Samstag, 11 September 2021 15:53

HETZ, S. K. (2017)

Qualzuchten bei Fischen im Heimtierbereich.

Tierärztekammer Berlin

Einleitung:

Unerwünschte Merkmale treten bei der Zucht von Tieren immer wieder auf. Während solche Merkmale in vielen Bereichen eher Nebenprodukte der eigentlichen Zuchtziele sein können, können im Heimtierbereich solche unerwünschten Merkmale  direkt  mit  den Zuchtzielen einhergehen. In  der Aquaristik hat sich für solche Merkmale der Begriff „Qualzuchten“ etabliert. Obwohl die gezielte Zucht von Fischen mit solchen unerwünschten Merkmalen vor allem in anderen Kulturkreisen stattfindet, sollte man sich trotzdem mit dem Thema kritisch auseinandersetzen.


Volltext: https://www.tieraerztekammer-berlin.de/images/qualzucht/Qualzuchten-bei-Fischen-Hetz.pdf

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Samstag, 15 Mai 2021 10:19

BROWNING, H. & VEIT, W. (2021)

Freedom and Animal Welfare.

Animals 2021,11: 1148.
https://doi.org/10.3390/ani11041148

Volltext (PDF)

Simple Summary:

There is an ongoing debate on the ethics of keeping animals in captivity and particularly as to whether freedom matters to their welfare. Freedom is a continuum, and zoo animals are provided with some freedoms that wild animals are not (such as freedom from hungeror disease) but may also lack some freedoms (such as behavioural choice). In this paper, we look at how freedom may benefit animal welfare by allowing them access to the resources they need, as well as through the additional value of a free life itself. In the end, we call for more scientific work on comparisons between the welfare of captive and wild animals, as we cannot guess what is good for animals without conducting research to find out. Knowing more about the welfare of captive and wild animals and how it relates to the amount of freedom they experience will allow us to discover what is important for animal welfare and make decisions that better reflect the animals’ own point of view.

Abstract:

The keeping of captive animals in zoos and aquariums has long been controversial. Many take freedom to be a crucial part of animal welfare and, on these grounds, criticise all forms of animal captivity as harmful to animal welfare, regardless of their provisions. Here, we analyse what it might mean for freedom to matter to welfare, distinguishing between the role of freedom as an intrinsic good, valued for its own sake and an instrumental good, its value arising from the increased abilityto provide other important resources. Too often, this debate is conducted through trading intuitions about what matters for animals. We argue for the need for the collection of comparative welfare data about wild and captive animals in order to settle the issue. Discovering more about the links between freedom and animal welfare will then allow for more empirically informed ethical decisions regarding captive animals.

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Individualtierschutz contra Arterhaltung - Das Dilemma überzähliger Zootiere.

116 Seiten. Verlag Schüling, Münster. ISBN 978-3-86523-213-7.

Inhalt:

Die Euthanasie von drei nicht reinerbigen Sibirischen Tigerwelpen im Jahre 2008 führte zu einer gerichtlichen Verwarnung der zuständigen Mitarbeiter  des Magdeburger Zoos. Es sei  gegen §17 Nr. 1 des Tierschutz-gesetzes verstoßen worden.  Ein nicht unumstrittenes Urteil, wie die Autoren hier darstellen.

Siehe auch Artikel im Deutschen Tierärzteblatt 2012/12: 1700-1702.

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Mittwoch, 04 November 2020 07:56

Wohin die Reise geht

Wohin die Reise geht

Zoos müssen neuem Wissen über die Biologie der Tiere und den sich ändernden Haltungsansprüchen Rechnung tragen. Aus ihrem Selbstverständnis heraus passen sie die Haltungsbedingungen ihrer Tiere an neue Erkenntnisse an, um die wirtschaftliche Grundlage ihrer Existenz zu sichern, gehen sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Bedürfnisse und Wünsche des Publikums ein. Auf dieser und den folgenden Seiten werden einige Aspekte vorgestellt, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind. Absicht ist, Grundlagenwissen zu schaffen, Vorurteilen zu begegnen und Vorgehensweisen der Zoos zu erklären.

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Das älteste Raubtierhaus des Basler Zoos von 1874, erweitert 1901 © Archiv Zoo Basel.

 

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Das zweite Raubtierhaus des Basler Zoos, ein orientalischer Stilbau, aus dem Jahr 1904 © Archiv Zoo Basel

 

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Innovativ, erfolgreich für die Zucht und vielfach imitiert: das dritte Raubtierhaus des Zoo Basel aus dem Jahr 1956 © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Nach 50 Jahren wurde das Basler Raubtierhaus durch die neue Löwensteppe „Gamgoas“ ersetzt, verbunden mit dem Verzicht auf Tiger, Leoparden und verschiedene kleinere Arten © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Barrierefreie Hochgebirgsanlage für Steinwild im Alpenzoo Innsbruck © Alpenzoo

 

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Haltung mehrere Bärenarten auf einer Anlage, Zoo Hannover, 1972 © Peter Dollinger, VDZ

 

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Riesenkängurus auf der ehemaligen Gayal-Anlage im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, VDZ

 

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Volierenreihen in einem kleinen Vogelpark in Rheinland-Pfalz © Peter Dollinger, VDZ

 

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Menagerie Paris - Bärengraben im Originalzustand © Peter Dollinger, VDZ

 

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Menagerie Paris - Bärengraben nach Umgestaltung für Binturongs © Peter Dollinger, VDZ

 

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Mähnenlöwe (Panthera leo) auf der 2001 eröffneten Anlage "Makasi Simba" des Leipziger Zoos © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Viele Anlagen haben sich nach 25-50 Jahren überlebt und müssen ersetzt werden. Dafür, wie dies geschieht, sollen nebenstehende Bilder aus dem Zoo Basel zeigen [3].

In vielen Zoos herrscht nicht nur eine rege Bautätigkeit. Wo immer nötig und möglich, wird auch das Zoogelände erweitert (z.B. Basel-Lange Erlen, Bern, Bremerhaven, Dresden, Goldau, Heidelberg, Innsbruck, Karlsruhe, Krefeld, Landau, Leipzig, Magdeburg, Nordhorn, Osnabrück, Rheine, Wien, Wingst, Wuppertal, Zürich) und dadurch Luft im alten Zooteil geschaffen. Alte Gehege werden umgebaut oder abgerissen und neu gebaut [3]. In einer Veröffentlichung von SHERIDAN [4] wird angegeben, dass in den Jahren 2010-2012 in größeren Zoos im deutschsprachigen Raum insgesamt 28 "major investments" für über 400 Millionen EURO getätigt werden sollen. Das tatsächliche Investionsvolumen ist aber sehr viel höher. Der von SHERIDAN nicht erfasste Tierpark Bern eröffnete 2010/11 Neuanlagen, in die rund 18 Milionen € investiert wurden. Der ebenfalls nicht erfasste Alpenzoo Innsbruck befindet sich seit dem Jahr 2000 in einer Phase des Totalumbaus, der mit einer Zooerweiterung und dem Bau eines Schaubauernhofs begann. 2002 wurde eine große begehbare Waldrappvoliere eröffnet. 2003 bezogen die Wisente und Braunbären neue Gehege. 2005 folgten eine neues Rehgehege und eine Auwaldvoliere. Seit 2006 können sich Besucher und Steinböcke in einer Hochgebirgsanlage unmittelbar begegnen und die Kolkraben bewohnen den Paul-Flora-Rabenturm. 2007 wurde eine wegweisende Großvoliere für Bartgeier und andere Alpentiere eröffnet, 2008 gab es neue Anlagen für Gemsen, Steinadler und Wildkatzen, 2009 drei Volierenkomplexe für Großvögel, Raufussfühner und Eulen. 2010 wurde eine neue Fischotteranlage eröffnet und 2012 folgte ein neuer Gebäudekomplex mit Tierarztpraxis und Groß-Aquarium für einheimische Fische, der allein auf rund 2 Millionen EURO zu stehen kam. 2015 konnte eine neue  Anlage für Birkhühner, Schneehasen und Tannenhäher eröffnet werden, 2018 ein neues Gehege für Baummarder und 2019 eine bis zu 14 m hohe und über 1000 m² große Voliere für Gänse- und Schmutzgeier [1].

Seit dem Jahr 2000 setzt der Zoo Leipzig seinen Masterplan "Zoo der Zukunft" um, der einen Totalumbau des Zoos vorsieht. Im Bauabschnitt I wurden eröffnet: Löwensavanne "Makasi Simba" und Menschenaffenanlage "Pongoland" (2001), das zum Entdeckerhaus Arche umgebaute ehemalige Raubtierhaus und Lippenbärenschlucht (2002), Tiger-Taiga (2003), Kiwara-Savanne und Tüpfelhyänen-Anlage (2004),  Asiatische Freiflugvoliere und Okapianlage 1 (2005), Elefantentempel Ganesha Mandir (2006) und Okapianlage 2 (2008). Die 2. Etappe bildete die Errichtung der Riesentropenhalle Gondwanaland (2007-2011). Im dritten Bauabschnitt (2012-2017) entstanden eine Anlage für Amurleoparden, ein neuer Ausgangsbereich mit begehbarer Flamingovoliere,  die Gemeinschaftsanlage "Kiwara Kopje" für Nashörner, Geparden und Husarenaffen, die Hochgebirgsanlage „Himalaya“ und ein Teil der Südamerikaanlagen. Ab 2018, geplant bis 2022, folgen Feuerland, Sanierung des Aquariums, Asiatische Inselwelt, Anlage für afrikanische Wildhunde, „Sulawesi-Anlage“, Erweiterungen Okapi-Wald und Streichelkral [5].

Weil die neuen Gehege in aller Regel größer sind als die alten, wird die Zahl der gehaltenen Tierarten reduziert. In den letzten 40 Jahren hat die Zahl der durchschnittlich in VdZ-Zoos gehaltenen Tierarten um ein Drittel abgenommen. Besonders augenfällig ist dies bei den Bären: hielten früher auch mittelgroße Zoos 4-5 Bärenarten, so beschränken sie sich heute auf eine oder zwei. Die Abnahme der Vielfalt der gehaltenen Meerkatzenarten ist in ganz Europa dramatisch.

Von den ursprünglich 20 kuchenstückförmigen Außengehegen des Berliner Giraffenhauses wurden jeweils drei bis vier zu einem größeren Gehege zusammengelegt und von den ehemals 20 Huftierarten sind gerade mal vier übriggeblieben, aber diese in schönen Gruppen. Das nach Berliner Vorbild erbaute, jedoch kleinere Giraffenhaus des Basler Zoos machte den gleichen Prozess durch und beherbergt heute nur noch Okapis in einem Doppelgehege sowie Giraffen und Kleine Kudus in einer Gemeinschaftshaltung. Zwischen 1950 und 70 besaß der Tierpark Hellabrunn mit 25 Arten und Unterarten eine der weltweit vielfältigsten Hirschkollektionen. Heute sind zwei Drittel davon Geschichte [3].

Im mit bis vor kurzem nur 9.5 ha flächenmäßig kleinen Heidelberger Zoo wurde seit dem Jahr 2000 die Haltung u.a. folgender Tierarten aufgegeben: Orangutan, Mähnenwolf, Gepard, Amurkatze, Bengalkatze, Ozelot, Europäische Wildkatze, Fennek, Seehund, Breitmaulnashorn, Schabrackentapir, Warzenschwein, Schottisches Hochlandrind, Camarguerind, Gayal. Für einige dieser Arten wurden neue Arten in den Tierbestand aufgenommen, so wird die Nashornanlage jetzt von Roten Riesenkängurus bewohnt und im Menschenaffenhaus lebens jetzt Kattas und Sifakas. In den meisten Fällen wurden aber die frei werdenden Flächen zur Vergrösserung der Gehege für andere, bereits vorhandene Tierarten genutzt, so etwa die alte Tapiranlage für die Riesenschildkröten, die der Hochlandrinder für die Trampeltiere oder jene der Warzenschweine und Fenneks für die Präriehunde.

Am stärksten ist die Reduktion der Artenzahl bei den Vögeln. Legte man früher Wert darauf, drei bis vier Flamingoarten zu zeigen, geht die Tendenz heute zu einer Art pro Anlage, womit sich auch das Problem der Art- und Unterartbastarde erledigt. Viele Volieren für Kleinvögel glichen früher eher einer Zoohandlung: Eine Unzahl von Prachtfinkenarten mit jeweils nur wenigen Individuen pro Art wurden zusammen in einem möglichst funktionell eingerichteten Käfig gehalten, was weder edukativ noch nachhaltig war. Das gibt es heute bestenfalls noch in von Züchtervereinen betriebenen Vogelparks, aber nicht mehr in wissenschaftlich geleiteten Zoos. Auch die umfangreichen Fasanen- und Papageienkollektionen, die früher in langen Reihern gleichförmiger Volieren gezeigt wurden, sind weitgehend verschwunden und haben der Haltung von einigen wenigen, als Beispiele dienenden Arten Platz gemacht [3].

Die Tierbestandsreduktion kann allerding nicht beliebig fortgesetzt werden, denn es gehört zum Leistungsauftrag eines Zoos, die Biodiversität erlebbar zu machen, und dazu bedarf es nun einmal einer gewissen Artenzahl. Oft werden daher Tierarten nicht einfach abgeschafft, sondern größere Tiere werden durch kleinere ersetzt: ein Gehege, das für einen Tiger zu klein ist, vermag einem Ozelot eher eine akzeptable Umgebung zu bieten. Ein zu kleiner Graben mit Betonboden für Großbären wird zu einer ausreichend großen und gut eingerichteten Anlage für Kleinraubtiere, wie Nasen- oder Waschbären umgestaltet, in der sogar natürliche Vegetation gedeiht [2; 3].

Ziel soll sein, einen in Bezug auf die verfügbare Fläche optimalen Tierbestand in einer natürlich wirkenden Umgebung zu halten. Aus zoopädagogischen Gründen wird häufig angestrebt, die Tiere in einem zoogeogeografischen oder ökologischen Kontext zu zeigen. Gemeinschaftshaltungen stellen eine Bereicherung für die Tiere dar und machen den Zoobesuch für das Publikum interessanter.

Literatur und Internetquellen

  1. ALPENZOO INNSBRUCK
  2. DOLLINGER, P. (Hrsg., 2010)
  3. DOLLINGER, P. (Red. 2012)
  4. SHERIDAN, A. (2011)
  5. ZOO LEIPZIG

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Freitag, 07 Februar 2020 08:41

OSTRZECHA, P. & HIRT, J. (2003)

Schulungsordner Kleinsäuger - Zur Erlangung der Sachkunde für den Zoofachhandel nach § 11 TierSch.G

Mit Ergänzungsliefrung Exotische Kleinsäuger.
302 + 174 Seiten, farbig illustriert.

Herausgeber: BNA, Hambrücken

Inhalt:

Auf über 300 Seiten und mit ca. 250 farbigen Abbildungen werden die Grundlagen der Haltung von Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Goldhamster, Zwerghamstern, Farbratte und -maus, Mongolischer Rennmaus, Stachelmäusen, Chinchilla, Degu, Streifenhörnchen und Frettchen sowohl im Zoofachhandel als auch in Privathand dargestellt.

Darüber hinaus finden sich ausführliche Angaben über Biologie, Ernährung, Fortpflanzung und Krankheiten der Kleinsäuger.

Die Ergänzungslieferung "Exotische Kleinsäuger" ist inzwischen fester Bestandteil des Schulungsordners Kleinsäuger. Sie behandelt in 10 Kapiteln auf über 170 Seiten alle Aspekte der Haltung und Pflege Exotischer Kleinsäuger und dient als Leitfaden zum Erwerb der Sachkunde. 32 Arten (u.a. Afrikanischer Weißbauchigel, Persische Rennmaus, Sugar Glider) werden in detaillierten Steckbriefen dargestellt.

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Husbandry and pathology of Rodents and Lagomorphs in Swiss zoos.

Verh. Ber. Erkrg. Zootiere 39: 241-254.

Ganzer Text

Zusammenfassung:

Haltung und Pathologie von Nagetieren und Hasen in schweizerischen Tiergärten

In der vorliegenden Arbeit werden die früher und derzeit in den vier wissenschaftlich geleiteten Zoos der Schweiz gehaltenen Nagetiere und Hasen vorgestellt. Ehemalige und gegenwärtige Gehege werden mit den gesetzlichen Anforderungen verglichen. Es werden Informationen über die Unterbringung und Fütterung der gegenwärtig gehaltenen Arten gegeben, und bei einigen Arten werden die Zuchterfolge analysiert. Es wird auf spezielle pathologische Probleme, wie Infektionskrankheiten, Parasitosen, Struma, Tumoren sowie zwischen- und innerartliche Aggression hingewiesen, und es werden Vorschläge zur Verhütung von Krankheiten und zur Minderung der Unfallhäufigkeit gemacht.

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Dienstag, 26 Februar 2019 12:16

VOITH, R. (2002)

Probleme der Haltung und Fütterung von Rentieren im Schönbrunner Tiergarten und in anderen Europäischen Zoos - Vergleich, Ursachenanalyse und Lösungsvorschläge.

Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, 105 Seiten.

Zusammenfassung:

Verluste unter den Jungtieren und ein schlechter Ernaehrungszustand der Adulten im Schoenbrunner Tiergarten in Wien waren die Ausloeser fuer eine Untersuchung ueber die Rentierhaltung und -fuetterung unter Zoobedingungen. Anhand von Frageboegen, die an rentierhaltende Zoos in Europa ergingen, wurde ein Status ueber die aktuellen Methoden und eventuelle Probleme in Haltung und Fuetterung erhoben. Um zu erkunden, wie sehr Rentiere ihren Verdauungszyklus an Nahrungsangebot und Jahreszeit anpassen, wurde die Schoenbrunner Rentierherde zweigeteilt. Ein Teil wurde Rp-reicher und Rfa-aermer gefuettert, was der natuerlichen Sommeraesung naeher liegt, und die andere Teilherde bekam Futter mit geringerem Rp-Gehalt und hoeherem Rfa-Gehalt, was naeher einer Wintersituation lag. In dieser Zeit wurden die Tiere regelmaessig gewogen und ihr Ernaehrungszustand mittels eines Body Condition Scorings ermittelt. Die Tiere bekamen einmal im Sommer und zweimal im Winter ein Futtermarker verfuettert, um Futterpassagezeiten zu messen. Verendete Tiere wurden pathologisch untersucht und deren Pansenzotten vermessen. Die Auswertung der Frageboegen ergab, dass die Rentierhaltung in Zoos international von gegensaetzlichen Methoden und wechselnden Erfolgen in der Nachzucht gekennzeichnet ist. Der Versuch in Schoenbrunn zeigte, dass die Tiere mit Rp-reicherem Futter in den Sommermonaten rascher zunahmen. Es war in der Wintersaison kein verminderter Appetit und kein ruecklaeufiges Koerpergewicht festzustellen, wie es von Cerviden bekannt ist. Die Kotpassage erfolgte unabhaengig von der Jahreszeit in der Gruppe mit Rp-reicherem Futter rascher als in der anderen Gruppe. Diese Ergebnisse werden diskutiert und die Bedeutung der adaequaten Fuetterung in der Rentierhaltung hervorgehoben. Es werden Hinweise fuer eine artgerechte Rentierhaltung in Zoos gegeben.

 

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Samstag, 16 Februar 2019 16:49

SCHUBERT, B. (2006)

Überblick über die Wildgehegehaltung in Deutschland unter tierärztlichen Gesichtspunkten.

Vet. med. Diss. München.
94 Seiten, 1 Abbildung, 35 Tabellen

Zusammenfassung:

Um einen Überblick über die Wildgehegehaltung in Deutschland zu erhalten, wurden 800 Fragebögen über den Verband nebenberuflicher Landwirte an Gehegebetreiber in ganz Deutschland verschickt. Von den versandten Fragebögen kamen 266 ausgefüllt zurück (Rücklaufquote 33,3 %). 137 dieser Wildgehege wurden zusätzlich aufgesucht und die Angaben der Gehegehalter vor Ort überprüft. Der Großteil der Gehege hielten Rotwild, Damwild oder gemischte Rot-/Damwildgruppen  (92,8 %).  Sika  (3,0 %)  und  Schwarzwild  (4,2 %)  spielten  nur  eine untergeordnete Rolle als Gehegewild. Die am häufigsten anzutreffende Gehegeart beim Schwarzwild war das reine Jagdgehege (75,0 %), bei Rot- und Damwild (39,8 %) bzw. Sika (37,5 %) die Hobbyhaltung. Die Gehege hatten eine Größe von weniger als 2 ha bis über 40 ha, wobei die Größe der meisten Gehege zwischen 2 und 10 ha lag. Die durchschnittliche Tierzahl pro Gehege blieb unabhängig von der Gehegegröße relativ konstant, so dass die gesetzlich erlaubte Bestandsdichte von 10 Tieren pro ha bei Damwild bzw. 6,7 Tieren pro ha bei Rotwild von den Gehegen mit einer Grundfläche unter 5 ha meist überschritten wurde. Spezielle Unterstellmöglichkeiten waren in 63,5 % aller Gehege vorhanden. Anzahl und Größe der Futterplätze waren in 79,3 % der Gehege so, dass alle Tiere gleichzeitig fressen konnten. Die meisten Gehegebetreiber fütterten ihre Tiere einmal täglich, in 28,6 % der Gehege bestand zudem die Möglichkeit, dass die Tiere von Fremdpersonen   gefüttert   wurden.   Die   Wasserversorgung   erfolgte   über Selbsttränken, Wassertröge oder natürliche Wasserläufe. Die Zaunhöhe der Gehege variierte zwischen 1,90 m und 2,20 m. Die Mehrzahl der Gehege verfügte über eine Eingangsschleuse (79,7 %). In 83,0 bis 92,3 % aller Gehege waren spitzwinklig zulaufende Ecken in der Umzäunung vorhanden. In 83,3 % der Schwarzwild- und 62,5 % der Sikagehege waren keine Krankheiten, bei  56,2 %  der  Rotwild-  und  60,2 %  der  Damwildgehege  dagegen  1  bis  15 Erkrankungen  pro  Gehege  und  Jahr  aufgetreten. 

In  erster  Linie  waren  dies Verletzungen, Parasitenbefall oder Lahmheiten. Die Anzahl und die prozentuale Häufigkeit von Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Atemwege und des Verdauungsapparats sowie von Verletzungen waren bei den Gehegen unter 2 ha Grundfläche am höchsten. Der prozentual höchste Anteil an Erkrankungen des Verdauungsapparates bei Rotwild und Damwild trat bei der Trogtränke auf. Entwurmungen wurden nie in 37,5 bis 66,7 % der Gehege und Ektoparasiten-behandlungen nie in 88,5 bis 100 % der Gehege durchgeführt. Eine regelmäßige Reinigung der Futterplätze erfolgte in 50,0 bis 96,4 % der Gehege, eine regelmäßige Reinigung der Unterstände in 35,2 bis 53,8 % der Gehege. 38,0 bis 62,5 % der Gehegebetreiber  ließen  regelmäßig  Kot-,  Blut-,  Boden-  oder  sonstige  Proben untersuchen, um einen Überblick über den Gesundheitszustand der Tiere und den Hygienezustand des Geheges zu erhalten. Dabei konnten am häufigsten Magen-Darmwürmer,  der  Große  und  Kleine  Leberegel  und  der Große  und  Kleine Lungenwurm festgestellt werden. Insgesamt ließen sich im Rahmen der vorliegenden Arbeit mehrere Missstände bei der Wildgehegehaltung in Deutschland aufzeigen. Diese lassen sich nur durch die Einführung genauerer gesetzlicher Bestimmungen für die Gehegehaltung von Wild, eine verbesserte tierärztliche Überprüfung der Gehege und eine Verbesserung der Sachkenntnis der Gehegehalter erreichen.

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Behaviour and enclosure use of captive parma wallabies (Macropus parma): an assessment of compatibility within a mixed-species exhibit.

Journal of Zoo and Aquarium Research 6(2) 2018: 63-68.

Abstract:

Many  zoos  choose  to  house  parma  wallabies (Macropus  parma) in mixed-species exhibits and a  
successful combination of species can provide a source of enrichment. However, there are potential
health and welfare concerns, so it is important to consider species compatibility. This study investigates the effects of mixed-species housing on the parma wallaby. Parma wallabies at Dudley Zoological Gardens were observed for nine days in two different housing systems: mixed species (MS), with Patagonian mara (Dolichotis patagonum), and single species (SS). Scan sampling of all individuals, across a range of behaviours, was carried out for 90 minutes across the day. Differences in foraging behaviour were observed, with wallabies housed in the MS exhibit foraging significantly less than the SS group (W27=899.0, P<0.01). Wallabies in the MS enclosure performed a novel behaviour, agonistic directional urination that was not observed in the SS group. Enclosure use was analysed using a Spread of Participation Index (SPI); values revealed MS wallabies utilised less of their enclosure, with a notable preference for areas not frequented by the mara (W27=899.0, P<0.05). The results suggest that the MS wallabies are affected by the presence of the mara, both behaviourally and in enclosure use, which could be indicative of a negative welfare state. This study provides evidence of species incompatibility, a potential issue for the welfare of captive parma wallabies and the successful maintenance of this species in captivity. Careful and continual monitoring of species within mixed-species enclosures is recommended.

 

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Samstag, 12 Mai 2018 12:52

BMEL (2019)

Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Straußen, Nandus, Emus und Kasuaren.

Das Gutachten ersetzt jenes aus dem Jahr 1994 über Mindestanforderungen an die Haltung von Straußenvögeln, außer Kiwis. Der Verband der Zoologischen Gärten lehnt das Gutachten ab, hat es nicht unterzeichnet und auch darauf verzichtet, ein Differenzprotokoll zu erstellen, da ein solches in der Praxis kaum genutzt wird.

Volltext (PDF)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx