Knochenzüngler, Aale und Heringe

Gabelbart

Gabelbart (Osteoglossum bicirrhosum) Gabelbart (Osteoglossum bicirrhosum)
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)  
Familie: Knochenzüngler (Osteoglossidae)

D NB 650

Gabelbart, Arowana

Osteoglossum bicirrhosum • The Silver Arowana • L'arowana argenté

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Gabelbart (Osteoglossum bicirrhosum) im Aquarium tropical Allex © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Gabelbarts (Osteoglossum bicirrhosum)

 

 

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Gabelbart (Osteoglossum bicirrhosum) im Aquarium tropical Allex © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Gabelbart (Osteoglossum bicirrhosum) im Exotarium Oberhof © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Der Gabelbart ist ein imposanter Fisch, der die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht und daher gut als Botschafterart für den Schutz der südamerikanischen Flüsse und Regenwälder eingesetzt werden kann. Da er nicht so riesig wird wie der Arapaima, ist er in europäischen Zoos und Schauaquarien deutlich häufiger anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Gabelbart kann eine Länge von 120 cm erreichen. Vom Schwarzen Gabelbart (O. ferreirai) unterscheidet er sich durch die geringere Anzahl Strahlen in Rücken- (42-50 anstatt 52-58) und Analflosse (49-58 anstatt 61-67), die geringere Anzahl Schuppen an der Seitenlinie (30-37 anstatt 37-40) und die geringere Anzahl Rückenwirbel (84-92 anstatt 96-100). Charakteristisch sind die sehr großen, bei Erwachsenen silbrigen Schuppen, und dass Rücken- und Afterflosse sehr lang sind und bis zur Schwanzflosse reichen. Ferner, dass sich endständig am Unterkiefer zwei Barteln befinden [1; 3; 5].

Verbreitung

Tropisches Südamerika, hauptsächlich im Einzugsgebiet des Amazonas, auch in gesondert in den Atlantik fließenden Flüssen wie dem Rupununi in Guyana und dem Oyapock (Französisch Guiana / Brasilien) [1]. In den USA werden immer wieder freigesetzte Fische gefangen, aber es hat sich bislang keine Population gebildet [5].

Lebensraum und Lebensweise

Der Gabelbart bevorzugt Altwasser mit starkem Pflanzenbewuchs. Er ist ein Allesfresser, fängt oft an der Oberfläche schwimmende Fische, die er mit seinem sehr großen, oberständigen Maul gut fangen kann, wenn er sie von unten anschwimmt, und er springt auch nach auf Ästen sitzenden Insekten, Fröschen und Echsen. Er nimmt aber auch Beute vom Grund. Der Gabelbart ist ein Maulbrüter. Das Männchen trägt die Eier, Larven und Jungfische während beinahe sechs Wochen in seinem Maul. Die Jungfische fressen anfänglich Wirbellose, vor allem Garnelen [1; 2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird kommerziell befischt, ist Gegenstand der Sportfischerei und findet sich im Aquarienfischhandel [1]. Ein Teil der importierten Fische stammt aus Zuchten in Indonesien und Singapur. Die Ersteinfuhr als Aquarienfisch erfolgte in Deutschland im Jahr 1912 [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 100 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich gut ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz ist das Halten der Art durch Privatpersonen bewilligungspflichtig. Anhang 2, Tabelle 8 der Schweizerischen Tierschutzverordnung gibt an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1829 zuerst von dem französischen Naturforscher und Direktor der Ménagerie von Paris, Georges CUVIER, als "Ischnosoma bicirrhosum" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Durchgesetzt hat sich die aus demselben Jahr stammende Gattungsbezeichnung Osteoglossum [1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)
  4. STUDER, P. (1986) 
  5. USGS - US Geological Survey

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Gelesen 5952 mal Letzte Änderung am Dienstag, 06 Dezember 2022 16:53
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx