Donnerstag, 14 Juni 2018 08:41

GIFFORD, E. W.(1927)

Grayson's pigeon in captivity.

Auk 44:513- 519.


The Socorro Dove Project (2013) The Socorro Dove (Zenaida graysoni) returns to Mexico after 40 years of its extinction in the wild. International Press Release.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:40

BRIGHT, H. (1926)

The breeding of Grayson's dove. 

Avicultural Magazine (4th series) 4: 223-224.

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Mittwoch, 06 März 2013 21:30

DOLLINGER, P. (2008)

Von Zoos und Fröschen

DRACO 34: 18-21.

Text ohne Abbildungen:

WAZA

Der Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) wurde 1946 als Internationaler Zoodirektorenverband (IUDZG) in Rotterdam gegründet. Von Anfang an betrachtete der Verband den Natur- und Artenschutz als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Bereits im Gründungsjahr wurde die Schirmherrschaft über das Internationale Zuchtbuch für den damals in freier Wildbahn ausgestorbenen Wisent (Bison bonasus) übernommen, dem im Laufe der Jahre viele andere Zuchtbücher folgten. An der Gründungsversammlung wurde auch eine Resolution verabschiedet, mit der ein internationales Übereinkommen zur Kontrolle des Fangs von und Handels mit Wildtieren gefordert wurde. Damit war die IUDZG ihrer Zeit weit voraus – erst ein Vierteljahrhundert später nahm die Staatengemeinschaft den Ball auf und schloss das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) ab.

Mit dem etwa 1990 beginnenden Umbau der IUDZG, einer Organisation mit persönlicher Mitgliedschaft, zur heutigen WAZA mit über 240 Zoos und Aquarien, 25 nationalen oder regionalen Zooverbänden und 14 zielverwandten Organisationen (darunter die DGHT) als Mitgliedern, wurde Naturschutz zum Hauptanliegen mit dem Ziel, die Entwicklung der Zoos von der Menagerie zum Naturschutzzentrum zu fördern. 1993 wurde die erste Weltzoo-Naturschutzstrategie veröffentlicht, die 2005 durch die umfassendere Welt-Zoo und Aquarium-Naturschutzstrategie abgelöst wurde.

Die weltweite Amphibienkrise

Bereits seit 1989 war bekannt, dass die Amphibienbestände aus vorerst unbekannten Gründen weltweit abnahmen. Heute weiß man, dass, neben Umweltverschmutzung, Klimaveränderung und der fortschreitenden Zerstörung der Lebensräume, in verschiedenen Gebieten der Erde eine Infektion mit dem Pilz Batrachochytrium dendrobatidis alle dort vorkommenden Amphibienarten befällt und zu massiven Bestandesverlusten führt. Seit 1980 sind vermutlich 122 Amphibienarten ausgestorben und 435 Arten musste auf der Roten Liste in eine höhere Gefährdungskategorie eingestuft werden. Es wird geschätzt, dass heute rund ein Drittel der etwa 6300 bisher bekannten Amphibienarten in ihrer Weiterexistenz gefährdet sind. Sollte sich die Tendenz fortsetzen, besteht die Gefahr, dass eine ganze Klasse von Wirbeltieren verloren geht, was verheerende Auswirkungen auf die ökologischen Gemeinschaften weltweit haben kann. Das Aussterben der Amphibien zu verhindern, stellt eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Menschheit dar

WAZA engagiert sich im Amphibienschutz

Es wird davon ausgegangen, dass die Haltung in menschlicher Obhut in vielen Fällen die einzige Maßnahme zur Rettung einer Art darstellen wird. Der Weltnaturschutzbund IUCN hat daher gefordert, dass alle Arten, die in der freien Natur hochgradig bedroht sind, in Menschenobhut genommen werden sollten. Für die langfristige Bestandeserhaltung solcher Arten ist ein Zuchtmanagement erforderlich, das nur durch die Zusammenarbeit einer Vielzahl von Haltern gewährleistet werden kann. Der Weltverband der Zoos und Aquarien hat deshalb bereits 2005 an seiner Jahrestagung beschlossen, sich der Herausforderung zu stellen. Er hat seitdem mit anderen Organisationen Kontakt aufgenommen, um unter dem Namen „Amphibian Ark“ eine Allianz zu bilden, die für die Umsetzung des Amphibien-Schutzplans der IUCN verantwortlich ist, und hat seine Mitglieder aufgefordert, ihr Potenzial hinsichtlich Artenschutz, Tierschutz, Tierhaltung und –zucht, Nachhaltigkeit, Wissenschaft, Lehre und Forschung, einzubringen, um einen möglichst großen Beitrag zur Erhaltung wildlebender Amphibien und deren Lebensräumen zu leisten und so viele Arten wie möglich in ihre Obhut zu nehmen.

2008 – Das Jahr des Frosches

Auf einer Arbeitstagung der Conservation Breeding Specialist Group (CBSG) der IUCN  in Halle wurde im August 2006 vorgeschlagen, das Jahr 2008 als „Year of the Frog“ zu begehen. Die Idee wurde von WAZA aufgenommen, die als Koordinator Dr. Jörg Junhold (Direktor des Zoo Leipzig) einsetzte. Fast zeitgleich startete die EAZA die Vorbereitungen für eine eigene Amphibienkampagne 2008. Auf einem Koordinationstreffen in Rotterdam wurde im April 2007 versucht, die unterschiedlichen Vorstellungen der Zooverbände unter einen Hut zu bringen. Man einigte sich darauf, dass

  • WAZA/AArk für die internationale Koordination zuständig ist,
  • die regionalen oder nationalen Mitglied-Verbände ihre Kampagnen zwar selbständig, aber parallel durchführen,
  • die Verbände das einheitliche „Year of the Frog“-Logo benutzen,
  • weltweit 2.000.020 Unterschriften für eine Petition gesammelt werden sollen,
  • die Verbände 40 % des Reinerlöses an AArk abführen, um die internationale Leitung und Koordination der Schutzbestrebungen sicherzustellen,
  • die Verbände 60 % des Reinerlöses für eigene Projekte verwenden können.

Am 31. März 2008 hatten insgesamt 320 Institutionen oder Organisationen in 50 verschiedenen Ländern der WAZA-Geschäftsstelle ihre Teilnahme am Jahr des Frosches bestätigt. In zahlreichen weiteren Fällen organisierten Zoos Aktivitäten, ohne dies der Geschäftsstelle zu melden.

Die WAZA selbst hat den Laubfrosch (Hyla arborea), den Frosch des Jahres der DGHT, als Leitart für das Jahr des Frosches aufgegriffen und informiert die Teilnehmer an internationalen Konferenzen (CITES, Biodiversität) mittels eines Flugblatts.

Das Amphibienprogramm der Zoos im deutschsprachigen Raum

An seiner Jahrestagung 2006 in Wuppertal vereinbarte der Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) mit dem Deutschen Wildgehege-Verband (DWV) und der Deutschen Tierpark-Gesellschaft (DTG), unter der Schirmherrschaft der WAZA  ein gemeinsames Amphibien-Schutzprogramm durchzuführen. Dieses Programm wurde gemeinsam mit der DGHT, dem Verband deutschsprachiger Zoopädagogen (VZP) und dem Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ) in Angriff genommen. Miteinbezogen wurde auch die Stiftung Artenschutz, und die Gemeinschaft deutscher Zooförderer (GdZ) sagte ihre Unterstützung zu. Die Zahl der am Programm teilnehmenden Institutionen stieg bis im März 2008 auf 76.

Im Sommer 2006 führten WAZA und der VDZ eine Umfrage durch, die unter anderem ergab, dass zahlreiche Zoos Interesse an einem Amphibienkurs hatten. In der Folge lud WAZA die Zooverbände und die DGHT am 12. Februar 2007 zu einer Vorbesprechung nach Karlsruhe ein. Dort wurde die Durchführung und gemeinsame Finanzierung eines praxisorientierten Multiplikatorenkurses zu Fragen der Ex-Situ-Erhaltungszucht beschlossen und der Tierpark Chemnitz erklärte sich bereit, den Kurs auszurichten. Damit wurde die berufliche Weiterbildung zum ersten Schwerpunkt des Programms. Am Kurs in Chemnitz, der vom 27. bis 30. Juni 2007 stattfand, nahmen 47 Personen teil. WAZA veröffentlichte einen 124 Seiten starken Tagungsband, der als Grundlage für weitere Kurse dienen sollte. Im Februar 2008 fanden drei weitere Kurse statt: einer für die Wild- und Tierparks in Monschau, und je einer für Zoopädagogen und Zootierpfleger im Zoo Köln. Das weitere Programm umfasst einen von Peter Janzen (DGHT) und Sandra Honigs (Aquazoo) organisierten Kurs für Amphibienkuratoren vom 13.-15. Juni in Düsseldorf, ein Workshop on Biocryobanks der Universität Trier vom 18.-20. Juni , ein Amphibienseminar für Zoo-, Wildtier- und Exotenmediziner vom 27-29. Juni 2008 in der Wilhelma Stuttgart, sowie weitere Kurse für Tierpfleger, die vermutlich in Leipzig, Stuttgart und Wien stattfinden werden.

Ein zweites Element des Programms ist die Bereitstellung von Lehrmaterial für den zoopädagogischen Unterricht. Auf den Webseiten von WAZA (www.waza.org), VZP und einzelnen Zoos werden Arbeitsblätter für Schüler zum Herabladen bereitgestellt. Eine Broschüre für das Lehrpersonal wird gemeinsam von VZP und Stiftung Artenschutz erarbeitet und von den Zooverbänden finanziert.

Um die Amphibienproblematik der breiten Masse der Zoobesucher nahe zu bringen, werden in vielen Zoos – Köln, Kronberg, Langenberg, Lausanne, Zürich, um nur ein paar zu nennen - Amphibienausstellungen neu gebaut oder umgestaltet, wobei auf das edukative Element, d.h. eine attraktive Beschilderung, Broschüren, etc., größten Wert gelegt wird. In anderen Zoos – etwa Berlin, Düsseldorf – werden bestehende Amphibienhaltungen durch Posterausstellungen ergänzt.

Viele Zoos, insbesondere auch kleinere Tierparks und Wildparks ohne Möglichkeit zur Haltung exotischer Amphibien, haben damit begonnen, ihr Gelände für die Bedürfnisse der einheimischen Amphibien aufzuwerten oder sich am Schutz von Amphibienreservaten in Zoonähe zu beteiligen. Bis ende März 2008 haben 32 Institutionen mitgeteilt, dass sie derartige Projekte in Angriff genommen haben oder planen (WAZA-Mitglieder unterstrichen): Alpenzoo Innsbruck, Tierpark Bischofswerda, Tierpark Chemnitz, Naturschutzzentrum Bruchhausen- Ekrath, Wildpark Eekholt, Zoologischer Garten Frankfurt, Naturschutz-Tierpark Görlitz, Zoologisches Museum Greifswald, Vogelpark Herborn, Zoo Hoyerswerda, Wildpark Knüll-Efze, Zoo Karlsruhe, Zoo Köln, Opel Zoo Kronberg, Zoo Landau, Wildpark Leipzig, Wildpark Reuschenberg-Leverkusen, Bayerwald-Tierpark Lohberg, Vogelpark Marlow, Tierpark Hellabrunn München, Tierpark Nordhorn, Tiergarten Nürnberg, Leintalzoo Schwaigern, Zoo in der Wingst, Vogelpark Walsrode, Tierpark Weisswasser, Zoo Wuppertal, Naturkundemuseum Natura Docet Denekamp (NL), Tierpark Goldau, Zoo Zürich, Wildpark Langenberg, Vivarium de Lausanne.

Demgegenüber stehen Zuchtprojekte für bedrohte exotsche Arten, eigentlich das Hauptanliegen der Amphibian Ark, noch etwas im Hintergrund. Sie sind die Domäne der größeren Zoos, die über die nötigen Geldmittel und internationalen Beziehungen verfügen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass von den elf Institutionen, die angaben, solche Projekte zu unternehmen, neun Mitglieder von WAZA sind: Tiergarten Schönbrunn/Wien (Borneo), Aquazoo Düsseldorf (ex situ), Tierpark Hagenbeck Hamburg, Zoo Karlsruhe (ex situ, geplant), Zoo Köln (Vietnam), Zoo Leipzig (Chile), Allwetterzoo Münster (Vietnam, Kambodscha), Zoo Osnabrück (Ecuador), Tierpark Weisswasser (cryobanking), Papiliorama Kerzers (Belize), Zoo Zürich (Kolumbien, Madagaskar).

Zur Bewusstseinsbildung bei der breiten Bevölkerung haben die Zooverbände Flugblätter herausgegeben. 50 Institutionen sammeln Unterschriften für die weltweite Petition, 30 nehmen an der EAZA „Frog Alarm!“-Kampagne teil, und jede Woche findet irgendwo ein Medienereignis zum Thema statt.

Um die verschiedenen Aktivitäten zu finanzieren, hat der Deutsche Wildgehegeverband die Entwicklung eines „Spendenfrosches“ in Auftrag gegeben, die von den anderen Verbänden mitfinanziert wird. Das Interesse an diesem „Spendenfrosch“ ist bei den 214 WAZA direkt oder indirekt angeschlossenen Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr gross, was hoffen lässt, dass Amphibienschutz weit über das „Jahr des Frosches“ hinaus eine nachhaltige Aktivität der Zoos, Tier- und Wildparks im deutschsprachigen Raum sein wird.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:25

DOLLINGER, P. (1986)

Das Mähnenschaf - ein Artenschutzproblem.

Bongo 11, 67-76.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:30

COUSINS, D. (1974)

Classification of captive gorillas.

International Zoo Yearbook Vol. 14: 155–159. DOI: 10.1111/j.1748-1090.1974.tb00806.x

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:19

CHAPRON, G. (2010)

Utilisation des modèles pour la gestion des loups en Suède.

Vortrag gehalten im Rahmen der Lysser Wildtiertage, 20.-21. August 2010.

 

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Mittwoch, 09 Januar 2013 10:28

RÜBEL, A. (2010)

Die Aufgaben der Zoos und die Arterhaltungsprogramme, eine kritische Sicht

In: DOLLINGER, P. (Hrsg.) Die Rolle der Zoos für die Erhaltung der Biodiversität. Verhandlungsbericht des IV. Rigi-Symposiums, Goldau-Rigi, 28.-30. Januar 2010: 49-50. Zoo Office Bern.

Zusammenfassung:

Das grösste Potential der Zoos im Naturschutz ist mit der Haltung der lebenden Tiere verbunden. Wie keine andere Institution können sie dazu beitragen, eine Mensch- Tier-Bindung aufzubauen. Danach kommt das Vermitteln von Bildung und erst in dritter Linie die Arterhaltungsprogramme. In diese investieren die Zoos viel Kraft und Zeit, trotzdem sind die Ergebnisse nicht befriedigend. Es wird sich als notwendig erweisen, die Zahl der Programme auf hochbedrohte Tierarten zu beschränken, sie aber professioneller zu betreiben.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:52

MOHR, E. (1952)

Der Wisent.

Die Neue Brehm-Bücherei Nr. 74. 74 Seiten, s/w-Abbildungen und Faltkarten.
Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig KG, Leipzig.

 

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Samstag, 15 Dezember 2012 23:22

Erforschung der Schwarzfusskatze

Erforschung der Schwarzfußkatze im Zoo und im natürlichen Lebensraum

Kölner Zoo und Zoo Wuppertal

 

11-6-1-1 schwarzfusskatze
Schwarzfußkatze © Alex Sliwa, Kölner Zoo

 

 

 

11-6-1-2 schwarzfusskatze
Schwarzfußkatze © Alex Sliwa, Kölner Zoo

 

 

 

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Schwarzfußkatze © Alex Sliwa, Kölner Zoo

 

 

 

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Schwarzfußkatze © Alex Sliwa, Kölner Zoo

Über die seltene und heimlich lebende Schwarzfußkatze (Felis nigripes) war bis vor Kurzem nur wenig bekannt. Zoos spielen bei der Erforschung der Basisdaten zur Fortpflanzungsbiologie eine wichtige Rolle. Sie finanzierten die erste Freilandstudie und tragen zu noch andauernden, weiterführenden Studien bei. Ein Internationales Zuchtbuch, das vom Zoo Wuppertal geführt wird, dient dabei der Kommunikation zwischen den Haltern wie auch der Information über die neuesten Forschungsergebnisse.
        
Viele Basisdaten zur Fortpflanzungsbiologie der Schwarzfußkatze wie Tragzeit, Wurfstärke und Geschlechtsreife wurden erst seit 1957 durch die Haltung und im damaligen Max-Planck-Institut für Verhaltenspsychologie in Wuppertal und im Wuppertaler Zoo bekannt (SCHÜRER, 1978) und waren für die Freilandforschung von Nutzen. Im Gegenzug wurden Forschungsergebnisse schnell und aktuell in den Zuchtbüchern den Haltern weltweit zugänglich gemacht. Blutproben freilebender Katzen dienen als vergleichende Referenzwerte zu solchen von zoolebenden Schwarzfußkatzen.

In den Jahren bis 1990 beschränkte sich das Wissen über die scheue Schwarzfußkatze im Freiland auf Studien zur Nahrungsökologie, gewonnen durch die Auswertung von Mageninhalten weniger für Museumssammlungen geschossener Tiere oder auf Nachweise für ihre Verbreitung.
        
Bei den Bemühungen, diese scheue und wenig bekannte Katzenart in ihrem natürlichen Lebensraum („in-situ“) und außerhalb dessen („ex situ“) zu erforschen, spielen Zoologische Gärten eine wichtige Rolle. Mit Hilfe des Zoo Wuppertal und der finanziellen Unterstützung mehrerer nordamerikanischer Zoos sowie einiger nichtstaatlicher Geldgeber aus Südafrika, Kanada und den USA wurde von 1992 bis 1998 die erste Feldforschung an dieser Art ermöglicht, in deren Rahmen 17 verschiedene Schwarzfußkatzen mit Radiohalsbändern versehen wurden. Die Tiere waren so jederzeit auffindbar und gewöhnten sich relativ rasch an das Beobachtungsfahrzeug, sodass sie über 2.300 km und 3.000 Stunden lang verfolgt und beobachtet werden konnten. Besonders aufschlussreich waren dabei 85 Nächte, in denen jeweils eine der Katzen über ihre gesamte Aktivitätszeit, das heißt 11 bis 14 Stunden lang, nicht aus den Augen verloren wurde.
        
2004 wurde ein jährlich stattfindendes, dreiwöchiges internationales Kooperationsprojekt im Feld zwischen Wissenschaftlern des McGregor Museums, des Wuppertaler Zoos sowie der amerikanischen Zoos San Diego Wild Animal Park und Cincinnati ins Leben gerufen. Ziel ist dabei der Fang von Schwarzfußkatzen und anderer kleiner Carnivoren. Nach Probenentnahme von narkotisierten Tieren erfolgt eine Analyse der vorhandenen Krankheiten in der Carnivorengemeinschaft des erwähnten Studiengebietes, der Wildtierfarm „Benfontein“ bei Kimberley, Südafrika. Im San Diego Wild Animal Park, USA, wird z.B. auf das Vorhandensein von Titern gegen Staupeviren und andere virale Krankheiten im Blutserum getestet. Dies dient der Einschätzung des Einflusses der Krankheitsübertragung durch andere Carnivoren auf die Schwarzfußkatzenpopulation.
        
Den gefangenen Schwarzfußkatzen werden außerdem Fett- und Blutproben zum Nachweis der Amyloidose entnommen, einer Stoffwechselkrankheit, die besonders die Nierenfunktion beeinträchtigt, die immer noch die Haupttodesursache von Schwarzfußkatzen in Menschenobhut ist. Diese Fragestellung ist Gegenstand einer Doktorarbeit, die vom Zoo Wuppertal und der Universität Leipzig betreut wird. Den gefangenen wildlebenden Katern wird ferner Sperma entnommen. Dies ist Teil einer Studie am Center for Reproduction of Endangered Species (CRES) des Zoo Cincinnati. Die gefrorenen Spermaproben dienen auch der Einbringung neuer Gene in US-amerikanische Schwarzfußkatzenhaltungen, ohne wild gefangene Tiere importieren zu müssen. Insgesamt wurden bisher 14 Schwarzfußkatzen gefangen. Das Projekt wird unter der Nummer 06016 der Welt-Zoo-Organisation (WAZA) geführt.
        
Wegen ihrer heimlichen Lebensweise, der reinen Nachtaktivität und allgemeinen Seltenheit ist über die Verbreitung der Schwarzfußkatze seit ihrer Erstbeschreibung 1824 durch BURCHELL nur wenig Genaues bekannt. Mit Hilfe eines im Jahr 2006 konzipierten Posters, das bei den provinzialen Naturschutzbehörden, in Naturreservaten und an strategischen Stellen wie etwa landwirtschaftlichen Kooperativen verteilt wird, werden neue Nachweise für die Art gesammelt. Die Nachweise und deren Verifizierung erfolgten durch die Zoologen des McGregor Museums in Kimberley. Das Museum übernimmt auch die katalogisierte Aufnahme von Totfunden, meist überfahrene Tiere, welche später der Probenentnahme für populationsgenetische und systematische Studien dienen. Es gilt besonders die Unterartfrage und den Inzuchtstatus der verschiedenen Populationen zu klären.

Im Mai 2007 wurden außerdem vier Schwarzfußkatzen mit Sendern versehen, um ihre Raumnutzung in Abhängigkeit zu den Territorien von ebenfalls besenderten Schabrackenschakalen zu untersuchen. Die Überwachung der Schwarzfußkatzen erfolgt parallel zu einer Habilitationsstudie eines Wissenschaftlers der Universität Oxford, England, zur Raumnutzung von Hundeartigen im gleichen südafrikanischen Studiengebiet.

Eine der dringlichsten Forschungsaufgaben für die Zukunft ist die Etablierung einer zweiten vergleichenden, ökologischen Studie in einem anderen Studiengebiet. Dabei gilt es zu klären, wie sich die Streifgebietsgröße und soziale Organisation der Schwarzfußkatze in einem der anderen Biome, der Nama-Karoo, der Trockensavanne oder dem Highveld verändert. Es ist von Interesse, wie groß dabei der Einfluss des landwirtschaftlichen Managements ist, z.B. infolge von Überweidung und damit der Verminderung der Beutetierpopulationen der Katzen sowie der Intensität der Schakalkontrolle oder gar der Existenz von Großräubern. Es fehlen außerdem noch genauere Daten zum Aufzuchterfolg von Jungtieren durch Mutterkatzen und zur Reviersuche von Jungkatzen.

 

Literatur:

SLIWA, A. (2007)

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Schwarzfusskatze - Black-footed cat

Freigegeben in Katzen
Donnerstag, 14 Juni 2018 10:15

DOLLINGER, P. (Hrsg., 2003)

Die Bedeutung von Fortpflanzung und Aufzucht von Zootieren.

Verh.-Ber. des 1. Rigi-Symposiums, Goldau-Rigi, 27. Februar - 1. März 2003. WAZA, Bern.

Editorial:

Um seine vielfältigen Ziele besser erreichen zu können, beschloss der Weltverband der Zoologischen Gärten und Aquarien (WAZA), an seiner Jahrestagung in Nagoya, 1998, eine ständige Geschäftsstelle einzurichten. Im Oktober 2001 wurde dieses Ziel mit dem Amtsantritt eines vollamtlichen Direktors erreicht, und im November konnten die in Bern angesiedelten Büroräumlichkeiten bezogen werden. Kurz danach schlossen WAZA und ZOOSchweiz, die Gesellschaft wissenschaftlicher Zoologischer Gärten der Schweiz eine Verwaltungsvereinbarung ab, nach der die Geschäftsstelle das Sekretariat von ZOOSchweiz führt.

Diese Konstellation hat den Vorteil, dass Neuerungen in der Zusammenarbeit zwischen dem Weltverband und seinen Mitgliedern mit Leichtigkeit im Massstab 1:1 getestet werden können, und im Erfolgsfalle damit gerechnet werden darf, dass sie sich allgemein durchsetzen. So hat sich z.B. ZOOSchweiz bereit erklärt, eines der beiden ersten WAZA-Magazine zu sponsern. Da die Resonanz auf die neuen Magazine gut war, fiel es leicht, weitere Sponsoren zu finden: Heft 3 wird nun vom Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ), Heft 4 vom Amerikanischen Zoo und Aquarienverband  (AZA) und Heft 6 vom Chester Zoo finanziert werden.

Es ist durchaus möglich, dass das Rigi-Symposium eine ähnliche Auswirkung haben wird. Ursprünglich als Veranstaltung von ZOOSchweiz geplant, ist es nun zu einer regionalen Tagung der wissenschaftlichen Zoos der Schweiz, Österreichs und Bayerns geworden, und unter dem Schirm des Weltverbandes werden die in diesem Verhandlungsbericht zusammengefassten Ergebnisse weiteren Zookreisen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, als dies im Falle einer rein nationalen Veranstaltung der Fall gewesen wäre.

Wer das kleine Einmaleins nicht kann, wird einer Differentialrechnung mit völligem Unverständnis gegenüber stehen. Tatsächlich dürfte es so sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung, einschliesslich derer, welche die Grundrechenarten perfekt beherrschen, mit höherer Mathematik nichts anzufangen weiss. Daraus den Schluss zu ziehen, das Differenzieren sei keine valable Methode, greift aber sicher zu kurz.

Genau dies ist aber der  gedankliche – aus eidgenössischer Sicht schwer zu verstehende - Ansatz, der zur Interpretation des unbestimmten Rechtsbegriffs des „Tötens von Tieren ohne vernünftigen Grund“ in Deutschland angewendet wird: Wenn eine uninformierte Gesellschaft nicht nachvollziehen kann, weshalb es in Zoologischen Gärten aus vernünftigen Gründen des Tier- und Artenschutzes überzählige Tiere geben muss, dann darf es keine geben (siehe Beitrag von J. LUY). Folglich wird kriminalisiert, wer - z.B. im Interesse einer Erhaltungszucht oder eines artgemässen Gruppenverhaltens - eine Vermehrung nicht verhindert, obwohl er zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht abschätzen kann, ob sich für die Jungtiere in zwei Jahren eine artgemässe, definitive Unterbringung findet.

Ich hoffe daher, dass dieser Band eine breite Leserschaft findet und dass die aus der Tagung zu ziehenden Schlussfolgerungen – etwa, dass Kommunikation eine vorrangige Tätigkeit der Zoos sein muss (A. RÜBEL), dass die Möglichkeit sich fortzupflanzen keine Alternative zu einer im übrigen inadäquaten Tierhaltung darstellt (P. SCHLUP und C. LERCH), oder dass das deutsche Publikum das Töten überzähliger Tiere sehr wohl akzeptiert, sobald es die Landesgrenze nach Österreich überschritten hat (M. MARTYS) - praktische Konsequenzen zum Wohl der Tiere in unserer Obhut und ihrer gefährdeten Vettern in der Wildbahn haben werden.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx