Aras und Keilschwanz-Sittiche

Hyazinthara

Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus) im Zoo Berlin Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus) im Zoo Berlin
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D EN 650

Hyazinthara

Anodorhynchus hyacinthinus • The Hyacinth Macaw • L'ara hyacinthine

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Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus) im Tiergarten Straubing © Wolfgang Peter, TG Straubing
Gefährdung und Schutz: Der Hyazinthara wird als stark gefährdet beurteilt (Rote Liste: ENDANGERED), da die Bestände in der Vergangenheit stark zurück gegangen sind und die Ursachen dafür (illegaler Fang für den Heimtierhandel und Lebensraumverlust) immer noch bestehen.

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Approximative Verbreitung des Hyazintharas (Anodorhynchus hyacinthinus); dunkelblau: gegenwärtige Verbreitung; rot: vermutlich ausgestorben
Der Wildbestand wurde 2003 auf rund 6'500 Individuen geschätzt. Durch Verbieten des Aushorstens, das Pflanzen von Acuri-Palmen (Attalea (Scheelea) phalerata)  und anderen Bäumen sowie das Bereitstellen von Nistkästen wird versucht, der Bestandesabnahme entgegen zu wirken.

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Verbreitung: In drei mittlerweile isolierten Populationen am Rand von tropischen Regenwäldern in Südamerika: Bolivien, Brasilien, Paraguay, die meisten Vögel leben im Pantanal.

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Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus) im Tiergarten Straubing © Wolfgang Peter, TG Straubing
Körperbau und Körperfunktionen: Mit 1 m Gesamtlänge und einem Gewicht von 1200-1400 g ist der Hyazinthara der größte Papagei.

Lebensraum und Lebensweise: Der Hyazinthara bewohnt vorzugsweise sumpfige Wälder und Palmenhaine, wo er in Verbänden von bis zu 20 Vögeln anzutreffen ist. Mit seinem gewaltigen Schnabel knackt er Palmnüsse, seine Lieblingsnahrung, daneben frisst er Wildfeigen, andere Früchte, Beeren und Samen. Gebrütet wird in Baumhöhlen in alten Palmen, in der Regel in der Nähe von Wasserläufen. Es werden 1-2, selten 3 Eier gelegt, die 28-30 Tage bebrütet werden. Die Nestlngszeit beträgt rund 90 Tage und mit 8-12 Monaten werden die Jungvögel selbständig.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 100 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Vermutlich wurde der Hyazinthara erstmals 1867 in einem Zoo (London) gezeigt. Um 1880 gelangten mehrere Exemplare nach Europa, u.a. in den Zoo Berlin und zu Hagenbeck. Die erste Zucht in Menschenobhut gelang vermutlich 1968 im Zoo von Kobe (Japan). Heute werden Hyazintharas in verschiedenen Zoos (und auch bei Privathaltern) gezüchtet, so im Tierpark Berlin, in Magdeburg, in Wuppertal und im Loro Parque.

Obwohl sie unterschiedlichen Gattungen angehören, können Hyazintharas mit Gelbbrust- oder Hellroten Aras Mischlinge produzieren.

Literatur und Internetquellen:

  1. BIRDLIFE INTERNATIONALl 2014. Anodorhynchus hyacinthinus. The IUCN Red List of Threatened Species. Version 2014.2. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 03 November 2014.
  2. LANTERMANN, W. (1984)
  3. LEPPERHOFF, R. (2004)

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Gelesen 329 mal Letzte Änderung am Sonntag, 24 Juni 2018 15:31
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx