Fasanenartige

Blauer Pfau

1.0 Blauer Pfau (Pavo cristatus) im Zoo Zürich 1.0 Blauer Pfau (Pavo cristatus) im Zoo Zürich
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Hühnervögel (GALLIFORMES)
Unterordnung: Fasanenverwandte (PHASIANI)
Familie: Fasane und Feldhühner (Phasianidae)
Unterfamilie: Fasane (Phasianinae)

D LC 650

Blauer Pfau

Pavo cristatus • The Common, or Indian, Peafowl • Le paon bleu

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Blauer Pfauhahn (Pavo cristatus) im Zoo Zürich. Pressefoto Corinne Invernizzi, Zoo Zürich
Gefährdung und Schutz: Die Wildform des Blauen Pfaus hat eine weite Verbeitung und einen großen Bestand. Sie ist nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN)

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Approximative Verbreitung der Wildform des Blauen Pfaus (Pavo cristatus)
Der internationaler Handel ist nicht unter CITES geregelt.

Verbreitung: Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Paklistan, Sri Lanka

Eingeführte und verwilderte Populationen in Australien, Bahamas, Neuseelanmd, Singapüur und Hawaii.

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0.1 + juv. Blauer Pfau (Pavo cristatus) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Blauer Pfauhahn (Pavo cristatus) im Zoo Zürich. Pressefoto Corinne Invernizzi, Zoo Zürich

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Blauer Pfauhahn (Pavo cristatus) beim Radschlagen im Tierpark Hellabrunn © Dennis Eckert, Tierpark Hellabrunn
Lebensraum und Lebensweise: Zur Fortpflanzungszeit sammelt jeder Pfauenhahn 3 bis 5 Weibchen um sich und verteidigt ein festes Territorium. Die ausgiebige Balz ist vor allem durch das bekannte "Radschlagen" des Männchens gekennzeichnet. Hierbei werden die langen, mit "Pfauenaugen" versehenen Oberschwanzdecken und Schwanzfedern zu einem Rad aufgestellt, um so den Weibchen zu imponieren. Unmittelbar nach der Paarung gehen die Hennen ihrem Brutgeschäft nach. Die Nester werden meist unter dichtem Gebüsch verborgen. Das Bebrüten der 5 bis 7 Eier und die Aufzucht der Küken übernimmt ausschließlich das Weibchen. Nach der Paarungszeit mausern die Vögel. Die Männchen verlieren dann ihre prächtigen Schmuckfedern, die erst zur nächsten Fortpflanzungszeit neu wachsen (Text Zoo Duisburg).

Kulturelle Bedeutung: Der Pfau gilt als Symbol der Schönheit, des Reichtums, der Liebe, der Leidenschaft, aber auch der Unsterblichkeit, der Arroganz und der Eitelkeit. Er ist der indische Nationalvogel und heiliges Tier. In der christlichen Religion galt das Pfauenauge lange als Gottesbeweis, als etwas, was nur Gott erschaffen konnte. In der griechischen Mythologie soll Hermes die 100 Augen des Argos dem Pfau als willkommene Zierde für sein üppiges Federkleid geschenkt haben. Die Redensart «Mit Argusaugen beobachten» geht zurück auf den Hirten Argus (Riese) Panoptes (Allesseher) aus der griechischen Mythologie, der am ganzen Körper Augen hatte. Wenn ein Teil seiner 100 Augen sich durch den wohltuenden Schlaf regenerierte, war der Rest hellwach. Dieser Riese war von Hera, der eifersüchtigen Gattin des Zeus, zum Wächter der von ihr oder vom vorsichtigen Zeus in eine Kuh verwandelten Zeusgeliebten Io bestimmt worden, um Schäferstündchen zwischen Zeus und Io zu verhindern. Zeus gelang es trotzdem, in Gestalt eines Stieres mit Io den Epaphos zu zeugen. Dann sandte er den Götterboten Hermes zu Argus, der Io befreien sollte. Hermes wusste aber, dass dessen Augen nichts entging. Darum schläferte er Argus mit seinem Flötenspiel ein. Danach konnte er den Riesen mit einem Felsen erschlagen und die schwangere Io konnte entfliehen. Die 100 Augen des Argus schenkte Hermes dann dem Pfau (Text PM Zoo Zürich).

Haltung in europäischen Zoos: In den europäischen Zoos werden praktisch ausschließich domestizierte Pfauen gehalten, die etwas weniger hochbeinig sind als die Wildform. Pfauen sind keine gewandten Flieger, sind sehr standorttreu und übernachten auf Bäumen. Sie können daher im Zoo recht problemlos freilaufend gehalten werden. Eine regelmäßige Überwachung ihres Gesundheitszustands ist aber angezeigt, da sie sehr empfänglich für Tuberkulose sind und diese und andere Krankheiten im ganzen Zoo verbreiten können. In den meisten Zoos werden die Pfauen frei laufend gehalten. Dies ist möglich, weil diese Vögel sehr standorttreu sind und sich ihren Lebensraum einrichten: Sie haben ihre Schlafbäume, wissen, wo es Futter hat und wo sie Sandbaden können und sie kennen die geeigneten Balzplätze. Nachts pflegen Pfauen zum Schlafen auf bestimmten Schlafbäumen aufzubaumen. Zum Teil findet man auf diesen Bäumen ganze Gruppen, zum Teil schlafen sie – insbesondere Hähne – auch einzeln. Bäume mit einem dichten Efeumantel bieten den Vorteil, dass die Vögel dort auch einen gewissen Schutz vor dem Wind haben. Bedeuten diese Schlafplätze wohl einen Schutz vor Räubern, so sind die Vögel dort aber auch dem Wetter sehr direkt ausgesetzt, dies insbesondere im Winter. Die Kälte macht den Pfauen zwar nichts aus, aber im tiefen Schnee können sie sich nicht fortbewegen und finden kaum Futter, weshalb man ihnen trockene Futterstellen einrichten muss (Text PM Zoo Zürich). Die von den Pfauhähnen besetzten Reviere sind viel kleiner als die Gesamtfläche eines durchschnittlichen Zoos. Pfauen meiden dicht bewaldete Zooteile und halten sich bevorzugt in Parklandschaften auf, die ihrem natürlichen Lebensraum ähnlich sehen. Ein Hahn behält nach Möglichkeit sein Territorium über Jahre bei. Auch werden während Jahren dieselben hohen Laubbäume als Schlafbäume und von den Hennen dieselben Nistplätze genutzt [2].

Die Art wird in über 750 Zoos gehalten, von denen sich rund 300 im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Literatur:

  1. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1994)
  2. DURRER, H. (1965)

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Gelesen 369 mal Letzte Änderung am Sonntag, 24 Juni 2018 14:36
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx