Samstag, 08 Juni 2019 15:49

Nadelbäume - Araukarien

Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Araukariengewächse (Araucariaceae)

Die Araukariengewächse sind immergrüne Koniferen, die aus der Südhalbkugel stammen. Sie sind einhäusig oder zweihäusig. Die Familie umfasst 3 Gattungen mit etwa 41 Arten:

  • Die Araukarien (Araucaria) aus der Neotropis und Australis mit etwa 20 Arten, von denen sich nur eine für die Freilandhaltung in Mitteleuropa eignet.

  • Die im paläotropischen und australischen Florenreich verbreiteten Kauri-Bäume (Agathis) mit ebenfalls rund 20 Arten, von denen einige geringe Minustemperaturen vertragen.

  • Die vom Aussterben bedrohte Wollemie (Wollemia nobilis), eine monotypische Gattung aus dem gemäßigten Regenwald von New South Wales.

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CONIF araucaria araucana LD PD1
Chilenische Araukarie (Araucaria araucana) im Zoo Landau, Nadeln © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CONIF araucaria araucana Reynou PD1
Chilenische Araukarie im ParcZoo du Reynou, Le Vigen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CONIF araucaria araucana sciez PD1
Junge Chilenische Araukarie im Greifvogelpark "Les Aigles du Léman" in Sciez © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CONIF araucaria araucana krefeld PD1
Chilenische Araukarien und Guanacos (Lama guanicoe) im Südamerika-Gehege des Krefelder Zoos © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: entfällt

Chilenische Araukarie

Araucaria araucana

Verbreitung: Südamerika: Argentinien, Chile, in Höhenlagen zwischen 600 und 1'800 Metern.

Winterhärtezone 7 (erträgt bis -15ºC).

Wuchsklasse 1: Weibliche Exemplare bis 40 (30-50) m hoch, männliche bleiben mit 15-18 m deutlich kleiner.

Der Stamm der immergrünen Chilenische Araukarie ist von einer bis zu 15 Zentimeter dicken, grauen, später schwarz-braunen, Schuppenborke umgeben. Die spärlich verzweigten Äste stehen zu fünft bis siebt in Quirlen und wachsen mehr oder weniger waagrecht vom Stamm abstehend, wobei die Spitzen meist leicht nach oben weisen. Wenn sie abfallen, hinterlassen sie eine Narbe am Stamm. Die zwischen 25-50 mm langen Nadeln sind dreieckig, flach, ganzrandig, dunkelgrün glänzend und sehr steif. Sie bleiben bis zu 15 Jahre am Baum. Die Pflanzen sind ein- oder häufiger zweihäusig getrenntgeschlechtig. Die männlichen, 8-12 cm langen und 4-5 cm breiten Blütenzapfen stehen einzeln oder in Gruppen am Ende der Zweige. Sie haben spiralig angeordnete, sich dachziegelartig überlappende, dornige Schuppen. Die 10-18 cm langen und im Durchmesser 15-20 cm messenden weiblichen Blütenzapfen sind kugelförmig, anfänglich grün mit goldgelben Dornen. Später werden sie braun. Sie brechen noch am Baum auf und entlassen dann bis zu 200 ungeflügelte, rötlich-braune Samen.

Chilenische Araukarien können bis etwa 2'000 Jahre alt werden. In 20 Jahren wachsen sie bis auf eine Höhe von 6 m. In den 1980er Jahren zierte die Araukarie bei uns als Hausbaum zahlreiche Gärten und Vorgärten. Heute sieht man sie nicht mehr so oft.

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Literatur und Internetquellen:

  1. JOHNSON, H. (1974)
  2. MEIN SCHÖNER GARTEN

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Mittwoch, 28 November 2018 09:34

Neotropische Sukkulenten

Allgemeines

 ALLG Yucca varanus albigularis PD1
Mit Sukkulenten können Trockenhabitate dargestellt werden, nur passt eine Yucca aus Mexiko eher schlecht zu einem Weißkehlwaran (Varanus albigularis) aus Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Die Kakteen mit ihren gegen 1'800 Arten sind die bekanntesten Sukkulenten. Ihr natürliches Vorkommen ist, mit Ausnahme von Rhipsalis baccifera, auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Dabei sind sie nicht nur in Trockengebieten zu finden, sondern es gibt auch Arten, die in die Spritzzone der Meeresküsten, die oft mit Schnee- und Eis bedeckten Hochanden über 4'000 m oder das  Amazonas-Tiefland vorgedrungen sind.

Ebenfalls zur neotropischen Flora gehören die Agavoideen, zu denen u.a. die Gattung Agave mit rund 200 Arten, Yucca mit etwa 50 Arten und Nolina mit 26 oft stammsukkulenten Arten zählen. Auch unter den epiphytisch wachsenden Bromelien hat es einige Gattungen mit ausgesprochen sukkulentem Charakter. Die Palmlilien (Yucca spp.) sind bis auf eine Art nicht sukkulent, werden aber wegen ihrer systematischen Zugehörigkeit und Ähnlichkeit mit Agave trotzdem hier abgehandelt.

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)

AGAVACEAE Agave attenuata Sanary PD1
Drachenbaum-Agave (Agave attenuata) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Agave attenuata Sanary PD2
Drachenbaum-Agave (Agave attenuata) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Drachenbaum-Agave

Agave attenuata

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Mexiko (Bundesstaaten Jalisco, Michoacán, México) in Höhenlagen von (400-)1'900-2'500 m.

Winterhärte: Die Art ist nur bedingt frostresistent.

Die Drachenbaum-Agave entwickelt in vielen Jahren einen oder mehrere aufrechte, dicke, bis zu (1.2-) 1.5 m hohe Stämme, an deren Spitze sich eine Rosette von 40-70 cm langen und 12-16 cm breiten, hellgrauen, eiförmigen und spitz zulaufenden Blättern befindet. Bei alten Pflanzen entwickelt sich der oft gebogene, bis zu 3.5 m hohe Blütenstand mit grünlichgelben Blüten [2; 8].

Die Art gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN), zumal der Pflanzenhandel weitestgehend auf kultivierten Pflanzen beruht [5].

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AGAVACEAE Agave parryi truncata Lalonde PD1
Meskal-Agave (Agave parryii var. truncata) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Agave parryi truncata Lalonde PD2
Meskal-Agave (Agave parryii var truncata) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Meskal-Agave

Agave parryi

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Südwestliche USA (Arizona, New Mexico) und Nordmexiko.

Winterhärtezone 6 für var. cousei (erträgt bis -18ºC).

Die nach dem amerikanischen Botaniker Charles Christopher PARRY (1823-1890) benannte Art ist eine kleine, kugelige Agave mit einer Höhe von 20-30 cm und einem Durchmesser von 30-80 cm. Sie steht einzeln oder in größeren Gruppen. Ihr rispiger Blütenstand wird 3-5 m hoch. Es werden zwei Unterarten und drei Varietäten unterschieden [6; 8].

Aus dem Herzen der Agave wird, nachdem sie im Alter von 6-10 Jahren zum ersten und letzten Mal geblüht hat, Alkohol (Meskal) destilliert.

Die Art gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [5].

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AGAVACEAE Agave striata Lalonde PD1
Gestreifte Agave (Agave striata) in Jardin zoologique exotique, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Schmalblättrige Agave

Agave striata

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Nordmexiko (Coahuila, Durango, Hidalgo, Nuevo León, Puebla, Querétaro, San Luis Potosí, Tamaulipas und Zacatecas).

Winterhärtezone 8 (erträgt bis -8ºC).

Die Schmalblättrige Agave kommt in Trockenwäldern und im Chaparral in Höhenlagen von 700-2'300 m vor. Sie bildet einen kurzen Stamm und erreicht eine Wuchshöhe von 1-2 m. Sie steht einzeln oder in größeren Gruppen. Ihre hellgrünen bis rötlichen, gestreiften und an den Rändern fein gezahnten Blätter sind 25-60 cm lang und nur 7 (5-10) mm breit. Sie haben einen braunen Endstachel. Ihr rispiger Blütenstand wird 1.5-2.5 m hoch. Es werden zwei Unterarten unterschieden [2; 5].

Die Art gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [5].

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AGAVACEAE Agave lophanta Lalonde PD1
Dornkamm-Agave ( Agave unifilis) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Agave lophanta Lalonde PD1
Dornkamm-Agave ( Agave unifilis) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Dornkamm-Agave

Agave univittata

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Südwestliche USA (Texas) Und Nordmexiko (Coahuila, Nuevo León, Tamaulipas, San Luis Potosi, Veracruz, Puebla).

Winterhärtezone 8 (erträgt bis -11ºC).

Die Dornkamm-Agave (Thorncrest Agava) besiedelt felsige Gelände und lockere Eichenwälder vom Tiefland bis auf eine Höhe von ca. 1'500 m. Sie ist in der Regel stammlos und bildet Wurzeltriebe, aus denen undurchdringliche Pflanzenpolster entstehen. Sie wird 60-90 cm hoch und erreicht einen Durchmesser von 60 cm. Die Blätter enden in einer scharfen Spitze und haben stachelige Ränder. Die Art ist auch unter dem Synonym Agave lophanta bekannt. Es gibt mehrere Varietäten [5; 8].

Die Art gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [5].

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AGAVACEAE victoriae reginae Sanary PD1
Königin-Viktoriua-Agave (Agave victoriae-reginae) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

AGAVACEAE victoriae elfenau PD1
Königin-Viktoriua-Agave (Agave victoriae-reginae) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Königin-Viktoria-Agave

Agave victoria-reginae

CITES: Die Art fällt unter Anhang II (mit bestimmten Ausnahmen #4 ).

Verbreitung: Chihuahua-Wüste Mexikos (Bundesstaaten Durango, Nuevo León und Coahuila).

Winterhärte: Die Art ist nur bedingt winterhart.

Die Königin-Viktoria-Agave besiedelt bergiges Gelönde in Höhenlagen von 500-1'700 m. Sie hat nur 15-25 cm lange und 4-6 cm breite, eine dichte Rosette bildende, dicke Blätter mit weißen Rändern und meist ohne Randzähne. Der aufrecht stehende Blütenstand erreicht eine Höhe von 3 bis 5 m. Sie ist eine der am langsamsten wachsenden Agaven [2; 6; 8].

Die Art gilt nach IUCN nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [5], wohl aber nach der nationalen Roten Liste Mexikos. Gründe dafür sind Lebensraumverluste durch die Ausdehnung der Städte und das Sammeln wilder Exemplare für den Handel.

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AGAVACEAE Hesperaloe furnifera Lalonde PD1
Riesen-Hesperaloe (Hesperaloe funifera) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Riesen-Hesperaloe

Hesperaloe funifera

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Mexiko (Bundesstaaten Nuevo León und Coahuila) und vermutlich Südwest-Texas

Winterhärtezone 7 (erträgt bis -15ºC).

Die Riesen-Hesperaloe ist eine stammlose, ca. 1.8 m hohe, Polster bildende Sukkulente mit aufrechten, steifen, hell- bis gelbgrünen, lanzettförmigen Laubblättern, die in einem spitzförmigen Dorn enden, ansonsten aber keine Stacheln haben. Die Blattränder sind weiß, grau bis braun mit starken, variablen Fasern. Der Blütenstand ist 2 bis 4 m hoch. Das Wurzelwerk besteht aus einer sukkulenten Hauptwurzel und zahlreichen Faserwurzeln [8].

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AGAVACEAE Yucca baccata Lalonde PD1
Blaue Palmlilie (Yucca baccata) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Blaue Palmlilie

Yucca baccata

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Südwestliche USA und Nordmexiko in Höhenlagen von 1'400-1'600 (-2'500) m.

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC).

Die Blaue Palmlilie ist meist stammlos oder bildet selten einen kurzen Stamm. Die Laubblätter sind blau bis grün, 30-70 cm lang und bilden an ihren Rändern Fasern. Die Blüten sind glockenförmig und weiß, wobei die äußeren Blütenblätter einen rötlichen oder violetten Farbton aufweisen [4; 10].

Die Art gilt nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [5].

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AGAVACEAE Yucca decipiens Lalonde PD1
Schwarze Palmlilie (Yucca decipiens) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Yucca decipiens Lalonde PD2
Schwarze Palmlilie (Yucca decipiens) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Schwarze Palmlilie

Yucca decipiens

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Mexiko (Durango, Zacatecas, San Louis Potosí, Aguascalientes, Jalisco, Guanajuato).

Winterhärtezone 7 (erträgt bis -15ºC).

Die Schwarze Palmlinie besiedelt Ebenen mit sandigen Böden in Höhenlagen zwischen 1'750 und 2'650 m. Die Pflanzen stehen solitär, bilden einen schwarz-grauen Stamm mit einem Durchmesser von 1-2 m aus und erreichen eine Wuchshöhe von 8-12 m. Die Laubblätter sind grün, steif, rinnig, 30-50 cm lang und bilden an ihren Rändern Fasern. Der Blütenstand ist hängend, die Einzelblüten haben weiße bis cremefarbene Hüllblätter [9].

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AGAVACEAE Yucca elephantipes Porquerolles PD1
Riesen-Palmlilie (Yucca elephantipes) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Riesen-Palmlilie

Yucca elephantipes

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Südliches Mexiko bis Panama.

Winterhärtezone 10 (erträgt bis -1ºC).

Die Riesen-Palmlilie kommt in Höhenlagen bis 2'700 m vor. Die bevorzugte Niederschlagsmenge liegt bei 1'000-1'600 mm/Jahr, das optimale Temperaturspektrum bei 18-32ºC. Die Pflanze bildet zahlreich Stämme von 2-10 m Höhe aus. Die gezahnten, grünen Laubblätter befinden sich schopfartig oben am Stamm oder den Seitentrieben. Sie sind weich und werden 60-110 cm lang und 2-3 cm breit. Die Blütenknospen und die weichen Ansätze der Laubblätter sind essbar. Je nach Autor wird die Art auch als Yucca gigantea oder Yucca guatemalensis bezeichnet [3; 7; 8].

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AGAVACEAE Yucca gloriosa ruelz PD1
Kerzen-Palmlilie (Yucca gloriosa) in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

AGAVACEAE Yucca gloriosa ruelz PD2
Kerzen-Palmlilie (Yucca gloriosa) in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Kerzen-Palmlilie

Yucca gloriosa

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Ursprünglich südöstliche USA (Alabama, Florida, Georgia, Louisiana, Missisippi, South Carolina). In vielen Ländern eingeführt und verwildert.

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC).

Die Kerzen-Palmlilie wächst während Jahren stammlos mit einer grundständigen Blattrosette. Später bildet sie einen bis etwa 2 m hohen Stamm Alte Pflanzen verzweigen sich und bilden Horste aus mehreren Blattrosetten. Die blaugrünen Laubblätter sind schwertförmig und werden etwa 0.3-0.5 m lang und 2-3.5 cm breit. Die glockenförmigen, cremfarbenen, bisweilen rot oder purpurn überhauchten Blüten hängen an bis zu 2 m langen rispigen Blütenständen. Die Bestäubung erfolgt an den Naturstandorten durch Yuccamotten (Prodoxidae). In Mittelamerika wird die Art als Faserlieferant und Medizinalpflanze kultiviert. Die Früchte, Blüten und Blütenstandstengel können roh oder gerkocht gegessen werden, die Wurzeln nur gekocht. Die Fasern der Blätter werden für die Produktion von Kleidung, Körben und Matten verwendet. Die Wurzeln enthalten für den Menschen geringgradig giftige Saponine, sind aber für Fische sehr toxisch [7; 8; 10].

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AGAVACEAE Yucca linearifolia Lalonde PD3
Gezahnte Schmalblättige Palmlilie (Yucca linearifolia) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Yucca linearifolia Lalonde PD2
Gezahnte Schmalblättige Palmlilie (Yucca linearifolia) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Yucca linearifolia Lalonde PD1
Gezahnte Schmalblättige Palmlilie (Yucca linearifolia) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Gezahnte Schmalblättige Palmlilie

Yucca linearifolia

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Mexiko (Coahuila, Nuevo León)

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC).

Die Gezahnte Schmalblättrige Palmlilie ist ein Endemit der Chihuahia-Wüste, wo sie an wenigen Stellen in Höhenlagen von 1'100-1'300 m vorkommt [5]. Sie ist nahe verwandt mit Yucca rostrata und ist wie diese stammbildend. Die Stämme erreichen eine Höhe von 2-3 m. Die gezahnten, grau- oder blaugrünen bis grünen Laubblätter sind 30-45 cm lang und 0.5 cm breit. Der Blütenstand ist 60–80 cm hoch, wenig verzweigt, mit rund 3 cm großen, weißen Blüten. Blütezeit ist von April bis Juni. Die Früchte sind fleischige, nicht aufreißende Beeren von bis zu 7 cm Länge. [13]

Die Art gilt in der Natur als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE), weil größere Exemplare für den Handel der Natur entnommen werden. Sie wird jedoch häufig als als Zierpflanze kultiviert, wobei es sich beim Samen sehr oft ebenfalls um Naturentnahmen handelt. In Mitteleuropa kann sie allerdings nur mit mäßigem Erfolg im Freiland gepflegt werden und ist daher hierzulande selten geworden [5].

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AGAVACEAE Yucca rostrata Lalonde PD2
Blaublättrige Palmlilie (Yucca rostrata) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Yucca rostrata Lalonde PD1 (2)
Blaublättrige Palmlilie (Yucca rostrata) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Yucca rostrata Lalonde PD3
Blaublättrige Palmlilie (Yucca rostrata) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

AGAVACEAE Yucca rostrata ruelz PD1
Blaublättrige Palmlilie (Yucca rostrata) in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Blaublättrige Palmlilie

Yucca rostrata

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Nordmexiko und USA (Texas).

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC).

Die Blaublättrige Palmlilie ist ein Endemit der Chihuahua-Wüste in Mexiko und der benachbarten steinigen, wüstenähnlichen Gebiete von Texas. Am Naturstandort wächst sie meist solitär, stammbildend und langsam bis zu 4 m Stammhöhe. Selten verzweigt sich der Stamm zu dicken Seitenarmen und erscheint dann fast kandelaberförmig. Die mehr als 100 linearen, blauen bis blaugrünen, 25-60 cm langen und 10-15(-17) mm breiten Blätter bilden einen endständigen, kompakten Schopf.  Sie sind weich und ihre Ränder sind meist glatt, gelegentlich fein gezähnt. Terminal sind die Laubblätter meist nicht stechend, gelegentlich haben sie einen stechenden Dorn. Die Pflanze blüht  erstmals im Alter von etwa 10 Jahren. Blütezeit ist von März bis Mai. Der traubige Blütenstand wird 1-2 m lang und trägt viele große, hängende, cremefarbene Blüten mit rund 5 cm langen, zugespitzten Hüllblättern. Die Bestäubung erfolgt durch Yuccamotten (Prodoxidae). Die Früchte sind oval bis elliptisch, bis 7 cm lang, selten eingeschnürt, an der Spitze mit einem starken, gebogenen Schnabel, was zum Artnamen "rostrata" geführt hat [8; 11; 13].

Yucca rostrata ist nahe verwandt mit Y. linearifolia sowie mit Y. thompsoniana, die im Habitus deutlich kleiner ist und wesentlich kürzere, steifere, stechendere und deutlicher gesägte Blätter hat [13].

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AGAVACEAE Yucca treculiana Lalonde PD1
Bajonett-Palmlilie (Yucca treculiana) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

AGAVACEAE Yucca treculiana Lalonde PD2
Bajonett-Palmlilie (Yucca treculiana) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)

Bajonett-Palmlilie

Yucca treculiana

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Nordmexiko (Chihuahua, Coahuila, Nuevo León, Durango, Zacatecas, Tamaulipas) und südwestliche USA (New Mexico, Texas).

Winterhärtezone 7 (erträgt bis -15ºC).

Die Bajonett-Palmlilie bildet einen oder einige wenigen Stämme  aus und erreicht eine Wuchshöhe von 2.5-6(-7) m. Die Laubblätter stehen in großen, ausladenden Rosetten. Sie sind lang, starr, rinnig und variieren in der Farbe von gelb- bis blaugrün. Die Blattränder sind hellbraun und haben spitze Enddornen. Im Gegensatz zu ähnlichen Arten fehlen die randständigen Fäden an den Blättern. Der Blütenstand ist bis 120 cm hoch, traubenförmig, mit Teilblütenständen und mit großen, dunkelbraunen Hochblättern im unteren Bereich, die mit dem Aufblühen abfallen. Die Einzelblüten stehen dicht, sind (halb-)rund und haben weiße oder gelegentlich violett überhauchte Perigonblätter. Später bilden sich zylindrische, fleischige, bis 10 cm lange Beerenfrüchte [9; 13].

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AGAVACEAE Nolina longifolia Sanary PD1
Mexikanischer Grasbaum (Nolina longifolia) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Nolinoideae

Mexikanischer Grasbaum

Nolina longifolia

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Mexiko (Bundesstaaten Oaxaca und Puebla) in Höhenlagen von 800-900 m.

Winterhärtezone 9 (erträgt Temperaturen bis -8ºC).

Nolina longifolia bildet einen 1-3 m langen, unten verdickten Stamm mit korkiger Rinde. Die am Rand fein gezähnten, herabfallenden Blätter stehen in einem endständigen Schopf. Sie haben eine Länge von 50-250 cm und eine Breite von 10-30 mm. Der Blütenstand wird 1 bis 2 m hoch. Die Blätter werden gesammelt und zu Besen, Körben, Hüten etc. verarbeitet oder zum Eindecken von Dächern verwendet [7].

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NOLINACEAE Nolina microcarpa
Sacahuista-Bärengras (Nolina microcarpa) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Nolinoideae

Sacahuista-Bärengras

Nolina microcarpa

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Mexiko (Bundesstaaten Chihuahua und Sonora), USA (Arizona, Nevada, New Mexico, Texas) in Höhenlagen von 1'000-2'000 m.

Winterhärtezone 5 (erträgt Temperaturen bis -20ºC.

Das Socahuista-Bärengras ist eine stammlose, buschbildende Art, die wegen ihrer 60-140 cm langen und 5-12 mm breiten, fein gezahnten Blätter mit den trockenen, auffällig gedrehten Blattspitzen n den USA als  "Sawgrass" (Sägegras) bezeichnet wird. Sie bildet Horste bis 2 m Durchmesser. Der Blütenstand wird 30-80 cm lang. Die cremig-weißen Blüten erscheinen bereits im Vorfrühling [9].

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)

CACTACEAE echinocactus grusonii Sanary PD1
Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

CACTACEAE echinocactus grusonii Sanary PD2
Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie:  Cactoideae
Tribus: Cacteae

Goldkugelkaktus, Schwiegermutterstuhl

Echinocactus grusonii

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Mexiko (Bundesstaaten Hidalgo und Querétaro).

Echinocatus grusonii ist ein kugeliger bis kurz zylindrischer Kaktus, der bis 130 cm hoch werden und einen Durchmesser von 80 cm erreichen kann. Junge Pflanzen haben Warzen, ähnlich wie Kakteen der Gattung Mamillaria, die sich nach einigen Jahren zu 21 bis 37 Rippen ordnen. Die Stacheln sind dicht und goldgelb, ebenso der wollige Scheitel. Die gelben Blüten sind bis 5 cm groß und haben einen Durchmesser von 4 cm. Die 1-2 cm großen Früchte sind grünlich, mit weißem Filz bedeckt und kugelig bis oval geformt. Im Inneren sitzen glänzende braune Samen [1; 2; 3; 4; 8].

Die Art gilt in der Natur als stark gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE), wird jedoch häufig als Zierpflanze angepflanzt. Es gibt verschiedene Kulturformen: Echinocactus grusonii f. alba ist eine weißbedornte Form, der seltene Echinocactus grusonii cv. nudum eine Züchtung mit sehr kurzen Dornen [3; 5].

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CACTACEAE melocactus disciformis Sanary PD1
Melonenkaktus (Melocactus violaceus subsp. margaritaceus) Zuchtform "disciformis" im ZoA-Zoo Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Cereeae

Melonenkaktus

Melocactus violaceus

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Nordost-Brasilien (Bahia, Pernambuco, Rio Grande do Norte, Paraíba, Alagoas, Minas Gerais, Espírito Santo, Sergipe).

Melocactus violaceus besiedelt sandige Standorte der Mata Atlântica und des Cerrado vom Meeresspiegel bis auf eine Höhe von 1'100 m [5]. Er ist ein klein bleibender Katus der eine Höhe und einen Durchmesser von jeweils bis zu 20 cm erreichen kann. Er hat 10-12 scharfkantige Rippen. Die etwa 2 cm langen Dornen stehen in Gruppen zu 5-8 Randdornen und einem Mitteldorn. Der Blütenstand ist ein bis 5 cm hohes Cephalium mit einem Durchmesser von 7 cm und roten oder violetten derben Borsten Die Blüten sind tiefrosa und ragen nur wenig aus dem Cephalium heraus. Die Früchte sind rot [12].

Die Art mit ihren vier Unterarten gilt in der Natur wegen Lebensraumverusts als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE), wird jedoch häufig als Zierpflanze angepflanzt [5].

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CACTACEAE Cephalocereus senilis Sanary PD1
Greisenhaupt (Cephalocereus senilis) im ZoA-Zoo Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Pachycereeae

Greisenhaupt

Cephalocereus senilis

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Mexiko (Bundesstaaten Hidalgo, Guanajuato und Veracruz).

Cephalocereus senilis kann bei einem Durchmesser von bis zu 30 cm eine Höhe bis zu 15 m erreichen. Der blassgrüne Stamm mit seinen gelben Stacheln ist völlig unter langen weißen Haaren verborgen, die mit zunehmendem Alter ihre Farbe verlieren. Die weißen Blüten erscheinen erst, wenn der Kaktus 6 m hoch ist [1; 2; 4; 8]

Die Art gilt in der Natur als stark gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE), wird jedoch häufig als Zierpflanze angepflanzt [5].

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CACTACEAE Opuntia ficus indica Porquerolles1
Kaktusfeige (Opuntia ficus-indica) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CACTACEAE Opuntia ficus indica giens PD1
Kaktusfeige (Opuntia ficus-indica) in Blüte, Presqu'île de Giens © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CACTACEAE Opuntia ficus indica giens PD2
Kaktusfeige (Opuntia ficus-indica) während der Fruchtbildung, Presqu'île de Giens © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CACTACEAE Opuntia ficus indica Porquerolles2
Kaktusfeige (Opuntia ficus-indica) mit noch unreifen Früchten im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Opuntioideae

Kaktusfeige

Opuntia ficus-indica

CITES: Die Art fällt unter Anhang II, ausgenommen Stengel, Blüten sowie Teile und Erzeugnisse.

Verbreitung: Ursprünglich vermutlich Mexiko, was wegen der Jahrhunderte langen Kultivierung nicht ganz sicher ist. Molekulargenetische Untersuchungen deuten darauf hin, es sich eine domestizierte Form von Opuntia megacantha handelt.

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Winterhärtezone 10 (erträgt nur kurzfristig geringe Minustemperaturen).

Die Kaktusfeige ist eine strauch- oder baumartige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 1-6 m. Sie verzweigt sich regelmäßig in Sprossen, die normalerweise mit feinen, stechenden Borsten versehen sind und ihrer Form wegen auch als „Ohren“ bezeichnet werden. Meist ist ein deutlicher Stamm  vorhanden. Die unterschiedlich geformten "Ohren" sind schmal bis breit verkehrt eiförmig oder länglich. Sie sind 20-60 cm lang und 10-25 cm breit. Die Früchte sind essbar. Sie werden mit den Samen roh verzehrt und zu Marmelade oder Spirituosen verarbeitet. Die jungen Sprossen können als Gemüse gekocht werden. Regional wird die Pflanze auch als Viehfutter angebaut. Auf den Opuntien leben Cochenille-Schildläuse (Dactylopius coccus), aus denen der Farbstoff Karmin gewonnen wird [2; 3; 4; 7].

In der Roten Liste der IUCN konnte die Art aufgrund mangelhafter Daten bzw. der Unmöglichkeit, zwischen echten wilden und domestizierten bzw. verwilderten Individuen zu unterscheiden, keiner Gefährdungskategorie zugeordnet werden [5].

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CACTACEAE Opuntia microdasys albispina bogabe PD1
Hasenohr-Kaktus (Opuntia microdasys var. albispina) im Botanischen Garten Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CACTACEAE Opuntia microdasys pallida botanicactus PD2
Hasenohr-Kaktus (Opuntia microdasys var. pallida) im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CACTACEAE Opuntia microdasys pallida botanicactus PD1
Hasenohr-Kaktus (Opuntia microdasys var. pallida) mit noch unreifen Früchten im Botanischen Garten "Botanicactus", Ses Salines, Mallorca © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Opuntioideae

Hasenohrkaktus

Opuntia microdasys

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Mexiko (Tamaulipas, Zacatecas, Hidalgo, Querétaro, Nuevo León, Coahuila, San Luis Potosí, Jalisco).

CITES: Die Art fällt unter Anhang II, ausgenommen sind Kulturpflanzen.

Winterhärtezone 9 (erträgt Temperaturen bis -8ºC).

Der Hasenohr-Kaktus ist ein strauchig wachsender und stark verzweigter Vertreter der Opuntien. Er bildet niedrige, bis 80-100 cm hohe Polster. Die länglichen bis runden, bis 15 cm langen "Ohren" sind blassgrün und fein behaart. Sie sind mit vielen großen, runden filzigen Areolen besetzt, die in der Regel keine Dornen tragen, sondern zahlreiche goldgelbe, oder weiße (var. albispina), hellgelbe (var. pallida) oder bräunliche (var. rufida) Glochidien, d. h. mit Widerhaken besetzte Haare, die leicht abbrechen und sich in die Haut einbohren. Die zahlreichen, hell bis rötlichgelben Blüten sind bis 5 cm lang und haben einen Durchmesser von ca. 4 cm. Die kugelförmigen Früchte sind dunkelrot und mit vielen, dicht mit Glochidien besetzten Areolen bedeckt [2; 4].

Die Art ist weit verbreitet und häufig und gilt daher nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [5].

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Literatur und Internetquellen:

  1. CHAPMAN, P. & MARTIN, M. (1982)
  2. HERBEL, D. (1978)
  3. MEIN SCHÖNER GARTEN
  4. RAUH, W. (1979)
  5. ROTE LISTE DER IUCN
  6. ROWLEY, G. (1979)
  7. USEFUL TROPICAL PLANTS
  8. WORLD OF SUCCULENTS
  9. GARTENYUCCA
  10. ZIMMERPALMEN
  11. DEUTSCHE DAHLIEN-, FUCHSIEN- UND GLADIOLEN- GESELLSCHAFT E.V.
  12. KAKTEENSAMMLUNG HOLZHEU
  13. TROPENGARTEN

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Freigegeben in Sukkulenten
Montag, 05 November 2018 10:23

Paläotropische Sukkulenten

 

Allgemeines

Aloen (Xanthorrhoeaceae) und Euphorbien (Euphorbiaceae) gehören zu den bekanntesten Sukkulenten der Paläotropis. Die Aloen umfassen rund 500 Arten, die Euphorbien über 2'100, von denen allerdings nicht alle sukkulent sind. Eine weitere große Gruppe, von der viele in der Paläotropis vorkommen, sind die Dickblattgewächse (Crassulaceae) mit rund 1'400 Arten und die Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) mit etwa 1'800 Arten, deren Verbreitungsschwerpunkt in Südafrika liegt. Weniger bekannt ist die erst vor wenigen Jahren als eigene Familie beschriebene kleine Gruppe der Anacampserotaceae. Es gibt in der Paläotropis viele weitere Pflanzenfamilien, die hauptsächlich aus Nicht-Sukkulenten bestehen, daneben aber auch einige sukkulente Vertreter haben. Auf diesem Blatt werden neben paläotropischen Sukkulenten einstweilen auch solche des benachbarten Kap-Florenreichs (Capensis) abgehandelt.

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae)

ASPARAGALES Xanthorrh aloe arborescens hilltops PD1
Blühende Baum-Aloe (Aloe arborescens) im Ewanrigg Botanical Gardens, Simbabwe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES Xanthorrh aloe arborescens Sanary PD1
Baum-Aloe (Aloe arborescens) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES Xanthorrh aloe arborescens Lalonde PD1
Erdmännchen (Suricata suricatta) auf Baum-Aloe (Aloe arborescens) im Jardin zoologique tropical, La Londe © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)

Baum-Aloe

Aloe arborescens

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Südliches Afrika: Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Swasiland, Südafrika. Hauptsächlich in bergigen Landschaften.

Aloe arborescens bildet einen 2-3 m langen, an der Basis bis zu 30 cm dicken und auf einer Länge von 30-60 cm mit toten Blättern bedeckten Stamm und ist stark verzweigt. Die lebenden, graugrünen bis grünen Blätter sitzen in Rosetten am Ende der Zweige. Sie sind am Rand mit Zähnen bewehrt. Der Blütenstand ist bis 90 cm lang und meistens einfach, er kann  aber auch bis zwei Seitentriebe haben. Auf dem Stengel sitzen die zahlreichen, meist scharlachroten, gelegentlich orange- oder rosafarbenen oder gelben Blüten in einer etwa 20-30 cm langen, konischen Traube. Die Einzelblüten sind gestielt und haben eine Länge bis 4 cm. Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Vögel [1; 5; 9; 10].

Die Pflanze hybridisiert leicht mit anderen Aloe-Arten, namentlich mit Aloe ferox. Sie gehört zu den medizinisch interessanten Aloe-Arten. Sie wurde bereits im 17. Jahrhundert als Arzneipflanze verwendet. Eingesetzt wird sie bei Verbrennungen der Haut, z.B. bei Röntgen-Dermatitis [1; 10].

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ASPARAGALES Xanthorrh aloe ferox kleinkaroo PD1
Blühende Kap-Aloe (Aloe ferox) in der Klein-Karoo, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

ASPARAGALES Xanthorrh aloe ferox Sanary PD1
Kap-Aloe (Aloe ferox) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

ASPARAGALES Xanthorrhoeaceae aloe ferox umgeni PD1
Kap-Aloen (Aloe ferox) mit Stämmen im Umgeni Valley Nature Reserve bei Howick, Kwazulu-Natal, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)

Kap-Aloe

Aloe ferox

CITES: Die Art fällt unter Anhang II.

Verbreitung: Südliches Afrika: Lesotho, Südafrika (Westkap, Ostkap, Freistaat, KwaZulu-Natal).

Die Kap-Aloe wächst baumförmig mit einem einfachen, oft von abgestorbenen Blättern verdeckten Stamm bis auf eine Höhe von etwa 3-4 m, selten höher. Der Stamm selbst ist etwa 2-3 m hoch. Die bis 1 m langen und 15 cm breiten, lanzettlich-schwertförmigen Blätter sind mattgrün oder graugrün, bei Trockenheit rötlich überhaucht. Sie haben einen buchtig gezähntem Rand und meistens eine unregelmäßig stachelige Oberfläche. Sie stehen alle dicht gedrängt in einer endständigen Rosette. Der Blütenstand ist in 5-12 aufrechte Teilblütenstände verzweigt. Die Blüten stehen in bis zu 80 cm langen Trauben. Sie sind scharlachrot bis orange, gelegentlich gelb oder weiß. Die Befruchtung erfolgt durch Insekten oder Nektar saugende Vögel [1; 5; 9].

Aus Aloe-Blättern können Saft und Bittersaft gewonnen werden. Saft ist der gelartige, farblose Saft aus dem Blattinnern, Bittersaft der gelbliche Saft aus der grünen Epidermis des Blatts. Beide Safttypen waren bereits in der Antike bekannt. In Südafrika wurden Blätter, Saft und Bittersaft der Kap-Aloe traditionell von der indigenen Bevölkerung und seit etwa 1650 durch die europäischen Einwanderer als Heilmittel genutzt. 1772 wurde in der Nähe von Albertinia in der heutigen Westkap-Provinz die erste Aloe ferox-Farm gegründet. Eingesetzt werden die Mittel bei Hautentzündungen. Das in der Aloe enthaltene Aloin wirkt stark abführend, weswegen Aloe-Zubereitungen auch zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung verwendet werden können. Im Falle von Vergiftungen bei Tieren kann es zu Blutiger Diarrhoe, Polyurie und Hämaturie kommen [1; 3].

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ASPARAGALES Xanthorrhoeaceae aloe pillansii goegap PD1
Riesenköcherbaum (Aloe pillansii) im Hesters Malan Wild Flower Garden des Goegap-Naturschutzgebiets, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASPARAGALES Xanthorrhoeaceae aloe pillansii bogabe PD1
Riesenköcherbaum (Aloe pillansii), Jungpflanze im Botanischen Garten Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ASPARAGALES Xanthorrhoeaceae aloe pillansii bogabe PD2
Riesenköcherbaum (Aloe pillansii), Jungpflanze im Botanischen Garten Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)

Riesenköcherbaum

Aloe (= Aloidendron) pillansii

CITES: Der internationale Handel ist nach Anhang I eingerschränkt.

Verbreitung: Südliches Afrika: Südafrika (Nordkap), Namibia.

Der Riesenköcherbaum besiedelt die heißen und trockenen Gebiete von Namib, Vornamib und Sukkulentenkaroo in Höhenlagen von 250-1'000 m. Er ist eine stammbildende Aloe, die eine Höhe bis zu 10 m oder mehr erreicht. Der Stamm alter Bäume hat an der Basis einen Durchmesser von 1-2 m, teilt sich ab der Mitte mehrfach in jeweils zwei nach oben gerichtete Äste und verjüngt sich weiter nach oben hin auf etwa 20 cm Durchmesser. Die glatten, lanzettlich verschmälerten, graugrünen bis bräunlich grünen, 50-60 langen und an der Basis 10-12 cm breiten Laubblätter sind leicht sichelförmig und sitzen rosettenförmig zusammen. Sie haben glatte Oberflächen und weiße Blattränder, die in Abständen von 5-8 mm mit kleinen Zähnchen besetzt sind. Die ca. 50 cm langen, traubigen Blütenstände gehen horizontal auf der Höhe der untersten Blätter der Rosetten ab und sind  stark verzweigt. Die lockeren, zylindrischen Blütentrauben sind bis 15 cm lang und bestehen aus etwa 30 gelben, in der Mitte ausgebuchteten  Einzelblüten [9; 12].

Der Riesenköcherbaum ist die seltenste Aloe-Art im südlichen Afrika. Sein Hauptbestand konzentriert sich im Richtersveld-Nationalpark. Die Population soll bei nur noch 200 Exemplaren liegen. Junge Pflanzen kommen keine mehr auf und die alten sterben ab. Mögliche weitere Vorkommen bis zum Brandberg in Namibia bedürfen der Bestätigung.  Die Gefährdung beruht zum Teil auf einer Überweidung des Artareals duch Esel und Ziegen, aber auch Paviane und Stachelschweine, Bergbauaktivitäten und der Klimawandel setzen der Art zu. Vermutlich werden auch Pflanzen von Sammlern ausgegraben. Die Art wurde deshalb bereits 1998 als vom Aussterben bedroht eingestuft [Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED) [7; 12].

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ASPARAGALES Xanthorrhoeaceae aloe vera pierrelatte PD1
Echte Aloe (Aloe vera) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)

Echte Aloe

Aloe vera

CITES: Die Art ist als einzige Aloe explizit von den Anhängen ausgenommen.

Verbreitung: Ursprünglich wohl auf der Arabische Halbinsel, dies ist aber nicht gesichert. Die auch als Aloe barbadensis bezeichnete Art wird seit sehr langer Zeit kultiviert und ist heute weltweit in subtropischen und tropischen Ländern anzutreffen, insbesondere in der Karibik [8].

Die Echte Aloe hat keinen oder nur einen kurzen Stamm. Sie vermehrt sich nicht nur durch Samen, sondern auch durch Kindel und Wurzelausläufer, was zu Bildung dichter Gruppen führt. Die bis 50 cm langen, rosettenartig angeordneten Blätter laufen spitz zu und besitzen bedornte Blattränder. Im Januar bildet sich zwischen den Blättern ein lang gestielter, bis 90 cm langer Blütenstand, der senkrecht nach oben wächst und manchmal ein bis zwei Seitenzweige bildet. An den Enden sitzen je nach Sorte gelbe, rote oder orangefarbene, in Trauben angeordnete Röhrenblüten [6].

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Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

EUPHORBIACEAE Euphorbia milii milii elfenau PD1
Christusdorn (Euphorbia milii var. milii), Blüten, im ehemaligen Schauhaus der Stadtgärtnerei Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

EUPHORBIACEAE Euphorbia milii milii palmengarten PD1
Christusdorn (Euphorbia milii var. milii) im Palmengarten Frankfurt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Euphorbioideae
Tribus: Euphorbieae
Untertribus: Euphorbiinae

Christusdorn

Euphorbia milii

CITES: Die Art fällt unter Anhang II, ausgenommen sind Sendungen von 100 oder mehr offensichtlich künstlich vermehrten Exemplaren.

Verbreitung: Madagaskar, in 11 verschiedenen Varietäten.

Winterhärtezone 10 (erträgt bis -1ºC).

Euphorbia milii ist ein dorniger, aufrecht wachsender Trockenstrauch, der bis zu 60 hoch wird und verdickte und wenig verzweigte, dornige Triebe bildet, die mit der Zeit verholzen. Zwischen den Dornen sitzen die gegenständigen, länglich-runden hellgrünen Blätter. Bei den scheinbaren Blütenblättern handelt es sich in Wirklichkeit um rote, rosafarbene, gelbe oder weiße, nierenfömige Hochblätter, also umgewandelte Laubblätter. Die gelblichen Blütenstände werden von jeweils zwei Hochblättern umschlossen. Sie bestehen aus einer von 5 Gruppen männlicher Blüten umgebenen weiblichen Blüte. Die Blütenstengel tragen ab den Enden oft Seitenzweige mit weiteren, kleineren Blütenständen [2; 5; 6].

Der deutsche Name "Christusdorn" kommt daher, dass die dornigen Triebe der Zimmerpflanze an die Dornenkrone Jesu erinnern. Dass sie tatsächlich dafür verwendet wurden, ist natürlich auszuschließen, da die Pflanze damals im Mittelmeerraum noch unbekannt war. Erst 1821 wurde sie erstmals nach Europa eingeführt [6].

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Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)

SAXIFRAGALES Crassulaceae crassula arborescens sanary PD1
Blauer Jadestrauch (Crassula arborescens) im ZoA-Zoo, Sanary-sur_mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

SAXIFRAGALES Crassulaceae crassula arborescens sanary PD2
Dachwurz (Aeonium urbicum) im ZoA-Zoo, Sanary-sur_mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Crassuloideae

Blauer Jadestrauch, Pfennigbaum

Crassula arborescens

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Südafrika vom Westkap bis nach Kwazulu-Natal.

Winterhärte: Crassula arborescens ist nicht winterhart und erträgt keine Minustemperaturen. Vorzugstemperatur im Winter 5-13°C.

Der Blaue Jadestrauch wächst als sukkulenter Strauch mit dicken holzigen Stämmen und erreicht eine Höhe von 0.6-1.2 m, im Freiland bis 3-4 m. Der blaugraue Belag auf den rundlich-verkehrt eiförmigen, fleischigen, bis 7 cm langen und oft rot gerandeteten Blättern schützt vor starker Sonenneinstrahlung und sollte nicht unötig angefasst werden. Der sehr kurze Blütenstiel trägt eine sternförmige Blütenkrone. Die Blüten sind weiß bis rosa Es gibt zwei Unterarten und diverse Kultursorten [2; 5].

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SAXIFRAGALES Crassulaceae Kalanchoe tomentosa sanary PD1
Behaartes Katzenohr (Kalanchoe tomentosa) im ZoA-Zoo, Sanary-sur-Mer © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Kalanchoideae

Behaartes Katzenohr

Kalanchoe tomentosa

CITES: Die Art ist nicht in den Anhängen aufgeführt.

Verbreitung: Zentral-Madagaskar. Es gibt zahlreiche Kulturformen.

Winterhärte: Kalanchoe tomentosa ist nicht winterhart und sollte bei 10-15ºC überwintert werden.

Das Behaarte Katzenohr ist eine strauchartig verzweigte, bis 1 m hohe  Blattpflanze mit lockeren Rosetten lang-ovaler Blätter an verholzenden bis zu 45 cm langen Stengeln. Die 5-7 cm langen Blätter sind mit feinen, borstigen und meist silbrigen Haaren filzig bedeckt, an manchen Randstellen sind diese Haare jedoch bei jungen Blättern rostig orangerot und bei älteren schokoladenbraun. Die Blattfarbe variiert je nach Standort, weißlich im Schatten, an vollsonnigen Standorten tiefbraun. Blüten werden von einer Kalanchoe tomentosa nur selten ausgebildet [5; 8; 11].

Es gibt zahlreiche Kultursorten.

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Literatur und Internetquellen:

  1. BOTHA, M. C. & KOGLER, L. K. (1998)
  2. CHAPMAN, P. & MARTIN, M. (1982)
  3. CLINI TOX
  4. GARTEN-LEXIKON
  5. HERBEL, D. (1978)
  6. MEIN SCHÖNER GARTEN
  7. ROTE LISTE DER IUCN
  8. ROWLEY, G. (1979)
  9. VAN WYK, B.-E. & SMITH, G. (1996)
  10. WEST, O. (1974/1992)
  11. PFLANZENFREUNDE
  12. PLANTZAFRICA

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Freigegeben in Sukkulenten
Montag, 05 November 2018 10:23

Tropenwald-Stauden und -Kräuter

 

Allgemeines

Auf diesem Blatt werden terrestrische und aquatische Krautpflanzen des Tropen- und Subtropengürtels vorgestellt, die in der Regel ganzjährig unter klimatisierten Bedingungen gehalten werden und entweder nebst Bäumen und Sträuchern zum Bestand von Tropenhallen oder dann zur Einrichtungen von Terrarien oder Aqua-Terrarien gehören. Ganz unter Wasser lebende Pflanzen sind nicht berücksichtigt. Epiphyten werden auf einem separaten Blatt abgehandelt.

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Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)

ALISMATALES Araceae alocasia odora PAP PD1
Duftendes Elefantenohr (Alocasia odora) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ALISMATALES Araceae alocasia odora PAP PD2
Duftendes Elefantenohr (Alocasia odora) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Aroideae
Tribus: Colocasieae

Duftendes Elefantenohr

Alocasia odora

Verbreitung: Ost- und Südostasien von Assam bis zu den Ryukyu-Inseln, Taiwan und Borneo.

Das Duftende Elefantenohr ist eine immergrüne, rhizombildende, 120-240 cm hohe Staude, mit großen, saftig-grünen, glänzenden Blättern. Diese befinden sich an langen Stielen, sind pfeilförmig und werden ca. 60 cm lang und 30 cm breit. Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig. Der Blütenstand besteht aus dem Schaft, einem Hochblatt (Spatha) und dem Kolben (Spadix).  Im Kolben gibt es je einen weiblichen, sterilen und männlichen Abschnitt. Die Blüten duften besonders nachts sehr stark. Es werden große, rote Beeren gebildet. Wegen seines Gehalts an Kalzium-Oxalat ist die Pflanze in rohem Zustand ungenießbar bzw. giftig [4; 8].

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ALISM araceae typhonodorum lindleyanum pierrelatte PD1
Duftendes Elefantenohr (Alocasia odora) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Aroideae

Aronstab-Scheinbaum

Typhonodorum lindleyanum

Verbreitung: Madagaskar, Komoren, Mauritius, Sansibar

Der Aronstab-Scheinbaum lebt in Sümpfen und an schlammigen Flussufern. Er kann eine Höhe von 1.5-2.5 m, selten bis 4 m erreichen. Es handelt sich um eine Staude, die einer Bananenpflanze ähnelt und einen bis 30 cm dicken Scheinstamm und ein Rhizom hat. Die Samen, können schwimmen, was neue Besiedlungssorte ermöglicht. Samen und Knollen werden als Nahrungsmittel verwendet, enthalten aber Kalzium-Oxalat und müssen daher gekocht oder getrocknet werden. Die Blätter werden zum Decken von Hütten verwendet und die Stärke aus dem Rhizom gilt in der Volksmedizin als Heilmittel gegen Schlangenbisse [11].

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ALISM araceae monstera deliciosa pierrelatte PD1
Köstliches Fensterblatt (Monstera deliciosa) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ALISM araceae monstera deliciosa pierrelatte PD2
Köstliches Fensterblatt (Monstera deliciosa) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Monsteroideae

Köstliches Fensterblatt

Monstera deliciosa

Verbreitung: Mittelamerika: Ursprünglich von Mexiko (Oaxaca, Veracruz und Chiapas) bis Panama. Eingeführt und verwildert in den USA (Florida, Hawaii), Süd- und Südostasien, Australien, Ascensión, den Gesellschaftsinseln, und im westlichen Mittelmeerraum (Portugal, Marokko, Madeira).

Das Köstliche Fensterblatt ist eine immergrüne Kletterpflanze mit Luftwurzeln, die bis 20 m lang werden kann. Die jungen Blätter sind herzförmig und ungeteilt. Die ausgewachsenen Blätter sind groß und löchrig zerschlitzt. Die Blütenstände sind denen des Aronstabs ähnlich, jedoch größer. Sie haben einen von einem großen weißen Hüllblatt umgebenen gelblichen, langgestielten Blütenkolben, an dem sich später violette Beeren bilden [5; 8].

Diese schmecken nach Ananas und sind im Prinzip essbar, enthalten jedoch Kalziumoxalatnadeln, die die Rachenschleimhaut reizen. Abgesehen von den Früchten sind alle Teile der Monstera giftig und könen bei Mensch und Tier zu klinischen Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und Blutungen, nach Aufnahme hoher Dosen zu Krämpfen, Ataxie, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen sowie Leber- und Nierenschäden führen [3; 5].

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Sterngräser (Hypoxidaceae)

ASPARAGALES Hypoxidaceae molineria capitulata PAP PD1
Palmgras (Molineria capitulata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ASPARAGALES Hypoxidaceae molineria capitulata PAP PD2
Palmgras (Molineria capitulata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: entfällt, die Familie weist nur ca. 7-8 Gattungen auf.

Palmgras

Molineria capitulata

Verbreitung: Südostasien, Australasien bis zu den Salomonen sowie  und Nord- und Ostaustralien, in anderen tropischen Ländern eingebürgert.

Das Palmgras besiedelt schattige und feuchte Stellen in Wäldern, meist in Höhenlagen von 800–2’200 m, gelegentlich schon ab 300 m. Es handelt sich um eine stengellose, immergrüne Staude die direkt von den Wurzeln aus ein Büschel bis 1 m langer Blätter bildet. Aus den Blättern werden  Naturfasern gewonnen und die Früchte sind essbar [11].

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Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)

ORC papiopedilum Xmonarch wilhelma presse
Paphiopedilum X "Monarch" in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma (Pressefoto)

ORC papiopedilum Xmonarch wilhelma presse2
Paphiopedilus X "Monarch" in der Wilhelma Stuttgart © Wilhalma (Pressefoto)

Unterfamilie: Cypripedioideae
Tribus: Cypripedieae
Untertribus: Paphiopedilinae

Frauenschuh-Hybride

Paphiopedilum X "Monarch"

Verbreitung: Zuchtform, Ausgangsarten Südostasien.

Die Gattung Paphiopedilum umfasst rund 140 Arten und unzählige Varietäten und Zuchtformen. Die meisten Arten wachsen terrestrisch  oder halbterrestrisch. An der Basis des Sprosses befindet sich eine Blattrosette und die Erneuerungsknospe, aus der neue Rosetten entstehen können. Der Spross ist unverzweigt. Die großen Blüten sind spiegelsymmetrisch und dreizählig. Ihr wichtigstes Merkmal ist das untere Kronblatt, das eine schuhähnliche Gestalt hat. Die beiden äußere Kronblätter sind länglich und bisweilen gedreht. Von den ursprünglich sechs Staubblättern sind noch zwei fertil, d.h. pollenbildend. Das dritte ist zu einem schildartigen Deckel umgebildet. Das obere Kelchblatt, ist viel größer als bei anderen Orchideen [7; 9; 10].

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Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)

GENTIANALES Rubiaceae pentas lanceolata PAP PD1
Stern von Ägypten (Pentas lanceolata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie

Fünfzahlstrauch, Stern von Ägypten

Pentas lanceolata

Verbreitung: Afrika, Jemen

Der Fünfzahlstrauch ist ein immergrüner, dichtbuschig wachsender und reich verzweigter Halbstrauch, der eine Höhe von 0.5-2 m erreicht. Die Triebe verholzen von unten her. Die dunkelgrünen Blätter sind länglich. Sie werden bis 15 Zentimeter lang und sind vorne zugespitzt. Die kleinen Blüten sind fünfzählig, daher auch der deutsche Name Fünfzahlstrauch. Sie sitzen in dichten Dolden nebeneinander. Ihre Farbe ist variabel. Es dominieren Rot, Rosa und Weiß. Die Bandbreite reicht jedoch bis ins Magentafarbene, Pink und Violette und variiert in den Farbtönen, sodass manche Pflanzen bisweilen zweifarbig erscheinen. Die Halbsträucher bevorzugen einen sonnigen Standort auf feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig sein. Die Pflanzen ertragen Temperaturen nur über mindestens 1°C [6; 8].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Akanthusgewächse (Acanthaceae)

LAMIALES Acanthaceae Brillantaisia lamium PAP PD1
Brillantaisia (Brillantaisia lamium) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Acanthoideae
Tribus: Ruellieae

Brillantaisia

Brillantaisia lamium

Verbreitung: Westafrika, eingebürgert in Nordost-Australien und auf einigen Pazifischen Inseln.

Die Brillantaisia wächst als Staude oder Halbstrauch bis zu einer Höhe von 80-150 (-200) cm. Sie hat einfache, gegenständig angeordnete, behaarte Blätter von 5-14 cm Länge und 3.5-8 cm Breite. Diese sind eiförmig, fein gezähnt und gestielt. Von April bis September trägt sie hellpurpurne, in Rispen angeordnete, ca. 30 mm lange, zweilippige Blüten, aus denen nach der Befruchtung fachspaltige Kapselfrüchte gebildet werden [1; 6].

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Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Passionsblumengewächse (Passifloraceae)

MALPIGHIALIS Passifloraceae turnera ulmiflora pierrelatte PD1
Westindische Safranmalve (Turnera ulmiflora) in der Ferme aux Crocodiles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MALPIGHIALIS Passifloraceae turnera ulmiflora pierrelatte PD2
Westindische Safranmalve (Turnera ulmiflora) in der Ferme aux Crocodiles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Safranmalvengewächse (Turneroideae)

Westindische Safranmalve

Turnera ulmiflora

Verbreitung: Florida, Mexiko, Mittelamerika und Karibische Inseln. Eingeschleppt und sich zum Teil invasiv verhaltend in Südamerika, Australien, Indonesien, Malaysia, Madagaskar, Neukaledonien und diverse Inseln im Pazifik.

Die Westindische Safranmalve ist eine ausdauernde Staude mit aromatischem, dichtem Laub, die eine Höhe von ca. 120 cm erreichen kann. Die wechselständig und spiralig angeordneten Laubblätter sind schmal-elliptisch bis lanzettförmig, haben einen gezähnten Rand und sind mit  feinen kleinen Borsten bedeckt. Die Blüten sind fünfzählig. Sie haben eine doppelte Blütenhülle, der Blütenbecher ist 5-8 mm lang,  der Blütenkelch etwa 20 mm. Die Kronblätter sind gelb. Es werden dreifächerige Kapselfrüchte mit vielen Samen gebildet [2]

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Literatur und Internetquellen:

  1. AUSTRALIAN NATIONAL BOTANIC GARDENS
  2. CABI - INVASIVE SPECIES COMPENDIUM
  3. CLINI TOX
  4. GARDENIA.NET
  5. GARTENJOURNAL
  6. HORTIPEDIA
  7. Internet Orchid Species Photo Encyclopedia
  8. MEIN SCHÖNER GARTEN
  9. ORCHIDS FANDOM
  10. SCHINZ, C. (1984)
  11. USEFUL TROPICAL PLANTS
  12. ZIMMERPFLANZEN-LEXIKON

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Freigegeben in Tropenwaldpflanzen
Montag, 05 November 2018 10:08

Tropenwaldgehölze - Afrika

 

Allgemeines

Hier werden nicht nur Bäume und Sträucher im eigentlichen Sinn vorgestellt, sondern auch verholzende Kletterpflanzen, wie die Würgefeigen,und  nicht verholzende, baumartige Krautpflanzen, wie die Bananen oder Strelitzien, die ursprüglich aus Afrika, Madagaskar und anderen im westlichen Indischen Ozean gelegenen Inseln (Westliche Palaeotropis) stammen.  Die aufgeführten Arten werden im Zoo mehrheitlich ganzjährig in klimatisierten Tropenhallen gehalten.

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABALES fabaceae tamarindus indica blatt frutigen PD1
Tamarindenbaum (Tamarindus indica), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABALES fabaceae tamarindus indica stamm frutigen PD1
Tamarindenbaum (Tamarindus indica), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae)
Tribus: Detarieae

Tamarindenbaum

Tamarindus indica

Verbreitung: Ursprünglich Ostafrika. Bereits in prähistorischer Zeit nach Indien eingeführt und von dort aus weiter verbreitet. Heute Tropen und Subtropen weltweit und teilweise auch mediterrane Regionen.

Winterhärtezone: Nicht winterhart, schon Temperaturen unter +10ºC können problematisch sein.

Wuchshöhe: 25-30 m.

Der Tamarindenbaum kann einen Stammumfang von 8 m erreichen. Die Äste erinnern an die Gleditschie, sind aber unbewehrt. Die immergrünen Blätter sind paarig gefiedert. Die Zahl der Foiederpaare beträgt 12-15, fener sind kleine Nebenblättchen vorhanden. Die gelblichen, rot gezeichneten Blüten stehen in Trauben. Aus dem einzigen Fruchtblatt entstehen hellbraune, abgerundete Hülsenfrüchte, die im Inneren nebst den Samen ein breiiges Fruchtmus enthalten [4].

Das "Pulpa tamarindorum" genannte Fruchtmus war früher als leicht abführendes Heilmittel weit verbreitet. Es wird regional gegessen oder zu süß-säuerlichen Erfrischungsgetränken verarbeitet. Das schere, dauerhafte Kernholz wird zur Herstellung unterschidlicher Gerätschaften verwendet [4].

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Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)

GENTIANALES rubiaceae coffea arabica frutigen blatt PD1
Bergkaffee (Coffea arabica) im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Ixoroideae
Tribus: Coffeeae

Bergkaffee

Coffea arabica

Verbreitung: Ursprünglich Südwest-Äthiopien, östlicher Südsudan und Nordkenia. Heute befinden sich die hauptsächlichen Anbaugebiete im tropischen und subtropischen Amerika von Südmexiko und der Karibik bis Paraguay und Südbrasilien, in Zentral-, Ost- und Süpdostafrika sowie in Indien, Indonesien und auf den Philippinen.

Winterhärtezone: Nicht winterhart.

Wuchshöhe: Bis 5 m.

Kaffeepflanzen wachsen als immergrüne Sträucher oder kleine Bäume. Sie haben gegenständige, glänzende, elliptische bis breit-lanzettliche, zugespitze und gewellte Blätter von 10-15 cm Länge. In den Blattachseln entwickeln sich die in Dolden stehenden weißen, sternförmigen Blüten. Blütezeit ist bei ins im April und Mai. Aus den Fruchtknoten entstehen rote Steinfrüchte mit zwei als Kaffeebohnen bezeichneten Samen, die nach 8-12 Monaten reif sind. Diese werden geröstet und als Genussmittel vewendet. Da sie Coffein enthalten, sind sie auch pharmakologisch wirksam [4; 5].

Coffea arabica ist ein vor 10-15'000 Jahren entstandener natürlicher Hybride  aus Coffea eugenioides und Coffea canephora [9].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Akanthusgewächse (Acanthaceae)

LAMIALES Acanthaceae  whitfieldia elongata PAP PD2
Weißer Kerzenstrauch (Whitfieldia elongata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

LAMIALES Acanthaceae  whitfieldia elongata PAP PD3
Weißer Kerzenstrauch (Whitfieldia elongata) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Whitfieldieae

Weißer Kerzenstrauch

Whitfieldia elongata

Verbreitung: Tropisches Westafrika.

Wuchshöhe: 1 m.

Der Weiße Kerzenstrauch ist ein immergrüner Strauch mit dunkelgrünen, glänzenden, eiförmigen bis länglichen Blättern und endständigen 8 bis 20 cm langen Blütenständen. Die Blüten und Hochblätter sind weiß. Die Pflanze ist lichtbedürftig. Sie kann im Sommer als Kübelpflanze im Freien gehalten werden. Der optimale Temperaturbereich liegt bei 18 bis 22°C, Temperaturen unter 15°C sind zu vermeiden [2].

Die Äste werden als Brennholz gesammelt, die Blätter werden gegessen, als Färbemitteln verwendet oder zu Präparaten verarbeitet, die in der traditionellen afrikanischen Medizin für verschiedene Indikationen eingesetzt werden [6]

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae) 

LAMIALES Lamiaceae clerodendrum thomsoniae pierrelatte PD1
Kletternder Losbaum (Clerodendron thomsoniae) in der Ferme aux Crocodiles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Günsel (Ajugoideae)

Kletternder Losbaum

Clerodendrum thomsoniae

Verbreitung: Westafrika von Kamerun bis Senegal

Wuchshöhe: bis 4 m hohe Schlingpflanze.

Die Kletternde Losbaum hat gegenständige, gestielte Blätter mit dunkelgrüner, einfacher, eiförmiger und ganzrandiger Spreite. Die in Rispen angeordneten Blüten sind intensiv rot mit schneeweißen Kelchblättern. Blütezeit ist von Juni-August. Es werden Steinfrüchte gebildet. Die Pflanze ist vermutlich ungiftig, aber nicht als Tierfutter geeignet [1].

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Ordnung: Schraubenbaumartige (Pandanales)
Familie: Schraubenbaumgewächse (Pandanaceae)

PANDANALES pandanus utilis pierrelatte PD1
Madagaskar-Schraubenbaum (Pandanus utilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

PANDANALES pandanus utilis pierrelatte PD2
Madagaskar-Schraubenbaum (Pandanus utilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

PANDANALES pandanus utilis pierrelatte PD3
Madagaskar-Schraubenbaum (Pandanus utilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Gattung: Schraubenbäume (Pandanus)

Madagaskar-Schraubenbaum

Pandanus utilis

Verbreitung: Inseln des westlichen Indischen Ozeans (Madagaskar, Mauritius, Réunion, Rodrigues), sumpfige Standorte im Regenwald und in Strandregionen in Meeresnähe. In vielen Gebieten mit tropischem oder subtropischem Klima eingeführt, z.B. in der Karibik, in Zentralamerika und den südlichen USA.

Wuchshöhe: Der Stamm kann bis 6 m hoch werden.

Der Schraubenbaum verdankt seinen Namen der gewundenen Anordnung seiner Blätter in drei schraubenartigen Zeilen. Es handelt sich um eine zweihäusige, immergüne Pflanze, die im Sprossbereich Stelzwurzeln ausbildet, die bis zum Erdboden herabwachsen, den eher schmalen Baumstamm stützen und so ein Umstürzen verhindert. Die schwertförmigen Blätter sind sehr lang, scharfrandig und am Rand mit einzelnen Dornen bewehrt. Die Blüten beider Geschlechter wachsen in Kolbenform, wobei die männlichen Blütenkolben verzweigt, die über 100 Einzelblüten umfassenden weiblichen Blütenstände einfach sind. Die Bäume tragen kopfgroße, kugelige Fruchtstände, die polyedrisch aus zahlreichen Einzelfrüchten zusammengesetzt sind [3; 4; 5]. 

Der Schraubenbaum ist vielseitig nutzbar, daher das Art-Epitheton "utilis". Die Blätter werden als Gemüse und Gewürz verwendet, sie dienen auch als Flecht- und Baumaterial und aus ihren Fasern können Kleiderstoffe hergestellt werden. Die männlichen Blütenkolben duften angenehm, weshalb sie auch als Aphrodisiakum dienen oder zu Parfüm, Gewürz oder Sirup verarbeitet werden. Die Früchte liefern ein Mehl zur Herstellung von Brot, Stärke und Speiseöl und werden in der Volksmedizin verwendet. Aus den Stelzwurzeln werden Pinsel, aus den Wurzeln Arzneien und dem Holz Schwimmer für Fischernetze hergestellt [3].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)

ROSALES Moraceae ficus lyrata frutigen baum PD1
Geigen-Feige (Ficus lyrata) im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSALES Moraceae ficus lyrata frutigen blatt PD1
Geigen-Feige (Ficus lyrata), Blätter, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

ROSALES Moraceae ficus lyrata frutigen stamm PD1
Geigen-Feige (Ficus lyrata), Stamm, im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Tribus: Ficeae

Geigen-Feige

Ficus lyrata

Verbreitung: Ursprünglich tropisches Westafrika von Sierra Leone bis Kamerun. Heute als Zierpflanze in vielen tropischen und subtropischen Ländern verbreitet.

Wuchshöhe: 12-15 (-25) m.

Winterhärtezone: Die Geigenfeige ist nicht winterhart. Die Umgebungstemperaur sollte auch im Winter nicht längere Zeit unter 18ºC fallen.

Die Geigen-Feige wächst als immergrüner mittelgroßer Baum, Kulturformen zum Teil als kompakter Kleinbaum von 2-4 m Höhe un bis 1 m Breite. Ihre geigenkastenförmigen Blätter sind wechselständig angeordnet, dunkelgrün glänzend und ledrig. Sie werden zwischen 30 und 50 cm lang und mehr als 20 cm breit. Die Blattspreite wirkt mit den deutlich erkennbaren Blattadern etwas zerknittert und ist leicht wellig. Die Blüten sind becherförmig und unscheinbar. Nach der Blüte bilden sich runde, grünliche Feigenfrüchte, die 3-4 cm groß werden [4; 5].

Die Geigen-Feige gilt als schwach giftig, weil sie Triterpene und Proteasen (Ficine) enthält, die bei Tieren Erbrechen und Durchfall, bei Aufnahme großer Mengen auch Krämpfe und Lähmungen verursachen [1].

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Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Bananengewächse (Musaceae)

ZINGIBERALES musaceae ensete ventricosum frutigen PD1
Zierbanane (Ensete ventricosum) im Tropenhaus Frutigen BE © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

 

 

Unterfamilie: Entfällt, die Familie besitzt nur 3 Gattungen.

Zierbanane

Ensete ventricosum

Verbreitung: Ursprünglich von Nordostafrika (Äthiopien, Südsudan) bis ins nördliche Südafrika und nach Angola. In offenen Berg- und Galeriewäldern in Höhenlagen von 1'000-1'850 gebietsweise bis 3'100 .

Wuchshöhe: bis 4-6 m.

Winterhärtezone: Nicht winterhart. Die Umgebungstemperatur sollte im Winter bei 10-18ºC liegen.

Die Zierbanane ist kein Baum, sondern eine immergrüne ausdauernde krautige Pflanze, die sich kontinuierlich durch Wurzelausläufer aus ihrem Rhizom vermehrt. Der aus den Blattscheiden gebildete Scheinstamm ist konisch. Die etwa 3 Meter langen Laubblätter haben eine rote Mittelrippe. Nach 6 bis 8 Jahren bilden die Pflanzen große gelbliche Blüten mit dunkelroten Tragblättern, aus denen sich kleine, ledrige Früchte entwickeln, die ungenießbar sind. Danach sterben die Pflanzen ab, haben aber meistens Ableger gebildet, so dass Ersatzpflanzen bereitsteht [5; 6].

Die Zierbanane wird seit etwa 8'000 Jahren kultiviert, um daraus Nahrung, Heilmittel und Fasern zu gewinnen. Als Nahrungsmittel dienen das Rhizom, aus dem ein Mehl gewonnen wird, und junge Scheinstämme, die gekocht als Gemüse gegessen werden. Die Blätter werden an das Vieh verfüttert oder zum Dachdecken verwendet. Oft wird sie als Zier- und Schattenpflanze angebaut {6].

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Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Strelitziengewächse (Strelitziaceae)

ZINGIBERALES strelitziaceae ravenala zrh PD2
Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis) im Maoala-Regenbwald des Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

ZINGIBERALES strelitziaceae ravenala zrh PD1
Blattansatz des Baums der Reisenden (Ravenala madagascariensis) im Masoala-Regenwald des Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

ZINGIBERALES strelitziaceae ravenala zrh PD3
Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis) im Masoala-Regenwald des Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Ben

Unterfamilie: Entfällt, die Familie besitzt nur 3 Gattungen.

Baum der Reisenden

Ravenala madagascariensis

Verbreitung: Madagaskar. Als Zierpflanze in vielen Ländern der Tropen und Subtropen eingeführt.

Wuchshöhe: 10-15 m.

Der Baum der Reisenden kommt vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'600 m vor. Er ist der Nationalbaum Madagaskars, obwohl er eigentlich kein Baum ist, sondern eine Staude, die einen 8-10 m hohen, nicht-verholzenden Stamm ausbilden kann. Die riesigen, bananenähnlichen Blätter bilden einen bis 6-8 m breiten Fächer. In  dem kahnförmigen Blattgrund der dicht ineinander geschachtelten Blätter sammelt sich Flüssigkeit , die als Trinkwasser für Reisende diente. Daher der deutsche bzw. englische (Traveller's Tree oder Traveller's Palm) Name, für den es aber auch die Erklärung gibt, dass Reisende die Pflanze a s Kompass brauchen konnten, weil sie ihren Blätter meist ost-westlich ausrichtet. In den Ansatzsatzstellen der Laubblätter bilden sich die Blütenstände, die zahlreiche dreizählige, weiße Blüten umfassen. Der unterständige, dreiteilige Fruchtknoten sondert Nektar ab und entwickelt sich nach Bestäubung durch Vögel oder durch Lemuren zu einer holzigen Kapsel [3; 4].

Aus den Samen wird ein antiseptisch wirkendes Fett gewonnen, aus dem Stamm ein zuckerhaltiger Saft [4].

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Literatur und Internetquellen:

  1. CLINI TOX
  2. DEGA GARTENBAU 3/2015
  3. GRAF, R. (2005)
  4. LÖTSCHERT, W. & BEESE, G.(1981)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. USEFUL TROPICAL PLANTS
  7. STEINECKE, H. (2016)
  8. WASSERAGAMEN-FORUM
  9. COFFEE PLANTS OF THE WORLD

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Freigegeben in Tropenwaldpflanzen
Samstag, 03 November 2018 14:14

Laubgehölze aus Afrika

 

Allgemeines

Da der größte Teil Afrikas in den Tropen und Subtropen liegt und im Norden die mediterrane Flora vorherscht, ist die Auswahl an afrikanischen Gehölzen limitiert, und oft handelt es sich um Arten, die frostfrei überwintert werden müssen. An geschützten Orten in klimatisch günstigeren Regionen lassen sich eventuell manche Arten aus der Kapregion auch ganzjährig im Freien halten.

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae)

CARYOPHYLLACEAE Plumbago capensis porquerolles PD3
Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

CARYOPHYLLACEAE Plumbago capensis porquerolles PD1
Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata), Blüten, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Plumbaginoideae

Kap-Bleiwurz

Plumbago auriculata (Syn.: Plumbago capensis)

Verbreitung: Südafrika.

Winterhärtezone 10 (sollte möglichst frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3: 1-2, seltener bis 4 m.

Die Kap-Bleiwurz ist ein immergrüner Strauch. Sie ist sehr starkwüchsig und kann als Busch oder Kletterpflanze gezogen werden. Ihre langen Triebe wachsen dicht, erst aufrecht und später kaskadenartig überhängend. Die wechselständigen Blätter sind 4-7 cm lang, ganzrandig und spatelförmig. Die Bleiwurz ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist von Mai bis September-Oktober. Die in Trauben stehenden Blüten sind bei der Wildform himmelblau, daneben gibt es Zuchtformen mit dunkelblauen, violetten oder weißen Blüten. Die Früchte sind unscheinbare fünfklappige Kapselfrüchte. Die Blüten werden gerne von Schmetterlingen besucht, die Blätter sind in Südafrika eine Futterpflanze für die Raupen des Kleine Wanderbläulings (Leptotes pirithous) [1; 3; 5].

Die pflegeleichte Kübelpflanze wird von Oktober bis April/Mai in einem Raum überwintert. Sie verträgt zwar leichte Fröste bis -5°C, optimal sind aber Überwinterungstemperaturen von 4-10°C [3].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)

BIGNONIACEAE kigelia serengeti toerrissen
Leberwurstbaum (Kigelia africana) im Serengeti-Nationalpark, Tansania © Bjørn Christian Tørrissen, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

 

 

BIGNONIACEAE kigelia tarangire PD1
Leberwurstbaum (Kigelia africana) im Tarangire-Nationalpark, Tansania © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

BIGNONIACEAE kigelia katima PD1
Leberwurstbaum (Kigelia africana) bei der Lianshulu Lodge, Katima Mulilo, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Coleeae

Leberwurstbaum

Kigelia africana

Verbreitung: Savannen und offene Wälder Afrikas südlich der Sahara, in vielen tropischen und subtropischen Regionen außerhalb Afrikas eingebürgert.

Winterhärtezone 12 (sollte bei mindestens 10ºC überwintert werden).

Wuchsklasse 2(1): 15-18(-25) m.

Der Leberwurstbaum hat eine breit ausladende, lockere Krone mit einem Durchmesser bis zu 20 m. In Gebieten mit ausgeprägter Trockenzeit ist er laubabwerfend, bei ausgeglicheneren Niederschlägen immergrün. Die zunächst sehr glatte, mit dem Alter längsrissig werdende Rinde ist graubraun. Die gefiederten Blätter sind je nach Standort unterschiedlich groß, bei Bäumen auf der Savanne sind sie kleiner als bei solchen, die im Wald stehen. Der Baum ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist von Juni bis August. Die unangenehm riechenden, becherförmigen Blüten mit einem Durchmesser bis zu 13 cm sind violett, gelb oder rot. Sie öffnen sich abends. Die Bestäubung erfolgt u. a. durch Nektarvögel, Großfledermäuse und Affen. Aus den Blüten bilden sich lange, feste, wurstartige Früchte, die an langen Stielen herabhängen und ein Gewicht bis zu 9 (-12) kg erreichen können. Diese haben eine braune, verholzte Schale und weißes, faseriges Fruchtfleisch, in das zahlreiche braune, glatte Samen eingebettet sind. Die Früchte werden von Elefanten, Giraffen und Pavianen gefressen. Für den Menschen sind sie in rohem Zustand ungeeignet oder giftig, getrocknete und fermentierte Samen können jedoch als Würze zum Brauen von Bier verwendet oder in geröstetem Zustand gegessen werden. Früchte, Rinde und Wurzeln enthalten verschiedene pharmakologisch wirksame Substanzen und werden in der afrikanischen Volksmedizin als Heilmittel eingesetzt. In Malawi glaubt man, dass am Haus aufgehängte "Würste" gegen Sturmschäden schützen. Aus den Stämmen werden Einbäume hergestellt [3; 5; 6].

In Mitteleuropa wird der Leberwurstbaum zumeist als Kübelpflanze kultiviert, da er sehr frostempfindlich ist. Als Kübelpflanzen wachsen die Bäume deutlich schwächer und werden selten höher als drei Meter. Die "Leberwürste" können auch bei Kübelpflanzen recht groß werden, bilden sich aber erst, wenn die Pflanzen über zehn Jahre alt sind [3].

Der Leberwurstbaum ist nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

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Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

MALVACEAE adansonia mahango PD1
Kahler Baobab (Adansonia digitata) in der Mahangno-Sektion des Bwabwata-Nationalparks, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

MALVACEAE adansonia messina PD1
Mächtiger, belaubter Baobab (Adansonia digitata) im Musina-Naturschutzgebiet, Limpopo-Provinz, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

MALVACEAE adansonia kronberg PD1
Replik eines Baobabs (Adansonia digitata) auf der Afrika-Savanne des Opel-Zoos Kronberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Bombacoideae

Afrikanischer Affenbrotbaum, Baobab

Adansonia digitata

Verbreitung: In Trockenwäldern, Savannen und Trockensavannen Afrikas südlich der Sahara.

Winterhärtezone je nach Quelle 10-11-13 (muss bei mindestens 1.7-4.5ºC oder mehr frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 1: bis 25 m.

Der Baobab hat einen nicht sehr hohen, aber enorm dicken Stamm, der einen Durchmesser von über 10 m erreichen kann. Seine Krone ist locker und breit ausladend. Es sind Durchmesser bis zu 38 m bekannt. Sie besteht aus an der Basis ziemlich unförmigen, an ein Wurzelgeflecht erinnernden Ästen, was zur Sage führte, der Baum sei von Gott verkehrtherum eingepflanzt worden, und zum englischen Namen «Upside-down Tree». Der Stamm besteht aus schwammigen wasserspeichernden Fasern und einer 5-10 cm dicken, faserigen Borke, die im Ursprungsgebiet oft von Elefanten geschält wird. Die handgroßen, bei Jungbäumen einförmigen, bei älteren Individuen 5-7-fach gelappten Blätter werden während der Trockenzeit, bei uns im Winter, abgeworfen. Der Baobab ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist von Mai bis Juni. Seine in Grüppchen stehenden, glockenförmigen, nach unten hängenden, weißen Einzelblüten riechen unangenehm. Sie öffnen sich am späten Nachmittag und werden meist von Flughunden bestäubt. Die kugel- bis eiförmigen, bis 12 cm langen Früchte – eigentlich Beeren – hängen an langen Stielen herab. Sie haben eine verholzte, von gelbbraunen Härchen bedeckte Kapsel und weißes, in frischem oder getrockneten Zustand essbares Fruchtfleisch, in dem sich die braunen Samen befinden [3; 5].

Unter mitteleuropäischen Bedingungen kann der Baobab im Freiland nur als Kübelpflanze gepflegt werden. Dabei kann er zwar Blüten entwickeln, erreicht aber nur eine Maximalhöhe von 1.5 bis 2 Metern [3], was natürlich keinen rechten Eindruck von der Mächtigkeit dieses landschaftsprägenden Baums gibt. Die Zoos behelfen sich daher zunehmend damit, dass sie auf ihren Savannenanlagen - zum Teil recht naturgetreue - Nachbildungen von kahlen Baobabs aufstellen, so etwa im Opel-Zoo Kronberg, im Zoo Zürich, im Zoo Frankfurt oder im Zoo Osnabrück.

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Ordnung: Silberbaumartige (Proteales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

PROTEACEAE leucadendron argenteum ramskop PD1
Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum) im Naturgarten Ramskop, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

PROTEACEAE leucadendron argenteum kirstenbosch PD1
Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum) im Botanischen Garten Kirstenbosch bei Kapstadt © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Silberbaumgewächse (Proteaceae)

Echter Silberbaum

Leucadendron argenteum

Verbreitung: Westkap, Südafrika, hauptsächlich am Tafelberg bei Kapstadt.

Winterhärtezone 9-11 (-3,8ºC bis +4.5ºC, erträgt nur kurzfristig Minustemperaturen und sollte frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3(2): erreicht eine Höhe von 7-10 (-12) m.

Der Silberbaum ist ein immergrüner Baum mit silbergrauen, lanzettlichen, etwa 15 cm langen Blättern, der im maritimen Klima der Kapregion, hauptsächlich in Höhenlagen von 100-500 m gedeiht. Dabei steht er meistens in Gruppen. Er wächst etwa 50 cm pro Jahr, dürfte also mit 15-20 Jahren ausgewachsen sein und kann dann noch etwa 30 weitere Jahre leben. Seine glatte Rinde ist hell- bis dunkelgrau. Er ist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Männliche und weibliche Blüten sind unauffällig. Die eiförmigen, schwarzen Zapfen sind ca. 9 cm lang und haben einen Durchmesser von 6 cm. Der Silberbaum benötigt einen sonnigen Standort, gut drainierten Boden und erträgt Trockenheit. Er ist anfällig für Wurzelfäule (Phytophthora) [4; 5].

Aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 1998 gilt der Echte Silberbaum als gefährdet (Rote Liste: VULNERABLE) [2].

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Nachfolgend eine Auswahl afrikanischer Laubgehölze nach Größe:

Kleine Laubbäume uns Sträucher (bis 10 m, Wuchsklasse 3):

  • Kap-Bleiwurz (Plumbago auriculata)
  • Nadelkissen (Leucospermum cordifolium, L. glabrum, L. grandiflorum u.a.)
  • Schneeprotea (Protea cryophila)
  • Königsprotea (Protea cynaroides)

Mittelgroße Laubbäume (bis 20 m, Wuchsklasse 2):

  • Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum)

Große Laubbäume (über 20 m, Wuchsklasse 1):

  • Leberwurstbaum (Kigelia africana)
  • Afrikanische Affenbrotbaum, Baobab (Adansonia digitata)

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. HILTON-TAYLOT, C. et al. (1998). Leucadendron argenteum. The IUCN Red List of Threatened Species 1998: e.T30350A9539214. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.1998.RLTS.T30350A9539214.en . Downloaded on 15 May 2020.
  3. MEIN SCHÖNER GARTEN
  4. REBELO, T. (1995)
  5. SOUTH AFRICAN NATIONAL BIODIVERSITY INSTITUTE
  6. URBAN FOREST ECOSYSTEMS INSTUTE

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Freigegeben in Laubbäume im Park
Samstag, 03 November 2018 14:11

Palmen im Zoo

 

Allgemeines

Die Palmenartigen (Arecales) sind einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen). Zur Ordnung gehören zwei Familien: Die Palmengewächse (Arecaceae oder Palmae) mit rund 2'600 Arten und die auf Australien beschränkten Dasypogonaceae mit 16 Arten in 4 Gattungen. Palmen sind weltweit in Gebieten mit tropischen subtropischen und mediterranen Klimaten verbreitet. Die Zahl der Arten, die in mitteleuropäischen Zoos ganzjährig im Freiland gezeigt werden können, ist daher limitiert. Viele Arten werden aber als Kübelpflanzen gezogen und können so, entsprechende Überwinterungsmöglichkeiten vorausgesetzt, zumindest während des Sommerhalbjahrs im Park gezeigt werden.

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Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)

ARECACEAE Bismarckia nobilis Pierrelatte PD1
Bismarckpalme (Bismarckia nobilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECACEAE Bismarckia nobilis Pierrelatte PD2
Bismarckpalme (Bismarckia nobilis) in der Ferme aux Crocodiles, Pierrelatte © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Coryphoideae

Bismarckpalme

Bismarckia nobilis

Verbreitung: Madagaskar, in Baumsavannen, die Lebensraum z.B. des Grauköpfchens sind.

Winterhärtezone 10 (erträgt bis -3ºC).

Wuchsklasse 2(1): Wird im natürlichen Lebensraum über 25 m hoch, kultivierte Exemplare aber selten mehr als 12 m.

Die Bismarckpalme ist eine große Art, die noch nicht sehr lange kultiviert wird. Sie ist zweihäusig getrenntgeschlechtig und blüht mehrmals im Jahr. Der Stamm ist aufrecht und mit unregelmäßigen Ringen der dicht sitzenden Blattnarben bedeckt. Der untere Teil des Stammes ist erweitert. Seine Rinde ist grau und rauh. Die gestielten Blätter sind blaugrau und als Palmfächer mit einem Durchmesser bis über 1 m ausgebildet. Die Blüten sind weiß, unauffällig, die weiblichen reifen zu braunen, dekorativen Fruchtständen aus. Der Stamm wird in Madagaskar als Bauholz verwendet und aus dem Mark lässt sich ein leicht bitteres Sago herstellen. Die empfohlene Überwinterungstemperatur liegt bei ca. 15ºC [3; 9]. 

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ARECACEAE Chamaerops humilis BOGAFRI PD1
Zwergpalme (Chamaerops humilis) im Botanischen Garten der Universität Freiburg i. Ue. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ARECACEAE Chamaerops humilis var cerifera Lalonde PD1
Zwergpalme (Chamaerops humilis var. cerifera) im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ARECACEAE Chamaerops humilis var cerifera Lalonde PD3
Zwergpalme (Chamaerops humilis var. cerifera), Blätter, im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ARECACEAE Chamaerops humilis var cerifera Lalonde PD2
Zwergpalme (Chamaerops humilis var. cerifera), Früchte, im Jardin zoologique tropical, La Londe-les-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Coryphoideae

Zwergpalme

Chamaerops humilis

Verbreitung: Westlicher bis zentraler Mittelmeerraum, Standorte in der Garrigue und auf Felsfluren, geht im Atlas bis auf eine Höhe von 1'700 m.

Winterhärtezone 8 (erträgt bis -12ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 6(-9) m hoch.

Die Zwergpalme ist eine niedrige, strauch oder baumförmige Fächerpalme, die Schösslinge treiben kann. Der Stamm ist oft mit grauen oder weißen Fasern von alten Stielresten bedeckt. Die gestielten Blätter sind immergrün. Sie haben eine Länge von 60-90 cm, sind grün bis blaugrau, unterseits meist silbrig bereift und fächerförmig in 12-15 lanzettliche Abschnitte geteilt. Die Stiele weisen dornige Zähne auf. Die Pflanze ist einhäusig, ein- oder zweigeschlechtig. Die Blütenstände sind lang gestielt, bis 35 cm lang und reich rispig verzweigt. Am Grund haben sie 2-4 am Rand wollige Hochblätter. Die Blüten sind gelb. Die Früchte sind kugel- bis eiförmig, gelb bis braun, faserig und ungenießbar. Die jungen Blattknospen sind dagegen essbar [2; 6].

Chamaerops humilis erträgt mehrtägige Frostperioden, bei denen die Temperatur aber möglichst nicht unter ca. -10 °C fallen sollte. Ein leichter Winterschutz (Mulchschicht und Abdeckung mit einem Vlies bei Temperaturen unter -10 °C) ist zu empfehlen [4].

Von der Zwergpalme gibt es zahlreiche Varietäten und Kultivare [1; 12], darunter: 

  • Chamaerops humilis var. arborescens: Südwesteuropa, einstämmig, ohne Ausläufer, Blätter grün winterhart bis -13ºC. Ein Exemplar dieser Varietät wurde 1585 im Botanischen Garten von Padua gepflanzt und ist heute noch dort zu sehen. Johann Wolfgang Goethe hatte den Gartenauf seiner Italienreise (1786-1788) besucht und das Exemplar in seiner Schrift "Die Metamorphose der Pflanzen" (1790) erwähnt.
  • Chamaerops humilis var. argentea: Nordwestafrika, Blätter graugrün, Synonym C. h. var. cerifera.
  • Chamaerops humilis var. epondraes: Nordwestafrika, Blätter bläulich.
  • Chamaerops humilis var. humilis: Südwesteuropa, Blätter grün

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ARECALES Arecaceae livistona australis PAP PD1
Australische Fächerpalme (Livistona australis) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECALES Arecaceae livistona australis PAP PD2
Australische Fächerpalme (Livistona australis), Früchte, im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Coryphoideae

Australische Fächerpalme

Livistona australis

Verbreitung: Östliches Australien von Queensland bis Victoria, in Regenwäldern.

Winterhärtezone 10 (erträgt bis -1ºC, jüngere Pflanzen sollten frostfei gehalten werden).

Wuchsklasse 2: Bis 18 m hoch.

Die Australische Schirmpalme ist eine Fächerpalme mit einem im Vergleich zu anderen Fächerpalmen recht schlanken Stamm, dessen Farbe als dunkelbraun, dunkel- bis hellgrau oder hellgrün angegeben wird. Ihre Blätter haben einen Durchmesser von etwa 1 m. Sie sind glänzend dunkelgrün, bis zu etwa zwei Dritteln eingeschnitten und dadurch in viele Spitzen aufgefaltet. Die Spitzen knicken nach unten ab und geben den Kronen dadurch ein wasserfallartiges, fließendes Aussehen. Die Pflanzen sind einhäusig zwittrig. Die Blüten sind cremefarben. Die Früchte sind anfänglich rotbraun und färben sich bei Reife schwarz.[3; 6; 9].

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ARECACEAE Phoenix canariensis Porquerolles1
Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECACEAE Phoenix canariensis Porquerolles3
Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECACEAE Phoenix canariensis Porquerolles2
Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis), Blätter und Früchte, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Coryphoideae

Kanarische Dattelpalme

Phoenix canariensis

Verbreitung: Ursprünglich Kanarische Inseln, heute im Mittelmeerraum und anderswo weit verbreitet. Der nördlichste Standort im Freiland liegt im Tessin.

Winterhärtezone 8 (erträgt bis -12ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 12(-20) m hoch.

Die Kanarische Dattelpalme ist eine der bekanntesten Palmen. Ihre robuste, stämmige Form ist nicht nur auf den Kanaren, sondern auch im Mittelmeerraum ein vertrauter Anblick. Sie wird als Zierbaum kultiviert und ist in Mitteleuropa wohl die am häufigsten verkaufte Kübelpalme. Die Rinde des walzenförmigen Stamms, der im oberen Bereich von den Basen der abgefallenen Blätter eingehüllt ist, ist hellgrau und fein ringförmig gefurcht. Die endständigen, immergrünen Fiederblätter werden bis 3-6 (-7) m lang und sind in zahlreiche, schmale und bis 50 cm lange Abschnitte mit kurzen Stielen geteilt. Die Pflanze ist zweihäusig getrenngeschlechtig. Die männlichen Blüten sind cremefarben, die weiblichen orangegelb. Die Früchte sind eiförmige Datteln mit einer Länge von 15-23 mm. Sie sind purpurbraun, fleischig und schmecken fad oder leicht süßlich.

Die Kanarische Dattelpalme erträgt kurz anhaltende Fröste zwischen -5 und -10°C. Eine Auspflanzung nördlich der Alpen ist nur mit erheblichem Winterschutz (z.T. mit Heizkabel, Lichterkette oder dergleichen) zu empfehlen. Dauerfrost über mehrere Tage wird in der Regel nur schlecht vertragen.

Die Gattung Phoenix umfasst 14 Arten. Die Kanarische Dattelpalme unterscheidet sich von der Echten Dattelpalme (Ph. dactylifera) durch den gedrungeneren Stamm und die kompaktere Wedelkrone ihrer Fiederblätter, von der Kretischen Dattelpalme dadurch, dass sie nur einstämmig ist [3; 4; 7; 8].

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ARECACEAE Phoenix roebelenii Porquerolles1
Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelenii) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Coryphoideae

Zwerg-Dattelpalme

Phoenix roebelenii

Verbreitung: Südostasien: Südchina, Laos, Vietnm.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 4 m hoch, ein- oder mehrstämmig.

Die Zwerg-Dattelpalme ist eine in der Regel mehrstämmige Palme mit Fiederblättern. Sie gilt als die zarteste und eleganteste unter den Dattelpalmen. Mit ihren 10-15 cm dünnen Stämmen und den schlanken, 1-1,5, selten 2 m kurzen, bogigen Wedeln gibt sie exzellente Topfpalmen her. Wie alle Dattelpalmen ist sie zweihäusig getrenntgeschlechtig. Zwerg-Dattelpalmen lieben sonnige Standorte, kommen aber auch an teilsonnigen bestens zurecht. Zum Überwintern wird eine mittlere Temperatur von 12ºC empfohlen.

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ARECALES Arecaceae trachycarpus fortunei ronco PD1
Die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ist im Tessin ein beliebter Gartenbaum, hier in Ronco sopra Ascona © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECALES Arecaceae trachycarpus fortunei pistoia PD1
Chinesische Hanfpalmen (Trachycarpus fortunei) im Zoo di Pistoia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECALES Arecaceae trachycarpus fortunei bergamo PD1
Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) im Riesenschildkrötengehege des Parco faunistico Le Cornelle in Bergamo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECALES Arecaceae trachycarpus fortunei como PD1
Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) im Pinguingehege des ehemaligen Giardino zoologico di Como © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Coryphoideae

Chinesische Hanfpalme

Trachycarpus fortunei

Verbreitung: Südost- und Ostasien: Von Nordindien und Myanmar über China bis nach Japan. Im gesamten Mittelmeerraum und in klimatisch günstigen Gbieten der Schweiz und Österreichs verwildert. Ins Tessin wurden die ersten Exemplare wahrscheinlich bereits im 17. Jahrhundert eingeführt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde erstmals von Gartenflüchtlingen in der Krautschicht berichtet. Um 1980 konnten grössere Individuen in der Strauchschicht nachgewiesen werden und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Art an einigen Stellen bereits in die Baumschicht vorgedrungen. Sie kann als etabliert betrachtet werden, da mehrere Populationen mit fertilen Individuen bestehen. Nördlich der Alpen beschränkt sich die Verbreitung einstweilen auf klimatisch günstige Standorte an Genfer-, Zürich- und Vierwalstättersee sowie in der Region Basel [10].

Winterhärtezone 7 (erträgt bis -15ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 12(-15) m hoch.

Die Chinesische Hanfpalme ist eine zweihäusige, selten zwittrige, einzeln stehende Palme mit einem bis zu 20-25 cm dicken, unverzweigten Stamm, dessen jüngere Abschnitte meist dicht in alte, dunkelbraune Blattbasen und Fasern gehüllt sind, sodass derStamm dort doppelt so dick erscheint. Diese lösen sich im Alter ab. Zurück bleibt ein schlanker, durch Blattnarben leicht gekennzeichneter Stamm. Die kugelförmige bis ovale Krone besteht aus bis zu 50 fächerförmigen, unregelmässig tief eingeschnittenen Blättern mit einem Durchmesser bis zu 1 m. Die Blattstiele sind 45-60 cm lang, an schattigen Standorten auch deutlich länger. Blütezeit ist von Ende März bis Anfang Mai. Die bis zu 6, ca 1 m langen, rispenförmigen und in bis zu 4 Ordnungen verzweigten Blütenstände erscheinen in den Blattachsen, die weiblichen sind grüngelb, die männlichen leuchtend gelb. Die nierenförmigen Früchte sind zu Beginn gelbgrüne, im reifen Zustand blauviolette, wachsartig bereifte Beeren. Die ebenfalls nierenförmigen Samen sind braun [6; 10; 11].

Ein weibliches Individuum der Chinesischen Hanfpalme kann pro Jahr über 10'000 Samen produzieren. Diese werden teils durch die Schwerkraft verbreitet, indem sie von der Palme fallen und sich allenfalls talabwärts bewegen, teils werden sie von Vögeln verzehrt und gelangen dadurch an siedlungsferne Standorte. Wegen ihrer raschen Ausbreitung figuriert die Art in der Schweiz auf der Schwarzen Liste der invasiven, zu bekämpfenden Arten. Dies ist in der EU nicht der Fall, obwohl sich die Situation etwa in der Lombardei gleich darstellt wie im Tessin [10].

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ARECACEAE Washingtonia filifera porquero9lles PD2
Kalifornische Washingtonpalme (Washingtonia filifera) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECACEAE Washingtonia filifera porquero9lles PD1
Kalifornische Washingtonpalme (Washingtonia filifera), junger Baum, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ARECACEAE Washingtonia filifera porquero9lles PD3
Kalifornische Washingtonpalme (Washingtonia filifera), Stamm, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Coryphoideae

Kalifornische Washingtonpalme

Washingtonia filifera

Verbreitung: Nordamerika: Südwestliche USA, in Oasen von Halbwüsten und Wüsten.

Winterhärtezone 8-9 (erträgt bis -5/-12ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 15 m hoch.

Die Kalifornische Washingtonpalme ist eine rasch wachsende Fächerpalme. Sie hat einen dicken Stamm mit glatter, rotbrauner Rinde, der im oberen Bereich, bisweilen auch auf ganzer Länge, von toten Blättern eingehüllt ist. Die bei jungen Pflanzen gerade nach oben stehenden Fächerwedel haben einen Durchmesser von 180-240 cm. Sie sind rund, gelblich-grün bis silbern oder grau-grünlich gefärbt. Ihre Ränder sind nur zu etwa einem Drittel eingeschnitten und mit weißen, herabhängenden Fasern geschmückt, daher die Artbeeichnung "filifera". Der Blattstiel ist ca 180 cm lang und am Rand mit scharfen Zähnen bewehrt. Die Pflanze ist einhäusig zwittrig. Die Blütenstände stehen zwischen den Blättern und überragen diese deutlich. Die Blüten sind und weißlich. Die Früchte sind dunkelbraun bis schwarz. Die Fruchtstände hängen deutlich unterhalb der Krone [1; 3; 6; 9].

Washingtonia filifera erträgt unter mitteleuropäischen Bedingungen kurz anhaltende Fröste zwischen -5 und -10 °C. Eine Auspflanzung in Mitteleuropa ist aber nur mit erheblichem Winterschutz (z.T. mit Heizkabel, Lichterkette oder dergleichen) zu empfehlen, denn Dauerfrost über mehrere Tage wird in der Regel nur schlecht vertragen. Zum Überwintern wird eine mittlere Temperatur von 12ºC empfohlen [3; 4].

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Nachfolgend eine Auswahl von Palmen nach Größe:

Kleine Palmen (bis 10 m):

  • Wollige Geleepalme (Butia eriospatha)
  • Geleepalme (Butia odorata)
  • Zwergpalme (Chamaerops humilis)
  • Siegellack-Palme (Cyrtostachys renda)
  • Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelenii)
  • Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)
  • Zwerg-Palmettopalme (Sabal minor)

Mittelgroße Palmen (bis 20 m):

  • Feuerpalme (Archontophoenix alexandrae)
  • Yatay-Palme (Butia yatay)
  • Blaue Hesperidenpalme (Brahea armata)
  • Fischschwanzpalme (Caryota urens)
  • Kentiapalme (Howea forsteriana)
  • Honigpalme (Jubaea chilensis)
  • Australische Fächerplame (Livistona australis)
  • Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)
  • Kretische Dattelpalme (Phoenix theophrastii)
  • Nikau-Palme (Rhopalostylis sapida)
  • Königinpalme (Syagrus romanzoffina)
  • Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)
  • Wagners Hanfpalme (Trachycarpus fortunei "wagnerianus")
  • Blaue Nadelpalme (Trithrinax campestris)
  • Kalifornische Washingtonpalme (Washingtonia filifera)

Große Palmen (über 20 m):

  • Bismarckpalme (Bismarckia nobilis) - wird in Kultur meist nur mittelgroß
  • Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera)
  • Kubanische Königspalme (Roystonia regia)
  • Mexikanische Washingtonpalme (Washingtonia robusta)

Eine umfangreiche Liste von Palmenarten unter Angabe der Frostverträglichkeit findet auf der Internetseite Freilandpalmen.

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. BAYER, E., BUTTLER, K.-P., FINKENZELLER, X., GRAU, J. (1987)
  3. FLORA-TOSKANA
  4. FREILANDPALMEN
  5. GARTEN-FLORA
  6. JOHNSON, H. (1974)
  7. LÖTSCHERT, W. & BEESE, G.(1981)
  8. MITCHELL, A. (1975)
  9. URBAN FOREST ECOSYSTEMS INSTUTE
  10. INFO FLORA - Chinesische Hanfpalme
  11. MEIN SCHÖNER GARTEN
  12. EXOTENFANS

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Freigegeben in Laubbäume im Park
Samstag, 03 November 2018 14:11

Laubgehölze aus Australien

 

Allgemeines

Die Zahl der verfügbaren winterharten Parkbäume und -sträucher aus der Australis ist aus klimatischen Grüpnden limitiert. Immerhin ertragen manche Arten etwa Südbuchen und der Zickzack-Busch (Corokia cotoneaster) aus Neuseeland oder Eukalypten aus Tasmanien Minustemperaturen, wenn auch nicht extreme Kälte.

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Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Kasuarinengewächse (Casuarinaceae)

FAGALES CASUARINACEAE Casuarina equisetifolia Porquerolles1
Schachtelhalmblättrige Kasuarine (Casuarina equisetifolia) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FAGALES CASUARINACEAE Casuarina equisetifolia Porquerolles3
Schachtelhalmblättrige Kasuarine (Casuarina equisetifolia) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

FAGALES CASUARINACEAE Casuarina equisetifolia Porquerolles2
Schachtelhalmblättrige Kasuarine (Casuarina equisetifolia), Rinde; im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Schachtelhalmblättrige Kasuarine

Casuarina equisetifolia

Verbreitung: Nord- und Nordostaustralien, Südostasien, Pazifische Inseln. In vielen Ländern als Zierbaum oder zur Befestigumg von Dünen eingeführt und verwildert.

Winterhärtezone 9-10 (muss frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 1-3: 6-35, ausnahmsweise bis 60 m.

Die Schachtelhalmblättrige Kasuarine ist ein immergrüner Baum mit einer schlanken, lockeren Krone, die an eine Konifere erinnert. Ihre Borke ist hell grau-braun bis schwärzlich. Das Holz ist sehr hart, weshalb die Pflanze auf Englisch "Ironwood" genannt wird. Die gräulich-grünen, nadelförmigen Zweige werden abgeworfen. Die Blätter sind zu winzigen, spitzen Schuppen zurückgebildet und stehen zu siebent bis acht in Wirteln zusammen. Die Art ist ein- oder zweihäusig getrenntgeschlechtig. Männliche und weibliche Blüten sind stark reduziert. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich  zapfenförmigen Fruchtstände, die 6-8 mm lange, geflügelte Nussfrüchte enthalten und bei Reife verholzen. Bevorzugte Standorte sind Strände [1; 5]

Giftigkeit: Kasuarinen sind für Tiere nicht giftig.

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Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)

MYRTALES Eucalyptus Lalonde PD1
Blauer Eukalyptus (Eucalyptus globulus) im Zoo tropical de La Londe-des-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES Eucalyptus Lalonde PD2
Blauer Eukalyptus (Eucalyptus globulus), Stämme, im Zoo tropical de La Londe-des-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

MYRTALES Eucalyptus Lalonde PD3
Blauer Eukalyptus (Eucalyptus globulus), Blätter, im Zoo tropical de La Londe-des-Maures © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Myrtoideae

Blauer oder Gewöhnlicher Eukalyptus

Eucalyptus globulus

Verbreitung: Australien in den Bundesstaaten New Soth Wales, Victoria und Tasmanien. Der Baum wird in vielen Ländern in Plantagen gezogen.

Winterhärtezone 9 (erträgt bis -7ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 55 m hoch.

Der Blaue Eukalyptus ist ein Beispiel für Heterophyllie, wie wir sie von unserem einheimischen Efeu kennen: Bei jüngeren Pflanzen sind die gegenständig angeordneten Laubblätter mittellang, kreisrund oder oval matt graugrün und ungestielt. Erwachsene Exemplare haben gestielte, längere und schmalere, glänzend blaugrüne Blätter. Die Borke ist blaugrau, glatt und löst sich mit der Zeit in Streifen ab. Die Art ist eimhäusig zwittrig. Die Blüten sind klein und weiß. Die Blütenstände umfassen 1-3 Blüten. Die Frucht ist eine starkwandige, holzige Porenkapsel. Sie ist kreiselförmig, 15-25 mm gross und hat 2-4 Fächer [1; 2; 3; 4].

Der Blaue Eukalyptus ist eine der kommerziell im großen Stil genutzten Eukalyptus-Arten: Er liefert einen Großteil des Eukalyptus-Öls und ist ein flächig angebauter Holzproduzent. Eukalyptus-Bäume enthalten ätherische Öle, die schleimlösend, schwach krampflösend und antibakteriell wirken und daher in der Medizin eingesetzt werden. In hoher Konzentration können diese Öle auf der Haut juckende Exantheme verursachen [2; 3]. Blätter und Zweige des Blauen Eukalyptus gehören nebst denen anderen Eukalyptus-Arten zum Nahrungsspektrum der Koalas.

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Ordnung: Silberbaumartige (Proteales)
Familie: Silberbaumgewächse (Proteaceae)

PROTEALES Grevillea gordon robyn porquerolles PD2
Grevillea "Robyn Gordon" (Grevillea banksii × Grevillea bipinnatifida) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PROTEALES Grevillea gordon robyn porquerolles PD3
Grevillea "Robyn Gordon" (Grevillea banksii × Grevillea bipinnatifida), Blöten, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

PROTEALES Grevillea gordon robyn porquerolles PD1
Grevillea "Robyn Gordon" (Grevillea banksii × Grevillea bipinnatifida), Blöten, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Grevilleoideae

Grevillea "Robyn Gordon"

Grevillea banksii × Grevillea bipinnatifida

Verbreitung: Nur in Kultur (Art-Hybrid).

Winterhärtezone 10 (muss frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3: Bis 1.5-2 m hoher Strauch, für die Ausgangsart G. banksii werden 4.5-6 m angegeben.

Immergrüner Strauch mit glatter und dunkelbrauner Rinde. Grevilleen sind einhäusig zwittrig. Die Blüten von banksii x bipinnatifida sind groß und rot

Giftigkeit: Grevilleen entalten Alkylresorcine, die bei Kontakt auf manche Personen allergen wirken. In den USA angepflanzte oder verwilderte Exemplare werden von Hirschen nicht angefressen. Samen und Sämlinge enthalten Blausäure [5].

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PROTEALES Grevillea juniperi porquerolles PD2
Wachholderblättrige Silbereiche (Grevillea juniperina) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PROTEALES Grevillea juniperi porquerolles PD1
Wachholderblättrige Silbereiche (Grevillea juniperina), Blätter) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Grevilleoideae

Wacholderblättrige Silbereiche

Grevillea juniperina

Verbreitung: Östliches Australien (Queensland und New South Wales.

Winterhärtezone 10 (muss frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3: Bis 3 m hoher Strauch, bleibt oft kleiner.

Die Wacholderblättrige Silbereiche ist ein kleiner, immergrüner Strauch. Sie hat sehr schmale Blätter und wirkt deshlab wie ein Nadelholz. Sie ist einhäusig zwittrig. Blütezeit ist im Sommer. Die bizarren, großen Blüten sind rot. Sie werden hauptsächlich von Vögeln bestäubt. Der Standort während des Sommerhalbjahrs sollte sonnig und der Boden immer etwas feucht aber gut drainiert sein. Die Pflanze sollte an einem hellen Ort bei rund 10ºC überwintert werden [3].

Giftigkeit: Grevilleen entalten Alkylresorcine, die bei Kontakt auf manche Personen allergen wirken. In den USA angepflanzte oder verwilderte Exemplare werden von Hirschen nicht angefressen. Samen und Sämlinge enthalten Blausäure [5].

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Nachfolgend eine Auswahl australischer Laubgehölze nach Größe:

Kleine Laubbäume und Sträucher(bis 10 m):

  • Grevillea-Hybride (Proteaceae: Grevillea banksii × Grevillea bipinnatifida)
  • Wacholderblättrige Silbereiche (Proteaceae: Grevillea juniperina)
  • Mostgummi-Eukalyptus (Myrtaceae: Eucalyptus gunnii)
  • Roter Eukalyptus (Proteaceae: Eucalyptus rostrata)

Mittelgroße Laubbäume (bis 20 m):

  • Schachtelhalmblättrige Kasuarine (Casuarinaceae: Casuarina equisetifolia) - auch größer oder kleiner
  • Schwarzholz-Akazie (Fabaceae: Acacia melanoxylon)
  • Sassafras (Atherospermataceae: Atherosperma moschatum)
  • Schnee-Eukalyptus (Myrtaceae: Eucalyptus pauciflora)

Große Laubbäume (über 20 m):

  • Antarktische Scheinbuche (Nothofagaceae: Nothofagus antarctica) - Neuseeland
  • Rote Scheinbuche (Nothofagaceae: Nothofagus fusca) - Neuseeland
  • Hartbuche (Nothofagaceae: Nothofagus truncata) - Neuseeland
  • Karribaum (Myrtaceae: Eucalyptus diversicolor)
  • Blauer oder Gewöhnlicher Eukalyptus (Proteaceae: Eucalyptus globulus)
  • Jarrahbaum (Proteaceae: Eucalyptus marginata)
  • Rieseneukalyptus (Proteaceae: Eucalyptus regnans)

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. CLINI TOX
  3. FLORA-TOSKANA
  4. JOHNSON, H. (1974)
  5. URBAN FOREST ECOSYSTEMS INSTUTE

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Freigegeben in Laubbäume im Park
Samstag, 03 November 2018 14:11

Laubgehölze aus Südamerika

 

Allgemeines

Da der größere Teil Südamerikas im Bereich der Tropen und Subtropen  liegt, beschränken sich die als Parkbäume geeigneten Arten im Wesentlichen auf die höheren Lagen der Anden und den Süden des Kontinents. Als bis etwa -15ºC  winterharte Arten stehen namentlich die Südbuchen (Nothofagus spp.) zur Verfügung.

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Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae)

CARYOPHYLLACEAE Phytolacca dioica Porquerolles PD1
Ombú (Phytolacca dioica), Blätter, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

CARYOPHYLLALES phytolacca dioica calvi IKAI
Ombú (Phytolacca dioica), Blätter und Fruhtstände, Calvi, Korsika © IKAI, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

CARYOPHYLLACEAE Phytolacca dioica Porquerolles PD2
Ombú (Phytolacca dioica), Rinde, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Phytolaccoideae

Zweihäusige Kermesbeere, Ombú

Phytolacca dioica

Verbreitung: Südamerika: Argentinien, Uruguay.

Winterhärtezone 8-11 (erträgt je nach Quelle Temperaturen bis 5ºC oder bis minus 4-8ºC, sollte möglichst frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 2: Bis 12-18 m hoch.

Der Ombú ist ein giftiger, immergrüner Baum, der eine Höhe von 12-18 m, einen Stammumfang bis zu 10 m und einen Kronendurchmesser von etwa 20 m erreicht. Oft weist er mehrere Stämme auf. Er ist schnellwachsend und kann bis zu 150 Jahre alt werden. Sein Holz ist weich und schwammig, die rauhe Rinde ist grau bis blassbraun. Die wechselständigen Blätter sind einfach, elliptisch und glattrandig. Er ist zweihäusig eingeschlechtlich. Blütezeit ist Mai-Juni. Männliche und Weibliche Blüten stehen in traubigen Blütenständen. Sie duften und sind weiß oder grünlich. Die daraus entstehenden, zehnlappigen Beeren sind anfänglich gelb, bei Reife schwarz. Der Ombú ist der Nationalbaum Uruguays und Argentiniens. Außerhalb des Artareals eingebürgerte Populationen können sich invasiv verhalten [1; 2].

Die Kermesbeere enthält in allen Teilen Saponine, deren wichtigstes Aglykon das Phytolaccagenin ist [3].

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Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)

MYRTALES onagraceae fuchsia x bellaRozetta wilh wilh1
Gartenfuchsie (Fuchsia X "Bella Rozetta") im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma, Stuttgart. Die Sorte wurde 1988 in den USA registriert © Wilhelma (Pressefoto)

 

MYRTALES onagraceae fuchsia x carmelBlue wilh wilh1
Gartenfuchsie (Fuchsia X "Carmel Blue") im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma, Stuttgart © Wilhelma (Pressefoto)

 

MYRTALES onagraceae fuchsia x hinnerike wilh wilh1
Gartenfuchsie (Fuchsia X "Hinnerike") im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma, Stuttgart. Die Sorte wurde 1984 in Deutschland gezüchtet © Wilhelma (Pressefoto)

 

Unterfamilie: Onagroideae

Gartenfuchsien

Fuchsia spp.

Verbreitung: Mittel- und Südamerika: von Mexiko bis Chile.

Winterhärtezone (5-8), viele Sorten sind jedoch nicht winterhart und sollten frostfrei überwintert werden, manche frieren zurück und treiben im Frühjahr neu aus.

Wuchsklasse bis 3: Je nach Art und Sorte bis 10 m hoch.

Fuchsia ist eine artenreiche Gattung, von der über 100 Wildformen bekant sind. Sie ist in europäischen Gärten seit dem 18. Jahrhundert bekannt, und es entstanden seitdem üebr 12'000 Kulturformen. Fuchsien-Arten sind verholzende Pflanzen, die als Halbsträucher, Sträucher, Spalierpflanzen und Bäume wachsen. Die Vorfahren der Freilandfuchsie (Fuchsia magellanica / Fuchsia-Hybriden) kommen aus Südamerika (Süd- bis Zentral-Anden, Patagonien) und können in ihrer Heimat bis 3 m hohe Sträucher bilden. Fuchsien faszinieren mit grazilen, vierzähligen Glockenblüten, die an relativ langen Blütenstielen zu Hunderten an den Sträuchern sitzen und deren  charakteristische Stempel und Staubgefäße weit aus der Blütenkrone heraus ragen. Die meisten Arten blühen ab Juni den ganzen Sommer hindurch, oft bis weit in den Herbst und gelegentlich in den Winter hinein. Das Farbenspektrum geht von rot über weiss, bis zur Zweifarbigkeit, z.B. rot-weiss, rot-violett. Die Laubblätter sind mehrheitlich elliptisch, lang gestielt und weisen einen schwach bis mittel gezahnten Blattrand auf [4; 5].

Der Zoologisch-Botanische Garten Wilhelma in Stuttgart unterhält eine große Fuchsienkollektion und veranstaltet periodisch Sonderschauen, an denen jeweils über 200 Sorten gezeigt werden [5].

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MYRTALES onagraceae fuchsia paniculata wilh wilh1
Fliederblütige Fuchsie (Fuchsia paniculata) im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma, Stuttgart. Die Sorte wurde 1988 in den USA registriert © Wilhelma (Pressefoto)

 

 

Unterfamilie: Onagroideae

Fliederblütige Fuchsie (Wildform)

Fuchsia paniculata

Verbreitung: Mittelamerika: von Südost-Mexiko bis Panama.

Winterhärtezone 10: Die Fliederblütige Fuchsie ist nicht winterhart, erträgt gelegentliche Temperaturen von -1ºC.

Wuchsklasse 3: bis 8 m hoch.

Die Fliederblütige Fuchsie immergrüner Strauch oder kleiner Baum mit bis zu 40 cm langen, leicht drei- bis vierkantigen Zweigen und gegenständigen, in Quirlen angeordneten, glänzenden, elliptischen bis lanzettlichen, tiefgrünen Blättern an rötlichen Stielen. Der aufrecht stehende Blütenstand besteht aus zahlreichen rosafarbenen bis violetten Blüten in Rispen, denen dunkielviolette Früchte folgen [4; 5].

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Nachfolgend eine Auswahl süd- und mittelamerikanischer Laubbäume nach Größe:

Kleine Laubbäume und Sträucher(bis 10 m):

  • Dschungelglocken (Apocynaceae: Allamanda spp.) - nur als Kübelpflanzen mit Überwinterung im Gewächshaus
  • Cherimoya (Annonaceae: Annona cherimola) - nur als Kübelpflanzen mit Überwinterung im Gewächshaus
  • Schönmalve (Malvaceae: Abutilon hybr.) - nur als Kübelpflanzen mit Überwinterung im Gewächshaus
  • Brasilianische Guave (Myrtaceae:Acca sellowiana) - nur als Kübelpflanze mit Überwinterung im Gewächshaus
  • Freilandfuchsie (Ongraceae: Fuchsia magellanica)
  • Fiederblütige Fuchsie (Onagraceae: Fuchsia paniculata) - nur als Kübelpflanze mit Überwinterung im Gewächshaus

Mittelgroße Laubbäume (bis 20 m):

  • Chilenische Scheinulme (Cunoniaceae: Eucryphia nymansensis) - bedingt winterhart

Große Laubbäume (über 20 m):

  • Chilenischer Lorbeere (Atherospermataceae: Laurelia sempervirens) - erträgt bis -5ºC
  • Antarktische Scheinbuche (Nothofagaceae: Nothofagus antarctica)
  • Magellan-Scheinbuche (Nothofagaceae: Nothofagus betuloides)
  • Anden-Scheinbuche (Nothofagaceae: Nothofagus obliqua)
  • Lenga-Südbuche (Nothofagaceae: Nothofagus pumilio)

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. URBAN FOREST ECOSYSTEMS INSTUTE
  3. WWW.GIFTPFLANZEN.COMPENDIUM
  4. MEIN SCHÖNER GARTEN
  5. PRESSEMITTEILUNG WILHELMA vom 22.06.2022
  6. SUNSHINE-SEEDS

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Freigegeben in Laubbäume im Park
Samstag, 03 November 2018 10:46

Laubgehölze aus Nordamerika

 

Allgemeines

Nordamerika ist wie Europa Teil des holarktischen Florenreichs und auf einem großen Teil des Kontinents herrschen vergleichbare klimatische Bedingungen wie in Mitteleuropa. Viele Pflanzengattungen, darunter Ulmen, Linden, Buchen, Eichen, Eschen, Birken, Ahorne, Pappeln und Weiden kommen sowohl in Europa als auch in Nordamerika vor. Manche nordamerikanischen Arten wurden bei uns eingebürgert, so z.B. die Robinie (Robinia pseudoacacia) oder der Essigbaum (Rhus typhina), die sich, stets unter Berücksichtigung ihrer Giftigkeit, zur Darstellung von Savannenbiotopen eignen. In Europa nicht heimische Arten, wie Christusdorn (Gleditsia triacanthos), Tulpenbaum, (Liriodendrom tulipifera), Blumenhartriegel (Cornus florida), Hickory- und Flügelnüsse (Carya und Pterocarya spp.) wirken auf uns exotisch und können in Verbindung mit Tierarten eingesetzt werden, aus deren Ursprungsgebiet es keine bei uns winterharten Bäume und Sträucher gibt.

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Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)

ERICALES ericaceae vaccinium corymbosum mulh PD1
Nordamerikanische Blaubeere (Vaccinium corymbosum) im Zoologisch-Botanischen Garten Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ERICALES ericaceae vaccinium corymbosum mulh PD2
Nordamerikanische Blaubeere (Vaccinium corymbosum) im Zoologisch-Botanischen Garten Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ERICALES ericaceae vaccinium corymbosum mulh PD3
Nordamerikanische Blaubeere (Vaccinium corymbosum) im Zoologisch-Botanischen Garten Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Vaccinioideae
Tribus: Vaccinieae

Nordamerikanische Blaubeere

Vaccinium corymbosum

Verbreitung: Nordamerika - Östliches Kanada, Nordosten bis Südosten der USA..

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: 50-170 cm hoher Halbstrauch.

Die Nordamerikanische Blaubeere wächst als stark verzweigter  und breitbuschiger verholzender Halbstrauch mit kurzgestielten, einfachen, elliptischen, meist spitz zulaufenden Blättern von 2-8 cm Länge. Die Blattunterseiten sind fein behaart. Im Herbst verfärben sich das Laub leuchtend rot. Blütezeit ist im Mai. Die glockigen, rosa-weißen Blüten stehen in Trauben. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Hummeln. Die dunkelblau bereiften Beeren mit weißem Fruchtfleisch reifen von Ende Juli bis September. Sie sind heutlich größer als jene der einheimischen Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) [5; 10].

Die Nordamerikanische Blaubeere benötigt einen sonnigen bis halbschattigen, nicht zu heißen Platz und feuchten, leicht sauren Boden. Bei den in Gärtnereien angebotenen Heidelbeersträuchern handelt es sich fast immer um sogenannte Kultur-Heidelbeeren, die aus der Nordamerikanischen Blaubeere  gezüchtet wurden [10].

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Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

FABACEAE gleditsia triacanthos baum BSL PD1
Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE gleditsia triacanthos herbstlaub BSL PD1
Herbstlaub der Amerikanischen Gleditschie (Gleditsia triacanthos) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE gleditsia triacanthos stamm BSL PD1
Stamm der Amerikanischen Gleditschie (Gleditsia triacanthos) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)

Amerikanische Gleditschie, Christusdorn

Gleditsia triacanthos

Verbreitung: Östliche und zentrale USA. Eingeführt und verwildert in Süduropa, selten in Mitteleuropa.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 42 m hoch. Strauch oder Baum.

Die Amerikanische Gleditschie ist ein großer, sommergrüner Baum mit im unteren Teil schlanker, nach oben hin breiter werdender, ausladender, unregelmäßig aufgebauter Krone und spitzen, verzweigten, Dornen an Stamm und Ästen. Die Rinde ist dunkelgraubraun, relativ glatt, bei älteren Exemplaren mit langen, flachen Längsrissen. Sie ist mit meist 3 oder mehr büschelförmig angeordneten, spitzen, braunroten Dornen besetzt, daher der Name «triacanthos». Die Blätter sind bis 20 cm lang, meist doppelt gefiedert (an jungen Trieben) oder einfach gefiedert (an älteren Trieben) mit 8 bis 30 Fiederblättchen pro Blatt, die sich im Herbst gelb verfärben. Einige Bäume sind zwittrig, die meisten aber einhäusig eingeschlechtig. Die unscheinbaren, gelbgrünen, zu mehreren in schmalen, 5 - 7 cm langen in hängenden Trauben stehenden männlichen Blüten sind 5-6 mm groß, ihre Staubblätter ragen deutlich aus dem Blütenbecher hervor. Die rotbraunen weiblichen Blüten befinden sich in lockeren, bis 50 cm langen Trauben. Es werden 15-40 cm lange Hülsenfrüchte mit vielen, von essbarem Mark umgebenen, linsenförmigen Samen gebildet, die bis ins Frühjahr in den bis dahin am Baum hängenden Hülsen verbleiben. Die Samen und Früchte sind essbar. Die Vermehrung und Verbreitung des Baums erfolgt durch Samen, die von Säugetieren aufgenommen und mit dem Kot wieder ausgeschieden worden sindIm Zoo wird die Gleditschie wegen ihrer schirmartigen Krone oft als Ersatz für Schirmakazien bei afrikanischen Savannenanlagen gepflanzt [1; 4; 5; 6; 7].

Die Samen werden in der Heimat der Pflanze wie Linsen zubereitet. Daneben finden die gemahlenen Samen auch als Dickungsmittel für Suppen Verwendung. Die Blätter enthalten das Alkaloid Triacanthin, wobei effektive Vergiftungsfälle nicht bekannt sind [8].

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FABACEAE robinia wolgast PD3
Robinie (Robinia pseudoacacia), Blüten anfangs Juni im Tierpark Wolgast © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABACEAE robinia wolgast PD2
Robinie (Robinia pseudoacacia) in Blüte im Tierpark Wolgast © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FABAL fabaceae robinia pseudoacacia rinde WPFK PD1
Robinie (Robinia pseudoacacia), Rinde, im Wildpark Feldkirch © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)

Gewöhnliche Robinie

Robinia pseudoacacia

Verbreitung: Östliche USA. Eingeführt in Europa, Nordafrika, West- und Ostasien.

Winterhärtezone 3 (erträgt bis -36ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 24 m hoch.

Die sommergrüne Robinie, ein ein- oder mehrstämmiger Baum mit graubrauner, gefurchter und tiefrissiger Rinde, wurde in Europa seit dem 17. Jhdt. eingebürgert. Es gibt mittlerweile mehrere Kulturformen. Die 15-20 cm langen Laubblätter bestehen aus 11 bis 15 kurz gestielten, 3-6 cm langen und 1-3 cm breiten, oberseits frischgrünen, unterseits graugrünen Fiederblättchen mit feiner Stachelspitze. Die Nebenblätter sind oft zu kurzen Blattdornen umgestaltet. Der Laubaustrieb erfolgt verhältnismäßig spät, oft erst Ende Mai. Das Herbstlaub ist hell- oder kräftig gelb. Die zwittrigen Blüten sind weiß und stehen in hängenden Trauben. Blütezeit ist im Juni. Die Früchte sind abgeflachte, zwischen den Samen etwas eingedellte, 5-10 cm lange, dunkelbraune Hülsen mit 4-10 Samen. Sie bleiben bis zu 1 Jahr nach der Reife am Baum. [1; 3; 4; 6].

Robinien sind eine gute Bienenweide. Im Zoo werden sie eingesetzt, um Savannenlandschaften zu simulieren. Sie sind aber in allen Teilen stark giftig. Sie enthalten die Toxalbumine Robin und Phasin, die agglutinierend auf rote Blutkörperchen und cytotoxisch wirken, verschiedene Glykoside und andere Gifte. Namentlich bei Equiden ist es dadurch in Zoos wiederholt zu Todesfällen gekommen. Andererseits wird ihr Laub in geringen Mengen von Giraffen gut vertragen und häufig als Nahrungsergänzung zu dem übrigen Futter angenommen [2; 8; 9].

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Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Buchengewächse (Fagaceae)

FAGAL fagaceae quercus rubra baum BSL PD1
Roteiche (Quercus rubra) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FAGAL fagaceae quercus rubra herbstlaub BSL PD1
Herbstlaub der Roteiche (Quercus rubra) im zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

FAGAL fagaceae quercus rubra stamm BSL PD1
Rinde der Roteiche (Quercus rubra) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Eichen ( Quercoideae) 

Roteiche, Amerikanische Spitzeiche

Quercus rubra

Verbreitung: Ontario und östliche USA.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 24 m hoch.

Die zu Beginn des 18.Jahrhunderts als Forst- und Parkbaum nach Europa eingeführte Roteiche ist ein meist langstämmiger Baum mit runder, hochgewölbter Krone und lange Zeit glatter, später dünnschuppiger, grauer Borke. Die etwa 10-25 cm langen und bis 10 cm breiten Laubblätter sind im Umriß breit-oval, vorne zugespitzt, am Grunde breit keilförmig, mit kräftiger, vortretender Mittelrippe, oberseits matt- bis dunkelgrün, unterseits etwas heller. Die Herbstfärbung ist bei jüngeren Bäumen prächtig rot, bei älteren Exemplaren eher bräunlich. Die Blüten sind unscheinar. Die Früchte sind 2-3 cm lange, einzeln oder zu zweit stehene, kurz gestielte Eicheln mit flachem Becher. In Mitteleuropa angesiedelte Roteichen können verwildern und sich invasiv verhalten. Sie bilden eine Konkurrenz zur heimischen Traubeneiche (Quercus petraea) [1; 4; 6].

Eichen enthalten in allen Pflanzenteilen, vor allem aber in der Rinde, Gerbstoffe und werden deshalb als giftig eingestuft. Wiederkäuer entwickeln typischerweise eine Nephropathie und gastrointestinale Läsionen, während es bei Arten mit einhöhligem Magen primär zu Magendarm-Symptomen kommt. Größere  Mengen  Eichenlaub oder Eichentriebe können für Rinder tödlich sein. Rohe Eicheln werden nur von Schweinen vertragen [2; 9].

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Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Walnussgewächse (Juglandaceae)

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim
Pekannussbaum (Carya illinoinensis) in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim PD2
Pekannussbaum (Carya illinoinensis), Blätter, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

JUGLANDACEAE Carya illinoensis ruelzheim PD3
Pekannussbaum (Carya illinoinensis), Rinde, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Nussbäume (Juglandoideae)

Pekannussbaum

Carya illinoinensis

Verbreitung: Ursprünglich Nordamerika im Einzugsgebiet des Mississippi. Heute in Kultur auch in Australien, Brasilien, China, Israel, Peru, Südafrika und Hawaii.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 45 m hoch.

Der Pekannussbaum hat eine rundliche Krone mit langen Ästen. Sein Stamm kann einen Durchmesser von über 2 m erreichen. Die Borke ist hellbraun bis grau, tief und unregelmäßig gefurcht. Die Triebe sind anfangs behaart, die Knospen gelb und behaart. Die Laubblätter sind 30-55 cm lang und unpaarig gefiedert, die 11-17 einzelnen Fiederblättchen, sind länglich-lanzettlich, zugespitzt, meist mehr oder weniger stark sichelförmig gebogen. Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig. An einem Exemplar blühen männliche und weibliche Blüten nicht gleichzeitig; damit ist Fremdbestäubung sichergestellt. Die männliche Blüten bilden hängende Kätzchen, die weiblichen stehen zu 2-10 in endständigen Trauben. Die essbaren Nüsse haben eine grüne Hülle. Sie sind spitz, länglich, 3-8 cm lang, zu 3-10 gebüschelt und schmecken ähnlich wie Walnüsse. Kultivierte Sorten haben größere Früchte als die Wildform [1; 4].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)

BIGNONIACEAE catalpa bignonioides schoten BSL PD1
Gewöhnlicher Trompetenbaum (Catalpa bignoniodes) mit Schoten im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BIGNONIACEAE catalpa bignonioides blatt BSL PD1
Blätter des Gewöhnlichen Trompetenbaums (Catalpa bignoniodes) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

BIGNONIACEAE catalpa bignonioides rinde BSL PD1
Rinde des Gewöhnlichen Trompetenbaums (Catalpa bignoniodes) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Catalpeaeae

Gewöhnliche Trompetenbaum

Catalpa bignonioides

Verbreitung: Östliche USA.

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 18-20 m hoch.

Der sommergrüne Trompetenbaum hat eine breit gewölbte, rundliche Krone mit weit ausladenden Seitenästen. Der Stamm ist meist kurz und dick mit hell graubrauner, dünner, längsrissiger Rinde. Die gegenständigen Laubblätter stehen in 3-zähligen, nur selten auch 2-zähligen Wirteln. Sie  sind 10 bis 20 cm lang, kurz zugespitzt, manchmal gelappt, oberseits frischgrün, auf der Unterseite hellgrün und, mehr oder weniger dicht, kurz und weiß behaart. Beim Zerreiben riechen sie unangenehm. Das Herbstlaub ist hellgelb und fällt früh ab. Die zwittrigen Blüten stehen in 10-15 cm langen, locker und reich verzweigten, aufrechten Rispen. Die Einzelblüten sind fingerhutähnliche, weiße Rachenblüten. Ihre Kronröhre ist innen mit 2 gelben Streifen und purpurnen Flecken, sogenannten Saftmalen, gezeichnet. Diese dienen zum Anlocken von Insekten und weisen ihnen den Weg zum Nektar. Es werden bis zu 40 cm lange und 5-7 mm dicke, bohnenförmige, dünnwandige Kapselfrüchte gebildet. Die zahlreichen Samen sind 2.5 cm lang, bandförmig und haben an beiden Enden haarig ausgefranste Flügel [1; 4; 6; 7].

Der Trompetenbaum enthält in allen Teilen außer dem Samen das Iridoid Catalpin, ist aber nur geringfügig giftig. Das Holz enthält chinoide Verbindungen, die bei Hautkontakt zu einer allergischen Reaktion führen können [8].

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Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)

LAMIALES Bignoniaceae campsis radicans HD PD3
Amerikanische Klettertrompete (Campsis radicans) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAMIALES Bignoniaceae campsis radicans HD PD2
Blüten der Amerikanischen Klettertrompete (Campsis radicans) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAMIALES Bignoniaceae campsis radicans MS PD1
Blüten der Amerikanischen Klettertrompete (Campsis radicans) im Allwetterzoo Münster © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

LAMIALES Bignoniaceae campsis radicans HD PD1
Stamm der Amerikanischen Klettertrompete (Campsis radicans) im Zoo Heidelberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tribus: Tecomeae

Amerikanische Klettertrompete

Campsis radicans

Verbreitung: Zentrale bis östliche USA, verschleppt an die Pazifikküste, in Italien, Frankreich und am Schwarzen Meer eingebürgert.

Winterhärtezone 6 (erträgt bis -20ºC), in Europa sind namentlich jüngere Pflanzen nur bedingt winterhart.

Wuchsklasse (2)-3: 5-10 m hoch, gelegtnlich bis 12 m oder mehr.

Die Amerikanische Klettertrompete ist ein sehr rasch wachsender, verholzender, sommergrüner Kletterstrauch. Ihr natürliches Vorkommen sind Sümpfe und Auwälder entlang größerer Flüsse. Sie gedeiht aber auch an mäßig trockenen bis frischen Standorten auf nährstoff- und humusreichen, alkalischen bis schwach sauren Böden. In Nordamerika verhält sie sich invasiv [5; 11; 13].

Die Klettertrompete bildet Haftwurzeln aus, mit deren Hilfe sie an Bäumen oder Mauern hochklettern kann. Fehlen solche Strukturen, breitet sie sich am Boden aus. Die Hauptachse und älteren Triebe verholzen und bekommen eine hellgraue bis ockergelbe Borke mit auffallenden Längsfurchen, die jüngeren Triebe sind grün- bis grauoliv gefärbt. Die sommergrünen, unpaarig gefiederten Blätter sind gegenständig. Sie bestehen aus 9-11(-13) kurzgestielten Fiederblättchen mit gesägten Rändern und können eine Länge bis zu 25 erreichen. Im Herbst verfärben sie sich leuchtend gelb. Blütezeit ist von Juni-September. Die fünfzähligen, zwittrigen Einzelblüten stehen in Büscheln an den Enden der neuen Triebe. Sie werden 5-7 cm lang. Ihre Kelchblätter sind zu einer fünfzipfligen Glocke verwachsen, ihre orangen oder roten, bei Kulturformen auch gelben Kronblätter bilden einen trompetenartigen Trichter. Es sind vier pollentragende Staubblätter vorhanden sowie ein steriles (Staminodium). Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Schmetterlinge, im Ursprungsbiet auch durch Kolibris. Die Samen befinden sich in schmalen, 7-10 cm langen Kapseln, die bei Reife zweiklappig aufspringen [5; 11; 12].

Alle Teile der Klettertrompete, besonders die Früchte und Samen, sind schwach giftig. Sie können bei Kontakt Hautirritationen und bei Verschlucken Brechdurchfall verursachen [12].

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Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)

MAGNOLIALES annonaceae asimina triloba ruelzheim PD1
Indianerbanane (Asimina triloba), Blätter, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Annonoideae
Tribus: Annoneae

Indianerbanane, Dreilappiger Papau

Asimina triloba

Verbreitung: Südöstliche USA.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -25ºC).

Wuchsklasse 2-3: Bis 8-12 m hoch.

Die Indianerbanane ist ein kleinerer, laubabwerfender Baum mit gegenständigen Blättern. Diese sind lang, zugespitzt oval und in den Stiel verlaufend. Das Herbstlaub ist gelb. Blütezeit ist im Mai. Die Blüten sind purpurn. Die kleinen, flaschenförmigen Früchte sind essbar. Sie haben eine glatte, grüngelbe Schale und gelbes, cremiges, mit großen, scheibenförmigen, braunschwarzen Kernen durchsetztes, geschmacklich an einen tropischen Fruchtcocktail aus Banane, Ananas, Mango und Vanille erinnerndes Fruchtfleisch. [4; 5].

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Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Magnoliengewächse (Magnoliaceae)

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera ruelzheim blatt
Tulpenbaum (Lyriodendron tulipifera), Blätter, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera BSL PD2
Tulpenbaumblatt (Lyriodendron tulipifera) mit beginnender Verfärbung im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera BSL PD1
Tulpenbaum (Lyriodendron tulipifera),Stamm, im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

MAGNOLIACEAE Liriodendron tulipifera ruelzheim rinde
Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), Rinde, in der Straußenfarm Mhou, Rülzheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Tulpenbaum

Liriodendron tulipifera

Verbreitung: Östliche und Südöstliche USA.

Winterhärtezone 4 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 3: Bis 65 m hoch.

Der sommergrüne, schnellwüchsige Tulpenbaum gehört zu den größten und schönsten Bäumen des amerikanischen Ostens. Sein Stamm kann einen Durchmesser von 150 cm erreichen und hat im Alter eine hell orangebraune Rinde. Die Laubblätter weisen 4 Lappen und eine gestutzte Spitze auf. Sie sind langstielig, frischgrün, im Herbst leuchtend goldgelb. Die tulpenartigen, fünfzäligen Blüten stehen endständig zwischen den Blätter. Die Hüllblätter sind am Grund bläulich-grün, darüber gelb-orange, dann wieder grünlich. Die 3-5 cm langen Staubblätter sind dick und fleischig. Die 60-100 Fruchtblätter stehen an einem Kegel im Zentrum der Blüte. Die 6-7 cm langen, geflügelten Früchte enthalten 1-2 Samen und sind im Oktober reif [1; 4; 6; 7].

In den USA ist der Tulpenbaum ein wertvoller Forstbaum. Sein Holz findet Verwendung in der Möbelindustrie und der Bauschreinerei. Pro Jahr werden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Dünnere Stämme und Abfallholz sind ein wichtiger Rohstoff für die Zellstoff- und die Papierindustrie. Nach Europa wurde er um 1650 als Zierbaum eingeführt. Es gibt mehrere kultivierte Sorten, die zum Teil deutlich kleiner bleiben. In den USA ist der Tulpenbaum ein wertvoller Forstbaum. Sein Holz findet Verwendung in der Möbelindustrie und der Bauschreinerei. Pro Jahr werden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Dünnere Stämme und Abfallholz sind ein wichtiger Rohstoff für die Zellstoff- und die Papil kleiner bleiben als die Wildform [4; 6].

Der Tulpenbaum ist giftig. U. a. enthält er in Holz und Rinde das Alkaloid Glaucin [8].

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Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD5
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), Blüten mit Biene Mitte April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNCULAL mahonia aquifolium weissenfels PD1
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), Blüten Mitte April im Heimatnaturgarten Weißenfels © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD2
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), vorjähriges Blatt Mitte April, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

RANUNCULAL mahonia aquifolium lfeld PD4
Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium), Rinde, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Berberidoideae

Gewöhnliche Mahonie

Mahonia aquifolium

Verbreitung: Westliches Nordamerika (Kanada und USA). In Europa gebietsweise verwildert.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -29ºC).

Wuchsklasse 1: Bis 65 m hoch.

Die Mahonie ist ein langsam wachsender, immergrüner Strauch mit vielen Trieben. Sie gleicht etwas der Stechpalme. Ihre ledrigen, bis 30 Zentimeter langen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die 5-9 (-13) bis 8 cm langen Einzelblättchen sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits heller. Sie haben einen zum Teil stark gewellten Rand und auf beiden Seiten je 10-20 Stachelzähne. Beim Austrieb sind sie oft kräftig kupferrot gefärbt und auch im Herbst und Winter – vor allem nach strengem Frost - rot getönt. Blütezeit ist von April-Mai (März-Juni). Die zwittrigen Blüten sind dreizählige, goldgelbe, in aufrechten Trauben stehende Glöckchen. Sie duften nach Honig und sind eine wichtige Futterquelle für viele Insekten, da das Nektarangebot um diese Zeit noch gering ist. Die Staubblätter können bei Berührung durch ein Insekt explosionsartig in Richtung Narbe schnellen und dabei ihren Blütenstaub am Besucher festheften. Die erbsengroßen, stark sauren Früchte reifen ab August. Sie sind dann purpurschwarz mit bläulichem Reif. Sie enthalten 2-5 rotbraune Samen [5].

Es gint verschiedene Kulturformen, die zum Teil durch Hybridisierung mit anderen Mahonia-Arten enstanden sind [5].

Die Mahonie gilt als schwach giftig. Der Genuss der Früchte ist aber unbedenklich. Bisweilen werden sie zur Herstellung von Marmeladen, Gelées oder Likören verwendet, in Amerika auch zu WQein verarbeitet. In der Wurzel enthalten die Pflanzen bis zu 1,5% Berberin sowie diverse weitere Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der Früchte liegt nur bei 0,05%. [5; 8].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)

ROSALES Cannabaceae celtis occidentalis Lahr PD2
Laub des Amerikanischen Zürgelbaums (Celtis occidentalis) im Stadtpark Lahr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES Cannabaceae celtis occidentalis Lahr PD3
Ausgebildete Blätter des Amerikanischen Zürgelbaums (Celtis occidentalis) im Stadtpark Lahr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

ROSALES Cannabaceae celtis occidentalis Lahr PD1
Rinde eines Amerikanischen Zürgelbaums (Celtis occidentalis) im Stadtpark Lahr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: entfällt, die Familie umfasst nur 11 Gattungen

Amerikanischer Zürgelbaum

Celtis occidentalis

Verbreitung: Südöstliches Kanada, östliche USA.

Winterhärtezone 2 (erträgt bis -45ºC).

Wuchsklasse 2 (1): Meistens bis 12 m hoch, gelegentlich bis 25 m.

Der Amerikanische Zürgelbaum hat eine unregelmäßige, gewölbte Krone mit ziemlich langen, bogenförmigen Ästen. Der Stamm wiest eine rötlich-graue, rauhe Borke mit im Alter Warzen und kurzen geflügelten Leisten auf. Die Zweige haben keine Dornen, die Triebe sind braun und haben lange, weiße Seidenhaare. Die ovalen bis eilanzettlichen, oben glänzend dunkelgrünen, unten matt gelblichgrünen, wechselständigen  Blätter messen 6-10 x 3-5 cm. Sie sind ganzrandig, können aber namentlich an der Basis Zähne haben. Die Blattstiele sind 1-2 cm lang. Der Baum blüht im April und Mai. Die kleinen, weißgrünen Blüten sind eher unscheinbar, aber aufgrund ihres hohen Pollengehaltes bei Bienen und anderen Insekten sehr beliebt. Die süßlich schmeckenden, essbaren Steinfrüchte sind klein, beerenartig und hart und färben sich bei Reife purpurn. [1; 4; 6].

Der Amerikanische Zürgelbaum ist in Europa ein beliebter Parkbaum, der in 20 Jahren etwa 4 m hoch wird. Wegen seiner Toleranz gegenüber Trockenheit wird er auch häufig als Straßenbaum verwendet. In der traditionellen Medizin der nordamerikanischen Indianer werden Abkochungen aus der Rinde als Mittel gegen Menstruations- und Halsschmerzen eingesetzt. Das Holz ist eschenähnlich und wird für Bidhauerarbeiten und Musikinstrumente, früher auch zur Herstellung von Peischenstielen verwendet [4].

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Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)

MORACEAE maclura pomifera laub BSL PD1
Laub des Osagedorns (Maclura pomifera) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Tribus: Moreae

Osagedorn, Milchorangenbaum

Maclura pomifera

Verbreitung: Südliche und zentrale USA.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse 2: Bis 18 m hoch.

Der kleine, sommergrüne Osagedorn hat einen kurzen Stamm mit tief gefurchter, orange-brauner Borke und eine unregelmäßige und offene Krone mit dornenbewehrte Ästen. Die gestielten Laubblätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, 5-12 cm lang, zugespitzt, an der Basis breit keilförmig bis schwach herzförmig, oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits blassgrün und vor allem auf den Nerven behaart. An Kurztrieben sind die Blätter kleiner, schmaler und stehen in Quirlen. Die Pflanze ist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Die männlichen Blüten haben 4 Staubblätter und stehen in kurzen Ähren oder Trauben. Die weiblichen Blüten bilden dichte Köpfchen. Bei den tennisballgroßen Früchten handelt es sich effektiv um einen Fruchtverband, bei dem weit über 100 Einzelfrüchte zu einem Gesamtgebilde heranwachsen [1; 4; 6, 7].

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Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

SAPINDACEAE acer saccharinum MH PD1
Laub des Silberahorns Ende August im Zoo Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

SAPINDACEAE acer saccharinum MH PD2
Blätter des Silberahorns Ende August im Zoo Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

SAPINDACEAE acer saccharinum MH PD3
Rinde des Silberahorns Ende August im Zoo Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)

Silberahorn

Acer saccharinum

Verbreitung: Nordamerika: Kanada (Québec, Ontario, New Brunswick), zentrale und östliche USA, südwärts bis Oklahoma, Louisiana und nördliches Florida.

Winterhärtezone 3-5 (je nach Quelle, erträgt bis -24ºC oder tiefer).

Wuchsklasse (1): Kann eine Höhe von 36-40 m erreichen.

Der Silberahorn ist ein sommergrüner Großbaum mit ausladender Krone. Er gedeiht auf feuchten, sandigen bis lehmigen, schwach alkalischen bis sauren Böden, in seinem Ursprungsgebiet ist er charakteristisch für Auenwälder.  Der Name "Silberahorn" verweist auf die silbrig-graue Rinde, die zunächst glatt, bei älteren Exemplaren längsrissig ist. Die gestielten, bis zu 14 cm langen Laubblätter haben fünf tief eingeschnittene und zugespitzte Lappen und einen doppelt gesägten Rand. Die Blattspreite ist oberseits hellgrün, unterseits silbrig-grau, und anfänglich behaart. Im Herbst nimmt das Laub eine intensive Gelbfärbung an, die bei manchen Kultursorten auch ins Orange oder Rote hineinspielen kann [4; 5; 6].

Silberahorne sind entweder zweihäusig oder einhäusig mit getrenntgeschlechtigen, unscheinbaren Blüten, die in Büscheln stehen und vor dem Blattaustrieb erscheinen. Daraus entwickeln sich die für Ahorne typischen Propellerfrüchte mit zwei Nüsschen, einem 3-5 Zentimeter langen Stiel und gleichgroßen, breit abspreizenden Flügeln. Zweihäusige Exemplare können ihr Geschlecht von Jahr zu Jahr ändern [14].

Der Silberahorn bietet eine ausgezeichnete Bienenweide. Im Frühjahr sind seine Knospen die wichtigste Nahrungsquelle für Streifenhörnchen, die sich ebenso wie Vögel auch an den Samen gütlich tun. Die Blätter sind Hauptnahrung der Raupen des Pfauenspinners (Dryocampa rubicunda). In Nordamerika wird der Silber-Ahorn ebenso wie der Zucker-Ahorn (Acer saccharum) zur Herstellung von Ahornsirup verwendet. Das leichte und gut zu bearbeitende Holz wird für Furniere, Möbel, Musikinstrumente und Fußböden genutzt, ferner stellt man daraus Zellstoff und Papier her und versucht, den schnellwüchsigen Baum als Quelle für Bio-Kraftstoff zu nutzen [14].

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Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Altingiaceae

ALTINGIACEAE liquidambar styraciflua MH PD1
Blätter des Amerikanischen Amberbaums (Liquidambar styraciflua) Ende August im Zoo Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ALTINGIACEAE liquidambar styraciflua herbstlaub BSL PD2
Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) im Herbst im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ALTINGIACEAE liquidambar styraciflua herbstlaub BSL PD1
Herbstlaub des Amerikanischen Amberbaums (Liquidambar styraciflua) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

ALTINGIACEAE liquidambar styraciflua MH PD2
Rinde des Amerikanischen Amberbaums (Liquidambar styraciflua) im Zoo Mülhausen im Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Unterfamilie: Juglandoideae

Amerikanischer Amberbaum

Liquidambar styraciflua

Verbreitung: Ursprünglich Nordamerika im Einzugsgebiet des Mississippi. Heute in Kultur auch in Australien, Brasilien, China, Israel, Peru, Südafrika und Hawaii.

Winterhärtezone 5 (erträgt bis -24ºC).

Wuchsklasse (1) 2 : Erreicht im natürlichen Areal eine Höhe bis 42 m, in Mitteleuropa nur von 18-20 m.

Der Amberbaum ist ein sommergrüner Großbaum mit meist schmaler, kegelförmiger Krone mit durchgehendem Mitteltrieb. Ältere Exemplare gehen mehr in die Breite. Der graurindige Stamm ist tief gefurcht und auch die älteren Triebe tragen breite Korkleisten. Die Blätter sind lang gestielt, fünfzählig gelappt und 10-20 cm lang. Sie ähneln somit jenen des Ahorns. Wenn man sie zerreibt, verbreiten sie einen angenehmen, süßlichen Duft. Das Laub ist vor allem im Herbst, wenn es sich leuchtend rot färbt, sehr dekorativ.

Der Amberbaum ist einhäusig mit getrenntgeschlechtigen, unscheinbaren Blüten, die in kugelförmigen Blütenständen vereint sind. Die männlichen Blütenstände blühen aufrechtstehend, während die weiblichen Blüten herabhängen. Blütezeit ist im Mai. Die kugeligen, verholzten und stacheligen Fruchtkapseln sind bis 3 cm groß. Die Früchte werden im August-September reif.

In Nordamerika ist der Amberbaum forstwirtschaftlich sehr wichtig. Das aus dem Stamm gewonnene Harz dient der Herstellung von Parfümen, Klebstoffen und Ölen sowie als Komponente von industriell hergestellten Kaugummis. Das Holz wird in der Möbel- und Papierindustrie verwendet. 1681 wurde er erstmals als Zierbaum nach Europa eingeführt. Es gibt zahlreiche Zuchtformen mit unterschiedlichen Blattformen und -farben [1; 4; 6; 7].

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Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

SOLANACEAE Lycianthes  rantonetti porquerolles PD2
Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii) im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

SOLANACEAE Lycianthes  rantonetii porquerolles PD1
Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii), Blüten, im Jardin Emmanuel Lopez auf Porquerolles © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Unterfamilie: Solanoideae

Enzianstrauch

Lycianthes rantonnetii

Verbreitung: Östliche USA. Eingeführt in Europa, Nordafrika, West- und Ostasien.

Winterhärtezone 10 (muss frostfrei überwintert werden).

Wuchsklasse 3: Bis 2 m hoher Strauch.

Der Enzianstrauch ist auch als Blauer Kartoffelstrauch bekannt. Er ist starkwüchsig und bildet während der ganzen Vegetationsperiode neue Blüten und Triebe. Seine Laubblätter sind elliptisch, ganzrandig und zugespitzt. Seine blauen oder weißen fünstrahlig-sternförmigen Blüten sind mit leuchtend gelben Staubblättern geschmückt. Blütezeit ist von Mai bis Oktober. Da er nicht winterhart ist, muss er vor dem ersten Frost in ein mäßig helles und 5 bis 12 °C kühles Winterquartier verlegt werden. Die im Handel als Kübelpflanzen angebotenen Exemplare werden oft als Hochstämmchen gezogen. Die Pflanze enthält in allen Teilen Solanin und gilt als schwach giftig [5].

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Nachfolgend eine Auswahl nordamerikanischer Laubgehölze nach Größe:

Kleine Laubbäume und Sträucher(bis 10 m, Wuchsklasse 3):

  • Pazifischer Blüten-Hartriegel (Cornaceae: Cornus nuttallii)
  • Rispen-Hartriegel (Cornaceae: Cornus racemosa)
  • Seidiger Hartriegel (Cornaceae: Cornus sericea)
  • Ahornblättriger Schneeball (Adoxaceae: Viburnum acerifolium)
  • Schneeglöckchenbaum (Styracaceae: Halesia carolina)
  • Amerikanischer Judasbaum (Fabaceae: Cercis canadensis)
  • Erlenblättrige Felsenbirne (Rosaceae: Amelanchier alnifolia)
  • Weinblatt-Ahorn (Sapindaceae: Acer circinatum)
  • Federbuschstrauch (Hamamelidaceae: Fothergilla gardenii)
  • Virginische Zaubernuss (Hamamelidaceae: Hamamelis virginiana)
  • Enzianstrauch (Solanaceae: Lycianthes rantonnetii)

Mittelgroße Laubbäume (bis 20 m, Wuchsklasse 2):

  • Blüten-Hartriegel (Cornaceae: Cornus florida)
  • Schwarzer Tupelobaum (Cornaceae: Nyssa sylvatica)
  • Zucker-Birke (Betulaceae: Betula lenta)
  • Schwarzeiche (Fagaceae: Quercus marilandica)
  • Gewöhnlicher Trompetenbaum (Bignoniaceae: Catalpa bignonioides)
  • Amerikanischer Zürgelbaum (Celtis occidentalis)
  • Osagedorn (Moraceae: Maclura pomifera)
  • Spätblühende Traubenkirsche (Rosaceae: Prunus serotina)
  • Amerikanische Ulme (Ulmaceae: Ulmus americana)
  • Silber-Ahorn (Sapindaceae: Acer saccharinum)
  • Amerikanischer Amberbaum (Altingiaceae: Liquidambar styraciflua)

Große Laubbäume (über 20 m, Wuchsklasse 1):

  • Amerikanische Gleditschie, Christusdorn (Fabaceae: Gleditsia triacanthos)
  • Gewöhnliche Robinie (Fabaceae: Robinia pseudoacacia)
  • Rotrerle (Betulaceae: Alnus rubra)
  • Schwarzbirke (Betulaceae: Betula nigra)
  • Papier-Birke (Betulaceae: Betula papyrifera)
  • Amerikanische Buche (Fagaceae: Fagus grandifolia)
  • Amerikanische Weißeiche (Fagaceae: Quercus alba)
  • Roteiche (Fagaceae: Quercus rubra)
  • Färbereiche (Fagaceae: Quercus velutina)
  • Ferkelnuss (Juglandaceae: Carya glabra)
  • Pekannussbaum (Juglandaceae: Carya illinoinensis)
  • Schuppenrinden-Hickorynuss (Juglandaceae: Carya ovata)
  • Spottnuss (Juglandaceae: Carya tomentosa)
  • Schwarznussbaum (Juglandaceae: Juglans nigra)
  • Tulpenbaum (Magnoliaceae: Liriodendron tulipifera)
  • Immergrüne Magnolie (Magnoliaceae: Magnolia grandiflora)
  • Weißesche (Oleaceae: Fraxinus americana)
  • Rotahorn (Sapindaceae: Acer rubrum)
  • Zuckerahorn (Acer saccharum)
  • Silberahorn (Sapindaceae: Acer saccharinum)
  • Amerikanischer Amberbaum (Altingiaceae: Liquidambar styraciflua)

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Literatur und Internetquellen:

  1. BAUMKUNDE
  2. CLINI TOX
  3. GEHÖLZE - WSL
  4. JOHNSON, H. (1974)
  5. MEIN SCHÖNER GARTEN
  6. MITCHELL, A. (1975)
  7. SCHNEIDER, H. & ZULAUF, R. (2016)
  8. WWW.GIFTPFLANZEN.COMPENDIUM
  9. ZOO SAARBRÜCKEN
  10. WYSS GARTEN
  11. GALASEARCH
  12. GARTENJOURNAL
  13. LADY BIRD JOHNSON WILDFLOWER CENTER
  14. NATURA DB

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