelana knoblochi) im Kölner Zoo
© Thomas Ziegler, Zoo Köln

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Land- und Baumnattern (Colubrinae)

D LC 650

Arizona-Königsnatter, Bergkönigsnatter

Lampropeltis pyromelana • The Sonoran Mountain Kingsnake • Le serpent-roi de l'Arizone

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Arizona-Bergkönigsnatter (Lampropeltis p. pyromelana) im Arizona Sonora Deser Museum © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Approximative Verbreitung der Arizona-Bergkönigsnatter (Lampropeltis pyromelana)

 

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Arizona-Bergkönigsnatter (Lampropeltis pyromelana) im Arizona Sonora Deser Museum © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Huachuca-Bergkönigsnatter (Lampropeltis pyromelana woodini) im Zoo Augsburg beim Fressen einer Maus © Zoo Augsburg

 

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Arizona-Bergkönigsnatter (Lampropeltis pyromelana) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Arizona-Bergkönigsnatter (Lampropeltis pyromelana) im Arizona Sonora Desert Museum © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Die Arizona-Königsnatter ist eine kleinere bis mittelgroße Natter, die wie alle Vertreter ihrer Gattung äußerst attraktiv gefärbt ist. In europäischen Zoos werden etwa acht Lampropeltis-Arten in zahllosen Unterarten gehalten. Da aber abgesehen von spezialisierten Reptilienparks die Zoos in der Regel nur eine Art zeigen, ist die Zahl der Einrichtungen wo pyromelana zu sehen ist, nur mäßig groß.

Körperbau und Körperfunktionen

Arizona-Königsnattern können eine Länge von 110 cm erreichen, bleiben aber meist darunter. Der Kopf ist kaum vom Hals abgesetzt, das große Auge besitzt eine runde Pupille. Der Körper ist gestreckt, aber sehr kräftig. Die Körperschuppen sind nicht gekielt. Die Arizona-Königsnatter ist eine der schönsten dreifarbigen Königsnattern. Ihre Zeichnung besteht aus ziegel- bis leuchtendroten und weißen oder gelben Ringen, die durch breite schwarze Ränder voneinander getrennt sind. Die Schnauzenspitze ist weiß [2; 4].

Verbreitung

Südwestliches Nordamerika: Mexiko (Chihuahua, Sonora), USA (Arizona, Nevada, New Mexico, Utah) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Diese Königsnatter lebt im Gebirge von ca. 900 bis 2'800 m.ü.M. in deckungsreichen Lebensräumen mit Fels und Totholz, meist in Gewässernähe. Sie ernährt sich von Echsen, kleinen Schlangen und Kleinsäugern. Das Gelege besteht aus bis zu sechs Eiern, die im Juni oder Juli abgelegt werden. Die etwa 25 cm langen Jungen schlüpfen nach etwa drei Monaten [2].

Gefährdung und Schutz

Einzelne Populationen leiden unter Zerstörung ihres Lebensraums und Sammeltätigkeit für den Heimtierhandel. Verbreitung und Bestand sind jedoch vermutlich stabil. Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 wurde die Art daher als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im Heimtierhandel. In den USA liegen angebote zwischen 75 und 175 USD (Online-Inserate 2017).

Haltung

Für die paarweise Haltung wird ein Halbtrocken-Terrarium empfohlen, das mit einer Bodenheizung und einer Wärmelampe ausgestattet und mit Wurzelstöcken, Korkröhren, Steinen und einer Trinkschale eingerichtet ist. Als Bodengrund eignet sich ein lockeres Erde-Sandgemisch und darüber etwas Rindenmulch oder Koniferennadeln. Tagsüber ist ein Temperaturgradient von 25-32ºC anzustreben. Nachts sollte die Temperatur unter 18ºC absinken. Eine Ruhephase von etwa 5 Monaten bei 5-15ºC ist für die Zucht unabdingbar [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 40 Institutionen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei etwa gleich große Tiere mindestens gleich lang und 0.5x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll der halben Gesamtlänge entsprechen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) ist die Art nicht erwähnt. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) verlangt für 1-2 erwachsene Tiere eine Grundfläche von 0.5 m² bei einer Höhe von 40 cm. Für jedes weitere Adulttier ist die Grundfläche um 0.15 m² zu erhöhen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1866 von dem amerikanischen Zoologen Edward Drinker COPE aus Philadelphia als "Ophibolus pyromelanus" beschrieben. Die Zuordnung zur Gattung Lampropeltis erfolgte 1920 durch Frank Nelson BLANCHARD in seiner Publikation "A synopsis of the king snakes" [3].

Literatur und Internetquellen

  1. HAMMERSON, G.A. & MENDOZA-QUIJANO, F.2007. Lampropeltis pyromelana. The IUCN Red List of Threatened Species 2007: e.T63831A12720307. http://www.iucnredlist.org/details/63831/0. Downloaded on 14 October 2017.
  2. MEHRTENS, J. M. (1993)
  3. THE REPTILE DATA BASE
  4. TRUTNAU, L. (2002) 

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Gelesen 14837 mal Letzte Änderung am Dienstag, 07 Dezember 2021 17:13
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx