Insektenfresser und Fledertiere

Nilflughund

Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) im Zoo Osnabrück Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) im Zoo Osnabrück
© Zoo Osnabrück

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Fledertiere (CHIROPTERA)

Unterordnung: Flederhunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Rosettenflughunde (Rousettinae)

D LC 650

Nilflughund

Rousettus aegyptiacus • The Egyptian Fruit Bat • La roussette d'Égypte

105 001 025 001 rousettus aegyptiacus EF KR1
Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) im ZooPark Erfurt © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

105 001 025 001 rousettus aegyptiacus map
Approximative Verbreitung des Nilflughunds (Rousettus aegyptiacus)

 

 

 

105 001 025 001 rousettus aegyptiacus OSN OSN(2)
Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus) im Zoo Osnabrück © Zoo Osnabrück

 

 

 

105 001 025 001 rousettus aegyptiacus BerlinZoo KR1
Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

Weitere Bilder auf BioLib

Der Nilflughund ist aufgrund seiner Biologie von zoopädagogischem Interesse und als "kleiner Flughund" leichter tiergerecht unterzubringen als seine größeren Verwandten . Er wird daher in zahlreichen Zoos gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Nilflughund ist der zweitgrößte Flughund Afrikas. Er erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 15 cm, eine Flügelspannweite von 60 cm und ein Gewicht von 130-170 g. Der behaarten Kopf ähnelt dem eines kleinen Fuchses. Die Färbung ist regional unterschiedlich, im südlichen Afrika zeigt die Körperoberseite ein mit grau durchsetztes Dunkelbraun, die Unterseite ist gräulich [2].

Verbreitung

Afrika und Naher Osten: Nordafrika (Ägypten) und in lückenhafter Verbreitung in Afrika südlich der Sahara, ausserdem gebietsweise verbreitet im Nahen Osten, von der Südtürkei bis nach Pakistan und dem Jemen [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Verbreitung des Nilflughunds ist deshalb lückenhaft, weil er zum Schlafen auf große Höhlen angewiesen ist, die erin Kolonien von mehereren 1'000 Exemplaren dauerhaft bewohnt. Erst in der Dämmerung begeben sich die Nilflughunde auf die Suche nach Nahrung. Dabei legen sie weite Strecken zurück, belegt sind bis zu 100 km. Dabei bevorzugen sie reife Früchte und saftiges Obst. Sie haben ein ausgezeichnetes Sehvermögen und können sich im Dunkeln auch mittels Echolot orientieren wie ihre nahen Verwandten, die Fledermäuse Sie werden etwa mit einem Jahr geschlechtsreif und ihre Trächtigkeit dauert etwa 105 Tage und das meist einzelne Junge kommt gewöhnlich im Frühsommer zur Welt [2].

Gefährdung und Schutz

Der Nilflughund wurde 1996, letztmals überprüft 2016, als nicht-gefährdet eingestuft, weil er weit verbreitet und zumindestens in Afrika häufig ist. Die Bestände scheinen stabil zu sein (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In Afrika wird die Art gebietsweise zur Fleischgewinnung bejagt. In Israel und und anderen Ländern des Nahen Ostens werden die Tiere wegen Schäden an Obstkulturen verfolgt, etwa indem Ihre Schlafhöhlen ausgeräuchert werden, was zu großen Verlusten führen kann [1].

Haltung

Nilflughunde können unter Zoobedingungen ein Alter von über 22 Jahren erreichen [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 120 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Sechstel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll ein Gehege für bis zu 20 Nilflughunde eine Grundfläche von mindestens 20 m² bei einer Höhe von 2.5 m haben. Für jedes weitere Tier kommt 1 m² zur Basisfläche dazu.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2018) schreibt die gleichen Zahlen vor. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018) sind für 20 Tiere eine Grundfläche von 30 m² und eine Höhe von 3 m erforderlich, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 3 m² zu erhöhen. Letzteres ist unsinnig, nachdem für die ersten 20 nur eine Fläche von 1.5 m² pro Tier verlangt wird.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Nilflughund wurde 1810 von Étienne GEOFFROY SAINT-HILAIRE, dem Begründer des ersten bürgerlichen Zoos, der Ménagerie im Jardin des Plantes von Paris, als "Pteropus aegyptiacus" beschrieben.  1821 stellte ihn John Edward GRAY vom Brtischen Museum als Typusart in die neue Gattung Rousettus. Die Bezeichnung "aegyptiacus" für diese weit verbreitete Art  kommt daher, dass die Erstbeschreibung anhand von Exemplaren vo den Pyramiden von Gizeh erfolgte [2; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. KORINE, C. (2016). Rousettus aegyptiacus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T29730A22043105. http://www.iucnredlist.org/details/29730/0. Downloaded on 15 May 2018.
  2. MILLS, G & HES, L. (1999)
  3. WEIGL, R. (2005)
  4. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

Zurück zu Übersicht Insektenfresser und Fledertiere

Weiter zu Brillenblattnase (Carollia perspicillata)

Gelesen 778 mal Letzte Änderung am Samstag, 01 Dezember 2018 11:09
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx