Gründelenten

Bernierente

Bernier-Ente (Anas bernieri) im Kölner Zoo Bernier-Ente (Anas bernieri) im Kölner Zoo
Wilhelm Spiess, Kölner Zoo

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae)
Tribus: Gründelenten (Anatini)

D EN 650

Bernierente

Anas bernieri • The Madagascan Teal • La sarcelle de Madagascar

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Bernier-Ente (Anas bernieri) in der Masoala-Halle des Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung der Bernier-Ente (Anas bernieri)

 

 

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Bernier-Ente (Anas bernieri) im Zoologisch-Botanischen Garten Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Bernier-Enten-Paar (Anas bernieri) im Kölner Zoo © Rolf Schlosser, Zoo Köln

 

 

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Bernier-Ente (Anas bernieri) in privater Wasservogelanlage, Verl © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Bernier-Ente (Anas bernieri), Paar in der MasoalaHalle des Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Die Bernierente ist in ihrer Heimat Madagaskar stark gefährdet. Ab 1993 haben die Zoos eine ex situ-Reservepopulation aufgebaut, und heute wird die Art in europäischen Tiergärten mit mittlerer Häufigkeit gezeigt,

Körperbau und Körperfunktionen

Die Bernierente ist mit einer Gesamtlänge von 40 cm eine kleine Gründelente. Sie weist keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Schnabel, Läufe und Zehen sind rötlich. Die Iris ist braun. Das Gefieder ist rötlich braun mit breiten gelblichen Federsäumen. Der Flügel weist einen samtschwarzen, von einer weißen Binde eingefassten Spiegel auf [3; 4; 5].

Verbreitung

Madagaskar entlang der Westküste und im Nordosten [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Bernierente brütet von Dezember bis März nur in zeitweilig überschwemmten, von Schwarzen Mangroven (Avicennia marina) dominierten Wäldern oberhalb der Gezeitenzone. Genistet wird in Baumhöhlen. Die Küken werden mit 45-49 Tagen flügge.  Die während der Brutzeit vereinzelt lebenden Paare schließen sich danach während der Mauser zu Gruppen von bis zu 40 Vögeln zusammen, die sich auf Seen mit reichlicher aquatischer Vegetation aufhalten. Nach der Mauser bevorzugen die Vögel offene Gewässer, einschließlich Brack- und Salzwasser Seen oder Lagunen. Nebst Pflanzenmaterial werden auch Wirbellose gefressen [1; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Bernierente hat eine limitierte Verbreitung und einen abnehmenden Bestand von etwa 1'000 bis 1'700 erwachsenen Individuen. Sie gilt daher als stark gefährdet (Rote Liste: ENDANGERED) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Bernierente wird zur Fleischgewinnung oder als Sport bejagt und laut IUCN für den internationalen Tierhandel genutzt [1], allerdings wurden laut CITES-Handelsstatistik von 2001-2018 keine Wildfänge legal aus Madagaskar ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden weltweit 186 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert. Davon stammten 120 aus Jersey [2].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: 1927 wurde erstmals eine einzelne, weibliche Bernierente nach Europa eingeführt, die anschließend in Clères (Frankreich) gehalten wurde. Lange galt die Art dann als verschwunden, erst 1969 wurde sie wiederentdeckt, und erst 1997 wurde erstmals ein Nest gefunden. Wegen der prekären Situation der wilden Population wurde beschlossen, ein Erhaltungszuchtprogramm in Angriff zu nehmen, das vom Zoo in Jersey koordiniert werden sollte. Von 1993-2000 wurden insgesamt 13 Vögel nach Jersey gebracht, die den Grundstock für die heutige Zoopopulation bildeten. Nach anfänglichen Problemen kam die Zucht ins Rollen. 2004 umfasste die ex situ-Population bereits 240 Vögel [6].

Heute wird die Art in etwa 60 Zoos gehalten, von denen sich rund ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Wie Bernier-Enten gehalten werden (Beispiel):

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Enten. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind sie mindestens paarweise in Außenanlagen mit offenen Wasserflächen, angrenzendem Landteil und frostfreiem Schutzraum zu halten. Bei Volierenhaltung sind pro Paar 4 m² Fläche bei einer Höhe von 2 m vorzusehen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die monotypische Bernierente wurde 1760 von dem Bremer Arzt und Ornithologen Carl Johann Gustav HARTLAUB als "Querquedula bernieri" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später wurde sie in die von Carl von LINNÉ 1758 aufgestellte Gattung Anas eingereiht [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Anas bernieri. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22680252A92852755. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22680252A92852755.en . Downloaded on 14 November 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. KOLBE, H. (1972)
  6. YOUNG, H. G. (2005)

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Gelesen 706 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 01 Januar 2020 16:32
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx