Katzen

Gepard

Geparden im Zoo Basel Geparden im Zoo Basel
© Jörg Hess, Basel

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)

Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)

Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Katzen (Felidae)

Unterfamilie: Geparden (Acinonychinae), neuerdings Kleinkatzen (Felinae)

D VU 650

Gepard

Acinonyx jubatus • The Cheetah • Le guépard

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Gepard (Acinonyx jubatus) im Zoo de Vincennes, Paris © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Gepard (Acinonyx jubatus) im Kölner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Gepard (Acinonyx jubatus) im Werribee Open Range Zoo, VIC, Australien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Junge Geparden (Acinonyx jubatus) im Allwetterzoo Münster © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Sudan-Gepardin (Acinonyx jubatus soemmeringii) mit Nachwuchs im Zoo Landau © Zoo Landau

 

 

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Gepard (Acinonyx jubatus) auf Aussichtspunkt im Zoo Salzburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Gepardenanlage im Zoo Basel © Jörg Hess, Basel

 

 

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m Zoo Basel landete ein Gepard bei der Jagd auf eine Stockente irrtümlich auf der falschen Seite des Grabens, er war heilfroh, als ihm der Tierpfleger die Gehegetüre öffnete. Foto von baz-Leser R. T.

 

Wegen seines von allen anderen Katzen abweichenden Körperbaus und seiner historischen Bedeutung als Jagdgefährte des Menschen ist der Gepard von zoopädagogischem Interesse. Da die Art in ihren Ursprungsgebieten je nach Region gefährdet bis vom Aussterben bedroht ist, und es koordinierte Erhaltungszuchtprogramme gibt, ist sie in europäischen Zoos recht häufig anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Gepard erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 140-150 cm und eine Schwanzlänge von 60-80 cm. Als einzige Katze hat er nur teilweise einziehbare, stumpfe Krallen [8].

Verbreitung

Afrikanische Unterarten: Ägypten, Angola, Äthiopien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Dem. Rep. Kongo, Eritrea, Kamerun, Kenia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Sambia, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik, Zimbabwe. Vermutlich ausgestorben in Algerien, Libyen, Marokko, Senegal, West-Sahara. Ausgestorben in Burundi, Tunesien [4].

Acinonyx jubatus venaticus: Afghanistan [10; NOGGE in litt. 2010], Iran, ausgestorben oder vermutlich ausgestorben im Rest des Verbreitungsgebiets vom Nahen Osten bis Indien und Zentralasien [4].

Lebensraum und Lebensweise

Geparden nutzen unterschiedlichste Lebensräume, von Busch und Feuchtsavannen  über Grasländer bis zu Halbwüsten und Wüsten und vom Tiefland bis auf eine Höhe von 4'000 m. Sie sind Sprintjäger, die über kurze Distanzen eine Geschwindigkeit von über 100 km/h erreichen können. Ihr Beutespektrum reicht von Vögeln und Kleinsäugern bis zu Kudus und Elenantilopen. Bevorzugt werden kleinere bis mittelgrosse Huftiere, wie Gazellen, Impalas, Wasserböcke, Wildschafe oder Steinböcke [4].

Gefährdung und Schutz

Gefährdete Tierart (Rote Liste: VULNERABLE) mit abnehmender Bestandestendenz. Der Nordwestafrikanische (Acinonyx jubatus hecki) und der Asiatische Gepard (Acinonyx jubatus venaticus) sind hochbedroht (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED) [4].

Der internationale Handel ist durch CITES-Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Geparden wurden im Nahen und Mittleren Osten seit alters her eingefangen und zur Jagd - hauptsächlich auf Gazellen - abgerichtet  oder als Statussymbole im Haushalt gehalten. Das Fell des Geparden ist rau und für die Verarbeitung zu Pelzmänteln ungeeignet, was nicht verhinderte, dass zur Blütezeit der Fleckkatzen-Mode auch Geaprdenmäntel getragen wurden. Legale Abschüsse im Rahmen der Sportjagd sind in wenigen Ländern möglich.

Haltung

Geparden können im Zoo ein Alter von 20 Jahren erreichen [15].

Forschung im Zoo: Der Gepard ist immer wieder Gegenstand von tiermedizinischen oder ethologischen Forschungsarbeiten, die darauf abzielen, die Haltungsbedingungen zu optimieren [1; 2; 3; 5; 6; 9; 11; 12; 13]

Haltung in europäischen Zoos: Geparden werden in in rund 130 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Mehrheitlich handelt es sich um Südafrikanische Geparden (A. j. jubatus), weniger als 20 Zoos halten Sudan-Geparden (A. j. soemmeringii). Für Details siehe Zootierliste.

Wie Geparden gehalten werden: Viele Zootiere könnten ihre Gehege verlassen, wenn sie denn wollten. So auch die in der nebenstehend abgebildeten Anlage gehaltenen Geparden des Zoo Basel. 2008 versuchte hier ein halbwüchsiger Gepard eine wilde Stockente zu fangen und brachte es fertig, zwischen Abschlussgitter und Graben nach draußen zu gelangen. Das Publikum wunderte sich zwar, aber es entstand keine Panik. Dem Tier war es sichtlich nicht wohl und es konnte problemlos wieder zurück in das Gehege gebracht werden.

Zucht: Geparden waren zwar schon zur Zeit der antiken Hochkulturen Ägyptens und des Nahen Ostens regelmäßig für jagdliche Zwecke gezähmt worden, galten aber im Zoo lange als nicht züchtbar. Erst 1956 und 1957 kam es im Zoo von Philadelphia zu den ersten Geburten, wobei die Jungen nicht aufgezogen werden konnten. Die europäische Erstgeburt konnte der Krefelder Zoo 1960 verzeichnen. Von den Vierlingen konnten zwei mit Hilfe einer Katzenamme grossgezogen werden. Die ersten natürliche Aufzuchten gelangen 1965 und 1966 dem italienischen Arzt Dott. Luciano SPINELLLI, der seine zahme Hausgepardin erfolgreich mt zwei Katern des Zoologischen Gartens Rom verpaarte. Damit war der Bann gebrochen und heute werden Geparden regelmäßig in Menschenobhut geboren und von ihren Müttern aufgezogen.

Um zu züchten stellen die Zoos ihren Geparden zwei oder mehr Gehege zur Verfügung. Jene im Opel-Zoo Kronberg z.B. sind 840 m² und 660 m² groß (MESO 1/2010).

Es gibt ein Internationales Zuchtprogramm (ISB, seit 1987) und je ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP, seit 1992) für die Unterarten jubatus und soemmeringii. Diese werden vom Safari Beekse Bergen bzw. dem irischen Fota Zoo koordiniert

Taxonomie und Nomenklatur

Beim Gepard handelt es sich um eine monospezifische Gattung mit mehreren Unterarten. Traditionell wurde er in eine eigene Unterfamilie gestellt. Aufgrund molekulargenetischer Studien wird er neuerdings den Kleinkatzen zugeordnet, wo er zusammen mit Puma und Jaguarundi die Tribus Acinonychini bildet [4; 16].

Literatur und Internetquellen

  1. AMBROSCH, J. (2009)
  2. CAFÉ MARCAL, V. (2006)
  3. DENZLER, T. (1989)
  4. DURANT, S. et al. (2015). Acinonyx jubatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T219A50649567. http://www.iucnredlist.org/details/219/0. Downloaded on 17 June 2018.
  5. EXNER, C. (1995)
  6. FELLENDORF, S. (2012) 
  7. GRIMMBERGER, E. & RUDLOFF, K. (2009)
  8. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  9. HUBER, C. (1999)
  10. MANATI, A. R. & G. NOGGE (2008)
  11. SCHLABING, C. (1989)
  12. SCHLOTZ, M. (2014)
  13. STREIT, A. (?)
  14. WINKLER, P. (2012)
  15. WEIGL, R. (2005)
  16. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-) 

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Gelesen 323 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 Juli 2018 16:48
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx