Donnerstag, 01 Oktober 2020 15:01

RÖDEL, M.-O. & MERSBERG, D.

Vorläufige Liste der Schlangen des Tai-Nationalparks / Elfenbeinküste und angrenzender Gebiete.

SALAMANDRA 36(1): 25-38

Zusammenfassung:

Wir stellen die Schlangenfauna des Tai-Nationalparks (TNP) mit Angabe weiterer biologischer Daten vor. Insgesamt sind nun 39 Schlangenarten aus dem TNP bekannt. Im Primär-Regenwald wurden 22 und in offeneren Habitaten beziehungsweise am Waldrand 17 Schlangenarten gefunden. 15 Arten waren arborikol, 19 lebten am Boden und fünf unterirdisch. Wir gehen davon aus, daß die bisherigen Nachweise etwa zwei Drittel der für diesen letzten großen Regenwald Westafrikas zu erwartenden Arten ausmachen.

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Rediscovery of the Mount Nimba Reedfrog, Hyperolius nimbae LAURENT, 1958, in western Ivory Coast (Anura: Hyperoliidae).

HERPETOZOA 29(1/2): 3-13

Kurzfassung:

Die vorliegende Arbeit berichtet über die Wiederentdeckung von Hyperolius nimbae LAURENT, 1958, einer Riedfroschart, die nur vom Fuß der östlichen Flanke des Mount Nimba im Westen der Elfenbeinküste bekannt ist. Die Art wurde 1958 beschrieben und 1963 zum letzten Mal beobachtet. Siebenundvierzig Jahre später wurden innerhalb des bekannten Verbreitungsgebietes kleine Populationen dieses Riedfrosches in der Nähe der Dörfer Dagbonpleu, Danipleu, Kouan-Houlé und Zéalé wiederentdeckt. Allerdings konnten nur insgesamt sieben Exemplare registriert werden. Die Lebensräume zeigten unterschiedliche Grade der degradierung von Sumpfwäldern bis zu Reisfeldern in degradiertem Wald oder Sekundärwuchs. Der starke menschliche Einfluß im Gebiet, besonders seine landwirtschaftliche Nutzung, könnte das langfristige Überleben der Art gefährden. Die Autoren empfehlen eine intensive weitere Suche nach bestehenden Populationen und deren Monitoring, um die Gefährdung für das Überleben von H. nimbae abzuschätzen.

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Donnerstag, 09 April 2020 06:47

GÜRTLER, W.-D. (2003)

Afrikas tropischer Regenwald: im Tai-Nationalpark der Côte d'Ivoire.

MILU, Berlin 11: 186-206.

Es handelt sich um einen Reisebericht, in dem die Fahrt von Abidjan zum Tai-Nationalpark, der Nationalpark und das Trekking im Regenwald beschrieben und Angaben zu Fauna und Dlora gemacht werden.

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Sonntag, 12 November 2017 21:56

West- und Zentralafrika - Allgemeines

Allgemeines

Anschließend an die von der Sahara überleitenden Halbwüsten des Sahel erstrecken sich im Norden West- und Zentralafrikas Steppen und Trockensavannen, die südwärts in Feuchtsavannen und Trockenwälder übergehen. Es folgt ein Gürtel mit tropischen Feuchtwäldern, der die Regenwälder Westafrikas und des Kongobeckens umschließt. Das Klima ist hauptsächlich tropisch mit jahreszeitlichen Wärmeschwankungen von bis zu 25ºC im Norden der Region und weitgehend gleich bleibenden Temperaturen von etwa 22-26ºC im Regenwaldbereich. Der Westafrikanische Regenwald ist ein Brennpunkt der Biodiversität, der Steppen- und Savannenbereich ist – zumindest bezüglich Großsäugetieren - artenärmer als die vergleichbare Zone in Ost- oder Südafrika, so fehlen hier z.B. die Zebras, die Gnus, Rappenantilope, Impala und Steinböckchen, und Kudus gibt es nur östlich des Tschadsees.

Hauptsächliche Gefahren für die Biodiversität der Region sind das Vordringen der Sahelo-Sahara Richtung Süden als Folge des Klimawandels, Überweidung, die Erschließung des Regenwaldes durch Forststraßen zur Nutzung von Edelhölzern und im Gefolge davon das Schlagen von Brennholz und die illegale Jagd insbesondere auf Säugetiere für den Wildfleischhandel.

Typische Zootiere

Senegal-Galago, Rotscheitelmangabe, Weißscheitelmangabe, Grüne Meerkatze, Diana-Meerkatze, Monameerkatze, Brazzameerkatze, Drill, MandrillGuineapavian, Bärenstummelaffe, Flachlandgorilla, Bonobo, Schimpanse, Afrikanischer Wildhund, Honigdachs, Weißschwanzmanguste, Zebramanguste, Tüpfelhyäne, Streifenhyäne, Goldschakal, GepardKarakal, ServalLöwe, Leopard, Erdferkel, Afrikanischer Elefant, Klippschliefer, Warzenschwein, Pinselohrschwein, Zwergflusspferd, Flusspferd, Giraffe, Okapi, Kaffernbüffel, Rotbüffel, BongoSitatunga, Gelbrückenducker, Pferdeantilope, Bergriedbock, Ellipsenwasserbock, Klippspringer, Dorkasgazelle.

Afrikanischer Strauß, Zwergtaucher, Rosapelikan, Rötelpelikan, Kormoran, Graureiher, Goliathreiher, Kuhreiher, Seidenreiher, Küstenreiher, Nachtreiher, Zwergdommel, Schuhschnabel, Hammerkopf, Weißstorch, Abdimstorch, Wollhalsstorch, Afrikanischer Marabu, Brauner Sichler, Heiliger Ibis, Löffler, Gelbbrustpfeifgans, Witwenpfeifgans, Nilgans, Sporngans, Glanzgans, Zwergglanzgans, Kapente, Gelbschnabelente, Schreiseeadler, Schmutzgeier, SperbergeierGaukler, Sekretär, Wanderfalke, Turmfalke, Wachtel, Felsenhühnchen, Kongopfau, Helmperlhuhn, Jungfernkranich, Senegaltrappe, Teichhuhn, Afrikanisches Blätterhühnchen, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Kaptriel, Krokodilwächter, Sandregenpfeifer, Langzehenkiebitz, Großer Brachvogel, Kampfläufer, Rotschenkel, Graupapapagei, Weißbauch-Lärmvogel, Schwarzschwanz-Lärmvogel, Schildturako, Weißhaubenturako, Schwarzschnabelturako, Schleiereule, Weißgesichtseule, Milchuhu, Braunflügel-Mausvogel, Blaunackenmausvogel,Weißstirnspint, Scharlachspint, Gabelracke, Opalracke, Strichelracke, Wiedehopf, Steppenbaumhopf, Nördlicher Hornrabe, Rotschnabeltoko, Grautoko, Furchenschnabelbartvogel, Weißscheitelrötel, Kupfernektarvogel, Goldscheitelwürger, Purpur-Glanzstar, Napoleonweber, Textorweber, Paradieswitwe, Wachtelastrild.

Glattrand-Gelenkschildkröte, Spornschildkröte, Siedleragame, Braune Schildechse, Gefleckter Nilwaran, Königspython, Afrikan. Eierschlange, Grüne Mamba, Weißlippen- Kobra, Puffotter, Gabunviper, Wüsten-Hornviper, Nilkrokodil, Stumpfkrokodil, Zwergkrallenfrosch, Afrikanischer oder Glatter Krallenfrosch, Oku-See-Krallenfrosch, Zipfelkröte, Westafrikanischer Lungenfisch, Schmuck-Flösselhecht, Senegal-Flösselhecht, Elefantenrüsselfisch, Langflossensalmler.

Literatur und Internetquellen

BLOM, A., ALERS, M. P. T., FEISTNER, A. T. C., BARNES, R. F. W & BARNES, K. L. (1992)
BUTYNSKI, T. M. & KOSTER, S. H. (1994)
EAST, R. (1988-1990)
GIPPOLITI, S. & DELL'ORNO, G. (1996)
KAMDEM TOHAM, A. et al. (eds. 2006)
LUARD, N. (1985)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)

SCOTT McGRAW, W. (1998)
STUART, C. & T. (1995)  

Birdlife - Important Bird Areas Online-Daten
UNEP/WCMC Protected Areas Programme Online-Daten

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:34

Gewässer und Feuchtgebiete

WAF-11-00-02 karte
Die wichtigsten Gewässer West- und Zentralafrikas

(11.1) Fließgewässer
(11.2) Stehende Gewässer
(11.3) Feuchtgebiete
(11.4) Mangroven

Typische Zootiere

Nördliche Zwergmeerkatze, Flusspferd, Zwergflusspferd, Rotbüffel, Ellipsenwasserbock, Sitatunga; Zwergtaucher, Rosapelikan, Rötelpelikan, Kormoran, Graureiher, Goliathreiher, Kuhreiher, Seidenreiher, Zwergdommel, Nachtreiher, Schuhschnabel, Hammerkopf, Weißstorch, Abdimstorch, Wollhalsstorch, Sattelstorch, Afrikanischer Marabu, Hagedasch, Brauner Sichler, Heiliger Ibis, Schmalschnabellöffler, Gelbbrustpfeifgans, Witwenpfeifgans, Kapente, Gelbschnabelente, Sporngans, Höckerglanzgans, Afrikanische Zwergglanzgans, Nilgans, Schreiseeadler, Teichhuhn, Afrikanisches Blätterhühnchen, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Großer Brachvogel, Kampfläufer, Rotschenkel, Sandregenpfeifer, Langzehenkiebitz, Krokodilwächter, Weißstirnspint, Scharlachspint; Gefleckter Nilwaran, Nilkrokodil, Stumpfkrokodil, Zwergkrallenfrosch, Afrikanischer Krallenfrosch, Zipfelkröte, Afrikanischer Lungenfisch, Schmuck-Flösselhecht, Senegal-Flößelhecht, Elefantenrüsselfisch, Langflossensalmler, Kongosalmler.

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Fließgewässer

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Der Gambiafluss im Niokolo-Koba-Nationalpark, Senegal. Foto: US Geological Survey
Der Kongo ist das bedeutendste Fließgewässer West- und Zentralafrikas. Mit seinem in der kongolesischen Provinz Katanga entspringenden Quellfluss Lualaba ist er 4.374 km lang und mit seinen zahlreichen Nebenflüssen, darunter Kasai, Ubangi, Lomami, Luvua, Aruwimi, Sangha und Ruki, entwässert er ein Einzugsgebiet von 3'730’474 km². Mit einer mittleren Wasserführung von gegen 40'000 m³/s ist er nach dem Amazonas der zweitmächtigste Strom der Erde. Das zweitgrößte Einzugsgebiet hat mit 2'261'763 km² der Niger mit seinen Nebenflüssen Benue und Bani. Er ist 4’184 km lang und fließt in großem Bogen von den Bergen Guineas durch teilweise sehr arides Gebiet in den Golf von Guinea. Mit 6'000 m³/s ist seine Wasserführung aber deutlich geringer als die des Kongos. Der Schari endet als einziger der großen Flüsse West- und Zentralafrikas nicht im Atlantischen Ozean, sondern bildet den Hauptzufluss des Tschadsees. Mit seinem Quellfluss Ouham ist er 1’740 km lang. Sein Schari-Logone-Becken genanntes Einzugsgebiet erstreckt sich über 548'747 km². Der Senegal ist von der Länge her ungefähr mit dem Rhein vergleichbar. Sein Einzugsgebiet ist etwa doppelt so groß wie das des Rheins, da es aber in einer regenarmen Zone liegt, schwankt die Wasserführung stark und ist bestenfalls halb so groß wie die des Rheins. Mit etwa 407'000 km² entwässert das Flusssystem des Volta (mit Schwarzem und Weißem Volta) ebenfalls eine beachtliche Fläche. Comoé und Gambia sind zwei weitere Flüsse mit über 1'000 km Länge. Ihre Einzugsgebiete sind aber mit rund 80 bzw. 70'000 km² deutlich kleiner.

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Stehende Gewässer

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Die Fläche des Tschadsees schrumpfte von 1963-2001 dramatisch um rund 90%, was möglicherweise eine Folge des Klimawandels ist. Grafik UNEP
Während in Ostafrika, in den Brüchen der Kontinentalplatte riesige Seen entstanden sind (von denen allerdings der Tanganyika- und der Mwerusee zum Einzugsgebiet des Kongo gehören), gibt es in West- und Zentralafrika nur einen wirklich großen See: den Tschad. Vor 12'000 bis 8'000 Jahren, als in Afrika eine Feuchtperiode herrschte, reichte der Tschad bis zum Gebirge von Tibesti und bedeckte eine Fläche von über 400'000 km². Danach schrumpfte er als Folge der klimatischen Bedingungen kontinuierlich. Ab den 1960er Jahren kamen eine Überweidung der WAF-11-02-02 Lake Oku
Ou-See, Kratersee in Nordwest-Kamerun
Umgebung, der Bau eines Staudamms im Zufluss Ngadda und vermehrte Wasserentnahmen dazu, und die Wasserfläche nahm dramatisch ab. Hatte der See 1963 noch eine Oberfläche von über 25'000 km², waren es im Jahr 2000 keine 1’500 km2 mehr.

        
In den letzten Jahren hat sich die Situation stabilisiert bzw. hat die Wasserfläche wieder leicht zugenommen. Mit einer Tiefe von etwa 10 m ist der hauptsächlich vom Schari gespiesene Tschad ein typischer Flachsee, der keinen oberirdischen Abfluss hat.

In den Sumpfwäldern der Regenwaldzone gibt es ebenfalls Flachseen, die insbesondere während der Regenzeit eine große Ausdehnung annehmen können und Teile noch größerer Feuchtgebiete sind, so z.B. der 2-6 m tiefe Tumba-See oder der 5-10 m tiefe Maï-Ndombe-See, der bis 8'000 km² erreichen kann.

Relativ häufig sind kleine Kraterseen, in denen oft endemische Arten vorkommen. Als Beispiel sei der auf 2219 m Höhe gelegene, von Nebelwald umgebene Oku-See in Nordwest-Kamerun genannt, der einzige Ort,wo der stark gefährdete Oku-See-Krallenfrosch (Xenopus longipes) vorkommt.

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Feuchtgebiete

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Rotbüffel (Syncerus c. nanus) auf Lichtung in Sumpfwald. Lobéké-Nationalpark, Kamerun. Foto: Amcaja
Entlang den Gewässern, in den Mündungsgebieten der Flüsse und an der Küste gibt es zahlreiche bedeutende Feuchtgebiete.

Die im Steppen-Trockensavannenbereich gelegenen sind oft temporär oder haben eine saisonal unterschiedliche Ausdehnung. Von Bedeutung ist namentlich die Massina-Überschwemmungsniederung in Mali - etwa so groß wie die Schweiz - in welcher der Niger ein ausgedehntes Binnendelta bildet.
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Tanoë-Sumofwald, Elfenbeinküste © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

Im Bereich des tropischen Regenwaldes finden sich ausgedehnte Sumpfwälder, insbesondere im östlichen und westlichen Kongo sowie im Nigerdelta. WAF-11-03-03 Tanoe swamp forest C-6538 wuennemann
Tanoë-Sumofwald, Elfenbeinküste © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg
Da sie für den Menschen sehr unzugänglich sind, sind sie in großen Teilen unberührt. Zum Teil sind diese Wälder permanent, zum Teil saisonal überflutet. Daneben gib es auch überflutete Lichtungen. Das Ngiri-Tumba-Maï-Ndombe-Feuchtgebiet im Westen der Demokratischen Republik Kongo gilt mit einer Ausdehnung von über 65'000 km² als das grösste Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung unter dem Ramsar-Übereinkommen.

Charakterpflanzen

In ständig überfluteten Gebieten die Raffia-Palme (Raphia sp.), in zeitweilig überfluteten Gebieten z.B. Mangostanen ( Garcinia sp.) und Breiapfelbäume ( Manilkara sp.)

Tierwelt

Flachlandgorilla, Waldelefant, Rotbüffel, Sitatunga

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Mangroven

Entlang der Küste Nigerias und Kameruns erstreckt sich über eine Länge von fast 1000 km ein ausgedehnter Mangrovengürtel mit einer Fläche von rund 30'000 km².

Charakterpflanzen

Schwarze Mangroven (Avicennia nitida, A. tomentosa), Knopfmangrove (Conocarpus erectus), Weiße Mangrove (Laguncularia racemosa), Rote Mangroven (Rhizophora racemosa, R. harrisonii, R. mangle) und dazwischen andere Baumarten wie Schraubenbäume (Pandanus) oder Eibisch (Hibiscus).

Tierwelt

Manati (Trichechus senegalensis), Rotbüffel

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:30

Gebirge

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Wichtige Schutzgebiete in afrikanischen Gebirgen

(6.1) Kamerunberg
(6.2) Die Vulkane der Insel Bioko

(6.3) Virunga-Vulkane
(6.4) Ruwenzorigebirge
(6.5) Hochland von Adamaua
(6.6) Nimbaberge

Die höchsten Gebirge West- und Zentralafrikas sind in der Guinearegion der Kamerunberg und die Vulkane der Insel Bioko, sowie die an der Grenze zum Ostafrikanischen Grabenbruch gelegenen Virunga-Vulkane und das Ruwenzorigebirge. Letzteres ist als einziges dieser Hochgebirge nicht vulkanischen Ursprungs, sondern entstand durch eine Verwerfung in Zusammenhang mit dem Bruch der Kontinentalplatte. Ebenfalls von Interesse sind das Hochland von Adamaua an der Grenze zwischen Kamerun und Nigeria und die im Grenzgebiet Liberias, der Elfenbeinküste und Guineas gelegenen Nimbaberge.

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Kamerunberg

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Der Kamerunberg von der Stadt Tiko aus © Amcaja. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)-Lizenz.

 

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Krater des Kamerunbergs © Amcaja. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)-Lizenz.

 

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Vulkansand in altem Lavastrom am Kamerunberg Krater des Kamerunbergs © Amcaja. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)-Lizenz.

Mit 4’095 m ist der Mount Cameroon der höchste Berg Westafrikas. Er ist Teil einer Kette von Vulkanen, die sich von der kamerunisch-nigerianischen Grenze über Bioko bis nach São Tomé, Príncipe und Annobon erstreckt. Wegen der enormen Höhendifferenz und der dadurch bedingten unterschiedlichen Temperaturen, sowie den unterschiedlich hohen Niederschlägen – bis 10'000 mm im Südwesten und sehr viel weniger an den im Regenschatten liegenden Nord- und Osthängen ist die biologische Vielfalt sehr groß. Die Berghänge waren ursprünglich bis auf eine Höhe von 2'200-2'400 m durchgehend mit Wald bedeckt. Heute sind die unteren Bereiche weitgehend gerodet, gebietsweise bis auf 1'000 m.

Vegetation

Der Kamerunberg ist von Tieflandregenwald umgeben. Dieser geht ab 500 m Höhe sukzessive in Bergwald über, der bis gegen 2400 m Höhe reicht, dann folgt eine Strauchzone und oberhalb dieser montanes Grasland mit Andropogon amethystinus, Deschampsia mildbraedii, Agrostis mannii, Koeleria cristata, und Bulbostylis erratica, sowie subalpine Pflanzengesellschaften, zu denen z.B. die Orchideen Brownleea parviflora and Holothrix tridentata gehören. Auf dem bisweilen schneebedeckten Gipfel wachsen nur noch Flechten. 42 Pflanzenarten kommen nur am Kamerunberg vor, 29 weitere nur am Kamerunberg und auf Bioko.

Tierwelt

Rotscheitelmangabe, Westliche Vollbartmeerkatze (Cercopithecus preussi), Rotnasenmeerkatze (C. erythrotis), Große Weißnasenmeerkatze (C. nictitans stampflii), Drill, Schwarzer Stummelaffe (Colobus satanas), Schimpanse, Waldelefant, Pinselohrschwein, Buschbock, Schwarzrückenducker (Cephalophus dorsalis), Fernando-Po-Ducker (Cephalophus ogilbyi), Blauducker, Kamerun-Weichratte (Praomys morio), Quastenstachler (Atherurus africanus). Die Avifauna des Kamerunbergs (Important Bird Area CM027) ist mit 370 Arten sehr reichhaltig. Zwei Arten kommen ausschließlich am Kamerunberg vor: Der Kamerunberg-Brillenvogel (Speirops melanocephalus) und das Kamerunberg-Frankolin (Francolinus camerunensis). Auch unter den zahlreichen Amphibien gibt es eine endemische Kröte (Werneria preussi).

Literatur:

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Die Vulkane der Insel Bioko

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Pico Basilé. Quelle: www.guinealia.com

 

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Blaurückenturakos (Tauraco macrorhynchus) auf Bioko. Foto: Shoshana Sommer

Bis zur letzten Eiszeit war die heute zu Äquatorialguinea gehörende Insel Bioko (früher Fernando Po) als Halbinsel mit dem Festland verbunden. Als Folge des Anstiegs des Meeresspiegels in der Nacheiszeit liegt sie nun 40 km vor der Küste Kameruns. Die Insel wird von drei Schildvulkanen gebildet, deren höchster mit 3011 m der Pico Basilé ist. Pico Basilé ist ab ca. 800 m Höhe Nationalpark, Allerdings entwickelte sich ab 1980 ein umfangreicher illegaler Handel mit Wildfleisch, das auch aus dem Park beschafft wurde. Heute gibt es Primaten und Ducker praktisch nur noch im Schutzgebiet Südliches Hochland an den unzugänglichen Südhängen der 2261 m hohen Gran Caldera de Luba.

Vegetation

Oberhalb von 1’500 m gibt es drei Bergwaldgebiete. Diese haben ein offenes Kronendach und sind charakterisiert durch zwei Schefflera-Arten (S. abyssinica, S. mannii, Araliaceae), Afrikanisches Stinkholz (Prunus africana) und die Lippenblütlerart Nuxia congesta.

Tierwelt

Westliche Vollbartmeerkatze (Cercopithecus preussi insularis), Rotnasenmeerkatze (C. e. erythrotis), Kronenmeerkatze (C. p. pogonias), Große Weißnasenmeerkatze (C. nictitans stampflii), Drill , Pennant-Stummelaffe (Piliocolobus p. pennantii), Schwarzer Stummelaffe (Colobus satanas), Fernando-Po-Ducker (Cephalophus o. ogilbyi), Blauducker. Ebenso wie der Nationalpark Pico Basilé (GQ002), wo 70 Arten festgestellt wurden, ist Caldera de Luba ein Important Bird Area (GQ003) mit etwa 120 Brutvogelarten, darunter eine endemische und 35 endemische Unterarten.

Literatur und Internetquellen

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Virunga-Vulkane

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Berg-Regenwald im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda. Aufstieg zur Karisoke-Forschungsstation © Thomas Kauffels, Kronberg

 

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Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda. Aufstieg zur Karisoke-Forschungsstation © Thomas Kauffels, Kronberg

 

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Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda. Aufstieg zur Karisoke-Forschungsstation © Thomas Kauffels, Kronberg

 

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Schwarzstirnducker Cephalophus nigrifrons) im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Kronberg

 

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Berggorillas (Gorilla b. beringei) im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Kronberg

 

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Berggorillas (Gorilla b. beringei) im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Kronberg

 

WAF-06-03-05 Berggorilla Virunga TK
Berggorillas (Gorilla b. beringei) im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Kronberg

 

WAF-06-03-06 Berggorilla Virunga TK
Berggorillas (Gorilla b. beringei) im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Kronberg

Die Virunga-Vulkane sind ein Gebirge bestehend aus neun einzelnen Vulkanen. Es liegt im Westarm des Riftvalleys, im Grenzgebiet von Ruanda, Uganda und der DR Kongo. Die Vulkane stehen in drei Gruppen: Der mit 4507 m höchste Berg, der Karisimbi, gehört zur zentralen, in der Grenzegion von DR Kongo und Ruanda gelegenen Gruppe, ebenso wie der Mikeno (4437 m) und der Visoke (3711 m). Die östliche Gruppe umfasst den Sabinyo (3634 m) am Dreiländereck, westlich davon den Muside sowie Richtung Osten, auf der Grenze zwischen Ruanda und Uganda, den Muhabura (4127 m) und den Mgahinga (3474 m), und die westliche, ganz auf dem Staatsgebiet der DR Kongo liegenden Gruppe den Nyiragongo (3462 m) und den Nyamuragira (3063 m).

Jedes der drei Länder, in denen die Vulkane liegen, hat mehr oder weniger große Gebiete unter Schutz gestellt: In der Demokratischen Republik Kongo 7'900 km² als Virunga-Nationalpark, in Ruanda 130 km² als Parc des Volcans und in Uganda 33.7 km² als Mgahinga-Gorilla-Nationalpark. Zusammen mit dem ugandischen Ruwenzori-Nationalpark, dem Semliki- und dem Queen Elizabeth-Nationalpark bilden sie ein zusammenhängendes Schutzgebiet. Gemäß dem Umweltprogramm der Vereinigten Nationen ist der Virunga-Nationalpark in der DR Kongo das Schutzgebiet mit der größten Biodiversität in ganz Afrika. Es umfasst auch Tiefland ab 680 m.ü.M. und den kongolesischen Teil des Ruwenzori-Massivs. In den Virunga-Bergen gibt es zwei Regen von März-Mai und von September-November. Der feuchteste Monat ist Oktober mit (im Mgahinga Gorilla NP) 250 mm, der trockenste Juli mit 10 mm Niederschlag.

In dem zu den Schutzgebieten gehörenden Tiefland gibt es Steppen, Savannen, Sümpfe, Seen und Tiefland-Regenwald. An den Hängen und in den Gipfelregionen gedeihen Gebirgs-Regenwald und eine einzigartige afroalpine Flora. Die höchsten Gipfel der immer noch aktiven Vulkane sind schneebedeckt. Seit 1994 ist der Park wegen des Eindringens von Flüchtlingen und bewaffneter Milizen und damit verbundener illegaler Aktivitäten, wie Jagd, Holzeinschlag oder Beweidung, auf der Liste der gefährdeten Schutzgebiete. Der Park ist teilweise touristisch erschlossen und es befindet sich darin die von Dian Fossey begründete Karisoke-Forschungsstation.

Vegetation

An den Berghängen gedeihen Bambuswälder aus Yushania alpina und Kossobaumwälder (Hagenia abyssinica), in höheren Lagen Baumheiden (Erica und Philippia spp.) und dazwischen Steineiben (Podocarpus latifolius). Darüber afro-alpine Vegetation mit Schopfbäumen (Dendrosenecio adnivalis) und Riesenlobelien (Lobelia wollastonii). Oberhalb 4'300 m Pionierpflanzen wie Algen, Flechten und Moose, daneben aber auch noch Gräser.

Tierwelt

Säugetiere des zentralafrikanischen Regenwaldes wie Eulenkopf-, Gold- (C. kandti) und Östliche Vollbartmeerkatze (C. lhoesti), Berggorilla, Leopard, Südlicher Baumschliefer, Waldelefant, Pinselohrschwein, Riesenwaldschwein , Virungabüffel, Buschbock, Schwarzstirnducker (Cephalophus nigrifrons), Blauducker sowie Südafrikanisches Stachelschwein. Die Avifauna ist sehr vielfältig. Bis zum Jahr 2020 wurden allein im Virunga-Nationalpark 486 Vogelarten nachgewiesen. Die Herpetofauna ist demgegenüber eher ärmlich: Eine Untersuchung im Parc des Volcans förderte 9 Arten Froschlurche, 5 Echsen- und 3 Schlangenarten zutage. Von diesen 17 Arten waren 8 Endemiten der Bergwälder im Westlichen Rift.

Literatur und Internetquellen

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Ruwenzorigebirge

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Der Stanley-Berg mit dem Pic Marguerite (rechts). Foto: Albert Backer

 

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Vegetation im Ruwenzori-Gebirge auf 3700 m Höhe. Baumerikas, Dendrosencio, Lobelien und Strohblumen. Foto: Manuel Werner

 

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Bergwald im Ruwenzori-Gebirge, Lebensraum des Ruwenzori-Dreihornchamäleons und des Boulenger-Zwergchamäleons . Quelle: www.herpsafari.nl/trip-reports-outside-eu/2018-4-sw-uganda/

 

WAF 06 04 03 ruwenzori herpsafari bambuswald
Bambuswald im Ruwenzori-Gebirge. Foto: www.herpsafari.nl/trip-reports-outside-eu/2018-4-sw-uganda/

 

WAF 06 04 03 ruwenzori herpsafari mbuku
Mbuku, ein Gebirgsbach im Ruwenzori-Gebirge. Foto: www.herpsafari.nl/trip-reports-outside-eu/2018-4-sw-uganda/

Das Ruwenzori-Gebirge entstand durch eine Verwerfung bei der Bildung des Westarms des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Das Gelände ist stark zerklüftet und steil. Unter den 25 Bergen, die höher als 4'500 m und ab dieser Höhe teilweise vergletschert sind, befindet sich der 5'109 m hohe Margherita Peak oder Pic Marguerite des Stanley-Massivs, der dritthöchste Gipfel Afrikas. Die Gletscher des Ruwenzori haben als Folge des Klimawandels seit 1955 60 % ihrer Ausdehnung verloren. Bei einer Fortsetzung des gegenwärtigen Trends dürfte der „Ewige Schnee“ bis in zwei, drei Jahrzehnten der Geschichte angehören.
        
Das Gebirge liegt im Grenzgebiet von Uganda und der DR Kongo. Große Teile stehen unter Naturschutz, auf der kongolesischen Seite als Teil des Virunga-Nationalparks, auf ugandischer Seite als Ruwenzori-(Rwenzori-Mountains)-Nationalpark. Wegen Rebellenaktivitäten wurde dieser in die Liste der gefährdeten Naturschutzgebiete aufgenommen. Auf der kongolesischen Seite kam es als Folge des Bürgerkriegs in Ruanda zu einer massiven Einwanderung von Flüchtlingen, und weite Teile des Parks sind unter der Kontrolle von Rebellen-Milizen, die ihre automatischen Gewehre auch zum Wildern einsetzen. Von Juli 1997 bis Ende 2000 wurde auch der ugandische Park aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Vegetation

Das Ruwenzorigebirge ist eine Insel von tropischem Regenwald und afro-alpiner Vegetation inmitten einer Savannenlandschaft. Die vier wichtigsten Vegetationszonen sind Bergwald bis 2'300 m mit Symphonia globulifera, Prunus africana, Albizia, Podocarpus und Dombeya-Arten, darüber Bambuswald oder Akanthusgestrüpp, bis auf 4'000 m Wälder mit Kossobäumen (Hagenia abyssinica), Afrikanischen Buchen (Rapanea rhododendroides), Johannisbaumgewächsen wie das endemische Hypericum bequaertii, Lobelien, Schopfbäumen oder Baumheiden, und darüber afro-alpine Moore.

Tierwelt

Trotz weitreichender Zerstörung der ursprünglichen Lebensräume hat der Ruwenzori immer noch die vielfältigste Gebirgsfauna Afrikas, darunter 70 Arten Säugetiere, unter denen sich viele endemische Formen befinden, so etwa das Ruwenzori-Sonnenhörnchen (Heliosciurus ruwenzorii), die Ruwenzori-Spitzmaus (Ruwenzorisorex suncoides), die Ruwenzori-Otterspitzmaus (Micropotamogale ruwenzorii), die Ruwenzori-Hufeisennase (Rhinolophus ruwenzorii), eine Lamellenzahnratte (Otomys dartmouthi), oder der Ruwenzori-Stummelaffe sowie der stark gefährdete Ruwenzori-Rotducker (Cephalophus nigrifrons rubidus). Leoparden wurden bis in Höhenlagen von 4'000 m beobachtet. In tieferen Lagen kommen Arten des zentralafrikanischen Regenwaldes und der Feuchtsavanne vor wie Diademmeerkatze, Östliche Vollbartmeerkatze (C. lhoesti), Schimpanse, Pinselohrschwein, Riesenwaldschwein, Rotbüffel oder Buschbock.

Auch die Avifauna ist sehr artenreich. Auf der ugandischen Seite (Important Bird Area UG005) wurden bisher 217 Arten nachgewiesen. Von den zahlreichen Reptilien und Amphibien seien die Chamäleons hervorgehoben, die mit mehreren Arten (Kinyongia carpenteri, Kinyongia xenorhina, Rhampholeon boulengeri, Trioceros ellioti, Trioceros johnstoni) vertreten sind

Literatur und Internetquellen

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Hochland von Adamaua

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Hochland von Adamaua. Quelle: The Cameroon News

 

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Der 1'224 m hohe Rhumsiki-Peak im Mandara-Gebirge im Norden Kameruns © Amcaja. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)-Lizenz.

 

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Vulkanische Aufschlüsse in der Kapsiki-Region in Nordkamerun © W. E. A. van Beek, African Studies Centre, Leiden. Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz.

Das Hochland von Adamaua erstreckt sich von Ostnigeria über das nördliche Zentralkamerun bis in den Westen der Zentralafrikanischen Republik. Es ist im Mittel etwa 1000 m hoch und empfängt im zentralen Teil 1’400-1'700 mm Niederschlag pro Jahr. Die höchsten Erhebungen liegen an der Grenze zu Nigeria und erreichen 2'700 m. In den höheren Lagen herrscht Grasland vor, ansonsten dominiert Feuchtsavanne. Im Norden schließt Trockensavanne, im Süden tropischer Regenwald an. Im Hochland entspringen bedeutende Flüsse: Der Benue, der zum Niger und der westliche Logone, der mit dem Schari in den Tschadsee fließt, und Richtung Süden der Sanaga und sein Zufluss Djérém. Diese und die ihnen zufließenden Bachläufe haben sich oft tief in die Landschaft eingeschnitten.

Der nigerianische Teil des Hochlandes mit dem 2419 m hohen Chappal Waddi liegt im Gashaka-Gumti-Nationalpark. Ebenso wie dieser ist der 2'456m m hohe Tchabal-Mbabo in Kamerun ein Important Bird Area.

Tierwelt

Die Grasländer der Hochlagen beherbergen die einzige Population des Bergriedbock in Westafrika, der hier eine eigene Unterart (Redunca fulvorufula adamauae) bildet. Auch der Gewöhnliche Riedbock (Redunca redunca) kommt vor, ferner Grauducker (Sylvicapra grimmia), Riesenelenantilope (Taurotragus derbianus), Pferdeantilope, Westliche Kuhantilope Klippspringer und Oribi (Ourebia ourebi). Die stark gefährdete Kröte Sclerophrys djohongensis ist ein Endemit des Adamaua-Hochlands.

Literatur

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Nimbaberge

 

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Mount Nimba © UNESCO, Guy Debonnet. Veröffentlicht unter der CC BY-SA 3.0-igo-Lizenz

 

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Montanes Grasland der Gipfelregion der Nimbaberge. Foto: Universitöt Würzburg - Community Ecology Working Group

 

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Protea-Buschland auf dem Mount Nimba © Yakoo 1986, Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz.

 

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Montaner Nebelwald auf dem Mount Nimba © Yakoo 1986, Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz.

 

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Tiefland-Regenwald am Mount Nimba © Yakoo 1986, Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz.

 

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Die Nimbaberge umgebende Savanne © Yakoo 1986, Veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz.

 

Die Nimbaberge zeichnen sich durch eine außerordentlich hohe Biodiversität mit zahlreichen endemischen Arten aus. Sie erheben sich abrupt aus den umliegenden Tieflandwäldern und Savannen. Ihr höchster Gipfel, der Mont Richard-Molard erreicht eine Höhe von 1752 m. In den unteren Bereichen schwanken die mittleren Temperaturen zwischen 14°C und 30°C, in den Gipfelregionen sind es 17°C bzw. 23°C. Je nach Höhenlage und Exposition liegt der Jahresniederschlag zwischen 1'430 mm und 3'300 mm. Die Hänge der Bergkette sind von dichten Nebelwäldern bedeckt und in den Hochlagen finden sich Wiesen.

Das Gebiet war durch den Abbau von Eisenerz, die Einwanderung von Flüchtlingen und die Besetzung durch Rebellen gefährdet und wurde deshalb auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes der UNESCO gesetzt. In der Elfenbeinküste sind 125 km² als Schutzgebiet ausgewiesen, in Guinea 52 km². Zusammen mit einem liberianischen Anteil bilden sie ein Biospärenreservat mit einer Kernzone von 218 km².

Vegetation

Über 2'000 Arten Gefäßpflanzen wurden beschrieben, wovon 16 im Gebiet endemisch sind. Die wichtigste Grasart der Gipfelregion ist Loudetia kagerensis. Endemisch sind der Farn Asplenium schnellii, Osbeckia porteresii (Melastomataceae) und Blaeria nimbana (Ericaceae). An den Hängen gedeihen nebst Myrtengewächsen und Vertretern anderer Familien die regional endemische Protea occidentalis und der Baumfarn Cyathula cylindrica var. mannii. Die Nebelwälder der mittleren Höhenlagen sind reich an Lianen und Epiphyten, darunter über 100 Orchideenarten.

Tierwelt

Aus dem Gebiet sind 317 Wirbeltierarten bekannt, darunter Potto, Senegal-Galago, Diana-Meerkatze, Bärenstummelaffe, Roter Stummelaffe (Piliocolobus badius), Grüner Stummelaffe (Procolobus verus), Schimpanse, Fleckenhalsotter (Lutra maculicollis), Palmenroller (Nandinia binotata), Afrikanische Zibetkatze (Civectictis civetta), mehrere Ginsterkatzen und Mangusten, Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata), Leopard (Panthera pardus) , Klippschliefer, Baumschliefer, Warzenschwein, Pinselohrschwein, Buschbock, Blauducker und drei weitere Duckerarten, Rotbüffel und - im benachbarten Deré-Wald, Zwergflusspferd. Bislang wurden 72 Brutvogelarten nachgewiesen, tatsächlich dürfte ihre Zahl aber höher liegen. In der Gipfelregion ist die stark gefährdete lebendgebärende Nimbakröte (Nimbaphrynoides occidentalis) endemisch. Eine weitere endemische und stark gefährdete, zeitweilig ausgestorben geglaubte Amphibienart ist der Nimba-Riedfrosch (Hyperolius nimbae).

Literatur und Internetquellen

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Freigegeben in West-und Zentralafrika
Donnerstag, 14 Juni 2018 14:25

Tropische Regen- und Feuchtwälder

(5.0) Allgemeines
(5.1) Westafrikanischer Regenwald
(5.2) Zentralafrikanischer Regenwald
(5.3) Feuchtwälder

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Allgemeines

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Wichtige Naturschutzgebiete im Regen- und Feuchtwald

 

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Tanoë-Sumpfwald, Elfenbeinküste © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

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Bergregenwald im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Tanoë-Sumpfwald, Elfenbeinküste © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

Das Regenwaldgebiet West und Zentralafrikas wird durch die Dahomey-Lücke unterteilt, eine Trockenzone die sich vom Osten Ghanas bis zum Westen Nigerias erstreckt und einen fast waldfreien Savannen-Korridor bildet. Die westlich der Lücke liegenden Wälder in Togo, Ghana, Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone, Guinea und Guinea-Bissau werden als "Upper Guinean forests" bezeichnet. Die östlich davon in Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea und Gabun liegenden "Lower Guinean Forests" gehen nahtlos in den Kongo-Regenwald der beiden Kongostaaten und der Zentralafrikanischen Republik über. Die beiden Waldgebiete wurden in verschiedene Ökoregionen unterteilt. Sie sind umgeben von Feuchtwäldern oder Feuchtsavannen.

Bedeutende Nationalparks und andere Schutzgebiete sind: Outamba-Kilimi (Sierra Leone), Sapo (Liberia), Tai, Marahoué, Azagny, Banco (Elfenbeinküste), Ankasa, Kakum (Ghana), Cross River (Nigeria), Takamanda, Douala-Edéa, Campo Ma'an, Dja (Kamerun), Moukalaba-Doudou (Gabun), Monte Alén (Äquatorialguinea), Odzala (Kongo), Lefini, Salonga-Nord und -Süd, Sankuru, Epulu-Okapi, Maiko, Kahuzi-Biéga (DR Kongo), Dzanga-Sangha (Zentralafrikanische Republik) sowie die tieferen Bereiche der Gebirgs-Nationalparks in der Region.

Im Bereich des tropischen Regenwaldes finden sich ausgedehnte Sumpfwälder, insbesondere im östlichen und westlichen Kongo sowie im Nigerdelta, und an der Küste Nigerias und Kameruns gibt es einen ausgedehnten Mangrovengürtel. Diese beiden Lebensräume werden unter Feuchtgebiete vorgestellt, wobei die terrestrischen Tierarten nur nachstehend aufgeführt sind.

Typische Zootiere

Sowohl in west-, wie in zentralafrikanischen Waldgebieten (oder an Waldrändern) kommen u.a. folgende Tierarten vor: Potto, Rotscheitelmangabe, Monameerkatze, Schimpanse, Weißbauch-Schuppentier, Baumschliefer, Leopard, Waldelefant, Pinselohrschwein, Riesenwaldschwein, Rotbüffel, Bongo, Sitatunga, Buschbock, Riesenducker. Hammerkopf, Hagedasch, Witwenpfeifgans, Hartlaubente, Zwergglanzgans, Glanzgans, Schreiseeadler, Palmgeier, Schildturako, Grauwangenhornvogel, Gelbbüschel-Zwergbärtling, Nördliche Weißgesichtseule, Weißscheitelrötel, Purpurglanzstar. Nilkrokodil, Panzerkrokodil, Stumpfkrokodile, Gefleckter Nilwaran, Königspython, Schwarzweiße Kobra.

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Westafrikanischer Regenwald

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Ankasa-Wildreservat, Ghana Westregion © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

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Ankasa-Wildreservat, Ghana Westregion © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

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Ankasa-Wildreservat, Ghana Westregion © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

Der Westafrikanische Regenwald ist ein Brennpunkt der Biodiversität mit 9’000 Arten Gefäßpflanzen, wovon 2'250 Endemiten und 1'220 terrestrischen Wirbeltierarten, wovon 270 endemische. Besonders gut vertreten sind die Säugetiere mit 551 Arten. Einen besonders hohen Anteil an Endemiten weisen mit 89 von total 116 Arten die Amphibien auf. Allerdings sind von einer ursprünglichen Waldfläche von 1'265'000 km² nur noch etwa 10 % intakt und lediglich 20'224 km² stehen unter Schutz.

Typische Zootiere

Weißscheitelmangabe, Diana-Meerkatzen, Bärenstummelaffe, Zwergflusspferd; Mohrenkopfpapagei, Westafrikanischer Grauapagei, Schreihornvogel. Königspython, Schwarzweiße Kobra, Grüne Mamba, Westliche Gabunviper

Literatur:

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Ankasa-Reservat und Nini-Suhien-Nationalpark, Ghana

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Ankasa-Wildreservat, Ghana Westregion © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

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Ankasa-Wildreservat, Ghana Westregion © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

 

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Ankasa-Wildreservat, Ghana Westregion © Klaus Wünnemann, Zoo Heidelberg

Der an der Grenze zur Elfenbeinküste gelegene Gebiet umfasst eine Fläche von 524 km². Davon ist etwa ein Drittel unberührter tropischer Tiefland-Regenwald, der wohl die höchste Biodiversiät aller Waldreservate Ghanas aufweist und besonders viele seltene und bedrohte Arten beherbergt. Das Reservat, das auch ein Important Bird Area (GH001) ist, liegt auf einer Höhe 35 - 170 m.ü.M, es wird von drei größeren Flüssen durchflossen: dem Ankasa-, dem Nini- und dem Suhienfluss.

Tierwelt

Alle zehn in Ghana vorkommenden Primatenarten werden hier angetroffen, Waldelefanten kommen noch in einem kleinen Bestand vor, die Katzen sind mit Leopard und Goldkatze vetreten und die Paarzeher mit acht Antilopen-, zwei Schweinearten und dem Wassermoschustier. Die Vogelliste umfasst über 200 Arten und es wurden über 600 Arten Schmetterlinge nachgewiesen.

Internetquellen

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Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste

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Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste. Foto: Zoo Leipzig

 

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Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste, im Nebel © Alexey Yakovlev, Moskau. Veröffentlich auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

 

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Westafrikanischer Schimpanse (Pan troglodytes verus) in seinem Lebensraum. Elfenbeinküste. Foto Wild Chimpanzoo Foundation

 

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Spornkuckuck (Centropus senegalensis) im Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste © Gregor Rom, veröffentlicht auf Wiki9media Commons unter der Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) License.

 

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Seidenspinne (Nephila sp.) im Taï-Nationalpark, Elfenbeinküste © Gregor Rom, veröffentlicht auf Wiki9media Commons unter der Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) License.

Gelegen im äußersten Westen des Landes, nahe der Grenze zu Liberia. Bestehend als Schutzgebiet seit 1926, als Nationalpark seit 1972, als Biosphärenreservat der UNESCO seit 1978 und als Welt-Naturerbe seit 1982.

Fläche: 6'200 km² (Biosphärenreservat), davon 3'300 km Nationalpark und 960 km² das nördlich anschließende N'zo-Wildschutzgebiet.

Höhe 80-396 m.ü.M.

1'700 mm Niederschlag / Jahr im Norden, 2'200 mm im Süden.
Mittlere Temperatur: Januar max. 30, min 23°C, Juli max. 27, min. 22°C.

Vegetation

Nationalpark und Wildschutzgebiet sind ganz mit tiefland-Regenwald bedeckt. Typische Baumarten sind: Azobé (Bongossiholz, Lophira alata), Borikiobaum (Uapaca guineensis), Kapokbaum (Ceiba pentandra), Ölpalme (Elaeis guineensis), und als Pionierbaum auf Lichtungen und an Waldrändern Schirmbaum (Musanga cecropioides). Viele Bäume sind von Würgefeigen (Ficus sp.) besiedelt.

Tierwelt

47 größere Säugetierarten, darunter Potto, Demidoff-Galago (Galagoides demidoff), Weißscheitelmangabe, Campbell-Meerkatze (Cercopithecus campbelli), Diana-Meerkatze, Große Weißnasenmeerkatze (Cercopithecus nictitans), Kleine  Weißnasenmeerkatze (Cercopithecus petaurista), Westafrikanische Stummelaffe (Piliocolobus badius), Grüner Stummelaffe (Procolobus verus), Schimpanse, Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata), Leopard, Riesenwaldschwein, Pinselohrschwein, Zwergflusspferd, Hirschferkel (Hyemoschus aquaticus), Rotbüffel, Bongo, Sitatunga(?), Buschbock, 6 Duckerarten, Kleinstböckchen (Neotragus pygmaeus). Bedeutendes Vogelschutzgebiet mit über 230 Vogelarten, darunter Mohrenkopf- und Grauapagei. Nilkrokodil, Panzerkrokodil, Stumpfkrokodil, Afrikanische Weichschildkröte (Trionyx triunguis), mindestens 39 Schlangenarten wovon 22 im Primärwald und 17 am Waldrand oder in offeneren Gebieten leben. Darunter Erd- (Calabaria reinhardtii), Königs- und Felsenpython (Python sebae), Lianennatter (Thelotornis kirtlandii), Schwarzweiße Kobra, Grüne Mamba, Westliche Gabun- und Nashornviper (Bitis nasicornis).

Literatur und Internetquellen

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Zentralafrikanischer Regenwald

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Ituriwald am Epulu-Fluss bei der Okapi-Zuchtstation. Foto: J. Doremus, USAID

 

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Regenwald im Parque Nacional de Monte Alén, Äquatorialguinea. Bild: https://pt.slideshare.net

 

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Bergregenwald im Parc des Volcans, Virungaberge, Ruanda © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

Der Zentralafrikanische Regenwald ist mit einer Ausdehnung von rund 1.6 Millionen km² nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Er gilt aber, im Gegensatz zum Westafrikanischen Regenwald nicht als Brennpunkt der Biodiversität. Es ist besser erhalten als der Regenwald Westafrikas, zumal viele Gebiete schlecht erschlossen oder als Sumpfwald schlecht zugänglich sind. Dies hat dazu geführt, dass etliche größere Tierarten erst spät für die Wissenschaft  entdeckt und beschrieben worden sind, etwa das Okapi (1901), der Bonobo (1929) oder der Kongopfau (1936). Heute ist trotz immer noch schlechter Erschließung auch hier der Jagddruck auf alle größeren Säugetiere enorm hoch.

Typische Zootiere

Schopfmangabe, Eulenkopf- und Brazzameerkatze, Zwergmeerkatzen, Drill, Mandrill, Östliche und Westliche Gorillas, Bonobo, OkapiBlauducker. Kongopfau, Kongograupapgei, Schwarzschnabelturako,

Literatur

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Feuchtwälder

Der Regenwald ist von Monsunwäldern umgeben. Deren Bäume sind weniger hoch, das Kronendach ist lichter und es kommt nicht zur Ausbildung vertikaler Stockwerke. Es gibt eine ausgeprägte Trockenzeit von vier bis fünf Monaten, während der die meisten Bäume ihr Laub abwerfen. Die Artenvielfalt ist im Feuchtwald allgemein geringer als im Regenwald, aber oft hat man es mit einem Mosaik von Lebensräumen zu tun (Guinean forest-savanna mosaic), d.h. einer Durchmischung von Regenwald, Feuchtwald, Feuchtsavanne und Grasland, so etwa im Bia-Nationalpark in Ghana. Wie beim Regenwald gibt es auch bei den Feuchtwäldern einen westlichenund einen zentralafrikanischen Teil. Diese sind durch das Hochland von Kamerun von einander getrennt.

Typische Zootiere

Senegal-Galago, Weißschwanzmanguste, Leopard, Waldelefant und Übergangsformen, Pinselohrschwein, Rotbüffel und Übergangsformen, Buschbock

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Freigegeben in West-und Zentralafrika
Donnerstag, 14 Juni 2018 14:21

Savannen und Trockenwälder

In Gebieten mit 1000-1500 mm Jahresniederschlag entwickelt sich eine Feuchtsavanne. Die Bäume stehen hier dichter als in der Trockensavanne und können sogenannten Trockenwald bilden, d.h. eine Waldformation bei der die Bäume während der ausgeprägten, vier bis fünf Monate dauernden Trockenzeit das Laub abwerfen.

Im Feuchtsavannen-Trockenwaldgürtel gibt es an sich ein gutes Netz von Schutzgebieten, was allerdings nicht verhindern konnte, dass die westafrikanischen Löwen- und Elefantenbestände massiv geschrumpft sind und das Westliche Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis longipes) höchstwahrscheinlich in den letzten Jahren ausgestorben ist.
        
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Wichtige Naturschutzgebiete in Feuchtsavanne und Trockenwald
Bedeutende Schutzgebiete im Bereich sind: Kiang West-NP (Gambia), Niokolo-Koba NP (Senegal), Boucle du Baoulé NP (südl. Teil, Mali), Comoe-NP und Marahoue-NP (teilweise, Elfenbeinküste), Mole-NP, Bui-NP und Digya-NP (Ghana), Kaboré-Tambi-NP (Burkina-Faso), Kéran-NP (Togo), W-Nationalpark (Benin / Burkina Faso / Niger), Boucle de la Pendjari-NP (Benin), Kainji-See-NP (Nigeria), Manda-NP (Tschad), Manovo-Gounda St. Floris-NP und Bamingui-Bangoran-NP (Zentralafrikanische Republik), sowie im südlichen Savannengürtel der Upemba NP und das Bushimaie-Jagdschutzgebiet (DR Kongo - Katanga).

Charakterpflanzen

Hohe Gräser, wie Elefantengras (Pennisetum purpureum). Typische Bäume sind Baobab (Adansonia digitata), Iroko (Milicia spp.), Myrobalanen (Terminalia spp.) und Langfäden (Combretum spp.)aus der Familie der Flügelsamengewächse.

Typische Zootiere

Senegal-Galago, Grüne Meerkatze, Husarenaffe, Guineapavian, Goldschakal, Honigdachs, Zibetkatze, Zebramanguste, Weißschwanzmanguste, Tüpfelhyäne, Karakal, Serval, Löwe, Leopard, Gepard, Erdferkel, Afrikanischer Elefant, Klippschliefer, Flusspferd, Warzenschwein, Giraffe, Afrikanischer Büffel, Pferdeantilope, Ellipsenwasserbock, Rotstirngazelle (Gazella rufifrons); Afrikanischer Strauß, Abdimstorch, Wollhalsstorch, Afrikanischer Marabu, Blaunackenmausvogel,

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Kiang-West-Nationalpark, Gambia

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Savanne im Kiang-West-Nationalpark. Foto: Ikwaner
Bestehend seit 1987

Fläche: 115.26 km²
Höhe 30 m.ü.M.
mm Niederschlag / Jahr.
Mittlere Temperatur: Januar max. 33, min 15°C, Juli max. 32, min. 23°C.

Vegetation

Hauptsächlich Feuchtsavanne mit  Langfäden (Combretum spp.) und Afrikanischem Palisander (Pterocarpus erinaceus), dazwischen Baobab (Adansonia digitata), Kapokbaum (Ceiba pentandra) und Stände von Raphia-Palmen (Raphia palmapinus) auf Untergrund mit Süßgräsern (Andropogon spp.). Ferner Mangrovenwald entlang dem Gambiafluss, Sümpfe, Salzpfannen, Marschland mit einer Übergangszone von Mitragyna–Akazien-Savanne.

Tierwelt

Senegalgalago, Grüne Meerkatze, Husarenaffe (Erythrocebus patas), Guineapavian, Westafrikanischer Stummelaffe (Piliocolobus badius), Schabrackenschakal (Canis mesomelas), Karakal, Serval, Leopard, Buschbock (Tragelaphus scriptus), Sitatunga, Maxwellducker (Cephalophus maxwelli), Grauducker (Sylvicapra grimmia), Pferdeantilope, Riedbock, Oribi (Ourebia ourebi). Bedeutendes Vogelschutzgebiet (IBA GM007)

Literatur und Internetquellen

EAST, R. (1990) 
EMMS, C. & BARNETT, L. (2001)

BIRDLIFE Data Zone 

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Boucle de la Pendjari-Nationalpark, Benin

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Baobab (Adansonia digitata) an der Mare Bali, Boucle de la Pendjari-Nationalpark, Benin. Foto: Dominik Schwarz

Bestehend seit 1955, als Nationalpark seit 1961
Fläche: 2'755 km²
Höhe 160 bis 423 m.ü.M.
1'100 mm Niederschlag / Jahr.
Mittlere Temperatur: Januar max. 33, min 18°C, Juli max. 29, min. 21°C.

Vegetation

Grasland mit  lockerem Bewuchs mit Acacia sieberiana und Mitragyna inermis oder mit Myrobalanen (Terminalia macroptera). Ferner Galeriewälder und in Flussnähe Sümpfe.

Tierwelt

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Afrikanische Büffel (Syncerus caffer) an der Mare Bali, Boucle de la Pendjari-Nationalpark, Benin. Foto: Dominik Schwarz
Senegalgalago, Grüne Meerkatze, Husarenaffe (Erythrocebus patas), Guineapavian, Schabrackenschakal (Canis mesomelas), Gepard, Karakal, Serval, Leopard, Löwe, Afrikanischer Elefant, Afrikanischer Büffel, Buschbock (Tragelaphus scriptus), Rotflankenducker (Cephalophus rufilatus), Pferdeantilope, Westliche Kuhantilope (Alcelpahus buselaphus major), Korrigum (Damaliscus lunatus korrigum), Kob (Kobus kob), Riedbock, Oribi (Ourebia ourebi). Bedeutendes Vogelschutzgebiet (IBA BJ002)

Literatur und Internetquellen


EAST, R. (1990) 
LUARD, N. (1985)
BIRDLIFE Data Zone

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Mole-Nationalpark, Ghana

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Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) im Molde-Nationalpark, Ghana. Foto: Stig Nygaard
Bestehend seit 1961, als Nationalpark seit 1971

Fläche: 4'840 km²
Höhe 120 bis 490 m.ü.M.
1'000 mm Niederschlag / Jahr.
Mittlere Temperatur: Januar max. 34, min. 21°C, Juli max. 30, min. 22°C.

Vegetation

Überwiegend offene Guinea-Savanne mit Isoberlinia doka, Butyrospermum paradoxum, Burkea africana, Combretum spp. and Terminalia avicenniodes. als häufigsten Baumarten. Entlang den Flüssen Galeriewälder, ferner Sümpfe, Grasland und Schwemmebenen

Tierwelt

Senegalgalago, Grüne Meerkatze, Husarenaffe (Erythrocebus patas), Guineapavian, Schabrackenschakal (Canis mesomelas), Afrikanischer Wildhund, Tüpfelhyäne, Leopard, Löwe, Afrikanischer Elefant, Warzenschwein, Afrikanischer Büffel, Buschbock (Tragelaphus scriptus), Rotflankenducker (Cephalophus rufilatus), Grauducker (Sylvicapra grimmia), Pferdeantilope, Westliche Kuhantilope (Alcelpahus buselaphus major), Kob (Kobus kob), Riedbock, Oribi (Ourebia ourebi). Bedeutendes Vogelschutzgebiet (IBA GH028) mit über 300 nachgewiesenen Arten.

Literatur und Internetquellen

EAST, R. (1990) 
LUARD, N. (1985)
BIRDLIFE Data Zone

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:16

Steppen und Trockensavannen

Die nördliche Steppen und Trockensavannen erstrecken sich als etwa 200 bis 400 km breites Band von Senegal über Mauretanien, Mali, Niger und Tschad sowie die nördlichsten Gebiete von Burkina Faso, Nigeria und Kamerun bis in den Sudan. Eine präzise Abgrenzung ist schwierig, da die Übergänge von den Halbwüsten bis zu den Feuchtsavannen fließend sind. Die Niederschlagsmenge nimmt von etwa 400 mm im Norden bis gegen 1000 mm im Süden zu.
        
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Wichtige Naturschutzgebiete in Steppe und Trockensavanne
Bedeutende Schutzgebiete im Bereich der nördlichen Steppen und Trockensavannen sind Ferlo-Nord und Ferlo-Süd (Senegal), Ansongo-Menaka (Mali), Boucle-du-Baoulé-NP (teilweise, Mali), Dilia de Lagané und Dallol Boboyé (beide IBA, Niger), Tschadsee (Nigeria), Waza NP (Kamerun) und Ouadi Rimé–Ouadi Achim und Zakouma-NP (Tschad). Einzelne Schutzgebiete reichen bis in die Sahara hinein und beherbergen daher auch Säbel- und Mendesantilopen und Damagazellen.


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Waza-Nationalpark beim Point Triple während der Regenzeit. Foto Marco Schmidt

Charakterpflanzen

Typische Gräser der Trockensavannen sind Dreigrannengras (Aristida mutabilis), Fingergras (Chloris prieurii) und Büffelgras (Cenchrus biflorus). Unter den Bäumen dominieren die Schirmakazie (Acacia tortilis), die bis 12 m hohe Verek-Akazie (Acacia senegal) und der gleich hoch werdende Langfadenbaum (Combretum glutinosum), die zu den Jochblattgewächsen (Zygophyllaceae) gehörende Wüstendattel (Balanites aegyptiaca) und der Hirtenbaum (Boscia senegalensis). In Höhenlagen von 450-600 m kommt auch der Baobab (Adansonia digitata) vor.

Typische Zootiere

Grüne Meerkatze, Husarenaffe, Guineapavian, Goldschakal, Honigdachs, Zebramanguste, Tüpfelhyäne, Karakal, Löwe, Leopard, Gepard, Erdferkel, Afrikanischer Elefant, Klippschliefer, Flusspferd, Warzenschwein, Giraffe, Pferdeantilope, Dorkasgazelle, Rotstirngazelle (Gazella rufifrons); Afrikanischer Strauß, Abdimstorch, Wollhalsstorch, Afrikanischer Marabu, Weißrückengeier, Blaunackenmausvogel,

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