Echte Barsche (Meerwasser)

Kardinalbarsche

Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni) im Aquazoo Düsseldorf Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni) im Aquazoo Düsseldorf
© Pressefoto Aquazoo

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Barschfische (Percoidei)
Familie: Kardinalbarsche (Apogonidae)

D EN 650

Banggai-Kardinalbarsch

Pterapogon kauderni • The Banggai Cardinal Fish • L'apogon de Kaudern

535 010 011 001 PM 2012 12 20 Basel Kardinalbarsche
Banggai-Kardinalbarsche (Pterapogon,kauderni) im Vivarium des Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Base

 

 

535 010 011 001 pterapogon kauderni map
Vorkommen des Banggai-Kardinalbarschs (Pterapogon kauderni)

 

 

535 010 011 001 pterapogon kauderni cherbourg PD1
Banggai-Kardinalbarsche (Pterapogon,kauderni) in der Cité de la Mer, Cherbourg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

535 010 011 001 pterapogon kauderni nausicaa
Banggai-Kardinalbarsche (Pterapogon,kauderni) im Centre National de la Mer Nausicaa, Boulogne sur Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

535 010 011 001 pterapogon kauderni cherbourg PD2
Banggai-Kardinalbarsche (Pterapogon,kauderni) in der Cité de la Mer, Cherbourg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der Banggai-Kardinalfisch ist eine in seinem kleinen Ursprungsgebiet stark gefährdete Art, bei der sich die Zoos um eine nachhaltige Zucht und somit eine lebensfähige ex situ-Population bemühen. Dementsprechdn ist er in europäischen Zoos und Schauaquarien sehr häufig anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Banggai-Kardinalbarsch erreicht eine Länge von 8-9(-12) cm. Wegen seiner lang ausgezogenen, weißgetüpfelten Flossen und den schwarzen über Kopf und Körper verlaufenden Querbändern ist er unverwechselbar. Seine Rückenflosse weist 8 Stachel- und 14 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 2 Stachel- und 13 Weichstrahlen. Die Männchen sind während der Brutzeit an ihrem ausgeprägten Kehlsack erkennbar [2; 4].

Verbreitung

Indonesien: Banggai-Inseln vor Celebes [4].

Lebensraum und Lebensweise

Banggai-Kardinalbarsche sind tagaktive schwarmfische. Sie leben in sehr flachem Wasser über mit Seegras (Enhalus acoroides) bestandenen Sand- oder Siltböden, in Mangrovenwäldern oder in Korallenriffen in Gesellschaft von Diademseeigeln (Diadema setosum), deren lange Stacheln ihnen Schutz vor Feinden bieten. Vermutlich ernähren sie sich hauptsächlich von kleinen benthischen oder planktonisch lebenden Krebschen. Die Männchen brüten die etwa 2.5 mm messenden Eier in ihrer Maulhöhle aus und die Jungen bleiben nach dem Schlupf noch einige Zeit im Maul bis sie eine Länge von 8 mm (ohne Schwanzflosse) erreicht haben. Danach vergesellschaften sie sich mit Seeanemonen, Hart- oder Weichkorallen, Seesternen oder Seeigeln [1; 2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat einen kleinen Bestand und eine sehr limitierte Verbreitung. Die Populationen werden, oder wurden, durch den Aquarienfischhandel beeinträchtigt. Ein Bestand - vor der Insel Limbo - ist deshalb völlig erloschen. Sie gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 als stark gefährdet [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Die Vertragsstaatenkonferenz hat Indonesien jedoch aufgefordert, Maßnahmen zu treffen, um sicherzustellen, dass die Naturentnahmen nachhaltig sind (CoP17 Com. I.32).

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird zu Speisezwecken nicht kommerziell befischt, befindet sich jedoch im internationalen Aquarienfischhandel. Um 2005 wurden jährlich rund 700-900'000 Fische der Natur entnommen. Die lokalen Sammler erhielten 10 bis 12 US Cents pro Fisch [1].

Haltung

Nachdem der Banggai-Kardinalbarsch 1996 auf der Messe Interzoo in Nürnberg ausgestellt wurde, begannen sich die Meeresaquarianer im deutschsprachigen Raum für die Art zu interessieren und es gelang ihnen schon bald, sie nachzuzüchten [2]. Er ist somit eine von über 330 riffbewohnenden Fischarten, bei denen die Zucht im Aquarium gelungen ist [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 120 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich über ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Im Rahmen der EAZA gibt es ein "Aquatic Programme" und Leitlinien für eine gute Haltung für den Banggai-Kardinalbarsch.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für 1-2 Kardinalbarsche ein Beckenvolumen ab 500 l, für jedes weitere Tier 100 l mehr. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1933 von Frederik Petrus KOUMANS unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Die wissenschaftliche Artbezeichnung "kauderni" weist auf den Entdecker der Art, Walter Alexander KAUDERN (1881-1942) hin. KAUDERN bereiste von 1916–1921 für das Völkerkunde-Museum in Göteborg Niederländisch Indien, insbesondere Celebes, von wo er reichhaltige zoologische, anthropologische und ethnografische Sammlungen heimbrachte. kauderni ist die einzige Art der Gattung Pterapogon. Die als Pterapogon mirifica bezeichnete Art wird heute als eigene Gattung Quinca angesehen [4].

Literatur und Internetquellen

  1. ALLEN, G.R & DONALDSON, T.J. (2007). Pterapogon kauderni. The IUCN Red List of Threatened Species 2007: e.T63572A12692964. http://www.iucnredlist.org/details/63572/0. Downloaded on 24 March 2018.
  2. BAENSCH, H. A. & PATZNER, R.A. (1998)
  3. CORAL MAGAZINE'S CAPTIVE-BRED MARINE FISH SPECIES LIST (2017)
  4. FISH BASE

Zurück zu Übersicht Fische

Weiter zu Bastardmakrele (Trachurus tachurus)

Gelesen 746 mal Letzte Änderung am Sonntag, 19 Mai 2019 07:32
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx