Barsche (Süßwasser) ohne Buntbarsche

Flussbarsch

Flussbarsch, Egli oder Kretzer (Perca fluviatilis), Zoo Basel Flussbarsch, Egli oder Kretzer (Perca fluviatilis), Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Barschfische (Percoidei)
Familie: Echte Barsche (Percidae)

D LC 650

Flussbarsch, Egli, Kretzer

Perca fluviatilis • The Perch • La perche

Der Flussbarsch war 2019 in der Schweiz Fisch des Jahres

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Flussbarsch (Perca fluviatilis) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

 

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Approximative Verbreitung des Flussbarschs. Dunkelblau: autochthone Verbreitung; rot: eingeführte Populationen

 

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Das Vorkommen des Flussbarschs (Perca fluviatilis) beginnt ab Äschenregion, wie hier am Beispiel der Schweiz gezeigt. Rot: Daten des Centre Suisse de Cartographie de la Faune (CSCF) ab 2000; orange vor 2000.

 

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Flussbarsch (Perca fluviatilis) in La Maison de la Rivière, Tolochenaz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Flussbarsch (Perca fluviatilis) im Vivarium Mariahof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Flussbarsch (Perca fluviatilis) im Vivarium Mariahof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Flussbarsch (Perca fluviatilis) im Vivarium Mariahof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Flussbarsch (Perca fluviatilis) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

 

Gemeindewappen von Horw LU
Gemeindewappen von Horw LU

 

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«Zander (Lucioperca Sandra) und Barsch (Perca fluviatilis)». Bild aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

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Als in fast ganz Europa verbreiteter, verschiedene Fischregionen bewohnender, wichtiger Speisefisch ist der Flussbarsch von zoopädagogischem Interesse und wird daher sehr oft in europäischen Zoos und Schauaquarien gezeigt

Körperbau und Körperfunktionen

Der Flussbarsch erreicht in der Regel eine Länge von 20-30 cm, ausnahmsweise bis zu 50 cm. Sein Kopf ist stumpf mit großem, bezahntem Maul, sein Körper ist gedrungen und meist hochrückig. Der Kiemendeckel hat einen spitzen Dorn. Die Seitenlinie ist nicht ganz vollständig. Die Rückenflosse ist geteilt, die vordere weist 14-20 Stachel-, die hintere 13-16 Weichstrahlen auf. Die Analflosse hat 2 Stachel- und 7-10 Weichstrahlen. Die Körperseiten sind mit 6-9 Querbändern oder gegabelten Streifen gezeichnet [2; 4; 7; 8; 9]

Verbreitung

Eurasien: Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien (mit Kanalinseln und Man), Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Moldawien, Monaco, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland.
Afghanistan, China, Iran, Kasachstan, Kirgizstan, Mongolei, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan [2; 3].

Eingeführte Populationen im Ebrodelta (Spanien), Mitel- und Süditalien, Skadarsee (Montenegro, Albanien), Amur (Sibirien) sowie in Australia and Südafrika [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Flussbarsch lebt in Seen und großen, langsam fließenden Flüssen, sowie im Brackwasser und in Bächen bis auf etwa 1'000 m [7], wobei ausgesetzte Populationen auch in Bergseen bis 2'000 m überleben [9].

Als Jungtier ist der Flussbarsch ein ausgesprochener Schwarmfisch, der sich hauptsächlich von wirbellosen Kleintieren ernährt, als adult auch Einzelgänger der Seen, Weiher und langsam fließenden Flüsse des Flachlandes. Er ist ein Raubfisch, der zur Jagd oft Jagdtrupps bildet, die andere Fische, z.B. Lauben (Alburnus alburnus) zu Pulks zusammentreiben, um sie leichter erbeuten zu können. Der Barsch erreicht nach ca. zwei Jahren seine Geschlechtsreife. Er laicht in der Zeit von März bis Mai, wenn das Wasser eine Temperatur von 12 Grad erreicht hat. Dies geschieht meist in unmittelbarer Ufernähe, die Weibchen befestigen dort ihre bis zu 1 m langen, mehrere zehntausend Eier umfassenden, gallertartigen Laichschnüre (Laichstreifen) netzförmig zwischen Pflanzen, Wurzeln, Ästen und Steinen. Die Larven schlüpfen nach ca. 7 Tagen und begeben sich darauf als Erstes zur Wasseroberfläche um Ihre Schwimmblasen zu füllen [1; 4; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Art gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 1996, letztmals überprüft 2008, als häufig und weltweit nicht gefährdet. Informationen ü¨ber Bestandsgrößen und -trends fehlen allerdings weitzgehend. Eine neuerliche Überprüfung ist angezeigt [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wirtschaftliche Bedeutung: Der Flussbarsch wird in großen Mengen zu Speisezwecken gefangen und in Aquakultur produziert. Er ist ein wichtiger Fisch in der Sportfischerei. Sein Fleisch ist hell, sehr mager und arm an Gräten und daher in der Gastronomie sehr beliebt. In der Schweiz gehört der Egli nebst Forelle und Felchen zu den drei am häufigsten konsumierten heimischen Fischarten [2; 6; 10].

Kulturelle Bedeutung: Der Flussbarsch findet sich im Gemeindewappen von Barsbek und Schönberg (Schleswig-Holstein), Bad Buchau (Baden-Württemberg), in etwas phantasievoller Form in jenem von Horw (Luzern), sowie in Familienwappen der Familien "Egli". Er spielt auch eine Rolle in mehreren osteuropäischen Volksmärchen. Die Popularität des Flussbarschs widerspiegelt sich auch in der großen Zahl seiner lokalen Namen. BREHM nennt die folgenden: Anbeiß, Baarsch, Bars, Baars, Bärsch, Barsching, Barsig, Barsich, Bärschling, Bürschling, Bersching, Birsing, Bürstling, Berster, Bärster, Bärstel, Bärstling, Egli, Heuerling, Parscher, Parschke, Pirsche, Pirschling, Krätzer, Rauhegel, Rechling, Rührling, Schratz, Schratzen, Warschinger, Zängel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in etwa 120 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich fast die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Bezeichnungen wie Perca vulgaris, Perca helvetica oder Perca italica sind ungültige Synonyme [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. FISH BASE
  3. FREYHOF, J. & KOTTELAT, M. (2008). Perca fluviatilis. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T16580A6135168. http://www.iucnredlist.org/details/16580/0. Downloaded on 13 March 2018
  4. GEBHARDT, H. & NESS, A. (2009)
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. RHEIN-ANGELN
  7. SCHINDLER, O. (1959)
  8. WINKLER, H. M. (Red. 2007)
  9. ZAUGG, B., STUCKI, P., PEDROLI, J.C. & KIRCHHOFER A. (2003)
  10. BUNDESAMT FÜR LANDWIRTSCHAFT (2019). Fischmarkt: Umsätze und Bio-Aneil steigen. Marktbericht Fleisch, März 2019.

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