Buntbarsche

Segelflosser

Segelflosser (Pterophyllum scalare), Zuchtform im Zoo Rhenen Segelflosser (Pterophyllum scalare), Zuchtform im Zoo Rhenen
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Südamerikanische Buntbarsche (Cichlinae)

Vorbemerkung

Segelflosser gehören mit zu den beliebtesten Fischen für Hobbyaquarianer und werden in zahlreichen Spielarten gezüchtet. Auch in Zoos und Schauaquarien sind sie häufig anzutreffen, wo sie wegen ihrer Gestalt stets die Aufmerksam des Publikums finden und so als Botschafter für die Erhaltung der Biodiversität im tropischen Südamerika dienen können.

Mindestanforderungen an die Haltung (für alle Arten)

In Deutschland gibt das Gutachten für die Haltung von Zierfischen für die Gruppenhaltung von Fischen der Gattung Pterophyllum eine Beckenkantenlänge von mindestens 100 cm (= ca. 200 l) vor. Zur Zucht können für die Paare kleinere Becken verwendet werden. Dies wurde von Österreich in die 2. Tierhaltungsverordnung übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge der gehaltenen Fische (ohne Schwanz) angeboten werden müssen.

D NB 650

Hoher Segelflosser

Pterophyllum altum • The Deep Angelfish or Orinoco Angelfish • Le scalaire haut

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Hoher Segelflosser (Pterophyllum altum), Aquazoo Düsseldorf © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Hohen Segelflossers (Pterophyllum altum)

 

 

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Hoher Segelflosser (Pterophyllum altum) © Jeff Kubina auf flickr. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Hohe Segelflosser wird bis zu 18 cm lang und bis zu 20 cm hoch. Er unterscheidet sich von Pterophyllum scalare durch die steil ansteigende Kopf-Rückenlinie, die über der Schnauze sattelförmig eingebuchtet ist. Die Körperfarbe ist silbrig mit 4 dunkelbraunen bis schwarzen Querbinden auf Kopf, Körper und Schwanzflossenansatz sowie drei weniger ausgeprägten Zwischenstreifen[1; 2; 4].

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Amazonasbecken, Orinoko und Oberlauf des Río Negro [1].

Lebensraum und Lebensweise

Beim Hohen Segelflosser handelt es sich um einen paar- und revierbildenden, ruhigen Schwarmfisch, der sich hauptsächlich von Anfluginsekten, Insektenlarven und kleineren Fischen ernährt. Hohe Segelflosser mit Neonfischen (Paracheirodon innesi) zu vergesellschaften, ist daher nicht unbedingt eine gute Idee. Mit ihrer hohen Gestalt sind Segelflosser hochstrebenden Wasserpflanzenbeständen (z.B. Vallisnerien) bestens angepasst [1; 2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Hohe Segelflosser spielt für die gewerbliche Fischerei keine Rolle, befindet sich aber im internationalen Aquarienfischhandel. Er wurde erst 1950 erstmals nach Deutschland eingeführt [1; 4].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 30 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Hohe Segelflosser wurde 1903 von Jacques PELLEGRIN, Vizedirektor des Muséum national d'histoire naturelle in Paris unter seinem heute noch gültigen Namen beschrieben [1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. GILBERT, J. & LEGGE, R. (1981)
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)

D NB 650

Segelflosser

Pterophyllum scalare • The Angelfish • Le scalaire

Segelflosser (Pterophyllum scalare), Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Segelflosser (Pterophyllum scalare), Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Segelflossers (Pterophyllum scalare)

 

 

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Segelflosser (Pterophyllum scalare) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Segelflosser (Pterophyllum scalare) im Zoo Rhenen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Segelflosser wird bis zu 15 cm lang und bis zu 25 cm hoch. Die Grundfärbung ist der Wildform silbrig mit leicht grünem Hauch Querbinden wie bei P. altum. Es gibt im Freiland verschiedene "Rassen", die sich sowohl in der Gestalt als auch in der Färbung unterscheiden. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lassen sich Männchen und weibchen kaum unterscheiden [1; 2; 3; 5].

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Stehende und langsam fließende Gewässer im Bereich des mittleren Amazonas und dessen Nebenflüssen [5].

Lebensraum und Lebensweise

Der Segelflosser gehört zu den rund 2'000 Fischarten, welche die Altarme und Seen in den gigantischen Auen beidseits des Hauptstroms und der größeren Nebenflüsse des Amazonas bevölkern. Bevorzugt werden Gewässer mit dichter Unterwasser- und Ufervegetation. Jungtiere leben im Schwarm, Erwachsene als revierbildende Paare. Segelflosser sind Offenbrüter. Die bis zu 1'000 Eier werden vorzugsweise auf harten Pflanzenblättern abgelegt, die zuvor geputzt werden. Das Gelege wird intensiv bewacht und betreut und beide Eltern führen die Jungfische [5; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Fischereilich ist die Art bedeutungslos, dagegen spielt sie eine große Rolle im internationalen Aquarienfischhandel. Der Segelflosser wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg erstmals nach Deutschland eingeführt. Seitdem wurden zahlreiche Mutationen herausgezüchtet, die sich in Farbe und Körperform von der wilden Art unterscheiden und im Handel entprechend als Schwazer Skalar, Marmorskalar, Schleierskalar etc. bezeichnet werden. Dabei handelt es sich zum Teil um Hybriden zwischen P. altum und P. scalare [1; 5].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 130 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1823 von dem Studenten Ferdinand SCHULTZE im Rahmen eines von Martin Hinrich LICHTENSTEIN herausgegebenen "Verzeichniss der Doubletten des Zoologischen Museums der Königl. Universität zu Berlin nebst Beschreibung vieler bisher unbekannter Arten von Säugethieren, Vögel, Amphibien und Fischen" in knapper Form als "Zeus scalaris" beschrieben. CUVIER nannte sie 1831 "Platax scalaris" und der Präparator und Leiter der Fischsammlung des Wiener Naturhistorischen Museums, Johann Jakob HECKEL, stellte sie 1840 in die neue Gattung Pterophyllum. Bei der in der Literatur gelegentlich anzutreffenden Bezeichnung Pterophyllum eimekei handelt es sich um ein Synonym von P. scalare [1; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. GILBERT, J. & LEGGE, R. (1981)
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. PAEPKE, H.-J. & SCHINDLER, I. (2002)
  5. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)
  6. STUDER, P. (1986)  

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Gelesen 371 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 13:08
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