Donnerstag, 14 Juni 2018 11:03

THIEME, K. (1994)

Zur Bedeutung des Nestbaus bei Brillenbären (Tremarctos ornatus).

Diplomarbeit
128 S.
Math.-Nat. Fakultät, Universität zu  Köln (Prof. Dr. G. Nogge)
Kölner Zoo: Dr. L. Kolter

Zusammenfassung:

Nach einem Überblick über die derzeitigen Kenntnisse zur Lebensweise des Brillenbären im Allgemeinen und zum Bau von Boden- und Baumnestern im besonderen werden die Ergebnisse der Untersuchungen zum Ruhe- und Nestbauverhalten an Brillenbären im Kölner Zoo dargestellt. Die damit verbundenen Strkturänderungen der Gehege werden beschrieben. Innen wurden viereckige Nestkörbe, 2 davon im Wurfbereich, angebracht. Auf der Außenanlage wurde ein runder Nestkorb aufgestellt. Aus belaubten Ästen entsteht zwar gelegentlich ein Nest, aber Stroh wird als Nestbaumaterial bevorzugt. Seit 1993 wird es nicht nur innen, sondern auch außen ganzjährig angeboten, um Nestbau im Leerlauf zu vermeide und zu gewährleisten, dass vor jeder Ruhephase eine weiche Unterlage aus isolierendem Material geformt werden kann.

Bevorzugte Ruheplätze befinden sich auf erhöhten Holzstrukturen oder in geschützten Nischen und Eingängen. Die Wahl des Platzes wird von Wetterbdingungen und sozialen Faktoren beeinlusst. Dem muss bei der Gehegegestaltung Rechnung getragen werden. Berücksichtigt diese tatsächlich die artspezifischen Anspüche und Verhaltensweisen, kann sogar Ruheverhalten zur Naturschutzerziehung eingesetzt werden.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 14:58

DIETERMANN, A. (1996)

Zum Ruhe- und Schlafverhalten von Bären und Kleinbären in Gefangenschaft.

Diplomarbeit

147 Seite

Fachbereich Biologie, Philipps-Universität Marburg
Leitung: Prof. Dr. Friedrich von Hagen
Zoo Duisburg, Zoo Berlin, Zoo Frankfurt, Zoo Gelsenkirchen, Zoo Köln, Zoo Müsnter

Zusammenfassung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Ruheverhalten der acht Ursidenarten und von fünf Procyonidenarten in Gefangenschaft. Die Arten waren: Ursidae: Ursus arctos, Ursus maritimus, Ursus, americanus, Ursus thibetanus, Helarctos malayanus, Melursus urinus, Tremarctos ornatus, Ailuropoda melanoleuca. Procyonidae: Ailurus fulgens, Procyon lotor, Nasua nasua, Nasua narica, Potos flavus.

Die Untersuchungen wurden in sechs Zoologischen Gärten durchgeführt: Berlin, Duisburg, Frankfurt, Köln, Münster und Gelsenkirchen. Die Einteilung der Begriffe „Ruhe“, „Rast“ und „Schlaf“ sowie die Definition der Ruhestellungen erfolgt nach Haßenberg (1965), die Datenerhebung wurde mit dem Fokustierverfahren, Stichprobenverfahren und Ad-Libitum-Sampling (alle nach Altmann, 1974) durchgeführt. Hauptuntersuchungspunkte dieser Arbeit sind das Vorkommen und der Anteil unterschiedlicher Ruhepositionen, das Verhältnis von Ruhe und Aktivität, die Wahl verschiedener Ruheplätze, das Vorkommen von Kontaktliegen und stereotype Verhaltensweisen. Bei der quantitativen Auswertung ergaben sich in Bezug auf die Ruhestellungen die folgenden Punkte: Die bevorzugte Raststellung aller untersuchten Arten ist das Ruhesitzen, bei Braun-, Schwarz-, Brillen-, Malaien- und Wickelbären kommen noch die Kauerlage und der Kauersitz hinzu. Die bevorzugte Schlafstellung der meisten Spezies ist die gestreckte Seitenlage, bis auf Malaienbär, Kleiner Panda, Wasch- und Wickelbär, bei denen die Bevorzugung anderer Stellungen als mögliche Folgen der arboricolen Lebensweise diskutiert wurde. Einroll-Lagen kamen in nennenswertem Umfang bei den Ursidae nur beim Großen Panda (Bch) und bei allen beobachteten Procyonidae (Bch, bei Nasenbären nur Se) vor. Die besondere Bedeutung der gestreckten Bauchlage für Eisbären sowie der Rückenlage für Malaien- und Kragenbären wird diskutiert. Alle Arten zeigten unterschiedliche Aktivitätsniveaus, die Großen Pandas waren überdurchschnittlich ruhig, die Lippenbären besonders aktiv. Es wird diskutiert, ob die Ursidae ihren Tagesrhythmus den Besuchszeiten anpassen und die Procyonidae nicht. Bei allen Arten der Ursidae wurde Kontaktliegen beobachtet, wobei das Kontaktliegen von Geschlechtspartnern außerhalb der Ranz, das bei allen Arten außer bei Eis- und Brillenbär sowie Großen Pandas beobachtet wurde, als mögliche Folge der Gefangenschaftshaltung angesehen werden könnte. Das bei den Procyoniden beobachtete Kontaktliegen scheint im Einklang mit den Verhältnissen in Freiheit zu stehen. Nur adulte Kleine Pandas zeigten kein Kontaktliegen. Stereotypes Verhalten kam bei allen untersuchten Spezies, aber nicht in allen Zoogruppen vor. Als mögliche Gründe werden Mangel an Beschäftigung und Reizarmut der Umgebung diskutiert sowie mögliche Konfliktsituationen (nach Holzapfel, 1940). Im Vergleich von juvenilen und adulten Ailurus fulgens konnten infantile und adultiforme Ruhestellungen erkannt werden. Die strittige Stellung von Ailuropoda melanoleuca und Ailururs fulgens im System der Ursidae und Procyonidae wird diskutiert. Die Auswertung des Ruheverhaltens scheint nur begrenzt zur Klärung von Verwandtschaftsverhältnissen beitragen zu können. Für die Gruppierung der Gattungen innerhalb der Familien ergeben sich wenige Anhaltspunkte.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 13:52

SOMMER, C. (1990)

Zum Ruheverhalten hundeartiger Raubtiere.

Diplomarbeit

161 Seite

Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Biologie
Leitung: Prof. Dr. Heinrich-Otto von Hagen
Zoo Duisburg, Zoo Berlin, Zoo Frankfurt, Zoo Karlsruhe, Zoo Krefeld, Zoo Osnabrück, Zoologisch-botanischer Garten Stuttgart, Zoo Wuppertal

Zusammenfassung:

1. Die Arbeit berichtet über das Ruheverhalten von elf Wildcanidenarten in Gefangenschaft und von Haushunden. Die Arten waren Alopex lagopus, Canis lupus, Chrysocyon brachyurus, Cuon alpinus, Fennecus zerda, Lycaon pictus, Nyctereutes procyonoides, Otocyon megalotis, Speothos venaticus, Vulpes rueppelli und Vulpes vulpes.
2. Die Untersuchung fand in acht Zoologischen Gärten, in Berlin, Duisburg, Frankfurt, Karlsruhe, Krefeld, Osnabrück, Stuttgart und Wuppertal und für Haushunde in einer Zwingerhaltung der Behringwerke AG statt.
3. Die Begriffe Ruhe, Rast und Schlaf werden nach Haßenberg (1965) erläutert und die beobachteten Caniden vorgestellt.
4. Die Datenerhebung erfolgte durch Beobachtung, Video- und Filmauswertung. Die Beobachtung wurde nach dem „Instaneous and scan sampling“, dem „Focus-animal sampling“ und dem „Ad libitum sampling“ (alle nach Altmann, 1974) durchgeführt.
5. Hauptuntersuchungspunkte waren die Ruhestellungen, die Ruheplätze, die Gruppensynchronisation und das Kontaktliegen. Ergänzende Gesichtspunkte bezogen sich auf Verhaltenssequenzen vor und nach dem Ruhen und auf die Bevorzugung einer Körperseite zum Liegen.
6. Es wird geprüft, ob die gefundenen Ergebnisse zur Klärung der Verwandtschaft der untersuchten Arten beitragen. Sitzen ist bei C. lupus und Lycaon eine „sekundär-infantile“ (Haßenberg, 1965) Verhaltensweise, dessen Vorkommenshäufigkeit auch für andere Canis-Arten geprüft werden sollte.
7. Kontaktliegen, gemeinsames Liegen und Gruppensynchronisation stehen mit der sozialen Organisation in Zusammenhang. Sie können als Merkmale zur Beschreibung von Sozialsystemen verwendet werden.
8. Die Auswahl des Ruheplatzes steht mit den normalerweise vorkommenden ökologischen Bedingungen in Zusammenhang. In einem Zoo hat der Tierpfleger größeren Einfluss auf die Platzwahl als die Zoobesucher.
9. Die Ergebnisse können als Beispiel für Evolutionsregeln herangezogen werden. Für Haushunde sind die Rückenlage und das Sitzen Fetalisationserscheinungen. Für Speothos wurde ebenfalls Rückenlage, aber auch Kontaktliegen und die hohe Gruppensynchronisation als Fetalisationserscheinungen gedeutet.
10. Anhand des Waldhundes wird der Zusammenhang von Retardation und Fetalisierung diskutiert. Die Sozialstruktur von C. lupus und Lycaon wird angesprochen und in Zusammenhang mit dem Ruheverhalten gestellt. Das Schwanzeinschlagen als Demutsgeste der Caniden entstand mindestens zweimal unabhängig voneinander.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 08:12

STEIDELE, N. (2011)

Beobachtungen einer Przewalski-Junggesellenherde im Jahresverlauf unter besonderer Berücksichtigung von Ruheverhalten und Rangordnung.

Monitoring a bachelor group of Przewalski horses throughout the course of a year with particular attention paid to sleep behaviour and rank order.

Dr. med. vet. Dissertation

146 Seiten

Ganzer Text

Veterinärwissenschaftliches Department der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Leitung: Prof. Dr. M. H. Erhard
Tierpark Hellabrunn, Tiergarten Nürnberg

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Studie wurde eine unter natürlichen Bedingungen im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst lebende Przewalskihengstherde über den Zeitraum eines Jahres in regelmäßigen Abständen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang beobachtet, mit dem Ziel, genauere Erkenntnisse über deren Ruheverhalten zu erlangen.

Weitere Schwerpunkte der Arbeit stellten die Rangordnung und die soziale Organisation der Herde, die Stressmessung mittels Cortisolmetabolitenbestimmung im Kot sowie die Nutzung des Geländes durch die Pferde dar, um einen möglichen Einfluss dieser Faktoren auf das Ruheverhalten zu bestimmen.

Insgesamt wurde 242 h beobachtet, wobei die Tage in jeweils vier Beobachtungseinheiten aufgeteilt wurden. Die Rangordnung wurde monatlich mit der Methode des „Average Dominance Index― (ADI) erfasst. Die soziale Struktur der Herde betreffend wurden insgesamt 508 agonistische und 415 freundliche Sozialkontakte zwischen den Przewalski-Hengsten beobachtet, wobei sich die agonistischen Interaktionen in 82,7 % agonistische Interaktionen ohne Körperkontakt sowie 17,3 % mit Körperkontakt aufteilten. Die Ergebnisse ließen eine positive Korrelation der Anzahl der agonistischen Interaktionen mit der sozialen Stellung des jeweiligen Pferdes erkennen. Hinsichtlich der jahreszeitlichen Aufteilung differenzierten sich die agonistischen Sozialkontakte in 18,7 % im Frühling, 33,0 % im Sommer, 21,9 % im Herbst sowie 26,4 % in den Wintermonaten. Letztere fanden überwiegend während der Winterfütterung statt. Freundliche Interaktionen stellten sich als nicht mit der Rangfolge korrelierend und in Bezug auf die jahreszeitliche Verteilung gegenläufig zu den agonistischen Interaktionen heraus.

Die Nutzung des Geheges war in erster Linie abhängig vom Jahresverlauf. Vorwiegend nutzten die Pferde Offen- und Heideflächen, wobei sich hierbei vor allem der Bewuchs der Flächen als entscheidendes Kriterium für ein Verweilen zum Ruhen oder Fressen herausstellte. Im Oktober und November suchten sie zudem am Waldrand nach Nahrung wie Kiefernschößlingen und Pilzen und fraßen auch vermehrt Heidekraut sowie Besenginster. Im Winter waren die Heide und in der Zeit der Zufütterung der Waldrand ein beliebter Aufenthaltsort. Bei jedem Wetter wurden eindeutig übersichtliche Flächen mit gutem Rundumblick gegenüber dem natürlichen Witterungsschutz des Waldes bevorzugt. Ein besonderer Aspekt, der auf bestehende Unterschiede zwischen Przewalskipferden und domestizierten Pferden hinweist, ist das bewusste Aufnehmen des für Hauspferde hoch giftigen Adlerfarns, sowie des zwar mindergiftigen, aber gerade im Winter in großen Mengen verzehrten Besenginsters. Auch tranken die Przewalskihengste bei ständig erreichbarer Wasserquelle lediglich einmal täglich, was sich auf die Gegebenheiten in ihrem niederschlagsarmen Ursprungsgebiet zurückführen lässt.

Gegen lästige Insekten wussten sich die Hengste erfolgreich zur Wehr zu setzen, indem sie sich mit zuvor abgebissenen Kiefernästen behängten und diese als Fliegenmasken nutzten.

Für gemeinsame Ruhepausen, in denen ein Großteil der Herde oder sogar alle Pferde ruhten, wurden bevorzugt trockene und übersichtliche Ruheplätze auf Offen- und Heideflächen aufgesucht. Kurze Pausen einzelner Pferde ließen hingegen keine Ortspräferenz erkennen. Gerade längere Pausen, in denen auch liegende Ruhepositionen eingenommen wurden, waren vorwiegend zwischen ca. 8:00- 10:30 Uhr und mittags von ca. 13:00-14:30 Uhr zu beobachten. Nachmittags ruhten nur vereinzelte Pferde im Liegen, der Großteil der Tiere ruhte um diese Tageszeit im Stehen. Im Sommer verschob sich die zweite Ruhephase in den späteren Nachmittag auf ca. 16:00- 18:00 Uhr. Abends wurde lediglich vereinzelt und seltener geruht. Je kälter es im Jahresverlauf wurde, desto seltener und kürzer legten sich die Pferde ab, so dass von November bis in den März Ruhen im Stehen das ausschließliche Ruheverhalten darstellte. Im März ist eine plötzliche starke Einschränkung des Ruheverhaltens festzustellen, dies ist höchstwahrscheinlich auf die zu dieser Zeit eingestellte Winterfütterung zurückzuführen. Im Frühjahr und im Herbst ruhten die Pferde mit Mittelwerten von 5,8 % bzw. 5,6 % des Beobachtungstages deutlich kürzer als im Sommer mit 7,7 % und im Winter mit 7,5 %. Eine Abhängigkeit der Gesamtruhezeit von der sozialen Stellung in der Herde war hier nicht ersichtlich. Ruhen im Stehen nahm bei allen Tieren den weitaus größten Teil des Gesamtruheverhaltens ein. Stehend geruht wurde im Mittel pro Stunde zwischen einer und sechs Minuten; Brustlage ohne aufgestützten Kopf erfolgte durchschnittlich bis zu ca. 2 min, Brustlage mit aufgestütztem Kopf bis zu ca. 1 min und Ruhen in Seitenlage bis zu ebenfalls ca. 1 min. Dies entspricht einem prozentualen Anteil pro Stunde von 2,3 - 10,1 % für stehendes Ruhen, bis zu 2,4 % für Brustlage ohne aufgestützten Kopf, bis zu 1,3 % für Brustlage mit aufgestütztem Kopf sowie bis zu lediglich 0,8 % für die Seitenlage. Im Mittel ruhten die Pferde zwischen 60 % und 75 % der Gesamtruhezeit in der Gruppe, wobei rangniedrigere Hengste zu einem größeren Anteil in der Gruppe ruhten als ranghohe Tiere.
Die Werte der Cortisolmetaboliten (GCM) im Kot standen in engem Zusammenhang mit den Jahreszeiten. Trotz individueller Schwankungen folgten alle Werte einem jahreszeitlichen Verlauf. Alle Tiere zeigten in den Wintermonaten deutlich erniedrigte Cortisolwerte, die höchsten entfielen auf den Sommer bzw. bei einem Tier auf den Frühling. Einen starken Einfluss nahm die Einstellung der Winterfütterung im März. Hier stieg die Konzentration der Cortisolmetabolitenwerte im Kot aller Pferde sprunghaft um ein vielfaches an. Mit Werten von 4,87 ng/g bis 107,45 ng/g unterlagen die GCM-Werte starken Schwankungen, der Mittelwert aller gemessenen Proben betrug 42,45 ng/g.

Eine Beeinflussung der Cortisolmetaboliten durch kurzfristige Ereignisse wie Rangordnungskämpfe, Wetterumbrüche etc. schien nicht stattzufinden. Längerfristige, über Wochen bzw. Monate anhaltende Stressoren, wie die oben erwähnten Konflikte mit der benachbarten Herde spiegelten sich hingegen in den GCM-Werten der gesamten Herde wider. Ein Zusammenhang zwischen den Häufigkeiten der beobachteten Interaktionen und den Cortisolmetabolitenwerten im Kot war nicht feststellbar, wenngleich die Stellung innerhalb der Herde einen Einfluss auf die GCM- Ausscheidung zu haben schien. Ranghohe Pferde, sowie rangniedere Tiere, die versuchten, im Rang aufzusteigen, wiesen hohe Cortisolmetabolitenkonzentrationen im Kot auf.

Insgesamt lässt sich schlussfolgern, dass eine naturnahe Haltung von Przewalskipferden im Junggesellenverband aus Sicht des Ruheverhaltens und bei gemäßigten Klimaverhältnissen keine Probleme mit sich bringt. Innerhalb einer intakten Herdenstruktur erfolgt keine Beeinflussung des Ruheverhaltens rangniedriger Tiere. Trockene und gut überblickbare Flächen sind zur Haltung von Przewalskipferden zwingend notwendig. Ein künstlicher Unterstand ist bei natürlichem Baumbestand nicht notwendig. Bietet ein Gehege in den Wintermonaten nicht ausreichend Nahrung oder sind die Pferde noch nicht ausreichend an ein Leben im Freiland gewöhnt, ist eine Zufütterung im Winter und deren langsames Ausschleichen unabdingbar. Die Messung von Glukokortikoidmetaboliten im Kot dient auch für Wildpferde als adäquates Mittel, um langfristige Stressbelastungen hinreichend und ohne zusätzliche Belastung für die Tiere feststellen zu können.

Abstract:

In the present study, a herd of Przewalski stallions living under natural conditions in an enclosure of about 50 ha in the nature reserve Tennenloher Forst, was observed during the course of a year in regular intervals from sunrise to sunset with the aim of acquiring more specific data about their resting behaviour.

Further emphasis was placed on the rank order and social organisation of the herd, measuring stress by analysing cortisol metabolites in the faeces, and monitoring the roaming territory of the herd to find out if these factors influence resting behaviour.
Overall, the horses were watched for 242 h, the days were divided into 4 observation units each. Rank order was determined each month using the ―Average Dominance Index‖ (ADI). Regarding the dominance structure of the herd, an overall of 508 agonistic and 415 non-agonistic contacts were observed between the Przewalski stallions. 82.7 % of the agonistic interactions came with body contact, 17.3% without. The results revealed a positive correlation between the number of agonistic interactions and social status of the horse in question. With regard to the season, 18.7% of agonistic social contacts took place in spring, 33.0% in summer, 21.9% in autumn, and 26.4% in the winter months. The latter mainly took place during the winter feeding sessions. Non-agonistic interactions were not dependent on rank and, with respect to the seasonal distribution, were inversely proportional to the agonistic interactions.

Utilisation of the roaming territory was primarily dependent on season. The horses preferred using the open sandy grassland and heathland. A main criterion for choosing areas for resting or feeding was the vegetation of the area.

In October and November they included the borders of the forest to forage for pine saplings and mushrooms. They also fed increasingly on heather and Common Broom. In winter, the heathland was the preferred dwelling place, and during the time of feeding sessions the borders of the forest. Irrespective of the weather, the horses preferred the open areas with good all-round visibility to the natural protection against the weather as provided by the forest. A further aspect that points to prevalent differences between Przewalski horses and domesticated ones is the conscious intake of Bracken, which is highly poisonous for domesticated horses, as well as their feeding on Common Broom, which is of reduced toxicity, but which they ate in large amounts during winter especially. The Przewalski stallions drank only once a day despite a readily available spring, which can be attributed to their area of origin with its scarce precipitation.

Bothersome insects were warded off by the stallions draping themselves with bitten-off pine branches, using them as fly masks.
For collective rest periods, in which all or the major part of the horses were resting, the herd preferred dry and unobstructed resting places on sandy grassland and heathland. No preference of place was detected for short rests of individuals. Particularly longer resting periods, which included lying down, were observed in the morning between 08:00 – 10:30 a.m. and shortly after noon between 13:00 - 14:30 p.m. During the afternoon, only a few individuals showed recumbent rest, the majority of the animals rested standing. In summer, the second resting period changed to late afternoon between 16:00 and 18:00 p.m. In the evenings, resting only took place sporadically and less frequently. As it got colder the horses would lie down less and less frequently and would remain recumbent for shorter periods of time, so that from November to March all resting was done standing. In March there was a sudden strong reduction of resting behaviour, probably due to the discontinuation of the feeding sessions. In spring and autumn, the horses rested for shorter periods with an average of 5.8 % or 5.6 % of the observation day than in summer with 7.7 % and in winter with 7.5 %. A significant rank-dependent distinction of total resting time is not evident. Standing rest was the main resting behaviour that was exhibited with an average of 1 – 6 minutes per hour; resting in sternal recumbency with head held erect on average for up to about 2 minutes, sternal recumbency with head supported on average for up to about 1 minute and resting in lateral recumbency for up to about 1 minute. This means that the percentage of standing rest per hour came to 2.3 % - 10.1 %, resting in sternal recumbency with head held erect 0 % - 2.4%, sternal recumbency with head supported 0 % - 1.3 %, and resting in lateral recumbency merely 0 % - 0.8 %. On average, the horses rested between 60 % and 75 % within the group, lower ranking stallions rested for a greater part within the group than did higher ranking ones.

There was also a close correlation between the season and the level of fecal cortisol metabolites. Despite individual fluctuations, all levels followed a seasonal pattern/course. All animals showed significantly lowered cortisol levels during the winter months, the highest levels were measured in summer, and, in one individual, in spring. Discontinuing the winter feeding sessions in March resulted in severely escalated fecal cortisol metabolites. With levels ranging from 4.87 ng/g to 107.45 ng/g the glucocorticoid metabolite (GCM) values were subject to strong fluctuations, the mean value of all measured samples was 42.45 ng/g. An influence of the cortisol metabolites by short incidents like fights about rank order, changes in weather, etc., was not detectable. Longer lasting (weeks or months) stressors, like conflicts with the neighbouring herd, became apparent in higher GCM-levels of the entire herd. A connection between the frequency of the observed interactions and the cortisol levels could not be made, although rank within the herd did seem to have an influence on the GCM excretion. High ranking horses, as well as low-ranking ones trying to rise in rank, showed high cortisol metabolites.

Thus, it can be concluded that keeping Przewalski horses in an all-male herd in semi-natural conditions in temperate zones is unproblematic as far as resting behaviour is concerned. As long as a herd is socially stable there is no change in resting behaviour among the lower ranking animals. Dry and unobstructed areas are imperative in keeping Przewalski horses. Artificial shelter is not necessary if there are natural tree copses. If an enclosure does not provide sufficient food during winter or if the horses are not yet entirely used to living outdoors, it is necessary to feed the horses in winter and to wean them slowly.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 11:48

SCHÜRER, U. (1978)

Vergleichende Untersuchung des Ruheverhaltens von Känguruhs (Macropodidae).

Dr. rer. nat. Dissertation

300 Seiten

Freie Universität Berlin
1. Referent: Prof. Dr. Jürgen Brandenburg
2. Referent: Prof. Dr. Heinz F. Moeller
Verschiedene Zoos in Deutschland, in Belgien, den Niederlanden und Australien

Zusammenfassung:

Das Ruheverhalten von Känguruhs wurde untersucht. Berücksichtigung fanden sowohl die Körperhaltungen beim Ruhe, die Bewegungsabläufe, die zur Einnahme der Ruhehaltungen erforderlich sind, die Häufigkeit und Dauer des Ruhens, die Intensität des Ruhens, die Beziehungen des Ruheverhaltens zur Umwelt und die sozialen Aspekte des Ruhens.

Insgesamt beobachtete ich 35 Känguruharten, davon 14 im Freiland. P.xanthopus wurde im Gehege und im Freiland eingehend beobachtet. Unterschiede in den Körperhaltungen, die zum Ruhen eingenommen wurden, waren nicht festzustellen. Dies deutet darauf hin, dass Känguruhs in Gehegen zum Ruhen keine anderen Körperhaltungen einnehmen als im Freiland.

Die Ruhehaltungen von Känguruhs lassen sich, soweit beobachtet, mit ganz wenigen Ausnahmen bei der Gattung Dendrolagus auf drei Grundmuster von Ruhehaltungen zurückführen, die ich Ruhegrundhaltungen nenne. Diese drei Ruhegrundhaltungen wurden mit Ausnahme von M.giganteus bei allen beobachteten Angehörigen der Unterfamilie Macropodinae gefunden, sie kommen auch bei den Potoroinae vor.

Ein Vergleich der Ruhehaltungen von M.fuliginosus, M.dorsalis, M.rufogriseus, P. xanthopus und einiger Dendrolagus-Arten erbrachte, dass Unterschiede in den Ruhehaltungen körpergrössen- und lebensraumabhängig sein können. Die vergleichende Untersuchung der Ruhehaltungen wurde an besonders geeigneten Einzelheiten bei einer möglichst grossen Zahl weiterer Känguruharten vertieft, um taxonomisch und phylogenetisch verwertbare Verhaltensmerkmale zu finden.

In aufrechter Haltung mit nach hinten gerichtetem Schwanz gibt es im aufsetzen der Schwanzspitze eine artspezifische Besonderheit, die die Gattungen Dorcopsis und Dorcopsulus charakterisiert.

Beim Ruhen in aufrechter Haltung mit nach vorn gerichtetem Schwanz wurden einige artspezifische Unterschiede beim Absenken des Oberkörpers, dem Auflegen des Kopfes auf die Schwanzunterseit und der Armhaltung gefunden. Bei den grössten Känguruharten wurde Absenken des Oberkörpers in dieser Ruhehaltung nicht beobachtet. Bei einigen dieser ARten ruhen nur Jungtiere und Weibchen in dieser Ruhegrundhaltung.

Beim Ruhen im Liegen ist besonders bemerkenswert, dass Rückenlage nur bei den grössten Känguruharten beobachtet wurde und hier wiederum z.T. nur bei voll erwachsenen Männchen. Einige Känguruhs sind demnach im Ruheverhalten geschlechtsdimorph.

Liegeseitenwechsel kommt in artspezifisch unterschiedlicher Weise vor. Nur bei einigen der grössten Känguruharten wurde beobachtet, dass sie sich zum Liegeseiten wechsel über den Rücken auf die andere Körperseite wälzen. Alle übrigen hierbei beobachteten Känguruhs stehen zum Liegeseitenwchsel auf.

die Häufigkeit und Dauer des Ruhens in den Ruhegrundhaltungen ist von Art zu Art unterschiedlich. Bei M.rufogriseus wurde ausserdem auch eine erhebliche individuelle Variationsbreite festgestellt. Bei mehreren Arten wurde gezeigt, dass sich die Anteile des Ruhens in den drei Ruhegrundhaltungen bei steigenden Temperaturen ändern. Die Änderungen der Ruhehaltungen könnten temperaturregulatorische Bedeutung haben, doch steht ein direkter Nachweis mit physiologischen Methoden noch aus.

Känguruhs nutzen zum Ruhe, in z.T. artspezifischer Weise, im Lebensraum vorhandene Deckung, z.B. Felshöhlen oder Büsche, die oft zusätzlich noch Schutz vor Hitzebelastung gewährt. Bei vielen Känguruharten wurde beobachtet, dass Ruheplätze gestaltet werden können, z.B. durch Ausscharren flacher Mulden. In allen drei Unterfamilien der Macropodidae gibt es kleinere Arten, die nestartige Strukturen auf dem Boden errichten, in die sie sich zum Ruhen zurückziehen. Von einigen Angehörigen der Potoroinae ist bekannt, dass sie Material dazu im ventral eingerollten Schwanz herbeitragen. B. lesueuri gräbt tiefe Erdbaue, möglicherweise ist dies eine Anpassung an das Leben in ariden Regionen.

Die Mehrzahl der Känguruhs hat in Gehegen und im Freiland einen bimodalen Aktivitätsrhythmusmit Aktivitätsmaxima in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Aktivitätsphasen sind bei Känguruhs, die die bodenregion von Regenwäldern bewohnen, gleichmässiger über den Tagesablauf verteilt. Einige der kleinsten Känguruharten sind ausschliesslich nachtaktiv.

Bei einigen Känguruharten ist häfig zu beobachten, dass Ruheplätze gegen Artgenossen verteidigt werden, bei anderen fehlt ein derartiges Verhalten. Einige ruhen häufig in engem körperlichen Kontakt, andere meiden ihn. Es wurde versucht, diese Unterschiede mit den bisherigen Kenntnissen der Ökologie und Sozialstruktur der betreffenden Känguruhs in Verbindung zu bringen und zu erklären.

Die Entwicklung von Ruheverhaltensweisen in den einzelnen Entwicklungsabschnitten von Känguruhjungtieren wurde beschrieben.

Einige Merkmale des Ruheverhaltens sindzur Bestimmung lebender Känguruhs geeignet. So lassen sich z.B. die häufig verwechselten Angehörigen der Gattungen Dorcopsis-Dorcopsulus und Thylogale an Merkmalen des Ruheverhaltens leicht unterscheiden.

Es ist weiterhin möglich, aus dem Ruheverhalten phylogenetische Schlüsse zu ziehen. Die Nächstverwandtschaft der Gattungen Dorcopsis und Dorcopsulus lässt sich mit abgeleiteten Merkmalen des Ruheverhaltens begründen. Andere Merkmale sprechen für eine sehr nahe Verwandtschaft der Angehörigen dieser Gattungen mit den Angehörigen der Gattung Dendrolagus. Die Sonderstellung des Roten Riesenkänguruhs in der Monotypischen Gattung Megaleia erscheint nach Untersuchungen des Ruheverhaltens nicht begründet.

Diese und weitere phylogenetische Schlüsse, die aus dem Ruheverhalten von Känguruhs gezogen wurden, stimmen mit den neueren Ansichten über die Stammesgeschichte der Känguruhs, seien sie anhand morphologischer, biochemischer oder cytologischer Untersuchungen gewonnen, überein..

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx