Schwäne und Gänse

Graugans

Graugans (Anser anser) im Tierpark Bern Graugans (Anser anser) im Tierpark Bern
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Schwäne und Gänse (Anserini)

D LC 650

Graugans

Anser anser • The Greylag Goose • L'oie cendrée

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Graugans (Anser anser) im Zoo Augsburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugans (Anser anser) im Tierpark Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugans (Anser anser) im Tierpark Lange Erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugänse (Anser anser) im Parc ornithologique Marquenterre, Saint-Quentin-en-Tourmont © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugans (Anser anser) im Tierpark Lange erlen, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugans (Anser anser) im Steppentierpark Pamhagen, Burgenland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugans (Anser anser) im Natur- und Tierpark Goldau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Graugans (Anser anser) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wildlebende Graugänse (Anser anser) mit Gösseln am Neusiedlersee © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung: Weit verbreitet in der Paläarktis: Europa : Albanien, Armenien Aserbaidschan, Belgien, Bulgarien, Dänemark,Deutschland, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien ehem Jug. Rep., Moldawien, Montenegro, Niederlande, Norwegen mit Svalbard und Jan Mayen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland, Zypern.
Asien: Afghanistan, Irak, Iran, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan, Mongolei, Myanmar, Turkmenistan, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate.
Nordafrika: Tunesien.

Gefährdung und Schutz: Der Weltbestand wird auf knapp eine Million Individuen geschätzt. Die Art ist daher nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten sowie unter Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

Bedeutung: Die Graugans stellt die Stammform aller Hausgansrassen  mit Ausnahme der Höckergans dar. Sie wurde besonders im mitteleuropäischen Raum - schon in vorrömischer Zeit - domestiziert (KOLBE, 1972).

Kulturelle Bedeutung: Die Graugans, bzw. die von ihr abstammende Hausgans, ist in Europa von großer kultureller Bedeutung. Sie war das heilige Tier der römischen Göttin Juno, weshalb auf dem Kapitol Gänse gehalten wurden. 390 v. Chr. sollen diese Gänse die Bürgerschaft durch lautes Geschnatter vor einem nächtlichen Angriff der Gallier gewarnt und so die Stadt gerettet haben. Am 11. November, dem Festtag des Heiligen Martin von Tours werden in vielen Gegenden Gänse geschlachtet und als "Martinigans" verzehrt, was von WILHELM BUSCH (1865) wir folgt verewigt wurde: "Die Gems im Freien übernachtet - Martini man die Gänse schlachtet". Die Gänseliesel vor dem alten Rathaus ist als Brunnenfigur seit 1901 das Wahrzeichen der Universitätsstadt Göttingen, und auch die Stadt Monheim hat eine Gänseliesel im Wappen. In die Weltliteratur eingegangen sind Wild- und Haustierform der Graugans durch SELMA LAGERLÖFS (1906) Roman Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen.

Graugänse waren ein bevorzugtes Studienobjekt des Tierpsychologen Konrad LORENZ (z.B. Taxis und Instinkthandlungen in der Eirollbewegung der Graugans, LORENZ, 1938) und haben auch Eingang in dessen populäre Bücher gefunden (Martina, das Gänsekind LORENZ, 1949).

Haltung: Im Zoo sind Graugänse ausdauernde Pfleglinge. HILLGARTH et al. (1983) geben für den britischen Wetlands and Fwildfowl Trust einen Altersrekord von 20 Jahren an . Eine Graugans im Zoo Wuppertal erreichte allerdings ein Lebensalter von 26 Jahren und 5 Monaten (SCHÜRER, 1993).

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in etwa 220 Zoos gehalten, von denen sich rund die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Literatur:

  1. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
  2. HILLGARTH, N., KEAR, J. & HORKY, K. (1983)
  3. KOLBE, H. (1972)
  4. LAGERLÖF, S. (1906)
  5. LORENZ, K. (1949)
  6. LORENZ, K. (1938)
  7. MAUMARY, L. et al. (2007)
  8. SCHÜRER, U. (1993)

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Gelesen 327 mal Letzte Änderung am Montag, 04 März 2019 15:38
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