Landschildkröten

Ägyptische Landschildkröte

Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni) im Walter Zoo, Gossau Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni) im Walter Zoo, Gossau
© Walter Zoo Gossau

Ordnung: Schildkröten (TESTUDINATA)
Unterordnung: Halsbergerschildkröten (CRYPTODIRA)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)

D CR 650

EEPÄgyptische Landschildkröte

Testudo kleinmanni • The Egyptian Tortoise • La tortue d'Égypte

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Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni) im Zoo-Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Ägyptischen Landschildkröte. Rot: T. k. werneri

 

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Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni) in der Vallée des Tortues, Sorède © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Ägyptische Lanschildkröte (Testudo kleinmanni) im Walter Zoo © Walter Zoo Gossau

 

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Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Carapax und Plastron der Ägyptischen Landschildkröte (Testudo kleinmanni). Zeichnung Urs Woy, Zürich, für CITES-ID-Manual

 

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Ägyptische Landschildkröte ("Testudo leithii"). Abbildung aus P. J. SMIT et al. (1898). Zoology of Egypt. Volume First. Reptilia and Batrachia.

 

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Die Ägyptische Landschildkröte ist in der Natur stark gefährdet. Die Zoos haben daher für sie ein Erhaltungszuchtprogramm eingerichtet.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Carapaxlänge von unter 14 cm ist die Ägyptische Landschildkröte die kleinste aller Testudo-Arten. Ihr Rückenpanzer ist oval, mäßig gewölbt und in der Nacken region tief eingekerbt. Es ist ein Nuchalschild vorhanden, das Supracaudalschild ist ungeteilt und beidseits befinden sich 11 oder 12, selten auch nur 10 Marginalschilder.  Die Vorderbeine haben bemerkenswert große Schuppen [5].

Verbreitung

Ägypten (die Populationen westlich des Nils sind möglicherweise ausgestorben), Libyen. Auf der Sinai-Halbinsel und in Israel (Negev) kommt die Form werneri vor [4; 6; 7;].

Lebensraum und Lebensweise

Die Ägyptische Landschildkröte besiedelt Wüsten- und Halbwüstenhabitate (Artemisia-Steppe) mit einer Durchschnittstemperatur von 20°C (min. 12°C, max. 30°C) und einem Jahresniederschlag von etwa 50-200 mm. Es werden aufs Mal 1-3 (-4) verhältnismäßig große Eier gelegt. Zwischen den einzelnen Eiablagen können 20-30 Tage vergehen. Je nach Bebrütungstemperatur und Luftfeuchte schlüpfen die Jungen nach 56-121 Tagen [2; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Art galt seit 1996 als stark gefährdet, teils als Folge des Weidedrucks durch Haustierherden, hauptsächlich aber durch illegales Sammeln für den Tierhandel. Nachdem die Population in Nordostägypten (werneri) als eigene Art bzw. als neue Unterart von graeca abgetrennt wurde, wurden die restlichen Bestände 2003 als unmittelbar vom Aussterben bedroht eingestuft [4]. Da werneri mittlerweile wieder als eine Form von kleinmanni angesehen wird [1], müsste die Einstufung wohl überprüft werden.

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Der internationale Handel mit dieser Art war stets vergleichsweis unbedeutend. Über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten wurden im Jahresmittel nur rund 250 Tiere ausgeführt [3].

Haltung im Zoo

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 50 Institutionen gehalten, wovon sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Es besteht ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das seit 2020 als New Style EEP vom Zoo Rotterdam kooridniert wird. Ferner gibt es im Rahmen der European Studbook Foundation ein Zuchtbuch, das überwiegend private Halter erfasst.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für eine Kleingruppe mindestens 8x so lang und 4x so breit sein wie die Carapaxlänge. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, welches das 8x4-fache der Carapaxlänge misst. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Carapaxlänge dazu. Bei Unverträglichkeit müssen die Tiere einzeln gehalten werden. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist für 1-2 über 12 cm lange Tiere ein Behälter von 2 m² anzubieten. Für jedes weitere Tier ist die Fläche um 0.5 m² zu erhöhen.

Taxonomie und Nomenklatur

2001 wurde die im Negev vorkommende Population als eigene Art, Testudo werneri, beschrieben. Heute geht man aber davon aus, dass werneri keine valide Art ist [1; 6; 7].

Literatur und Internetquellen

  1. ATTUM, O., BAHA EL DIN, S., CARRANZA, S., EARLEY, R., ARNOLD, E. N. & KINGSBURY, B. A. (2007)
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. PERÄLÄ, J. 2003. Testudo kleinmanni. The IUCN Red List of Threatened Species 2003: http://www.iucnredlist.org/details/21652/0. Downloaded on 23 May 2017.
  5. ROGNER, M. (2008)
  6. THE REPTILE DATA BASE
  7. TURTLE TAXONOMY WORKING GROUP (2014)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx