Kakadus

Gelbwangenkakadu

Orangehaubenkakadu (Cacatua sulphurea citrinocristata) im Loro Parque, Tenerife Orangehaubenkakadu (Cacatua sulphurea citrinocristata) im Loro Parque, Tenerife
Matthias Reinschmidt, Loro Parque

Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Kakadus (Cacatuidae)
Unterfamilie: Graue und Weiße Kakadus (Cacatuinae)

D CR 650

EEP Gelbwangenkakadu,
Kleiner Gelbhaubenkakadu

Cacatua sulphurea • The Yellow-crested Cockatoo • Le cacatoès soufré

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Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea citrinocristata) im Zoo Děčín © Děčín

 

 

 

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Verbreitung des Gelbwangenkakadus (Cacatua sulphurea)

 

 

 

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Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) im Loro Parque, Tenerife © Matthias Reinschmidt, Loro Parque

 

 

 

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Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) im Heimattierpark Fulda © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea)im Marineland Mallorca, Costa d'en Blanes, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Junger Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) im Loro Parque, Tenerife © Matthias Reinschmidt, Loro Parque

 

 

 

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Junge Gelbwangenkakadus (Cacatua sulphurea) im Loro Parque, Tenerife © Matthias Reinschmidt, Loro Parque

 

 

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Einst einer der häufigsten Kakadus im internationalen Tierhandel, gilt der Gelbwangenkakadu heute als vom Aussterben bedroht. In Zoos ist die Art noch sehr häufig, aber abgesehen von den Orangehaubenkakadus können viele Individuen keiner Unterart zugeordnet und daher auch nicht in Zuchtprogramme integriert werden, sodass mit einer Abnahme zu rechnen ist, wie man sie bereits in Nordamerika beobachten kann.

Körperbau und Körperfunktionen

Auch bei diesem kleinen, nur 33-35 cm langen und etwa 350 g schweren Kakadu unterscheiden sich erwachsene Männchen und Weibchen durch die Farbe der Iris: Beim Hahn ist sie schwarz, bei der Henne rotbraun. Der Schnabel ist schwarzgrau, der unbefiederte Augenring blassblau, und die Füße sind grau. Die Spitzaube und die namengebenden Ohrdecken haben gelbe, bei der Unterart citrinocristata orange Federn. Die Unterseite des Schwanzes ist gelblich angehaucht, ansonsten ist das Gefieder weiß [3; 5; 6; 8; 9].

Verbreitung

Australasien: Indonesien, Osttimor: Auf den kleinen Sundainseln und Sulawesi [1].

Lebensraum und Lebensweise

Gelbwangenkakadus sind Bewohner tropischer Tieflandwälder mit einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 80%. Werden sie z.B. in Wohnungen gehalten, wo die Luftfeuchtigkeit unter 60 % fällt, kommt es oft zu Federrupfen und ein Zoo "darf" dann die meist einzeln gehaltenen Vögel übernehmen. Ihre Nahrung suchen die Vögel überwiegend in den Bäumen. Gefressen werden Samen, Nüsse, Früchte, Beeren. Dabei gehen die Vögel auch an kultivierte Kapokbäume (Ceiba insignis, Bombax ceiba). Das Gelege besteht aus 2-3 Eiern, die 24-28 Tage von beiden Eltern bebrütet werden. Die Jungen verlassen die Nesthöhle mit (7-)10 Wochen, werden dann aber noch eine Weile von den Eltern gefüttert [6; 9].

Gefährdung und Schutz

Der Gelbwangenkakadu war früher in seinem Verbreitungsgebiet relativ häufig. Die Bestände sind aber dramatisch zurückgegangen, vor allem im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Hauptgrund für den Rückgang ist hauptsächlich der Fang für den Heimtiermarkt, aber auch Abholzungen in seinem Lebensraum haben dazu beigetragen. Mittlerweile ist der Gelbwangenkakadu auf vielen Inseln ausgestorben und die Wildpopulation wurde 2016 auf nur noch 1'000-2'500 erwachsene Individuen geschätzt. Die größte Population besteht noch auf Sumba, aber auch dort nimmt der Bestand stark ab, da nur noch 10% der Insel bewaldet sind. Dieser Kakadu wurde deshalb bereits ab dem Jahr 2000 als vom Aussterben bedroht eingestuft (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED) [1].

Der internationale Handel ist seit 2005 nach CITES Anhang I eingeschränkt.

Zoogestütztes Artenschutzprojekt: Das größte verbleibende Vorkommen des Orangehaubenkakadus (Cacatua sulphurera citrinocristata) existiert auf der indonesischen Insel Sumba. Obwohl der Kernlebensraum dort vor Abholzung und illegalem Fang weitgehend geschützt ist, erholen sich die Bestände nicht so wie erwartet, und es konnten in den letzten Jahren nur sehr begrenzte Bruterfolge beobachtet werden. Die Ursachen hierfür sind unklar. Nachdem bereits 1992 verschiedene Schutzmaßnahmen für den Gelbwangenkakadu in Indonesien ins Leben gerufen wurden, startete ein Projektteam, das von Burung Indonesia (BirdLife Indonesia) und dem Manupeu Tanadaru National Park unterstützt wird, 2015 damit, die überlebenden Populationen des Gelbwangenkakadus in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung ausfindig zu machen und die Ursachen für den mangelnden Bruterfolg abzuklären. Mit der Aktion „Zootier des Jahres 2017“ wurde das Projekt durch die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) und deren Partnerorganisationen und -zoos mit rund 28'000 € unterstützt [11].

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird bzw. wurde zur Fleischgewinnung bejagt und für den nationalen und heute illegalen internationalen Heimtierhandel gefangen. Im Zeitraum 1981-1989 wurden über 61'000 Vögel aus Indonesien exportiert. Von 2001-2018 wurden keine lebenden Wildfänge mehr legal ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden weltweit 4'970 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert [1; 4: 11].

Haltung

Als Höchstalter im Zoo werden 49 Jahre und 8 Monate angegeben, erreicht von einem Vogel im Londoner Zoo [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in allen Unterarten in rund 220 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Für die Unterart C. s. citrinocristata gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Dublin Zoo koordiniert wird. 2020 wurde auch für die übrigen Unterarten ein "New Style EEP" geschaffen, das der Zoo Neuwied koordiniert

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 2 m² und einer Höhe von 1 m erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind kleine Kakadus mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.7 m² und einer Höhe von 120 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.1 m² zu erweitern. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 6 m² Fläche und einer Höhe von 2m sowie bei Außenhaltung einen Schutzraum von 1 m² Fläche / 2 m Höhe undeiner Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar ist die Fläche um 50% zu erweitern.

Ersteinfuhr, Taxonomie und Nomenklatur

Der vermutlich erste Kakadu, der lebend nach Europa gelangt ist, war wahrscheinlich ein Gelbwangenkakadu, den Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen um 1240 von einem befreundeten Sultan erhielt. Erstmals beschrieben wurde der Gelbwangenkakadu als "Psittacus albus cristatus" im "Vogelbuch" des Naturforschers und Zürcher Stadtarztes Conrad GESNER, dessen erste deutsche Ausgabe 1557 bei FROSCHAUER in Zürich erschien [10].

Im Rahmen des LINNÉschen Systems wurde der Gelbwangenkakadu 1788 vom Göttinger Professor Johann Friedrich GMELIN als "Psittacus sulphureus" wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Cacatua wurde 1817 von dem französischen Ornithologen Louis Jean Pierre VIEILLOT eingeführt. 

Es werden 4 (nach Checkliste 6) Unterarten unterschieden:

  • Sulawesi-Gelbwangenkakadu (C. s. sulphurea): Sulawesi, Butung und weiteren Sulawesi vorgelagerte Inseln
  • Timor-Gelbwangenkakadu (C. s. parvula): Timor, Alor, Lombok, Sumbawa, Flores, Komodo, Pantar und Semau
  • Orangehaubenkakadu (C. s. citrinocristata): Sumba
  • Abbott-Kakadu (C. s. abbotti): Masalembu-Inseln) nordöstlich von Java [6; 7}.

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Cacatua sulphurea. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22684777A131874695. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22684777A131874695.en . Downloaded on 10 August 2019.
  2. BROUWER, K., JONES, M. L., KING, C. E. und SCHIFTER, H. (2000)
  3. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  4. CITES TRADE DATA BASE
  5. DE GRAHL, W. (1979/82)
  6. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  7. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  8. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  9. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  10. STRUNDEN, H. (1984)
  11. ZGAP - Zootier des Jahres

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Gelesen 4577 mal Letzte Änderung am Freitag, 16 Oktober 2020 10:26
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx