Hirsche, Hirschferkel und Moschustiere

Chinesischer Muntjak

Chinesischer Muntjak, Bock, im Opel-Zoo Kronberg Chinesischer Muntjak, Bock, im Opel-Zoo Kronberg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überordnung: LAURASIATHERiA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
Tribus: Muntjaks (Muntiacini)

Red list status least concern

Invasive EU

  Chinesischer Muntjak, Zwergmuntjak

Muntiacus reevesi • The Chinese Muntjac or Chinese Barking Deer • Le muntjac de Formose

    
Chinesischer Muntjak, Weibchen, im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Chinesischer Muntjak, Weibchen, im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, verliert aber laufend geeignete Lebensräume. Sie wird stark genutzt und die Bestände nehmen ab. Trotzdem wird sie noch als nicht gefährdet angesehen, Siehe dazu auch unter "Besonderes" (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Erwerb und Abgabe, Haltung, Zucht, Aufzucht, Transport und Freilassen von Chinesischen Muntjaks sind nach Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 betreffend invasive Arten verboten.

Verbreitung: Ostasien: Südostchina und Taiwan. Angesiedelt in Europa.

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Chinesische Muntjaks (Muntiacus reevesii) im Zoo Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
In England und Wales gibt es eine große Population des Chinesischen Muntjaks, die weiter im Zunehmen begriffen ist. Kleinere Bestände existieren auch schon in Schottland. Die Tiere gehen zurück auf einen Import, den der 11. Duke of Bedford im Jahr 1901 tätigte. Die ursprünglich elf Tiere wurden im Hirschpark des Grafen in Woburn Abbey gehalten, von wo sie zum Teil entwichen, zum Teil absichtlich 119-006-003-004 muntiacus reevesii muenster
Chinesische Muntjak-Paar (Muntiacus reevesii) im Zoo Münster © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
freigesetzt wurden. Ebenfalls 1901 wurden 31 Indische Muntjaks (Muntiacus muntiac) in Woburn Abbey eingesetzt. Diese starben aber wieder aus. Über Jahrzehnte galt der Muntjak als eine unbedenkliche Ansiedlung einer fremdländischen Hirschart. Nachdem die möglichen hohen Wilddichten erreicht sind, speziell in Zentralsüdengland, gibt es mittlerweile Bedenken wegen der potenziellen Auswirkungen auf die heimische Flora und eine stärkere Bejagung wird in vielen Vorkommen als notwendig angesehen. (CHAPMAN, 1996). Aussetzungen erfolgten auch in Frankreich, wo die Art wieder verschwunden ist, und in den Niederlanden, wo sie nicht richtig Fuß fassen konnte und in den letzten Jahren eine rückläufige Bestandestendenz zeigt (Nederlands Soortenregister).

Haltung in europäischen Zoos: Der Chinesische Muntjak ist auf der 2016 veröffentlichten Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung aufgeführt und darf, wenn es nach der EU-Kommission geht, in Zukunft nicht mehr gehalten werden. Gegenwärtig (2018) ist er in rund 160 Zoos anzutreffen, von denen sich gegen ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Wie Chinesische Muntjaks gehalten werden (Beispiel):
Rote Pandas und Weiße Ohrfasanen im Tierpark Görlitz ZOOLEX Gallery

Mindestanforderungen an Gehege: Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für den Chinesischen Muntjak nicht zu. Dieser lebt solitär, allenfalls paarweise oder in kleinen Familiengruppen [5] und ist auch so zu halten.

Literatur und Internetquellen:

  1. CHAPMAN N.G. (1996)
  2. FELLENDORF, S. (2012)
  3. SCHERPE, W-P. (1971)
  4. TIMMINS, J & CHAN, B. (2016). Muntiacus reevesi. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T42191A22166608. http://www.iucnredlist.org/details/42191/0. Downloaded on 26 May 2018.
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)
  6. Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission vom 13. Juli 2016 zur Annahme einer Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung ABl. L 189/4 vom 14. Juli 2016.

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Gelesen 511 mal Letzte Änderung am Samstag, 23 Juni 2018 09:18
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