Gründelenten

Laysanente

Laysanerpel (Anas laysanensis) im Kölner Zoo Laysanerpel (Anas laysanensis) im Kölner Zoo
Rolf Schlosser, Köln

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Entenartige (Anatinae)
Tribus: Gründelenten (Anatini)

D CR 650

Laysanente

Anas laysanensis • The Laysan Duck • Le canard de Laysan

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Laysanerpel (Anas laysanensis) im San Diego SeaLife © Ulrich Schürer, ehem. Zoo Wuppertal

 

 

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Vorkommen der Laysanente (Anas laysanensis)

 

 

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Laysanenten-Paar (Anas laysanensis) im San Diego SeaLife © Ulrich Schürer, ehem. Zoo Wuppertal

 

 

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Laysanenten-Paar (Anas laysanensis) im Kölner Zoo © Rolf Schlosser, Köln

 

 

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Laysanente (Anas laysanensis) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Laysanenten-Paar (Anas laysanensis) an Ziergeflügelschau Recklinghausen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Die etwas eingeschränkt flugfähige Laysanente gilt in ihrer Heimat Hawaii als unmittelbar vom Aussterben bedroht. In Europa ist die bis vor Kurzem als Unterart der Stockente angesehene Art nicht sehr häufig zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Gesamtlänge von 38-43 cm und einem Gewicht von 350-550 g ist die Laysanente deutlich kleiner als die Stockente. Der Erpel trägt kein Prachtkleid. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern braun mit dunkelbrauner Zeichnung und unterschiedlich ausgeprägter weißer Färbung ums Auge [4; 5].

Verbreitung

Pazifik: Hawaii, heute nur noch auf Laysan und eine wiedereingeführte Population auf Midway [1].

Lebensraum und Lebensweise

Während des Tags verstecken sich die Erwachsenen meist in dichter Vegetation. Abends und in der Nacht gehen sie aufs Wasser. Wirbellose stellen eine wesentliche Nahrungskomponente dar. Daneben werden Gras- und Seggensamen sowie Algen gefressen. Auf Laysan bestehen die Gelege aus 3-4 Eiern, die vom Weibchen allein ausgebrütet werden, auf Midway sind die Gelege größer, aber an beiden Orten ist die Aufzuchtrate relativ tief [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine extrem kleine Verbreitung und einen Wildbestand von nur 500-680 erwachsenen Exemplaren, der als Folge von stochastischen Ereignissen fluktuiert. Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED) [1].

Auf Hawaii haben von ursprünglich 10 endemischen Arten Gänsevögeln nur drei Arten überlebt. Die anderen fielen eingeschleppten Ratten und der Konkurrenz oder Prädation durch eingeführte Kaninchen, Mangusten und Schweine zum Opfer. Die Laysanente kam ursprünglich auf sechs Inseln des Hawaii-Archipels vor. Überlebt hat sie nur auf der rattenfreien, 4.1 km² großen Insel Laysan. Nachdem 1903 Kaninchen auf Laysan angesiedelt wurden, brach der Bestand auf wenige Exemplare (5 Erwachsene und 7 Küken im Jahr 1911) zusammen und erholte sich erst wieder, nachdem 1923 die Kaninchen ausgerottet worden waren. Um 1990 gab es wieder über 700 Individuen. Als Folge von Trockenheit (El Niño, 1993) und Botulismus fiel der Bestand danach auf rund 100 Vögel, erholte sich bis 2010 auf über 500, um dann wegen des Tsunami von 2011 wieder einzubrechen. 2004/2005 wurden 42 Jungenten von Laysan auf die beiden Inseln des Midway-Atolls gebracht, wo sie gut gediehen [1; 8].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Laut IUCN wird die Art zur Fleischgewinnung bejagt und für den internationalen Tierhandel genutzt [1], was allerdings in Anbetracht des kleinen Bestands zu relativieren ist. Faktisch wurden laut CITES-Handelsstatistik von 2001-2018 keine Wildvögel aus Hawaii ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden weltweit nur 37 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert, 34 davon aus den Niederlanden [2].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: 1958 kamen die ersten Laysanenten nach England, wo sie beim Wildfowl and Wetlands Trust erfolgreich gezüchtet und weiterverbreitet wurden. Heute wird die Art in über 30 Zoos gehalten, von denen sich nur wenige im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Enten. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind sie mindestens paarweise in Außenanlagen mit offenen Wasserflächen, angrenzendem Landteil und frostfreiem Schutzraum zu halten. BBei Volierenhaltung sind pro Paar 4 m² Fläche bei einer Höhe von 2 m vorzusehen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Laysanente wurde 1892 dem englischen Bankier und Zoologen Lionel Walter ROTHSCHILD als Anas laysanensis erstmals wissenschaftlich beschrieben. In der Folge wurde sie bis vor einigen Jahren wurde als Unterart der Stockente eingestuft, von der sie sich aber morphologisch deutlich unterscheidet. Heute wird sie zumeist als eigene Art geführt [3; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Anas laysanensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22680203A130697270. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22680203A130697270.en. Downloaded on 14 November 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013) und HBW Alive
  5. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  6. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  7. KOLBE, H. (1972)
  8. LAYSAN DUCK REVISED RECOVERYPLAN

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx