Weichtiere (Mollusca)

Riesenschnecken - Achatinidae

Große Achatschnecke (Achatina fulica) im Tierpark Hellabrunn Große Achatschnecke (Achatina fulica) im Tierpark Hellabrunn
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stamm: Weichtiere (Mollusca)
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Unterklasse: Orthogastropoda
Überordnung: Heterobranchia
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Teilordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Achatinoidea
Familie: Afrikanische Riesenschnecken (Achatinidae)
Unterfamilie: Afrikanische Riesenschnecken i. e. S. (Achatininae)
Tribus: Achatinini

Zur Familie der Afrikanischen Riesenschnecken gehören die größten terrestrischen Mollusken. Entsprechend sind ihre Vertreter bei privaten Haltern sehr beliebt und werden häufig in Zoos gezeigt. Die Familie wurde 1840 vom englischen Ornithologen und Künstler William SWAINSON aufgestellt. Sie bestand ursprünglich aus der heutigen Unterfamilie Achatininae, zu der sich im Lauf der Zeit 11 weitere Unterfamilien gesellten, und die in den 1990er Jahre in drei Tribus mit zusammen 19 Gattungen oder Untergattungen unterteilt wurde. Typusart ist die Echte Achatschnecke (Achatina (Achatina) achatina). Lissachatina wurde 1950 von dem US-amerikanischen Zoologen Joseph C. BECQUAERT als neue Untergattung beschrieben. Heute gilt sie als Gattung, wobei im Handel und auf Gehegeschildern in Zoos für die einzelnen Arten nach wie vor meistens der Name Achatina verwendet wird.

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Echte Achatschnecke

Achatina achatina • The Giant African Land Snail •L'escargot géant africain

M achatina achatina HRO PD1
Echte Achatschnecke (Achatina achatina) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Echte Achatschnecken (Achatina achatina) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Echte Achatschnecken (Achatina achatina) im Zoo Stralsund © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Verbreitung

Westafrika: Küstenregion zwischen Guinea und Süd-Nigeria

Biologie

Die oft auch Tigerachatschnecke genannte Echte Achatschnecke ist mit einer Gehäuselänge von bis zu 20 cm (meist 15-16 cm) und einer Breite bis zu 10 cm mit die größte bekannte Landlungenschnecken. Das Gehäuseende (Apex) läuft relativ spitz zu. Das Schwanzende ist "V"-förmig wir bei Arten der Gattung Archachatina [3].

 

Neben Pflanzen, Früchten und Gemüse fressen die Schnecken auch Aas und erhalten dadurch tierisches Eiweiß.

Die Tiere sind Zwitter. Sie werden mit 20 Monaten geschlechtsreif und können ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen. Sie sind eierlegend. Die Gelege umfassen bis zu 200, ca. 8-9 mm große Eier [2;3].

Gefährdung und Schutz

Die Echte Achatschnecke wird durch die Rote Liste der IUCN nicht erfasst.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Echte Achatschnecke kann in Pflanzungen erhebliche Schäden anrichten. Andererseits spielt sie als Nahrungsmittel für die lokale Bevölkerung eine Rolle. In Westafrika wird die Art für den Lebensmittelmarkt gezüchtet [1].

Haltung

Echte Achatschnecken werden oft als Terrarientiere in Privathand gehalten und es wurden verschiedene Farbvarietäten herausgezüchtet. Es gibt in den deutschsprachigen Ländern keine tierschutzrechtlichen Haltungsstandards.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als Helix achatina beschrieben [2]. In Zoos ist die Artbezeichnung nicht immer korrekt, da oft Achatina fulica als A. achatina angeboten werden.

Literatur und Internetquellen

  1. ARTHROPODUS
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. http://www.ueber-die-schneck.de

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Große Achatschnecke

Achatina (= Lissachatina) fulica • The Giant East African Land Snail • L'achatine foulque

M achatina osnabrueck PD
Große Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) fulica) im Zoo Osnabrück © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Große Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) fulica) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

M achatina fulica lautenbach PD1
Große Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) fulica) im Vivarium du Moulin, Lautenbach-Zell © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

M achatina fulica schneckenundmuscheln
Gehäuse einer Albino-Achatina fulica (8 cm) © www.schnecken-und-muscheln.de [Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)

 

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Verbreitung

Natürliches Verbreitungsgebiet: Küstengebiete und Inseln in Ostafrika, von Mosambik bis Somalia. Eingeführt in: Marokko, Elfenbeinküste, Ghana, Japan, einigen Indischen Inseln, Australien, Südostasien und auf den Amerikanischen Kontinenten [2].

Biologie

Das Gehäuse von Achatina fulica wird bis zu 15 cm, im Extremfall bis 25 cm lang (meist 10-12 cm). Das Gehäuseende (Apex) läuft relativ spitz zu. Das Schwanzende ist nicht "V"-förmig [3; 4].

Die Tiere sind eierlegende Zwitter. Sie werden vor Erreichen ihrer Endgröße mit 5-6 Monaten geschlechtsreif und können ein Alter von bis zu 7 Jahren erreichen. Die Gelege umfassen bis zu 500, ca. 4-5 mm große Eier. Natürliche Feinde der Riesenschnecken sind Planarien, Käfer, Ameisen, Krabben, Kröten, Warane und bodenlebende Vögel, die entweder die Eier verzehren oder die Schnecken selbst angreifen [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Große Achatschnecke wird durch die Rote Liste der IUCN nicht erfasst.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Große Achatschnecke kann in Pflanzungen erhebliche Schäden anrichten und wird dahergebietsweise als "Schneckenpest" bezeichnet. Außerhalb ihrer natürlichen Verbreitung entkommene oder ausgesetzte Große Achatschnecken verhalten sich invasiv. In den USA ist daher die Haltung von Achatschnecken verboten worden. Andererseits spielt sie als Nahrungsmittel für die lokale Bevölkerung eine Rolle [1; 2; 3].

Haltung

Große Achatschnecken werden oft als Terrarientiere in Privathand gehalten und es wurden verschiedene Farbvarietäten herausgezüchtet. Es gibt in den deutschsprachigen Ländern keine tierschutzrechtlichen Haltungsstandards.

Taxonomie und Nomenklatur

In Zoos ist die Artbezeichnung nicht immer korrekt, da oft Achatina fulica als A. achatina angeboten werden. Die Art wurde 1822 von dem englischen Forschungsreisenden Thomas Edward BOWDICH als Achatina fulica erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Bezeichnung Lissachatina wurde 1950 als Untergattung eingeführt und wird heute bisweilen als Gattungsname verwendet [1; 2; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. ARTHROPODUS
  2. BEQUAERT, J. C. (1950). Studies in the Achatininae, a group of African land snails. Bulletin of the Museum of Comparative Zoology. 105(1): 1-216, plates 1-81.
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. http://www.ueber-die-schneck.de
  5. SCHNECKEN UND MUSCHELN.DE

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 Neue Tierart

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Sansibar-Achatschnecke

Achatina (= Lissachatina) zanzibarica • The Zanzibar Land Snail • L'achatine du Zanzibar

M achatina zanzibarica HRO PD1
Sansibar-Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) zanzibarica) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

M achatina zanzibarica HRO PD2
Sansibar-Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) zanzibarica) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

M achatina zanzibarica HRO PD3
Sansibar-Achatschnecken (Achatina (Lyssachatina) zanzibarica) im Zoo Rostock © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Sansibar-Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) zanzibarica) im Zoo-Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

M achatina zanzibarica BER KR2
Sansibar-Achatschnecke (Achatina (Lyssachatina) zanzibarica) im Zoo-Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Verbreitung

Ostafrika: Kenia und Tansania, das Typusexemplar stammt aus Sansibar [2; 3].

Biologie

Das Gehäuse der Sansibar-Achatschnecke wird 80-135 mm lang. Seine Form ist variabel länglich-oval oder leicht bauchig-oval, schmal und spitz zulaufend mit 6-7 Windungen. Seine Färbung variiert von haselnussbraun bis strohgelb, eventuell mit haselnussbraunen Streifen. Es gibt auch "pink top" genannte Exemplare mit rötlicher Spitze. Der Weichkörper ist grau mit dunklem Aalstrich [1].

Im Gegensatz zu den meisten Achatin- / Lissachatina-Arten sind die Tiere ovovivipare Zwitter. Sie werden mit etwa 6 Monaten geschlechtsreif. Die Eier werden in der Lunge inkubiert. Die Wurfgröße liegt bei 40-50 (30-60) erbsengroßen Jungtieren [1].

Gefährdung und Schutz

Die Sansibar-Achatschnecke wird durch die Rote Liste der IUCN nicht erfasst.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Keine Angaben gefunden. Es dürfte in etwa dasselbe gelten wie für die anderen Achatschnecken.

Haltung

Sansibar-Achatschnecken werden oft als Terrarientiere in Privathand gehalten und werden in verschiedenen Farbvarietäten angeboten. Die Preise liegen in Deutschalnd bei ca. 4.40-17 €, letztere für die Varietät "pink top". Es gibt in den deutschsprachigen Ländern keine tierschutzrechtlichen Haltungsstandards.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1879 erstmals 1879 von dem französischen Malakologen Jules René BOURUIGNAT beschrieben. Dieser war Generalsekretär der Société malacologique de France und hatte insgesamt 112 neue Gattungen aufgestellt und 2540 neue Molluskenarten beschrieben. Die Bezeichnung Lissachatina wurde 1950 als Untergattung eingeführt und wird heute bisweilen als Gattungsname verwendet [2; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. ACHATSCHNECKEN-TEAM
  2. BEQUAERT, J. C. (1950). Studies in the Achatininae, a group of African land snails. Bulletin of the Museum of Comparative Zoology. 105(1): 1-216, plates 1-81.
  3. MOLLUSCA BASE
  4. WORMS

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Gelesen 20970 mal Letzte Änderung am Samstag, 16 September 2023 16:31
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