Zustand der Vogelwelt in der Schweiz 2019.

online: URL: www.vogelwarte.ch/zustand. Print: 36 Seiten, ISSN 2297-5632. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

In der Publikation «Zustand der Vogelwelt in der Schweiz» fasst die Vogelwarte jährlich die neuesten Erkenntnisse aus ihren Überwachungsprojekten zusammen, an denen über 2000 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Landesregionen beteiligt sind. Im Bericht 2019 liegt der Schwerpunkt beim 20-jährigen Jubiläum des «Monitorings Häufige Brutvögel» (MHB). Dank dem MHB ist die Bestandsentwicklung von häufigen und weit verbreiteten Brutvogelarten seit 1999 genau dokumentiert.

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Husbandry and pathology of Rodents and Lagomorphs in Swiss zoos.

Verh. Ber. Erkrg. Zootiere 39: 241-254.

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Zusammenfassung:

Haltung und Pathologie von Nagetieren und Hasen in schweizerischen Tiergärten

In der vorliegenden Arbeit werden die früher und derzeit in den vier wissenschaftlich geleiteten Zoos der Schweiz gehaltenen Nagetiere und Hasen vorgestellt. Ehemalige und gegenwärtige Gehege werden mit den gesetzlichen Anforderungen verglichen. Es werden Informationen über die Unterbringung und Fütterung der gegenwärtig gehaltenen Arten gegeben, und bei einigen Arten werden die Zuchterfolge analysiert. Es wird auf spezielle pathologische Probleme, wie Infektionskrankheiten, Parasitosen, Struma, Tumoren sowie zwischen- und innerartliche Aggression hingewiesen, und es werden Vorschläge zur Verhütung von Krankheiten und zur Minderung der Unfallhäufigkeit gemacht.

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Fatal leptospirosis in free-ranging Eurasian beavers (Castor fiber L.), Switzerland.

Transboundary and emerging diseases, 65(5): 1297-1306. Blackwell 10.1111/tbed.12879

Leptospirosis was first diagnosed in free‐ranging Eurasian beavers (Castor fiber L.) in Switzerland in 2010. Pathologic, serologic, molecular and epidemiologic analyses were carried out on 13 animals submitted for necropsy from 2010 through 2014. Typical lesions included alveolar haemorrhages in the lungs, tubular degeneration and interstitial nephritis in the kidneys. Microscopic agglutination test results were positive for serogroups Icterohaemorrhagiae, Australis, Autumnalis and Sejroe. Molecular analysis identified four distinct profiles belonging to serovar Icterohaemorrhagiae or Copenhageni. The severity and features of the lesions were consistent with a fatal disease associated with leptospires similarly to what has been reported in other animals and humans. The spatiotemporal occurrence of leptospirosis in beavers suggested an upstream spread of the bacteria and coincided with an increased incidence of leptospirosis in dogs and a case cluster in humans. However, an epidemiologic link among beaver cases and among species was not supported neither by the serologic nor molecular data.

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Donnerstag, 12 April 2018 21:15

DÖNNI, W. & FREYHOF, J. (2002)

Einwanderung von Fischarten in die Schweiz - Rheineinzugsgebiet.

Mitteilungen zur Fischerei 72: 1-89.
Herausgeber: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)

Zusammenfassung:

Die Fischartengemeinschaft der Schweiz war durch das Aussterben und die Neu- oder Wiedereinwanderung seit jeher Veränderungen unterworfen. Neben natürlichen Ursachen wie z. B. Klimaschwankungen ist seit einigen hundert Jahren der Mensch zunehmend verantwortlich für Verschiebungen im Artengefüge. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die Beeinflussung durch den Menschen derart gross, dass in der Schweiz 8 Fischarten als Folge der Gewässerverschmutzung, der Überfischung, vor allem aber der Flussverbauungen ausgestorben sind.

Gleichzeitig mit dem Verschwinden dieser Arten wurde eine beträchtliche Anzahl nicht einheimischer (allochthoner) Fischarten (Fisch-Neozoen) vorwiegend aus fischereilichen Überlegungen in unsere Gewässer eingesetzt. Heute umfasst die Fischfauna der  Schweiz mindestens 16 fremde Fischarten, die zumeist etablierte Bestände  bilden konnten. 13 Arten gelangten durch gezielten Besatz oder das Einschleppen via Besatzmaterial, 2 Arten über die Zierfischhaltung und 1 Art aus unbekannten Gründen in die  Gewässer. Heute ist das Einsetzen allochthoner Fischarten in der Schweiz auf gesetzlicher Ebene befriedigend geregelt.

Allochthone Fischarten können in vielerlei Hinsicht negative ökologische Auswirkungen haben. So sind beispielsweise ein Konkurrenz- oder Prädationsdruck auf einheimische (autochthone) Arten möglich. Auch eine Hybridisierung mit nah verwandten Vertretern der lokalen Fauna oder das Einschleppen von Krankheiten und Parasiten kann zu Beeinträchtigungen führen. Neozoen müssen aber nicht immer Probleme verursachen. Sie können sich auch unauffällig in die lokale Artengemeinschaft einfügen.

Das  Wissen  über  die  Rolle,  die  die  allochthonen  Fischarten  innerhalb  der  autochthonen  Artengemeinschaft spielen, weist fast durchwegs grosse Lücken auf. Unerwünschte Interaktionen mit den einheimischen Arten können daher unbemerkt ablaufen. Bei unerklärlichen Bestandesrückgängen autochthoner Fischarten sollte daher auch der Einfluss von Neozoen in Betracht gezogen  werden. Dieser könnte in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen, da eine ganze Anzahl neuer Fischarten quasi vor der Tür
in  die  Schweiz steht. Nachdem der Rapfen (Aspius aspius) und der Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva) in den letzten Jahren  via Hochrhein den Weg in die Schweiz gefunden  haben, ist zu erwarten, dass kurzfristig 6, mittel- und langfristig 9 zusätzliche  allochthone Fischarten auf diesem Weg in die Schweizer Gewässer gelangen könnten. Bei 6 dieser potenziellen Neozoen ist mit beträchtlichen negativen Auswirkungen auf die autochthone Fischgemeinschaft (Konkurrenz, Prädation) zu rechnen; es handelt sich um die Dickkopf-Elritze (Pimephales promelas), die Amurgrundel (Perccottus glehni), die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis), die Nackthals-Grundel (N. gymnotrachelus), die Kessler-Grundel (N. kessleri) und die Schwarzmund-Grundel (N. melanostomus).
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Neben einer Einwanderung allochthoner ist auch die Immigration ausgestorbener, autochthoner Fischarten in den nächsten Jahren zu erwarten. Dies gilt vor allem für das Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), den Lachs (Salmo salar) und die Meerforelle (Salmo trutta).

Der  vorliegende  Bericht  liefert  eine  Übersicht  über  die  Neozoen  der  Schweizer  Fischfauna. Neben den bereits vorkommenden Arten befasst er sich mit möglichen Neueinwanderern, aber auch mit den heute ausgestorbenen, dereinst hoffentlich  wieder einwandernden Arten. Die  Situation im  Einzugsgebiet des Rheins steht dabei im Zentrum der Betrachtung. 37 Arten (bzw. Taxa) werden im Detail beschrieben.

Volltext (PDF)

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Donnerstag, 14 Dezember 2017 14:36

GROSSENBACHER, K. (1974)

Die Amphibien der Umgebung Berns

Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern 31: 3.23.

Einleitung:

Es existieren verschiedene Verzeichnisse der Amphibienarten in der Schweiz. Die wichtigsten sind wohl diejenigen von Schinz 1837, Fatio 1872, Goeldi 1914, Dottrens 1963 und Brodmann 1970. Alle geben sehr summarische Verbreitungsangaben, müssen also als faunistische Bearbeitungen des Gebietes angesehen werden. Eine zoogeographische Bearbeitung der Schweiz erfolgte noch nicht, wohl aber eine Bearbeitung gewisser Regionen. Als erste derartige Arbeit darf sicher diejenige von Aellen und Perret 1953 über den Kanton
Neuenburg angesehen werden. Wenn darin auch keine Verbreitungskärtchen gezeichnet wurden, enthält die Arbeit doch für jede Amphibienart eine ganze Reihe recht genauer Standortsangaben. Eine umfassende Bestandesaufnahme stellt dann diejenige des Kantons Zürich von Escher 1972 und Mitarbeitern dar. Die eigentlichen Feldarbeiten wurden hier in den Jahren 1967 bis 1969 durchgeführt. Eine weitere derartige Bestandesaufnahme ist
gegenwärtig im Kanton Waadt unter C. Perret-Gentil im Gange.

Über den Kanton Bern existieren weder faunistische noch zoogeographische Arbeiten über Amphibien, ebensowenig über einzelne Regionen. Für die Umgebung der Stadt Bern (im folgenden als Region Bern bezeichnet) konnten lediglich drei publizierte Angaben über Amphibienvorkommen eruiert werden: 1837 schreibt Schinz, ein Dr. Otth habe den Teichmolch (Triturus vulgaris) erstmals für die Schweiz in der Umgebung von Bern feststellen
können. Goeldi schreibt 1914, in einer Sitzung der bernischen Naturforschenden Gesellschaft habe man alle vier einheimischen Molcharten aus einem Tümpel am Fuße des Belpberges vorgeführt. Tavel schließlich gibt 1933 ein Verzeichnis der von ihm am Egelsee festgestellten Amphibienarten. Zwei weitere nichtpublizierte Gymnasiallehrerarbeiten am Zoologischen Institut geben Amphibienverzeichnisse für die Ostermundigensteinbrüche (Zimmermann 1932) und den Selhofenteich (Schönmann 1937) wieder.

Die vorliegende Arbeit soll deshalb diese seit langem bestehende Lücke schließen und eine möglichst genaue Bestandesaufnahme der Amphibien in der Region Bern geben. Im Unterschied zu den beiden Arbeiten in den Kantonen Zürich und Waadt wurde hier noch spezielles Gewicht auf die Entwicklung der Naßstandorte (und damit der Laichplätze) in den letzten hundert Jahren gelegt.

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Montag, 27 November 2017 14:22

DUBEY, S., LEUENBERGER, J. PERRIN, N. (2014)

Multiple origins of invasive and ‘native’ water frogs (Pelophylax spp.) in Switzerland.

Biological Journal of the Linnean Society. 112. DOI: 10.1111/bij.12283

Abstract:

The marsh frog (Pelophylax ridibundus) has been introduced in many areas in Central and Western Europe as a result of commercial trade with Eastern Europe, and is rapidly replacing the native pool frog (P. lessonae). A large number of Pelophylax species are distributed in Eastern Europe and the strong phenotypic similarity between these species is rendering their identification hazardous. Consequently, alien populations of Pelophylax might not strictly be composed of P. ridibundus as previously suspected. In the present study, we analysed the cytochrome-b and NADH dehydrogenase subunit 3 genes of introduced and native Pelophylax species from Switzerland (299 individuals) in order to properly identify the source populations of the invaders and the genetic status of the native species. Our study highlighted the occurrence of several genetic lineages of invasive frogs in western Switzerland. Unexpectedly, we also showed that several populations of the native pool frog (P. lessonae) cluster with the Italian pool frog P. bergeri from central Italy (considered by some authors as a subspecies of P. lessonae). Hence, these populations are probably also the result of introductions, meaning that the number of native P. lessonae populations is fewer than expected in Switzerland. These findings have important implications concerning the conservation of the endemic pool frog populations, as the presence of multiple alien species could strongly affect their long-term subsistence.

Multiple origins of invasive and ‘native’ water frogs (Pelophylax spp.) in Switzerland.

Available from: https://www.researchgate.net/publication/261675084_Multiple_origins_of_invasive_and_%27native%27_water_frogs_Pelophylax_spp_in_Switzerland [accessed Nov 27 2017].

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Montag, 28 November 2016 08:48

Wiederansiedlung Ringelnatter

Schutz der Ringelnatter im Ruhrgebiet

Zoo Duisburg

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Ringelnatter (Natrix natrix) © Zoo Duisburg

 

EUR 2016 02 Ringelnatter 4 Aufzucht DU
Ringelnatter-Jungtier in der Auzuchtstation des Duisburger Zoos © Zoo Duisburg

 

Flyer (PDF)

Ringelnattern leben zumeist in Gewässernähe, wo sich diese völlig ungiftigen und für den Menschen somit absolut harmlosen Schlangen, die ausgezeichnete Schwimmer sind, vornehmlich von Amphibien ernähren. Aufgrund der Entwässerung von Feuchtgebieten, dem Rückgang von Überschwemmungsgebieten sowie der Trockenlegung vieler Gewässer wurde der Lebensraum der Ringelnatter stark dezimiert, weshalb Ringelnattern insbesondere in den vom Menschen geprägten Regionen mit Städtebau und intensiver Landwirtschaft selten geworden sind. So auch im größten Ballungsgebiet Deutschlands, dem Ruhrgebiet, wo die Ringelnatter nur noch sehr fragmentierte und kleine Biotope bewohnt.

Mit Unterstützung und finanzieller Förderung der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und in Kooperation mit der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) initiierte der Zoo Duisburg ein Natur- und Artenschutzprojekt zum Erhalt der Ringelnatter im Ruhrgebiet.Oberstes Ziel ist es, den Bestand der Schlangen im Freiland zu stärken durch Bestandserfassungen, Unterschutzstellung geeigneter Habitate, künstlicher Aufzucht der Schlangen im Zoo zur Steigerung der Reproduktionsrate mit anschließender Auswilderung sowie Aufklärungsarbeit gegenüber der Bevölkerung.

Ein wichtiger Mosaikstein des Projektes ist es, die Bevölkerung mit einzubinden. Ein Faltblatt bietet Informationen zum Projekt, ebenso wie verschiedene Artenschutzunterrichteinheiten sowohl des Zoos als der BSWR, um den Menschen die Ringelnattern näher bringen, und um die Menschen für die Schlangen und deren Schutzbedürfnisse zu sensibilisieren. Unter der Domäne www.ringelnatter.bswr.de wurde eine Fundmeldestelle aufgeschaltet, auf der jede Beobachtung einer Ringelnatter dokumentiert werden kann als Grundlage für eine zu aktualisierende Verbreitungskarte der Schlange.

Für die Zucht der Ringelnatter wurde im Zoo Duisburg eine Aufzuchtstation errichtet. Im Frühjahr wird eine festgelegte Anzahl trächtiger Weibchen im Freiland aufgespürt und in die Zuchtstation überführt. Nach erfolgter Eiablage werden die Tiere am Fundort wieder ausgesetzt. Die Gelege werden in Inkubatoren des Zoos ausgebrütet. Nach dem Schlupf verbleiben die Jungschlangen ca. zwei Jahre in der Aufzuchtstation, so dass sie bei der darauf folgenden Auswilderung als ausgewachsene Tiere gute Überlebenschancen haben.  Mit diesen verschiedenen Maßnahmen können nicht nur wertvolle wissenschaftliche Daten der Schlangen gewonnen werden, sondern es kann zudem der Wildbestand deutlich aufgestockt werden, um hiermit ein Überleben der Ringelnatter auch im vom Menschen dicht besiedelten Ruhrgebiet zu garantieren. 2018 wurden erstmals 25 Ringelnattern aus dem Projekt in der Rheinaue Walsum wiederangesiedelt, wo die Art früher natürlicherweise vorkam, aber lokal ausgestorben war.

Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 06:15

WEINBERGER, I. (2016)

Die Ufervegetation - Geschichte, Funktionen und Pflege.

Broschüre, 12 Seiten, 17 Fotos / Grafiken.

FAUNAFOCUS 28/2016. Hrsg.: Wildtier Schweiz.

Zusammenfassung:

Fliessgewässer – und seien sie noch so klein – sind wichtige Verbindungsachsen in stark genutzten Landschaften, sofern sie von einer strukturreichen, natürlichen Ufervegetation begleitet werden. Wo Wasser und Land eng verzahnt ineinandergreifen, entstehen sehr artenreiche Lebensräume, Leitlinien mit guter Deckung für mobile Tiere, Kinderstuben und Verstecke für Fische, Krebse und kleine Wasserlebewesen. Auch viele Pflanzen nutzen den Uferstreifen als Ausbreitungsweg. Heute ist die Ufervegetation zwar oft zerstört, doch kann sie wieder ihre angestammte Funktion übernehmen, wenn sie entsprechend gestaltet und gepflegt wird. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, wurde von Irene Weinberger in der neuesten Ausgabe von FaunaFocus sehr anschaulich dargestellt.

Bestellung: http://www.wildtier.ch/shop/shop.php?product=330

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Schweizer Brutvogelatlas. Verbreitung der Brutvögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 1993–1996/Atlas des oiseaux nicheurs de Suisse. Distribution des oiseaux nicheurs en Suisse et au Liechtenstein en 1993–1996.

574 Seiten, durchgehend vierfarbig ilklustriert.
Schweizerische Vogelwarte/Station ornithologique suisse, Sempach. ISBN 3-952 1064-5-3.

Details:

Das Werk bietet einen einzigartigen Überblick über die Verbreitung und Situation der einheimischen Brutvögel.

Die Schweiz wurde in 467 Atlasquadrate eingeteilt, wobei es vor allem in den Alpen einige Modifikationen gegenüber dem ersten Atlas gab. In 2943 Kilometerquadraten wurden Kartierungen durchgeführt. Die rund 1000 beteiligten Ornithologinnen und Ornithologen sandten ihre Daten jährlich auf vorgedruckten Formularen ein. Sie wurden an der Vogelwarte oder durch Freiwillige laufend erfasst.

Die erhobenen Daten werden wie folgt präsentiert:

  • Vergleichskarten 1972–1976 vs. 1993–1996: Sie zeigen erstens das gesamte Verbreitungsgebiet, in dem eine Art nachgewiesen wurde, wobei sie auch Gebiete mit sehr geringer Populationsdichte und zerstreute Einzelvorkommen einschliessen. Zweitens geben sie die Resultate der beiden Atlaserhebungen separat wieder und lassen damit Änderungen in der Verbreitung erkennen.
  • Punktkarten: Für Vogelarten, die zwar ein grosses Verbreitungsgebiet haben, aber nur in geringer Dichte vorkommen, wurden Punktkarten angefertigt. Sie zeigen, in welchen Quadratkilometern die entsprechende Art 1993–1996 festgestellt wurde.
  • Dichtekarten: Der zweite Brutvogelatlas gibt erstmals auch Informationen über räumliche Unterschiede in der Häufigkeit der verbreiteten Vogelarten wieder. Dazu wurden die Ergebnisse der Kartierungen in den 2943 Kilometerquadraten verwendet.

Zusätzlich zu diesen Angaben erlauben die Daten genaue Aussagen über die Höhenverteilung nördlich und südlich der Alpen sowie über den Anteil besetzter Kilometerquadrate in den verschiedenen Höhenstufen.

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Biologie, Gefährdung und Schutz der Groppe (Cottus gobio) in der Schweiz.

Mitt. zur Fischerei 77: 1-73. Hrsg. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Bern.

Zusammenfassung:

Die Groppe oder Koppe (Cottus gobio, L. 1758) ist in der Schweiz der einzige Vertreter der Familie der Cottidae. Dieser Kleinfisch bewohnt einen Teil der Schweizer Bäche und Seen. Obschon die Groppe in der Schweiz noch häufig vorkommt, wird sie infolge eines deutlichen Bestandesrückgangs innerhalb der letzten 50 Jahre zu den potenziell gefährdeten Fischarten gezählt. Da sie keine wirtschaftliche Bedeutung hat, ist sie nur selten in den Mittelpunkt spezifischer Forschungen gerückt.

Die Körperform der Groppe ist der bodenorientierten Lebensweise besonders gut angepasst. Der Körper ist länglich und zylinderförmig, mit einem breiten, abgeflachten Kopf, der etwa ein Drittel der Gesamtlänge einnimmt. Die beiden grossen Brustflossen erlauben eine gute Grundhaftung. Weitere Merkmalen sind das Fehlen einer Schwimmblase, eine glatte, schuppenfreie Haut und durch eine doppelte Cornea geschützte Augen.

Die Groppe ist eine europäische Art, die in kontinentalen Gewässern von Nordspanien bis in den Ural und von Südskandinavien bis Nordgriechenland vorkommt. Sie hält sich vorzugsweise in Forellengewässern auf, kommt jedoch auch in grossen Fliessgewässern und in Seen vor.

Mit zunehmendem Alter verlagern sich die ökologischen Ansprüche der Groppe bezüglich der Substratbenutzung, da dieses im Verhältnis zu ihrer Grösse steht. Die Jungfische bevorzugen grobkörnigen Schotter, während sich die grösseren Exemplare unter Steinen verbergen, welche ihren Dimensionen entsprechen. Zur Vollendung des Lebenszyklus benötigt die Groppe deshalb auf beschränktem Lebensraum ein Mosaik verschiedener Habitatstrukturen.

Die Nahrung der Groppe besteht hauptsächlich aus Invertebraten wie Trichopteren, Ephemeropteren und Dipteren. Sie selbst ist Beute für andere Fischarten (Forelle, Hecht, Aal, Barsch, Alet) sowie fischfressenden Vögel (Gänsesäger, Graureiher, Eisvogel). Der Eintritt in die Geschlechtsreife sowie die Laichzeit der Groppe variieren je nach Gewässer. Die Lebensdauer kann 3 bis 10 Jahre betragen; im Allgemeinen ist der Fisch mit 2 Jahren geschlechtsreif. Die Laichzeit findet zwischen Februar und Juni statt. In dieser Zeit legt das Weibchen seine Eier in einer vom Männchen bewachten Höhle an die Unterseite eines Steins ab. Die vom Männchen bewachte Brut wird durch Fächelbewegungen der Flossen mit ausreichend sauerstoffreichem Wasser versorgt. Die Entwicklungszeit der Eier beträgt rund 275 Tagesgrade.

Die Groppe wird von denselben Faktoren bedroht wie andere Fischarten. Habitatveränderungen (Gewässerunterhalt, Querbauten, Stauhaltungen, etc.) ziehen den Verlust der natürlichen Lebensraumvielfalt sowie der Fliessgewässer-Dynamik nach sich. Hindernisse verschiedener Art beeinträchtigen ihre Wandermöglichkeiten, trennen Populationen ab oder verhindern eine natürliche Neubesiedlung bestimmter Strecken. Ein stets aktuelles Thema bleibt die Gewässerbelastung durch Stoffe, deren Auswirkungen teilweise noch unbekannt sind.

Die wichtigsten Schutzmassnahmen für diese Fischart bestehen in der Renaturierung von stark verbauten Fliessgewässern, der Abschaffung oder Sanierung von Wanderhindernissen sowie der Bekämpfung der Gewässerverschmutzung.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx