Donnerstag, 14 Juni 2018 21:19

Südpolarmeer und Antarktis

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Antarktis und Inseln im Südpolarmeer: (1) Südgeorgien; (2) Südliche Sandwichinseln; (3) Südliche Shetlandinseln; (4) Peter I. Øy; (5) Bouvet-Insel; (6) Heard-Insel; (7) McDonald-Inseln; (8) Maquarie-Insel; (9) Scott-Insel; (10) Balleny-Insel

 

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Königspinguine (Aptenodytes patagonicus), St. Andrews Bay, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Königspinguine (Aptenodytes patagonicus), St. Andrews Bay, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Königspinguine (Aptenodytes patagonicus), St. Andrews Bay, Südgeorgien © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Zügelpinguine (Pygoscelis antarctisus), Haldmoon Island, Südliche Shetland-Inseln © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

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Zügelpinguin-Brutkolonie (Pygoscelis antarcticus), Halfmoon Island, Südliche Shetland-Inseln © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

Allgemeines

Der Kontinent Antarktis (bzw. Antarktika) ist etwas über 13 Millionen km² groß und damit größer als Europa. Er ist fast völlig von Eis bedeckt, nur etwa 280'000 km² sind eisfrei. Die Eismassen setzen sich als Schelfeis ins umliegende Meer fort. Diese Schelfeiszonen bedecken rund 1 Million km². Die gesamte antarktische Region - Kontinent, Schelf, offenes Meer und Inseln - bis zur antarktischen Konvergenz bei (ungefähr 50° südlicher Breite ist rund 52 Millionen km² groß. Nach anderen, astronomischen oder geografischen Kriterien wird die Grenze der Region weiter südlich, bei 60° bzw. 66°34' gezogen, was aber unter biologischen Gesichtspunkten nicht wirklich von Bedeutung ist.

Der umgangssprachlich Südpolarmeer oder Südliches Eismeer genannte Südliche Ozean erstreckt sich von der Küste der Antarktis bis etwa zum 50. Breitengrad. Er ist bis 5805 m tief. Seine Grenze zu den anschliessenenden Ozeanen wird nicht durch Landmassen gebildet, sondern durch die sogenannte antarktische Konvergenz, d.h. der Meeresbereich, wo kalte, nordwärts fließendes Oberflächenwasser der Antarktis auf das südwärts fließende, wärmere Oberflächenwasser aus Atlantik, Pazifik und Indischem Ozean trifft und wegen seiner höheren Dichte nach unten abgedrängt wird. Im Südlichen Ozean befinden sich die folgenden Inseln und Inselgruppen, die für Robben und Seevögel von großer Bedeutung sind:
    
Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln (Britisches Überseegebiet), Südliche Shetlandinseln (Antarktis-Territorium, von Argentinien, Chile und Großbritannien beansprucht), Peter-der-Erste-Insel (Antarktis-Territorium, von Norwegen beansprucht), Bouvet-Insel (Norwegisches Beiland), Heard- und McDonaldinseln sowie Macquarie-Insel (Australien), Scott-Insel und Balleny-Inseln (Antarktis-Territorien, von Neuseeland beansprucht). Die Falklandinseln liegen außerhalb des Perimeters im südwestlichen Atlantik.

Von der Tierwelt her gesehen sind diesen Inseln verschiedene subantarktische Inseln vergleichbar, so im Indischen Ozean die französischen Überseeterritorien Kerguelen-Archipel und Crozet-Inseln (auf ca. 49º bzw. 47º südlicher Breite) sowie die südafrikanische Prinz-Edward-Inseln (ca. 47º südlicher Breite).

Typische Zootiere

Schwertwal, Königspinguin, Zügelpinguin , Eselspinguin, Südamerikanische KrickenteSpitzschwanzente, Regenbrachvogel.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 21:14

Pazifik

(5.1) Allgemeines
(5.2) Nordpazifik
(5.3) Südostpazifik
(5.4) Südwestpazifik

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PAZ Moorea
Blick auf die Lagune von Moorea, Gesellschaftsinseln. Foto: Robert Preinfalk. Gemeinfrei.

 

PAZ Kiribati
Südlicher Teil des Tarawa-Atolls von Kiribati © Government of Kiribati, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution 3.0 Unported-Lizenz.

 

PAZ Nanaimo
Die Straße von Georgia bei Nanaimo, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Taiwan
Nordküste von Taiwan © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Akaroa Fjord NZ
Der Akaroa-Fjord an der Ostküste Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Palau 70 Islands wilh
Die geschützten Seventy Islands von Palau © Wilhelma (Pressefoto)

 

PAZ Kaikoura NZ Seebaer
Der Neuseeland-Sebär (Arctocephalus forsteri) wurde im 19. Jahrhundert beinahe ausgerottet. Heute gibt es wieder über 100'000 Tiere. Hier ein Exemplar bei Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

PAZ Kaikoura Buller albatros
Buller-Albatros (Thalassarche bulleri), eine potenziell gefährdete Art mit weniger als 100'000 Erwachsenen Individuen, hier bei Kaikoura auf der Südinsel Neuseelands © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Mit seinen Nebenmeeren bedeckt der Pazifik über ein Drittel der Erdoberfäche, das ist mehr als die Landfläche aller Kontinente und Inseln zusammen. Seine Topographie ist sehr vielgestaltig. Er gibt zahlreichen Tiefseebecken, die durch den in der Längsachse verlaufenden Mittelpazifischen Rücken oder durch Schwellen voneinander getrennt sind, Tiefseegräben, von denen der Marianengraben mit mit 11.034 m den tiefsten Punkt der Erdoberfläche stellt, und den Pazifischen Feuerring, ein an der Peripherie des Ozeans gelegener Gürtel von Vulkanen, von denen viele aktiv sind und immer wieder Erdbeben und Tsnunamis auslösen.

Im Pazifischen Ozean gibt es zahlreiche Inseln,. die teils durch vulkanische Aktivitäten, teils durch Korallen gebildet wurden. Nebst der Inselwelt am Ost- und Südostrand Asiens und Neuguinea, die anderswo behandelt werden, sind dies hauptsächlich die Inselgruppen Melanesiens (z.B. Salomonen, Fidschi), Mikronesiens (z.B. Marianen, Kiribati) und Polynesiens (z.B. Hawaii, Samoa), Neuseeland mit seinen Nebeninseln, Die Osterinsel, Juan Fernandez und der Galápagos-Archipel, sowie zahlreiche Inseln in Küstennähe Nord- und Südamerikas.

Viele Koralleninseln im pazifischen Raum sind sehr flach und werden als Folge des Klimawandels in absehbarer Zeit von der Landkarte verschwinden. Im Falle Kiribatis z.B., wo bereits zwei unbewohnte Atolle überflutet wurden, befindet sich ein großer Teil des Landes weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel. Eine besondere Gefahr für Meerestiere, insbesondere im Bereich des Nordpazifikwirbels, stellt der Plastikmüll dar. Robben und Delfine verfangen sich in Plastiknetzen. Plastiksäcke werden von Meeresschildkröten mit Quallen verwechselt und gefressen, auch Seevögel nehmen größere Plastikstücke auf oder verfüttern sie an ihre Jungen. Zivilisationsabfälle aus Plastik werden relativ rasch zu Körnchen von 3-5 mm Durchmesser abgebaut und dann von Fischen anstelle von Plankton aufgenommen.

Zootiere aus dem pazifischen Raum eignen sich daher besonders dafür, auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und die Besucher für einen verantwortungs-bewussten Umgang mit Plastikmaterialien und mit Müll zu motivieren.

Typische Zootiere

Großer Tümmler, Schwertwal, Südamerikanischer Seebär, Nördlicher Seebär, Mähnenrobbe, Kalifornischer Seelöwe, Seehund, Walross. Felsenpinguin, Zwergpinguin, Humboldtpinguin, Magellanpinguin, Chilepelikan, Hawaii- oder Nenegans, Laysanente, Graumöwe, Inkaseeschwalbe. Jungferngecko, Fidschileguan, Wickelschwanzskink, Bismarck-Ringpython.

In den wärmeren Zonen kommen u.a. folgende Fische und Wirbellose vor:

Grauer Riffhai, Schwarzspitzen-Riffhai, Korallenkatzenhai, Hammerhai, Leopardenhai, Hornhai, Zebrahai, Sandtigerhai, Kalifornischer Schwellhai, Gefleckter Adlerrochen, Gitarrenrochen, Gitarrenrochen, Ohrfleck-Röhrenaal, Pracht-Röhrenaal, Gelbkopfmuräne. Laternenträger, Pazifik-Trompetenfisch, Doppelenden-Nadelpferdchen, Partnergrundeln, Sandgrundeln, Felsenbarsche, Tentakeldrachenkopf, Steinfisch, Teufelsfisch, Schaukelfisch, Feuerfische, Zwergfeuerfische, Seegras-Feilenfisch, Doktorfische, Segelflossen-Doktorfische Anemonenfische, Demoisellen, Schwalbenschwänzchen, Pinzettfische, Eigentliche Kaiserfische, Fledermausfische, Pracht-Lippfische, Putzer-Lippfische, Harlekin-Zahnlippfisch, Vogel-Lippfische. Schirmquallen - Pelagiidae, Linkshänder-Einsiedlerkrebse, Halloweenkrabben, Fangschreckenkrebse, Tanzgarnelen, Weichkorallen - Alcyoniidae, Steinkorallen - Euphyllidae, Seeanemonen - Actiniidae.

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Donnerstag, 14 Juni 2018 20:54

Atlantik

(2.0) Allgemeines

(2.1) Nordatlantik
(2.1.3) Kanarische Inseln

(2.1.4) Kapverdische Inseln

(2,2) Südatlantik
(2.2.1) Südostatlantik
(2.2.1.1) Benguelastrom
(2.2.2) Südwestatlantik

(2.2.2.1) Argentinisches Becken
(2.2.3) Sankt Helena, Tristan und Ascension
(2.2.4) Falklandinseln

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Sandstrand auf Fuerteventura, Kanarische Inseln © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Atlantikküste bei Lüderitz, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mittagsblumen, Rozel Bay, Jersey © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Silberreiher (Casmerodius albus) auf Sal © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Magellangans-Paar (Chloephaga picta) mit Jungen auf Falkland © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Schopfenten-Paar (Anas (=Lophonetta) specularioides) auf Falkland © Thomas Kauffels, Opelz-Zoo Kronberg

 

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Magellanpinguin (Spheniscus magellanicus) auf Falkland © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Schwarzer Austernfischer (Haematopus moquini) am Strand von Rochers Pan, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Der Atlantik ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean. An seiner tiefsten Stelle erreicht er 9219 m. Zu ihm gehören verschiedene Nebenmeere.

Die Tierwelt des Atlantischen Ozeans und seiner Nebenmeere ist durch Überfischung gefährdet. Zwar gibt es einen Internationaler Rat für Meeresforschung, der Empfehlungen zum Fischfang abgibt. Aber die von der Europäischen Union festgelegten Fangquoten liegen mit schöner Regelmäßigkeit über diesen Empfehlungen - und die Auswirkungen auf die Fischbestände sind entsprechend. Tiefseebohrungen nach Öl (man denke an die Folgen der Explosion der Ölbohrinsel “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko im Jahr 2010), Plastikmüll, Havarien von Tankern und anderen Transportschiffen, wie der Amoco Cadíz mit 220'000 Fass Rohöl (1978) oder der Atlantic Empress mit 287.000 Tonnen Rohöl (1979), und Verklappung von Abfällen sind weitere Gefahren.

Nordsee und Ostsee liegen vor unserer Haustür und es ist daher ein Anliegen vielerZoos, auf die Gefährdung der Meeresumwelt aufmerksam zu machen.

Typische Zootiere

Großer Tümmler, Schwertwal, Südamerikanischer Seebär,Südafrikanischer Seebär, Mähnenrobbe, Seehund, Kegelrobbe. Königs-, Esels- , Zügel- , Nördlicher und Südlicher Felsenpinguin, Brillen- und Magellanpinguin, Kormoran, Meerespelikan, Chilepelikan , Rosapelikan, Basstölpel, Rosaflamingo, Schwarzhalsschwan , Ringelgans, Nonnengans, Bahamaente , Zimtente, Spitzschwanzente, Fuchs-Löffelente, Chile-Pfeifente, Schopfente, Eiderente, Brandgans), Magellan-, Graukopf-, Rotkopfgans, Falkland-Dampfschiffente, Langflügel-Dampfschiffente, Schopfkarakara, Falkland-Karakara, Austernfischer, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Kampfläufer, Sandregenpfeifer, Kiebitz, Küstenseeschwalbe, Sturmmöwe, Papageitaucher, Rotspiegelamazone, Jamaika-Amazone

Atlantischer Ammenhai, Kleingefleckter Katzenhai, Schaufelnasen-Hammerhai, Adlerrochen, Kuhnasenrochen, Marmorrochen, Waxdick, Sterlet, Europäischer Stör, Maifisch, Pollack, KöhlerSteinköhler, Langschnauzen-Seepferdchen, Grosse Seenadel, Europäische Meersau, Seehase, Wimpel-Ritterfisch, Meeräschen, Goldstrieme, Gold-, Rot-, und Geissbrassen, Wolfsbarsch, Brauner Zackenbarsch, Barrakudas (Sphyraenidae), Steinbutt, Igel- (Diodontidae), Drücker- (Balistidae), Doktor- und andere Korallenfische (Acanthuridae etc.). Ferner Krebse wie Languste, Hummer, Europäische Sägegarnelen, Tropische Sägegarnelen, Atlantik-Seespinnen oder Gemeiner Einsiedlerkrebs, Seeanemonen (Wachsrose, Seedahlien, Seenelke), Zylinderrosen, Feuer-, Ohren- und Spiegeleiqualle, Meerwalnuss, Gewöhnlicher Tintenfisch, Gewöhnlicher Krake, Seesterne und Seeigel, Rote Seescheide, Schraubensabelle, Spiralröhrenwurm.

Literatur und Internetquellen

AUSTIN, J.J., SOUBRIER, J., OREVISTI, F.J., PRATES, L., TREJO, V., MENA, F. & COOPER, A. (2013)
BERGMANN, H.-H. & ENGLÄNDER, W. (1995)   
BUELER, L. E. (1974)
DORST, J. (1968)
JANKE, K. & KREMER, B. P. (2003)
LANGE, D. & WÄCHTER, M. (1999)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)
MUUS, B. J. & NIELSEN, J. G. (2013)
NÖLLENHEIDT, A., BOLTE, C. & KALSCHEUR, R. (2007)
OSANG, R. et al. (1999)
THEODOR, J. (1964)
DOCUMENT D'OBJECTIFS NATURA 2000 - Site "la côte d'Hyères et son archipel" (Île de Port-Cros)
BIRDLIFE Data Zone: Falkland Islands

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oder 
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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:14

Nordpolarmeer

(1.0) Allgemeines
(1.1) Spitzbergen / Svalbard

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Bartrobbe (Erignathus barbatus) auf Eisscholle vor Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Eismöwe (Larus hyperboreus) auf Packeis © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Atlantische Walrosse (O. r. rosmarus) auf Packeis vor Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Eisbär (Ursus maritimus) auf Packeis vor Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

 

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Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla auf Eisscholle im Krossfjord, NW-Spitzbergen © Thomas Kauffels, Opel-Zoo Kronberg

Allgemeines

Der umgangssprachlich Nordpolarmeer oder Nördliches Eismeer genannte Arktische Ozean wird hauptsächlich durch die Nordküsten Eurasiens, Nordamerikas, Islands und Grönlands begrenzt. Über die Beringstrasse ist er mit dem Pazifischen Ozean verbunden, mit dem Atlantik hauptsächlich durch eine etwa 1.500 km breite Übergangszone zum Europäischen Nordmeer zwischen Grönland und Norwegen. Mit rund 14 Millionen km² ist er der kleinste Ozean. Er ist bis 5'607 m tief und großflächig von Eis bedeckt. Seine wichtigsten Süßwasser-Zuflüsse sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma in Russland, der Yukon River in Alaska und der kanadische Mackenzie River.

Nebst Grönland und Island liegen die folgenden Inseln und Inselgruppen im Nordpolarmeer: Der zwischen dem nordamerikanischen Festland und Grönland gelegene kanadisch-arktische Archipel mit über 36'000 Inseln und Inselchen, deren größte Baffin, Victoria, Ellesmere und Banks Island sind, Spitzbergen (Norwegen), der 1873 von einer österreichischen Polarexpedition erstmals dokumentierte und heute im Tiergarten Schönbrunn thematisierte Archipel Franz-Josef-Land, der seit 1926 sowjetisches bzw. russisches Hohheitsgebiet ist, sowie die ebenfalls russischen Inseln und Inselgruppen Kolgujew, Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln und die Wrangelinsel, wo bis etwa ins Jahr 1500 vor unserer Zeitrechung ein 1,80 m kleines Zwergmammut überlebt hatte.

Robben und Wale

Nebst dem Walross kommen sieben Hundsrobbenarten im Nordpolarmeer vor. Acht Arten nordatlantische bzw, nordpazifische Bartenwale sowie der Pottwal und einige weitere Zahnwale dringen mehr oder weniger weit in die Arktis vor. Typisch sind Schwert-, Weiß- und Narwal (Monodon monoceros) sowie der Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris).

Typische Zootiere

Walross, Schwertwal, Weißwal, Seehase (Cyclopterus lumpus - Barentssee), Für Landsäuger und Vögel siehe Lebensräume in Eurasien: Polareis / Tundra sowie Spitzbergen / Svalbard

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:31

Gewässer und Feuchtgebiete

(10.0) Allgemeines
(10.1) Stehende Gewässer

(10.2) Fließgewässer
(10.3) Moore
(10.4) Feuchtwiesen und Riede
(10.5) Sumpfwälder
(10.6) Mangroven

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Allgemeines

NAM-10 karte2
Entwässerungssysteme und wichtige geschützte Feuchtgebiete - zum Vergrößern auf Bild klicken

 

 

NAM 10 Kratersee talthaus
Vor 7700 Jahren der brach Vulkan Mount Mazama in Oregon in einer gewaltigen Eruption aus und stürzte danach in sich zusammen. Im Krater zurück blieb ein See von 8 km Durchmesser und mit 593 Meter der tiefste See der USA © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

 

NAM 10 Rotlachs
Rotlachs (Oncorhynchus nerka), Männchen und Weibchen. Foto: US Fish and Wildlife Service

 

 

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Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus). Foto: Brian Montague, US Fish and Wildlife Service

 

 

NAM-10 Seestoer
Seestör (Acipenser fulvescens), Batchawana Bay,Lake Superior (Ontario, Kanada). Seestöre leben in Seen und großen Flüssen, gelegentlich im Brackwasser, gehen aber nicht ins Meer. Foto: Fungus Guy

 

 

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Florida-Rotbauch-Sumpfschildkröten (Pseudemys nelsoni) Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA

Nordamerika kann grob ist in vier Entwässerungssysteme mit unterschiedlichen Fischfaunen gegeliedert werden: das arktische, das pazifische, dasjenige des Golfes von Mexiko, und das atlantische.

In den Flüssen und Seen im Einzugsgebiet des Arktischen Ozeans, von der Hudson Bay bis nach Alaska, kommen z.B. die Arktische Äsche (Thymallus arcticus) und der Seestör (Acipenser fulvescens) vor, von dem die meisten Populationen gefährdet sind. Zu den gefährdeten Arten zählen auch die Kurzkiefer-Maräne (Coregonus zenithicus) und der Dolly-Varden-Saibling (Salvelinus malma).

Auf der Pazifikseite leben die Pazifischen Lachse (Oncorhynchus spp.), die zum Teil reine Süsswasserfische sind, zum Teil im Alter von wenigen Monaten ins Meer wandern und erst zum Ablaichen wieder in ihr Geburtsgewässer zurückkehren. Kalifornische und mexikanische Goldforelle (Oncorhynchus aguabonita, O. chrysogaster), Gila- und Apacheforelle (O. gilae, O. apache) aus dem Gila- bzw. Colorado River und die weit verbreitete Rotkehlforelle (O. clarkii) leben nur im Süsswasser. Zu den wandernden Arten gehören Regenbogenforelle (O. mykiss), Keta- (O. keta), Silber- (O. kisutch), Rot- (O. nerka) und Königslachs (O. tshawytscha).

Rio Grande, Mississippi und andere Gewässer im Einzugsgebiet des Golfs von Mexiko sind ein Schwerpunkt des Vorkommens der Knochenhechte (Lepisosteus oculatus, L. osseus, L. platystomus, L. spatula). Die warmen Gewässer der im Süden der USA sind bevorzugter Lebensraum des Weißen Katzenwelses (Ameiurus catus). Auch der Sonnenbarsch ist häufig. Von hier stammt auch der Koboldkärpfling (Gambusia affinis), der im Zuge der Bekämpfung der Malaria auch in anderen Kontinenten ausgesetzt wurde und sich dort als invasive Art herausgestellt hat, die einheimische Arten gefährden kann.

Typische Vertreter der Fischfauna der Großen Seen und des dem Atlantik zufließenden St. Lorenzstroms sind der Bach- und der Amerikanische Seesaibling, Schwarz- und Forellenbarsch (Micropterus dolomieu, M. salmoides) und der Amerikanischer Löffelstör. Vom Lachs (Salmo salar) gibt es reine Süsswasserpopulationen. Diejenige des Ontariosees und seiner Zuflüsse, die vom Atlantik durch die Niagarafälle separiert war, ist jedoch bereits vor 1900 ausgestorben. Die Langkiefer-Maräne (Coregonus alpenae) wurde in den 1970er Jahren um letzten Mal im Huron-See gesehen. Die Kurznasen-Maräne (Coregonus reighardi) kam früher in den Großen Seen vor, ist heute aber möglicherweise auch ausgestorben.

Da die menschliche Bevölkerung Nordamerikas sehr ungleich verteilt ist und sich weite Gebiete aus klimatischen Gründen nicht für Ackerbau eignen, andernorts aber dank künstlicher Bewässerung eine intensive Landwirtschaft betrieben wird, ist der Zustand der Gewässer des Kontinents sehr unterschiedlich. Währenddem im Norden viele Flüsse und Seen nahezu unberührt sind, ist der Zustand vieler Gewässer im Südosten Kanadas und in den USA bedenklich. Starke Besiedlung und Industrialisierung führte vielfach zu hoher Schadstoffbelastung, Landwirtschaft und Elektrizitätsgewinnung haben Wasserregimes zur Folge, die sich negativ auf Wassertiere und -pflanzen auswirken, und es wurden gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten eingeschleppt, die sich invasiv verhielten, wie etwa der Sumpfbiber aus Südamerika, Pythons aus Südostasien, das Meerneunauge oder die Dreikantmuschel.

Es bietet sich daher an, im Rahmen einer Nordamerika-Ausstellung auch auf den Zustand der Gewässer einzugehen.

Typische Zootiere

Waschbär, Nordamerikanischer Fischotter, Karibische Seekuh, Kanadischer Biber, Nutria (eingebürgert, invasive Art). Braunpelikan, Nashornpelikan, Kormoran, Kanada-Reiher, Kuhreiher, Nachtreiher, Rosalöffler, Kubaflamingo, Schneegans, Kaisergans, Zwergschneegans, Ringelgans, Kanada- und Zwergkanadagans, Trompeterschwan, Zwergschwan, Herbstpfeifgans, Spießente, Löffelente, Krickente, Blauflügelente, Stockente, Schnatterente, Brautente, Bergente, Ringschnabelente, Riesentafelente, Schellente, Spatelente, Büffelkopfente, Kragenente, Eisente, Plüschkopfente, Eiderente, Gänsesäger, Mittelsäger, Kappensäger, Schwarzkopf-Ruderente (invasive Art), Weißkopf-Seeadler, Kanadakranich, Teichhuhn, Austernfischer, Amerikanischer Stelzenläufer, Regenbrachvogel, Kampfläufer, Sandregenpfeifer, Sturmmöwe, Mantelmöwe, Küstenseeschwalbe, Trottellumme. Schnappschildkröte, Geierschildkröte, Nördliche Zierschildkröte, Gelbtupfen-Höckerschildkröte, Ouachita-Höckerschildkröte, Falsche Landkartenschildkröte, Carolina-Dosenschildkröte, Buchstaben-Schmuckschildkröte (invasive Art), Dornrand-Weichschildkröte, Strumpfbandnatter, Nordamerikanischer Kupferkopf, Mississippi-Alligator, , Schlammteufel, Großer ArmmolchAxolotl, Tigersalamander, Coloradokröte, Nordamerikanischer Ochsenfrosch (invasive Art). Atlantischer Stör, Amerikanischer Löffelstör, Alligatorhecht, Gefleckter Knochenhecht, Schlanker Knochenhecht, Bachsaibling, Sonnenbarsch, Westamerikanischer Kreuzwels. Blauer Floridakrebs, Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (invasive Art).

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Stehende Gewässer

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Lake Minnewanka, Banff National Park, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kanadabiber im natürlichen Lebensraum. Five Lakes Valley, Jasper NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Lake Louise, 1750 m.ü.M., Jasper National Park, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Großer Salzsee, Uta, USA. Foto emily Allen, Wikimedia Commons

Die fünf Großen Seen (Great Lakes) im Einzugsgebiet des St. Lorenzstroms, d.h. Oberer See, Huronsee, Michigansee, Eriesee und Ontariosee bilden zusammen die größte zusammenhängende Süßwasserfläche der Erde. Zusammen sind sie etwa so groß wie die alte Bundesrepublik (244'300 km²). Ihre Wasserspiegel liegen zwischen 183 und 75 m.ü.M., wobei das Wasser die größte Differenz, jene zwischen Erie- und Ontariosee in Form der 58 m hohen Niagarafälle überwindet. Die mittlere Tiefe der Seen beträgt zwischen 19 und 145 m.

Ein zweiter Komplex großer Seen, bestehend aus Athabascasee (7’850 km²), Großem Sklavensee (27'048 km²) und Großem Bärensee (31’153 km²), gehört zum Fluss-System des Mackenzie Rivers in Nordwestkanada. Diese Seen liegen auf einer Höhe von 213 bzw. 156 m und ihre mittlere Tiefe beträgt zwischen 20 und 72 m. Auch im Fluss-System des Nelson gibt es eine Reihe von Seen bzw. Flachseen, deren größte der Winnipegsee (ca. 24’400 km², mittlere Tiefe 12 m), Winnipegosissee (ca. 5’164 km², mittlere Tiefe 12 m), Manitobasee (ca. 4’700 km², Maximaltiefe 7 m) und Cedar Lake (1'353 km², Maximaltiefe 10 m) sowie der zur Elektrizitäts-Gewinnung aufgestaute Lake of the Woods (4'390 km²) sind.

Der Große Salzsee ist ein im Mittel nur 4.5 m tiefer, abflussloser Flachsee in der Wüste des Großen Beckens, der hauptsächlich vom Bear River gespiesen wird. Seine Fläche schwankt stark, im Mittel liegt sie bei 4’400 km². Sein Salzgehalt ist extrem hoch, er liegt zwischen etwa 9 % im Süden und bis zu etwa 27 % im Norden. Die Fischfauna ist daher bescheiden, doch leben im See verschiedene Salzwassergarnelen sowie der der Salinenkrebs (Artemia salina), welche die Nahrungsgrundslage für zahlreiche Watvögel bilden.

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Fließgewässer

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Der Mississippi bei St. Louis. Foto: US Geological Survey

 

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Dawson Falls des Murtle River. Wells Gray Provincial Park, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Nigel Creek, ein Zufluss des Nord-Sakatchewan im Banff National Park, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Der Kootenay River mit umfangreichen Kiesbänken. Kootenay-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Die Tangle Falls im Jasper-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Der Mississippi weist mit 2'981'076 km² das drittgrößte Wassereinzugsgebiet der Erde auf. Der 3'778 km lange Strom entspringt dem Lake Itasca (Minnesota) und mündet in den Golf von Mexiko. Sein größter Nebenfluss, der Missouri ist deutlich länger als sein eigener Oberlauf. Zusammen haben Missouri und Unterlauf als Mississippi-Missouri eine Länge von 6'051 km. Der bedeutendste linke Nebenfluss des Mississippi ist der 1'579 km lange Ohio, der in Pittsburgh durch den Zusammenfluss von Allegheny River und Monongahela River entsteht und kurz bevor er sich mit dem Mississipi vereinigt noch den Tennessee River aufnimmt. Das zweitgrößte Fluss-System Nordamerikas, das 1'743’058 km² in die Beaufortsee entwässert, bildet der Mackenzie River mit seinen Quellflüsse Athabasca und Finlay River. Gerechnet ab der Quelle des Finlay beträgt seine Länge 4'260 km.

Das Fluss-System des Nelson River, zu dem der Red River of the North und der Saskatchewan River gehören, hat mit 1'093'442 km² das drittgrößte Einzugsgebiet in Nordamerika. Mit einer mittleren Abflussmenge von 3'486 m³/s ist der Nelson der bedeutendste Süßwasser-Zubringer der Hudson Bay. Mit nur 1'420 m³/s ist der Zufluss aus dem Albany River, mit knapp 1'000 km der längste Fluss der kanadischen Provinz Ontario deutlich bescheidener. Das Einzugsgebiet des Sankt-Lorenz-Stroms, dessen Länge sehr unterschiedlich angegeben wird, ist mit 1'030'000 km² fest ebenso groß wie das des Nelson. Der Sankt-Lorenz verbindet die Großen Seen mit dem Atlantik./p>

Der Yukon ist mit 3120 Kilometern der fünftlängste Fluss auf dem nordamerikanischen Kontinent und hat ein Einzugsgebiet von 854'700 km², das er in die Beringsee entwässert. Der rund 2'000 km lange Columbia River ist der wasserreichste aller nordamerikanischen Flüsse, die in den Pazifischen Ozean münden. Sein Einzugsgebiet umfasst 668’217 km². Andere wichtige Zuflüsse des Pazifiks sind der Fraser River (Länge 1'375. Einzugsgebiet 248’035 km² in Britisch Kolumbien und der Sacramento (Länge 607 km, Einzugsgebiet 69'930 km²) in Kalifornien.

Der wegen seines rot gefärbten Wassers so genannte Colorado ist mit 2'333 km Länge und einem Einzugsgebiet von 703'132 km² der wichtigste Fluss im Südwesten des Kontinents. Er mündet in den Golf von Kalifornien.Der in den USA Rio Grande, in Mexiko Río Bravo genannte Fluss gilt mit 3’034 km als der drittlängste Fluss der USA. Er hat ein Einzugsgebiet von 607'965 km² und mündet in den Golf von Mexiko. Wegen des relativ geringen Abstandes der Wasserscheide zur Küste sind viele bekannte, in den Atlantik mündende Flüsse, wie Delaware, Hudson Potomac oder Susquehanna bezüglich Länge, Einzugsgebiet und Wasserführung von geringerer Bedeutung als die zuvor genannten.

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Moore

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Der Shore Pine Bog Trail im Pacific Rim-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Stinkkohl (Skunk Cabbage, Lysichitum americanum) im Mount Revelstoke-Nationalpark, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Permafrostboden verursacht Staunässe. Die Böden von Tundra und Taiga sind daher sehr sumpfig. Einen erheblicher Teil der Tundra machen Flachmoore mit Moosen, Wollgras und Seggen aus. In der Taiga bestehen riesige Flächen aus Hochmooren. Diese sind auch im Bereich der kühlen Regenwälder eine häufige Erscheinung, so etwa im Pacific Rim-Nationalpark. Im Gebirge nehmen sie kleinere Flächen ein, kommen aber in den Rocky Mountains bis hinunter nach Wyoming und in den Appalachen bis West Virginia vor [5].
        
Vegetation: Nebst Torfmoos (Sphagnum) gedeihen in den Hochmooren der Westküste z.B. Seggen (Carex), Stinkkohl (ein Aronstabgewächs, Lysichitum americanum), Sonnentau (Drosera rotundifolia), Gagelstrauch (Myrica gale), Grönländische Porst (Rhododendron groenlandicum), Moosbeere und Immergrüne Heidelbeere (Vaccinium oxycoccos, V. ovatum) sowie Lorbeerrose (Kalmia polifolia). Charakterbäume sind die zwergwüchsige Nutka-Scheinzypresse (Chamaecyparis nootkaensis) und die Dreh- oder Küstenkiefer (Pinus contorta).

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Feuchtwiesen und Riede

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Kanadagänse (Branta candensis) auf Riedwiese beim Lake Vermilion, Banff-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta), Coombs, Vancouver Island, BC, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Kanadareiher (Ardea herodia) im Schilf. Everglades National park, Florida © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Weiße Farbphase des Kanadareihers (Ardea herodias) im Everglades Nationalpark © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Mississippi-Alligator (Alligator misissippiensis) im Everglades Nationalpark, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Schneesichler (Eudocimus albus) im Everglades Nationalpark, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Sümpfe sind zeitweise stark vernässte, schlammigen Böden mit stehendem Wasser, auf denen sich, im Gegensatz zum Moor, kein oder nur wenig Torf ausbildet. Ihr Wasser ist in der Regel nicht oder nur wenig sauer. Sie kommen bei verlandenden Seen, in der Umgebung der weitgehend natürlichen, von Altwassern begleiteten Wasserläufe etwa des Felsengebirges von Colorado bis Kanada, oder an Stellen mit hohem Grundwasserspiegel vor. Durch den Abbau von Nitrat und Phosphor tragen sie zur Wasserqualität der Flüsse und Seen bei. Riedflächen und Feuchtgebiete mit ursprünglich krautiger Vegetation pflegen zu Verwalden, wobei es zur Ausbildung von Bruchwäldern kommt.

Vegetation: Feuchtwiesen und Riede sind die artenreichsten Feuchtgebiete. Binsen (Juncus) und Sauergräser, wie Seggen (Carex), Schuppenseggen (Kobresia) oder Sumpfbinsen (Eleocharis) dominieren die Pflanzengesellschaften. Unter den Blütenpflanzen finden sich Pfingst-Veilchen (Viola nephrophylla), diverse Orchideen (z.B. Liparis, Epipactis, Ameorchis, Cypripedium) und der ursprünglich aus Asien stammende Kalmus (Acorus calamus). Weiden (Salix) und Zwergbirken (Betula nana) sind mit die ersten Holzpflanzen, die im Zuge der Verwaldung in die Wiesen- und Riedflächen eindringen [6].

Ein ganz spezielles offenes Feuchtgebiet sind die Everglades, ein nur wenige cm tiefer, 60-80 km breiter, sehr langsam fliessender Strom, der sich vom Okeechobee-See in Nordflorida bis zur Südspitze der Florida-Halbinsel erstreckt und der fast völlig mit "Gras" bewachsen ist. Durch teilweise Trockenlegung, die Entnahme von Wasser für die Landwirtschaft und als Trinkwasser für die angrenzenden Städte und massive Belastung durch Düngemittel und Schwermetalle ist das ökologische Gleichgewicht des ganzen Systems gestört, weshalb die Everglades heute auf der Liste des gefährdeten Welterbes stehen. Nur der südliche Teil steht als Everglades Nationalpark unter Schutz.

Vegetation: Die weiten Flächen sind mit Binsenschneiden (Cladium mariscus) bewachsen, daneben gedeihen hier z.B. Sumpflilien (Crinum pedunculatum), Prunkwinden (Ipomoea sagittata), Orchideen und die insektenfressenden Wasserschläuche (Utricularia cornuta). Bei den offenen Wasserflächen handelt es sich teilweise um künstlich angelegte Kanäle, daneben findet man Tümpel, die von den Alligatoren ausgehoben wurden. An erhöhten Stellen hat es kleine Bauminseln ("hardwood hammocks") mit Königspalmen (Roystonea regia), Weihrauchkiefern (Pinus elliotii), Weißgummibäumen (Bursera simaruba) und Florida-Würgefeigen (Ficus aurea) [3].

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Sumpfwälder

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Auf dem Cypress Board Walk im Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Tillandsien. Cypress Board Walk, Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Amerikanischer Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga), Loxahatchee National Wildlife Refuge, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Zwischen den Everglades und den trockeneren Gebieten entlang der Ostküste befanden sich ursprünglich ausgedehnte Sumpfzypressenwälder (Taxodium distichum), die aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend abgeholzt wurden. Heute sind nur noch wenige dieser Sumpfwälder erhalten. Darunter diejenigen des seit 1951 bestehenden, 588 km² großen Loxahatchee-Wildschutzgebiets, der zeitweilig trocken fällt, in dem das Wasser aber auch bis zu einem Meter tief stehen kann, des Big Cypress Swamp-Schutzgebiets oder des Corkscrew Swamp-Schutzgebiets in der Nähe von Naples, das den größten Zypressenurwald der USA beherbergt.

Vegetation: Neben des Sumpfzypressen kommen in den Sumpfwäldern der südlichen USA z.B. auch Wasserapfel (Annona glabra), Karolina-Weide (Salix caroliniana), Gagelstrauch (Myrica cerifera) und Knopfbusch (Cephalanthus occidentalis) vor. Als Unterwuchs sind Farne häufig, darunter der bis 3.5 m hohe Lederfarn (Acrostichum). Charakteristisch sind die vielen Tillandsien, darunter das Spanische Moos (Tillandsia usneoides), das Ballmoos (T. recurvata), T. fasciculata und T. utriculata [1].

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Mangroven

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Mangroven in den Everglades, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mangroven mit Reihern , Everglades, Florida, USA. © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Von den rund 50 Mangrovenarten kommen in Nordamerika nur deren drei vor: Die Schwarze (Avicennia germinans), die Rote (Rhizophora mangle) und die Weiße (Laguncularia racemosa) Mangrove. Mangrovensümpfe gibt es nur nur in Südflorida, wo sie eine Fläche von rund 2'000 km² einnehmen, sowie, in kleineren Beständen von Schwarzen Mangroven. im Süden von Louisiana und Texas. Zur ihrer Begleitflora gehören Knopfmangrove (Conocarpus erectus, ein Flügelsamengewächs), Mahagoni (Swietenia mahagoni), Weißgummibaum (Bursera simaruba).

Mangroven erfüllen wichtige ökologische Funktionen: als Wasserfilter, als Lebensraum und Kinderstube für Diamant-Klapperschlange (Crotalus adamanteus), Spitzkrokodil (Crocodylus acutus) und zahlreiche Meereslebewesen sowie als Schlaf- und Nistplatz für viele Vogelarten, wie Braunpelikan, Rosalöffler, Schmuckreiher (Egretta thula), Fischadler (Pandion haliaetus) etc.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

USA: Isle Royale-NP, Yukon Delta Nat. Wildl. Refuge, Innoko National Wildlife Refuge, Koyukuk Nat. Wildlife Refuge, Nowitna National Wildlife Refuge, Denali-NP, Yukon Flats Nat. Wildlife Refuge, Kouchibouguac-NP, Holly Springs National Forest, Apalachicola National Forest, Loxahatchee Nat. Wildlife Refuge, Everglades NP, Everglades Wildlife Mgmt. Area, Big Cypress National Preserve, Okefenokee Nat. Wildlife Refuge

Kanada: Wood Buffalo-NP, Upper Canada Migratory Bird Sanctuary, Réserve faunique Assinica

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Literatur und Internetquellen

  1. CANNING, P., CLARK, K., EDWARDS, A. B., GARDNER, J., GILMOUR, C. & WIEDEMANN, H. (undat.)
  2. COSEWIC (2006)
  3. DE GOLIA, J. (1993)
  4. FISHERIES AND OCEANS CANADA
  5. HALSEY, L. A., VITT, D. H. & GIGNAC, K. D. (2000)
  6. LUNA, T., VANCE, L.K. & C. McINTYRE(2010)
  7. SANDERSON, I. T. (1962)
  8. SKY WORELL, G. (1985)
  9. STEPHENSON, M. (1983)
  10. ZÖLLER, L. (Download 2012)

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:24

Gebirge

(9.0) Allgemeines
(9.1) Nivale Stufe
(9.2) Alpine Stufe
(9.3) Subalpine Stufe
(9.4) Montane Stufe
(9.5) Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Wichtige Naturschutzgebiete im Bereich der Gebirge - zum Vergrößern auf Bild klicken

 

 

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Mount Rainier, 4392 m, Kaskadengebirge, Washington, USA © Valerie Merges, Layton, Utah

 

 

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Sawtooth Mountains, Felsengebirge, Idaho, USA © Valerie Merges, Layton, Utah

 

 

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Sawtooth Mountains, Felsengebirge, Idaho, USA © Valerie Merges, Layton, Utah

 

 

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Der Kanadakleiber (Sitta canadensis) ist eine von drei Kleiberarten der Rocky Mountains. Hoodoo Trail, Banff-Nationalpark, Alberta Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Währenddem in Eurasien wichtige Gebirge - Pyrenäen, Alpen, Himalaya, parallel zu den Breitengraden verlaufen und so Riegel zwischen wärmeren und kühleren Zonen bilden, verlaufen die Gebirge Nordamerikas zur Hauptsache in nordsüdlicher Richtung, was es Landtieren erlaubte, bei Klimaschwankungen ihre Areale nach einem ihnen zusagenden Klimabereich zu zu verschieben.

Im Westen der amerikanischen Kontinente erstrecken sich die Kordilleren von Alaska bis Feuerland. In Nordamerika bestehen diese auf folgenden Gebirgszügen: Ganz im Norden, an der Beaufortsee, erstreckt sich Brookskette mit dem Mount Chamberlin als höchstem Gipfel (2'749 m). An der Pazifikküste beginnen die Gebirge mit der Aleutenkette mit ihren zahlreichen aktiven Vulkanen, von denen der Mount Redoubt (3’108 m) der höchste ist. Etwas westlich von Anchorage wird sie von der Alaskakette abgelöst, die sich im Bogen von der Alaska-Halbinsel bis zum kanadischen Yukon-Territorium erstreckt. Der höchste Berg des „Alaska Range“ ist der Denali, bis 2015 offiziell Mount McKinley genannt (6'194 m). Als nördlichster, höchster und am stärksten vergletscherter Teil der Rocky Mountains folgt bis in den Norden Britisch Kolumbiens die Eliaskette mit dem Mount Logan, dem höchsten Berg Kanadas (5'959 m). Bis zum Fraser River, d.h. der Grenze zu den USA, folgt nun einerseits das Kanadische Küstengebirge, dessen höchste Erhebungen um die 4'000 m erreichen (Mount Waddington, 4'019 m). Parallel dazu verläuft im Landesinnern das Felsengebirge, die eigentlichen Rocky Mountains, mit dem Mount Elbert in Colorado (4'401 m) als höchstem Punkt. Im Süden wird das Küstengebirge vom Kaskadengebirge abgelöst, dessen höchster Gipfel der 4'395 m hohe Vulkan Mount Rainier ist, und dieses geht in Nordkalifornien in die Sierra Nevada über, wo sich der Mount Whitney, mit 4'421 m der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas, befindet. Die südlichen Rocky Mountains entfernen sich weiter von der Küste und umschließen, zusammen mit den Gebirgszügen der Küste, das Columbia Plateau und das Große Becken. In Mexiko setzen sich die Kordilleren als Sierra Madre Oriental und Sierra Madre Occidental längs der Atlantik- bzw. Pazifikküste fort.

Im Osten erstrecken sich von Neufundland bis nach Alabama die Appalachen, ein bewaldetes Mittelgebirge von Neufundland und Québec bis nach Alabama. Ihre höchsten Erhebungen reichen bis ca. 2'000 m . ü. M., aber nur wenige sind höher als 1'200 m und viele bleiben unter 800 m.

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Typische Zootiere

Nordopossum, Rotfuchs, Wolf, Braunbär, Baribal, Waschbär, Vielfraß, Streifenskunk, Kanadaluchs, Rotluchs, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Wapiti, Maultierhirsch, Weißwedelhirsch, Elch, Karibu, Waldbison, Dickhornschaf, Dallschaf, Schneeziege, Amerikanisches Rothörnchen, Urson.

Steinadler, Wanderfalke, Gerfalke, Buntfalke, Virginia-Uhu, Waldohreule, Sperbereule, Bartkauz, Raufusskauz, Kolkrabe. Arizona-Königsnatter, Korallen-Königsnatter

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Nivale Stufe

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Athabasca-Gletscher, Teil des Columbia Icefields Jasper-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Der Mount Robson ist mit 3954 m der höchste Gipfel der eigentlichen kanadischen Rocky Mountains © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Höhenlagen ab der klimatischen Schneegrenze bezeichnet man als nivale Stufe. Hier liegt Firn, wo der Schnee nicht permanent liegen bleibt, ist der Boden von Schutt und Geröll bedeckt und entwickelt sich stellenweise eine tundraähnliche Vegetation. Da die amerikanischen Kordilleren parallel zur Erdachse verlaufen, variiert die Höhe der klimatischen Schneegrenze, d.h. der nivalen Stufe, entsprechend der geografischen Breite. Manche Gletscher der Eliaskette, nach den Eiskappen der Pole das größte Eisfeld der Erde, münden auf etwa 60° nördlicher Breite direkt ins Meer. Im Bereich der zentralen Rocky Mountains, auf etwa 52-53° nördlicher Breite liegt Firn, d.h. "Ewiger Schnee" stellenweise bis auf etwa 2'200 m hinab. In der Sierra Nevada klettert die Schneegrenze bis gegen 4'000 m. Blanker Fels, Schutt und Geröll sind weitere bestimmende Landschaftselemente der nivalen Stufe.

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Alpine Stufe

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Alpine Flora am Mt. Timpanogas, Wasatch-Kette, Utah, USA © Valerie Merges, Layton, Utah

 

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Gelbbauch-Murmeltier (Marmota flaviventris) im natürlichen Lebensraum. Manning RP, Kanada © Peter Dollinger Zoo Office Bern

 

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Dickhornschafe (Ovis canadensis) im natürlichen Lebensraum. Kootenay NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Goldmantelhörnchen (Callospermophilus lateralis) im natürlichen Lebensraum. Jasper NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Vegetation: Wo der Schnee nicht permanent liegen bleibt, bildet sich eine tundraähnliche Vegetation mit Algen, Flechten und Moosen als ersten Pionieren aus. Vertreter der Alpinen Vegetation der Rocky Mountains sind z.B. Alpen-Rispengras (Poa alpina), Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), Schneebutterblume (Ranunculus adoneus), Goldrute (Solidago simplex), Alpen-Vergissmeinicht (Eritrichum aretioides), Rosenwurz (Rhodiola integrifolia), Gelbe Gletscherlilie (Erythronium grandiflorum) und Arktis-Weide (Salix arctica)

Tierwelt (Rocky Mountains): Wolf, Braunbär, Vielfraß, Puma, Wapiti, Dallschaf, Dickhornschaf, Schneeziege, Eisgraues Murmeltier, Gelbbauch-Murmeltier, Goldmantelhörnchen, Amerikanischer Pfeifhase (Ochotona princeps), Steinadler, Wanderfalke , Weißschwanz-Schneehuhn (Lagopus leucurus), Berghüttensänger (Sialia currucoides), Grasammer (Passerculus sandwichensis), Graukopf-Schneegimpel (Leucosticte tephrocotis), Kolkrabe.

Tierwelt (Sierra Nevada): Baribal, Rotluchs, Goldmantelhörnchen, Gelbbauch-Murmeltier, Kalifornischer Ziesel (Otospermophilus beecheyi), Gebirgsstreifenhörnchen (Neotamias alpinus). Bei Arten, die auch in den Rocky Mountains vorkommen, zum Teil eigene Unterarten, so z.B. das Sierra Nevada-Dickhornschaf (Ovis canadensis sierrae) oder die Polarkröte (Bufo = Anaxyrus boreas halophilus). Beim Puma wird in Nordamerika heute nur noch eine Unterart anerkannt (WILSON & REEDER, 2005). Der Kalifornische Kondor (Gymnogyps californianus) hat nur dank einem ex situ-Zuchtprogramm des San Diego Wild Animals Park und des Los Angeles Zoos überlebt und konnte ab 1991 wieder angesiedelt werden. 20 Jahre später lebten wieder über 200 dieser Vögel in der Wildbahn. Die Gummiboa (Charina bottae) kommt bis auf eine Höhe von 3'000 m.ü.M. vor.

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Subalpine Stufe

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Tangle Falls, Jasper-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus) im Manning Regional Park, British Columbia, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Felsengebirgshuhn (Dendragapus obscurus) am Trophy Mountain im Wells Gray Prvinz-Park, British Columbia, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kiefernhäher (Nucifraga columbiana) im Yoho-Nationalpark, British Columbia, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Vegetation: Die subalpinen Waldgesellschaften variieren nicht nur entsprechend der geografischen Breite, somit der Temperatur, sondern auch in Abhängigkeit der Niederschlagsmengen, die an den westexponierten, dem Pazifik zugewandten Hängen deutlich höher sind als an den Osthängen mit ihrem kontinentalen Klima. Innerhalb der Gattung Picea ist von Alaska bis in den Süden Kandas die Weiß-Fichte (P. glauca) die häufigste Art. Die Engelmann-Fichte (P. engelmannii) hat ihre Hauptverbreitung von Britisch Kolumbien bis Wyoming und Oregon. In Colorado und Utah dominiert dagegen die Stech-Fichte (P. pungens).

Die Felsengebirgs-Tanne (Abies lasiocarpa) ist vom Yukon bis nach Colorado weit verbreitet, wo sie von der Kolorado-Tanne (Abies concolor) abgelöst wird. Die Verbreitung der Weißstämmigen Kiefer (Pinus albicaulis) deckt sich weitgehend mit der der Engelmann-Fichte. An der trockenen Hängen von Britisch Kolumbien bis Neumexiko gedeiht die Biegsame Kiefer (P. flexilis), im Süden kommt die Grannen-Kiefer (P. aristata) hinzu, in mittleren Lagen bis hinunter nach Mexiko wachsen die oft mit Douglasien (Pseudotsuga menziesii) vergesellschaftete Gelb-Kiefer (P. ponderosa) und die Waldkiefer (P. sylvestris).

Tierwelt (Rocky Mountains): Rotfuchs, Wolf, Braunbär, Baribal, Waschbär, Vielfraß, Fichtenmarder (Martes americana), Fischermarder (M. pennanti), Rotluchs, Kanada-Luchs, Puma, Wapiti, Elch, Karibu, Dickhornschaf, Rothörnchen, Goldmantelhörnchen, Columbia-Ziesel, Kleiner Chipmunk (Tamias minimus), Urson.

Felsengebirgshuhn (Dendragapus obscurus), Tannenhuhn (Canachites = Falcipennis canadensis), Virginia-Uhu, Waldohreule, Bartkauz, Streifenkauz (Strix varia), Raufußkauz, Fichtenspecht (Picoides dorsalis), Fuchsammer (Passerella iliaca), Einsiedlerdrossel (Catharus guttatus), Kanadakleiber (Sitta canadensis), Meisenhäher (Perisoreus canadensis), Kiefernhäher (Nucifraga columbiana), Kolkrabe.

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Montane Stufe

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Waldbison (Bison b. athabascae) im natürlichen Lebensraum. Banff NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wapitikuh (Cervuse. canadensis) im natürlichen Lebensraum. Banff NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Columbia-Ziesel im natürlichen Lebensraum. Banff NP, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Polarkröte (Bufo boreas) im Banff-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Vegetation: Die Leit-Baumart der montanen Stufe der zentralen Rocky Mountains ist die Drehkiefer (Pinus contorta), die mit Engelmann-Fichten (P. engelmannii) vergesellschaftet ist. Auch Lärchen (Larix occidentalis) sind hier zu finden. Nebst reinen Nadelwäldern hat es auch Mischwälder, in denen an Laubbäumen z.B. Weiden (Salix), Erlen (Alnus crispa, A. incana), Birken (Betula occidentalis, B. papyrifera), Ebereschen (Sorbus), Espe (Populus tremuloides), Kahler Ahorn (Acer glabrum), Bergesche (Sorbus scopulina) und Kirschbäume (Prunus) vorkommen.

In der ariden montanen Stufe des Südwestens bilden die niedrigwüchsigen Pinyon-Kiefern (Pinus cembroides, P. edulis, P. monophylla, P. quadrifolia) zusammen mit verschiedenen Wacholdern (Juniperus) und Gambel-Eichen (Quercus gambelii) ein lockeres Waldland. Auf der Pazifik-Seite kommen nebst Douglasien, Tannen, Fichten und Kiefern die Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens) sowie, in Höhenlagen von 1350 und 2500 Meter, der Riesenmammutbaum vor.

Tierwelt (Rocky Mountains): Rotfuchs, Wolf, Braunbär, Baribal, Waschbär, Vielfraß, Fichtenmarder (Martes americana), Fischermarder (M. pennanti), Rotluchs, Kanada-Luchs, Puma, Wapitis, Weißwedelhirsch), Schwarzwedelhirsch (Odocoileus hemionus), Elch, Waldbison, Karibu, Dickhornschaf, Waldmurmeltier, Goldmantelhörnchen, Columbia-Ziesel, Kleiner Chipmunk (Tamias minimus), Rothörnchen, Urson.
Eckschwanzsperber (Accipiter striatus), Virginia-Uhu, Waldohreule, Bartkauz, Gnomen-Sperlingskauz (Glaucidium gnoma), Sing- und Fuchsammer (Melospiza melodia, Passerella iliaca), Einsiedler- und Wanderdrossel (Catharus guttatus, Turdus migratorius), Rotschulterstärling (Agelaius phoeniceus), Kanada- und Carolinakleiber (Sitta canadensis, S. carolinensis), Schwarzkopf-, Gambel- und Hudsonmeise (Poecile atricapillus, P. gambeli, P. hudsonica), Cassingimpel (Carpodacus cassinii), Kiefernhäher (Nucifraga columbiana), Kolkrabe. Polarkröte (Bufo boreas).

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Einige Nationalparks:

USA: Glacier Bay NP, Gates of the Arctic-NP, Denali-NP, Chugach National Forest, Wrangell-St.-Elias-NP, Katmai-NP, Lake Clark.NP, Olympic-NP,Yukon-Charley Rivers, Modoc National Forest, North Cascades, Waterton Glacier Int. Peace Park, Yellowstone-NP, Grand Teton-NP, Sawtooth National Recreation Area, Adirondack-Park, Monongahela National Forest, Shenandoah-NP, George Washington and Jefferson National Forests incl. Mt. Rogers, Lassen Volcano-NP, Tahoe National Forest, Mendocino State Forest, Yosemite-NP, Kings Canyon-NP, Sequoia-NP, San Bernardino State Forest, Anza-Borrego.

Kanada: Kluane-NP, Bowron Lake.Provinzpark, Mount Robson-Provinzpark, Wells Gray-Provinzpark, Garibaldi-Provinzpark, E. C. Manning-Provinzpark, Jasper-NP, Banff-NP, Yoho-NP, Kootenay-NP, Mount Revelstoke-NP, Glacier-NP, Waterton Lakes-NP.

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 22:18

Mediterrane Hartlaubvegetation

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Wichtige Naturschutzgebiete im Bereich der mediterranen Hartlaubvegetation - zum Vergrößern auf Bild klicken

 

 

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Silverado Canyon im Orange County, Kalifornien, USA. Foto: Shannon 1

 

 

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Zwergwapitis (Cervus elaphus nannodes) im Mendocino National Forest, Kalifornien, USA. Foto: CrabTree13

Allgemeines

Das Gebiet der als "Chaparral" bezeichneten Hartlaubvegetation der amerikanischen Westküste, das sich vom Süden Oregons über Kalifornien bis in die Mitte des mexikanischen Teilstaats Baja California erstreckt, ist eines von weltweit fünf mediterranen Ökosystemen. Als "California Floristic Province" ist es in der globalen Liste der Brennpunkte der Biodiversität aufgeführt. Das Klima ist charakterisiert durch eine Regenzeit im Winter und trockene Sommer. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 324'000 km², ist also etwas kleiner als die Bundesrepublik Deutschland, weist aber mit 4'426 einheimischen Gefäßpflanzen eine beinahe doppelt so hohe botanische Vielfalt auf. Zudem sind 48 % der Pflanzenarten endemisch. Mit ungefähr 28'000 Arten - wovon über 9'000 Endemiten - ist auch die Klasse der Insekten überdurchschnittlich gut vertreten. Bei den Wirbeltieren nimmt das Gebiet mit 584 terrestrischen und 71 Fischarten dagegen keinen Spitzenplatz ein.

Vegetation und Charakterpflanzen

Der Chaparral besteht aus einer an periodische Waldbrände angepassten Flora, die im Aussehen der euopäischen Mittelmeerflora gleicht. Dazu gehören kleine Eichen (Quercus dumosa), Strauchige Scheinheide (Chamise, (Adenostoma fasciculatum), die kein Heiden- sondern ein Rosengewächs ist, Stechpalmenblättriger Kirschbaum (Prunus ilicifolia), Glanzmispeln (Heteromeles arbutifolia), Berg-Mahagoni (Cercocarpus betuloides), Kreuzdorn (Rhamnus spp.) und Kalifornischer Flanellbusch (Fremontodendron californicum).

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Typische Zootiere

Nordopossum, Kojote (Canis latrans), Rotfuchs, Baribal, Waschbär, Streifenskunk, Rotluchs, Puma, Halsbandpekari, Gabelbock, Wapiti, Weisswedelhirsch, Goldmantelhörnchen.

Schopfwachtel, Wildtruthuhn, Wanderfalke, Buntfalke, Truthahngeier, Steinadler, Socorrotaube, Rennkuckuck, Schleiereule, Kanincheneule, Virginia-Uhu, Kolkrabe, Hausgimpel.

Chuckwalla, Wüstenleguan, Korallen-Königsnatter, Bullennatter SW Gefleckte Klapperschlange, Pazifik-Klapperschlange.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Einige Nationalparks: USA: Lassen Volcano NP, Tahoe National Forest, Shasta-Trinity National Forest, Mendocino State Forest, Yosemite NP, Kings Canyon NP, Sequoia-NP, Channel Islands-NP, San Bernardino State Forest, Anza-Borrego

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 19:14

Wüsten und Halbwüsten

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Wichtige Naturschutzgebiete im Bereich der Wüsten und Halbwüsten - zum Vergrößern auf Bild klicken

 

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Great Basin-Nationalpark, Nevada. Foto: USFWS

 

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Schwemmkegel-Vegetation, Corn Creek Springs-Region. Desert National Wildlife Refuge Complex. Foto David McMahan, USFWS

 

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Blick vom Zabriskie Point im Death Valley NP, dem trockensten Nationalpark der USA © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Petrified Forest NP, Painted Desert, Colorado-Plateau, Arizona, USA © Valerie Merges, Layton, Utah

Allgemeines

Im Süden des kanadischen Okanagan Valleys, dem Osten des Bundesstaates Washington, dem abflusslosen Großen Becken (Great Basin), das sich überwiegend auf dem Gebiet der Bundesstaaten Nevada, Utah und Oregon zwischen der Wasatchkette der Rocky Mountains sowie dem Kaskadengebirge bzw. der Sierra Nevada erstreckt, sowie der südlich anschliessenden Colorado-Hochebene befinden sich winterkalte Wüsten und Halbwüsten. Diese größtenteils in Höhenlagen von 1'000 bis 2'000 m gelegenen Gebiete haben weniger als 30 cm Niederschlag, der verteilt über das ganze Jahr, im Winter oft als Schnee, anfällt.

Südlich des 37. Breitengrads erfolgt der Übergang zu den subtropischen Halbwüsten und Wüsten mit hohen täglichen Temperaturamplituden und durch geringe Bewölkung und starke direkte Sonneneinstrahlung bedingten hohen Tagestemperaturen. Der Anteil von Sukkulenten, wie Agaven, Palmlilien und Kakteen, an der Vegetation nimmt zu. Von dem in Ostkalifornien gelegenen Tal des Todes an finden sich Trockenwüsten: die Mojave, die Sonora und die hauptsächlich in Mexiko auf dem Gebiet der Bundesstaaten Chihuahua und Coahuila liegende Chihuahua, in denen die Verdunstung deutlich höher ist, als der Niederschlag.

Vegetation und Charakterpflanzen

In den tieferen Lagen der Becken und Plateaus im Norden ist der bis 1.50 m hohe Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata) weit verbreitet. Weiter oben gedeihen Bestände der niederen Pinyon-Kiefern (Pinus edulis, P. cembroides, P. monophylla, P. quadrifolia) und Wacholder (Juniperus spp.). Im subtropischen Bereich wird der Wüsten-Beifuß durch den Kreosotbusch (Larrea tridentata) abgelöst. Weitere Charakterpflanzen sind die kleinere Beifuß-Art Ambrosia dumosa, Parkinsonien (Parkinsonia spp.), Josua-Palmlilie (Yucca brevifolia), Lechuguilla (Agave lechuguilla), Kaktusfeigen (Opuntia spp.), Saguaro-Kaktus (Carnegiea gigantea) und Ruthenisches Salzkraut (Salsola tragus).

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Typische Zootiere

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Goldmantelhörnchen (Spermophilus lateralis) im Grand Canyon National Park, Arizona, USA © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

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Kojote (Canis latrans), Nähe Death Valley, Kalifornien, USA © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

Nordopossum, Streifenskunk, Rotluchs, Ozelot, Jaguarundi, Puma, Jaguar, Halsbandpekari, Maultierhirsch, Gabelbock, Goldmantelhörnchen, Harris-Antilopenziesel.

Steinadler, Wüstenbussard, Truthahngeier, Rabengeier, Rosttäubchen, Rennkuckuck, Schleiereule, Kanincheneule , Virginia-Uhu, Kolkrabe, Hausgimpel.

Schmuck-Dosenschildkröte, Skorpions-Krustenechse, Gilatier, Wüstenleguan, Chuckwalla, Halsbandleguan, Blauer Felsenleguan, Yarrows Stachelleguan, Blauer Stachelleguan, Leopardleguan, Strumpfbandnatter, Westliche Hakennatter, Bullennatter, Arizona-Königsnatter, Korallen-Königsnatter, Texas-Klapperschlange, Basilisken-Klapperschlange, Pazifik-Klapperschlange.

Coloradokröte.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Grand Canyon, Colorado-Plateau, Arizona, USA © Valerie Merges, Layton, Utah

 

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Okanagan Valley, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Opuntia fragilis , Osoyoos, Okanagan Valley, Britisch Kolumbien, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Einige Nationalparks:

USA: Sheldon NP, Death Valley NP, Grand Canyon NP, Big Bend NP, Joshua Tree NP, Kofa, Buenos Aires Nat. Wildl Refuge, Mojave Desert, Saguaro NP, Cabeza Prieta – Wildl. Refuge, Organ Pipe Cactus NP, Seviletta National Wildl. Refuge, Mazatzal Wilderness, Supersition Wilderness, Sycamore Canyon Wilderness, Arches NP, Canyonlands NP, Capitol Reef NP
Kanada: Okanagan Desert

Okanagan Valley, Kanada

Die Charakterpflanze dieser nördlichsten Wüste Nordamerikas ist der Antilopenbusch (Antelope Brush, Purshia tridentata). Weitere typische Pflanzen sind z.B. Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata), Prärierose (Rosa arkansana), Kaninchenbusch (Chrysothamnus nauseosus) und Zerbrechlicher Feigenkaktus(Opuntia fragilis). Dieses Antilopenbusch-Ökosystem ist aufs Höchste bedroht, hauptsächlich durch die Ausdehnung des Weinbaus. Mehr als 60 % des ursprünglichen Gebiets sind vollständig zerstört.  Vom Rest sind nur noch neun Prozent einigermaßen intakt.
        
Die bestehenden Schutzgebiete sind zu klein (nur 958 der ursprünglich 10'000 ha stehen unter Schutz) und zu weit von einander entfernt, um das Überleben der für Kanada einzigartigen Fauna und Flora, darunter etwa 100 seltene Pflanzenarten und 300 gefährdete Wirbellose zu gewährleisten. Das Osoyoos Desert Centre z.B. hat nur eine Fläche von knapp 27 ha. (MUIRHEAD, J. et al.. 2004)

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 19:10

Grasländer und Savannen

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Wichtige Naturschutzgebiete im Bereich der Grasländer und Savannen - zum Vergrößern auf Bild klicken

 

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"Parkland Belt": Präriebisons (Bison b. bison) vor Espenwald. Elk Island-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Richardson-Ziesel (Urocitellus richardsonii) bei Winnipeg, Manitoba, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kojote (Canis latrans) im Elk Island-Nationalpark, Alberta, Kanada © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Allgemeines

Im Schatten des Felsengebirges befindet sich im amerikanischen Mittelwesten die semiaride Region der Grossen Ebenen (Great Plains), in denen Grasländer unterschiedlicher Ausprägung gedeihen. Das Klima ist charakterisiert durch kalte Winter mit Temperaturen unter Null während 2-3 Monaten und etwa gleich lange heiße Sommer, während denen die Temperatur auf über 20°C steigt, sowie durch eine hohe Variabilität der Niederschläge. Im Westen, wo das Klima mit weniger als 500 mm Jahresniederschlag am trockensten ist, wächst Kurzgrassteppe (50 cm) und wird Weidewirtschaft betrieben, im Osten Langgrassteppe (200 cm), soweit sie nicht durch den Getreideanbau verdrängt wurde. Dazwischen gibt es Mischformen.

Zwischen den Grasländern und den nördlich und östlich anschließenden Wäldern besteht ein Savannenmosaik mit parkartigem Charakter ("Parkland Belt"). Im Norden, ist die Espe (Populus tremuloides) die dominierende Baumart, daneben kommen Balsam-Pappel (P. balsamifera), Weiß-Eiche (Quercus alba) und verschiedene Koniferen vor. Der "Parkland Belt" wird heute intensiv landwirtschaftlich genutzt und vom ursprünglichen Lebensraum ist nur wenig übrig geblieben.

Vegetation und Charakterpflanzen

In der Langgrasprärie dominieren Bart- (Andropogon spp.) und Federgräser (Stipa sparta), sie ist zudem reich an Stauden, wie Schafgarben (Achillea), Sonnenblumen (Helianthus), Goldruten (Solidago) und Astern (Aster). Für die Kurzgrasprärie sind Hartgräser, wie Büffelgras (Bouteloua gracilis), Quecken (Agropyron) und Indianerhirse (Buchloe dactyloides) typisch

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Typische Zootiere

Nordopossum, Wolf, Kojote (Canis latrans), Rotfuchs, Streifenskunk, Rotluchs, Puma, Wapiti, Maultierhirsch, Weißwedelhirsch, Präriebison, Gabelbock, Präriehund, Richardson-Ziesel.

Steinadler, Buntfalke, Truthahngeier, VirginiawachtelKanadakranich, Rosttäubchen, KanincheneuleVirginia-UhuGrünhäher (Savanne, Busch), Hausgimpel

Milchschlange, Bullennatter, Strumpfbandnatter, Westliche Hakennatter , Prärie-Klapperschlange, Texas-Klapperschlange.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Einige Nationalparks:

USA: Richard J. Dorer Memorial Hardwood State Forest, Badlands, Black Kettle National Grassland, Buffalo Gap National Grassland, Cimarron National Grassland, Comanche National Grassland, Grand River National Grassland, Kiowa National Grassland, Little Missouri National Grassland, Lyndon B. Johnson National Grassland, Midewin National Tallgrass Prairie, Oglala National Grassland, Pawnee National Grassland, Rita Blanca National Grassland, Thunder Basin National Grassland

Kanada: Grasslands-NP, Riding Mountain-NP, Elk Island-NP, Prince Albert NP, Waterton Lakes-NP

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Literatur und Internetquellen

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Donnerstag, 14 Juni 2018 19:07

Gemäßigte bis tropische Feuchtwälder

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Wichtige Naturschutzgebiete im Bereich der gemäßigten bis tropische Feuchtwälder

 

 

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Weihrauchkiefern (Pinus elliotii) im Goethe State Forest, Levy County, Florida, USA. Foto: Florida Riverbanks Outdoor Store from New Port Richey,

 

 

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Tillandsien in Sumpfzypressenwald, Loxahatchee Wildlife Refuge, Florida, USA © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Virginiawachtel (Colinus virginianus) in Georgia. Foto US Fish and Wildlife Service

 

Allgemeines

Im Südosten des Kontinents, d.h. im an die Appalachen anschließenden Piedmont und in in der Atlantischen Küstenebene bis zum Mississippidelta befinden sich, folgend auf die sommergrünen Laubwälder, gemäßigte und subtropische, halbimmergrünen Feuchtwälder. Diese gedeihen bei 1’000 -1’700 mm Jahres-Niederschlag und Temperaturen, die im Monatsmittel über 5°C liegen, und wo es nur gelegentlich zu Frosteinbrüchen kommt. In Florida, wo die Temperaturen im Monatsmittel nicht unter 10°C fallen und die Niederschlagsmenge über 1'500 mm beträgt, gehen sie in tropischen Regenwald über. Viele Wälder der Region snd Moor- oder Sumpfwälder, in Florida gibt es auch Mangroven.

Vegetation und Charakterpflanzen

An nassen Standorten wachsen z.B. Sumpfzypressen (Taxodium distichum), Elliott- und Sumpfkiefern (Pinus elliottii, P. palustris), Sumpf-Magnolien (Magnolia virginiana) und Amberbäume (Liquidambar styraciflua). An trockeneren Standorten finden sich Kiefern-Eichen-Wälder und andere Waldtypen mit z.B. Weihrauch- (Pinus taeda) und Gelbkiefern (P. echinata) oder Gabel- (Quercus laevis), Schwarz- (Q. marilandica), Virginia- (Q. virginiana), „Bluejack"- (Q. incana) und Sterneiche (Q. stellata) sowie Hickory- (Carya spp.), Trompeten- (Catalpa bignonioides) und< Tulpenbäumen (Liriodendron tulipifera) oder Großblättrigen Magnolien (Magnolia macrophylla).

Die tropische Feuchwälder im südlichen Florida sind charakterisiert durch viele Epiphyten, wie Greisenbart oder Spanisches Moos (Tillandsia usneoides) und andere Bromelien, Tüpfelfarn (Pleopeltis polypodioides), Zwergpfeffer (Peperomia) und Orchideen. Typische Baumarten sind immergrünen Eichen (Quercus virginiana, Q. geminata), Weißgummibaum (Bursera simaruba), Florida-Giftbaum (Metopium toxiferum), die hier immergrüne Sumpf-Magnolie (Magnolia virginiana) und Palmen, wie die Palmetto- (Sabal palmetto) oder Königspalme (Roystonea regia).

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Typische Zootiere

Nordopossum, Neunbinden-Gürteltier, Rotfuchs, Waschbär, Streifenskunk,Rotluchs, Puma, Weißwedelhirsch, Grauhörnchen, Rothörnchen, Streifen-Backenhörnchen.

Steinadler, Weisskopf-Seeadler, Wanderfalke, Buntfalke, Truthahngeier, Rabengeier, Virginiawachtel, Wildtruthuhn, Rennkuckuck (offene Wälder), Schleiereule, Virginia-Uhu, Hausgimpel, Roter Kardinal.

Carolina-Dosenschildkröte, Milchschlange, Strumpfbandnatter, Wald-Klapperschlange, Diamant-Klapperschlange, Zwergklapperschlange , Nordamerikanischer Kupferkopf.

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Einige Nationalparks:

USA: Okefenokee Nat. Wildlife Refuge, Great Smoky Mountains-NP, Goethe State Forest, Francis Marion National Forest, Holly Springs National Forest, Ouachita National Forest, Angelina National Forest, De Soto National Forest, Apalachicola National Forest, Loxahatchee Nat. Wildlife Refuge, Big Cypress National Preserve, Everglades NP, Everglades Wildlife Mgmt. Area

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Literatur und Internetquellen

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx