Knochenzüngler, Aale und Heringe

Ohrfleck-Röhrenaal

Ohrfleck-Röhrenaal (Heteroconger hassi) im Zoo Basel Ohrfleck-Röhrenaal (Heteroconger hassi) im Zoo Basel
© Zoo Basel

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Aale (Anguilliformes)
Familie: Meeraale (Congridae)
Unterfamilie: Röhrenaale (Heterocongrinae)

D NB 650

Ohrfleck-Röhrenaal

Heteroconger hassi • The Spotted Garden Eel • L'anguille de jardin mouchetée

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Ohrfleck-Röhrenaal (Heteroconger hassi) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

 

 

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Westafrikanischer Lungenfisch (Protopterus a. annectens) im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig

 

 

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Ohrfleck-Röhrenaal (Heteroconger hassi) im Zoo Basel © Zoo Basel

 

 

 

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Wie der Prachtröhrenaal, mit dem er oft in in gemischten Koloien gehalten wird, ist der Ohrfleck-Röhrenaal von zoopädagogischem Interesse und wird recht oft in europäischen Zoos und Schauaquarien gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Ohrfleck-Röhrenaale werden bis 40 cm lang. Der ganze Körper ist von einem Tupfenmuster bedeckt, hinter dem Kopf und auf den Flanken befinden sich beidseits drei große, schwarze Flecken [2; 4].

Verbreitung

Indo-Pazifik: Seichte Meeresgebiete in der Umgebung von Riffen in tropischen Bereichen von der Ostküste Afrikas und dem roten Meer bis weit in den Pazifik hinein, von der Küste Kwazulu-Natals und dem Great Barrier Reef im Süden nordwärts bis zu den Ryukyu-Inseln Japans [2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Ohrfleckröhrenaale leben in Kolonien von oft mehreren Hundert Individuen auf Sandböden unterhalb von 15 m Tiefe. Jedes Tier gräbt sich mit dem Schwanz eine Höhle, in der es lebt und in die es sich bei Gefahr ganz zurückzieht. Das „Versinken“ in den Boden funktioniert im Prinzip hydraulisch, mit Unter- oder Überdruck: Will der Röhrenaal absinken, pumpt er mit wellenförmigen Körperbewegungen Wasser aus seiner Höhle. Dies saugt ihn regelrecht nach unten. Pumpt er Wasser hinein, drückt ihn dies aus seiner Röhre heraus. Damit die Hydraulik funktioniert ist eine recht feste Wohnhöhle vonnöten. Röhrenaale verkleben die Sandpartikel im Boden mit einer speziellen Leimdrüse an ihrem Hinterende und verfestigen so die Höhle.  Ohrfleckröhrenaale haben entlang ihrer Flanke drei Flecken. Zeigt ein Röhrenaal alle drei Flecken und ragt dabei mit mehr als der Hälfte seines Körpers aus dem Boden, wissen seine Nachbarn, dass keine Gefahr im Anzug ist. Zeigt er nur zwei Flecken, könnte es gefährlich werden. Ist jedoch nur ein Fleck oder keiner mehr sichtbar, weil der Fisch im Boden versunken ist, signalisiert dies höchste Gefahr. Die Kolonien können mehrere hundert Quadratmeter bedecken, wobei die einzelnen Wohnhöhlen 20-60 cm voneinander entfernt sind [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der roten Liste noch nicht beurteilt

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im Aquarienfischhandel, ist aber recht schwierig über längere Zeit zu halten. Angebote liegen bei 40 € bzw. 60 CHF (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 50 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich über ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. In Österreich schreibt die 2. Tierhaltungsverordnung die Haltung von mindestens 10 Tieren in einem Becken mit tiefem Bodengrund vor. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Ohrfleck-Röhrenaal wurde vom österreichischen Meeresbiologen und Unterwasser-Filmer Hans HASS (1919-2013) bei den Malediven entdeckt und 1959 von Wolfgang KLAUSEWITZ und Irenäus EIBL-EIBESFELDT nach ihm und seinem Forschungsschiff Xarifa "Xarifania hassi" benannt. Mittlerweile wird die Art in die 1868 vom niederländischen Ichthyologen Pieter BLEEKER (1819-1878) begründete Gattung Heteroconger gestellt. Heute sind 21 Heteroconger-Arten bekannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. EICHLER, D. (1997)
  2. FISH BASE
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. ZOO BASEL

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Gelesen 1565 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Mai 2019 07:29
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx