Halb- und Glanzgänse, Dampfschiffenten

Falkland-Dampfschiffente

Falkland-Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus), ehemals im Zoo Zürich Falkland-Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus), ehemals im Zoo Zürich
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Dampfschiffenten (Tachyerini)

D LC 650

Falkland-Dampfschiffente

Tachyeres brachypterus • The Falkland Flightless Steamer Duck • Le canard-vapeur des Iles Falkland

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Falkland-Dampfschiffenten (Tachyeres brachypterus) in Hegenbecks Tierpark © Stephan Hering-Hagenbeck

 

 

 

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Verbreitung der Falkland-Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus)

 

 

 

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Falkland-Dampfschiffenten (Tachyeres brachypterus) in ihrem Lebensraum © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

 

 


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Die Falkland-Dampfschiffente ist als natürlicherweise flugunfähige Art zoopädagogische interessant, wird aber gegenwärtig in europäischen Zoos nicht gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Falkland-Dampfschiffente ähnelt der Magellan-Dampfschiffente, ist aber mit einer Gesamtlänge von 61-74 cm etwas kleiner und schlanker. Wie jene ist sie flugunfähig, was eine Anpassung an eine Umwelt ohne Fressfeinde ist. Die Erpel erreichen ein Gewicht von etwa 4.4 kg, die Enten sind etwas leichter [2, 3; 4].

Verbreitung

Falklandinseln [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Falkland-Dampfschiffente besiedelt Felsküsten und kleine Felsinseln. Sie ernährt sich hauptsächlich von Salzwasser-Muscheln, Napfschnecken und Krebstieren. Genistet wird einzelpaarweise versteckt in der Vegetation oder in einem Pinguinbau. Die Gelege bestehen aus 5-10 Eiern, die während 34 (28-40) Tagen bebrütet werden [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Falkland-Dampfschiffente hat zwar ein relativ begrenztes Verbreitungsgebiet und einen eher kleinen Bestand, aber es wird angenommen, dass dieser stabil und sicher sei. Die Art wird deshalb nicht als gefährdet taxiert (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Zoogestütztes Artenschutzprojekt (Beispiel):

  • Im Jahre 2004 hat der Antarctic Research Trust ART vier kleine Inseln im Süden der Falkland Inseln mit einer Gesamtfläche von 130 ha erworben. Diese Inseln waren in der Vergangenheit weder bewohnt noch wurden fremde Tier- und Pflanzenarten eingeführt. Ziel des Ankaufs war, die  Inseln und ihre Bewohner auch in Zukunft vor jeglicher Nutzung zu schützen.Im Jahre 2006 wurden die Inseln von BirdLife International als „Important Bird Area“ ausgewiesen*. Erste Erfassungen der Flora und Fauna im November 2008, 2011 und 2013 ergaben 29 Pflanzenarten, 31 Vogelarten, daunter die hier auch brütende Falkland-Dampfschiffente und 3 Robbenarten. Diese Studien wurden gefördert durch den Zoo Zürich, der von 2006-2021 lBeiträge in der Höhe von 711'000 CHF an den ART geleistet hat.

Bedeutung für den Menschen

Die Falkland-Dampfschiffente wird laut IUCN für den internationalen Tierhandel genutzt [1].

Haltung

Dampfschiffenten sind gegenüber Artgenossen sehr aggressiv und sollten daher als Einzelpaare gehalten werden. Eine Vergesellschaftung mit anderen Vögeln, wie Pinguinen, Möwen oder Seeschwalben ist dagegen möglich [3]. Im Zoo sind Falkland-Dampfschiffenten ausdauernde Pfleglinge. Im Jahr 1967 gelang dem Zoo Zürich die Welterstzucht. Später wurden sie in den Zoos von Dortmund und Wuppertal. Ein Tier im Zoo Wuppertal erreichte ein Lebensalter von 18 Jahren [3; 5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird gegenwärtig (2022) in europäischen Zoos nicht mehr gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Dampfschiffenten. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) sind sie mindestens paarweise in Außenanlagen mit offenen Wasserflächen und angrenzendem Landteil zu halten.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Falkland-Dampfschiffente wurde 1790 vom britischen Arzt und Naturforscher John LATHAM als "Anas brachyptera" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Tachyeres wurde 1875 von dem englischen Arzt und Naturforscher Sir Richard OWEN eingeführt. Die Art ist monotypisch [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Tachyeres brachypterus. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22680047A132524587. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22680047A132524587.en . Downloaded on 11 November 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. KOLBE, H. (1972)
  5. SCHÜRER, U. (1993)

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Gelesen 10442 mal Letzte Änderung am Freitag, 11 März 2022 14:50
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx