Donnerstag, 14 Juni 2018 19:22

RAETHEL, H. S. (1988)

Hühnervögel der Welt.

817 Seiten, mit zahlreichen Farbfotos und einigen Schwarzweiß-Abbildungen.Geleitwort von Heinz-Georg Klös.

4. Auflage. Verlag Neumann-Neudamm GmbH & Co. KG. ISBN-2-7888-0440-8.

Verlagstext:

Nach Jahren intensiver Arbeit und Nachforschung hat der Autor auf der Grundlage des bewährten Raethel / Wissel / Stefani, Fasanen und Hühnervögel, ein völlig neues Buch gestaltet. Das Werk beschäftigt sich umfassend mit dem Leben aller Hühnervögel der Welt. Verbreitung, Biologie und Verhalten werden vorgestellt, eingehend betrachtet und erläutert. Tiergärtner und Ziergeflügelhalter erfahren alles Wissenswerte über Haltung, Ernährung, Züchtbarkeit, erste Gefangenschaftszuchten und viele Besonderheiten. Alle Arten, von denen Fotos existieren, wurden illustriert, einige andere in Form von Farbzeichnungen dargestellt. Diese Neuausgabe ist eine Fundgrube für den Fachmann, da sie die wichtigsten Arbeiten über Hühnervögel zusammenfaßt. Gleichermaßen ist dieser ausgesprochene Schmuckband eine Attraktion für den Vogelliebhaber, denn das Buch überzeugt durch einzigartige Fotos, und die Fülle der fachlichen Informationen wird allgemeinverständlich vermittelt.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 20:57

SICKS, F. (2014)

Haltung der Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus lawesii) im Tierpark Berlin.

Bulette Berlin. Jubiläumssonderausgabe 17.2.2014: 128-135.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:13

JORDAN, B. (2009)

Die Kleine Wüstenspringmaus Jaculus jaculus.

61 Seiten, mit 55 Abbildungen.

Natur- und Tier-Verlag GmbH, Münster. ISBN 978-3-86659-125-7.

 

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Mittwoch, 13 Juni 2018 21:59

STEINMETZ, S. (2009)

Mutter-Kind-Verhalten von Persischen Kropfgazellen (Gazella subgutturosa subgutturosa) im Zoologischen Garten.

Mother-offspring-behavior of Captive Goitered Gazelles (Gazella subgutturosa subgutturosa).

Vet.med. Diss.

188 Seiten, 23 Abbildungen,  50 Tabellen

Institut für Zoologie. Wissenschaftliche Betreuung: Univ.-Prof. Dr. E. Zimmermann, PD. Dr. U. Gansloßer, Dr. G. von Hegel
Tierärztliche Hochschule Hannover

Voller Text

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Studie werden mögliche Einflussfaktoren auf das Überleben von Neugeborenen und deren Aufzucht in einer Gruppe weiblicher Kropfgazellen untersucht und Ansätze zur Optimierung des Aufzuchterfolges herausgearbeitet. Während eines zweijährigen Beobachtungszeitraumes im Karlsruher Zoo wurde untersucht, wie sich das Alter und der Rangstatus der Zuchtweibchen, die Qualität von Geburts- und Abliegeplätzen und die Individuendichte auf den Aufzuchterfolg auswirken. 1995 gebaren 13 zuchtfähige Weibchen 20 Neugeborene. Die ersten drei Tage nach der Geburt überlebten 71 % der Neugeborenen. Es wurde ein Aufzuchterfolg von 54 % erreicht. 1996 gebaren 9 zuchtfähige Weibchen 10 Neugeborene. Die ersten drei Tage nach der Geburt überlebten 60 % der Neugeborenen. Es wurde ein Aufzuchterfolg von 44 % erreicht. 1995 hatten ältere Muttertiere einen besseren Aufzuchterfolg und gebaren ihre Jungen zu einem früheren Zeitpunkt als jüngere Muttertiere. Diese Ergebnisse konnten 1996 nicht bestätigt werden. Vielmehr zeigte sich in diesem Jahr, dass sich Jungtiere von älteren Müttern im Gewicht nicht von Jungtieren jüngerer Weibchen unterschieden. Im ersten Beobachtungsjahr bestand eine nahezu lineare Rangordnung in der Focusgruppe. Die Hypothese, dass die Geburtenfolge und das Gewicht von Neugeborenen mit dem Rang des Muttertieres korrelieren, konnte nicht bestätigt werden. Die in beiden Beobachtungsjahren unterschiedliche Individuendichte zeigte keine Auswirkungen auf die Überlebensrate von Jungtieren, jedoch auf die Anzahl von Totgeburten. Die vermuteten geschlechtstypischen Unterschiede für den Entwöhnungszeitpunkt ließen sich nicht bestätigen.

Abstract:

The following study investigated factors influencing survival and rearing of newborn in a zoo-population of female goitered gazelles. The aim of this study was to gather information in order to improve rearing success. Rearing success was analyzed during a two year`s observation period in the Karlsruhe Zoo. Influence of age and ranking of dams, criteria for accepting a birth place and a hiding place and the influence of population density were studied. In 1995 13 dams delivered 20 newborns. 71 % of the newborns survived for at least the first three days after birth. The rearing success was at 54%. In 1996 9 dams delivered 10 newborns. 60 % of the newborns survived at least for the first three days after birth. The rearing success was at 44 %. Older dams showed a better success in rearing and delivered their offspring a few days earlier than younger animals. This could be statistically confirmed in 1995. In 1996 there was only a tendency. Newborns of older dams in 1996 are not heavier than those of younger ones. In one of the two observation years the female Goitered Gazelles showed a nearly linear rank order. A suggested correlation between the ranking of dams and delivery date as well as the weight of newborns could not be confirmed statistically. A difference in density of population in both years showed no favorable effect on the survival rate of the offspring, but it did show an effect on the stillborn rate. Suggested differences between sex of newborns at the day of weaning could not be confirmed.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:48

KRAUSE, F. (2008)

Chronobiologische Untersuchungen zur Raum-Zeit-Nutzung bei einem Orang-Utan-Paar im Zoo Osnabrück.

Bachelorarbeit

65 Seiten, 20 Abbildungen, 2 Tabellen

Erstprüfer: PD. Dr. Udo Gansloßer, Zoologisches Institut und Museum Universität Greifswald
Zweitprüfer: Apl. Prof. Dr. Günter Purschke, Abteilung Spezielle Zoologie Universität Osnabrück

Universität Osnabrück

Voller Text

Zusammenfassung:

Die räumliche und zeitliche Struktur des Verhaltens von Tieren war und ist Thema zahlreicher Untersuchungen. So konnten Zeitgeber circadianer Rhythmik, die sich durch eine von den Tieren gezeigte Erwartungshaltung auszeichnen, sowie Faktoren, die sich in unmittelbaren Reaktionen zeigen, aufgedeckt werden. Das Licht der Sonne stellt einen der wichtigsten Zeitgeber biologischer System dar (Büttner, Gansloßer, 1995).

Bei Orang-Utans, den größten und schwersten arboreal lebenden Säugetieren, und auch anderen Menschenaffen kann diese Verbindung zwischen Sonnenstand und Tagesrhythmus nachvollzogen werden, wobei die Aktivität im Verlauf der Wachstunden zusätzlich von Witterung, Nahrungsangebot, intra- und interspezifischen Einflüssen mitbestimmt wird. Der Sonnenuntergang markiert das Ende der aktiven Phase und die Tiere zeigen ihre Erwartungshaltung unter anderem in der täglichen Konstruktion neuer Baumnester, die ihnen bis zum nächsten Sonnenaufgang als Schlafplatz dienen. Die Überprüfung der Auswirkungen nicht natürlicher Einflüsse, denen Orang-Utans im Rahmen des Zootieralltags ausgesetzt sind, stellte den Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung dar. Zudem sollte ein Aktivitätsprofil während der Nachtstunden erstellt werden, um dies in den bekannten Tagesablauf der Tiere einzuordnen, da bisher kaum Informationen zum Nachtverlauf bei Orang-Utans in freier Wildbahn oder im Zoo vorliegen. Ein weiterer Aspekt der Beobachtung ist die für alle Menschenaffen typische Konstruktion der Schlafnester, die einen Einblick erlaubt, inwieweit unter Zoobedingungen natürliches Verhalten oder Abwandlungen davon gezeigt werden.

Über sechs Wochen hinweg wurden die beiden Orang-Utans Buschi und Astrid (1,1) aus dem Zoo Osnabrück mit Hilfe einer Videoüberwachungsanlage täglich von Abend
bis Morgen in ihren Innengehegen beobachtet. Ausschließlich zu Beginn und Ende der Beobachtungsphasen nahmen Tierpfleger, weiteres Zoopersonal oder die Besucher Einfluss auf die beobachteten Tiere. Es zeigte sich, dass sich die Aktivitätsprofile der Zoo-Orang-Utans Buschi und Astrid bezüglich der zeitlichen Organisation und auch der Aktivitätsverteilung gut in die Ergebnisse von Freilandbeobachtungen einfügen. Am Nachmittag waren beide Tiere recht aktiv und fraßen, bauten anschließend ihre Nester und legten sich zur Ruhe. Die Zeitpunkte von Nestbau und dem Beginn und dem Ende der Nachtruhe werden im Rahmen von Freilandbeobachtungen relativ zum Sonnenauf- beziehungsweise -untergang angegeben. Im Zoo zeigte sich, dass sowohl das Tageslicht als auch die Beleuchtung des Affenhauses als Zeitgeber auf das Verhalten der Tiere einwirken können. Buschis Schlaf wurde immer wieder von kurzen Wachphasen unterbrochen, in denen er sich ausgiebig kratzte und gegebenenfalls sein Nest richtete. Zu den beobachteten Komfortphasen in der Nacht fehlen bisher vergleichbare Angaben im Rahmen der Wildtier- und Zooforschung.

Die Ausnutzung der Gehege erfolgte in Abhängigkeit von der Futterverteilung, der Nestplatzwahl und besonders am Morgen der Position des Partners. So konnte beobachtet werden, dass Astrid nach dem Aufstehen immer wieder Buschis Nähe suchte, er ihr aber an einigen Tagen konsequent auswich. Das natürliche Nestbauverhalten wildlebender Orang-Utans ist bei Buschi und Astrid nur in Ansätzen nachvollziehbar und lässt Rückschlüsse auf die Abhängigkeit der Nestbautechnik von den zur Verfügung stehenden Materialien und auf die Anpassung dieses Verhaltens an die baulichen Gegebenheiten der Gehege zu. So bauen Buschi und Astrid ausschließlich am Boden liegende Nester, während wildlebende Orang-Utans aufgrund der Prädationsgefahr grundsätzlich in den Bäumen ruhen. Das Verhalten mit dem Buschi sich oft Astrids Nestmaterial aneignete, zeigt das Bestehen eines Dominanzverhältnisses zwischen den beiden Partnern und weist Nestmaterial und Nestplatz als Konkurrenz auslösende Ressourcen aus. Umgebungsübersicht und stabile Baugrundlage konnten im Zoo als die Schlafplatzwahl beeinflussende Faktoren erkannt werden. Freilandstudien führten zu gleichwertigen Ergebnissen. Bezüglich der Bedeutung der Nähe anderer Orang-Utan-Nester konnten auch im Rahmen dieser Untersuchung im Zoo keine sicheren Angaben gemacht werden.

Jeder der in dieser Untersuchung berücksichtigten Verhaltensaspekte stand sowohl in vergleichbarem Zusammenhang mit entsprechendem natürlichen Verhalten frei lebender Orang-Utans, als auch in Abhängigkeit von aus dem Zooalltag resultierenden „keeping factors“ (Hohmann, 1986).

Die Erforschung solcher Zusammenhänge ist essentiell für die Optimierung der Zootierhaltung, sowie auch für den Schutz der letzten in Freiheit lebenden Tiere ihrer Art auf Borneo und Sumatra.

Abstract:

The spatial and chronological structure of animal behaviour is and was subject to numerous researches. In these researches time emitters of circadian rhythm, characterized by anticipatory behaviour of the animals, and factors, causing direct reactions, were found. Sunlight is one of the most important time emitters of biological  systems (Büttner, Gansloßer, 1995).

In Orang-Utans, the biggest and heaviest of the arboreal living mammals, and also in other great apes the connection between altitude of the sun and circadian rhythm is traceable. The activity during the waking hours is also defined by weather, food supply, intra- and interspecific influences. Sunset marks the end of day activity and the animals show their anticipation for instance in the daily construction of new tree nests, which are their sleeping places till sunrise.

The examination of impacts of artificial influences, Orang-Utans in everyday life zoo are exposed to, is starting point of the present study. Furthermore an activity profile during the night ought to be created to be added to the known daily activity pattern, because until now there are only little information concerning the night activity of free living and captive Orang-Utans. A further aspect of this observation is the construction of sleeping nests, which is typical of apes, to gain insight to what extend natural behaviour or its modification in captivity is shown by the animals.

During six weeks the Orang-Utan couple Buschi and Astrid (1,1) of the Zoo Osnabrück was observed in the indoor enclosures via a video surveillance system every day from evening to morning. Keepers, other staff or visitors were able to affect the animals only at the begin and end of the phases of observation.

The activity profiles of Buschi and Astrid fit in the results of field studies concerning chronological organisation and activity pattern. In the afternoon both animals were quite active and fed, afterwards they constructed their nests and laid down on them. In field studies the time of nest-building and begin and end of sleep are given in relation to sunset and sunrise. The present observation leads to the conclusion that sunlight as well as the house lights is able to influence animal behaviour as time emitters. Every night Buschi´s sleep was interrupted several times by short active phases, in which he scratched himself extensively and adjusted his nest. Until now there are no  comparable data concerning the observed comfort activity by night in field and zoo research. The utilization of the indoor enclosures happens in dependence of feed distribution, nesting site selection and, especially in the morning, the position of the social partner. It was observable, that Astrid looks for contact to Buschi after getting up, and that he avoids her consistent on some days.

The natural nest building behaviour of free living Orang-Utans has been shown by Buschi and Astrid only in concepts. A connection between nest building technique and the available materials, and an adaptation of this behaviour to the structural conditions of their enclosures has been observed. Buschi and Astrid build only ground nests, whereas free living Orang-Utans rest in tree-nests basically, because of the predation risk. Buschi´s behaviour of taking nest material from Astrid, shows a dominance order between the mates. Nest material and nesting site are also resources to cause competition. Surround-overview and solid building site were known as factors, which impact the choice of the nesting site in the zoo. In field studies equal observations were made. About the relevance of other Orang-Utans nesting nearby this observation was not able to phrase reliable conclusions.

Every behavioural facet considered in this observation can be brought in connection with equivalent behaviour of free living Orang-Utans as well as in dependence of keeping factors, which result from zoo everyday life (Hohmann, 1986).

Research of this kind of connections is essential for the improvement of animal welfare as well as for the conservation of the last free living Oran-Utans on Borneo and Sumatra.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:49

HÖVEL, A., OMMER, S. & T. ZIEGLER (2010)

Keeping and breeding of the coral catshark (Atelomycterus marmoratus) at the Aquarium of the Cologne Zoo.

Zool. Garten N.F. 79: 243-253.

Abstract:

Coral catsharks (Atelomycterus marmoratus) are kept at the Aquarium of Cologne Zoo in a public exhibit tank measuring 300 x 160 x 110 cm (length x width x water height) with a water volume of ca. 5000 l. The 1.3 adults have been producing fertilized eggs since early 2010. Deposited eggs are longish-oval in shape, with a length of about 10 cm. Juveniles hatched in our rearing tanks (measuring 100-210 x 45-80 x 30-50 cm, with 280-430 l water volume) after periods of 4-6 months. The freshly hatched coral catsharks measured from 10-13 cm in total length. After 3 months, each juvenile had grown about 4-5 cm in length and the distinct, bright color pattern of the juveniles had faded towards the more subtle adult colour pattern. The keeping and breeding of coral catsharks can be classified as uncomplicated, given that sufficient swimming space and hiding places are provided. So far, 14 juvenile coral catsharks have been successfully reared at the Cologne Zoo Aquarium and are now available for breeding projects.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 13:41

STEPHAN, U. (2006)

Untersuchungen an Eisbären in europäischen zoologischen Gärten: Verhalten und Veränderungen von Stresshormon-Konzentrationen unter Berücksichtigung der Gehegegröße und Gruppenzusammensetzung.

Rer. nat. Diss. Universität Karlsruhe

267 Seiten, 39 Tabellen, zahlreiche Grafiken und Fotos

Voller Text

Zusammenfassung

In dieser Dissertation wurden ausschließlich Daten von Eisbären in Zoohaltungen ermittelt. Ne-ben den Verhaltenselementen, die im Sinne einer verbesserten Haltung zur Untersuchung kamen, stand auch im Hinblick auf die Wildpopulationen und speziesbezogener Grundlagenforschung die erstmalige Detektion von Cortisolwerten im Faeces von Eisbären im Vordergrund.

Mit Hilfe der ermittelten Ergebnisse konnten einige Aussagen getroffen werden, die im Sinne künftiger Gehegegestaltungen wichtig sind und zum großen Teil die Daten bisheriger Arbeiten bestätigen. Die Beschreibung oder Empfehlung einer idealen Gehegekonstellation lässt sich als Gesamtes nicht aussprechen, sondern muss im Zusammenhang der beteiligten Parameter bestehen bleiben.

So ergaben sich als wesentliche Faktoren der Entstehung der Stereotypien der Tiere die kurzfristige oder mehrmalige Umsetzung in ein anderes Gehege sowie die Einordnung in die für Eisbä-ren unnatürliche Gruppenstruktur und die hierfür erforderlichen Dominanzregelungen. Daneben scheinen ausgedehnte Ruhephasen bei dominanten Tieren eher zu Stressabbau zu führen als hohe Stereotypieraten.

Die quantitativ häufigeren Sozialkontakte der Eisbären gegenüber denen aggressiver Natur sichern die Möglichkeit, sie – unter der Voraussetzung der intensiven Betreuung, regelmässigen Enrichments sowie laufender Cortisolmessungen - in Zoos in Gruppen zu halten. Das Wohlergehen und die Reduktion der Stereotypien lassen sich deutlich durch Einführen von Substraten sowie von – gegenüber der Konspezies - erhöhten Ruhe-und Aussichtsbereichen (Plateaus) erzielen.

Die Ergebnisse der Gehegebeurteilung in Bezug auf die Gruppenstruktur der Eisbären sind auf-grund der multifaktoriellen Daten am wenigsten deutlich zu benennen und müssen im Gesamt-zusammenhang betrachtet werden. Das quantitative Resultat der Abstandsmessungen jedoch spricht für den Bau großer Gehege, da die Eisbären sich, wenn möglich, auf maximale Distanz aus dem Weg gehen.

Die Empfehlung der Gruppengröße wird in dieser Arbeit eher der Paarhaltung ausgesprochen, wobei stets Alter und Geschlecht der Tiere im Aufbau der Gruppe und in Verbindung mit dem bestehenden Gehege zu beachten sind.

Entgegen den Erwartungen treten bei Bären in naturalistischen Gehegen gegenüber denen in konventionellen in dieser Arbeit erhöhte Cortisolwerte auf. Diese Ergebnisse sind unter Berück-sichtigung der geringen Vergleichbarkeit der Anlagen zu verstehen. Auch die gemessene doppelte Anzahl an Cortisolerhöhungen in kleineren sozialen Gruppen ist zunächst unerwartet, individuell aus der Diskussion aber zu erklären. Eine deutliche Aussage erzielt die Betrachtung der Cortisolwerte in Bezug auf die Stereotypien. Die Ergebnisse deuten auf die Möglichkeit des Stressabbaus durch Stereotypieren hin.

Hohe Cortisolwerte lassen sich durch vermehrte Aktivität senken. Diese Aktivität besteht bei den untersuchten Eisbären aus Stereotypien. Cortisolwerte rangniedriger Tiere sind geringfügig höher als die der subdominanten und domi-nanten. Weibliche Eisbären haben, unabhängig vom Alter, doppelt so häufige Cortisolerhöhun-gen als Männchen und scheinen damit deutlich stressanfälliger zu sein. Die Cortisolwerte bei Eisbären, die einen Transport erfahren haben, waren über verschieden lange Zeitphasen hinweg eindeutig erhöht. Auch hier zeichnete sich eine höhere Belastung bei weiblichen Tieren ab.

Die Fülle der in dieser Studie ermittelten Einzelaussagen kann dazu dienen, den individuellen Bedarfsfall pro Zoo und Eisbärengruppe mit den hier etablierten Mitteln zu ergründen und an entsprechender Stelle gezielt einzuwirken, um das Wohlergehen der Eisbären in Zoohaltungen zu stabilisieren.

PDF der Dissertation (7 MB)

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:48

HESS, J. (1996)

Menschenaffen – Mutter und Kind.

352 Seiten, 614 s/w Abbildungen, Hardcover mit Schutzumschlag. Echtzeit Verlag, Basel (ursprünglich Reinhard Verlag, Basel). ISBN 3-7245-0882-4.

Verlagstext:

Menschenaffen unterscheiden sich, innerhalb der Arten, nicht nur äusserlich voneinander, sondern auch von ihrem Wesen. Sie sind individuelle Persönlichkeiten. Sie können denken, einsichtig und geplant handeln, sie besitzen ein Selbstbewusstsein und sind fähig, ihren räumlichen und sozialen Alltag erfinderisch mitzugestalten. Es darf uns darum nicht wundern, dass die Mutter-Kind-Beziehung der Menschenaffen in vielen Dingen mit der menschlichen übereinstimmt. Doch es gibt auch Unterschiede. Das Menschenaffenkind wächst sozusagen in einer «Mutterhülle» heran. Von der Geburt an wird es von seiner Mutter mehrere Monate, rund um die Uhr, am Körper getragen. Es steht in dieser Zeit mit der Mutter in einem ständigen, nie abbrechenden Dialog, der über alle Sinne geführt wird. Die ersten frühen Lebenstage entscheiden darüber, ob das Neugeboren und seine Mutter sich gegenseitig finden und eine Beziehung aufbauen können, die dem Kind allmählich, über viel Jahre der Abhängigkeit, den Weg zum selbständigen Leben ebnet. Diese Beziehung des Kindes zu seiner Mutter ist im Leben der Menschenaffen die engste, tiefste und entscheidneste aller sozialen Bindungen.

Das Buch behandelt die frühe Kindheit bei den Gorillas, geht aber in vielen Beispielen und Vergleichen auch auf die der Schimpansen und Orang-Utans ein. Dem Buch liegen Beobachtungen und fotografische Dokumente zu Grunde, die vom Autor während mehr als vier Jahrzehnten zusammengetragen wurden.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:52

JES, H. (2008)

Leguane - faszinierend und exotisch.

4. Auflage (1. Auflage 2003); 64 Seiten, zahlreiche Farbfotos von Christine Steimer

Verlag Graefe & Unzer GmbH, München. ISBN 978-3-7742-5758-9.

Verlagstext:

Filme wie Jurassic Park haben Echsen ins Bewusstsein vieler Menschen gebracht. Leguane faszinieren uns, denn sie erinnern an die Saurier aus längst vergangenen Zeiten. Verbunden mit dem Wunsch immer Ausgefalleneres besitzen zu wollen, sind Terrarientiere – und damit auch Leguane – heute “en vogue”. Mit der richtigen Pflege und Haltung zeigen sie vielfältige und interessante Verhaltensweisen und werden damit für Ihre Halter zum spannenden Beobachtungsobjekt. Dieser GU Tierratgeber vermittelt alles Wichtige rund um die Themen Einrichtung und Technik, Ernährung und Pflege – damit Sie Ihrem Leguan ein artgerechtes Leben bieten können.

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Wie die Philippinenkrokodile an den Rhein kamen.

Zeitschrift des Kölner Zoos 54, Heft 3: 119-141. ISSN 0375-5290.

Zusammenfassung:

Die Haltung und Vermehrung von Krokodilen hat im Aquarium des Kölner Zoos langjährige Tradition, wovon vielfache in den letzten vier Jahrzehnten dort erfolgte erfolgreiche Nachzuchten von Nilkrokodilen (Crocodylus niloticus) und Brauen-Glattstirnkaimanen (Paleosuschus palpebrosus) zeugen. Angesichts des ersten Transfers von Philippinenkrokodilen (Crocodylus mindorensis) in EAZA-Zoos beschloss der Kölner Zoo, sich am Aufbau einer Haltung dieser von der Ausrottung bedrohten Art im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms zu beteiligen. Durch nachfolgende Verträge der jeweiligen europäischen Partnerzoos mit der philippinischen Regierung und dem für den Transfer verantwortlichen Krokodille Zoo in Eskilstrup, Dänemark, kam es schließlich zur ersten EAZA-Einfuhr von Philippinenkrokodilen in die EU. Alle europäischen Partnerzoos verpflichteten sich in diesem Rahmen, für die bei ihnen gehaltenen, aber immer noch im Besitz der philippinischen Regierung befindlichen Philippinenkrokodile die Mabuwaya-Stiftung in San Mariano auf der philippinischen Insel Luzon zu unterstützen, so dass eine Verbindung von ex situ mit in situ Krokodilschutzaktivitäten gegeben ist. Da die Krokodilschauanlage im Aquarium des Kölner Zoos zum Zeitpunkt der Einfuhr der Philippinenkrokodile noch mit Nilkrokodilen besetzt war, wurde zunächst eine insgesamt 315 x 762 cm messende, dreifach unterteilbare Anlage mit unterschwimmbaren Landteilen für das noch junge Philippinenkrokodilpärchen hinter den Kulissen des Aquariums geschaffen. Als im Mai 2010 die Nilkrokodile in das neue Tropenhaus Hippodom umgezogen sind, wurde von Juli bis Oktober 2010 im Aquarium des Kölner Zoos gemessen, geplant und ausgeschrieben und anschließend mit der Renovierung der alten Krokodilschauanlage begonnen.

In diesem Rahmen wurde die alte Krokodilanlage um ein nebenstehendes Terrarium erweitert und Teile der ehemals für Besucher zur Verfügung stehenden Flächen wurden als zwei zusätzliche Landteile zur neuen Krokodilanlage hinzugefügt. Aufgrund einer aktuellen Konfiszierung von bedrohten Gelbgebänderten Philippinenbindenwaranen (Varanus cumingi), die dringend auf Zoos verteilt werden mussten, wurde kurzfristig die Haltung dieser Art mit in die neu zu schaffende Philippinenanlage integriert. Statt der alten Besucherabsperrung sind die neuen Waran- und Krokodilanlagen nun direkt durch eine 22 m lange, aus 10 Doppelscheiben bestehende, 2 m hohe Glasbrüstung einsehbar.

Um die in menschlicher Haltung als aggressiv geltenden Philippinenkrokodile artgerecht und sicher halten zu können, wurden zwei unauffällige Schieber in die Schauanlage eingebaut, um einerseits Männchen- von Weibchengehege abtrennen zu können, andererseits das Weibchengehege noch einmal in sich abtrennen zu können, damit den Tierpflegern bei Reinigungsarbeiten immer ein freier Anlagenbereich zugänglich ist und die Anlage gefahrlos betreten werden kann.

Am 2. Mai 2011 bezogen die derzeit einzigen beiden Philippinenkrokodile in Deutschland – das zu diesem Zeitpunkt 161 cm lange und 16,0 kg schwere Männchen Pinoy und das etwas kleinere, 153 cm lange und 11,3 kg schwere Weibchen Mindo – ihre neue, ca. 62 m² umfassende Schauanlage im Aquarium des Kölner Zoos, die wenige Tage später eröffnet wurde. Neben Informationen zum ersten EAZA Transfer von Philippinenkrokodilen nach Europa sowie Details zu Planung und Bau der Anlagen hinter den Kulissen und im Schaubereich des Kölner Aquariums werden im vorliegenden Artikel Informationen zur Biologie des Philippinenkrokodils und erste Erfahrungen im Umgang mit dieser Art bereitgestellt. Die nun in Köln und den anderen europäischen EAZA-Zoos gehaltenen Philippinenkrokodile sollen künftig zum Aufbau einer europäischen Erhaltungszucht dieser von der Ausrottung bedrohten Art beitragen.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx