Montag, 26 Oktober 2020 15:51

ZIEGLER, N. (2000)

Species Management Guidlines - Amazona versicolor.

6 Seiten. ZOOLex, Wien.

Volltext (PDF): https://www.zoolex.org/media/uploads/2018/07/31/ziegler_2000_guidelines_amazona.pdf

ziegler-biblio

Freigegeben in Z

Breeding programme for St Lucia amazon.

International Zoo Yearbook 37: 214 - 220
DOI: 10.1111/j.1748-1090.2000.tb00726.x

Abstract:

Durrell Wildlife Conservation Trust maintains the only captive population of St Lucia amazons Amazona versicolor outside St Lucia. In 1975 a captive-breeding progamme was established as a safeguard against extinction of A. versicolor in the wild, however, the wild population recovered from a low of 100 birds in the 1970s to between 350 and 500 individuals at time of writing. Over 20 offspring have been bred at Jersey and since 1996 all chicks have been parent-reared. An extensive programme of research has been carried out on diet, mortality and breeding behaviour, resulting in considerable advances in our knowledge of the requirements of this species when maintained in captivity.

jeggo-biblio

Freigegeben in J
Freitag, 17 April 2020 08:36

Blauflügel-Sperlingspapagei

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D LC 650

Blauflügel-Sperlingspapagei

Forpus xanthopterygius • The Blue-winged Parrotlet • Le toui de Spix

218 003 023 008 forpus xanthoperygius spengeli fragezeichen exotis thun PD1
Blauflügel-Sperlingspapagei (Forpus xanthopterygius spengeli (?)) an EXOTIS-Ausstellung in Thun © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

218 003 023 008 forpus xanthopterygius map
Approximative Verbreitung des Blauflügel-Sperlingspapageis (Forpus xanthopterygius)

 

 

 

218 003 023 008 forpus xanthopterygius flavissimus exotis thun PD3
Blauflügel-Sperlingspapagei (Forpus xanthopterygius) an EXOTIS-Ausstellung in Thun © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

218 003 023 008 forpus xanthopterygius flavissimus exotis thun PD1
Blauflügel-Sperlingspapagei (Forpus xanthopterygius) an EXOTIS-Ausstellung in Thun © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

218 003 023 008 forpus xanthopterygius flavissimus loropk jSchmidt1
Blauflügel-Sperlingspapagei (Forpus xanthopterygius) im Loro Parque, Puerto de la Cruz, Tenerife © Jirka Schmidt, Riesa

 

 

 

218 003 023 008 forpus xanthoperygius spengeli loropk jSchmidt1
Blauflügel-Sperlingspapagei (Forpus xanthopterygius spengeli) im Loro Parque, Puerto de la Cruz, Tenerife © Jirka Schmidt, Riesa

 

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Sperlingspapageien sind die kleinsten neotropischen Papageien. Sie ähneln den Agaporniden, sind aber bei Privathaltern längst nicht so populär wie jene und auch im Zoo nur selten anzutreffen. Der in seinem Ursprungsgebiet nicht gefährdete Blauflügel-Sperlingspapagei ist diesbezüglich keine Ausnahme.

Körperbau und Körperfunktionen

Blauflügel-Sperlingspapageien erreichen eine Gesamtlänge von etwa 12-13 cm, wovon 3-4 cm auf den Schwanz entfallen, eine Flügellänge von 7-9 cm und ein Gewicht von ca. 30 Gramm. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel ist hornfarben bis gräulich, und die Füße sind fleischfarben. Die Grundfarbe des Gefieders ist gelblichgrün bis grün, wobei die Flügel etwas dunkler sind. Beim Männchen sind Unterrücken, Bürzel-, Flügel- und Unterflügeldecken leuchtend blau, das Weibchen ist fast ganz grün [4; 5; 6].

Verbreitung

Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ekuador, Paraguay, Peru [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Blauflügel-Sperlingspapagei kommt in Randbereichen des Tiefland-Regenwalds, Galeriewäldern, Sekundärwäldern, Palmenhainen, Weideland sowie Gärten und Parks im Siedlungsgebiet, vom Meeresspiegel bis auf eine Höhe von 1'200 m vor. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen von Gräsern und anderen Pflanzen sowie aus Beeren und Früchten. Die Blauflügel-Sperlingspapageien bilden monogame Paare, die gegenüber anderen Artgenossen oft aggressiv reagieren. Genistet wird in Baumhöhlen, Termitenbauten oder alten Nestern des Töpfervogels (Furnarius rufus). Das Gelege besteht aus 4-5 (3-8) ca. 19x15 mm großen Eiern, die das Weibchen allein während etwa 21 Tagen ausbrütet. Die Jungen verlassen das Nest mit 28-35 Tagen [1; 3; 6].

Gefährdung und Schutz

Der Blauflügel-Sperlingspapagei hat eine außerordentlich weite Verbreitung. Sein Gesamtbestand ist nicht bekannt, die Art gilt aber als häufig, und man geht davon aus, dass ihre Bestände stabil sind. Seit 2014 wird sie daher als nicht-gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Blauflügel-Sperlingspapageien werden im Ursprungsgebiet als Heimtiere gefangen bzw. ausgehorstet [1]. Von 2001-2018 meldeten die Ursprungsländer keine Ausfuhren von lebenden Wildfängen. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von nur 39 Nachzuchtvögeln registriert [2].

Haltung

In kleineren Volieren sollte nur ein Paar gehalten werden, in großen Volieren ist die Haltung mehrerer Paare sowie die Vergesellschaftung z. B. mit Singvögeln oder, sofern eine Rückzugsmöglichkeit besteht, mit Großpapageien möglich [6]. Das Höchstalter wird mit 27 Jahren und 11 Monat angegeben [8]. Die Zucht glückte wahrscheinlich bereits im 18. Jahrhundert.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz selten in Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 50 cm erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 0.5 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Sperlingspapageien mindestens paarweise zu halten. Für 4 Vögel ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.24 m² und einer Höhe von 50 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.05 m² zu erweitern. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 0.85 x 0.85 m und einer Höhe von 180 cm sowie einen Schutzraum von 0.8 x 0.8 m mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Blauflügel-Sperlingspapagei wurde 1824 von dem Naturwissenschaftler Johann Baptist Ritter von SPIX, der im Auftrag des Königs von Bayern Brasilien bereist hatte, als "Psittacus xanthopterygius" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der heute gültige Gattungsname Forpus wurde 1858 von dem holsteinischen Naturkundler Friedrich BOIE eingeführt. Die Artbezeichnung xanthopterygius wurde vorübergehend aus dem Verkehr gezogen und durch crassirostris ersetzt, weil die ursprüngliche Beschreibung sich auf zwei Vögel bezogen hatte, von denen einer ein junger Brotogeris chiriri gewesen war. Sie ist heute aber wieder gültig. Es werden in der neuen CHECKLISTE 5 Unterarten aufgeführt, der bislang (auch im HANDBOOK) anerkannten, farblich geringfügig abweichenden Unterart spengeli wird Artstatus zugebilligt [3; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Forpus xanthopterygius. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T45428646A95153081. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T45428646A95153081.en . Downloaded on 17 April 2020.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013) 
  5. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  6. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  7. STRUNDEN, H. (1984)
  8. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012) 

Zurück zu Übersicht Papageienvögel

Weiter zu Molinasittich (Pyrrhura molinae)

Freitag, 17 April 2020 08:03

Zwergara

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D LC 650

Zwergara

Ara = Diopsittaca nobilis • The Northern Red-shouldered Macaw • L'ara noble

218 003 008 000 ara nobilis cumanensis mauren PD2
Zwergara (Ara = Diopsittaca nobilis cumanensis) im Vogelparadies Birka, Mauren FL © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

218 003 008 000 ara nobilis map
(sehr)Approximative Verbreitung des Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis). Dunkelblaz: D. n. npbilis; dunkelgrün: D. n. cumanensis; rot: D. n. longipennis (NB: die Angaben in den einzelnen Quellen variieren enorm)

 

 

 

218 003 008 000 ara nobilis zagreb KR1
Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis) im Zoo Zagreb © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

218 003 008 000 ara nobilis natkmusBerlin KR1
Zwergaras (Ara = Diopsittaca nobilis) im Naturkundemuseum Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

218 003 008 000 ara nobilis walsrode jSchmidt
Zwergara (Ara = Diopsittaca nobilis) im Welt-Vogelpark Walsrode © Jirka Schmidt, Riesa

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der Zwergara ist der kleinste Vertreter der Aras. Aufgrund von Abweichungen im Flugverhalten und seinen Lautäußerungen wurde er in eine eigene Gattung gestellt. In seinem weiten Verbreitungsgebiet im tropischen Südamerika ist er nicht gefährdet. In unseren Zoos ist er mit mittlerer Häufigkeit zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Gesamtlänge von 30-34 cm, wovon 12-18 cm auf den Schwanz entfallen, einer Flügellänge von 16-20 cm und einem Gewicht von ca. 130-170 g ist Diopsittaca nobilis der kleinste Ara. Von den drei Unterarten weist Hahns Zwergara (D. n. nobilis) die geringste Körpergröße auf. Die Grundfärbung des Gefieders ist grün, Stirn, Scheitel und Außenfahnen der Handschwingen sind mehr blau. Der Flügelbug und die kleinen Unterflügeldecken sind rot. Die unbefiederte Gesichtsregion ist klein und weiß. Der Oberschnabel ist ist je nach Unterart hornfarben oder schwarz-grau, der Unterschnabel schwarz, die Iris braunrot, und die Füße sind dunkelgrau [4; 5; 9; 10; 11]. 

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Brasilien, Französisch-Guyana, Guyana, Surinam, Venezuela [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Zwergara besiedelt vorzugsweise offene, sumpfige oder trockene Savannen einschließlich Cerrado, Caatinga, Galeriewälder und Buriti-Palmenhaine (Mauritia flexuosa), vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'400 m. Außerhalb der Brutzeit lebt er in kleinen Gruppen von etwa 10 Vögeln und kann bisweilen größere Schwärme bilden. Dabei sind die Vögel sehr ruffreudig und geben helle, hohe Laute von sich. Er ernährt sich von Sämereien, Beeren, Früchten, kleinen Nüssen, Hüllen (Exokarp) von Palmnüssen und Blüten. Gelegentlich suchen die Vögel auch landwirtschaftliche Kulturen heim. Genistet wird meistens einzelpaarweise in Höhlen in Palmen, seltener in anderen Bäumen, oder in Termitenbauten. Die Gelege bestehen aus 2-4 ca. 33x27 mm großen Eiern, die während etwa 25 Tagen bebrütet werden. Möglicherweise brüten die Männchen mit. Die Nestlingszeit dauert etwa 60 Tage [1; 5; 9; 10].

Gefährdung und Schutz

Der Zwergara hat eine sehr weite Verbreitung und einen großen, anscheinend stabilen Bestand Er wird deshalb seit 2014 als nicht gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN). Zuvor war die Art nicht beurteilt gewesen [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 meldete Guyana die Ausfuhr von 12'183, Surinam von 1'913 lebenden Wildfängen. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von 15'609 Nachzuchtvögeln erfasst, von denen 12'098 aus Südafrika stammten [3].

Haltung

Die Welterstzucht gelang in den USA im Jahr 1939, die vermutliche europäische Erstzucht zehn Jahre später in England [10; 11]. Zur Haltung in einer kombinierten Innen- / Außenvoliere werden eine Grundfläche von 4x2 m außen und 2x2 m innen sowie eine Höhe von 2.50 m empfohlen. Bisweilen können mehrere Paare in derselben Voliere brüten [9; 11]. Das Höchstalter in Menschenobhut wird mit 22 Jahren und 11 Monaten angegeben, erreicht von einem Vogel im Londoner Zoo [2; 12].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 60 Zoos gezeigt, von denen sich etwa 40% im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Fläche von 4 x 2 m und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Zwergaras mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.7 m² und einer Höhe von 120 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.1 m² zu erweitern. Dies ist zweifellos für Zwergaras nicht adäquat. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 3 m sowie einen Schutzraum von 2 m² / 2 m Höhe mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Zwergara wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Psittacus nobilis" erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1799 führte Bernard Germain de LACÉPÈDE die Gattung Ara ein, die bis vor Kurzem auch die Art Ara nobilis umfasste. Seit 2011 wird der Zwergara jedoch als einzige Art in die 1913 von dem amerikanischen Ornithologen Robert RIDGWAY geschaffene Gattung Diopsittaca gestellt. Vom Zwergara wurden drei Unterarten anerkannt, von denen in der neuen CHECKLISTE allerdings zwei aufgrund geringfügiger Unterschiede als separate Art angesehen werden [5; 6; 11]:

  • Lichtensteins Zwergara (D. n. cumanensis), Zentralbrasilien, Peru
  • Neumanns Zwergara (D. n. longipennis): Südbrasilien
  • Hahns Zwergara (D. n. nobilis): Nordbrasilien, Guayanas, Venezuela

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Diopsittaca nobilis. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T61958763A95183956. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T61958763A95183956.en . Downloaded on 17 April 2020.
  2. BROUWER, K., JONES, M. L., KING, C. E. und SCHIFTER, H. (2000)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979/82)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  7. ELLIOTT, J. (2011)
  8. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  9. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  10. LANTERMANN, W. (1984)
  11. LEPPERHOFF, L. (2004)
  12. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

Zurück zu Übersicht Papageienvögel

Weiter zu Goldstirnsittich (Aratinga = Eupsittula aurea)

Freitag, 17 April 2020 07:12

Rotflügelsittich

Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Plattschweifsittiche (Platycercini)

D LC 650

Rotflügelsittich

Aprosmictus erythropterus • The Red-winged Parrot • La perruche érythroptère

218 003 007 002 aprosmictus erythropterus caversham PD1
Rotflügelsittich (Aprosmictus erythropterus) im Caversham Wildlife Park, Westaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

218 003 007 002 aprosmictus erythropterus map
Approximative Verbreitung des Rotflügelsittichs (Aprosmictus erythropterus)

218 003 007 002 aprosmictus e erythropterus schmiding PD1
Rotflügelsittich (Aprosmictus e. erythropterus) im Zoo Schmiding © Klaus Rudloff, Berlin

218 003 007 002 aprosmictus erythropterus bellawood PD
Rotflügelsittich (Aprosmictus erythropterus) in Bellawood Parrots at Ravenswood Sanctuary, Westaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

218 003 007 002 aprosmictus erythropterus rostock wDreier
Rotflügelsittiche (Aprosmictus erythropterus) im Zoo Rostock © Wolfgang Dreier, Berlin

218 003 007 002 aprosmictus erythropterus walrode wDreier
Rotflügelsittich (Aprosmictus erythropterus)im Welt-Vogelpark Walsrode © Wolfgang Dreier, Berlin

218 003 007 002 aprosmictus erythropterus GOULD
Rotflügelsittich (Aprosmictus erythropterus). Illustration aus GOULD, J. et al. (1848) The birds of Australia. Volume 5, Plate 18. Gemeinfrei

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der in seiner Heimat nicht gefährdete, aber aufgrund nationaler Gesetzgebung seit Langem nicht mehr exportierte Rotflügelsittich ist weist einen Geschlechtsdichromatismus auf der allerdings nicht so eklatant ist wie beim recht ähnlichen Königssittich. Er wird in Zoos auch nicht so häufig gehalten wie jener.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Rotflügelsittich erreicht eine Gesamtlänge von 30-32 cm, wovon 14-15 cm auf den breiten Schwanz entfallen, eine Flügellänge von 18-21 cm und ein Gewicht von im Mittel etwa 160 (120-210) g. Es besteht ein deutlicher Dichromatismus zwischen den Geschlechtern: Das Gefieder der Hähne ist überwiegend grasgrün. Der Oberrücken ist schwarz, die mittleren großen Flügeldecken sind rot, die Flügel ansonsten dunkelgrün. Bei den Hennen fehlt der schwarze Oberrücken, und der rote Bereich auf dem Flügel ist deutlich kleiner. Bei beiden Geschlechtern ist die Iris orangerot und sind die Füße grau. Der Schnabel ist beim Männchen korallenrot, beim Weibchen blassrot [1; 5; 6; 7].

Verbreitung

Australasien: Im Norden und Osten Australiens, Indonesien (West-Papua), Papua-Neuguinea [2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Rotflügelsittich besiedelt vorzugsweise lichte Monsun- und Trockenwälder der Tropen und Subtropen, Savannen und Akazien-Trockenbusch. Das Nahrungsspektrum ist vielfältig und schließt Samen von Eukalypten, Akazien, Wildhopfen (Dodonea) und anderen Bäumen, Grassamen, Früchte, Beeren, Mistelbeeren (Loranthus), Knospen, Blüten, Nektar und Insekten ein. Die Vögel werden in der Regel paarweise oder in kleinen Gruppen, selten in Schwärmen bis zu 60 Individuen angetroffen. Genistet wird in meist sehr tiefen Baumhöhlen, vorzugsweise in Eukalypten. Das Gelege besteht aus 3-5(-6) Eiern, die während 18-20 Tagen allein vom Weibchen bebrütet werden. Die Nestlingsdauer beträgt ca. 35 Tage [1; 6; 7].

Gefährdung und Schutz

Der Rotflügelsittich hat eine sehr weite Verbreitung und gilt als häufig. Der Bestand nimmt vermutlich zu. Deshalb ist die Art seit 2004 als nicht-gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN) [2].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Rotflügelsittiche werden im Ursprungsgebiet als Heimtiere gefangen bzw. ausgehorstet [2]. Von 1981-2018 meldete Australien keine Exporte von Wildfängen, sondern nur die Ausfuhr eines Nachzuchtvogels. Im selben Zeitraum wurden weltweit 4'706 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert. Davon stammten 1'710 aus den Niederlanden [4].

Haltung

Die Haltung erfolgt am besten paarweise in Volieren von 4-5 m Länge mit anschließendem, im Winter leicht temperiertem Schutzhaus. Das Höchstalter wird mit 27 Jahren und 4 Monaten angegeben. Im Tiergarten Schönbrunn erreichte ein Vogel 24 Jahre und 5 Monate. Die Erstzucht in Menschenobhut gelang 1878 in Deutschland [1; 3; 8].

Haltung in europäischen Zoos: Bereits 1861 war der Rotflügelsittich im Londoner Zoo zu sehen: Heute wird die Art in über 40 Zoos gezeigt, von denen sich etwa 40% im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 3 m² und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Die in der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 2019) enthaltenen Mindestanforderungen für Sittiche sind für Rotflügelsittiche nicht vertretbar. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 2 m sowie einen frostfreien Schutzraum von 2 m² / 1 m Höhe vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Rotflügelsittich wurde 1788 vom Göttinger Professor Johann Friedrich GMELIN in der von ihm bearbeiteten 13. Auflage von LINNÉS "Systema Naturae" als "Psittacus erythropterus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Aprosmictus wurde 1848 von dem englischen Ornithologen und Illustrator John GOULD eingeführt. Es werden gegenwärtig drei Unterarten anerkannt [6]:

  • A. e. coccineopterus: nördliches Australien von Westaustralien bis zur Kap York-Halbinsel
  • A. e. erythropterus: östliches Australien
  • A. e. papua: südliches Neuguinea

Literatur und Internetquellen

  1. ASMUS, J. & LANTERMANN, W. (2012)
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Aprosmictus erythropterus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22685069A93057458. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22685069A93057458.en . Downloaded on 17 April 2020.
  3. BROUWER, K., JONES, M. L., KING, C. E. und SCHIFTER, H. (2000)
  4. CITES TRADE DATA BASE
  5. DE GRAHL, W. (1982) 
  6. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  7. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  8. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

Zurück zu Papageienvögel (PSITTACIFORMES)

Weiter zu Edelpapagei (Eclectus roratus)

Freigegeben in Wachsschnabel-Papageien
Mittwoch, 14 August 2019 15:52

BOETTICHER, H. von (1959)

Papageien.

Neue Brehms-Bücherei Heft 228. 116 Seiten, 56 Abbildungen, 12 Verbreitungskarten.
A. Ziemsen, Wittenberg 1959.

Inhalt:

Papageien in ihrer Farbenpracht erregen immer wieder die Aufmerksamkeit der Zoobesucher. Mancher dieser Vogelfreunde, besonders diejenigen, die zu Hause einen oder mehrere der gelehrigen und umgänglichen Vögel halten, möchten Näheres über Herkunft und Lebensweise erfahren. Es ist besonders zu begrüßen, daß Dr. Hans von Boetticher, der weithin bekannte Zoologe und Systematiker, kurz vor seinem Ableben diese übersichtliche Zusammenfassung über die interessante, nur auf der südlichen Erdhälfte wild vorkommende Vogelfamilie gestaltete. Die Arbeit gibt einen guten Überblick über die vielgestaltigen, zu der Gruppe gehörenden Gattungen und Arten, wovon viele besondere Schaustücke unserer Tiergärten bilden. Nach einer kurzen Einleitung folgen nähere Ausführungen über Heimat, Aussehen, Ernährung, systematische Stellung und verwandtschaftliche Beziehungen der einzelnen Familien, Unterfamilien, Gattungen und Arten. Jedem Papageienfreund, insbesondere zoologischen Handlungen, zoologischen Gärten und zoologischen Museen, wird diese Übersicht willkommen sein, da darin auch Hinweise auf Haltung und Pflege gegeben werden.

boetticher-biblio

Freigegeben in B
Montag, 29 Juli 2019 13:01

REINSCHMIDT, M., LAMBERT, K. H. (2006)

Papageien der Welt.

160 Seiten, 168 Farbfotos.
Verlag Eugen Ulmaer, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-4991-9.

Buchbeschreibung:

Papageien aller Kontinente in ihrer natürlichen Umwelt.

• vielfältige und prächtige Vogelwelt
• spannende Einblicke ins Sozialverhalten
• über 150 Farbfotos

60 Porträts mit einzigartigen Freilandaufnahmen und informativen Beschreibungen von Papageien in ihrem natürlichen Umfeld. Die Autoren ermöglichen spannende und vielfältige Einblickein die Lebensräume und das „Privatleben“ dieser prächtigen, intelligenten Vögel mit ihrem hoch entwickelten Sozialleben.
Enthalten sind: Die Aras, Sittiche und Amazonen in Südamerika, Afrikas Papageien, Kea, Kaka und Ziegensittich auf Neuseeland. Die Kakadus und Sittiche Australiens, Loris auf PapuaNeuguinea sowie Sonderthemen zur Gefährdung und Schutzmaßnahmen der Lebensräume.

reinschmidt-biblio

Freigegeben in R
Montag, 29 Juli 2019 12:51

PAGEL, T. (1985)

Loris - Freileben, Haltung und Zucht der Pinselzungenpapageien.

2., überarbeitete Auflage 1998. 240 S., 86 Farbfotos, 8 s/w-Fotos, 25 Zeichn., 13 Verbreit.-Karten, geb.
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, ISBN 978-3-8001-7352-5.

Buchbeschreibung:

Loris gehören zu den farbenprächtigsten und deshalb zu den attraktivsten Papageien. Die Lori-Pflege setzt nicht nur Fachwissen voraus, sondern auch die Kenntnis und Beachtung mancherlei gesetzlicher Bestimmungen, die zum Schutz der bedrohten Tierwelt erlassen wurden. Das Buch beschreibt ausführlich die Lebensweise und das Verhalten der Loris und beantwortet alle Fragen zur Haltung, Brut und Zucht der einzelnen Arten dieser Papageiengruppe. Zahlreiche Farbfotos, Zeichnungen und Verbreitungskarten vervollständigen das Buch.

pagel-biblio

Freigegeben in P
Freitag, 11 Mai 2018 09:42

LANTERMANN, W. (2007)

Amazonenpapageien - Biologie, Gefährdung, Haltung, Arten.

236 Seiten, Farbtafeln, s/w-Abbildungen, Verbreitungskarten.
Filander-Verlag. ISBN-13: 978-3930831661

Anbietertext:

Amazonenpapageien gehören zu den Charaktervögel Süd-und Mittelamerikas und sind in 31 Arten von Mexiko bis Argentinien, von Ekuador bis zu den karibischen Inseln verbreitet. Sie gehören zu den bedrohtesten Vogelgruppen der Welt, einige Arten der Karibischen Inseln befinden sich in stetiger Gefahr der Ausrottung. Der Verfasser geht aus jahrelanger eigener Praxis neben einer ausführlichen Einführung in die Biologie, Ökologie, Ethologie und den Status von Amazonen auch ausführlich auf die artgemäße Pflege und Erhaltungszucht ein

 

lantermann-biblio

Freigegeben in L
Montag, 27 März 2017 10:01

Kleiner Soldatenara

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D VU 650

EEPKleiner Soldatenara

Amazona militaris • The Yellow-naped Amazon • L'amazone à nuque d'or

218 003 008 010 ara militaris xcaret PD2
Kleine Soldatenaras (Ara militaris) im Xcaret-Park, Playa del Carmen, Mexiko

 

 

 

218 003 008 012 ara militaris map
Approximative Verbreitung des Kleinen Soldatenaras (Ara militaris). Dunkelblau: aktuelle autichthone Verbreitung; dunkelgrün: eingeführte Populaion; rot: ausgestorben oder gegenwärtiges Vorkommen fraglich. Nicht eingezeichnet ist das Areal der Unterart A. militaris boliviana.

 

 

 

218 003 008 012 ara militaris linz PD1
Kleiner Soldatenara im Zoo Linz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

218 003 008 010 ara militaris mallemarine PD1
Kleiner Soldatenara im Marineland Mallorca, Costa d'en Blanes, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

218 003 008 012 ara militaris herborn zoo1
Kleiner Soldatenara im Vogelpark Herborn © Vogelpark Herborn

 

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der Kleine Soldatenara ist eine gefährdete Art, um deren ex situ-Erhaltung sich die Zoos mittels eines europäischen Zuchtbuchs bemühen. In europäischen Tiergärten wird er häufig gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Kleine Soldatenara erreicht eine Gesamtlänge von 70 cm und ein Gewicht von ca. 970-1'130 g. Er ist also deutlich kleiner als Ara ambiguus.  Die Grundfarbe des Gefieders ist grün mit olivem Anflug auf Rücken und Flügeln. Der Kopf ist heller mit bläulichem Schimmer am Hinterkopf. Die Stirn ist rot, die nackte Wangenhaut hell fleischfarben mit Fluren von schwärzlich grünen Federchen. Der Schnabel ist grau-schwarz, die Iris hellgelb und die Füße sind schwarzbraun. Der Kehlfleck ist bräunlich. Die großen Flügeldecken, der Hinterrücken und die Oberschwanzdecken sowie die Außenfahnen der Handschwingen sind blau. Die Schwanzfedern sind oberseits rötlich-braun mit blauen Enden, die Unterseite von Schwanz- und Schwungfedern ist gelb-oliv. Bei Jungvögeln ist die Iris braun [2; 4; 5; 6; 8].

Verbreitung

Südamerika und Mexiko: Argentinien, Bolivien, Ekuador, Kolumbien, Mexiko, Peru, Venezuela [1].

Lebensraum und Lebensweise

In Südamerika besiedelt der Kleine Soldatenara feuchte Tieflandwälder und anschließende offene Gebiete, in Mexiko trockene und halbtrockene offene Wälder, Kiefern-Eichenwälder, feuchte Tieflandwälder und Galeriewälder. Saisonal geht er auch in Dornbusch. Ferner nutzt er Agrarland, Kaffeepflanzungen und Obstgärten. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresspiegel bis auf 3'600 m. Er ernährt sich von verschiedenen Famen, Früchten - vorzugsweise Feigen - und Beeren. Geschlafen und genistet wird in Felswänden oder großen Bäumen. Die Gelege bestehen aus 2-3 Eiern, die während 25-27 Tagen bebrütet werden, die Nestlingszeit dauert 77-98 Tage [1; 7; 8].

Gefährdung und Schutz

Wegen Lebensraumverlust und Fang für den Tierhandel nehmen die Bestände des Kleinen Soldatenaras seit Jahren ab und werden mittlerweile auf nur noch 2'000-7'000 erwachsene Individuen geschätzt. Er ist deshalb seit 1994, letztmals überprüft 2020, als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE) eingestuft [1].

Der internationale Handel ist seit 1987 nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2016 erfasste Mexiko die Ausfuhr von nur zwei Wildfängen. Im selben Zeitraum wurden weltweit 799 Nachzuchtvögel international verschoben. Die meisten davon (350) wurden in Südafrika gezüchtet [3].

Haltung

1963 glückte dem Wellington Zoo in Neuseeland die Welterstzucht. Bei der Vergesellschaftung mit anderen Ara-Arten kann es leicht zu Mischlingszuchten kommen [7; 8]. Das  Höchstalter in Menschenobhut wird mit 54 Jahren und 5 Monaten angegeben [10].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in etwa 130 Zoos gezeigt, von denen sich rund ein Dutzend im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Für die Unterart Ara militaris mexicana gibt es ein Europäisches Zuchtbuch (ESB), das am Antwerpener Zoo geführt wird.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Fläche von 4 x 2 m und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Aras mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist eine bei Bedarf unterteilbare Innenvoliere mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 10 m² und einem Volumen von 30 m³ vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 1 m² zu erweitern. Ein Aussengehege ist fakultativ. Ist dieses vorhanden und permanent zugänglich, so können dessen Maße ans Innengehege angerechnet werden, wobei maximal ein Drittel des Innengeheges durch das Außengehege ersetzt werden kann. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 3 m sowie einen Schutzraum von 2 m² / 2 m Höhe mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Kleine Soldatenara wurde 1766 von Carl von LINNÉ als "Psittacus militaris" erstmals wissenschaftlich beschrieben und wurde später in die 1799 vom französischen Naturforscher Graf Bernard-Germain-Étienne de LACÉPÈDE eingeführte Gattung Ara gestellt. Es sind drei Unterarten anerkannt: A. m. bolivianus, A. m. mexicanus, A. m. militaris [5].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2020). Ara militaris. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T22685548A179407584. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-3.RLTS.T22685548A179407584.en . Downloaded on 18 December 2020.
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979/82)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  7. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  8. LANTERMANN, W. (1984)
  9. LEPPERHOFF, R. (2004)
  10. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

Zurück zu Übersicht Papageienvögel

Weiter zu Rotohrara (Ara rubrogenys)

Seite 1 von 2
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx