Donnerstag, 14 Juni 2018 08:56

EHLERT, K. (2005)

Chronoethologie und Environmental Enrichment in der Tiergartenbiologie und die Anwendung in der Haltung des Sibirischen Luchses (Lynx lynx wrangelii).

Diplomarbeit

91 Seiten

Fachbereich Biologie und Informatik, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
betreuung: Prof. Dr. G. Fleissner
Zoo Heidelberg

Ganze Arbeit

Zusammenfassung:

Das Ziel der Diplomarbeit war es, durch Anwendung von chronoethologischen Methoden das Raum-Zeit-System von Luchsen in Zootierhaltung zu bestimmen. Es wurden zwei adulte Luchse (1,1) im Tiergarten Heidelberg über 50 Tage beobachtet. Dazu wurden die Aktivitätsmuster der Tiere über 24 Stunden durch direkte Beobachtungen und indirekt mit Hilfe von Infrarot- Video-Zeitrafferaufnahmen erfasst. Durch Anwendung von Environmental Enrichment sollte das Verhaltensrepertoire der Luchse bereichert sowie auftretenden Stereotypien entgegengewirkt werden. Die Beeinflussung des Verhaltens durch exogene Faktoren (Klima, Zoobesucher, Tierpfleger) wurde untersucht. Im ersten Teil der Arbeit wurden die circadianen Rhythmen der Tiere bestimmt. In der zweiten Phase wurde regelmäßig Environmental Enrichment angewandt und bewertet. In den Anteilen der Verhaltensweisen am 24-Stunden-Tag waren sich die Tiere relativ ähnlich. Bei beiden Tieren konnte eine mittlere bis erhöhte Aktivität etwa 1,5 bis 2 Stunden vor der Fütterung festgestellt werden, woraus auf eine Antizipation der Fütterung geschlossen wurde. Stereotypien wurden bei beiden Tieren festgestellt. Mit Hilfe der chronoethologischen Methoden konnte ein Rhythmus im Auftreten dieses Verhaltens festgestellt werden. Dadurch konnte die genau festgelegte Fütterungszeit am Nachmittag als Ursache für das nachmittägliche Pacing bei einem Tier erkannt werden. Die einmalige Fütterung zu festgelegten Zeiten wirkte wahrscheinlich als Zeitgeber. Nach einer Umstellung der Fütterung in auf zweimal täglich, reduzierte sich das Pacing vor der Fütterung um ca. 80 %, wie die Ergebnisse der Nachuntersuchungszeit zeigen. Nach Angaben der Tierpfleger wirkte sich diese Umstellung auch positiv auf das Verhalten und Wohlbefinden beider Tiere aus. Enrichment wurde mit verzehrbaren und nicht verzehrbaren Objekten durchgeführt. Den Tieren wurden vermehrt Möglichkeiten zu Erkundungs- und Komfortverhalten gegeben, sowie Gelegenheiten, Verhaltensweisen des Beutefangverhaltens (z.B. Nahrungserwerb, Nahrungsaufnahme) auszuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass die durch das Enrichment gebotenen Gelegenheiten zumeist genutzt wurden. Es wurden individuelle Unterschiede im Verhalten gegenüber den Enrichment-Objekten beobachtet. Bei einem Tieren konnte auch eine Reduktion von Pacing beobachtet werden. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die Anwendung von chronoethologischen Methoden für die Kenntnis des Wohle rgehens von Tieren in Menschenobhut sein kann und welchen Beitrag sie zusammen mit Environmental Enrichment für die Tiergartenbiologie leisten können. So können die Haltungsbedingungen für eine Tierart im Allgemeinen und für ein Individuum im Speziellen verbessert werden.

 

ehlert-biblio

Freigegeben in E
Donnerstag, 07 März 2013 09:23

HEDIGER, H. (1977)

Zoologische Gärten. Gestern - Heute - Morgen.

Verlag Hallwag, Bern und Stuttgart. ISBN 3-444-10229-1. 110 Seiten mit zahlreichen Abbilungen.

Rezension (im Beutelwolf-Blog):

Heini Hediger war ein Schweizer Zoologe und Zoodirektorund der Begründer moderner Tiergartenbiologie. Hediger lieferte bedeutende Beiträge zur Tierpsychologie und zum Konzept eines Zoos, der nach Hediger kein rein kommerzieller Betrieb ist, sondern den Charakter einer kulturellen Institution tragen muss.

Zoologische Gärten: Gestern – Heute – Morgen aus dem Jahr 1977 enthält Beiträge aus Vorlesungen der URTI (Université radiophonique et télevisuelle internationale), die in mehreren Sprachen unter dem Titel „Aspekte der Tiergarten-Biologie“ ausgestrahlt wurden.

Das Buch bot zudem die Möglichkeit die Texte mit historischen Illustrationen und Fotografien (meist vom Autor selbst gemacht) zu bereichern. Dadurch ist ein interessantes Buch der Zoogeschichte entstanden, das auch aus heutiger Sicht nichts an Aktualität verloren hat, selbst was das Kapitel über die zukünftigen Zoos anbelangt.

  • Neben einer kurzen Geschichte der Zoos, geht Hediger auch auf die vier Hauptaufgaben der zoologischen Gärten ein:
  • Der Zoo ist ein Erholungsraum für die Stadtbevölkerung und stellt damit einen Notausgang zur Natur dar.
  • Der Zoo ist eine Informationsquelle auf dem Gebiet der Natur, insbesondere der Tierkunde und dient somit allgemein der Bildung.
  • Der Zoo betreibt Naturschutz und schützt gefährdete Arten und hat deshalb Bedeutung als Refugium und Zuchtstation.
  • Der Zoo ist wichtig, weil er sich an der wissenschaftlichen Forschung beteiligt und vor allem das Verhalten der Tiere genauer untersucht.

hediger-biblio

Freigegeben in H
Donnerstag, 14 Juni 2018 09:17

HEDIGER, H. (1953)

Neue exotische Freunde im Zoo.

62 Seiten, mit s/w-Fotos.
Verlag Friedrich Reinhardt AG, Basel.

 

Inhalt:

Kapitel über Brillenbären (Import und Erstzucht), Afrikanische Elefanten (Transport von "Matadi" nach Frankfurt und deren Tod, Ankunft von 5 Jungtieren aus Arusha), Panzernashörner ("Gadadhar" und "Joymothi"), Giraffen (Schweizerische Erstzucht), Gorilla ("Achilla"). 

hediger-biblio

Freigegeben in H
Donnerstag, 14 Juni 2018 17:09

HEDIGER, H. (1965)

Mensch und Tier im Zoo: Tiergartenbiologie.

332 Seiten, 188 s/w.Photo auf Bildtafeln.

Albert Müller Verlag, Rüschlikon-Zürich, Stuttgart, Wien. Verlags-Nr. 1/4-811/65.

 

 

hediger-biblio

Freigegeben in H
Donnerstag, 14 Juni 2018 08:40

HEDIGER, H. (1942)

Wildtiere in Gefangenschaft. Ein Grundriss der Tiergartenbiologie.

250 Seiten. Mit einem Vorwort von Adolf Portmann.
Verlag Benno Schwabe, Basel.


Englische Ausgabe: (1950) Wild animals in captivity - an outline of the biology of zoological gardens. Butterworths Scientific Publications.
Englische Ausgabe, Paperback: (1964) Wild animals in captivity - an outline of the biology of zoological gardens. Dover Publications, New York.

hediger-biblio

Freigegeben in H
Donnerstag, 27 Dezember 2012 08:38

HEDIGER, H. (1950)

Wild Animals in Captivity - An outline of the biology of zoological gardens.

Translated by G. Sircom. Foreword by Dr. Edward Hindle, F.R.S., Butterworths Scientific Publications Ltd. London.

auch als paperback: (1964). Dover Publications Inc., New York. Company Ltd., London

Wild Animals in Captivity covers some of the mistaken notions concerning the conditions of animals in captivity, most of which are the result of an anthropomorphic approach to the subject.

This book is composed of 12 chapters and starts with an overview of the historical development of zoological gardens. The succeeding chapters deal with the territorial requirements and sociological factors in the wild life. These topics are followed by discussions of the wild animal’s transition behavior from freedom to captivity; the physiological and psychological aspects of animal captivity; and the motive and situation of animal escapes. Other chapters emphasize the physical and biological environment of animals in captivity. The final chapters examine the problems related to feeding patterns, and nutrition of captive animals. These chapters also explore the relationship between human and animal, their capacity to be tamed and trained.

This book will prove useful to zoologists.

hediger-biblio

Freigegeben in H
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx