Eidechsen, Skinke und Schleichen

Berberskink

Berberskink (Eumeces algeriensis / schneideri) im Zoo Neunkirchen Berberskink (Eumeces algeriensis / schneideri) im Zoo Neunkirchen
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Skinke (Scincidae)
Unterfamilie: Scincinae

D LC 650

Berberskink

Eumeces schneideri / algeriensis • The Berber Skink • Le scinque de Barbarie

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Berberskink (Eumeces algeriensis / schneideri) im Zoo Neunkirchen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung von Eumeces algeriensis und Eumeces schneideri. Bei letzterem etwas spekulativ, zudem reicht seine Verbreitung weiter ostwärts bis nach Pakistan

 

Berberskink (Eumeces schneideri aldrovandi) im Zoo Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Berberskink (Eumeces schneideri aldrovandi) im Zoo Vivarium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Herkunft des Probenmaterials, das von PERERA et al. (2012) untersucht wurde

 

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Berberskink (Eumeces schneideri aldrovandi) im Reptilium Landau © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Berberskink (Eumeces schneideri) im Tierpark Gotha © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Berberskink (Eumeces schneideri aldrovandi) im Tierpark Gotha © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Berberskink (Eumeces schneideri aldrovandi) im Oranim College, Israel © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Berberskink (Eumeces algeriensis) im Zoo-Vivatium Darmstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Berberskink (Eumeces schneideri), Abbildung aus P. J. SMIT et al. (1898). Zoology of Egypt. Volume First. Reptilia and Batrachia.

Die Arten des Eumeces-Komplexes sind mittelgroße, terrestrische Skinke. Im Terrarium sind sie recht aktiv und meist gut zu sehen, werden aber nicht allzu häufig in europäischen Zoos gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Berberskinke sind kräftig gebaute Echsen, die eine Gesamtlänge von 36-42 (-47) cm erreichen können, wovon über die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Die Ohröffnungen sind mit kammartigen Klappen versehen, die beim Wühlen das Eindringen von Sand verhindern. Der Rücken ist braun, die Seiten gelblich und der Bauch weißlich gefärbt. Auf der Oberseite befinden sich orangerote und gelbe Flecken, die unregelmäßige Querbinden bilden können, auf den Flanken je ein breiter orange-roter Längsstreifen [1; 3; 4; 5].

Verbreitung

Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten, von Algerien bis Pakistan.

Lebensraum und Lebensweise

Berberskinke bewohnen unterschiedlichste Lebensräume von Seehöhe bis gegen 1800 m, einschließlich Kulturland. Sie sind Bodenbewohner. Sie sind meist Einzelgänger, besonders während der Paarungszeit sind die Männchen aggressiv gegen einander. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten und Schnecken. Das Gelege besteht aus 3-20 Eiern. Die Tiere wühlen stark und graben flache Gänge in den Boden, die in eine Schlafhöhle münden [5].

Gefährdung und Schutz

Eumeces algeriensis wurde aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 als nicht gefährdet eingestuft. Eumeces schneideri ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt [2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt

Bedeutung für den Menschen

Berberskinke werden rasch zahm und sind für Privathalter interessant. Im Internet werden Adulttiere für 25 USD oder 30 UKP angeboten (Online-Inserate 2017).

Haltung

Es wird empfohlen, Berberskinke in einem geräumigen, beheizten Trockenterrarium zu halten, das breiter als hoch ist. Der Behälter sollte genügend Bodensubstrat enthalten, damit die Tiere graben können, geeignet ist z. B. nicht zu grober Sand. Zur Einrichtung gehören Steine, Geröll, starke Aststücke und gegen die Wühltätigkeit geschützte xerophytische Pflanzen. Das Terrarium sollte mit Wärme- und UV-Strahler sowie lokal einer Bodenheizung ausgestattet sein. Die Lufttemperatur sollte tagsüber bei 28-30ºC liegen und nachts abgesenkt werden. Die Bodentemperatur sollte lokal 35ºC erreichen. Eine Überwinterung ist nicht unbedingt erforderlich, aber für die Zucht hilfreich [1; 4].

Haltung in europäischen Zoos: Berberskinke werden in gegen 30 Institutionen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar  mindestens 6x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die einst artenreiche Gattung Eumeces wurde in vier Gattungen aufgeteilt, in Eumeces verblieben nur algeriensis, blythianus, cholistanensis, indothalensis und schneideri, wobei die Ansichten darüber, ob alle diese Taxa Artstatus haben sollen, nicht einheitlich sind. Neuere molekulargenetische Untersuchungen führten zum Schluss, dass die Gruppe polyphyletisch und Eumeces algeriensis näher mit dem Streifenskink (Scincopus fasciatus) verwandt ist als mit Eumeces schneideri [6;7].

Literatur und Internetquellen

  1. BIOTROPICS
  2. GENIEZ, P. et al. (2009). Eumeces algeriensis. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T61499A86441435. http://www.iucnredlist.org/details/61499/0. Downloaded on 25 July 2017.
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. NIETZKE, G. (1969)
  5. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2001)
  6. PERERA, A., SAMPAIO, F., COSTA, S. & HARRIOS, D.J. (2012)
  7. THE REPTILE DATA BASE

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Gelesen 396 mal Letzte Änderung am Samstag, 23 Juni 2018 13:33
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx