Ruderfüßer

Rosapelikan

Rosapelikan im Zoo Basel Rosapelikan im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Ruderfüsser (Pelecaniformes)
Familie: Pelikane (Pelecanidae)

D LC 650

Rosapelikan

Pelecanus onocrotalus • The Great White Pelican • Le pélican blanc

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Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Gefährdung und Schutz: Mit einem grossen Verbreitungsgebiet und einem Bestand von 270 - 290'000 individuen ist die Art nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Die Art fällt unter Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der EU (Richtlinie 2009/147/EG vom 30. November 2009), jeweils unter  Anhang 2 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und des African-European Waterbird Agreements (AEWA), sowie die Anhänge 1 und 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten.

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Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus) im Vogelpark Marlow © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Verbreitung: Weit verbreitet in Südosteuropa, West- und Zentralasien, ferner in Südasien, Westarabien und Afrika vom Niltal und Sahel bis nach Südafrika.

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Pelikan aus Conrad Gesners Vogelbuch
Besonderes:
Rosapelikane sind koloniebildende Bodenbrüter. In Europa hat der Bestand stark abgenommen und liegt bei nur noch 3050 - 3600 Brutpaaren. Manche Brutpopulationen sind erloschen. Wichtigster Brutplatz ist heute das Donaudelta, ein weiterer liegt am Kleinen Prespasee in Griechenland. Ferner gibt es Bruten in Südrussland und neuerdings wieder in Bulgarien und der Ukraine. Im 19. Jahrhundert brütete der Rosapelikan auch noch in Ungarn und auf dem Gebiet ex-Jugoslawiens. Regelmäßg kam es zu Einflügen nach Mitteleuropa.

        
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4 Tage alter Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus) im Tierpark Berlin © Martin Kaiser, TP Berlin
Im 16. Jahrhundert beschreibt CONRAD GESNER einen "onocrotalus", den er vom Zugersee erhalten hat als "Onvogel", wobei es sich nach der Abbildung zu schließen eher um einen Krauskopfpelikan gehandelt haben dürfte. Im 17. Jahrhundert wurden einige Pelikane am Neuenburger und Zürichsee erlegt. Am 8. Juli 1768 landeten 130 Pelikane bei Lindau am deutschen Bodenseeufer, 1806 wurde einer bei Fussach im Vorarlberger Rheindelta erlegt. Mit der Abnahme der Brutbestände haben auch die Beobachtungen in deutschsprachigen Raum abgenommen (MAUMARY et al., 2007). Auch am Neusiedlersee, der den traditionellen 210-002-001-006 pelecanus onocrotalus TPB 16Tage MKaiser
16 Tage alter Rosapelikan (Pelecanus oncrotalus) im Tierpark Berlin © Martik Kaiser, TP Berlin
Brutvorkommen relativ nahe liegt, sind Beobachtunge, wie etwa jene vom Juni 2009, eine Seltenheit.

Haltungsanforderungen: Rosapelikane gehören zu den Vögeln, die nach Ansicht von Tierschutzsachverständigen der Zoos besser durch eine geeignete Methode (Federstutzen, Extirpation einiger Federpapillen) flugunfähig gemacht und in einer großzügigen Freianlage gehalten werden sollen, anstatt theoretisch flugfähig, aber in einer durchschnittlich dimensionierten Voliere, in der sie effektiv nicht fliegen können [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 200 Zoos gehalten, von denen sich beinahe ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Forschung im Zoo: Am Heidelberger Zoo wurde eine Studie durchgeführt, um abzuklären, inwieweit Umweltanreicherung des Verhalten der Pelikane effektiv beeinflusst [BRAUN].

Erstzucht: Die Welterstzucht des Rosapelikans erfolgte bereits 1872 im Zoo Rotterdam, die deutsche Erstzucht erst 1961 im Tierpark Berlin. Seitdem werden Rosapelikane im Tierpark bereits in dritter Generation nachgezogen.

Literatur und Internetquellen:

  1. BRAUN, F. (2016)
  2. DOLLINGER, P., PAGEL, T., BAUMGARTNER, K., ENCKE, D. ENGEL, H. & FILZ, A. (2014)
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. MAUMARY, L. et al. (2007)

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Gelesen 471 mal Letzte Änderung am Freitag, 15 Juni 2018 08:48
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx