Donnerstag, 14 Juni 2018 14:14

MEYER, V. (2008)

Umsetzungsbegleitung des Wiederansiedlungsprojekts des Laubfrosches in der Region Lauerzersee mit einer problemorientierten Diskussion weiterer Wiederansiedlungsprojekte.

Diplomarbeit

47 Seiten

Ganzer Text

Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften
Fachkorrektoren:
Dr. Stephan Brenneisen, Hochschule Wädenswil ZFH
Dr. Martin Wehrle, Natur- und Tierpark Goldau
Natur- und Tierpark Goldau

Zusammenfassung:

Der Bestand des Laubfrosches (Hyla arborea) ist in vielen Regionen in seinem Verbreitungsgebiet rückgän-gig. In der Schweiz hat er auf der Roten Liste den Status „stark gefährdet“ und auch in Deutschland wird der Laubfrosch bundesweit als „stark gefährdet“ eingestuft. In diversen Gebieten ist er bereits ausgestorben. Infolgedessen werden vermehrt Wiederansiedlungsversuche durchgeführt und dies nicht immer mit Erfolg.

Das Ziel dieser Arbeit ist eine vergleichende Zusammenfassung der bekanntesten Wiederansiedlungsprojek-te des Laubfrosches in der Schweiz und Deutschland. Methoden und Ergebnisse werden verglichen und Schlussfolgerungen formuliert. Aus den erfolgreichen sowie auch aus den gescheiterten Projekten ergeben sich die Erkenntnisse, dass der Prävention weit mehr Bedeutung zukommen sollte. Naturräumliche Vernetzungsmassnahmen und Biotopschutz sind der Weg zum Erfolg und müssen eine Wiederansiedlung begleiten. Aus wissenschaftlich durchgeführten und gut dokumentierten Wiederansiedlungsprojekten können neue Erkenntnisse gewonnen werden, die für den Schutz und Erhalt des Laubfrosches von Bedeutung sind.

Im Jahr 2007 wurden, unter der Leitung der Stiftung Lauerzersee und dem Natur- und Tierpark Goldau, in der Region Lauerzersee Laubfrösche ausgesetzt. Die Wiederansiedlung konzentriert sich auf zwei Aussetzungsstandorte und wird in den nächsten Jahren weitergeführt. Das Monitoring wird jedes Jahr, auch nach Beendigung der Aussetzungsaktionen, durchgeführt. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird die erste Phase dieses Projektes begleitet, dokumentiert und kritisch hinterfragt.

Abstract:

In its natural habitat the stock of European tree frog (Hyla arborea) is more and more retrogressive. In the “red list” of Switzerland the European tree frog reached the state of strongly endangered species and also in Germany it is classified as strongly endangered. In many of its former habitats the European tree frog has become extinct. Consequently the trial of re-introductions did increase, but the results were not always posi-tive.

The goal of this thesis is a comparative summery of the most common projects in Switzerland and Germany to re-introduce the European tree frog. The outcome of this summary shows, that there are several ap-proaches and ways to carry out a project of this kind. Conclusions of successful projects as well as of failed projects result to consolidated findings, that many more efforts should be invested in preventive work in order to avoid the extinction in first place. The ongoing extinction of the European tree frog could be prevented this way. Nature-spatial interconnectedness and the protection of biotopes demonstrate the success and these measures have to accompany projects of re-introductions. It is possible to extract new cognitions based on scientifically accomplished and well documented re-introductions projects. This knowledge is important to protect and preserve the European tree frog.

In the year 2007 a re-introduction project under the direction of the charitable foundation “Lauerzersee” and the natural park Goldau has started. The re-introduction does focus on two areas of exposure and will con-tinue in the coming years. The monitoring will take place each year and will be continued after the actions of exposure. The context of this thesis covers the monitoring of the first stage of this project, documented and censored.

 

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Dienstag, 10 Juni 2014 13:17

Löwenäffchen-Feldprojekt

 

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Goldgelbes Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) im Zoo Zürich © Karsten Blum, Zoo Zürich (Pressefoto)

 

 

 

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Goldgelbe Löwenäffchen in Brasilien © SGLT, Akira Matsubayashi

 

 

 

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Goldgelbe Löwenäffchen in Brasilien © SGLT, Jim Dietz

 

 

 

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Die erste Wildbrücke Brasiliens soll der Erhaltung des Goldgelben Löwenäffchens und anderer gefärdeter Arten der Mâta Atlantica dienen. Quelle: Save the Golden Lion Taamrin, 2018)

Die unaufhaltsam voranschreitenden Erschließung Südostbrasiliens ging mit einer großflächige Rodung der dortigen Regenwälder, der Mâta Atlantica einher. Durch die schonungslose Zerstörung ihrer Heimat wurde das Goldgelbe Löwenäffchen Anfang der 1980er Jahre fast komplett ausgerottet.

Nur das Engagement zahlreicher Zoos in Zusammenarbeit mit den brasilianischen Behörden konnte die Situation der Tiere verbessern. Zum Schutz der Löwenäffchen und ihres Lebensraums, des Atlantischen Regenwaldes, haben die Zoos in Europa und in anderen Regionen Kampagnen durchgeführt. Im Rahmen der Mâta Atlantica-Kampagne der EAZA, an der sich 97 Zoos aus 20 Ländern beteiligten, wurden in den Jahren 2001/02 insgesamt über 287’471 € für den Schutz der Löwenäffchen und ihres Lebensraums gesammelt. Der Zoo Frankfurt führt heute noch von jeder Patenschaft für seine Löwenäffchen 10 Euro als Spende für die in-situ-Projekte ab. Gegenwärtig liegt das Schwergewicht der Unterstützung aber bei nordamerikanischen Zoos, die sich über die Gemeinnützige Organisation "Save the Golden Lion Tamarin" engagieren.

Erhaltungszuchtbemühungen in Zoologischen Gärten werden seit 1973 durch ein internationales Zuchtbuch koordiniert. Über 500 in Zoos gezüchtete Löwenäffchen wurden ab 1984 in Poço das Antas einem Schutzgebiet nordöstlich von Rio de Janeiro wieder angesiedelt, darunter Tiere aus dem deutschsprachigen Raum. So kamen z.B. 1992 fünf Tiere aus dem Kölner Zoo. Auch im Zoo Basel besteht ein langjähriges Engagement für die bedrohten Goldgelben Löwenäffchen. Bereits anfangs der Neunzigerjahre wurde eine Gruppe Löwenäffchen zur Wiederansiedlung nach Brasilien gegeben.

Heute sind in Poço das Antas 18 Populationen bekannt, von denen die kleinste aus weniger als zehn Individuen besteht und ein Regenwaldareal von rund 150 ha beansprucht. Das Projekt erfuhr immer wieder Rückschläge, beispielsweise Verluste durch Beutegreifer aber auch durch Wilderei. Die ursprünglich genetisch voneinander getrennten Populationen stellten eine große Herausforderung dar. Eine Errichtung von neu geschaffenen Waldkorridoren, entlang derer sich die Tiere ausbreiten können wurde daher begonnen. Bereits sind über 200 ha Land aufgeforstet worden. Im November 2018 wurde mit dem Bau einer Wildbrücke über die Autobahn BR101 begonnen, der ersten Brücke dieser Art in Brasilien. Aber auch das gezielte Umsiedeln von Gruppen ist ein Mittel, langfristig die genetische Vielfalt zu erhalten. Viele der in diesem vorbildlichen Projekt gesammelten Erfahrungen fliessen in Schutzprojekte für andere Arten in der ganzen Welt ein.

Am internationalen Erhaltungszuchtprogramm zur Erhaltung der Art sind unterdessen weltweit an die 160 Institutionen mit gegen 500 Tieren beteiligt. Die Population in der Wildbahn wächst laufend und liegt zur Zeit bei einer Größe von rund 3'200 Tieren, nachdem es in den 1970-er Jahren nur noch etwa 200 Tiere waren. Über ein Drittel des Wildbestands sind Nachkommen ausgewilderter zoogeborener Tiere. Mit 3 staatlichen und 22 privaten Schutzgebieten sind rund 13‘000 Hektaren des Lebensraumes dieser Krallenaffen geschützt.

Die von den Zoos in Zusammenarbeit mit den brasilianischen Behörden getroffenen Massnahmen erlaubten, im Jahr 2003 die als hoch bedroht (CRITICALLY ENDANGERED) geltende Art auf "ENDANGERED" zurückzustufen. Allerdings ist mit dem epidemischen Auftreten von Gelbfieber in Basilien ab 2016 eine neue Gefahr aufgetaucht: 2018 wurde das erste Goldgelbe Löwenäffchen gefunden, das an der Krankheit gestorben war.

 

Literatur und Internetquellen:

  1. http://www.savetheliontamarin.org/
  2. Internetauftritte Zoo Basel, Duisburg, Frankfurt, Köln
  3. PM Zoo Heidelberg, PM Zoo Zürich (2017)
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Donnerstag, 14 Juni 2018 10:47

MÜLLER, H.-P.(2005)

Fallstudien aus Tunesien und Marokko.

Die Bedeutung der Zoos für den Naturschutz. Verh.-Ber. 2. Rigi-Symposium. Goldau-Rigi, 17. – 19.02.2005. WAZA, Bern: 28-30.

Zusammenfassung:

Der mit Bilddokumenten begleitete Vortrag beginnt mit den ersten Bemühungen Tunesiens und Marokkos zur Gründung von Reservaten und Nationalparks der Randgebiete des Sahara-Raumes. Identifikation geeigneter und repräsentativer Gebiete. Offizielle Festlegung der Gren-zen. Inventar der Pflanzen und Tierarten im Gelände. Maßnahmen zur Wiederherstellung der durch Überweidung, Rodung und der davon resultierenden Bodenerosion zerstörten Lebens-räume. Installation der Infrastrukturen, Wege, Unterkünfte, Einzäunungen, Wasserver-sorgung. (Quellen, Brunnen oder Bohrungen) Aufforstung und erosionshemmende Maßnahmen, Ausbildung des Personals. Verbindungen mit Zoologischen Gärten. Beschaffung der Tiere, hier Addax, Säbelantilopen und M’Horrgazellen. Transport und erste Eingewöhnung oder direkte Freilassung im Gelände. Betreuung und Beobachtung der Tiere. Maßnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit. Wiedereinbürgerung der Waldrapp im Nordosten Marokkos. Ein Wort zur Bedeutung der Zoos für den Naturschutz.

Abstract:

This illustrated presentation details the preliminary attempts of Tunisia and Morocco to establish game reserves and national parks in the peripheral area of the Sahara. Appropriate and representative sites had to be located  and their borders needed to be formally mapped  and species lists of the local flora and fauna compiled.Due to erosion and habitat degradation caused by overgrazing and bush clearing, measures had to be taken for the regeneration of  vegetation in these areas. In addition, the in-stallation of infrastructure including tracks, accommodation, fences , water supply (wells and fountains), reforestation, erosion control and  employee training  had to be organised.   Contact with zoos was  established. Animals such as addax, scimitar-horned Oryx, and Mhorr gazelle had to be acquired. Transport and acclimatisation or immediate release to the field was ar-ranged. The animals were appraised  and monitored. Measures to maintain sustainability were taken. A project on the re-introduction of the Northern bald ibis in northern Morocco is also discussed.

 

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Sonntag, 01 Juni 2014 07:18

Wiederansiedlung Wisent

1921 wurde auf dem Gebiet des späteren Bialowieza-Nationalparks der letzte Wisent durch einen Wilderer erlegt. Damit war die Art zwar in freier Wildbahn ausgestorben, aber 54 Tiere hatten in zoologischen Gärten überlebt. Durch gemeinsame Zuchtanstrengungen wuchs der Zoobestand, und es konnten Nachzuchttiere an verschiedene Länder Osteuropas abgegeben und dort wieder in die Natur entlassen werden. Für 2007 wies das Internationale Zuchtbuch 1817 reine Flachlandwisente und 1993 Tiere der Kaukasus-Flachland-Linie aus. Davon lebten 1'443 Tiere in Gehegen und 2'367 in 31 freilebenden und 4 halbfreien Herden. Heute gibt es wieder weit über 8'000 Tiere.

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Frisches Blut für den russischen Wisentbestand

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Sedierter Wisent im Wildpark Bruderhaus vor dem Verlad für den Transport nach Russland © Forstbetrieb Winterthur

Aus verschiedenen Gründen nahm der Bestand freilebender Wisente in Russland seit 1992 dramatisch ab. In der Folge entwickelten Wissenschaftler eine neue Strategie zur Erhaltung des Wisents, welche die Begründung neuer Bestände in den Waldgebieten von Orel und Bryansk (Okski-Biosphären-Reservat), südwestlich von Moskau, beinhaltete. 1996 lancierte der WWF ein entsprechendes Projekt, an dem sich, nebst anderen Zoos, der Tierpark Dählhölzli in Bern beteiligte. Fünf Wisente aus Bern und 50 Tiere aus neun weiteren Zoos wurden 1999-2001 in das Aussetzungsgebiet gebracht und dort freigelassen, 2002 folgten fünf weitere Tiere aus Bern und drei aus dem Wildpark Langenberg. Sieben Tage waren die Tiere aus der Schweiz unterwegs, bis sie am Ziel ankamen. Zunächst ging die Reise nach Travemünde, dann mit der Fähre über die Ostsee nach Helsinki und von dort über St. Petersburg und Moskau in ihre neue Heimat südlich von Moskau. 2001 wurden im Gebiet von Orel bereits sieben Kälber geboren. Insgesamt sollen bis zu 200 Tiere ausgesetzt werden und es wird ein Gesamtbestand von 1000 Wisenten im Orel-Bryansk-Gebiet und 500 weiteren Tieren in benachbarten Gebieten angestrebt.

An dem Projekt beteiligen sich auch der Tierpark Chemnitz, der Zoo Dortmund sowie die Wildparks Schwarze Berge (Rosengarten-Vahrendorf), Springe, Langenberg (Zürich) und Winterthur.

Literatur und Internetquellen:

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Wisente für Rumänien

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Verlad eines immobilisierten Wisents im Tierpark Goldau © NTP Goldau

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Die ersten Wisente aus Bern und Goldau im Eingewöhnungsgatter des Naturparks © Martin Wehrle, NTP Goldau

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2018: Ankunft der Berliner Wisente in Rumänien © Zoo Berlin

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Der Tierpark Neumünster lieferte 2016 und 2018 je einen Wisent nach Rumänien. Hier die Ankunft des Bullen Hokan © Verena Kaspari, Tierpark Neumünster

In Rumänien war der Wisent im Jahr 1852 ausgerottet worden. Mit Regierungsbeschluss Nr. 230 vom 4. März 2003 wurde in den Karpaten Nordrumäniens der Vânători-Neamţ-Naturpark gegründet. Dieser hat eine Fläche von 30’818 ha. und wurde von der EU im Rahmen des Natura 2000-Programms gefördert. In diesem Park sollte der Wisent als "Flagship species" wiederangesiedelt werden, insbesondere auch, um die touristische Attraktivität der Region zu erhöhen

Im Mai 2005 sandten der Natur- und Tierpark Goldau und der Tierpark Dählhölzli Bern je zwei Wisente und im November 2008 der Natur- und Tierpark Goldau zwei weitere Tiere nach Rumänien, wo sie im Vânători-Neamt-Naturpark in ein Gatter eingesetzt wurden, um später ausgewildert zu werden. Die Kosten beliefen sich für Bern auf 50'000 €, für Goldau auf 100'000 €. Weitere Tiere kamen aus deutschen, schwedischen, britischen und irischen Zoologischen Gärten. 2012-2013 erfolgte die Verlegung der Tiere aus dem Eingwöhnungs- in ein 160 ha großes Auswilderungsgatter.

2014 konnten die ersten 17 Wisente in den Tarcu-Bergen wiederangesiedelt werden. 2015 folgten 18 weitere aus sechs verschiedenen Zoos. 2018 wurden aus insgesamt neun europäischen Einrichtungen, darunter dem Zoo und Tierpark Berlin und dem Tierpark Neumünster, 23 Wisente in zwei Schutzgebieten in den Tarcu- und in den Poiana Ruscă-Bergen mit einer Gesamtfläche von 83'000 ha ausgewildert. 2019 waren es 7 Tiere. Zu diesem Zeitpunkt lag der in den Țarcu- und Poiana Ruscă-Bergen freilaufende Bestand bereits bei rund 50 Individuen. 2020 wurden wiederum 8 Wisentkühe aus dem Wildpark Springe auf die 18 Stunden dauernde Reise nach Rumänien geschickt. Es war dies der dritte Transport ab Springe, wo Wisente seit 1928 gezüchtet werden und sowohl die Kaukasus- wie die Flachlandlinie vertreten sind.

Zu den Zielen des Projekts zählen außerdem der Aufbau eines Zuchtzentrums vor Ort sowie die Reduzierung der Bedrohungsfaktoren der Wisente. Partner der Zoos ist vor Ort der WWF Rumänien. Das gesamte Projekt wird durch die Organisation „Rewilding Europe“ sowie seit 2016 durch das Förderprogramm "LIFE" der EU finanziert.

Literatur und Internetquellen:

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Wisente für die Slowakei

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Verlad eines für den Poloniny-Nationalparks bestimmten Wisents im Natur-und Tierpark Goldau © NTP Goldau

 

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Die ersten fünf Wisente im Eingewöhnungsgatter des Poloniny-Nationalparks © Martin Wehrle, NTP Goldau

 

Der in den Waldkarpaten der Ostslowakei gelegene Poloniny-Nationalpark ging 1997 aus einem zuvor bestehenden Landschaftsschutzgeboet hervor. Seine Kernzone umfasst 29'805 ha, die Gesamtfläche 40'778 ha. Der Park ist Teil des  Biosphärenreservats Ostkarpaten, zu dem  auch Parks in Polen und der Ukraine gehören.

2004 wurden die ersten beiden Wisente aus dem Natur - und Tierpark Goldau in die Slowakei transportiert, wo sie während einiger Monate in einem Auswilderungsgehege auf das Leben in der Wildbahn vorbereitet und dann zusammen mit drei weiteren Tieren aus dem Ansterdamer Zoo und dem Parco Natura Viva ausgewildert wurden. Schon nach wenigen Tagen erhielten sie Gesellschaft von einem Wisenbullen, der aus dem benachbarten polnischedn Biesczady-Nationalpark einwanderte. 2004 und 2006 wurden je zwei weitere Wisente aus tschechischen und slowakischen Zoos ausgewildert. Bis 2013 wurden zwölf Kälber im Park geboren. 

Literatur und Internetquellen:

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Wisente für Polen

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Im Bieszczady-Nationalpark geborenes Wisentkalb. Foto: Facebook / RDLPkrosno

 

Zwei junge Wisente aus dem Tierpark Bern und einer aus dem Natur und Tierpark Goldau wurden im Februar 2012 nach Südostpolen gebracht. Die drei Tiere sind die ersten Neuankömmlinge in einem Schutzgebiet im polnischen Mittelgebirge Bieszczady. Sie werden dort in eine neu zu bildende Herde integriert. Die Verantwortlichen in Polen hatten dafür gezielt junge, zwei-, drei- oder vierjährige Tiere gesucht.

In einem Gehege sollen sich die jungen Wisente nun zuerst kennen lernen und eine Rangordnung herstellen. Erst dann werden sie in die Wildnis entlassen. Dort sollen sie, zusammen mit weiteren Tieren aus Österreich und Frankreich,  den Genpool der in der Gegend lebenden Tiere auffrischen. Der Wisent-Import in Polen ist Teil eines neuen Schutzprogramms in den Karpaten, das mit EU-Mitteln gefördert wird. Angesichts der relativ kleinen Zahl der einheimischen Wisente in der Region drohen den Tieren Genschäden.

2021 lebten in den Bieszczady-Bergen insgesamt etwa 700 Wisente.

 Literatur und Internetquellen:

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Wisente für Aserbaidschan

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Verladen eines immobilierten Wisents im Tierpark Bern © Tierpark Bern (Pressefoto)

 

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Entladen der Wisent-Transportkisten auf dem Flughafen Baku © Zoo/Tierpark Berlin (Pressefoto)

2021 wurden im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbandes EAZA sieben Wisente aus den Zoologischen Gärten Kolmården und Borås (Schweden), Prag sowie Chemnitz, Köln, Bernburg und Karlsruhe (Deutschland) im Tierpark Berlin zusammengezogen und aneinander gewöhnt. Im November wurden sie mit einer Frachtmaschine ab Frankfurt nach Aserbaidschan transportiert, wo sie mit zwei weitere Tiere aus dem Tierpark Bern in einem 300 ha großen Eingewöhnungsgatter vereint werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 sollen sie in der Kernzone des Shahdag-Nationalparks ausgewildert werden. Es wird sich um die zweite Herde handeln, die im Rahmen des Wiederansiedlungsprojekts entlassen wird. Eine erste Herde – bestehend aus 16 aus deutschen, französischen und belgischen Zoos stammenden Tieren aus vorigen Transporten sowie vier vor Ort geborenen Kälbern – hat das Auswilderungszentrum im November 2021 verlassen.

Der Shahdag-Nationalpark besteht seit 2006. Er umfasst heute 1305 km². Damit ist er das größte Schutzgebiet im gesamten Kaukasus. Das 2017 begonnene  Wiederansiedlungsprojekt sieht vor, über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich zehn Wisente auszuwildern, um Park eine eine stabile Population zu etablieren.

Literatur und Internetquellen:

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Samstag, 07 Dezember 2013 12:20

DUBRULLE, P.-M. & CATUSSE, M. (2012)

Où en est la colonisation du castor en France?

Faune sauveage No. 297, 4e Trimestre 2012: 24-35.

Le castor était en voie de disparition en Europe jusqu’à la fin du XIXe siècle. Après l’adoption de mesures  de protection, une expansion naturelle, accompagnée  de réintroductions, a conduit à une recolonisation  sur une grande partie du territoire européen. Le présent article examine les événements historiques qui expliquent cette remontée spectaculaire de ses populations en France.

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Samstag, 16 März 2013 09:59

WOREL, G. ( 2001)

Vom langen Atem - Die Wiederansiedlung der Wildkatze.

In: GRABE, H. & WOREL, G. (Hrsg.) Die Wildkatze - Zurück auf leisen Pfoten. Seiten 91-100. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg. ISBN: 3-924 350-81-7.

Inhalt:

Die Wiederansiedlungsprojekte im Spessart, Steigerwald und vorderem Bayerischem Wald / Oberpfälzer Wald werden beschrieben.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:31

STAUFFER, C. & ISENBÜGEL, E. (1998)

Die Wiederansiedlung des Przewalskipferdes in der Mongolei.

Wildbiologie International 5/11. 16 Seiten.
Hrsg.: Wildtier Schweiz, Winterthurerstrasse 92, CH-8006 Zürich.

Auszug:

In Menschenobhut hat das Przewalskipferd überlebt: 30 Jahre nach dem Aussterben in freier Wildbahn existiert heute wieder ein Bestand von rund 1800 Wildpferden weltweit. Inzwischen sind in der Mongolei und in China aufwendige Bestrebungen im Gang, um die Ahnen unserer Hauspferde in ihrem Ursprungsgebiet wieder anzusiedeln. Der Wildpark Langenberg der Stadt Zürich züchtet seit 10 Jahren Wildpferde und beteiligt sich am gross angelegten Projekt im Südwesten der Mongolei. Die Chancen stehen gut, dass sich dort langfristig ein genügend hoher, wildlebender Bestand von Przewalskipferden etabliert.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:26

SPERBER, G. (1974)

Der Luchs im Bayerischen Wald.

Die Pirsch 26: 369-371.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:25

SPALTON, A. (1993)

A brief history of reintroduction of the Arabian oryx Oryx leucoryx into Oman 1980-1992.

Int. Zoo Yb. 32: 81-90.

In 1972 the Arabian or White oryx Oryx leucoryx was extinct in the wild. Nine years earlier a captive ‘World Herd’ of nine oryx had been established in the USA (Fitter, 1982). Other captive herds existed in Arabia. In 1980 animals were brought back to the central desert of Oman for release on the Jiddat al-Harasis.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:21

SOMMER, R. (2005)

Beitrag der wissenschaftlich geleiteten Zoos zur Arterhaltung.

Bundesamt für Veterinärwesen, Liebefeld-Bern.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx