Samstag, 18 Dezember 2021 16:40

BRAUN, T., & DIERKES, P. (2017)

Connecting students to nature – how intensity of nature experience and student age influence the success of outdoor education programs.

Environmental Education Research 23(7): 937-949. https://doi.org/10.1080/13504622.2016.121486

Artikel auf Deutsch dazu: https://www.opel-zoo.de/files_db/1587543644_2666__8.pdf (Seiten 6/7).

Abstract:

Nature connectedness counts as a crucial predictor of pro-environmental behavior. For counteracting today's environmental issues a successful re-connection of individuals to nature is necessary. Besides the promotion of knowledge transfer the aim of the educational program presented in this study is to connect students to their environment. This research explores the impact of an outdoor environmental education program on primary and secondary school students' nature connectedness with regard to the extent of their nature experience and participant age. The intervention was implemented in two durations: one-day and five-days. Participants were divided into four subsamples from seven up to 18 years of age. Findings suggest that both intervention types evoke immediate shifts towards a stronger nature connectedness among students (p < 0.001). Notably, the five-day outdoor education interventions were significantly more effective in sustainably promoting nature connectedness compared to one-day field trips (p < 0.001). Seven to nine year old students performed the strongest shifts towards nature. The value of short-term and residential outdoor environmental education interventions is discussed.

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Identifying factors influencing attitudes towards species conservation – a transnational study in the context of zoos.

Environmental Education Research 27(10): 1421-1439. https://doi.org/10.1080/13504622.2021.1927993

Abstract:

In the past decades, zoos have increasingly developed into conservation and education centers and today make an important contribution to environmental education. In this context, this study investigated which factors influence attitudes towards species conservation. The variables examined were gender, age, the number of visits to zoos in the last 12 months, perception of zoos, interest in animals and the country where the survey was conducted. A total of 3347 participants in seven different countries were surveyed. In the hierarchical multiple regression, it was found that all the variables examined were significant influencing factors with exception of gender. A mediator analysis provided evidence that the number of visits to zoos, in addition to the direct effect on attitudes towards species conservation, also has a relevant indirect effect with interest in animals as mediators. Significant differences in attitudes towards species conservation were found between some of the countries studied, but only with a small effect sizes.

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KLEESPIES

Faktoren, welche das Interesse an Tieren und die Haltung gegenüber dem Artenschutz beeinflussen

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Montag, 02 November 2020 22:38

DOLLINGER, P. (Hrsg., 2008)

Was ist ein guter Zoo?

Verh.-Ber. 3. Rigi-Symposium – Goldau-Rigi, 28.02. – 01.03.2008. WAZA, Bern. 73 Seiten.

Editorial:

„Was ist ein guter Zoo?“ – diese scheinbar einfache Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn ein Zoo ist kein einfaches Ding: Er ist, im Sinne der Definition HEDIGERS (1973), gleichzeitig Freizeiteinrichtung, Lernort, Forschungsstätte und Naturschutzzentrum. Er hat demzufolge verschiedene Anspruchsgruppen, die unterschiedlichste Anforderungen stellen und, wie DAGMAR SCHRATTER ausführt, an eine Beurteilung unterschiedlichste Kriterien anlegen. Der Versuch, Zoos miteinander zu vergleichen und ein Ranking zu erstellen, wie er von HERMAN REICHENBACH dargestellt wird, kann immer nur aus einer Perspektive – im Falle des „grossen Stern-Tests“ jener des Besuchers – erfolgen und reflektiert viel eher Wahrnehmungen als die effektive Qualität, die ja massgeblich geprägt ist von Installationen hinter den Kulissen und Aktivitäten, die für Aussenstehende kaum wahrnehmbar sind. Der Versuch, die Qualität der Tierhaltung aus Besuchersicht zu beurteilen, wie er vom Schweizer Tierschutz kürzlich gemacht wurde, muss deshalb letztlich scheitern. Dazu bedarf es eines Akkreditierungsverfahrens mit Inspektion aller Teile der Einrichtung und Einblick in die Dokumentation, wie es etwa jenes der AZA, das von CORNELIA KETZ-RILEY vorgestellt wird.

Aber auch ohne Akkreditierung durch einen Zooverband haben Zoos die Möglichkeit, ihre Qualität zu überprüfen und eine Standortbestimmung vorzunehmen. CLAUDIO TEMPORAL und WERNER EBERT zeigen auf, wie das zu bewerkstelligen ist, und FRANK BRANDSTÄTTER, SASCHA GUT & MATTHIAS SCHLÄPFER sowie HENNING WIESNER liefern konkrete Beispiele dazu. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang der Beitrag von CHRISTIAN STAUFFER & ANNA BAUMANN, weil er zeigt, wie ein sinnvolles Benchmarking zwischen so verschiedenen Institutionen wie dem Zoo Zürich mit seinen aufwändigen Anlagen für exotische Tiere (Stichwort Masoala-Regenwald), und dem Wildpark Langenberg, der nur heimische Arten zeigt, gemacht werden kann.

Ethischen Gesichtspunkten sowie Fragen des Tierschutzes und des Artenschutzes kommt in Diskussionen um die Güte eines Zoos eine besondere Bedeutung zu. JÖRG LUY diskutiert Fehlintuitionen, denen man in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit schenken sollte, und JÖRG ADLER betont die Wichtigkeit des Artenschutz-Engagements anhand von Beispielen aus dem Allwetterzoo Münster.

„Am Golde hängt doch alles“ seufzt nicht nur Gretchen in GOETHES Faust, sondern auch mancher Zoodirektor. Nicht wegen des literarischen Bezuges von Faust zu Leipzig, sondern weil seine Institution in den letzten Jahren die wohl rasanteste Entwicklung in Deutschland durchmachte, ist der Leipziger Zoodirektor JÖRG JUNHOLD geradezu prädestiniert, den Zoo als Wirtschaftsunternehmen zu analysieren und die Rolle des Zoodirektors als Unternehmer zu diskutieren. Gesunde Finanzen und ein nachhaltiges Wirtschaften sind zweifellos Kernelemente für die Güte eines Zoos.

In diesem Zusammenhang ist auch auf die Studie von ROBERT BARMETTLER über die Bedeutung des Natur- und Tierparks Goldau als Wirtschaftsunternehmen hinzuweisen, die im Vorjahr an der Zoo-Marketing-Konferenz in Südafrika vorgestellt wurde.

Warum stellt sich die Frage „Was ist ein guter Zoo?“ überhaupt? Darauf fällt die Antwort nicht schwer: Weil es viele schlechte Zoos gibt. „Zoo“ ist weder ein klar definierter noch ein geschützter Begriff und daher auch keine Garantie für Qualität. Jeder, der Tiere hält, und sei es zum Verkauf, kann sich „Zoo“ nennen. Im Sinne der Definition der Richtlinie 1999/22/EG des Rates über die Haltung von Wildtieren in Zoos gibt es weltweit geschätzte 12-15'000 Einrichtungen, die als „Zoo“ gelten würden. Von diesen sind lediglich etwa 1'500 in Zoo- und Aquarienvereinigungen organisiert, d.h. erheben einen Anspruch, der über das blosse Hobby oder das Geldverdienen hinausgeht. Die grosse Mehrheit der nicht organisierten Zoos strebt also weder hoch gesteckten Ziele an, noch vermag ihre Tierhaltung höheren Ansprüchen zu genügen. Dieser Umstand beschädigt natürlich das Image der Zoos insgesamt, auch der guten, und schreit geradezu nach einer Abgrenzung.

Viele Zoos, namentlich im angelsächsischen Sprachraum, haben deshalb die Flucht angetreten: Sie nennen sich nicht mehr „Zoos“ sondern Sanctuaries, Bio Parks, Conservation Parks, oder firmieren unter etwelchen Fantasiebezeichnungen, was ein gemeinsames Marketing zugunsten der Einrichtung „Zoo“ nicht gerade erleichtert - und offenbar auch beim Publikum nicht überall gut angekommen ist. Zumindest heisst der im „Conservation Park“ umbenannte New Yorker Bronx Zoo heute wieder Bronx Zoo.

Im deutschsprachigen Raum verlief die Entwicklung etwas anders. Nur wenige Einrichtungen haben ein “grünes” Element in ihren Namen eingebaut (Görlitz, Rheine). Die große Mehrzahl hat ihren Namen – formell oder nur für Marketingzwecke – vom schwerfälligen “Zoologischen Garten” in “Zoo” abgeändert (Augsburg, Basel, Berlin, Dresden, Halle, Hannover, Hoyerswerda, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Rostock, Saarbrücken, Salzburg, Zürich), von “Waldzoo” (Osnabrück), “Kleinzoo” (Hof) oder “Babyzoo” (Wingst) zu „Zoo“ gewechselt, oder aus dem “Tiergarten” (Heidelberg, Landau, Neunkirchen, Nürnberg), “Tierpark” (Dortmund, Eberswalde, Krefeld), “Vogelpark” (Schmiding), „Freigehege für Tierforschung“ (Kronberg) oder den “Tiergrotten“ (Bremerhaven) einen “Zoo“ gemacht. Ein paar andere haben ihren traditionellen Namen behalten, aber verweisen beim Marketing unmittelbar auf den Begriff „Zoo“ (Aachener Tierpark – Euregio Zoo, Tiergarten Schönbrunn – Vienna Zoo, Haus des Meeres – Aqua-Terra Zoo, Tierpark Hellabrunn – der Zoo der Stadt München, Natur- und Tierpark Goldau – der Zoo der Zentralschweiz). Einige (Duisburg) haben sich schon immer „Zoo“ genannt und manche verwenden „Zoo“ in Wortkombinationen (Allwetterzoo Münster, Alpenzoo Innsbruck, Aquazoo Düsseldorf). Dies hat dazu geführt, dass im deutschen Sprachgebrauch der Begriff „Zoo“ hauptsächlich mit den grossen, im VDZ organisierten Zoos assoziiert wird, also mit Institutionen, die ihre Tätigkeit an der Welt-Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie ausrichten und somit für eine gewisse Qualität bürgen.

Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aussage von BJÖRN ENCKE, die Organisation der Zoos sei hinsichtlich Marketing anachronistisch, durchaus auch im deutschen Sprachraum zutrifft. Dass die Zoos ein „Konzern ohne Kommunikation“ sind, ist aber nur zum Teil den Zooverbänden anzulasten. Manche von diesen könnten zwar durchaus mehr und besser kommunizieren, dass aber die Botschaften der Verbände nicht gehört werden, hat mehr mit dem Verhalten der einzelnen Zoos zu tun. Hand aufs Herz, welcher Zoo im deutschsprachigen Raum zeigt im Eingangsbereich seines Internetauftritts die Logos von WAZA, EAZA, VDZ, OZO oder zooschweiz mit Links zu den entsprechenden Webseiten? Das sind nur ganz wenige (Aachen, Görlitz, Kronberg, Leipzig, Rostock, sowie Tallinn). Dafür findet man Links zu Rundfunkanstalten, Sparkassen, Kindermoden, Elektrizitätswerken, Lebensmittel-Grossverteilern, Hotels, Wohnbaugenossenschaften und Städtischen Kehrichtbeseitigungsbetrieben….

Währenddem sicher alle Urs Eberhard beipflichten werden, wenn er vom Nutzen von Labels aus Marketing-Sicht spricht, ist die tatsächliche Verwendung von Labels in der Zoowelt eine Katastrophe. Dass jeder Zoo ein Alleinstellungsmerkmal braucht und daher auch sein eigenes Logo pflegt, ist verständlich. Diese Notwendigkeit besteht aber für Zooverbände nicht. Es erstaunt deshalb etwas, dass sich bisher erst zooschweiz und OZO zu einem „Umbrella Branding“ unter WAZA entschlossen haben. Auch dass für jede Kampagne, jede Kooperation und viele Projekte eigene Logos geschaffen werden, stärkt das Label „Zoo“ nicht gerade.

Die Frage, was ein guter Zoo sei, von verschiedenen Standpunkten her anzugehen, wie es auf der Rigi der Brauch ist, war zielführend. Nach ausgiebiger Diskussion konnten sich die Teilnehmer auf eine kurze und prägnante Antwort einigen. Dies war möglich, weil die Welt-Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie einen umfangreichen Katalog von Empfehlungen enthält, die sich direkt an Zoos und Aquarien richten. Wenn die Zoos diesen Empfehlungen nachleben, werden sie das Ziel erreichen, gute Zoos zu sein.

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Erosion der Artenkenner Ergebnisse einer Befragung und notwendige Reaktionen.

(2014) Gutachten im Auftrag des BUND Naturschutz in Bayern e.V.: 96 S., Nürnberg.
(2016) Naturschutz und Landschaftsplanung 48(4):105-113

Abstract:

A standardised survey of 70 species experts (i.e. persons with expert knowledge of species) revealed a loss of 21 % of such species experts over the last 20 years. According to the knowledge of the interviewees only 7.6 % of the current species experts are younger than 30 years. This means a serious aging of this group and a lack of junior staff. 90 % of the respondents assessed this deficit as very problematic for the future of nature conservation. The study revealed the motivation by the father as a decisive factor for the development of species knowledge, and it identified two relevant phases for the beginning of these skills, i.e. early beginners at the age of 13.5 years and late beginners, aged 22.5 years on an average. According to the interviewees the main reasons are changing leisure activities of young people, a lack of near-natural surroundings at parents' home, insufficient species knowledge of teachers and lacking offers oriented to nature conservation at the universities. The erosion of species experts should be recognized as a serious comprehensive problem for future nature conservation. The study describes some approaches to solution. All of them will require interdisciplinary collaboration and a targeted assignment of financial means for model projects.

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Freitag, 02 Februar 2018 16:37

BRADY, T. (2013)

Natchitoches NFH Makes New Partners to Help Tell the Truth about Alligator Gar.

Fleur de Lis Fisheries 3 (8): 1-3.

Aus dem Text:

For nearly one-half century, people have given Alligator Gar a bad reputation as a “trash fish”. When people ask us “Why are you raising Alligator Gar at Natchitoches National Fish Hatchery?”, we try to explain how as the largest, native, freshwater predator in North American these fish are a possible means to control the populations of invasive species such as the Silver and Bighead Carp.

Though Natchitoches NFH receives an average of 6'700 visitors a year, we want to spread the truth about Alligator Gar to a larger audience, and partnered up in August with the Caldwell Zoo in Tyler Texas, The Children’s Aquarium at Fair Park in Dallas Texas, and Bass Pro Shops to help carry our message to a greater number of people than we would encounter at the hatchery alone. 

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Freitag, 29 Juli 2016 14:25

Leoparden-Schutzprojekte

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Die Aktion "Zootier des Jahres" wird getragen von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), der Deutschen Tierpark-Gesellschaft (DTG), der Gemeinschaft deutscher Zooförderer und dem Verband der Zoologischen Gärten (VdZ). Im Jahr 2016 hatte die Aktion den Leoparden zum Thema. Ziel war, das Publikum für die Gefährdung des Leoparden zu sensibiliseren und durch die finanzielle Unterstützung langfristiger Leoparden-Schutzprojekte vor Ort konkret zum Überleben der Art beizutragen. Hauptsächliche Unterstützer der Leoparden-Projekte sind: Naturschutz-Tierpark Görlitz, Zoo Landau, Vogelpark Marlow, Tierpark Nordhorn, Zoo Wuppertal, Zoo Augsburg, Tiergarten Schönbrunn, Srengetipark Hodenhagen, Freunde der Hauptstadtzoos, Zoofreunde Hannover, Zoo Karlsruhe, Zoo Magdeburg, Tierpark Weißwasser. Insgesamt kamen 60'000 EURO zusammen, die in folgende Projekte investiert wurden.

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Erforschung und Schutz des Persischen Leoparden (Panthera pardus saxicolor) im Nordost-Iran

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Heutige Verbreitung des Leoparden im Kaukasus und Nordiran (nach Lukarevsky et al., 2007)
Der Persische Leopard (Panthera pardus saxicolor), für den es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) gibt, ist in weiten Teilen seines ehemaligen Areals, das sich vom Kaukasus über den Nahen und Mittleren Osten erstreckte, ausgestorben. Mehr als 60% der noch vorhandenen Wildpopulation lebt im Iran, der somit das wichtigste Rückzugsland für diese stark gefährdete Unterart ist. Aber auch hier schwinden die Lebensräume und werden die Großkatzen ebenso wie deren Beutetiere illegal gejagt.

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Probenahme an immobilisiertem Leoparden
2013 wurde ein Projekt für den Persische Leoparden ins Leben gerufen. Das Projektgebiet befindet sich im Tandoureh Nationalpark im Nordosten des Irans an der Grenze zu Turkmenistan.

Seit Projektbeginn wird am Auf- und Ausbau eines Beobachtungsprogrammes gearbeitet, das auch verschiedene lokale Naturschützer, Tierärzte sowie die Bevölkerung vor Ort mit einbezieht. Dabei geht es in erster Linie um die demografische Entwicklung der Leopardenpopulation sowie deren Gesundheitszustand. Mit Hilfe von Beobachtungsmeldungen und Kamerafallen werden die Leopardenbestände überwacht, einzelne Leoparden werden gefangen, narkotisiert und mit GPS Halsbändern ausgestattet, um sie mittels Satelliten-Telemetrie zu verfolgen und mehr über ihre Lebensweise zu erfahren. Dabei entnehmen die Tierärzte den schlafenden Katzen auch Probematerial, wie Blut, Kot oder Gewebe für tierärztliche und genetische Untersuchungen.

Um das Projekt durchzuziehen, ist es erforderlich, die lokalen Tierärzte, aber auch die Bevölkerung allgemein, insbesondere die Tierhalter, aufzuklären und zu schulen. Für die lokalen Tierärzte sind sowohl theoretische Kurse als auch praktische Übungen geplant. Dabei soll es vorwiegend um Präventionsmaßnahmen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von infektiösen Erkrankungen gehen.Darauf aufbauend sollen spezielle Beratungsprogramme für Tierhalter und Jäger in den jeweiligen Dorfgemeinschaften angeboten werden mit dem Ziel, das Wissen über die Leoparden und den Nationalpark in allen Bevölkerungsschichten deutlich zu verbessern und auch per Fernsehdokumentation in die Welt zu tragen.Denn nur durch Aufklärung und Prävention in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort können diese stark gefährdeten Persischen Leoparden besser geschützt werden.

Literatur und Internetquellen:

Der Leopard - Zootier des Jahres 2016  
IUCN Cat Specialist Group
Status of the Leopard in the Caucasus
 

Leopardenschutz im Kaukasus

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Erforschung und Schutz des  Sri Lanka-Leoparden (Panthera pardus kotyia)

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Sri Lanka-Leopard im Yala-Nationalpark © Jürg Völlm, Basel
Der Sri Lanka-Leopard (Panthera pardus kotiya) ist namentlich dadurch gefährdet, dass seine Lebensräume aufgrund von Straßenbau, Zersiedlung oder Ausbau großer Teeplantagen schwinden und er Nachstellungen durch den Menschen zum Opfer fällt. Seit 1996 gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm und 2001 wurde ein langfristiges Forschungs. und Schutzprojekt auf Sri Lanka in Angriff genommen. Es begann mit der Erfassung der Leopardenpopulation auf der gesamten Insel. Dafür wurden und werden Kotproben von Leoparden gesammelt und genetisch untersucht. So kann ermittelt werden, welche Gebiete der Insel von  Leoparden besiedelt sind und ob sich bereits Sub-Populationen gebildet haben, weil kein genetischer Austausch zwischen einzelnen Gebieten mehr stattfindet. In Kenntnis der Situation können dann geeignete Schutzmaßnahmen (z.B. Aufforstung von Waldkorridoren) für die Tiere erarbeitet werden.

Des Weiteren beschäftigt sich das Projekt mit Konflikten zwischen Menschen und Leoparden. Vor allem in Regionen, wo Teeplantagen und Dörfer an die Naturschutzgebiete grenzen, treffen Leoparden immer wieder auf Menschen und ihre Haustiere. Hier In werden Kamerafallen aufgestellt  und Leoparden mit Telemetrie-Halsbändern ausgestattet, damit verfolgt werden kann, wie sich einzelne Leoparden verhalten und wo es eventuell zu Konflikten kommt. Aufklärung der Bevölkerung bildet eine Grundlage auf der mit allen Beteiligten geeignete Lösungen bzw. vorbeugenden Maßnahmen gesucht werden können, die Menschen und Leoparden ein problemloseres Nebeneinander ermöglichen.

Der weitere Abschuss von Leoparden oder das teilweise auch ungewollte Fangen und Töten der Tiere mittels Schlingen und Fallen soll durch Aufklärung verhindert werden. Durch den Einsatz von Leoparden-Wachposten werden z. B. Dorfgemeinschaften informiert, wenn ein Leopard in der Nähe ist. Andere geeignete Schutzmaßnahmen wie z.B. das nächtliche Einsperren der Haustiere werden empfohlen.

Literatur und Internetquellen:

Der Leopard - Zootier des Jahres 2016
IUCN Cat Specialist Group
Sri Lanka Wilderness and Wildlife Conservation Trust

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Erforschung und Schutz des Java-Leoparden (Panthera pardus melas)

Auf Java wurde Pionierarbeit geleistet, da keinerlei Informationen über die Leopardenpopulation existieren. Zunächst galt es per Kamerafallen die Leopardenpopulation zu erfassen und mittels Untersuchungen von Kotproben Aussagen über deren Beutetiere zu erlangen. Bis Februar 2017 konnten 20 Kamerafallen im Gunung Sawal Wildlife Reserve angebracht und Daten erhoben werden. Die Auswertung der Fotos führte zur Identifikation von  6 Leoparden im Reservat. Ferner wurden 17 weitere Tierarten festgestellt, von denen 12 potenzielle Beutetiere für den Javaleoparden darstellen.

Auch wurde Kontakt mit der örtlichen Bevölkerung, den Parkrangern, sowie verschiedenen lokalen Organisationen aufgebaut, aus denen neue Erkenntnisse über die Angewohnheiten der Wildkatzen und den daraus resultierenden Konflikten vor Ort gewonnen werden. Anhand verstärkter Aufklärung der Bevölkerung soll eine Bedrohung für die Leoparden durch den Menschen minimiert und hilfreiche Ratschläge für das nicht immer komplikationsfreie Zusammenleben mit den gefährdeten Wildkatzen gegeben werden.

Literatur und Internetquellen:

Zootier des Jahres 2016 - Infopost April 2017

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Tierart-Datenblatt: Leopard (Panthera pardus)

Lebensräume: Subtropische Wüsten und Halbwüsten; Trockenwälder und Savannen Vorderindiens; Indomalaiischer Archipel

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Sonntag, 22 März 2015 21:21

Pandaschutz in Sikkim

Erforschung und Schutz des Kleinen Panda in Sikkim

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Kleiner Panda (Ailurus fulgens im Pangolakha-Schutzgebiet © B. K. Sharma

 

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Lebensraum des Kleinen Pandas: Tannen-Rhododendronwald in 4000 m Höhe. Kangchendzonga-Schutzgebiet, Sikkim © Axel Gebauer,

 

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Mitarbeiter des WWF und lokaler Organsiationen bei Feldstudie © Axel Gebauer

 

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Bildungsprogramm an Schulen - Plakatwettbewerb © S. Ziegler, WWF

 

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Pandabälge werden zu Mützen verarbeitet © Peter Oxford

Mit finanzieller Unterstützung des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. und verschiedener seiner Mitgliedzoos und in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Forst-, Umwelt- und Wildtiermanagement (FEWMD) der Regierung von Sikkim hat der WWF 2006 eine Studie initiiert, die darauf abzielte, das potenzielle Verbreitungsgebiet und den Populations-Status des Roten Panda in Sikkim zu beschreiben und zu bewerten. Dazu wurde zunächst eine Klassifizierung der Landnutzung des Bundesstaates durchgeführt, um Aussagen über den potenziell zur Verfügung stehenden Lebensraum des Roten Panda treffen zu können. Des Weiteren wurden feldbiologische Studien unternommen, um Informationen über Lebensraumansprüche und Bestandsdichte der Katzenbären zu erhalten. Mittlerweile ist daraus ein Programm geworden, das immer noch weitergeführt und ausgedehnt wird.

Von Mai 2007 bis Januar 2009 wurden in vier Schutzgebieten (Barsey Rhododendron Sanctuary, Pangolakha Wildlife Sanctuary, Kyongnosla Alpine Sanctuary und Fambong Lho Wildlife Sanctuary) feldbiologische Untersuchungen durchgeführt. Diese Feldstudien und Analysen haben den Bestand an Roten Pandas in Sikkim auf 225 bis 378 erwachsene Tiere geschätzt, die sich auf etwa 51% der Landfläche Sikkims verteilen. Um Bestand und Fortpflanzung dieser wenigen Individuen zu sichern, werden fortwährend weitere Maßnahmen vor Ort auf den Weg gebracht. Der Verband der Zoologischen Gärten und seine Mitgliedzoos unterstützen dieses Projekt regelmäßig.

Leider konnte im Pangolakha Wildlife Sanctuary kein Nachweis von Kleinen Pandas erbracht werden. Vermutlich ist dies auf das massenhafte Absterben von Bambus-Futterpflanzen zurückzuführen. Die Regeneration des Bambus wird daher künftig beobachtet. Verwilderte Hunde sind neben dem Lebensraumverlust eine der Hauptbedrohungen für Rote Pandas. Daher wurden besonders empfindliche Regionen identifiziert, in denen gegen verwilderte Hunde vorgegangen werden soll, und in der Folge damit begonnen, die Hunde zu sterilisieren. In Workshops wird zusätzlich das Bewusstsein von Lokalbevölkerung und Regierungsbediensteten für die Bedrohung der Pandas durch verwilderte Hunde und andere Gefahren geschärft. Informiert wurden zum Beispiel 60 Mitarbeiter der Indischen Grenzschutzpolizei, die für Sicherheit in den Grenzregionen sorgen und gegen Schmuggel und andere illegale Aktivitäten vorgehen. An zehn Schulen wurde in Zusammenarbeit mit dem Himalaya Zoo in Ganktok ein Umweltbildungsprogramm durchgeführt.

Auch sonst ist der Einbezug der lokalen Bevölkerung wichtig. 2013 konnte  wurde nach intensiver Feld- und Lobbyarbeit ein neues Gemeindeschutzgebiet für den Kleinen Panda geschaffen, die 85 km2 große Pangchen Lakhar Community Conserved Area, wo nicht nur eine gesunde, sich fortpflanzende Panda-Population besteht, sondern auch andere  seltene Tiere wie Leoparden und Kragenbären vorkommen.

Tierart-Datenblatt: Kleiner Panda (Ailurus fulgens)

Lebensraum: Gebirge Süd- und Südostasiens

 

Literatur:

ZIEGLER, S., GEBAUER, A., MELISCH, R., SHARMA, B.K., GHOSE, P.S., CHAKRABORTY, R. et al. (2010)

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Mittwoch, 06 März 2013 21:31

DOLLINGER, P. (2010a)

Ziele und Aufgaben der Zoos heute

In: Burhenne, V. ,ed.: Zoogeschichte(n) – wilde Tiere für Europa. 128-143. Münster.

Volltext:

Der Begründer der Tiergartenbiologie, der Schweizer Tierpsychologe und Zoodirektor Heini HEDIGER (1973) wies dem modernen Zoo vier Hauptaufgaben zu: Erholung, Belehrung, Forschung und Naturschutz. Er umschrieb diese wie folgt:

  1. Ein Zoo muss der Bevölkerung als Erholungsraum dienen. Er bildet einen psychohygienisch höchst wichtigen Bestandteil des menschlichen Großstadt-Biotopes.
  1. Er hat die volkstümliche Belehrung des breiten Publikums zu fördern. Der europäische Fischotter wird nur deswegen ausgerottet, weil Generationen von uns eingehämmert worden ist, der Fischotter sei der schlimmste Feind der Fischerei, was nachweislich falsch ist….
  1. Ein Zoo hat seinen Tierbestand auch wissenschaftlich auszuwerten und sich an der Forschung aktiv zu beteiligen, und zwar nicht nur hinsichtlich der Rezepte für die optimale Haltung und Züchtung bestimmter bevorzugter Arten, sondern auch im Hinblick auf die weit reichenden Folgen der «Umkehr des Lebensraumes», d. h. der noch viel zu wenig beachteten Tatsache, dass die Wildtiere aus ihren ursprünglichen Biotopen durch die fortschreitende Technik immer mehr verdrängt werden, in immer größerer Zahl aber in den Metropolen in Neo-Biotopen und Parkarealen gehalten werden.
  1. Der Zoo muss sich in den Dienst des Naturschutzes stellen, u. a. auch durch Asylgewährung an bedrohte Tierarten und deren Wiedereinbürgerung.

HEDIGERs Sichtweise prägt das Selbstverständnis der Zoos bis heute (RÜBEL, 2003; ALTHAUS, 2005; SCHRATTER, 2008). Allerdings hat eine gewisse Verschiebung der Gewichtung stattgefunden. Für die Gründung der bürgerlichen zoologischen Gärten im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Aspekt der Erholung ausschlaggebend. Heute legitimieren sich die Zoos hauptsächlich dadurch, dass sie den Naturschutzaspekt in den Vordergrund rücken. Den Boden für diese Entwicklung hat zweifellos Bernhard GRZIMEK gelegt , der nicht nur – wohl als erster Zoodirektor - einen erheblichen Teil seiner Zeit dem in situ-Naturschutz widmete, sondern seine Naturschutzaktivitäten durch Bücher, wie „Serengeti darf nicht Sterben“ (GRZIMEK, 1959) und seine Fernsehsendungen auch ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit brachte.

Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie 1993

Programm wurde die Priorität der Naturschutzaufgabe durch die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie des Internationalen Zoodirektorenverbandes (IUDZG/CBSG, 1993). Diese altehrwürdige Organisation, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hatte, befand sich um 1990 in einer Krise. Vom früheren Leistungsausweis war wenig übrig geblieben und es erwuchs ihr ein Konkurrenzdruck durch neue, sehr aktive Zoo-Organisationen auf nationaler oder kontinentaler Ebene. Die IUDZG stand deshalb vor der Alternative „Change or become extinct“. Sie entschloss sich für das Weitermachen und leitete eine Reihe von Veränderungen ein, die innerhalb eines Jahrzehnts aus einem – oft als „Old Boys Club“ belächelten - Zoodirektorenverein den heutigen Welt-Zoo- und Aquarienverband (WAZA) mit institutioneller (statt persönlicher) Mitgliedschaft, professioneller Geschäftsstelle und umfangreichem Aufgabenkatalog machten und die regionalen Verbände in das System integrierten, so auch den Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. (VDZ).

Die Daseinsberechtigung der Zoos wurde damals zunehmend von Tierschützern und Tierrechtlern infrage gestellt, was bald einmal auch die Haltung von Naturschutzverbänden, Politikern und der Verwaltung beeinflusste und sich in einer Gesetzgebung niederschlug, die von tiefem Misstrauen gegen die Zoos geprägt war (POLEY, 1993). Unter Führung des erneuerten Internationalen Zoodirektorenverbandes sollten sich die Zoologischen Gärten daher weg von der Tiersammlung hin zum Naturschutzzentrum entwickeln und dadurch neues Ansehen gewinnen. Die von der IUDZG auf der Grundlage der Welt-Naturschutzstrategie „Caring for the Earth“ (IUCN/UNEP/WWF, 1991) entwickelte Strategie sollte dafür als Leitlinie dienen.

Die Strategie von 1993 wandte sich auch an ein breiteres Publikum, indem sie die Geschichte der Zoos darstellte, statistische Informationen lieferte und die Aufgaben der modernen Zoos im Sinne HEDIGERs erläuterte, wobei sie dem Naturschutz oberste Priorität einräumte. Sie sah den durch die Zoos zu betreibenden Naturschutz vor allem als ex situ-Aktivitäten, nämlich Erhaltungszucht, Information, Motivation und Forschung. Die Zoos sollten eine Funktion als Arche Noah wahrnehmen und eine Zeitbrücke bauen. Tierarten sollten also im Zoo (ex situ) solange überleben können, bis sich die Lage in ihrem natürlichen Lebensraum (in situ) so weit gebessert hätte, dass eine Wiederansiedlung möglich wäre. Bestandesplanung, Methoden der nachhaltigen Zucht und künstliche Vermehrungstechniken nahmen daher einen breiten Raum ein.

Die Zoogemeinschaft nahm die Strategie, die bald einmal durch das Dokument “Zoo Future 2005” (IUDZG-WZO, 1995) ergänzt wurde, wohlwollend auf, und eine Entwicklung, die bereits in den 1980er Jahren eingesetzt hatte, wurde dadurch beschleunigt. Die Einrichtung zoopädagogischer Dienste wurde Standard in allen größeren Zoos. Das im Rahmen des Europäischen Zoo und Aquarienverbandes EAZA 1988 gegründete Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) nahm rasch an Umfang und Bedeutung zu und umfasste im Oktober 2008 koordinierte Zuchtprogramme für 172 Tierarten. Und schon bald einmal konnten Wiederansiedlungsprojekte in Angriff genommen werden, deren Erfolg all jene Zoogegner Lügen strafte, die behauptet hatten, in Gefangenschaft geborene Tiere seien für ein Leben in freier Wildbahn nicht geeignet.

Die Welt-Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie 2005

Nachdem die Wirklichkeit die alte Welt-Zoo-Naturschutzstrategie in manchen Bereichen überholt und sich auch das politische Umfeld geändert hatte (Biodiversitätskonvention, Agenda 21), beschloss der Weltverband der Zoos und Aquarien 2001 eine neue Strategie zu entwickeln. Diese war geleitet von der Erkenntnis, dass Naturschutz nicht mehr im Elfenbeinturm stattfinden könne, sondern dass auch sozioökonomische Aspekte berücksichtigt und insbesondere die lokale Bevölkerung eingebunden werden müsste. Auch war der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Zeitbrücke vielfach funktioniert hatte und es mittlerweile Wiederansiedlungsprogramme für über 200 Arten gab, und dass sich Zoos und Aquarien nicht mehr darauf beschränkten, einfach Tiere zur Verfügung zu stellen oder Geld für Naturschutzorganisationen zu sammeln und diesen die Ausführung der Projekte zu überlassen, sondern dass sie mehr und mehr selbst im in situ-Naturschutz tätig wurden.

Für den Entwurf eines jeden Kapitels der neuen Strategie wurde eine eigene Arbeitsgruppe bestimmt, und insgesamt leisteten rund 300 Fachleute einen Beitrag zu dem Dokument. Dies verlängerte zwar den Prozess, erhöhte aber zweifellos die Akzeptanz des Endproduktes, das 2005 gleichzeitig auf Englisch und Deutsch veröffentlicht wurde (WAZA 2005).

Die neue Strategie erkennt an, dass es nach wie vor Interessengruppen gibt, die der Haltung von Wildtieren in Menschenhand feindlich gegenüberstehen, und stellt fest, dass Zoos und Aquarien ihre Naturschutzaufgaben nur wahrnehmen können, wenn sie sich dieser Opposition direkt stellen. Berechtigte Kritik müssen sie annehmen; sie müssen besser werden und ihre Aktivitäten so darstellen, dass die Öffentlichkeit sie unterstützt. Sie müssen deutlich machen, dass Zoos und Aquarien eine Naturschutzaufgabe wahrnehmen und gleichzeitig hohe Standards für das Wohlbefinden der Tiere einhalten. Die Strategie strebt an, dass Zoos und Aquarien durch konsequentes Wahrnehmen ihrer Möglichkeiten eine der stärksten Kräfte im weltweiten Naturschutz werden. Das Zauberwort dazu heißt „Integration“, was bedeutet, dass alle Tätigkeiten der Zoos und Aquarien stärker vernetzt und in Beziehung zu nachhaltigen Feldprojekten und in situ-Programmen gesetzt werden sollen.

Naturschutz wird so als durchgängiges Prinzip definiert. Ferner müssen die Werte Nachhaltigkeit sowie Sozial- und Umweltverantwortlichkeit Grundlage der Philosophie jeder Institution sein. Von den Zoos wird gefordert, dass sie ständig daran arbeiten, die Wahrnehmung ihrer vier Hauptaufgaben zu verbessern, und dass sie nachhaltige, energiesparende Verfahren im Betrieb und beim Bauen anwenden und diese „grünen“ Praktiken ihren Besuchern erklären, dass sie die Besucher über die Bedrohung von Arten und Lebensräumen sowie über Schutzmaßnahmen der Zoowelt und anderer Organisationen informieren und klar machen, was die Tierhaltung im Zoo mit Naturschutzprojekten vor Ort zu tun hat, dass sie durch Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung beitragen und die Besucher und die breite Öffentlichkeit in die Debatte über die vielseitigen Gründe der Bedrohung von Lebensräumen und Arten in freier Wildbahn einbeziehen, sie motivieren und versuchen, ihre Unterstützung zu gewinnen, dass sie versuchen, auch die Souvenirläden und die Gastronomie in Naturschutzprogramme einzubinden – zum Beispiel durch den Verkauf von Kunsthandwerk aus Naturschutzgebieten, um mit den Einnahmen die lokale Bevölkerung zu unterstützen.

Der Zoo als Tierhaltungsbetrieb

Währenddem es früher Ziel der Zoologischen Gärten war, möglichst artenreiche Kollektionen zu zeigen, ist in den letzten Jahrzehnten ein klarer Trend zur Reduktion der Tierbestände zu beobachten. Im Gegenzug wurden Gehege zusammengelegt, vergrößert und tiergerechter eingerichtet, Programme zur Verhaltensanreicherung entwickelt und das Leben vieler Zootiere durch die Gemeinschaftshaltung mehrerer Arten interessanter gestaltet. Maßgeblich hiefür sind die ethischen Richtlinien des Weltverbandes der Zoos und Aquarien (WAZA), die verlangen, dass alle Gehege so groß und so ausgestattet sein müssen, dass sie ein natürliches Verhalten zulassen und dass den Tieren Rückzugsmöglichkeiten und, wo erforderlich, Abtrenngehege zur Verfügung stehen. Für viele Tierarten gibt es zudem konkrete Haltungsrichtlinien, die vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) herausgegeben wurden und die zumeist erheblich über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegen. Denn nur wenn die Zoos ihre Tiere optimal halten, können sie als Naturschutzeinrichtungen glaubhaft sein. Ebenfalls entsprechend den WAZA-Richtlinien bemühen sich die Zoos, wo immer möglich Neuanschaffungen auf in menschlicher Obhut zur Welt gekommene Tiere zu beschränken. Bei Arten, für die es Erhaltungszuchtprogramme gibt, ist der Rat des Zuchtkoordinators für die betreffende Art einzuholen.

Anders als früher sehen die Zoos heute davon ab, möglichst viele Tiere zu züchten, denn die Fortschritte in Tierhaltung und Zootiermedizin haben dazu geführt, dass die Lebenserwartung im Zoo meistens höher ist, als in freier Wildbahn. Es braucht somit weniger Nachzuchttiere, um den eigenen Bestand zu erhalten, und die Platzierung in anderen Haltungen ist oft schwierig, weil dafür nur Einrichtungen infrage kommen, die über geeignete Unterbringungsmöglichkeiten verfügen. Zoos sehen sich deshalb immer wieder dem Problem gegenüber, dass sie Jungtiere nicht an einen guten Platz vermitteln können und sie deswegen einschläfern oder schlachten müssen. Das Töten solch „überzähliger“ Tiere ist naturgemäß wenig populär und seine Notwendigkeit dem Publikum nur schwer zu vermitteln. Durch Haltungsmaßnahmen, wie das vorübergehende Trennen männlicher und weiblicher Tiere oder durch chirurgische oder pharmakologischen Empfängnisverhütung, versuchen die Zoos daher, die Zahl der nicht platzierbaren Tiere gering zu halten. Aber es muss dem Publikum auch klargemacht werden, dass eine zu starke Einschränkung der Geburtenrate nicht nur negative verhaltensbiologische Aspekte hat, sondern letztlich auch keine nachhaltige Zucht zulässt, und dass, ausgehend von einer Naturschutzvision der Zoos, die Nachhaltigkeit im Einsatz von Ressourcen und die Erhaltung der Biodiversität die höhere Priorität haben muss als die Erhaltung von einzelnen Individuen (RÜBEL, 2003). Die Leute müssen verstehen, dass auch in der Natur viel mehr Jungtiere geboren werden, als zur Fortpflanzung gelangen, und dass die nicht zur Erhaltung der eigenen Art nötigen Tiere im Nahrungskreislauf landen und damit zur Erhaltung anderer Arten beitragen.

Der Zoo als Freizeiteinrichtung

Jedes Jahr besuchen In Deutschland rund 60 Millionen Menschen einen Zoo, Tierpark, Wildpark, Vogelpark oder ein Schauaquarium. Damit gehören diese Wildtierhaltungen zu den bedeutendsten Freizeiteinrichtungen. Die Zoos brauchen diese Besucherzahlen, um wirtschaftlich zu arbeiten und weil sie ihren Aufgaben umso besser nachkommen können, je mehr Leute sie erreichen. Damit dies so bleibt, müssen sie sich ständig erneuern, ein gutes Angebot sichern und ein gutes Marketing betreiben.

Die lebenden Tiere in naturnaher Umgebung sind die Motivatoren der Besucher, mit denen der Zoo seine Ziele zu erreichen sucht. Eine moderne, naturnahe Tierhaltung, ist dabei entscheidend (RÜBEL, 2003). Diese muss nicht nur die Bedürfnisse der Tiere möglichst optimal befriedigen, sondern auch der Wahrnehmung des Publikums Rechnung tragen. Ein schwer vergitterter Affenkäfig mag den Tieren zwar sehr viel mehr Klettermöglichkeiten bieten als ein Gehege mit Glasabsperrung oder Wassergraben. Das Gitter vermittelt jedoch den Eindruck eines Gefängnisses und wird daher vom Publikum viel weniger akzeptiert.

Durch die Begegnung mit Tieren will der Zoo die Besucher für die Belange des Natur- und Artenschutzes motivieren, getreu dem VDZ-Motto „Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen“. Begegnungen sind umso eindrücklicher, je unmittelbarer sie sind. Bei Tieren, die keine Gefahr für den Menschen darstellen, bietet es sich daher an, das Gehege für das Publikum begehbar zu machen. In großen Ökosystemhallen, in denen der Besucher den Eindruck hat, sich in einer exotischen Landschaft zu bewegen („habitat immersion“), wo die Tiere aber nicht leicht zu beobachten sind, hat sich der Einsatz von Zoo-Rangern bewährt, welche auf die Tiere aufmerksam machen und Erklärungen zu den einzelnen Arten abgeben können. Auch kontrollierte Fütterung durch die Besucher hat einen hohen Erlebniswert und ist bei manchen Tierarten durchaus vertretbar, gegebenenfalls unter unmittelbarer Überwachung durch das Zoopersonal.

Der Zoo als Lernort

Bildung ist eine zentrale Aufgabe der Zoos und wird als solche explizit in der Agenda 21 der Vereinten Nationen genannt. Zoos und Aquarien sind lebende Klassenzimmer, in denen Besucher emotional angesprochen und auf angenehme Art mit biologischen Phänomenen vertraut gemacht werden. Menschen aller Altersgruppen, die einen Zoo oder ein Aquarium besuchen, sollen den Tierbestand durch Entdecken und Staunen über die Vielfalt der Natur erfahren. Dabei soll ihnen ein allgemeines biologisches Wissen vermittelt werden, das sie die Zusammenhänge im Naturschutz verstehen lässt. Einen hohen Stellenwert hat die Arbeit mit Schülern. Größere Zoos betreuen daher Jahr für Jahr Hunderte von Schulklassen. In vielen Zoos finden auch Vorlesungen für Studenten und Volkshochschüler statt. Neben dem formalen Unterricht wird Wissen auch informell dem allgemeinen Publikum vermittelt. Die zoopädagogischen Dienste brauchen eine große methodische Kompetenz, um alle unterschiedlichen Besucher zu erreichen. Durch den Gebrauch des Internets können auch Menschen angesprochen werden, die nicht in den Zoo gehen.

Der Zoo als Forschungsstätte

Zoos haben die Möglichkeit, ihren Tierbestand für Forschung zu Gunsten des Naturschutzes einzusetzen und eine Plattform zu bilden, auf der sich Wissenschaftler und Besucher austauschen können. Diese Möglichkeiten werden allerdings noch nicht überall voll ausgeschöpft. Der VDZ fordert deshalb, dass alle seine Mitglieder Forschungsinitiativen im Naturschutz unterstützen und dass sie Mittel für Forschungsvorhaben sammeln, und die EAZA hat vor kurzem ein Strategiepapier herausgegeben, um die Situation zu verbessern (REID et al., 2009).

Hausinterne Forschung in Zoos kann auch zu neuen Erkenntnissen führen, die für die eigene Institution wichtig sind, wie etwa Untersuchungen in den Bereichen Tierhaltung, Besuchervorlieben oder zoopädagogische Methoden. Im Falle der Veterinärmedizin sind die Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz insofern gut situiert, als die meisten von ihnen über fest angestellte Zootierärzte verfügen, die nicht nur kurativ tätig sind, sondern auch die Zeit und Gelegenheit haben, sich vertieft mit zootiermedizinischen Problemen zu befassen und entsprechende Arbeiten zu veröffentlichen.

Ebenso wichtig ist, dass die Zoos externen Forschungsgruppen Zugang zu Materialien und Tieren für Untersuchungen in verschiedenen Fachgebieten anbieten. Neben den Universitäten sind es im deutschsprachigen Raum vor allem Leibniz-Institute (namentlich das IZW Berlin), mit denen die Zoos zusammenarbeiten. Eine neue Dimension der Zusammenarbeit eröffnet das 2008 von der Fraunhofer-Gesellschaftins Leben gerufene Projekt „CRYO-BREHM“, in dessen Rahmen aus verschiedensten Geweben von Wildtieren Stammzellen isoliert und bei -145°C aufbewahrt werden - ein Schatz für den Artenschutz, die Forschung und eine spätere Nutzung zum Wohle der Menschheit.

Der Zoo als Naturschutzzentrum

Die Möglichkeiten der Zoos, sich als Naturschutzzentren zu betätigen, sind in ihrer Vielfalt einzigartig: Nur Zoos können Millionen von Menschen motivieren und informieren, Tiere züchten, sie für Auswilderungsprojekte zur Verfügung stellen, sowie ihr Gelände – die 47 VDZ-Zoos in Deutschland bedecken zusammen immerhin eine Fläche von etwa 1050 Hektar - ökologisch aufwerten und dadurch Lebensraum für einheimische Arten schaffen. Dazu können sie in Umweltbildung und -forschung tätig sein, Geld für den Naturschutz sammeln, ihre Einrichtung nach „grünen“ Grundsätzen betreiben, sowie Schutzprojekte finanziell, materiell und personell unterstützen oder selbst durchführen (DOLLINGER, 2005).

Als Beispiel mag das gemeinsame Amphibienschutzprogramm der Zoos und Privathaltern im deutschsprachigen Raum dienen, dessen Grundlage 2007 mit einem Amphibienkurs in Chemnitz gelegt wurde (DOLLINGER, 2008). An diesem Kurs wurden Vertreter von Zoos, Tier- und Wildparks und der Berufsverbände über das weltweite Amphibiensterben informiert und motiviert, sich der Problematik anzunehmen. In der Folge wurde das erworbene Wissen nach dem Schneeballsystem weitergegeben, indem Kurse für Kuratoren, Wildparkleiter, Zootierärzte, Zoopädagogen und Zootierpfleger organisiert wurden. Eine Reihe von Zoos erstellte neue Anlagen für Amphibien oder wertete bestehende auf. Für bislang elf Arten wurden langfristige Zuchtprogramme in die Wege geleitet. Zahlreiche Zoos, Tier- und Wildparks begannen mit lokalen Naturschutzorganisationen zusammenzuarbeiten, um gefährdete Amphibienlebensräume in ihrer Umgebung zu erhalten. In Einzelfällen ging dies mit Wiederansiedlungsprojekten einher. Einige Zoos beteiligten sich an Amphibienschutzprojekten in Ländern der Dritten Welt oder engagierten sich in Forschungsvorhaben. Amphibien wurden ein Thema für die Zooschulen. In einer Auflage von 20'000 Exemplaren wurde dazu ein Lehrmittel herausgegeben (BIRTSCH et al., 2008). Im Rahmen des von WAZA ausgerufenen Jahres des Frosches wurden Poster ausgestellt, Spenden und Unterschriften gesammelt, und über die Internetauftritte des VDZ und einzelner Zoos konnte ein weiteres Publikum erreicht werden.

Der Zoo als Wirtschaftsfaktor

Ein Aspekt des Zoos, der häufig übersehen wird, ist seine Rolle als Wirtschaftsfaktor. Zoos schaffen Arbeitsplätze. Allein die VDZ-Zoos geben rund 4000 Menschen Lohn und Brot. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze in angeschlossenen Betrieben, wie den Zoogaststätten. Von der Wertschöpfung der Zoos profitieren aber auch Dritte, sei es als Zulieferer oder durch Ausgaben der Besucher auf der An- und Abreise. Der Natur- und Tierpark Goldau in der Schweiz hat errechnet, dass seine Wertschöpfung etwa das Drei- bis Vierfache seines Jahresbudgets beträgt und dass von den erzeugten Geldflüssen insbesondere die Standortregion profitiert (WEBER, 2008).

Anders als viele andere kulturelle Einrichtungen müssen die meisten Zoos ihre beträchtlichen Betriebskosten ganz oder zum größeren Teil selbst erwirtschaften. Weil sie dazu Eintrittsgelder erheben, wird ihnen häufig unterstellt, sie seien kommerzielle Einrichtungen. Dies trifft aber für die große Mehrheit der im VDZ organisierten Zoos nicht zu, denn diese werden vom Land oder von Kommunen betrieben, sind gemeinnützige Gesellschaften und als solche oft im Besitz der öffentlichen Hand oder sie gehören Stiftungen oder Vereinen. Relativ wenige könnten von ihrer Rechtsform her Profit machen. Diese fahren aber oft Defizite ein oder reinvestieren den Profit in vollem Umfang in das Unternehmen. Wenn Zoos im gleichen Ausmaß subventioniert würden, wie zum Beispiel städtische Theater, könnten sie getrost auf Eintrittsgebühren verzichten.

Was ist ein guter Zoo?

Die Zoos der Alpenregion haben sich zur Frage „Was ist ein guter Zoo?“ ihre Gedanken gemacht und diese wie folgt zusammengefasst:

Ein guter Zoo ist ein Zoo,

  • in dem sich die Tiere, die Besucher und das Personal wohl fühlen,
  • der wirtschaftlich und nachhaltig arbeitet, und
  • der dem Tier-, Natur- und Artenschutz verpflichtet ist und die Empfehlungen der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie bestmöglich umsetzt.

In diesem Sinne sollte es Ziel eines jeden Zoos sein, seine Aufgaben so wahrzunehmen, dass ihm das Prädikat „Guter Zoo“ gebührt!

Literatur:

Althaus, Thomas (2005). Naturschutzaktivitäten der Zoos aus externer Sicht – Aufwand und Nutzen. Verh.-Ber. 2. Rigi-Symposium – Die Bedeutung der Zoos für den Naturschutz. Goldau-Rigi, 17.-19.2.2005: 61-63.

Birtsch, Jürgen & Wolters, Jürgen (2008). Sei kein Frosch – Hilf uns! Materialien und Hintergründe zum weltweiten Amphibiensterben. Stiftung Artenschutz, Münster.

Dollinger, Peter (2005). Die WAZA – eine Naturschutzorganisation? Verh.-Ber. 2. Rigi-Symposium – Die Bedeutung der Zoos für den Naturschutz. Goldau-Rigi, 17. – 19.02.2005: 64-67.

Dollinger, Peter (Hrsg., 2008). Amphibien brauchen unsere Hilfe. Verhandlungsbericht des Amphibienkurses, Chemnitz, 27.-30. Juni 2007. WAZA-Geschäftsstelle, Bern.

Dollinger, Peter (2008). Editorial. Verh.-Ber. 3. Rigi-Symposium – Was ist ein guter Zoo?. Goldau-Rigi, 28.02. – 01.03.2008: 5-7.

Grzimek, Bernhard (1959) Serengeti darf nicht sterben – 367'000 Tiere suchen einen Staat. Verlag Ullstein. Berlin, Frankfurt, Wien.

Hediger, Heini (1973). Bedeutung und Aufgaben der Zoologischen Gärten. Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, 118: 319-328.

IUCN/UNEP/WWF (1991). Caring for the Earth – A Strategy for Sustainable Living. Gland, Switzerland.

IUDZG/CBSG (1993). The World Zoo Conservation Strategy – The Role of the Zoos and Aquaria of the World in Global Conservation. IUDZG. ISBN 0-913934-20-8

IUDZG-WZO (1995). Zoo Future 2005 – Formulated at the 1995 Futures Search Workshop of the World Zoo Organization – IUDZG. IUDZG.

Poley, Dieter (1993). Das gesellschaftliche Umfeld der Zoos. In: Poley, D. (Hrsg.) Berichte aus der Arche. Georg Thieme Verlag. Stuttgart. ISBN 3-89373-217-9

Reid Gordon McGregor, Macdonald, A.A., Fidgett, A. L., Hiddinga, B. & Leus, K. (2009). Das Forschungspotential in Zoos und Aquarien – Die Forschungsstrategie der EAZA. Filander-Verlag, Erlangen. ISBN 978-3-930831-70-8

Rübel, Alex (2003). Aufgaben moderner Zoologischer Gärten und Aquarien. Verh.-Ber. 1. Rigi-Symposium – Die Bedeutung von Fortpflanzung und Aufzucht von Zootieren. Goldau-Rigi, 27.02. – 01.03.2003: 23-25.

Schratter, Dagmar (2008). Was ist ein guter Zoo: Innensicht. Verh.-Ber. 3. Rigi-Symposium – Was ist ein guter Zoo). Goldau-Rigi, 28.02. – 01.03.2008: 32-33.

WAZA (2005). Zoos und Aquarien für Naturschutz – Die Welt-Zoo und Aquarium-Naturschutzstrategie. WAZA Geschäftsstelle, Bern. ISBN 3-033-428-8.

Weber, Felix (2008). Value added by a Zoo – The economic relevance of Goldau Animal Park. Proc. 6th Int. Conference on Zoo Marketing and Public Relations, Kwalata 9-12 October 2007: 94-96. WAZA Geschäftsstelle, Bern.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 12:51

MÜLLER, H.P. (2004)

The Re-introduction Project «Beshar el Kheir» at Ain Tijja-Mezguitem in North-east Morocco.

WAZA Magazine Nr. 5: 24-27.

Die letzte Kolonie der westlichen Population des Waldrapps (Geronticus eremita) lebt an der Atlantikküste bei Agadir. Es handelt sich um eine sesshafte Kolonie, d.h. die Vögel ziehen nicht.

Im November 1999 wurde eine Partnerschaftsvereinbarung vom Forstwirtschaftsministerium, einer lokalen Umweltschutz-organisation in Tazekka (ATED), der Arbeitsgemeinschaft Waldrapp (AgW, ein Zookonsortium aus dem deutsch-sprachigen Raum: München, Wien, Tierpark Berlin, Nürnberg und Bern, sowie dem Zoo von Rabat) der marokkanischen Industriegesellschaft Holcim (mit Holderbank) und der Ge-meinde Mezguitem unterschrieben. Die Vereinbarung hatte zum Ziel, in Ain Tijja-Mezguitem, im Nordosten Marokkos, wo der Waldrapp ausgestorben ist, eine Aufzuchtstation einzurichten, darin eine Ex situ-Waldrapp-Population zu halten und zu züchten, um später dort aufgezogene Vögel freizulassen und eine wilde Waldrapp Population aufzubauen, die imstande ist, in ihrer natürlichen Umgebung zu überleben.

Ein wissenschaftliches Gutachten über die Projektregion wurde von Prof. Dr. H. Wiesner, Tierpark Hellabrunn, und Dr. W. Grummt, Tierpark Berlin, erstellt Danach wurde die Station gebaut, die aus zwei 180 m² grossen und über 10 m hohen, durch eine Schleuse miteinander verbundenen Volieren, einer dritten, kleineren Voliere und einem Wirtschaftsgebäude besteht. Als weitere Infrastrukturen wurden ein Informations-zentrum und eine Zapfstelle für Trinkwasser mit Pumpstation und Eselparking erstellt. Im Jahr 2000 wurden die ersten im Zoo gezüchteten Vögel über den Flughafen Casablanca eingeführt und unter tierärztlicher Aufsicht in die Volieren eingesetzt. Im Jahr 2004 kam ein weiterer Import von in Zoos gezüchteten Waldrappen hinzu. Auch ein Informationszentrum wurde gebaut. Das Projekt wird von der lokalen Bevölkerung gut akzeptiert, da es Trinkwasser und Arbeitsplätze liefert. Eine Freilassung von Waldrappen wird nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Ex situ-Population eine bestimmte Grösse erreicht hat, alle Bedingungen erfüllt sind und die marokkanischen Behörden zusammen mit den beteiligten nationalen und internationalen wissenschaftlichen Institutionen ihr Einverständnis gegeben haben.

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Sonntag, 24 Februar 2013 11:11

Feldprojekt - Afrikanischer Elefant

Auf Artniveau wird der Afrikanische Elefant als gefährdet angesehen. Es gibt aber erhebliche regionale Unterschiede: die zentralafrikanischen Bestände gelten als stark gefährdet (ENDANGERED), die Populationen West- und Ostafrikas als gefährdet (VULNERABLE) und jene im südlichen Afrika als nicht gefährdet (LEAST CONCERN). Nebst der nicht-nachhaltigen Elfenbeinjagd tragen Mensch-Elefantkonflikte und die zunehmende Verinselung des Artareals zur Gefährdung bei.

Bau eines Elefantenkorridors von Lewa zum Mount Kenya

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Elefant kreuzt Straße © Lewa Conservancy

 

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Der "Mount Kenya Underpass" führt unter einer dicht befahrenen Straße durch © Lewa Conservancy

 

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Der "Mount Kenya Underpass" wird von den Elefanten fleißig benützt © Lewa Conservancy

 

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Situationsplan

Das Lewa Wildlife Conservancy ist ein 250 km² großes Reservat im Norden Kenias und zugleich UNESCO Weltnaturerbe. Der Zoo Zürich engagiert sich zusammen mit verschiedenen Stiftungen an Projekten zur Minderung des Mensch-Wildtier Konfliktes. Mithilfe von Schutzzäunen wird ein problemloses Nebeneinander von Landwirtschaft und Wildtierschutzgebieten sichergestellt. Von 1998-2019 hat der Zoo Zürich das Schutzgebiet mit 2'565'000 CHF unterstützt.

Ein Projekt, das vom Zoo Zürich gefördert wurde, ist der Bau eines 90'000 US$ teuren Elefanten-Korridors, der vom Mount Kenya Trust und dem Lewa Conservancy gemeinsam mit anderen lokalen Partnern realisiert wurde. Es handelt sich um eine 14 Kilometer lange eingezäunte Schneise, welche die historischen Elefantenwanderungen durch das Lewa Wildlife Conservancy zwischen den Wäldern an den Hängen des Mount Kenya Nationalparks und den im Norden gelegenen Savannen-Reservaten der Samburu-Ebene wieder ermöglicht. Dank dem Korridor wird einerseits der genetische Austausch zwischen den zusehends isolierten Herden gesichert. Andererseits hilft der Korridor mit, den Konflikt zwischen Kleinbauern und Elefanten zu entschärfen, die die Felder der Bauern plünderten. Die Elefanten haben den Korridor, der sie entlang einem Flussbett und mittels einer Unterführung unter einer Nationalstraße hindurch führt, schnell angenommen.

Da in der Unterführung eine Fotofalle installiert ist, konnte festgestellt werden, dass der Korridor im Jahr 2012 384mal, 2013 698mal und 2014 gar 1'069mal von Elefanten - Bullen oder Familiengruppen - benützt worden war. 2018 waren es 774 registrierte Fälle. Eine weitere Unterführung zur Unterquerung einer zweiten Straße wurde 2017 gebaut, ferner wurde stellenweise der Zaun verstärkt.

Literatur und Internetquellen:

  1. Lewa Wildlife Conservancy
  2. Lewa Wildlife Conservancy, Annual Report 2014. 24 Seiten
  3. Mount Kenya Elephant Corridor Final Report Prepared for Zurich Zoo 
  4. Mount Kenya Trust  
  5. Zoo Zürich

Tierart-Datenblatt: Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Lebensraum: Ostafrika, hier Dornsavanne

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx