Sperlinge, Weber, Witwen

Napoleonweber

Napoleonweber (Euplectes afer) im Opel Zoo Napoleonweber (Euplectes afer) im Opel Zoo
© Opel Zoo, Kronberg

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Unterfamilie: Eigentliche Weber (Ploceinae)

D LC 650

Tahaweber, Napoleonweber

Euplectes afer • The Yellow-crowned Bishop • L' euplecte vorabé

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Napoleonweber (Euplectes afer afer), Hahn in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Tahawebers (Euplectes afer)

 

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Napoleonweber (Euplectes afer afer), Henne in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Nest des Napoleonwebers (Euplectes afer) im Opel-Zoo Kronberg © Opel Zoo

 

 

 

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Napoleonweber (Euplectes afer), Männchen im Zoo Magdeburg © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Napoleonweber (Euplectes afer), Weibchen im Zoo Magdeburg © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Tahaweber (Euplectes afer taha). Illustration aus SMITH, A. (1838) Illustration of the Zoology of South Africa. Gemeinfrei.

 

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Der Napoleon- oder Tahaweber ist einer der kleinsten Webervögel. Er ist nicht gefährdet. Das auffällige Brutgefieder der Hähne erregt jedoch die Aufmerksamkeit des Publikums, was ihn zu einem guten Botschafter für Arten- und Biotopschutz in afrikanischen Feuchtgebieten macht. Er ist auch ein Beispiel für eine Tierart, die sich außerhalb ihres angestammten Areals invasiv verhalten kann. Er wird deshalb in recht vielen europäischen Zoos gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Napoleonweber erreicht eine Gesamtlänge von 10-11 cm und ein Gewicht von 11-20 g. Er hat einen sehr kurzen Schwanz. Beim Hahn sind im Brutkleid Kopf, Oberseite, Brust und Flanken gelb, der Nacken je nach Unterart gelb oder schwarz, die Flügeldecken schwarzbraun mit gelben Säumen, Stirn, Wangen, Kehle und Bauch schwarz. Im Ruhekleid und bei der Henne sind die Oberseite graubraun-schwarz und die Brust gelblich gestreift  [2; 3; 4]

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara: Angola, Äthiopien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Eritrea, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, DR Kongo, Lesotho, Liberia, Mali, Mauretanien, Mosamik, Namibia, Niger, Nigeria, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Südafrika, Südsudan, Swasiland, Tansania, Togo, Uganda, Zentralafrikanische Republik.
Eingeführt in Jamaika, Japan, Puerto Rico sowie in Portugal, von wo er sich auch nach Südspanien verbreitet hat [1].

Lebensraum und Lebensweise

Sümpfe und überflutetes Grasland bilden den natürlichen Lebensraum des Tahawebers. Er ist aber ein Kulturfolger, der auch in Vorstädten und Industriegebeiten verbreitet ist, wo er seine Nester gerne in Ständen invasiver Pflanzen, wie Tagetes, Cosmea oder Epilobium  baut. Die Nester liegen tief, etwa 30 cm über dem Wasserspiegel oder bis zu einem Meter über Grund, und sind gut versteckt. Der Hahn ist polygyn und  versucht seine Auserwählten durch auffällige Balzflüge zu beeindrucken. Die Gelege bestehen aus 3-4, ca. 18x13 mm großen Eiern, die während 13-14 Tagen allein von den Hennen bebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert (je nach Quelle) 13 bzw. 21 Tage [2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Populationsgröße ist zwar nicht bekannt, aber da dieser Vogel ein riesiges Verbreitungsgebiet hat und die Bestände stabil zu sein scheinen, gilt er nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Napoleonweber können in begehbaren Volieren oder Tropenhäusern gehalten und mit zahlreichen anderen Tierarten vergesellschaftet werden, im "AFRICAMBO 2" des Magdeburger Zoos z.B. mit Textor- und- Oryxwebern, Oliventauben und Kronenkiebitzen [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 50 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Webervögel.

In Deutschland gibt das Kleinvogel-Gutachten des BML von 1996 für ein Paar kleine Webervögel einen Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) vor. Für jeweils 2-3 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² für bis zu 20 Vögel vorhanden sein. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist für ein Paar Napoleonweber ein Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) erforderlich. Für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Für die Schwarmhaltung sind Volieren erforderlich. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum von mindestens 1 m² Grundfläche vorhanden sein.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Napoleonweber wurde 1789 vom Göttinger Professor Johann Friedrich GMELIN in der von ihm bearbeiteten 13. Auflage von LINNÉS "Systema Naturae" als "Loxia afer" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der heute gültige Gattungsname Euplectes wurde 1830 vom englischen Ornithologen und Künstler William SWAINSON eingeführt. Bisweilen wurde er in eine eigenen Gattung Taha gestellt. Es werden drei Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Euplectes afer. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22719164A131990926. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22719164A131990926.en . Downloaded on 27 January 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx