Montag, 09 März 2020 13:29

HAAG-WACKERNAGEL, D. (1991)

Ethogramm der Taube.

"Orn-Projekt" Nr. 13, XII/91, Ruhr Universität Bochum 1991.

Volltext

Zusammenfassung:

Durch eine ethometrischen Analyse an Strassentauben wurde gezeigt, dass unter Übervölkerungsbedingungen der grösste Teil aller sozialen Interaktionen aggressiver Natur ist. Diese führen über verschiedene Mechanismen zu "slumartigen" Lebensbedingungen, die von intraspezifischem Stress geprägt sind. Die Errechnung der Lebenshäufigkeiten der wichtigsten aggressiv und sexuell motiverten sozialen Interaktionen ermöglicht eine Charakterisierung der Strassentaube in ihrem urbanen Lebensraum. Dabei zeigt es sich, dass an natürliche Umweltbedingungen angepasste Verhaltensweisen in der anthropogenen Umgebung zum Fehlverhalten werden können. In der kommerziellen Haustaubenhaltung sollte ebenfalls versucht werden, zu hohe Dichten zu verhindern. Dabei müssten auch rassenspezifische Veranlagungen für die Bereitschaft, aggressives Verhalten zu zeigen, berücksichtigt werden. Bei Strassentauben dürften die häufigen aggressiven Interaktionen am Brutplatz eine wichtige Rolle als dichteabhängiger Regulationsmechanismus der Populationsgrösse spielen.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 12:45

INEICHEN, S. (2000)

Reiche biologische Vielfalt in New York City – Die Vogelwelt Manhattans.

ORNIS 2000 (1): 16-19

Zusammenfassung:

New York City. Das klingt nach Weltstadt, Wolkenkratzer und kulturellem Schmelztiegel. Wie aber geht es den Vögeln im Häusermeer von Manhattan? Der Artikel zeigt, dass in der Millionenstadt nicht nur die Vielfalt der Kulturen groß ist, sondern auch diejenige der Pflanzen und Tiere. Übrigens, im Central Park, der grünen Lunge New Yorks, kann man so viele Vogelarten beobachten wie in der ganzen Schweiz.

 

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Donnerstag, 14 Juni 2018 17:14

REIMOSER, F. (2005)

Rehwild in der Kulturlandschaft.

Vortrag gehalten an der 11. Österreichische Jägertagung, 15. und 16. Februar 2005. Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, A-8952 Irdning.

Einleitung:

Rehe sind die erfolgreichste wildlebende Huftierart in Europa. Durch ihre Anpassungsfähigkeit konnten sie trotz der intensiven Mehrfachnutzung des Lebensraumes durch den Menschen ihr Vorkommensgebiet ausdehnen und die Populationsdichten erhöhen. Dies ist eine Erfolgsgeschichte für das Reh und wäre nur zu begrüßen, wenn da nicht auch die hohe Verbissbelastung an der Vegetation wäre, die vielerorts zu Schäden für die Land- und Forstwirtschaft führt. Wie man mit dieser Situation in Mitteleuropa  umgeht, soll durch die Referenten anhand verschiedener Beispiele bei dieser Tagung vorgestellt und diskutiert werden. Im vorliegenden Beitrag sind zur Einführung ins Tagungsthema einige generelle Informationen über die Lebensraumansprüche der Rehe, die Abschussentwicklung in Österreich, den Nahrungsbedarf sowie die Ansatzpunkte für ein integratives Rehwildmanagement zusammengestellt.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 15:43

MÖLLERS, F. (2010)

Wilde Tiere in der Stadt: Inseln der Artenvielfalt.

173 Seiten : überw. Ill.
München : Knesebeck. ISBN 978-3-86873-196-5.

Klappentext:

Mit zahlreichen Farbfotos. Die Taube auf dem Dach, die Ente im Park und die Maus im Keller sind uns als Stadtbewohner vertraut. Doch wenn uns plötzlich eine Wildschweinfamilie vor dem Supermarkt über den Weg läuft, wenn ein Wanderfalke über der City kreist und die Füchse in unserem Vorgarten stöbern, sieht das anders aus. Wilde Tiere haben in vielen Städten Deutschlands Einzug gehalten. Florian Möllers zeigt uns, warum die Tiere zunehmend in Städten einen komfortablen Lebensraum finden und wie die Menschen damit umgehen. Seine Landschaftsaufnahmen aus der Hauptstadt sind überraschend stimmungsvoll, seine Tierbilder und Stadtbeobachtungen häufig voller Komik. Ein praktischer Infoteil zum Thema "Stadtnatur erleben" rundet neben den zahlreichen überraschenden Bilddokumenten diesen wunderbaren Band ab.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 09:49

STELZEL, I. & LANDMANN, A. (2000)

Die Alpendohle (Phyrrhocorax graculus) im Stadtgebiet von Innsbruck, Tirol: Bestandesgrößen, Bestandesdynamik, Bestandesstruktur und Raumverteilung.

Ber. nat.-med. Verein Innsbruck 87: 307-326.

Abstract

The Alpine Cough (Phyrrocorax graculus) in the Municipial Area of Innsbruck, Tyrol: Size, Seasonal Dynamics, Space Use and Social Structure of Winter Populations Synopsis: Standardised weekly counts (from February 1997 until April 1998) covering 11 km 2 of the municipial area of Innsbruck, Tyrol (575 m asl) where performed in order to investigate the number, seasonal dynamics and space use of Alpine Choughs wintering in Innsbruck. In additi-on, Alpine Chough behavioural data were collected using the focal animal sampling method. The number of Alpine Choughs steadily increased from autumn, to mid-winter (maximum approx. 1000 birds) and early spring and decreased towards late spring although the city area was also used by Alpine Choughs during the summer month proper. Birds were unevenly distributed over the city area, showing preferences for districts dominated by higher buildings, i. e. skyscrapers and blocks consist-ing of multi-storey buildings. Average flocks sizes were largest in midwinter, when flocks sometimes comprised more than 200 birds, and smallest in autumn. The age structure of the wintering popula-tion changed during the winter. The percentage of adult birds increased from 69 % in early winter to 94 % in late winter. Similarly, the percentage of mated birds within flocks increased form 3 % in autumn to 40 % in spring. According to the directions of their departure it can be assumed that all Alpine Choughs visiting Innsbruck live in the limestone mountain ranges north of Innsbruck, roost-ing sites being located at distances from 5 to 13 km from the city centre.

 

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Füchse im Siedlungsraum.

Wildbiologie in der Schweiz 6/32. 24 Seiten.

Wildtier Schweiz, Zürich.

Auszug:

Ein Fuchs verirrt sich in den Zürcher Milchbucktunnel, ein anderer stiehlt mitten in der Innenstadt ein dressiertes Zirkushuhn, Jungfüchse spielen an der Rue Beau-Séjour im Zentrum Lausannes, eine Fähe zieht ihre Jungen unter einer Werkstatt in einem Winterthurer Stadtquartier auf - seit Mitte der 1980er-Jahre sind Füchse zu einer beinahe alltäglichen Erscheinung in unseren Siedlungsräumen geworden. Wie aber ist es dazu gekommen, dass ein einstmals scheues Wildtier heute in der unmittelbaren Umgebung des Menschen lebt? Wie nutzen Füchse den urbanen Lebensraum? Und wie geht die städtische Bevölkerung mit den neuen Mitbewohnern um? Im Rahmen des "Integrierten Fuchsprojektes IFP", einem fachübergreifenden Forschungs- und Kommunikationsprojekt, wurden diese Fragen am Beispiel der Stadt Zürich eingehend untersucht.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 07:41

Siedlungsraum

 

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Weissstörche (Ciconia ciconia) in Rust, Burgenland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Feld anfangs März - keinerlei Deckung für Wildtiere. Grancy, Kt. Waadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Rauchschwalbe (Hirundo rustica). Parga, Griechenland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Mehlschwalbe (Delichon urbicum) in Mörbisch, Burgenland © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Teichhuhn (Gallinula chloropus) im Siedlungsraum, Grün 80, Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) in Stadtpark. Timmendorfer Strand © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Freilebender Graureiher (Ardea cinera) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Dohle (Corvus monedula) in der Stadt. Stralsund © Andreas Filz, Bernburg

 

 

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Mauereidechse (Podarcis muralis) auf Gartenmauer, Yverdon © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Erdkröte (Bufo bufo) in Vorstadtgarten. Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Mensch hat auf weite Strecken die natürliche Vegetation Europas eliminiert und für seine Bedürfnisse Forsten, Agrarland und Siedlungsraum geschaffen. Obwohl nicht natürlich, bieten diese Flächen Lebensraum für Wildtiere: In Fichtenforsten finden Arten des borealen Nadelwalds ein Auskommen. Agrarflächen können von Steppenbewohnern besiedelt werden.

Rund die Hälfte unserer Landsäugetiere haben eine mehr oder minder ausgeprägte Bindung an das offene Kulturland, d.h. Ackerland, Wiesen und Weiden. Die zunehmend intensivere Bewirtschaftung hat nicht nur bei der Flora des Agrarraums zu einem Rückgang der Biodiversität geführt, sondern bedroht zunehmend auch die Tierwelt. Säugetiere leiden vorab unter dem Verlust von Deckungsstrukturen. Ackerland ist im Winter z.B. für den Feldhasen kaum noch bewohnbar. In der Schweiz sind 43 der insgesamt 200 Brutvogelarten auf das Kulturland angewiesen. Zwei Drittel davon sind heute akut oder potentiell gefährdet, darunter Rebhuhn, Wachtelkönig, Feldlerche und Braunkehlchen (Saxicola rubetra) [6; 7; 9].

Viele der sogenannte Kulturfolger sind dem Menschen in den Siedlungsraum gefolgt, wo sie in und an Gebäuden, auf Bahntrassen und Ruderalflächen, in Gärten und Parkanlagen vielfältige Lebensräume vorfinden. Entsprechend hoch ist die Biodiversität im Siedlungsraum. Ist die Stadtbebauung relativ locker und sind größere Parkanlagen vorhanden, verläuft die Entwicklung der Biodiversität zweifellos günstiger als in Wirtschaftsforsten oder im Agrarland [8].

Arten, die ihr Areal in jüngerer Zeit in den Siedlungsraum hinein ausgedehnt haben sind z.B. der Rotfuchs, dessen Zahl in der Stadt Zürich auf rund 1'200 Individuen geschätzt wurde, das Wildschwein (in Berlin), der Biber, von dem z. B. auf Berner Stadtgebiet mehrere Paare leben, und die Türkentaube. Im Gefolge des Fuchses hat auch der Dachs die Städte erobert. Selbst im Zentrumsbereich der Städte können sich Wildtiere halten. Erhebungen über die Brutvögel der Stadt Zürich haben im Stadtzentrum Brutnachweise für folgende Arten ergeben (nach Häufigkeit geordnet): Haussperling, Amsel (Turdus merula), Buchfink, Grünfink, Star, Blau- und Kohlmeise (Parus caeruleus, P. major), Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), Türkentaube, Mauersegler (Apus apus), Hausrotschwanz, Zilpzalp (Phylloscopus collybita), Bachstelze (Motacilla alba)und Rabenkrähe (Corvus corone). In den Quartieren mit Mehrfamilienhäusern kamen nur zwei weitere Arten dazu, nämlich Elster und Grauschnäpper (Muscicapa striata) [4; 10;11].

Allerdings gibt es auch in der Stadt Risiken. Moderne Gebäude bieten kaum noch Wohnmöglichkeiten für Hausratte, Siebenschläfer, Steinmarder, Fledermäuse, Schleiereulen und Segler. Das Verschwinden der Pferdefuhrwerke hat in Stadtzentren vielfach zum Verschwinden des Haussperlings geführt. Die hohe Katzendichte in den Vorstädten lässt Eidechsen und Blindschleichen keine Chance, und auch Zaunkönige (Troglodytes troglodytes) und Rotkehlchen (Erithacus rubecula) haben es in den Gärten der Einfamilienhaussiedlungen wegen der vielen Katzen zunehmend schwerer.

Parkanlagen vermitteln den Stadtbewohnern ein Gefühl von Natur. Sofern zur Bepflanzung überwiegend heimische Pflanzen verwendet werden und alte Parkbäume vorhanden sind, bieten sie Lebensraum für viele Tiere. Igel, Spitzmäuse, Eichhörnchen, Schläfer, verschiedene Mäuseartige, Steinmarder und in tieferen Lagen Wildkaninchen sind hier häufig anzutreffen. Von den 30 Fledermausarten der Schweiz konnten 14 auf dem Stadtgebiet von Zürich und 16 in Basel nachgewiesen werden [3; 4].

Schon kleine künstlich angelegte Weiher ziehen Stockenten und Teichhühner an, gelegentlich sogar Eisvögel. Sind sie etwas größer, folgen Zwergtaucher, weitere Entenarten, Rostgans, die invasive Nilgans, Höckerschwan, Graureiher und Blesshuhn.

Unter den Parkanlagen spielt der Lebensraum Zoo für heimische Arten eine herausragende Rolle, wie z.B. die Untersuchungen im Zoo Berlin [1; 2; 5], im Tiergarten Schönbrunn oder im Zoo Basel zeigen. In Basel konnten im Rahmen umfangreicher Untersuchungen z.B. 7 Fledermaus- und 18 andere wildlebende Säugetierarten, 96 Arten Vögel, wovon 38 brütend,  2 Reptilien-, 4 Amphibien und 11 Fischarten sowie unter den nicht vollständig erfassten Wirbellosen, 29 Landschnecken-, 12 Heuschrecken, mehr als 277 Käfer-, 130 Webspinnen- und 143 Schmetterlingsarten nachgewiesen werden [3].

Manche wildlebenden Vögel sind im Zoo so augenfällig und häufig, dass sie von den Besuchern als Teil des Tierbestands wahrgenommen werden, so z.B. die Brutkolonien des Kormorans im Zoo Berlin, die des Graureihers (Basel, Bern, Hoyerswerda, Ueckermünde) oder des Weißstorchs (Zoo und Lange Erlen Basel, Münster, Rheine, Zürich). In größeren Mengen auftretende Kormorane und Graureiher können ein Problem darstellen, weil ihr Kot zum Absterben von Bäumen führen kann und weil sie den Zoovögeln das Futter wegfressen.

Zu den unerwünschte Gästen im Zoo gehören Rotfuchs, dem öfter Flamingos und andere Wasservögel zum Opfer fallen, der invasive Waschbär sowie die als Überträger von Krankheiten problematischen Stadttauben, Hausmäuse und Wanderratten.

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Literatur:

  1. ANDERS, K. (2002)
  2. ANDERS, K. (2004)
  3. BAUR, B., BILLEN, W. & BURCKHARDT, D. (2008)
  4. INEICHEN, S. & RUCKSTUHL, M. (Hrsg., 2010)
  5. KAISER, M. (2000)
  6. KELLER, V., ZBINDEN, N., SCHMID, H., VOLET, B. (2001)
  7. LACHAT, T., PAULI, D., GONSETH, Y., KLAUS, G., SCHEIDEGGER, C., VITTOZ, P. & WALTER, T. (Red., 2010)
  8. REICHHOLF, J. (2008)
  9. REICHHOLF, J. (2009)
  10. TAUCHER, A. & GEIGER, M. (2020)
  11. WEGGLER, M. et al. (1991)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx