Donnerstag, 14 Juni 2018 09:13

ROSENKRANZ, S. (2002)

Paarbindungsverhalten beim Gibbon (Hylobatidae) - Eine vergleichende ethologische Studie im Zoo

Diplomarbeit

107 Seiten

Fachbereich Biologie der Universität Hamburg
Betreuer:
Prof. Jakob Parzefall, Zoologisches Institut und Museum, Universität Hamburg
Dr. Thomas Geissmann, Tierärztliche Hochschule Hannover
Dr. Ralph Wanker, Zoologisches Institut und Museum, Universität Hamburg
Zoo Duisburg, Zoo Eberswalde, Zoo Mulhouse, Zoo Osnabrück

Voller Text

Zusammenfassung:

Diese Studie beschäftigt sich mit der Paarbindung bei Gibbons (Hylobatidae). Es werden Nachforschungen hinsichtlich der Stärke und der Aufrechterhaltung der Paarbindung zweier verschiedener Gattungen (Nomascus spp., vorliegende Studie, n =7, Symphalangus sp., Orgeldinger, 1994, n = 14) angestellt.

Folgende Hypothesen und Voraussagen werden überprüft:

  1. Es trifft zu, dass Siamangs (Symphalangus sp.) eine stärkere Paarbindungaufweisen als Schopfgibbons (Nomascus spp.).
    a) Siamangpaare zeigen mehr Synchronie des Verhaltens als Schopfgibbonpaare.
    b) Siamangpaare weisen eine geringere relative Distanz zum Paarpartner auf als Schopfgibbons dieses tun.
    c) Siamangpaare betreiben häufiger soziale Fellpflege als Schopfgibbonpaare.
  2. Es trifft zu, dass die Paarbindung auf unterschiedliche Weise zustande kommt oder zumindest keine einheitliche Größe darstellt und unterschiedlich aufrechterhalten wird.
    a) DieWeibchen investieren mehr in die Paarbindung der Schopfgibbons (Nomascus spp.), indem sie die aktiveren Groomer darstellen.
    b) Die Männchen investieren mehr in die Paarbindungder Siamangs (Symphalangus sp.), indem sie die aktiveren Groomer darstellen.
  3. Es zeigte sich, dass die Siamangpaare (Symphalangus sp.) keine stärkere Paarbindung aufweisen als die Schopfgibbonpaare (Nomascus spp.).
    Die Siamangpaare synchronisieren ihr Verhalten generell nicht häufiger als dieSchopfgibbonpaare.
    Die relative Entfernung zweier Fokustiereder Gattungen Siamang und Schopfgibbon stimmen überein.
    Siamangs befassen sich häufiger als Schopfgibbons mit sozialer Fellpflege.

Die Untersuchungen zeigten, dass die Paarbindung bei Schopfgibbon und Siamang auf unterschiedliche Weise zustande kommt oder zumindest keine einheitliche Größe darstellt und unterschiedlich aufrechterhalten wird:

Siamangmännchen investieren mehr in die Paarbindung als Siamangweibchen.

Schopfgibbonweibchen investieren mehr in die Paarbindung als Schopfgibbonmännchen.

Eine Korrelation der Paarbindungsparameter Relative Distanz und Verhaltenssynchronisation lässt sich für Schopfgibbongruppen feststellen.

 

rosenkranz-biblio

Freigegeben in R
Donnerstag, 14 Juni 2018 06:29

BEHRINGER, V. (2011)

Ethophysiologische Untersuchung zu haltungsbedingten Einflüssen auf das Verhalten und die Stresssituation von Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla g. gorilla), Sumatra Orang-Utans (Pongo abelii) und Bonobos (Pan paniscus) unter Zoobedingungen.

Dissertation

544 Seiten, Tabellen, 390 Abbildungen, 3 Anhänge

Institut für Tierphysiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (Betreuer: Prof. Dr. W. Clauss), und
Zoologischer Garten Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. M. Niekisch)

Voller Text

Zusammenfassung:

Im Lauf der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Einstellung des Menschen gegenüber der Haltung exotischer Tiere dahingehend gewandelt, dass diese nicht mehr zur reinen Belustigung und dem Wohlbefinden des Menschen dienen sollen. Vielmehr steht heute das Wohlbefinden der Tiere in einem für sie adäquaten Haltungssystem im Vordergrund. Die Bewertung von Haltungssystemen und die Beurteilung des Wohlbefindens der Tiere spielen eine immer bedeutungsvollere Rolle. Die Tiere im Zoo sollen sich möglichst natürlich verhalten, was aufgrund der Haltung in mancher Hinsicht jedoch nicht bewerkstelligt werden kann. Um einer Routine und Verhaltensauffälligkeiten entgegenzuwirken, wird in den meisten Zoos eine Tierbeschäftigung – das Environmental Enrichment durchgeführt. Um das Wohlbefinden der Tiere beurteilen zu können sind reine Verhaltensbeobachtungen unter Umständen nicht ausreichend und endokrine Aspekte können diese vervollständigen. Die vorliegende Studie behandelt den Einfluss der Haltungsbedingungen und der Beschäftigung auf das Tages- und Sozialverhalten von Westlichen Flachlandgorillas, Bonobos und Sumatra Orang-Utans. Zur Unterstützung der gewonnen Verhaltensdaten wurden Speichelproben gesammelt und hinsichtlich ihrer immunreaktiven Cortisolkonzentration ausgewertet.

Ziel der Studie war es, Verhaltensänderungen nach dem Transfer von alten in ein neues Gehege oder nach Einbringen von Beschäftigungen im Zoo Frankfurt, zu dokumentieren und mithilfe der Speichelproben bewerten zu können. Für die Nutzung der Speichelproben wurde in dieser Untersuchung eine chemische und eine biologische Validierung für die Analyse von Cortisol und Cortison im Speichel der drei gehaltenen Menschenaffenarten ermöglicht.

Verhaltensweisen und Speichelproben wurden von den drei im Zoo Frankfurt gehaltenen Menschenaffenarten dokumentiert und gesammelt und mit dem bisherigen Wissenstand von Freiland- und Zoo-Publikationen abgeglichen. Der gesamte Beobachtungszeitraum wurde in vier Phasen, bei den Gorillas in fünf Phasen, aufgeteilt. Es wurden die Verhaltensweisen und immunreaktiven Cortisolkonzentrationen im alten Menschenaffenhaus, mit der Zeit vor dem Umzug, dem Umzug selbst und im neunen Menschenaffenhaus verglichen. Hinzu kam ein Vergleich von einem Zeitraum mit und ohne Beschäftigung im alten Menschenaffenhaus. Bei den Gorillas wurde als fünfter Zeitraum die Integration eines Schwarzrückens, nach dem Tod des Silberrückens, in die bestehende Gorilla-Gruppe, aufgenommen.

Die Resultate ergaben, dass sich die Verhaltensweisen aller drei Menschenaffenarten in den gebildeten Phasen unterschieden. In Verbindung mit dem Umzug konnte eine engere Gruppenbindung bei den Gorillas und Bonobos nachgewiesen werden, bei den Gorillas war dies außerdem bei der Integration des jungen Männchens beobachtet worden. Des Weiteren förderte das neue Gehege bei allen drei Arten das Erkundungsverhalten. Auf das Spielverhalten wirkten sich sowohl der Umzug bei allen drei Arten wie auch die Integration des Schwarzrückens bei den Gorillas negativ aus. Jedoch hielt diese Reduktion des Spielens nur über einen kurzen Zeitraum an. Für die Sumatra Orang-Utan Gruppe konnten die meisten positiven Verhaltensänderungen dokumentiert werden. Das neue Gehege bot ein größeres Raumangebot und vor allem auch eine auf die Höhe ausgelegte Kletterstruktur. Aufgrund dessen hielten sich die Tiere weniger am Boden auf, wie es für diese Art typisch ist. Außerdem konnten die Orang-Utans den unmittelbaren Kontakt mit Artgenossen vermeiden, was zu einer Reduktion von Auseinandersetzungen führte. Bei der Gorilla-Gruppe führte der Umzug, das Verscheiden des Silberrückens und die Integration eines neuen Männchens zu einer stetigen Veränderung. In diesem Kontext konnte auch eine ungewöhnliche hohe Aktivität bei den Gorillas nachgewiesen werden.

Ein weiterer Aspekt der Studie hatte sich auf die Beschäftigung der drei Menschenaffenarten konzentriert. Alle drei getesteten Beschäftigungsvarianten waren von den Menschenaffen angenommen worden. Dabei konnten inter- als auch intraartliche Präferenzen festgestellt werden. Diese hingen auch unter anderem vom Alter des jeweiligen Tieres ab. Ein Ergebnis war, dass neben besonders leckeren großen Futtermitteln auch kleinere Nahrungsmittel in den Beschäftigungen anzubieten waren, um den Anreiz über einen längeren Zeitraum konstant zu halten. Die Bonobos bevorzugten die Tennisbälle und die Gorillas die Beschäftigung mit dem Kistensystem. Die Orang-Utans waren die Art mit der geringsten Präferenzausprägung und den meisten verschiedenen Herangehensweisen an die angebotenen Beschäftigungen. Im Zusammenhang mit der Beschäftigungsvariante Kistensystem 1 konnte bei allen drei Arten der Einsatz von Werkzeugen nachgewiesen werden.

Ein dritter Aspekt wurde durch die Messung von Cortisol und Cortison im Speichel der drei Menschenaffenarten gebildet. Im Rahmen dieser Untersuchung konnte sowohl eine chemische als auch eine biologische Validierung durchgeführt werden. Die Ergebnisse zeigten, dass es artspezifische Unterschiede gab. Auch führten unterschiedliche Stressparameter bei den Tieren zu erhöhten immunreaktiven Cortisolkonzentrationen. Bei allen drei Arten wurde ein circadianer Rhythmus für das immunreaktive Cortisol im Speichel nachgewiesen. Die gemessenen Cortisolkonzentrationen gingen mit aufgezeichneten Stressverhaltensweisen einher, und konnten daher zur Bewertung der Stresssituation der untersuchten Menschenaffen herangezogen werden. Außerdem wurde ebenfalls bei allen drei Arten eine deutlich höhere Menge von Cortison als Cortisol im Speichel gefunden, wie auch eine Korrelation der beiden Hormone.

Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, wie unterschiedlich die drei Menschenaffenarten auf Veränderungen in ihrer unmittelbaren Umwelt reagieren. Die Studie könnte Impulse liefern, welche Gehegestrukturen von Vorteil für die Tiere sind und welche Besonderheiten bedacht werden sollten. Die Sammlung von Speichelproben kann nicht auf Untersuchungen im Feld übertragen werden, jedoch können Einblicke in das Wohlbefinden der Tiere gewonnen werden.

Summary:

In the last decades the keeping of exotic animals had changed. Zoological parks were initially built to suit human needs. Focus nowadays is on the welfare and the keeping conditions of animals. The evaluation of welfare and keeping becomes more and more important. Animals should behave as naturally as possible, but in zoos a lot of animal times is spent in routines. Environmental enrichment can be used to prevent routines and abnormal behavior and to improve welfare. To measure the welfare of the animal collecting behavioral data is often not enough and endocrine measurements can be used to complement them.

The main aspects of this study were to find out, if keeping conditions and enrichment influenced the daily- and social behavior of western lowland gorillas, Sumatran orangutans and bonobos. To support the behavioral data, saliva samples were collected and analyzed for immunoreactive Cortisol concentration. Behaviour and saliva samples were collected in different but enriched environments: the new and the old great ape house Frankfurt Zoo. Furthermore, a chemical as well as a biological validation for cortisol and cortisone in the saliva of these three apes species was conducted. Behavioral data as well as saliva were sampled in three ape species and examined in the light of the existing literature whether on captive groups or from wild animals. The observation time was divided in four parts for orangutans and bonobos, and in five parts for the gorillas. Behavioral data and saliva samples were sampled at the old great ape house, without enrichment and then with enriched condition, during the transfer and in the new great ape house. For the gorilla-group a fifth phase was established during the integration of a blackback male after the death of a silverback in the existing group.

The results of this study suggest that the behavior of all three species was influenced by the four holding conditions. An increase of group cohesion was found in gorillas and bonobos during and after the transfer. Also a strong group cohesion was documented for the gorillas during the integration of the new male. Moreover an increase in the exploration behavior was observed in the new environment for all three species. Also in all three species the play behavior decreased for a short period of time after the transfer. In gorillas the same decrease in play behavior was seen after the integration of the blackback male. The most changes in positive behavior were observed in the Sumatran orangutan group. In the new environment more space was available and a high climbing structure was provided. In the new enclosure, orangutans were less often on the ground as seen in wild animals. They avoided close contact with other group members, and a decrease in aggression behavior was observed. The behavior of the gorilla group was unstable, due to the transfer, the dead of the silverback and the integration of the new male. During this time the activity of all gorillas increased.

Another aspect of this study was the environmental enrichment. All three enrichments were used in every species. Inter- and intraspecific differences were found. Most often it depended on the age of the animal. One important result for a longer use of the enrichment was that beside from the main food pieces small food pieces should also be provided. The bonobos preferred the tennis balls and the gorillas the box puzzle feeder (K1). For orangutans no preference was found but they exhibited more diversity in the way they used enrichments. For all three species the box puzzle feeder provoked tool use abilities.

The third aspect was the measurement of cortisol and cortisone in the saliva of the three species. A chemical as well as a biological validation was conducted. The results of the hormones showed species-specific differences. Also different stress responses to events were found. In all three species a circadian rhythm was detected. Furthermore, the cortisol concentration correlated with the behavioral data. In all species a higher amount of cortisone than cortisol was found in saliva. And there was a correlation between cortisone and cortisol’s concentrations.

The study showed how the environment could influence the behavior of great apes in keeping conditions. The results could be used as advice for enclosure structure or enrichment options. The saliva measurement may not be used directly in field studies but remains complementary to understand and improve the welfare of zoo kept animals.

25.07.2014

Ergänzende Publikation:

Behringer, V. (2013)

Messung von alpha Amylase und Cortisol im Speichel von nicht menschlichen Primaten zum Vergleich von verschiedenen Arten und Geschlechtsunterschieden innerhalb einer Art.

Measurements of salivary alpha amylase and salivary cortisol in hominoid primates to compare within-species consistency and between-species differences

Research project im Rahmen eines Postdocs Projektes = resultierte in einer Publiaktion

Behringer V, Borchers C, Deschner T, Mo¨ stl E, Selzer D, et al. (2013) Measurements of Salivary Alpha Amylase and Salivary Cortisol in Hominoid Primates Reveal Within-Species Consistency and Between-Species Differences. PLoS ONE 8(4): e60773. doi:10.1371/journal.pone.0060773 8 Seiten, 7 Tabellen, 2 Abbildungen

1 Department of Primatology, Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology, Leipzig, Germany, 2 Department of Biomedical Sciences / Biochemistry, University of Veterinary Medicine, Vienna, Austria, 3 Working Group for Wildlife Biology, Justus- Liebig-University Gießen, Gießen, Germany
Zoo Nordhorn

Zusammenfassung:
Das häufigste Enzym im Speichel ist die alpha amylase (sAA). Beim Menschen konnte gezeigt werden, dass sie enzymatische Aktivität variierte in Abhängigkeit von der Anzahl der Loki für Speichelamylase (AM1), welches wiederrum auf die Menge an Stärke zurückgeführt werden konnte, welche von den Menschen konsumiert wird. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass die sAA Aktivität sich mit dem
sozialen Stress veränderte. Auch bei einer dem Menschen nahen verwandten Art, dem Bonobo, konnten wir in einer vorangegangenen Studie einen solchen Zusammenhang nachweisen. In dieser Studie untersuchten wir die sAA Aktivität in Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orangutans um zu erforschen (a) ob die Variation die wir in der sAA Aktivität der Bonobos gefunden hatten typisch ist für
nicht menschliche Primaten, und (b) ob es Unterschiede in der sAA Aktivität zwischen den Arten gibt. Die Ergebnisse zeigten, dass Gorillas und Orangutans eine höhere sAA Aktivität haben als die beiden Pan Arten. Um zu beurteilen welchen Effekt Stress auf die sAA Aktivität hat, wurde in den Speichelproben auch das Cortisol gemessen. Orangutans und Gorillas hatten die niedrigsten   Speichelcortisolkonzentrationen, und die höchsten Werte wurden im Speichel männlicher Bonobos nachgewiesen, die Gruppe, die auch die höchste sAA Aktivität aufwies. Unter Berücksichtigung bereits publizierter Ergebnisse, bestätigen unsere Ergebnisse, dass die sAA Aktivität mit der Anzahl der AMY1 Genabschnitte und der natürlichen Ernährung der einzelnen Arten korrespondiert. Studien mit sAA Aktivität
haben das Potential molekulare Untersuchungen zu komplementieren und vielleicht können sie auch die Erforschung der Nahrung und Ernährung unterstützen.

Summary:
Salivary alpha amylase (sAA) is the most abundant enzyme in saliva. Studies in humans found variation in enzymatic activity of sAA across populations that could be linked to the copy number of loci for salivary amylase (AMY1), which was seen as an adaptive response to the intake of dietary starch. In addition to diet dependent variation, differences in sAA activity have been related to social stress. In a previous study, we found evidence for stress-induced variation in sAA activity in the bonobos, a hominoid primate that is closely related to humans. In this study, we explored patterns of variation in sAA activity in bonobos and three other hominoid primates, chimpanzee, gorilla, and orangutan to (a) examine if within-species differences in sAA activity found in bonobos are characteristic for hominoids and (b) assess the extent of variation in sAA activity between different species. The results revealed species-differences in sAA activity with gorillas and orangutans having higher basal sAA activity when compared to Pan. To assess the impact of stress, sAA values were related to cortisol levels measured in the same saliva samples. Gorillas and orangutans had low salivary cortisol concentrations and the highest cortisol
concentration was found in samples from male bonobos, the group that also showed the highest sAA activity. Considering published information, the differences in sAA activity correspond with differences in AMY1 copy numbers and match with general features of natural diet. Studies on sAA activity have the potential to complementmolecular studies and may contribute to research on feeding ecology and nutrition.

 

behringer-biblio

Freigegeben in B
Donnerstag, 14 Juni 2018 13:00

WAGNER, F. (2012)

Vergleichende Untersuchungen der Liegepositionen ausgewählter Vertreter der Echten Füchse (Canidae: Vulpini) unter Berücksichtigung thermoregulatorischer Aspekte.

Comparative studies of lying positions of some fox representatives (Canidae, Vulpini) in consideration of thermoregulatory aspects.

Bachelorarbeit

67 Seiten

Spez. Zoologie und Evolution der Tiere, Prof. Dr. Lothar Beck
Philipps Universität Marburg
Opel-Zoo Kronberg

GOOGLE Books

Zusammenfassung:

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Liegeverhalten dreier Mitglieder des Tribus der Echten Füchse (Canidae: Vulpini). Es soll herausgefunden werden, welche Liegepositionen Eisfuchs (Alopex lagopus), Rotfuchs (Vulpes vulpes) und Löffelhund (Otocyon megalotis) einnehmen, wobei deren Dauer und Häufigkeit berücksichtigt werden. Da die Arten verschiedene Habitate bewohnen und ein Einfluss der Umgebungstemperatur vermutet wird, werden zusätzlich die thermoregulatorischen Anpassungen der Arten mit einbezogen.

Es stellt sich heraus, dass sie Ergebnisse teils stark von den Literaturangaben über die beobachteten Liegepositionen verschiedener Mammalia abweichen.

Der Einfluss der Temperatur auf die Wahl dieser Liegepositionen ist bei allen Tieren unterschiedlich stark:

Für die Eisfüchse (Alopex lagopus) ist selbst im Winter in unseren Breiten warm, weshalb sie bei den kältesten in dieser Untersuchung gemessen Temperaturen nahezu alle Liegepositionen einnehmen. Auch die Farmfüchse (Vulpes vulpes) haben aufgrund ihres langen Fells keine Probleme mit Temperaturen, die um den Gefrierpunkt oder knapp darüber liegen. Die Wildformen des Rotfuchses (Vulpes vulpes) zeigen, ebenso wie die Löffelhunde (Otocyon megalotis), eine Abhängigkeit der Wahl mancher Liegepositionen.

Beobachtet werden ausschließlich Tiere aus in Menschenobhut. Der Zeitraum liegt im Frühjahr 2012, bis zum Sommer werden noch vereinzelt Daten aufgenommen. Als Untersuchungsmethode wird das scan sampling mit dem continuous recording kombiniert.

Abstract:

In this study the lying behaviour of three fox representatives (Canidae, Vulpini) was observed. The aim was to find out which lying positions were shown by the Arctic Fox (Alopex lagopus), Red Fox (Vulpes vulpes) and Bat-Eared Fox (Otocyon megalotis), together with their duration and frequency. Because these species live in different habitats and an influence of surrounding temperature is assumed, thermoregulatory adaptions of the species were included.

The results are very different in comparison to data of observed lying positions of selected mammals in literature.

In influence of temperature on the selection of lying position is different in all animals.

For the Arctic Fox (Alopex lagopus) winter temperatures in our temperate zone are too warm and that’s why they show all lying positions also in the lowest temperatures measured for this study. Also the Foxes (Vulpes vulpes) with their long coat have no problems with temperatures when they are around freezing temperature. The wild variety of Red Foxes (Vulpes vulpes) and the Bat-Eared Foxes (Otocyon megalotis) show a dependency in their selection of a lying position.
Only animals in captivity were observed during spring 2012 and partly until summer. As observations methods scan sampling and continuous recording were used in combination.

 

wagner-biblio

Freigegeben in W
Donnerstag, 14 Juni 2018 09:25

KANDLER, C. (2010)

Analyse des nächtlichen Verhaltens von Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) in Menschenobhut unter Anwendung chronoethologischer Methoden.

Analyses of the nocturnal behavior of African elephants (Loxodonta africana) in captivity with chronoethological methods.

Dissertation

147 Seiten

Neurobiologie Circadianer Rhythmen, Prof. Dr. G. Fleissner
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Opel-Zoo Kronberg

Diese Dissertation steht außerhalb der Universitätsbibliothek Frankfurt leider (aus urheberrechtlichen Gründen) nicht im Volltext zur Verfügung, die CD-ROM kann (auch über Fernleihe) bei der UB Frankfurt am Main ausgeliehen werden.

GOOGLE Books

Zusammenfassung:

Elefanten sind die größten landlebenden Säugetiere und werden schon seit Jahrhunderten in Menschenobhut gehalten. In der heutigen Zeit liegt der Schwerpunkt der Elefantenhaltung auf dem Unterbringen dieser anspruchsvollen Tiere in verhaltensgerechten Bedingungen, die auch das Wohlbefinden der Tiere berücksichtigen. Es mangelt jedoch an langfristigen Studien, die Veränderungen im Verhalten und im Wohlbefinden von Elefanten in Menschenobhut erforschen. Vor allem das nächtliche Verhalten fand bisher wenig Beachtung, obwohl Studien im natürlichen Lebensraum als auch in Menschenobhut zeigen, dass Elefanten den größten Teil der Nacht aktiv sind. Die vorliegende Studie konzentriert sich daher auf eine langfristige Überwachung des nächtlichen Verhaltens von Afrikanischen Elefanten und stellt, unter Anwendung chronoethologischer Methoden, die haltungsbedingten Einflüsse auf das Verhaltensmuster dar. Es wurden insgesamt 16 Afrikanische Elefanten (Loxodonta africana) mit Zeitraffer-Videoaufnahmen überwacht, im Opel-Zoo in Kronberg 600 Nächte, im Tiergarten Schönbrunn in Wien 300 Nächte und im Wuppertaler Zoo 70 Nächte. Dies ergibt bei einer Erfassungszeit von jeweils 16:00 Uhr bis 8:00 Uhr für alle Elefanten zusammen eine Summe von 64.320 Stunden Verhaltensregistrierung. Es konnte nachgewiesen werden, dass das nächtliche Verhalten von Elefanten durch die Haltungsbedingungen beeinflusst wird. Drei Haltungssysteme konnten zum ersten Mal in einer Studie direkt miteinander verglichen und Unterschiede aufgezeigt werden. Auch eine saisonale Abhängigkeit des nächtlichen Verhaltens konnte beobachtet werden. Es stellte sich heraus, dass Elefanten im Winter mehr und früher schlafen als im Sommer. Dies muss im nächtlichen Management berücksichtigt werden. Soziale Kontakte beeinflussen das nächtliche Verhalten ebenfalls. Es konnte erstmals beschrieben werden, dass Elefanten sich gegenseitig aus dem „Schlaf im Liegen“ aufwecken und dieses „Aufwecken“ einen Einfluss auf die Schlafdauer im Liegen hat. Die Verfügbarkeit von Nahrung ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Es konnte gezeigt werden, wie Elefanten zu unterschiedlichen Zeiten der Nacht auf zusätzliche Futtergaben reagieren und dass sie zu bestimmten Zeiten durch das zusätzliche Nahrungsangebot gestört werden. Unter Anwendung chronoethologischer Methoden konnte herausgearbeitet werden, dass Störungen im nächtlichen Verhaltensmuster durch vermehrtes „Weben“ erhöhte „Lokomotion“ und Reduzierung des Schlafverhaltens angezeigt werden. Beim Auftreten von Krankheiten mit Schmerzen wird die schmerzende Stelle gekühlt, indem sie mit z.B. Matsch beworfen wird. Die in dieser Studie dargestellten Einflüsse auf das nächtliche Verhalten von Afrikanischen Elefanten wurden vorher noch nicht beschrieben oder systematisch untersucht. Sie stellen wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Haltung und das Management von Elefanten dar, sowohl im Hinblick auf eine weitere Optimierung als auch in Bezug auf die Beurteilung ihres Wohlbefindens.

Abstract:

Elephants are the biggest mammals living on land and they live in captivity for hundreds of years. In this day and age the focus in elephant husbandry is on keeping conditions which fulfil the behavioral needs of elephants and consider animal welfare. There is a lack of studies in which elephants in captivity were observed over a longer period of time to see changes in behavior and animal welfare. Especially there is only little research about the nocturnal behavior, even though studies in the wild and captivity show that elephants are active most of the time during night. This study has the focus on a long time observation of nocturnal behavior of captive African Elephants. The aim of the study was to analyze the influence of keeping conditions on the time pattern behavior, based on the use of chronoethological methods. In total 16 African Elephants (Loxodonta africana) were observed with time-lapse video recordings, in the Opel-Zoo for 600 nights, in the Vienna zoo 300 nights and in the zoo Wuppertal 70 nights. The monitoring lasts from 16:00 to 8:00 (16 h per night) and for all elephants together 64.320 hours of behavioral recordings.
With this long time study it was possible to show the influences of husbandry conditions on the nocturnal behavior of African elephants in captivity. Three different keeping conditions could be compared directly in one study for the first time and differences in behavior could be shown. Also a seasonal dependency was shown in the elephant nocturnal behavior. Elephants sleep more and earlier in winter than in summer. It is necessary to keep this in mind for a better husbandry. Furthermore the sleep of elephants is influenced through social contacts. Elephants wake the other herd members when they lie down for sleep and this has influence on the duration of sleep in a lying position. The availability of food is an important factor too. It was possible to show how elephants react on additional food given at variable times during night and that they feel disturbed at certain times within the night. Disturbances in the nocturnal time pattern were indicated on the one hand by an increase of the behavioral categories “weaving” and “locomotion” and on the other hand by a decrease in sleep. In addition elephants increase to throw things on their body when they are ill and have pain.
The influences on the nocturnal time pattern were not described or systematically studied prior to that study. Important conclusions for husbandry and better keeping conditions in future could be drawn from this study, as well as for evaluation of elephant well-being.

 

kandler-biblio

Freigegeben in K
Donnerstag, 14 Juni 2018 07:58

SCHULZE, H. (1998)

Developing a husbandry manual to facilitate the distribution and presentation of information: with special reference to slender loris Loris tardigradus nordicus at Ruhr-University, Bochum.

International Zoo Yearbook 36: 34-48. ISSN 0074-9664, DOI: 10.1111/j.1748-1090.1998.tb02882.x

Abstract:

Generally the practical information required for husbandry of wild species in captivity is not readily available in a single comprehensive source. This paper describes the sort of information which would be most useful for species management, using the Slender loris Loris tardigradus nordicus as an example, and provides a practical model of the possible form and content of a husbandry manual. A single, easily available source of husbandry data would be a valuable tool for all institutions and individuals which are willing to participate in coordinated breeding programmes, helping to maintain genetic diversity and increase the size of captive populations. It would be of particular interest to small institutions, such as zoos with limited staff, breeding colonies in scientific institutions, veterinarians and private breeders. Husbandry manuals which are updated at intervals using, for example, a subscription-based amendment service or a database of husbandry information which can be accessed using a computer are both reasonable possibilities. Some existing sources of information for the management of Asian loris species and details about on-line World Wide Web services, for accessing conservation information and species-management data, which are in the development stages are described. This paper also presents some general information on minimum necessary requirements for successful husbandry of Slender lorises which, in captivity, are cautious but curious animals that become extremely familiar with their environment and react with excitement to novel stimuli. They are prone to both environmental and social stress, and stress-related symptoms observed in the species, such as slow movements, freezing to motionless or apparent loss of fear in stressful situations, may be based on earlier learning and are sometimes difficult to gauge unless keepers are familiar with the habits of each individual. Enclosure design, lighting and temperature are all significant to the well-being of the species. Slender lorises prefer to use the upper part of the enclosure, although they will use the lower area to avoid aggressive confrontations with conspecifics, and a system of branches and wiremesh which allows continuous locomotion with no ‘dead ends’ and furnishings that encourage locomotor activity should be provided. Because the species has a tendency towards adiposity and diabetes diet is a serious consideration. A comprehensive husbandry manual for Asian prosimians has been developed (Fitch-Snyder et al., in press).

 

schulze-biblio

Freigegeben in S
Donnerstag, 14 Juni 2018 14:48

HESS, J. (1996)

Menschenaffen – Mutter und Kind.

352 Seiten, 614 s/w Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag. Echtzeit Verlag, Basel (ursprünglich Reinhard Verlag, Basel). ISBN 3-7245-0882-4.

Verlagstext:

Menschenaffen unterscheiden sich, innerhalb der Arten, nicht nur äusserlich voneinander, sondern auch von ihrem Wesen. Sie sind individuelle Persönlichkeiten. Sie können denken, einsichtig und geplant handeln, sie besitzen ein Selbstbewusstsein und sind fähig, ihren räumlichen und sozialen Alltag erfinderisch mitzugestalten. Es darf uns darum nicht wundern, dass die Mutter-Kind-Beziehung der Menschenaffen in vielen Dingen mit der menschlichen übereinstimmt. Doch es gibt auch Unterschiede. Das Menschenaffenkind wächst sozusagen in einer «Mutterhülle» heran. Von der Geburt an wird es von seiner Mutter mehrere Monate, rund um die Uhr, am Körper getragen. Es steht in dieser Zeit mit der Mutter in einem ständigen, nie abbrechenden Dialog, der über alle Sinne geführt wird. Die ersten frühen Lebenstage entscheiden darüber, ob das Neugeboren und seine Mutter sich gegenseitig finden und eine Beziehung aufbauen können, die dem Kind allmählich, über viel Jahre der Abhängigkeit, den Weg zum selbständigen Leben ebnet. Diese Beziehung des Kindes zu seiner Mutter ist im Leben der Menschenaffen die engste, tiefste und entscheidneste aller sozialen Bindungen.

Das Buch behandelt die frühe Kindheit bei den Gorillas, geht aber in vielen Beispielen und Vergleichen auch auf die der Schimpansen und Orang-Utans ein. Dem Buch liegen Beobachtungen und fotografische Dokumente zu Grunde, die vom Autor während mehr als vier Jahrzehnten zusammengetragen wurden.

 

hess-biblio

Freigegeben in H
Donnerstag, 14 Juni 2018 15:01

WALTHER, F. (1968)

Verhalten der Gazellen.

143 Seiten mit zahlreichen Abbildungen.

Die Neue Brehm-Bücherei, Heft 373. A. Ziemsen Verlag, Wittenberg-Lutherstadt.

 

walther-biblio

Freigegeben in W
Donnerstag, 14 Juni 2018 07:04

SCHMOOCK, M. (2004)

Ursachen stereotypen Verhaltens der Mongolischen Wüstenrennmaus (Meriones unguiculatus).

96 Seiten.
Vet. med. Diss. Hannover.

Inhalt:

Unter Laborbedingungen gehaltene  Mongolische    Wüstenrennmäuse  zeigen  in  der Standardversuchshaltung in  hoher  Frequenz  "stereotypes  Grabeverhalten". Deshalb  sollte  in  der  vorliegenden  Arbeit  untersucht  werden,  ob  durch eine entsprechende Käfiganreicherung (Environmental  Enrichment)  die  Ausbildung  derartiger  Stereotypien  verhindert  bzw.  nach  deren Ausbildung reduziert werden kann.

Volltext (PDF)

 

schmoock-biblio

Freigegeben in S
Donnerstag, 14 Juni 2018 16:39

ROBIN, N. P. (1979)

Zum Verhalten des Kleinkantschils (Tragulus javanicus OSBECK 1765).

Dissertation

162 Seiten

PHilosophische Fakultät II der Universität Zürich
Begutachter: Prof. Dr. H. Hediger, Universität Zürich, Prof. Dr. K. Immelmann, Universität Bielefeld, Prof. Dr. B. Tschanz, Universität Bern, Prof. Dr. F. Walter, Texas A&M University, Prof. Dr. R. Wehner, Universität Zürich
Zoo Zürich
Artis (Zoo Amsterdam)

Zusammenfassung:
Von Dezember 1974 bis Ende Jahr 1977 beobachtete ich Kleinkantschile (Tragulus javanicus) in den Zoos "Artis" (Amsterdam) und Zürich mit dem Ziel, ein möglichst vollständiges Ethogramm und Angaben über das Sozialverhalten zu erarbeiten.

Erhebliche Schwierigkeiten während der Beobachtungen bereiteten die teilweise extrem schnellen Verhaltensabläufe. Als technische Hilfsmittel kamen Fot-, Film-, Video- und Tonbandaufnahmen zur Anwendung. Im Laufe der Arbeit drängte sich eine grobmorphologisch-anatomische Untersuchung verschiedener Körperteile auf.

  1. Bezogen auf die Tag-Nachtaktivität sind Kleinkantschile polyphasisch
  2. Die grobmorphologisch-anatomischen Untersuchungen ergaben folgende Ergebnisse: Männchen von T. javanicus verfügen über verlängerte Canini sup., die während des ganzen Lebens wachsen und deren Spitzen in reich strukturierter Umgebung in unregelmässigen Abständen abbrechen. Als anatomische Exklusivität besitzen Männchen einen knöchernen Rückenschild, der sich zusammensetzt aus einer das Becken bedeckenden Knochenplatte und den daran anschliessenden verknöcherten Sehnen, die im Bereich der Scapulae enden. Die Haut beider Geschlechter ist in der Beckenregion zu einem Dermalschild umgebildet. Sowohl Rücken- wie Dermalschild stehen in keinem Zusammenhang mit dem aggressiven Verhalten. Der Erstere stützt die Männchen während der Kopulation und der Dermalschild schützt den Rücken während schneller Lokomotion in dichter Vegetation. Im Zusammenhang mit dem Markierverhalten wurden am Analpol von Männchen "4" verschiedene Drüsenformationen (Paraproktodäal-, Proktodäal-, Subcaudal- und Hodenfelddrüsen) und ausserdem eine Präputialdrüse gefunden.
  3. Im soziopositiven Verhalten werden Elemente der geruchlichen Kontaktnahme überwiegend an den Kopf-, Anal-, Inguinal- und Flankenzonen geäussert.
  4. Im aggressiven Verhaltenskreis wenden Kleinkantschile ranganzeigende Element, in ihrer Intensität abgestufte aggressive Verhaltensweisen und entsprechende Antwortverhalten an. Unter den Letzten sind besonders die Fluchthemmung während des Gebissenwerdens und das als Ausdruck sozialer Belästigung interpretierte Mundwinkelziehen zu erwähnen. Die Männchen greifen überwiegend frontial, die Weibchen lateral an. Verletzungen während aggressiver Interaktionen sind Ausnahmen.
  5. Im Zusammenhang mit dem Markierverhalten ist die bei Männchen um ein Mehrfaches grössere Interramaldrüse hervorzugeben. Spezielle Verhaltensweisen zur Deponierung von Geruchsstoffen zeigen nur Männchen, die dazu das Element Interramaldrüsenmarkieren an Gegenständen und am Partner sowie das unter Wiederkäuern einmalige Analfeldmarkieren einsetzen. Die Defäkation erfolgt örtlich geballt, die Miktion mehr oder weniger lokal. In Ausnahmesituationen steigen die Frequenzen des Interramaldrüsenmarkierens signifikant, jene des Analfeldmarkierens teils gesichert. Bei der Konfrontation zweier Männchen markierte der dominante häuifiger und der submissive stellte die Markiertätigkeit ein.
  6. Bei Erregung trommeln beide Geschlechter, die Männchen wetzen zudem mit den Zähnen. Analfeldmarkieren gehört ebenfalls in den Motivationskreis des Arousals.
  7. Im Sexualverhalten tritt als häufigstes Werbeelement des Männchens Interramaldrüsenmarkieren am Partner auf. Beide Geschlechter trinken Harn des partners. Nur die Männchen flehmen. Infantilismen sind die Elemente Saugen durch die Männchen sowie das Hochhalten einer Hinterextremität des Männchens, während ein Weibchen Harn trinkt. Die Werbephase des Männchens am voröstrischen Weibchen ist lang und heftig, jene am hochöstrischen kurz und ruhiger. In der Werbung treten aggressiv getönte (Hochmachen des Weibchens durch das Männchen, Schnauben) und aggressive Elemente auf (Beissen in den Kopf). Geglückte Kopulationen dauern für Ruminantia sehr lange (Durchschnitt 233.5 Sek.). Postkopulatorisches Verhalten beschränkt sich auf Elemente des Komfortverhaltens. Nach langen Kopulationen dauert die Refraktärzeit eine knappe Stunde.
  8. Akustisch äussern sich Kleinkantschile mittels hohen Fieplauten (zwischen 1 und 16 khz), die vorwiegend zwischen Mutter und Jungtier ausgetauscht werden.
  9. Die Tragzeit von T.javanicus beträgt 139 bis 141 Tage. Der Kleinkantschil ist unipar. Weibchen sind regelmässig postpartum östrisch.
  10. Allen Traguliden ist im Mutter-Kind-Verhalten die Säugeposition im Stehen mit einer hochgehobenen Hinterextremität eigen. In einem natürlich bepflanzten grossen Käfig sucht in der 1. Lebenswoche die Mutter ihr Junges zum Säugen auf, später ist das Jungtier der Initiant. Im gleichen Käfig unterbricht überwiegend das Muttertier das Säugen. In einem kleinen Käfig weichen die entsprechenden Ergebnisse ab. Anogenitalpflege durch die Mutter ist bei T.Javanicus nicht simultan mit dem Säugen. Von der 2. Lebenswoche an lockt die Mutter ihr Junges mit dem Element Säugeverweigern an einen optisch geschützten Platz, um es dort saugen zu lassen. die Säugedauer ist lang (Mittelwerte zwischen 185 und 350 Sek.). Die Laktationszeit beträgt 10 bis 13 Wochen.
  11. Bei der Verteilung der sozialen Elemente in einer etablierten Kleinkantschilgruppe ergaben sich folgende Resultate: Bei den soziopositiven Geruchskontakten bevorzugt das Männchen das sich regelmässig fortpflanzende Weibchen, das seinerseits das Männchen als Rezeptor für Nasen-Kopf- und Inguinalkontakte vorzieht. Für das Muttertier ist ihr Junges wichtigster Rezeptor für Naso-anal-Kontakte. Das sich nicht fortpflanzende adulte Weibchen ist selten Rezeptor von Geruchskontakten. Es führt als Aktor wenige Nasen-Kopf-Kontakte und etwas zahlreichere Naso-anal-Kontakte an allen Mitgliedern der Gruppe in etwa gleichem Mass aus. Das Jungtier riecht häufig am Kopf aller Mitglieder, wesentlich seltener am Analpol, wo das Männchen bevorzugt wird, und nimmt in sehr zahlreichen Fällen Kontakt auf mit der Inguinalzone der Mutter. Das Männchen verhindert Nasen-Kopf-Kontakte des sich nicht fortpflanzenden Weibchens.
    Beim Interramaldrüsenmarkieren am Partner ist das sich regelmässig fortpflanzende Weibchen der einzige Rezeptor von Bedeutung.
    Aggressive Elemente werden in überwiegender Zahl vom Männchen ausgesandt. Als Rezeptor nimmt das sich nicht fortpflanzende Weibchen den ersten Rang ein. Dieses und das Jungtier sind nie Aktoren im aggressiven Verhalten, das Jungtier nur ausnahmsweise Rezeptor.
    die Verteilung der Elemente des Sozialverhaltens auf die Gruppenmitglieder lässt vermuten, dass T.javanicus die Tendenz hat, paarweise zu leben.
  12. Verglichen mit dem Verhalten der Suiden, Tayassuiden und höherer Artiodactyla nimmt T.javanicus zusammen mit den übrigen Traguliden eine Zwischenstellung ein, weist aber z.B. im Bereich des Markierverhaltens erhebliche Spezialisierungen auf.
  13. Insgesamt werden 51 Elemente ausführlich beschrieben und ein grosser Teil im Bild vorgestellt. Weitere Verhaltensweisen sind erwähnt.

 

robin-biblio

Freigegeben in R

Effect of housing and environmental enrichment on adrenocortical activity, behavior and reproductive cyclicity in the female tigrina (Leopardus tigrinus) and margay (Leopardus wiedii).

Zoo Biol. 26(6):441-60

Abstract:

The objective of this study was to evaluate the effects of different captive housing conditions on reproductive cyclicity and adrenocortical activity in adult females of two small‐sized felid species, the tigrina (Leopardus tigrinus; n = 3) and margay (Leopardus wiedii; n = 2). Females were housed as singletons and subjected to three enclosure conditions over successive time periods: Phase I—large, enriched enclosures for 3 months; Phase II—small, empty enclosures for 5.5 months; Phase III—the same small enclosures enriched with branches and nest boxes for 6.5 months. Fecal samples were collected five times weekly throughout the study for analysis of progestagen, estrogen, and corticoid metabolites. On the basis of observed behaviors, stereotypic pacing was more frequent before feeding for all cats, regardless of enclosure conditions. Both species displayed a bimodal activity pattern, with peaks occurring at nightfall and dawn. All animals exhibited agitated behavior, characterized by a high frequency and duration of stereotypic pacing, primarily during the first 3 days after moving to the small empty enclosures. On the basis of hormonal analyses, ovarian follicular activity decreased and corticoid concentrations increased in tigrinas after transfer to the small barren cages compared to the patterns observed in the initial large, enriched enclosures. Corticoid concentrations in tigrinas then declined after small cage enrichment. Margay females exhibited increased corticoid excretion during Phases II and III, but in contrast to tigrinas, concentrations remained high even after cage enrichment. It was further showed that enriching the small enclosures was insufficient to reestablish normal ovarian activity within the time frame of the study for both species. In summary, margay and tigrina females exhibited distinct elevations in corticoid concentrations after transfer from large enriched enclosures to smaller barren cages that corresponded with agitated behavior, especially immediately after transfer. Fecal corticoid concentrations were reduced after cage enrichment in tigrinas, but not in margays. Although only a few individuals were evaluated, data suggest there may be species differences in response to captive environmental conditions. Overall results emphasize the importance of enclosure dimensions and enrichment when designing species appropriate environments for improving the health and reproductive fitness of threatened species. 

 moreira-biblio

Freigegeben in M
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx