Donnerstag, 14 Juni 2018 12:02

SEILER, M. & SCHWITZER, C. (2010)

Einflüsse von Habitatveränderung auf das Verhalten und die Ökologie des Sahamalaza-Wieselmakis (Lepilemur sahamalazensis) in Nordwest-Madagaskar.

Z. Kölner Zoo 53(3): 151-161.

Zusammenfassung:

Der Sahamalaza-Wieselmaki (Lepilemur sahamalazensis) wurde erstmalig im Februar 2006 aus dem Wald von Ankarafa auf der Sahamalaza-Halbinsel beschrieben und aufgrund seines vermutlich sehr kleinen und bereits stark degradierten Verbreitungsgebiets in die von der IUCN herausgegebene Liste der 25 bedrohtesten Primatenarten 2006 – 2008 aufgenommen. Bisher wurden lediglich Populationsdichte, Habitatpräferenz und Aktivitätsbudget dieser Art untersucht. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der Habitatzerstörung auf Schlüsselaspekte des Verhaltens (Streifgebiet, Sozial- sowie Räuberabwehrverhalten und akustische Kommunikation) von L. sahamalazensis zu untersuchen, um zukünftige Schutzmaßnahmen für diese Art zu unterstützen. Zusätzlich wird das geplante Projekt dazu beitragen eine Forschungspräsenz im UN-Biosphärenreservat und Nationalpark auf der Sahamalaza-Halbinsel zu erhalten. Auf diesem Wege wird das Bewusstsein der Öffentlichkeit gefördert und langfristige Schutzmaßnahmen und Forschungsbemühungen für diese Art und deren Habitat unterstützt.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 17:28

SCHRIER, A.M. & STOLLNITZ, F. (eds., 1974)

Behavior of Nonhuman Primates: Modern Research Trends. Vol. 5.

394 Seiten. Academic Press, New York, London. ISBN 0-12-629105-5 (v.5).
Als GOOGLE-e-book verfügbar

Im Inhalt: DOYLE, G. A. Chapter IV: Behavior of Prosimians: 155-354.


Description

Behavior of Nonhuman Primates: Modern Research Trends, Volume 5 is a collection of papers on research trends in the study of the various aspects of primate behavior. Chapters in the book discuss topics on the history of the study of cognitive processes in primates; ways in which visual stimuli in monkeys are perceived, stored in memory, and retrieved; and behavior of prosimians. The book will be of value to primatologists, psychologists, and zoologists.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 18:48

MEILLER, C. (1991)

Zoobeobachtungen zum Verhalten des Binturongs – speziell zum Gebrauch des Wickelschwanzes.

Diplomarbeit

145 Seite

Fachbereich Biologie, Universität Kaiserslautern
Leitung: Prof. Dr. Walter Pflumm
Zoo Vivarium Darmstadt

Zusammenfassung:

Im Vivarium Darmstadt wurden an einer Binturong-Gruppe Untersuchungen zu den Aspekten „Einsatz des Wickelschwanzes“ und Boden-Baumtier-Problematik“ durchgeführt. Im Anhang der vorliegenden Arbeit sind weitere Zoobeobachtungen über das verhalten des Binturongs aufgelistet.
Die Experimente zum Schwanzeinsatz des Binturongs beim Laufen auf Ästen wurden mit zwei 2-3 Monate alten Tieren durchgeführt. Den Versuchstieren wurden drei unverzweigte Äste verschiedener Beschaffenheit  und ein verzweigter Ast mit zwei Astgabeln angeboten. Die Äste waren mit unterschiedlichen, genau definierten Steigungswinkeln aufgestellt. Die Tiere wurden konditioniert, die Äste hinauf- und hinunterzulaufen.
Die Untersuchungen lieferten folgende Ergebnisse:
1.    Variiert man den Steigungswinkel der unverzweigten Äste, so ist der Anteil der Aufstiege mit Astkontakt und die relative Häufigkeit der Astkontakte beim Aufstieg bei höheren Steigungswinkeln größer als bei niederen. Ein entsprechendes Ergebnis erhält man beim Abstieg. Die Befunde sprechen dafür, daß der Wickelschwanz dem Binturong zur Sicherung dient.
2.    Die relative Häufigkeit der Astkontakte beim Laufen auf unverzweigten Ästen ist nicht nur von der Steigung des jeweiligen Astes abhängig, sondern auch von dessen Beschaffenheit. Dies ist ein weiterer Hinweis auf eine Sicherungsfunktion des Wickelschwanzes. Die einzelnen Komponenten der Astbeschaffenheit bewirken zusammen, ob der Binturong guten oder schlechten Halt an dem Ast findet.
3.    Bei mittleren und besonders bei hohen Steigungswinkeln ist die relative Häufigkeit der Astkontakte beim Abstieg auf unverzweigten Ästen höher als beim Aufstieg. Dies lässt sich wahrscheinlich auf weitere Funktionen des Wickelschwanzes zurückführen, die beim Auf- und Abstieg verschieden sind.
4.    Sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg treten beim Laufen auf unverzweigten Ästen unterschiedliche Formen des Astkontaktes auf. Beim Aufstieg erfüllt der Wickelschwanz besonders bei hohem Steigungswinkel eine Stützfunktion. Beim Abstieg kommt den unterschiedlichen Formen des Astkontaktes ein unterschiedlich starker Sicherungs- bzw. Bremseffekt zu. Dafür spricht der Befund, daß mit zunehmendem Steigungswinkel beim Abstieg eine bestimmte Schwanzhaltung durch eine weitere ersetzt wird.. Bei Astkontakt in lose umwickelter Schwanzhaltung handelt es sich um den Astkontakt mit dem stärksten Sicherungs- bzw. Bremseffekt.
5.    Variiert man den Steigungswinkel des verzweigten Astes, so ist beim Aufstieg die relative Häufigkeit der Astgabelkontakte an der unteren Astgabel bei höheren Steigungswinkeln größer als bei niederen. Bei einem der Versuchstiere trifft diese Aussage bei der oberen Astgabel ebenfalls zu. Beim Abstieg ist  bei den Versuchstieren an beiden Astgabeln die relative Häufigkeit der Astgabelkontakte bei höheren Steigungswinkeln größer als bei niederen. Diese Ergebnisse sprechen  dafür, daß der Binturong seinen Wickelschwanz an den Astgabeln zur Sicherung einsetzt.
6.    In Abhängigkeit von der Höhenlage der beiden Astgabeln an dem Ast treten Unterschiede zwischen den relativen Häufigkeiten der Astgabelkontakte auf. Der Binturong setzt seinen Wickelschwanz in einigen Winkelbereichen bei größerer Höhendifferenz zum Boden (an der oberen Astgabel) häufiger ein als bei geringer Höhendifferenz (an der unteren Astgabel). Dies weist wiederum auf eine Sicherungsfunktion des Wickelschwanzes an den Astgabeln hin.
7.    Im Gegensatz zum Aufstieg, bei dem fast ausschließlich nur eine Form des Astgabelkontaktes auftritt, sind beim Abstieg verschiedene Formen des Astgabelkontaktes zu sehen. Der Wickelschwanz erfüllt beim Abstieg an den Astgabeln eine Sicherungs- und Bremsfunktion. Mit zunehmendem Steigungswinkel wird eine Schwanzhaltung durch eine weitere ersetzt. Dies spricht für einen unterschiedlich starken Sicherungs- bzw. Bremseffekt. Der verschiedenen Formen des Astgabelkontaktes beim Abstieg. Bei dem Seitenastkontakt in wickelnder Schwanzhaltung handelt es sich um den Schwanzeinsatz mit der stärksten Sicherungs-  und Bremswirkung an den Astgabeln.
8.    Junge Binturongs om Alter von 6-7 Wochen sind nicht fähig, sich über längere Zeit nur mit ihrem Wickelschwanz aufzuhängen. Im Alter von 4-15 Monaten führen sie dieses Verhalten häufig und zum Teil einige Minuten lang aus. Adulte Binturongs zeigen das freie Aufhängen am Wickelschwanz fast nie.
Die Untersuchungen zur Boden-Baumtier-Problematik wurden an einem adulten Weibchen und einem ca. 9 Monate alten Jungtier durchgeführt. Registriert wurde die Aufenthaltsdauer am Boden bzw. im Geäst während der Aktivitätszeit (Jeweils 18 Stunden) der Tiere. Dabei zeigte sich, daß diese beiden Binturongs sowohl den Boden als auch das Geäst als Aufenthaltsort wählen.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:58

STAMMER, S. (2003)

Verhaltensbeobachtungen an Fossas (Cryproprocta ferox) im Zoologischen Garten.

Diplomarbeit

61 Seite

Fachbereich Biologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Leitung: Prof. Dr. Hartmut Greven
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Das Ziel der Arbeit war, die Verhaltensweisen von Cryptoprocta ferox zu beschreiben und zu dokumentieren.
1. Von Mai bis September 2002 wurden einzelne Tiere der Fossa-Zuchtgruppe im Zoo Duisburg beobachtet und ihr Verhalten mit der Videokamera aufgenommen. Von April 2003 bis Juni 2003 wurde ein 8-jähriges Weibchen in Einzelhaltung und während der Paarungszeit in Paarhaltung mit einem adulten Männchen (Alter unbekannt) intensiver beobachtet und ihr Verhalten protokolliert. Außerdem ein 7-jähriges Männchen in Einzelhaltung.
2. Die 46 beobachteten Verhaltensweisen wurden in 11 Gruppen eingeteilt: Sitz- und Ruhepositionen, Standpositionen, Lokomotion, Optische Wahrnehmung, Olfaktorische Wahrnehmung, Ruhen/Schlafen, Komfortverhalten, Markierverhalten, Nahrungsaufnehme, Paarungsverhalten und Jagen/Kämpfen.
3. Als Ergebnisse können festgehalten werden:
Die Aktivität der Fossas wird durch die Fütterungs- und Reinigungszeiten beeinflusst. Cryptoprocta ferox ist im Hinblick auf ihre bevorzugten Aktivitätszeiten Opportunist. Bei rolligen Weibchen tritt zusätzlich ein Verhalten, ähnlich dem Sternal-Markieren auf. Dieses drückt sich durch kraftvolles Reiben mit Hals und Kopf an der Gehegeeinrichtung aus. Das Beknabbern von Ästen geschieht nicht zufällig und ist nicht mit dem Markierverhalten korreliert. Sind die Fossas aggressiv und/oder aufgeregt, stellen sie die Haare des ersten Drittels ihres Schwanzes auf, zusätzlich kann der Schwanz einige Male hin und her peitschen. Das Gesicht einer in menschlicher Obhut aufgewachsenen und gehaltenen Fossa beträgt für adulte Männchen ca. 12 kg und für adulte Weibchen ca. 7 kg.
Die Tiere zeigen in der neuen Zuchtanlage nicht mehr so viele Formen von Bewegungsstereotypen. Bei Männchen kommen diese häufiger vor als bei Weibchen.
Die Tragzeit beträgt bei Cryptoprocta ferox etwa 50 Tage. Die Jungen verlassen ca. 2 Monate nach der Geburt das erste Mal die Wurfbox. Das häufige Umsetzen der Tiere könnte bei den territorial lebenden Fossas Stress auslösen. Daher sollte man überlegen, den Tieren Stammgehege zuzuordnen, von denen aus sie manchmal die Möglichkeit erhalten, über Schieber oder Verbindungstunnel in ein anderes Gehege zu wechseln.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:56

RÖMER, R. (1997)

Aspekte des Verhaltens der Fossa (Cryproprocta ferox)  unter Gefangenschaftsbedingungen.

Diplomarbeit

158 Seiten

Fachbereich Biologie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Leitung: Prof. Dr. H. Hemmer
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Ziel der Arbeit war es, das Verhalten von Cyptoptocta ferox unter Gefangenschaftsbedingungen zu untersuchen. Dazu wurden im Zoologischen Garten Frankfurt am Main ein Kater und eine Katze im Alter von zwei Jahren, die im Grzimek-Haus paarweise gehalten werden, in drei Beobachtungsabschnitten (Tag-, Nacht- und 24-Stunden-Beobachtung) von April bis November 1996 beobachtet.

Vergleichende Beobachtungen wurden Anfang September 1996 im Zoologischen Garten Duisburg mit folgenden Tieren durchgeführt: Ein Geschwisterpaar (Kater und Katze) im Alter von einem Jahr, die auch paarweise gehalten werden, eine vierjährige Katze mit 2 Jungtieren im Alter von 3 Monaten, die einzeln gehalten wird und ein 14-jähriger Zuchtkater, der ebenfalls in Einzelhaltung lebt.

Das Verhalten der Tiere wurde in qualitativen Beobachtungsprotokollen festgehalten und zum Teil zusätzlich mit einer Videokamera aufgezeichnet. Das Verhalten der Frankfurter Fossas während der Nachtstunden wurde ausschließlich mit einer Infrarot-Videokamera auf einem Langzeitvideorekorder aufgenommen. Die quantitative Erfassung des Verhaltens wurde in Frankfurt und Duisburg mit einem Beobachtungsbogen vorgenommen und anschließend statistisch ausgewertet.

In der statischen Auswertung wurden die prozentualen Verhaltensanteile am Gesamtverhalten mit Klimafaktoren, Aufenthaltszeiten und anderen prozentualen Verhaltensanteilen korreliert. Verhaltensvergleiche zwischen den Fossas aus dem Frankfurter Zoologischen Garten und der Duisburger Haltung wurden mit einem parameterfreien Testverfahren – dem U-Test nach MANN  WHITNEY – durchgeführt.

Die Aktivitätsgliederung der in Frankfurt gehaltenen Tiere wurde für die drei Beobachtungsphasen getrennt ermittelt und graphisch dargestellt. Der Zusammenhang zwischen Aktivitätsgliederung und Einflüssen tierpflegerischer Maßnahmen auf das Verhalten der Fossa wurde überprüft.
Als Ergebnisse können festgehalten werden. Das soziale Spiel ist bei jüngeren Fossas, die paarweise gehalten werden, vielfältig ausgeprägt. Verfolgungs- oder Jagdspiele können dann beobachtet werden, wenn die Tiere keinen Störungen ausgesetzt sind. Bewegungsstereotypien treten bei Cryptoprocta vermehrt auf, je älter die Tiere werden oder wenn sie in Einzelhaltung leben. Bei jungen Fossas sind Bewegungsstereotypen beim Kater öfter zu beobachten als bei der Katze, auch wenn die Tiere paarweise gehalten werden. Die Stereotypien treten dafür nur kurzzeitig auf. Insgesamt konnten bei Fossas, die paarweise gehalten werden, vor allem mehr soziale Aktivitäten beobachtet werden. Die Frage, ob unter den Haltungsbedingungen im Zoologischen Garten Frankfurt am Main eine erfolgreiche Zucht möglich ist, konnte nicht beantwortet werden.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:50

LIMPINSEL, A. (2007)

Aspekte des Verhaltens Afrikanischer Elefanten (Loxodonta africana) im Zoo – Nachtverhalten und das Verhalten eines jungen Elefantenbullen in der Kuhgruppe.

Diplomarbeit

90 Seiten.

Fakultät Biologie und Geographie, Universität Duisburg-Essen
Leitung: Prof. Dr. Hynek Burda
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Die Untersuchung des nächtlichen Verhaltens dreier Elefantenkühe lieferte eine mittlere Gesamtliegendauer zwischen 92,08 min und 256,25 min, die sich auf ein bis fünf Schlafintervalle verteilte.
Die durchschnittliche Länge der Schlafintervalle schwankte zwischen 23,89 min und 80,51 min. Zwei Nächte lang legte sich DAISY gar nicht ab.
Die Mehrheit der Verhaltensweisen ließ im Laufe der Nacht ein klares Muster erkennen, wobei dieses Muster je nach Tier verschieden war. Für die Tiere DAISY und ETOSHA ergaben sich sehr ähnliche Aktivitätsbudgets und Schlafmuster, welche mit Berichten aus Wildbahn und Haltung übereinstimmen. Ein Peak für das Liegen existierte bei den beiden genannten Tieren zwischen 03.00 Uhr und 05.00 Uhr. SAIWAs Nachtverhalten wich von diesen Ergebnissen stark ab. Ihre Aktivität ließ erst am frühen Morgen nach, wenn die der anderen Kühe wieder zunahm. Ihre Hauptschlafzeit begann vermutlich erst nach 06.00 Uhr.
Während DAISY, die tagsüber viel webte, nachts wenig stereotypierte, verbrachte SAIWA durchschnittlich mehr als 15% der Nacht mit Weben und stereotypen Laufen, obwohl sie sich tagsüber unauffällig verhielt. Möglicherweise werden ihre Stereotypen durch die Haltung der Tiere in Einzelboxen begünstigt, da die Kuh den Kontakt zum Nachbartier ETOSHA zu suchen schien. Auf Grund der Erkenntnisse über das stereotype Verhalten SAIWAs und der positiven Erfahrungen, die bereits in anderen Zoos mit der Haltung von Elefanten in Freilaufstallungen gemacht wurden, wird die Empfehlung für einen beaufsichtigten Testlauf einer solchen Haltungsform für drei Elefantenkühe im Zoo Duisburg ausgesprochen.
Die Verhaltensbeobachtung des Elefantenbullen SHAKA zeigte, dass die Einteilung der Verhaltensweisen von Elefanten in Kategorien ein verfälschtes Bild des Verhaltens erzeugen kann. Dies ist damit zu erklären, dass verschiedene Verhaltensweisen mit mehreren unterschiedlichen Bedeutungen belegt sein können, deren Grenzen teils fließend sind. Im Verhalten des jungen Elefantenbullen stellten soziale Interaktionen eine bedeutende Komponente dar, wobei zwischen ihm und der Kuh DAISY eine soziale Inkompatibilität zu herrschen schien.
Zu einer erfolgreichen Nachzucht wird es am ehesten mit der Elefantenkuh ETOSHA kommen, da der Bulle sie beim Reproduktionsverhalten signifikant bevorzugte. Obwohl ETOSHA und SHAKA Verhaltensweisen zeigten, die auf eine Kopulation zusteuerten, kam es nicht dazu, da es dem Bullen vermutlich an Erfahrung mangelte. Dies könnte auf seine Herkunft aus einer Culling-Aktion und der damit verbundenen frühen Auflösung des Familienverbandes zurück zu führen sein.
Obwohl der Bulle bislang noch nicht nachgezüchtet hat, ist dieses Verhalten nicht verfrüht als abnormal zu bezeichnen, denn in der Wildbahn kommen Elefantenbullen teils erst mit einem Alter von mehr als 30 Jahren zu Paarung. DA er Verhaltenszüge eines noch von der Mutter geführten Tieres zeigte, hat er möglicherweise die soziale Reife für eine ernsthafte Paarung noch nicht erreicht. Der Vergleich der Hormonwerte der Kühe mit den Verhaltensbeobachtungen des Bullen lieferte Hinweise darauf, dass man an dem Verhalten des Bullen den reproduktiven Status der Kühe ablesen kann.
Das erlangte Wissen um die Zusammenhänge des Sozial- und Reproduktionsverhaltens des Bullen mit der hormonellen Kondition der Kühe könnte möglicherweise für tiergärtnerische Zwecke genutzt werden. Es wird angeregt, ein gezieltes Training mit dem Bullen zu beginnen, bei dem dieser unter der Aufsicht der Tierpfleger Genitalchecks bei den Kühen durchführt. Aus der Frequenz dieser Verhaltensweise könnten direkt Hinweise auf den reproduktiven Status der Kühe ablesbar sein.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:45

KUNKIS, N. (1996)

Untersuchung zum Einfluss des Publikums auf das Verhalten dressierter Delphine.

STaatsexamensarbeit

117 Seiten.

Fachbereich Biologie, Universität Dortmund
Leitung: Prof. Dr. Bernhard Verbeek
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Im letzten und abschließenden Teil meiner Auswertung bzw. Untersuchung im Duisburger Delphinarium möchte ich, bezogen auf meine Haupthypothese, die besagt, dass kein Einfluss durch das Publikum auf das Verhalten dressierter Delphine vorhanden ist, die Ergebnisse der Teilhypothese zusammenfassen.
Zur besseren Übersicht habe ich jene Ergebnisse in einer Tabelle aufgeführt, in der ein Einfluss des Publikums auf das Delphinverhalten mit ‚positiv‘ und ein nicht vorhandener mit ‚negativ‘ gekennzeichnet wird (s. Tabelle 7). Betrachtet man nun in dieser Übersicht die festen und geplanten Bestandteile der Vorführung (Ballschießen/Sprünge/Bootsfahr/Hochbälle I/Körperbeherrschung), erkennt man deutlich, dass keine durch die Einflussfaktoren des Publikums ausgelösten Verhaltensveränderungen bei den Delphinen vorlagen. Es könnte daraus geschlussfolgert werden, dass die Delphine schlicht die Vorführungselemente durchführen, um anschließend Futter in der Form von Fisch zu erhalten.
Gleichermaßen negativ fiel auch das Ergebnis für den Bereich ‚Aufforderungen/Verweigerungen‘ aus. Diese Untersuchung bezog sich allerdings auf kein spezielles Element, sondern auf die Mitarbeit der Delphine während der gesamten Vorstellung. Wie bereits in der Auswertung beschrieben, liegt die Erklärung dessen wahrscheinlich in der Tatsache der verschiedenen Charaktere und wechselnden Tagesformen der drei Tümmler begründet.
Führt man sich schließlich die ‚Sonderaktionen‘ sowie das ‚Bälle-Hinausstupsen‘ der Delphine vor den Vorführungen vor Augen, handelt es sich um buchstäblich spontanes, nicht zum planmäßigen Vorführungsablauf zugehöriges Verhalten der Tiere. In beiden Fällen, ‚Sonderaktionen‘ und ‚Bälle-Hinausstupsen‘, scheint die Anzahl des Publikums mit der jeweiligen Lautstärke einen Einfluss auf das Verhalten der Tiere auszuüben.
Ausschließlich die Momente der Durchführung der Sonderaktionen sind im Hinblick auf das negative Ergebnis nicht durch da Publikum (vorausgehender Applaus) hervorgerufen. Abschließend kann man also nach dieser, über einen relativ kurzen Zeitraum stattgefundenen Untersuchung sagen, dass sich die Delphine während der planmäßigen Vorführungselemente nicht durch die Zuschauer beeinflussen lassen. Das Publikum übt jedoch eine Wirkung auf die Delphine in der Hinsicht aus, dass spontane, der geplanten Vorführung abgesonderte Verhaltensweisen, ausgeführt werden.

 

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Fachbereich Biologie, Prof. Dr. Bernhard Verbeek

Universität Dortmund

Zoo Duisburg

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Dienstag, 19 Juni 2018 15:42

KLOCKENKÄMPER, M. (1988)

Verhaltensbeobachtungen an der Fossa (Cryptoprocta ferox  Bennett 1833).

Diplomarbeit

176 Seite

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
Leitung: Prof. Dr. H.-M. Zippelius
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine ausführliche Beschreibung des Verhaltens von Cryptoprocta ferox, die eine Ergänzung und Vervollständigung der bisher fragmentarisch oder schwerpunktmäßig vorliegenden Kenntnisse liefern soll.

Im Hinblick auf die umstrittene systematische Zuordnung der Fossa zu den Feliden bzw. zu den Viverriden ist die Bedeutung von Verhaltensbeobachtungen nicht zu unterschätzen. Bedingung für die taxonomische Aussagekraft von Verhaltensweisen annehmen, die bei allen beobachteten Exemplaren in annähernd gleicher Form auftreten und die eine lebenserhaltende bzw. die Überlebenschancen des Erbguts erhöhende Funktion erkennen lassen.

Auf der Grundlage der bestehenden Systematik und damit unter der Voraussetzung, dass innerhalb der Überfamilie der Felidea eine Homologie der Merkmale besteht, sollen die an der Fossa festgestellten Verhaltensmerkmale mit denen der Feliden und der Viverriden verglichen werden. zur Entscheidung, ob Verhaltensmerkmale für taxonomische Folgerungen brauchbar sind, soll der Vergleich mit den als „out-group“ zu betrachtenden Musteliden beitragen. Einer ausführlichen Verhaltensbeschreibung folgt in dieser Arbeit ein Vergleich mit dem Verhalten von Vertretern aus den oben genannten Familien. Anhand einer Tabelle werden Verhaltensähnlichkeiten aufgelistet. Aus dieser Gegenüberstellung geht hervor, dass Ähnlichkeiten, die Cryptoprocta mit den Feliden zeigt, häufig zugleich Ähnlichkeiten mit den Viverriden sind. Gleichermaßen bestehen Übereinstimmungen zu den Musteliden in den Verhaltensmerkmalen, die Cryptoprocta mit den Katzen teilt. Daraus lässt sich schließen, dass das entsprechende Verhaltensmerkmal entweder konvergent zweimal entstanden oder symplesiomorph ist. Nach diesem Vergleich gibt es kein eindeutiges Verhaltensmerkmal, das die Fossa ausschließlich mit den Feliden gemein hat. Dagegen zeigen sich in der Mehrzahl Ähnlichkeiten zwischen Cryptoprocta und den Viverriden. Es gibt einige Verhaltensmerkmale, die Cryptoprocta ausschließlich mit den Viverriden teilt. Dies spricht für eine Synapomophie der Verhaltensmerkmale.

Aufgrund der vorliegenden Verhaltensbeobachtungen und mit der bisherigen Kenntnis über Vertreter der zum Vergleich herangezogenen Familien lässt sich die Fossa anhand ihrer Verhaltensmerkmale innerhalb der bestehenden Systematik den Viverriden zuordnen.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:33

HÖFERMANN, S. (2004)

Sozialverhalten von Gorillas: Eine Zoostudie im Vergleich mit publizierten Freilandbeobachtungen.

Staatsexamensarbeit

86 Seiten.

Fachbereich Biologie, Universität Dortmund
Leitung: Prof. Dr. Bernhard Verbeek
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

In der Gesamtbetrachtung der in Gefangenschaft lebenden Duisburger Gorillas und den im Freiland lebenden Gorillas ließen sich keine starken und abweichenden Unterschiede in den verschiedenen Verhaltensweisen feststellen. Dies würde bedeuten, dass die meisten Verhaltensweisen angeboren sind, oder dass die Gorillas zumindest einen angeborenen Instinkt aufweisen, was im weiteren Lebenslauf durch Erlernen, Ausprobieren und Beobachten anderer Tiere weiter geprägt und ausgebildet wird. Gorillas, die in Gefangenschaft aufwachsen und leben, muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre Bedürfnisse und ihre Verhaltensweisen so ausleben zu können, wie sie dieses im Freiland tun würden. Die geringen Unterschiede zwischen den Duisburger Gorillas und den Freiland-Gorillas weisen darauf hin, dass das Gehege des Duisburger Zoos, die Gruppengröße, die Gruppenkonstellation und die Pflege annähernd an die Bedürfnisse der Gorillas heranreicht. Die relative hohe Anzahl an auftretenden Verhaltensanomalien zeigt jedoch, dass das Leben in Gefangenschaft, so gut auch versucht wird, ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, ein Leben und ein Ausleben ihrer Bedürfnisse und Verhaltensweisen im Freiland nicht ersetzen kann.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:28

HAWKINS, C. E. (1998)

Verhalten und Ökologie der Fossa (Cryptoprocta ferox (Carnivora, Viverridae)) in einem trockenen, laubabwerfenden Wald in Westmadagaskar.

Behaviour and ecology of the fossa (Cryptoprocta ferox (Carnivora, Viverridae)) in a dry deciduous forest, western Madagascar.

Dissertation

146 Seiten.

Institute of Biological and Environmental Sciences, University of Aberdeen, Schottland
Leitung: Prof. Dr. Paul Racey
Zoo Duisburg

Abstract:

Several observed aspects of the fossa’s behaviour and ecology were not those predicted according to current theory. This was taken as an indication that the study of mammalogy requires a larger contribution from work on tropical forest mammals. It was further proposed that at least some of the unexpected attributes found in the fossa may be peculiar to species with an extremely low population density relative to body size. In the fossa, the low population density found was in turn attributed to the high proportion of primates in its diet.
None of the reserves in Madagascar were predicted to contain a population of fossas that is likely to be viable. Recommendations were made for a strategy for the conservation of the fossa, specifically to establish larger forest reserves, with a suggested minimum area of at least 2000 km².
Recommendations were made for further research, especially to carry out extensive radio-tracking work and dietary analysis in other areas, allowing investigation of population densities and mating system in other forest types and a generalization of the fossa’s habitat requirements. Captive work and genetic analysis also has the potential to explain many of the questions arising from the present study. Work on other tropical forest carnivores, which is very rare in the literature, is also strongly recommended.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx