Donnerstag, 02 September 2021 08:06

NEHRING, A. (1898)

Die Gruppe der Mesocricetus-Arten.

Archiv für Naturgeschichte, Berlin 84(1): 373-392.

Inhalt:

Es werden folgende Arten beschrieben:

  • Cricetus (Mesocricetus) nigriculus (= Cricetus nigricans Brandt, 1832, heute = Mesocricetus raddei)
  • Cricetus (Mesocricetus) Raddëi
  • Cricetus (Mesocricetus) Brandti
  • Cricetus (Mesocricetus) Newtoni
  • Cricetus (Mesocricetus) auratus

Schädel und Gebisse der ersten vier sowie von Cricetus cricetus sind auf einer Tafel dagestellt.

nehring-biblio

Freigegeben in N
Dienstag, 15 Juni 2021 08:20

Rotrückenara, Marakana

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

smiley happy

 Neue Tierart

D NT 650

Rotrückenara oder Marakana

Ara = Primolius maracana • The Bluewinged, or Illiger's, Macaw • L'ara maracana

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Rotrückenara oder Marakana (Primolius maracana) im Tierpark Jeuss, Kanton Freiburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Rotrückenaras (Ara = Primolius maracanas). Dunkelblau: aktuelle Verbreitung; rot: möglicherweise ausgestorben

 

 

 

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Rotrückenara oder Marakana (Primolius maracana) im Loro Parque, Teneriffa © Matthias Reinschmidt, Zoo Karlsruhe

 

 

 

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Rotrückenara oder Marakana (Primolius maracana) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Rotrückenara oder Marakana (Primolius maracana) im Loro Parque, Teneriffa © Matthias Reinschmidt, Zoo Karlsruhe

 

 

 

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Rotrückenara oder Marakana (Primolius maracana), Nestlinge im Loro Parque, Teneriffa © Matthias Reinschmidt, Zoo Karlsruhe

 

 

 

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Der Rotrückenara oder Marakana ist ein kleiner Vertreter der Aras. In seinem immer noch relativ weiten, aber schrumpfenden  Verbreitungsgebiet im tropischen Südamerika nehmen die Bestände ab, weshalb er als potenziell gefährdet gilt. In unseren Zoos ist er nicht allzu häufig zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Gesamtlänge von 42-43 cm, wovon 18-22 cm auf den Schwanz entfallen, einer Flügellänge von 20-23 cm und einem Gewicht von ca. 250-290 g gehört Primolius maracana zu den kleinen Aras. Die Grundfärbung des Gefieders ist olivgrün. Die Stirn, der hintere Teil des Rückens und ein Bauchfleck sind rot. Die Flügelunterseiten sind gelblich-grün und gehen ins Blaue über. Auch Oberkopf und die Oberseite des Schwanzendes sind bläulich. Der Schnabel ist schwarz, die Iris braun. Die nackten Gesichtspartien sind weißlich, die Füße hell fleischfarben, bei Jungvögeln grau-schwarz [4; 5; 7; 8; 10]. 

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Brasilien (ursprünglich Pernambuco, Piauí, Maranhão, Pará, Tocantins, Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Bahia, Espírito Santo, São Paulo, Paraná, Santa Catarina, Rio de Janeiro and Rio Grande do Sul), wobei das Areal im Süden und Westen geschrumpft ist. In Paraguay kommt die Art nur noch marginal vor, ebenso in Argentinien, wenn überhaupt [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Marakana besiedelt Atlantischen Regenwald, Galeriewälder, Palmenhaine und die Savannen von  Cerrado, und Caatinga vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'000 m. Außerhalb der Brutzeit lebt er in kleinen Gruppen. Über die Ernährung in der Wildbahn ist wenig bekannt, u.a. werden die Samen des eingeführten Paternosterbaums (Melia azedarach) gefressen und es können Mais- und Getreidefelder geplündert werden. Genistet wird meistens einzelpaarweise in Höhlen in alten Bäumen. Die Gelege bestehen aus 3-4(-5) Eiern, die während 26-27 (21-28) Tagen bebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert etwa 70-90 Tage, mit 5-6 Monaten sind die Jungen selbständig [1; 5; 9; 10].

Gefährdung und Schutz

Der Rotrückenara hat eine relativ weite Verbreitung, aber der Bestand ist nicht sehr groß und nimmt wegen Lebensraumverlusts und illegalen Vogelhandels tendenziell ab. Die Art wird deshalb seit 2004, letztmals überprüft 2016, als potenziell gefährdet eingestuft (Rote Liste: NEAR THREATENED). Zuvor galt sie seit 1994 als gefährdet [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Von 1981-1990 meldeten verschiedene südamerikanische Länder die Ausfuhr von 107 Wildfängen (die vermutlich zumindest teilweise illegal aus Brasilien bezogen worden waren), danach keine mehr. Von 1981-2019 wurden weltweit Exporte von 601 Nachzuchtvögeln erfasst, von denen etwa ein Drittel aus Südafrika stammten [3].

Haltung

Die Welterstzucht gelang im Londoner Zoo, wo von 1931-1938 insgesamt 10 Jungvögel schlüpften [9; 10]. Das Höchstalter in Menschenobhut wird mit 31 Jahren angegeben, erreicht von einem Vogel im Londoner Zoo [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 40 Zoos gezeigt, von denen sich etwa 40% im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Fläche von 4 x 2 m und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2021) sind Rotrückenaras mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.7 m² und einer Höhe von 120 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.1 m² zu erweitern. Dies ist zweifellos für Rotrückenaras nicht adäquat. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 3 m sowie einen Schutzraum von 2 m² / 2 m Höhe mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Rotrückenara wurde 1816 von dem französischen Ornithologen Louis Jean Pierre VIEILLOT als "Macrocercus maracana" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später wurde er der 1799 von dem französischen Naturforscher Bernard Germain de LACÉPÈDE aufgestellten Gattung Ara zugeordnet. In den 1990er-Jahren erfolgte eine Umteilung erst in die Gattung Propyrrhura und danach in die heute gültige, 1857 von Prinz Charles Lucien BONAPARTE, einem Neffen von Kaiser Napoléon Bonaparte, eingeführte Gattung Primolius. Die Bezeichnung "Ara maracana" war aber bis in die jüngste Zeit noch anzutreffen. Die Art ist monotypisch, sie bildet eine Superspezies mit P. auricollis und P. couloni [1; 5; 6; 10].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Primolius maracana. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22685606A93081612. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22685606A93081612.en. Downloaded on 15 June 2021.
  2. BROUWER, K., JONES, M. L., KING, C. E. und SCHIFTER, H. (2000)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979/82)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  7. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  8. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  9. LANTERMANN, W. (1984)
  10. LEPPERHOFF, L. (2004)

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Dienstag, 25 Mai 2021 08:35

LINNÉ, Carl von (1735-1768)

Systema Naturae.

Volltext (Band 1) der 12. Auflage (1766) digitalisiert:

Teil 1 (1766)

Teil 2 (1767)

Das Werk erschien in 12 von LINNÉ selbst besorgten Auflagen. Der volle Titel der 1. Auflage, verlegt von Theodor HAAK in Leiden, lautete: Systema naturæ, sive regna tria naturæ systematice proposita per classes, ordines, genera, & species.

Die für die heutige Nomenklatur wichtigste, zweibändigen 10. Auflage erschien 1758 bei Lars SALVI in Stockholm unter dem endgültigen Titel: Systema naturæ, sive regna tria naturæ systematice proposita per classes, ordines, genera, & species , cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. In dieser Auflage wandte LINNÉ für die Bezeichnung der Tiere erstmals konsequent die binäre Nomenklatur an.

linne-biblio

Freigegeben in L

A Taxonomic Revision of Boas (Serpentes: Boidae).

Zootaxa 3846 (2): 249-260.

Abstract:

Large molecular datasets including many species and loci have greatly improved our knowledge of snake phylogeny, particularly within the group including boas (Table 1). Recent taxonomic revisions using molecular phylogenies have clarified some of the previously contentious nomenclature of the group (Wilcox et al. 2002; Lawson et al. 2004; Burbrink 2005; Noonan & Chippindale 2006), resulting in a robust taxonomy that is mostly concordant with the phylogeny as currently known, which includes ~85% of described, extant species (Pyron et al. 2013; Reynolds et al. 2014). However, a few unresolved issues remain, related primarily to the rules of the International Code of Zoological Nomenclature (the Code hereafter) and the application of Linnaean ranks (International Commission on Zoological Nomenclature et al. 1999).

pyron-biblio

Freigegeben in P
Mittwoch, 17 März 2021 09:00

GROVES, C.P. (2003)

Taxonomy of ungulates of the Indian subcontinent.

Journal of the Bombay Natural History Society 100 (2/3): 341-362.

Zusammenfassung:

Nach dieser Publikation gibt es auf dem Indischen Subkontinent 46 Huftierarten, von denen Equus hemionus, Rhinoceros sondaicus und Bos javanicus hier vermutlich ausgestorben sind. Dies schließt folgende Taxa ein, die von Unterarten zu vollen Arten erhoben werden: Equus khur, Moschus cupreus, Muntiacus vaginalis, Cervus wallichii, Cervus hanglu und Capricornis thar. Gazella,bennettii salinarum wird als neue Unterart beschrieben und von Tetracerus quadricornis werden drei Unterarten unter bereits bestehenden Namen anerkannt.

groves-biblio

Freigegeben in G
Montag, 15 März 2021 07:24

FLANNERY, T.F. & GROVES, C. P. (1998)

A revision of the genus Zaglossus (Monotremata, Tachyglossidae), with description of new species and subspecies.

Manimalia 62 (3): 367-396.

Volltext (PDF)

Summary:

A systematic revision of monotremes of the genus Zaglossus has revealed unexpected morphological diversity. Statistical and non-metric analysis indicate that three species can be recognised: Zaglossus bruijnii (Peters and Doria, 1876), which inhabits the Vogelkop, Fak Fak and possibly the Charles Louis Mountains regions; Zaglossus bartoni Thomas, 1907a, which occurs on the central cordillera between the Paniai Lakes and the Nanneau Range, as well as the Huon Peninsula ; and Zaglossus Attenboroughi n. sp. from the Cyclops Mountains. Four distinct subspecies of Z. bartoni can be discerned. The three subspecies inhabiting the central cordillera increase in size from east to west:  Z. b. smcenki n. ssp. of the Nanneau Range being the smallest, the nominotypical form intermediate in size, and Z. b. diamond n. ssp. the largest. Zaglossus b. clunius inhabits the Huon Peninsula.

flannery-biblio

Freigegeben in F
Freitag, 05 Februar 2021 10:24

NAPIER, J. R. & NAPIER, P. H. (1972)

Taxonomy and Nomenclature: Systematic List of Living Primates.

in: T-W-FIENNES, R. N. (1972). Pathology of Simian Primates Part I: General Pathology: XXVII-XLVIII.
Verlag S. Karger • Basel • München • Paris • London • New York • Sydney

Reprinted with amendments from NAPIER, J. R. & NAPIER, P. H. (1967). A Handbook of Living Primates. Academic Press, London.

Die Liste enthält 12 Familien, davon 6 in 15 Untrerfamilien aufgeteilt mit 62 Gattungen und 185 Arten.

napier-biblio

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A revised taxonomy of the Felidae.

The final report of the Cat Classification Task Force of the IUCN/SSC Cat Specialist Group.

Cat News Special Issue 11, 80 pp, mit Farbfotos und Verbreitungskarten. ISSN 1027-2992.

Volltext: https://www.researchgate.net/publication/316880566_A_revised_taxonomy_of_the_Felidae_The_final_report_of_the_Cat_Classification_Task_Force_of_the_IUCNSSC_Cat_Specialist_Group

Executive summary:

  1. The current classification of the Felidae was reviewed by a panel of 22 experts divided into core, expert and review groups, which make up the Cat Classification Task Force CCTF of the IUCN Cat Specialist Group.
  2. The principal aim of the CCTF was to produce a consensus on a revised classification of the Felidae for use by the IUCN.
  3. Based on current published research, the CCTF has fully revised the classification of the Felidae at the level of genus, species and subspecies.
  4. A  novel  traffic-light  system  was  developed  to  indicate  certainty  of  each  taxon  based  on  morphological,  molecular,  biogeographical  and  other  evidence.  A  concordance  of  good  evidence  in  the  three  principal  categories was required to strongly support the acceptance of a taxon.
  5. Where disagreements exist among members of the CCTF, these have been highlighted in the accounts for each species. Only further research will be able to answer the potential conflicts in existing data.
  6. A total of 14 genera, 41 species and 77 subspecies is recognised by most members of the CCTF, which is a  considerable  change  from  the  classification  proposed  by  Wozencraft  (2005),  the  last  major  revision  of  the  Felidae.
  7. Future areas of taxonomic research have been highlighted in order to answer current areas of uncertainty.8.  This  classification  of  the  Felidae  will  be  reviewed  every  five  years  unless  a  major  new  piece  of  research  requires a more rapid revision for the conservation benefit of felid species at risk of extinction.

kitchener-biblio

Freigegeben in K
Dienstag, 01 September 2020 09:01

LARROUSSE, F. (1924)

Description de la femelle de Triatoma maxima (Uhler, 1894).

Ann. Parasitol. Hum. Comp., 1924, 2 : n° 3, 207–210.
https://doi.org/10.1051/parasite/1924023207

Zusammenfassung:

Dans cette courte note, nous décrivons la femelle de Triatoma maxima (Uhler, 1894). Ce Triatoma, qui est la plus grande espèce actuellement connue, est caractérisé par sa couleur noire brillante ; son connexivum très épais, bordé de rouge et par des touffes de poils couleur ocre à l'apex des tibias et sur les tarses.

larrousse-biblio

Freigegeben in L
Freitag, 17 April 2020 08:03

Zwergara

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D LC 650

Zwergara

Ara = Diopsittaca nobilis • The Northern Red-shouldered Macaw • L'ara noble

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Zwergara (Ara = Diopsittaca nobilis cumanensis) im Vogelparadies Birka, Mauren FL © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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(sehr) Approximative Verbreitung des Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis). Dunkelblau: D. n. npbilis; dunkelgrün: D. n. cumanensis; rot: D. n. longipennis (NB: die Angaben in den einzelnen Quellen variieren enorm)

 

 

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Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis) im Siky Zoo, Crémines © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis) im Zoo Zagreb © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Zwergara (Ara = Diopsittaca nobilis) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis) im Naturkundemuseum Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Zwergara (Ara = Diopsittaca nobilis) im Welt-Vogelpark Walsrode © Jirka Schmidt, Riesa

 

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Der Zwergara ist der kleinste Vertreter der Aras. Aufgrund von Abweichungen im Flugverhalten und seinen Lautäußerungen wurde er in eine eigene Gattung gestellt. In seinem weiten Verbreitungsgebiet im tropischen Südamerika ist er nicht gefährdet. In unseren Zoos ist er mit mittlerer Häufigkeit zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Gesamtlänge von 30-34 cm, wovon 12-18 cm auf den Schwanz entfallen, einer Flügellänge von 16-20 cm und einem Gewicht von ca. 130-170 g ist Diopsittaca nobilis der kleinste Ara. Von den drei Unterarten weist Hahns Zwergara (D. n. nobilis) die geringste Körpergröße auf. Die Grundfärbung des Gefieders ist grün, Stirn, Scheitel und Außenfahnen der Handschwingen sind mehr blau. Der Flügelbug und die kleinen Unterflügeldecken sind rot. Die unbefiederte Gesichtsregion ist klein und weiß. Der Oberschnabel ist ist je nach Unterart hornfarben oder schwarz-grau, der Unterschnabel schwarz, die Iris braunrot, und die Füße sind dunkelgrau [4; 5; 9; 10; 11]. 

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Brasilien, Französisch-Guyana, Guyana, Surinam, Venezuela [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Zwergara besiedelt vorzugsweise offene, sumpfige oder trockene Savannen einschließlich Cerrado, Caatinga, Galeriewälder und Buriti-Palmenhaine (Mauritia flexuosa), vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'400 m. Außerhalb der Brutzeit lebt er in kleinen Gruppen von etwa 10 Vögeln und kann bisweilen größere Schwärme bilden. Dabei sind die Vögel sehr ruffreudig und geben helle, hohe Laute von sich. Er ernährt sich von Sämereien, Beeren, Früchten, kleinen Nüssen, Hüllen (Exokarp) von Palmnüssen und Blüten. Gelegentlich suchen die Vögel auch landwirtschaftliche Kulturen heim. Genistet wird meistens einzelpaarweise in Höhlen in Palmen, seltener in anderen Bäumen, oder in Termitenbauten. Die Gelege bestehen aus 2-4 ca. 33x27 mm großen Eiern, die während etwa 25 Tagen bebrütet werden. Möglicherweise brüten die Männchen mit. Die Nestlingszeit dauert etwa 60 Tage [1; 5; 9; 10].

Gefährdung und Schutz

Der Zwergara hat eine sehr weite Verbreitung und einen großen, anscheinend stabilen Bestand Er wird deshalb seit 2014 als nicht gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN). Zuvor war die Art nicht beurteilt gewesen [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 meldete Guyana die Ausfuhr von 12'183, Surinam von 1'913 lebenden Wildfängen. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von 15'609 Nachzuchtvögeln erfasst, von denen 12'098 aus Südafrika stammten [3].

Haltung

Die Welterstzucht gelang in den USA im Jahr 1939, die vermutliche europäische Erstzucht zehn Jahre später in England [10; 11]. Zur Haltung in einer kombinierten Innen- / Außenvoliere werden eine Grundfläche von 4x2 m außen und 2x2 m innen sowie eine Höhe von 2.50 m empfohlen. Bisweilen können mehrere Paare in derselben Voliere brüten [9; 11]. Das Höchstalter in Menschenobhut wird mit 22 Jahren und 11 Monaten angegeben, erreicht von einem Vogel im Londoner Zoo [2; 12].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 60 Zoos gezeigt, von denen sich über ein Drittelim deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Fläche von 4 x 2 m und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2021) sind Zwergaras mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.7 m² und einer Höhe von 120 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.1 m² zu erweitern. Dies ist zweifellos für Zwergaras nicht adäquat. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 3 m sowie einen Schutzraum von 2 m² / 2 m Höhe mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Zwergara wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Psittacus nobilis" erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1799 führte Bernard Germain de LACÉPÈDE die Gattung Ara ein, die bis vor Kurzem auch die Art Ara nobilis umfasste. Seit 2011 wird der Zwergara jedoch als einzige Art in die 1913 von dem amerikanischen Ornithologen Robert RIDGWAY geschaffene Gattung Diopsittaca gestellt. Vom Zwergara wurden drei Unterarten anerkannt, von denen in der neuen CHECKLISTE allerdings zwei aufgrund geringfügiger Unterschiede als separate Art angesehen werden [5; 6; 11]:

  • Lichtensteins Zwergara (D. n. cumanensis), Zentralbrasilien, Peru
  • Neumanns Zwergara (D. n. longipennis): Südbrasilien
  • Hahns Zwergara (D. n. nobilis): Nordbrasilien, Guayanas, Venezuela

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Diopsittaca nobilis. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T61958763A95183956. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T61958763A95183956.en . Downloaded on 17 April 2020.
  2. BROUWER, K., JONES, M. L., KING, C. E. und SCHIFTER, H. (2000)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979/82)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  7. ELLIOTT, J. (2011)
  8. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  9. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  10. LANTERMANN, W. (1984)
  11. LEPPERHOFF, L. (2004)
  12. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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