Rinder und Waldböcke

Hausyak

Hausyak-Bulle (Bos mutus f. grunniens) im Naturschutz-Tierpark Görlitz Hausyak-Bulle (Bos mutus f. grunniens) im Naturschutz-Tierpark Görlitz
NTP Görlitz

Überordnung: LAURASIATHERiA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Unterfamilie: Echte Rinder (Bovinae)
Tribus: Rinder i. e. S. (Bovini)

 D NB 650

Hausyak

Bos (Poephagus) mutus • The Domestic Yak • Le yack domestiqué

 

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Hausyak-Bulle (Bos mutus f. grunniens) im ehemaligen Parc zoologique du Cap Ferrat, Saint-Jean-Cap-Ferrat © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Hausyak-Herde (Bos mutus f. grunniens) im Tierpark Cottbus © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Hausyak-Kuh (Bos mutus f. grunniens) im Naturschutz-Tierpark Görlitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Hornlose Hausyak-Kuh (Bos mutus f. grunniens) im Parc animalier et botanique de Branféré, Le Guerno © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Hausyaks (Bos mutus f. grunniens) im Zoo Madrid © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Hausyak-Kalb (Bos mutus f. grunniens) im Tierpark Cottbus © Klaus Rudloff, Berlin

 

Gefährdung und Schutz der Wildform: Der Wildyak ist eine gefährdete Tierart (Rote Liste: VULNERABLE), die nach CITES Anhang I nicht für primär gewerbliche Zwecke international gehandelt werden darf. Seine Domestikation begann wohl vor etwa 4500 Jahren [2].

Verbreitung: Der Wildyak besiedelte die Hochländer Zentralasiens. Er kommt heute noch in China (Tibet) und Indien (Ladakh) vor. In Bhutan und Nepal, vor längerer Zeit auch in Kasachstan, der Mongolei und Russland,  ist er heute ausgestorben [2]. Der Hausyak ist in Südsibirien, der Mongolei und der ganzen Himalayaregion weit verbreitet.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in grund 140 Zoos gehalten, von denen sich gut ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Daneben halten auch zahlreiche Landwirtschaftbetriebe  Yaks zur Fleischproduktion oder für Trekking. Allein in der Schweiz gibt es etwa 50 Betriebe mit rund 600 Tieren [4].

Körperbau und Körperfunktionen: Von der Gestalt her ist der Yak mit seinem Pferdeschwanz und seinen seitlichen Mähnen ein eher atypisches Rind. Alfred BREHM  [1] beschreibt den (Haus.)Yak wie folgt: "Der Leib ist durchgehends stark und kräftig gebaut, der Kopf mäßig groß, sehr breit, von der langen und hohen, aber flachen Stirn nach der plumpen, kolbenartigen Schnauze zu gleichmäßig verschmächtigt, die Nase vorgezogen, das schmale Nasenloch schief nach vorn gestellt, die seitlich von ihm begrenzte breite Muffel unten auf der Oberlippe zu einem schmalen Streifen verschmälert, das Auge klein und von blödem Ausdrucke, sein schmaler Stern quergestellt, das Ohr klein und gerundet, überall stark behaart, das Gehörn hinten zu beiden Seiten der Stirnleiste aufgesetzt, von oben nach unten zusammengedrückt, vorn rund, hinten zu einer Kante ausgezogen, an der Wurzel deutlich, aber flach gewulstet, zuerst nach seitwärts, hinten und außen, sodann wieder nach vorn und oben, mit der Spitze nach außen und hinten gewendet, der Hals kurz und stiernackig, der Hinterhals und vordere Theil des Widerristes höckerartig erhöht, der Rücken, in reich bewegter Linie abfallend, bis zur Schwanzwurzel sanft gesenkt, der Leib in der Schultergegend schmal, in der Mitte stark ausgebaucht und hängend, der Schwanz lang und mit einer buschigen, bis auf den Boden herabreichenden Quaste geziert, das Bein kurz, kräftig, der Huf groß, breit gespalten und mit wohlentwickelten Afterhufen versehen. Das Kleid besteht durchgehends aus feinen und langen Haaren, welche auf der Stirne bis zum Hinterkopfe krauslockig und wellig sind, oft bis über das ganze Gesicht herabfallen, auf dem Widerriste und längs beider Seiten zu einer schwer herabhängenden, vorhangartigen, sanft welligen Mähne sich verlängern, welche, wie die überaus reiche, roßschweifähnliche Schwanzquaste, auf dem Boden schleift, wogegen Bauch und Innenseite der Oberschenkel und Arme sowie die Beine vom Elnbogen oder Kniegelenk an abwärts nur mit glatten, kurzen, schlichten Haaren bekleidet sind. Ein schönes, tiefes, auf dem Rücken und den Seiten bräunlich überflogenes Schwarz ist die Färbung der alten Tiere; die Haare um das Maul sind graulich, und längs des Rückens verläuft ein silbergrauer Streifen. Das Haar des Kalbes ist grau überflogen, das des Jungstieres rein schwarz. Die Gesammtlänge alter Stiere beträgt 4,25, die des Schwanzes ohne Haar 0,75, die Höhe bis zum Buckel 1,9 Meter, die Länge der Hörner 80 bis 90 Centimeter, das Gewicht 650 bis 720 Kilogramm, die Länge einer alten Kuh dagegen kaum über 2,8, die Höhe 1,6 Meter, das Gewicht 325 bis 360 Kilogramm."

Es gibt vom Hausyak mehrere Farbschläge, auch Schecken sowie hornlose Schläge.

Mindestanforderungen an Gehege: Für die extensive Haltung von Rindern aller Art fordert das Säugetiergutachten 2014 des BMEL eine Mindestfläche von 5'000 m². Dies steht im Gegensatz zum Merkblatt 103 der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz [3], das für Yaks nur 4'000 m² vorgibt, was in Anbetracht der vergleichsweise geringen Körpermasse der weiblichen Yaks zweifellos gerechtfertigt ist.

Literatur und Internetquellen:

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. BUZZARD, P. & BERGER, J. (2016). Bos mutus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T2892A101293528. http://www.iucnredlist.org/details/2892/0. Downloaded on 12 June 2018.
  3. SAMBRAUS, H.H. & SPANNL-FLOR, M. (2006)
  4. https://www.landwirtschaft.ch/wissen/tiere/weitere-tiere/yak/

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Gelesen 419 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 30 Januar 2019 11:16
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx